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Dokumentenidentifikation DE102005062403B3 23.08.2007
Titel Vorrichtung und Verfahren zur Erzeugung eines Abstandsgestricks
Anmelder Groz-Beckert KG, 72458 Albstadt, DE
Erfinder Jürgens, Eric, 72406 Bisingen, DE
Vertreter Rüger und Kollegen, 73728 Esslingen
DE-Anmeldedatum 23.12.2005
DE-Aktenzeichen 102005062403
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 23.08.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 23.08.2007
IPC-Hauptklasse D04B 1/22(2006.01)A, F, I, 20060829, B, H, DE
IPC-Nebenklasse D04B 9/06(2006.01)A, L, I, 20060829, B, H, DE   D04B 35/02(2006.01)A, L, I, 20060829, B, H, DE   D04B 35/04(2006.01)A, L, I, 20060829, B, H, DE   D04B 37/00(2006.01)A, L, I, 20060829, B, H, DE   D04B 21/20(2006.01)A, L, I, 20060829, B, H, DE   
Zusammenfassung Eine erfindungsgemäße Vorrichtung zur Herstellung eines Abstandsgestricks kann in Form einer Rundstrickmaschine mit zwei Strickzylindern oder mit Strickzylinder und Rippscheibe ausgebildet sein. Zwischen den beiden dadurch festgelegten Nadelfonturen ist eine Polfadenübergabeeinrichtung 4 angeordnet, die vorzugsweise zwei Gruppen 5, 6 von Vorlegeteilen aufweist, die jeweils aus einer Ruheposition heraus in eine Fadenfangposition bewegbar sind. Dabei bewegen sich die Vorlegeteile der einen Gruppe zu den Haken der Nadeln des ersten Nadelbetts und die Vorlegeteile der anderen Gruppe zu den Haken der Nadeln des anderen Nadelbetts. Auf diese Weise wird die Erzeugung von Abstandsgestricken auf Rundstrickmaschinen möglich, wobei Zungennadeln Anwendung finden können und der Nadelhub auf ein übliches Maß von weniger als 14 mm begrenzt wird. Das Abstandsgestrick kann eine Dicke von deutlich mehr als 14 mm aufweisen, d.h. eine Dicke, die den Nadelhub bei weitem übersteigt.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Erzeugung eines Abstandsgestricks, insbesondere eines Abstandsgestricks mit einem Gestrickflächenabstand von mehr als 14 mm. Des Weiteren betrifft die Erfindung ein Verfahren zur Erzeugung eines solchen Abstandsgestricks.

Für technische Textilien und spezielle Funktionsbekleidung werden häufig Abstandstextilien eingesetzt, deren beide Textilflächen durch Polfäden miteinander verbunden sind. Dabei sind lediglich Abstandsgestricke von einer Höhe von 3 mm bis zu 14 mm und Abstandsgewirke und Abstandsgewebe bis zu einer Höhe von 60 mm oder darüber bekannt. Die Höhe ist der Abstand zwischen den beiden Textilflächen, die untereinander durch einen Polfaden verbunden sind. Als Polfaden wird häufig ein Monofilfaden eingesetzt. Alternativ zu Abstandsgewirken bzw. -geweben kann ein Abstandsgestrick auf einer Rundstrickmaschine mit Strickzylinder und Rippscheibe hergestellt werden. Beispielsweise wird die eine dann schlauchförmige Gestrickfläche mit den Nadeln der Rippscheibe und die andere ebenfalls schlauchförmige Gestrickfläche mit den Nadeln des Strickzylinders hergestellt. Beide Gestrickflächen werden mit dem zwischen ihnen hin und her verlaufenden Monofilfaden verbunden. Der Abstand der Gestrickflächen ist abhängig von dem Abstand zwischen dem Strickzylinder und der Rippscheibe.

Der Abstand zwischen der Rippscheibe und dem Strickzylinder kann jedoch nicht beliebig groß gemacht werden, um dem Bestreben, größere Gestrickflächenabstände zu erzeugen, zu genügen. Denn der Abstand zwischen Rippscheibe und Strickzylinder muss durch die Nadeln überbrückt werden, wenn diese ausgetrieben werden. Ein größerer Nadelaustrieb erfordert einen längeren Weg im Nadelschloss, wodurch längere Schlösser verwendet werden müssen. Werden längere Schlösser verwendet, verringert sich in gleichem Maße die Produktivität der Maschine, denn längere Schlösser haben zur Folge, dass über den Umfang einer Rundstrickmaschine weniger Schlosskurven möglich sind. Die Systemzahl am Durchmesser der Rundstrickmaschine wird dann geringer, was weniger Maschenreihen pro Maschinenumdrehung bedeutet.

Aus der DE 103 20 533 A1 ist eine Rundstrickmaschine zur Herstellung von Abstandsgestricken bekannt. Zur Maschenbildung werden zumindest in einer Ausführungsform der Maschine Schiebernadeln verwendet. Mit dieser Maschine sind Abstände zwischen den Gestrickflächen von bis zu 14 mm realisierbar.

Allerdings erfordern Schiebernadeln Schlösser, die nicht nur für die Nadel sondern auch für den Schieber eine Schlosskurve aufweisen. Solche Schlösser sind aufwendiger als Schlösser für Zungennadeln. Außerdem stößt die Anwendung auf Grenzen, wenn die Abstände der Gestrickflächen größer als 14 mm sein sollen, weil bei dem dann erforderlichen überweiten Austrieb längere Schlösser notwendig sind. Es gilt dann das oben gesagte in Bezug auf die Produktivität der Strickmaschine. Werden längere Schlösser verwendet, verringert sich in gleichem Maße die Produktivität der Maschine, denn längere Schlösser haben zur Folge, dass über den Umfang einer Rundstrickmaschine weniger Schlosskurven möglich sind.

Bei der Herstellung von Abstandsgestricken unter Verwendung von Zungennadeln ist der Abstand der beiden Textilflächen unter anderem abhängig von den Zungen- bzw. Scharnierlängen der Zungennadeln. Der Verbindungsfaden der beiden Textilflächen muss bei der Einbindung in Fangstellung sowohl in die Rippnadel wie auch in die Zylindernadel eingelegt werden. Dabei können beide Nadeln maximal soweit ausgefahren werden, dass der im Haken befindliche Faden, welcher zur Maschenbildung genutzt wird, noch auf der in Rücklage befindlichen Nadelzunge verbleibt und nicht über die Innenkante der Nadelzunge auf den Nadelschaft gleitet. Somit ist der Abstand der beiden Textilflächen bei der Verwendung von Zungennadeln auf deren max. Scharnierlänge begrenzt. Dies gilt insbesondere bei einer Strickmaschine gemäß US 4,122,690. Bei dieser Strickmaschine stehen sich zwei Nadelzylinder koaxial gegenüber. Beide Nadelzylinder sind mit Zungennadeln bestückt. Mit dieser Druckschrift wird die Übergabe von Maschen einer Nadel auf einem ersten Strickzylinder auf eine Nadel auf einem zweiten Strickzylinder offenbart. Bei Verwendung der Strickzylinderanordnung gemäß US 4,122,690 zur Herstellung von Abstandsgestricken wird der Abstand zweier Gestricktextilien durch zwei mal die Scharnierlänge minus ein mal die Hakengröße begrenzt, da der Polfaden in beide Haken der Strickmaschinennadeln eingelegt wird. Es können somit Abstandsgestricke mit einem Abstand von ca. 10 mm zwischen den Gestrickflächen hergestellt werden.

Aus der DE 43 01 242 A1 ist die Erzeugung von Abstands gewirkenden mittels einer modifizierten Kettenwirkmaschine bekannt. Diese weist in einer Reihe angeordnete aber gruppenweise unabhängig voneinander auf und ab bewegbare Nadeln auf, wobei die in Gruppen angeordneten Nadeln unterschiedliche Hakenpositionen aufweisen. Das Einlegen von Fäden in die Nadeln erfolgt mit Lochnadeln zur Fadenführung. Weitere Elemente dienen dazu, die Polfäden zu ergreifen und sie auf eine bestimmte Länge zu ziehen, mit der sie später in der Wirkware verankert sind.

Davon ausgehend ist es Aufgabe der Erfindung, eine Vorrichtung zur Erzeugung eines Abstandsgestricks zu schaffen, die bedarfsweise mit Zungennadeln auskommt. Außerdem ist es Aufgabe der Erfindung, ein entsprechendes Verfahren zu schaffen. Insbesondere soll zur Erzeugung von Abstandsgestrick auf einer Strickmaschine eine Lösung geschaffen werden, bei der die Größe des Abstands nicht mehr durch den maximal erzielbaren Nadelaustrieb oder im Falle von Zungennadeln durch den Abstand zwischen Zungenspitze in Zungenrücklage und Nadelhaken definiert ist.

Diese Aufgabe wird mit der Vorrichtung nach Anspruch 1 sowie dem Verfahren nach Anspruch 20 gelöst:

Bei der erfindungsgemäßen Vorrichtung sind zwei Gruppen von Nadeln vorhanden, die jeweils eine Nadelfontur bilden und zur Erzeugung einer Gestrickfläche herangezogen werden. Zwischen beiden Gestrickflächen erstrecken sich Abschnitte bzw. Schenkel eines Polfadens. Dieser wird mittels einer Gruppe von Vorlegeteilen jeweils in den Fangbereich der Nadeln der einen oder der anderen Nadelfontur geführt, um in der jeweiligen Gestrickfläche verankert zu werden. Der Abstand zwischen den beiden Nadelfonturen wird somit durch die Vorlegeteile überbrückt. Die Größe des Abstands ist nicht mehr durch den maximal erzielbaren Nadelaustrieb oder im Falle von Zungennadeln durch den Abstand zwischen Zungenspitze in Zungenrücklage und Nadelhaken definiert. Dieser Abstand legt bei Zungennadeln den Weg fest, den eine in dem Haken gehaltene Masche oder Halbmasche zurücklegen darf bis sie über die offene, in Rücklage befindliche Zunge gleitet und somit beim Nadelrückzug von der Nadel abgeschlagen wird. Die erfindungsgemäße Vorrichtung eignet sich somit insbesondere zur Bestückung mit Zungennadeln, wobei prinzipiell auch Schiebernadeln vorgesehen werden können. Der Nadelaustrieb kann auf das zum Herstellen von einlagigem Gestrick übliche Maß begrenzt bleiben, womit nur geringe Nadelhübe und somit kleine Schlosskurven erforderlich sind. Entsprechend können an einer Rundstrickmaschine sehr viele Stricksysteme installiert und bei einer Zylinderumdrehung sehr viele Maschenreihen erzeugt werden. Die erfindungsgemäße Vorrichtung ermöglicht deshalb einen wirtschaftlichen Betrieb auch bei Herstellung von Abstandsgestricken mit Gestrickflächenabständen über 14 mm.

Weiter gestattet die erfindungsgemäße Strickmaschine die Herstellung von Abstandsgestricken nicht nur mit hoher Maschenreihenzahl pro Umdrehung (hohe Systemdichte) sondern auch mit hohen Umdrehungszahlen des Strickzylinders. Der geringe erforderliche Austrieb der Zungennadeln stimmt etwa mit dem Austrieb überein, der zur Herstellung einfacher glatter Strickware erforderlich ist. Mit entsprechend hoher Umdrehungszahl und der sich daraus ergebenden Produktivität kann nun bei der Herstellung von Abstandsgestricken gearbeitet werden.

Prinzipiell ist es möglich, die Vorlegeteile so zu gestalten, dass sie zwischen zwei Fadenübergabestellen, nämlich der Fadenübergabestelle der ersten Fontur und der Fadenübergabestelle der zweiten Fontur hin und her bewegbar sind. Es wird jedoch bevorzugt, die Vorlegeteile zwischen einer Passivstellung und einer Fadenübergabestellung zu bewegen. Die Passivstellung liegt dabei etwa auf halbem Wege zwischen beiden Fadenübergabestellungen. Bei einer bevorzugten Ausführungsform ist die Gruppe der Vorlegeteile in zwei Teilgruppen untergliedert. Die erste Teilgruppe ist den Nadeln der ersten Fontur zugeordnet während die zweite Teilgruppe den Nadeln der zweiten Fontur zugeordnet ist. Damit hat jede Nadelfontur gewissermaßen ihren eigenen Polfadenzubringer in Form von Vorlegeteilen. Dieses Konzept ermöglicht sowohl die Einstellung sehr geringer Fonturabstände und somit sehr geringer Gestrickflächenabstände als auch die Einstellung sehr großer Gestrickflächenabstände.

Die Vorlegeteile können prinzipiell auf unterschiedliche Weise bewegt werden. Es wird bevorzugt, sie längs verschiebbar zu lagern und zu bewegen. Die Vorlegebewegung oder Fadenübergabebewegung kann dann, wie die Bewegung der Strickwerkzeuge (Nadeln, insbesondere Zungennadeln) durch ein Schloss erzielt werden, das mit Füßen der Vorlegeteile in Eingriff steht.

Das erfindungsgemäße Konzept eignet sich allgemein für Strickmaschinen, auch für Flachstrickmaschinen. Es wird jedoch bevorzugt bei Rundstrickmaschinen angewendet. Dabei wird das erste Nadelbett als Strickzylinder gestaltet. Das zweite Bett kann ebenfalls ein Strickzylinder oder auch eine Rippscheibe sein. In beiden Fällen ist das zweite Nadelbett (Strickzylinder oder Rippscheibe) vorzugsweise koaxial zu dem ersten Nadelbett ausgerichtet. Die so erhaltene Strickmaschine kann durch Variation des Abstands zwischen den beiden Strickzylindern oder zwischen Rippscheibe und Strickzylinder auf unterschiedliche Gestrickflächenabstände und somit Polfadenschenkellängen eingestellt werden. Die Vorlegeteile können in einem Platinenring angeordnet sein, der dem Spalt zwischen den beiden Strickzylindern bzw. zwischen Rippscheibe und Strickzylinder benachbart angeordnet ist. In diesem Platinenring sind die Vorlegeteile der beiden oben genannten Gruppen vorzugsweise in einem Winkel zueinander angeordnet und orientiert. Außerdem sind sie in Richtungen bewegbar, die in dem genannten Winkel zueinander stehen. Vorzugsweise ist dieser Winkel ein rechter Winkel. Dies gilt insbesondere im Falle der Rundstrickmaschine mit Rippscheibe und Strickzylinder. Im Falle einer Rundstrickmaschine mit zwei Strickzylindern kann dieser Winkel ebenfalls ein rechter oder ein von einem rechten Winkel abweichender Winkel sein. Der Vorteil dieser Anordnung liegt darin, dass die Vorlegeteile, wenn sie in Passivstellung (Rückzugsposition) stehen, den Raum zwischen den Haken der beiden Nadelfonturen freigeben.

Eine Ebene parallel zu den Flachseiten der Vorlegeteile und somit zu den Kanalwänden der Führungen der einen Gruppe der Vorlegeteile ist vorzugsweise parallel zu einer Ebene die zu den Flachseiten der Nadeln bzw. den Kanalwänden der Nadeln parallel ist. Dies gilt auch für die zweite Gruppe von Vorlegeteilen und Nadeln. Dies gilt insbesondere im Fall einer Rundstrickmaschine mit Rippscheibe und Strickzylinder. Es ergibt sich ein übersichtlicher und funktionssicherer Aufbau. Im Falle der aus zwei Strickzylindern bestehenden Rundstrickmaschine ist der Winkel zwischen der Führung des Vorlegeelements und der Führung der ihm zugeordneten Nadel ca. 45 Grad; in einem bevorzugten Ausführungsbeispiel ist dieser Winkel kleiner als 45 Grad.

Die Vorlegeteile können alternativ in den Nadelbetten untergebracht sein. Dabei sind beispielsweise zwischen Nadelkanälen zusätzliche Kanäle für Vorlegeteile vorgesehen. Alternativ können einzelne Nadelkanäle an Stelle mit Nadeln mit Vorlegeteilen bestückt werden. Die Vorlegeteile werden dann weiter ausgetrieben als die Nadeln, um den Abstand zwischen den beiden Nadelfonturen zu überbrücken. In Einzelfällen mag es genügen, lediglich in einem Nadelbett Vorlegeteile vorzusehen. Dies gilt insbesondere wenn die Vorlegeteile den Polfaden sowohl schiebend als auch ziehend bewegen können. Im bevorzugten Falle sind jedoch bei dieser Konstruktionsart beide Nadelbetten mit Vorlegeteilen ausgerüstet. Damit wird der Polfaden von dem jeweiligen Vorlegeteil lediglich schiebend bewegt. Das Vorlegeteil kann dann wie ein schlanker Schieber ausgebildet sein, der an seiner Endfläche eine Kerbe zur Fadenaufnahme aufweist.

Die Vorlegeteile können massiv ausgebildet sein. Sie weisen jedoch vorzugsweise ein aus zwei Lamellen bestehendes Ende auf. Alternativ können sie im Ganzen aus zwei Lamellen ausgebildet sein, die aneinander anliegen. Die Lamellen, beispielsweise dünne Stahlbleche, weisen vorzugsweise die gleiche übereinstimmende Kontur auf. Sie können lose aneinander liegen oder miteinander verbunden sein. Die Lamellen gestatten ein Einfahren eines Nadelhakens zwischen sie, wobei sie etwas gespreizt werden können. Dieses erleichtert die Fadenübergabe von dem Vorlegeteil an die Nadel.

Weitere Einzelheiten vorteilhafter Ausführungsformen der Erfindung ergeben sich aus der Zeichnung, der Beschreibung oder Ansprüchen.

In der Zeichnung sind Ausführungsbeispiele der Erfindung veranschaulicht. Es zeigen:

1 eine Rundstrickmaschine in aufs Äußerste schematisierter ausschnittsweiser Darstellung ihrer Nadelfonturen und einiger Vorlegeteile mit Gestrick,

2 die Rundstrickmaschine nach 1 mit ausgetriebenen Nadeln und vorgelegtem Polfaden in schematisierter Darstellung,

3 und 4 weitere Arbeitspositionen der Rundstrickmaschine beim Verstricken des Polfadens,

4a eine Detailausschnittsdarstellung aus 4,

5 Zungennadeln der Rippscheibe und Vorlegeteile in ausschnittsweiser Perspektivdarstellung,

6 Zungennadeln des Strickzylinders und Vorlegeteile in ausschnittsweiser Perspektivdarstellung,

7 eine Rundstrickmaschine mit Rippscheibe, Strickzylinder und Platinenring für die Vorlegeteile in schematisierter Darstellung,

7a eine abgewandelte Ausführungsform einer Rundstrickmaschine mit Rippscheibe, Strickzylinder und Platinenring für die Vorlegeteile in schematisierter Darstellung,

8 eine Rundstrickmaschine mit zwei zueinander koaxialen Strickzylindern und Platinenring für Vorlegeteile in ausschnittsweiser schematisierter Darstellung,

9 Stricksysteme mit in die Nadelfontur integrierten Vorlegeteilen beim Fadeneinlegen und

10 die Stricksysteme nach 9 bei der Polfadenübergabe und der Maschenbildung.

In 1 ist als Ausschnitt aus einer Strickmaschine 1 eine erste Nadelfontur 2, bestehend aus einzelnen, als Zungennadeln ausgebildeten Nadeln 2a bis 2h und eine zweite Nadelfontur 3, bestehend aus ebenfalls als Zungennadeln ausgebildeten Nadeln 3a bis 3h, veranschaulicht. Die Nadeln 2a bis 2h der ersten Nadelfontur 2 sind gegen die Nadeln 3a bis 3h der zweiten Nadelfontur 3 vorzugsweise um eine halbe Teilung versetzt angeordnet. Des Weiteren veranschaulicht 1 eine Polfadenübergabeeinrichtung 4, zu der eine erste Gruppe 5 von ersten Vorlegeteilen 5a, 5b, 5c und eine zweite Gruppe 6 von zweiten Vorlegeteilen 6a, 6b, 6c gehören. Nachdem 1 lediglich einen Ausschnitt des gesamten Stricksystems der Strickmaschine veranschaulicht, versteht es sich, dass die tatsächliche Anzahl der Nadeln 2a bis 2h, 3a bis 3h und Vorlegeteile 5a bis 5c, 6a bis 6c wesentlich größer als dargestellt ist. Im Einzelnen kann bedarfsweise jeder Nadel 2a bis 3h ein Vorlegeteil zugeordnet sein, wenn sehr viele Polfadenschenkel zu erzeugen sind. Es ist jedoch auch möglich, mit einer niedrigeren Anzahl von Vorlegeteilen auszukommen, wenn weniger Polfadenschenkel zu erzeugen sind.

Das in 1 veranschaulichte Stricksystem kann sowohl als Flachbettstricksystem als auch als Stricksystem einer Rundstrickmaschine Anwendung finden. In letzterem Falle sind die Nadeln 2a bis 3h von den Nadelkänälen von Strickzylindern 7, 8 aufgenommen, die in axialem Abstand und koaxial zueinander angeordnet sind, wie 8 veranschaulicht. Die Vorlegeteile 5a bis 6c der Gruppen 5, 6 sind in entsprechenden Führungen oder Kanälen eines Platinenrings 9 angeordnet. Dieser kann im Bereich des zwischen beiden Strickzylindern 7, 8 vorgesehenen Abstands angeordnet sein und einen etwas größeren Durchmesser als diese aufweisen.

Die Nadeln 2a bis 3h sind parallel zueinander um den Umfang der Strickzylinder 7, 8 herum angeordnet. Sie weisen Füße 10, 11 auf, die mit Antriebseinrichtungen, mit Schlössern 12, 13 in Eingriff stehen und dazu dienen, die Nadeln 2a bis 3h bei Drehung des jeweiligen Strickzylinders 7, 8 axial, d.h. in Nadellängsrichtung zu bewegen. Die Nadeln 2a bis 3h werden dadurch ausgetrieben und zurückgezogen, wobei die Maschenbildung erfolgt. Als Nadel 2a bis 3h eignet sich nahezu jede bekannte Zungennadel mit frei beweglicher Zunge. Eine gesonderte Zungensteuerung kann vorgesehen sein, ist aber nicht erforderlich.

Der Platinenring 9 weist vorzugsweise für die Vorlegeteile 5a bis 5c der Gruppe 5 eine Gruppe Führungen 14 in Form zueinander paralleler schmaler Kanäle auf, die dazu eingerichtet sind, die Vorlegeteile 5a bis 5c längs verschiebbar aufzunehmen. Der Platinenring 9 weist außerdem eine Gruppe weiterer Führungen 15 auf, die dazu eingerichtet sind, die Vorlegeteile 6a bis 6c der Gruppe 6 entlang ihrer Längsrichtung verschiebbar aufzunehmen. Die Führungen 14 der einen Gruppe sind parallel zueinander. Die Führungen 15 der anderen Gruppe sind ebenfalls parallel zueinander orientiert. Die Führungen 14, 15 der beiden Gruppen schließen miteinander einen Winkel ein, der gemäß der 8 in etwa 90 Grad umfasst. Damit ergibt sich zwischen der Bewegungsrichtung der Nadel 2a und der Bewegungsrichtung des ihr zugeordneten Vorlegeteils 6a ein Winkel &agr; von ca. 45°. Der Winkel &agr; zwischen der Nadel 3a und dem ihr vorgelegten Vorlegeteil 5a ist ebenfalls ca. 45°.

Es sind auch Ausführungsbeispiele möglich, bei denen der Winkel &agr; zwischen der Nadel 3a und dem ihr vorgelegten Vorlegeteil 5a vorzugsweise kleiner als 45 Grad und der Winkel zwischen den Führungen 14, 15 somit ein stumpfer Winkel ist.

In einem speziellen Ausführungsbeispiel (nicht gezeichnet) ist es möglich, die Führung 14, 15 parallel zu den Strickzylindern 7, 8, insbesondere deren Nadelführungen anzuordnen. Sie sind somit koaxial zueinander ausgerichtet und vorzugsweise einstückig, nahtlos miteinander verbunden. Es ist dann möglich, die Vorlegeteile 5, 6 mit einem hakenartigen Ende zu versehen mit dem dann der Polfaden in Richtung der Nadel 2, 3, in die er eingelegt werden soll, gezogen wird und nicht wie oben beschrieben geschoben, und somit vorgelegt wird. Mit dieser Anordnung wird der Bewegungsablauf, mit dem der Polfaden in den Haken 25 einer Nadel 2, 3 eingelegt wird im Vergleich zu dem obigen Beispiel umgekehrt. Dies kann bei der Erfassung des Polfadens durch die Vorlegeteile 5, 6 wie auch beim Einlegen in den Haken 25 der Nadeln 2, 3 Vorteile haben. Der Polfaden wird zwischen den Gestrickflächen nicht schiebend sondern ziehend bewegt.

Den Vorlegeteilen 5a, 6a sowie allen anderen Vorlegeteilen sind jeweils Antriebseinrichtungen 16, 17 zugeordnet, die in 8 lediglich schematisch angedeutet sind und beispielsweise durch Schlösser gebildet sein können, in die Füße der Vorlegeteile 5a bis 6c greifen. Sind die Schlösser mit einer Schlosskurve ausgerüstet und stationär angeordnet und dreht der Platinenring 9 synchron mit den Strickzylindern 7, 8 werden die Vorlegeteile 5a bis 6c entsprechend der Form der zugeordneten Schlosskurve ausgetrieben und zurückgezogen. Die ausgetriebene Position des jeweiligen Vorlegeteils 5a, 6a ist in 8 gestrichelt veranschaulicht.

In 7 ist eine Rundstrickmaschine 1' veranschaulicht, die an Stelle eines oberen Strickzylinders 9 eine Rippscheibe 18 aufweist, die, wie schon die Strickzylinder 7, 8, ein Nadelbett bildet. Sie weist eine Anzahl radial angeordneter Schlitze auf, die Führungen 19 für die darin gelagerte jeweilige Nadel 2a (bis 2h) bildet. Die Nadeln 2a der Rippscheibe 18 sind somit im Wesentlichen rechtwinklig zu den Nadeln 3a bis 3h des Strickzylinders 8 angeordnet. Zwischen den Haken der Nadeln der Rippscheibe 18 und den Haken der Nadeln des Strickzylinders 8 ist ein Spalt vorhanden, dessen Größe bzw. Weite den Abstand der Gestrickflächen des herzustellenden Abstandsgestricks festlegt. Die Vorlegeteile 5a bis 6c sind wiederum in einem Platinenring 9 gehalten. Die Führung 15 des Vorlegeteils 6a fluchtet mit der Führung 19 der Nadel 2a. Ebenso fluchten die sonstigen Führungen der Vorlegeteile der Gruppe 6 mit den entsprechenden Führungen der Rippscheibe 18. Die Führung 14 des Vorlegeteils 5a fluchtet mit der Führung 20 der Nadel 3a. Entsprechend fluchten die sonstigen Führungen 14 der Vorlegeteile der Gruppe 5 mit den entsprechenden Führungen des Strickzylinders 8. Dies führt dazu, dass der Polfaden 24 in etwa auf halber Hakenhöhe dem Hakeninnenraum gegenüber steht. Damit der Polfaden 24 durch die Vorlegeteile 5, 6 in den Hakeninnenraum eingelegt werden kann sind Mittel (nicht gezeichnet) in Form von Schrägen oder Rampen vorgesehen. Diese Einführmittel können sowohl an den Nadeln 2, 3 sowie an den Vorlegeteilen 5, 6 ausgebildet sein. Es ist auch möglich, den Vorlegeteilen 5, 6 zusätzlich zu der beschriebenen Translationsbewegung weitere Bewegungskomponenten zu überlagern, beispielsweise Kippbewegungen, um die Übergabe des Polfadens an die Nadeln 2, 3 zu erleichtern. Es ist des Weiteren möglich, den Platinenring 9, wie in 7a angedeutet, in einer anderen Ausrichtung auszubilden, so dass zwischen den einander jeweils zugeordneten Führungen der Nadeln und ihrer zugeordneten Vorlegeteile ein spitzer Winkel entsteht.

In den 1 bis 4 sowie 7 und 8 sind die Vorlegeteile 5a bis 6c lediglich schematisch veranschaulicht worden. Zur weiteren Erläuterung der körperlichen Ausbildung derselben wird auf die 5 und 6 verwiesen, wobei von der Maschinenkonfiguration nach 7a ausgegangen wird. 5 veranschaulicht die Nadeln 2a, 2b usw. der Rippscheibe sowie die Vorlegeelemente 6a, 6b, 6c (sowie weitere). Wie ersichtlich, bestehen die Vorlegeteile jeweils aus zwei Lamellen 21, 22, die als sich entlang der Bewegungsrichtung erstreckender, durch parallele Kanten begrenzter Streifen aus federndem Stahl ausgebildet sind. Die beiden Lamellen 21, 22 weisen vorzugsweise übereinstimmende Umrisse auf und sind an ihrem Ende mit einem Winkelausschnitt 23 versehen, der z.B. eine rechtwinklige Ecke definiert und an seinen Enden und in der Mitte gerundet ist. Der Winkelausschnitt 23 dient der Aufnahme des Polfadens 24. Der Polfaden 24 läuft z.B. über den Winkelausschnitt 23 des Vorlegeteils 6a, im Anschluss daran zwischen dem Vorlegeteil 6a und 6b hindurch zum Vorlegeteil 5a, der Nadelfontur 3, dort über den Winkelausschnitt 28 und dann zwischen den Vorlegeteilen 5a und 5b wieder zurück zur Nadelfontur 2 über den Winkelausschnitt 23 des Vorlegeteils 5b. Dieser Wechsel des Polfadens 24 zwischen den Nadelfonturen 2 und 3 geht aus den 5 und 6 nicht hervor. Er ist aber für die Verbindung der beiden Textilflächen 29, 30 unabdingbar. Die beiden Lamellen 21, 22 sind in geringem Abstand zueinander gehalten oder liegen unter geringer Vorspannung aneinander an. Die Nadeln 2a bis 2c können mit ihrem jeweiligen Haken 25 zwischen die beiden zu ein und demselben Vorlegeelement gehörigen Lamellen 21, 22 fahren, wie in 5 anhand der Nadeln 2a bis 2c veranschaulicht ist. Die Lamellen 21, 22 werden dabei etwas voneinander weg gespreizt. Die Nadel kann dann mit ihrem Haken den Polfaden 24 in Form einer Halbmasche übernehmen, wie in 5 anhand der Nadel 2c und des Hakens 25 veranschaulicht ist.

6 veranschaulicht das Stricksystem gemäß 7a anhand von zu dem Strickzylinder 8 gehörigen Nadeln 3a, 3b, 3c, 3d (und weiteren) sowie zugeordneter Vorlegeteile 5a, 5b, 5c usw. Vorzugsweise sind die Vorlegeteile 5a, 5b, 5c (und weitere) zu den Vorlegeteilen 6a, 6b, 6c identisch ausgebildet. Sie weisen wiederum jeweils zwei Lamellen 26, 27 auf, die aus Streifen federnden Stahls bestehen und ohne größere Vorspannung aneinander anliegen. Die Nadeln des Strickzylinders können zwischen diese Lamellen fahren, um den in dem endständigen Winkelausschnitt 28 liegenden Polfaden 24 zu übernehmen.

Die insoweit beschriebene Strickmaschine 1 arbeitet wie folgt:

Es wird auf die Ausführungsform nach den 1 bis 4 verwiesen, die im Wesentlichen der Konfiguration nach 8 entspricht, wobei die Beschreibung entsprechend auf Konfigurationen nach 7 oder 7a anzuwenden ist.

Die Nadeln 2a bis 2h und 3a bis 3h arbeiten jeweils, indem sie ausgetrieben und rückgezogen werden. Beim Austreiben lassen sie jeweils die vom Haken gehaltene Masche über die Zunge auf den Nadelschaft gleiten und fangen mit dem Haken einen Faden. Beim Rückzug gleitet die auf dem Nadelschaft sitzende Masche, an der das Gestrick hängt, zur Zunge, schließt diese und gleitet somit über den geschlossenen Haken ab. Dieser Vorgang wird Abschlagen genannt. Dabei zieht der geschlossene Haken den zuvor gefassten Faden durch die abgeschlagene Masche und bildet somit eine neue Masche. Dieser Vorgang findet sowohl mit den Nadeln der Nadelfontur 2 als auch mit den Nadeln der Nadelfontur 3 wiederholt statt, wodurch die jeweils an den Nadelfonturen 2, 3 hängend veranschaulichten Gestrickflächen 29, 30 gebildet werden. Nicht dargestellt ist jedoch, dass die Gestrickflächen 29, 30 durch Schenkel des Polfadens 24 miteinander verbunden sind. Wie dieser in das Gestrick eingebracht wird, veranschaulichen die 2 bis 4 ausgehend von 1, die zunächst illustriert wie der Polfaden 24 in den Winkelausschnitten 23, 28 der Vorlegeteile 5a bis 6c liegt. Die Vorlegeteile 5a bis 6c sind dabei im Winkel zueinander vorzugsweise so gehalten, dass sie mit ihren Winkelausschnitten 23, 28 auf einer gemeinsamen Linie stehen, die der Polfaden einnimmt.

Soll der Polfaden 24 nun einen sich zwischen den Gestrickflächen 29, 30 spannenden Schenkel oder Henkel bilden, werden, wie 2 zeigt, die Vorlegeteile 5a, 6a wie auch die Vorlegeteile 5b, 6b ausgetrieben, wodurch sich ihre Winkelausschnitte 23, 28 voneinander entfernen. Zugleich nähern sie sich einer Ebene, die von den beiden Nadelfonturen 2, 3, d.h. den Haken der Nadeln 2a bis 2h, 3a bis 3h festgelegt ist. Die 2 veranschaulicht die Vorlegeteile 5a, 6a in am weitesten vorgeschobener Position, in der sie einen Polfadenschenkel 31 aufspannen. Dieser wird an beiden Enden von den jeweils ausgetriebenen Nadeln 2a, 3a übernommen, die, wie 2 weiter zeigt, vorzugsweise um eine halbe Teilung gegeneinander versetzt angeordnet sind. Des Weiteren beginnen die Nadeln 2b, 3b sowie 2c, 3c mit ihrer Austriebsbewegung, wobei die auf ihnen hängenden Maschen die Zungen öffnen und über diese auf den Zungenschaft gleiten. Die Vorlegeteile 5b, 6b beginnen ebenfalls einen Polfadenschenkel aufzuspannen.

3 veranschaulicht den weiteren Fortschritt des Strickvorgangs. Zur Verbesserung der Übersichtlichkeit sind die Vorlegeteile 5a bis 5c, 6a bis 6c lediglich noch durch Pfeile angedeutet, wie ersichtlich, haben die Nadeln 2a, 3a außerdem zusätzlich Fäden 32, 33 zur Bildung der Maschen der Gestrickflächen 29, 30 aufgenommen und sind dabei, diese gemeinsam mit dem Polfaden 24 unter Abschlag der jeweiligen Halbmasche zu einer neuen Masche zu formen. Dieser Vorgang ist in 4 abgeschlossen, die die Nadeln 2a, 3a in rückgezogener Position veranschaulicht, wobei der Polfaden 24 sowie die Fäden 32 bzw. 33 in den Haken gehalten sind. Im weiteren Verlauf, wenn z.B. die Nadel 2a wieder ausgetrieben wird, gleitet der Polfaden 24 und der Faden 32 über die Innenkante der Zunge, die sich dann in Rücklage befindet, hinweg auf den Nadelschaft. Ist die Nadel 2a ausgetrieben, wird ein neuer Faden 32 zur Bildung der Textilfläche 29 in den Haken 25 eingelegt. Beim erneuten Rückzug der Nadel 2a wird nun mittels des Abschlagvorgangs aus dem Faden 32 der zunächst auf dem Nadelschaft liegt und eine Halbmasche bildet, eine neue Masche gebildet. Der Polfaden 24 wird auch abgeschlagen und dabei als Fanghenkel in die Gestrickfläche 29 eingebunden. Diese beschriebene Vorgehensweise gilt entsprechend auch für die Nadel 3a und weitere. Durch die Einbindung des Polfadens 24, als Fanghenkel, in die Gestrickflächen 29, 30 wird der Abstand dieser beiden Gestrickflächen 29, 30 festgelegt.

Wie ersichtlich erfolgt das Austreiben der Nadeln der beiden Nadelfonturen 2, 3 nach Art einer durchlaufenden Welle. Synchron dazu erfolgt die Spreizung der Vorlegeteile 5a bis 5c und 6a bis 6c voneinander ebenfalls in Form einer durchlaufenden Welle. In beiden Gestrickflächen 29, 30 ist der Polfaden 24 als Fanghenkel eingebunden, wobei die Maschen aus den Fäden 32 bzw. 33 gebildet sind. Der Polfaden 24 bildet zwischen den beiden Gestrickflächen 29, 30 hin und her laufende Polfadenschenkel. In dem vorgestellten Ausführungsbeispiel verbinden diese alle Maschen. Sollen weniger Polfadenschenkel vorgesehen werden werden die Vorlegeteile 5a bis 6c weniger oft ausgetrieben oder es werden weniger Vorlegeteile 5a bis 6c vorgesehen.

Bei dem bislang beschriebenen Ausführungsbeispiel ist davon ausgegangen worden, dass die Vorlegeteile 5a bis 5c eine erste Fontur und die Vorlegeteile 6a bis 6c eine zweite Fontur bilden, die im Ruhezustand auf einer gemeinsamen Linie liegen. Im Aktivierungs- oder Übergabezustand hingegen sind die Vorlegeteile 5a bis 6c jeweils so weit ausgetrieben, dass die zugeordneten Nadeln 2a bis 3h aus den Winkelausschnitten 23, 28 den Polfaden 24 übernehmen können. In der Übergabeposition überschneiden sich die freien Enden der Vorlegeteile 5a bis 6c mit den Haken der ausgetriebenen Nadeln.

Die 9 und 10 veranschaulichen eine abgewandelte Ausführungsform anhand einer Prinzipdarstellung, die auf der Grundkonfiguration einer Rundstrickmaschine mit zwei Strickzylindern beruht. In der Nadelfontur 2 sind zusätzlich die Vorlegeteile der Gruppe 6 untergebracht, wobei diese mit den Nadeln abwechselnd angeordnet sein können. Bei den Nadeln 2a bis 2d handelt es sich wiederum um Zungennadeln. Die Vorlegeteile 6a bis 6c sind als Lamellen ausgebildet, die an ihrem Ende mit einem Winkelausschnitt versehen sind. Ein Fadenführer 36 dient dazu, den Nadeln 2a bis 2d und Vorlegeteilen 6a bis 6c des einen Strickzylinders sowohl den Polfaden 24 als auch einen weiteren Faden 32 zuzuführen. Entsprechend sind auch in dem oberen Strickzylinder abwechselnd Nadeln 3b bis 3d (Zungennadeln) und Vorlegeteile 5b, 5c angeordnet. Auch den Strickwerkzeugen des oberen Strickzylinders wird Polfaden 24' und ein weiterer Faden 33 zugeführt.

Bei der Fadenführung werden die Nadeln so ausgetrieben, dass die jeweilige ausgetriebene Nadel sowohl den Polfaden 24 als auch den weiteren Faden 32 erfasst. Hingegen wird das Vorlegeelement 6a so ausgetrieben, dass es nur den Polfaden 24 erfasst. Dies ist in 9 unten links veranschaulicht. Entsprechend wird mit den Nadeln und Vorlegeteilen des oberen Strickzylinders verfahren. Die Vorlegeteile 6a bis 6c halten somit den Vorlegefaden in einer Zick-Zack-Linie oberhalb der rückgezogenen Nadeln 2b bis 2d. Entsprechendes gilt für den oberen Strickzylinder.

Die Nadeln der unteren Nadelfontur 2 bilden eine Gestrickfläche in Form eines Gestrickschlauchs. Ebenso bilden die Nadeln der oberen Nadelfontur 3 eine Gestrickfläche in Form eines Gestrickschlauchs, der koaxial zu dem erstgenannten Gestrickschlauch ist. Beide Gestrickschläuche sind untereinander durch Polfäden verbunden. Die Herstellung der Verbindung ist in 10 veranschaulicht. Das Vorlegeteil 5b wird soweit ausgetrieben, dass der von ihm getragene Polfaden 24' in den Fangbereich der gegenüber liegenden Nadel 2c gerät, die den Polfaden fängt und über diesem die zuvor getragene Masche bestehend aus Polfaden 24 und Faden 32 abschlägt.

Dieses Spiel wiederholt sich mit jedem Vorlegeteil.

Eine erfindungsgemäße Vorrichtung zur Herstellung eines Abstandsgestricks kann in Form einer Rundstrickmaschine mit zwei Strickzylindern oder mit Strickzylinder und Rippscheibe ausgebildet sein. Zwischen den beiden dadurch festgelegten Nadelfonturen ist eine Polfadenübergabeeinrichtung 4 angeordnet, die vorzugsweise zwei Gruppen 5, 6 von Vorlegeteilen aufweist, die jeweils aus einer Ruheposition heraus in eine Fadenfangposition bewegbar sind. Dabei bewegen sich die Vorlegeteile der einen Gruppe zu den Haken der Nadeln des ersten Nadelbetts und die Vorlegeteile der anderen Gruppe zu den Haken der Nadeln des anderen Nadelbetts. Auf diese Weise wird die Erzeugung von Abstandsgestricken auf Rundstrickmaschinen möglich, wobei Zungennadeln Anwendung finden können und der Nadelhub auf ein übliches Maß von weniger als 14 mm begrenzt wird. Das Abstandsgestrick kann eine Dicke von deutlich mehr als 14 mm aufweisen, d.h. eine Dicke, die den Nadelhub bei weitem übersteigt.

1
Strickmaschine
2, 3
Nadelfontur
2a, 2a, 2c, 2d, 2e, 2f, 2g, 2h
Nadeln
3a, 3b, 3c, 3d, 3e, 3f, 3g, 3h
Nadeln
4
Polfadenübergabeeinrichtung
5, 6
Gruppen
5a, 5b, 5c
Vorlegeteile
6a, 6b, 6c
Vorlegeteile
7, 8
Strickzylinder
9
Platinenring
10, 11
Füße
12, 13
Schlösser, Antriebseinrichtungen
14, 15
Führung
16, 17
Antriebseinrichtung
18
Rippscheibe
19, 20
Führung
21, 22
Lamellen
23
Winkelausschnitte
24, 24'
Polfaden
25
Haken
26, 27
Lamellen
28
Winkelausschnitt
29, 30
Gestrickflächen
31
Polfadenschenkel
32, 33
Fäden
34, 35
Maschen
36
Fadenführer


Anspruch[de]
Vorrichtung (1) zur Erzeugung eines Abstandsgestricks, das wenigstens eine erste Gestrickfläche (29) und wenigstens eine zweite Gestrickfläche (30) aufweist, zwischen denen sich ein die Gestrickflächen (29, 30) miteinander verbindender, diese aber auf Abstand haltender Polfaden (24) erstreckt,

mit einer ersten Gruppe von Nadeln (2a–h), die in einem ersten Nadelbett (7) längs verschiebbar gelagert und mit einer Antriebseinrichtung (12) zur kontrollierten Längsbewegung verbunden sind und die eine erste Nadelfontur (2) bilden,

mit einer zweiten Gruppe von Nadeln (3a–h), die in einem zweiten Nadelbett (8, 18) längs verschiebbar gelagert und mit einer Antriebseinrichtung (13) zur kontrollierten Längsbewegung verbunden sind und die eine zweite Nadelfontur (3) bilden,

mit einer Gruppe (5, 6) von Vorlegeteilen (5a6h), die beweglich gelagert und mit einer Antriebseinrichtung (16, 17) zur kontrollierten Bewegung verbunden sind, wobei die Vorlegeteile (5a6h) einen Funktionsabschnitt aufweisen, der zur Führung eines Polfadens (24) eingerichtet ist.
Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorlegeteile (5a6h) jeweils zwischen einer Passivstellung und einer Fadenübergabestellung bewegbar sind. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorlegeteile (5a6h) längs verschiebbar gelagert sind. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorlegeteile (5a6h) in einem gesonderten Bett (9) gelagert sind. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorlegeteile (5a6h) paarweise in einem Winkel zueinander orientiert sind. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das erste Nadelbett (7) ein Strickzylinder ist. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das zweite Nadelbett (8) ein Strickzylinder ist. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das zweite Nadelbett (18) eine Rippscheibe ist. Vorrichtung nach Anspruch 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorlegeteile (5a6h) in einem Platinenring (9) gelagert sind, der zu dem Strickzylinder (8) konzentrisch angeordnet ist. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Platinenring (9) eine Gruppe erster Führungen (14) für eine erste Gruppe (5) der Vorlegeteile (5a5c) und eine Gruppe zweiter Führungen (15) für eine zweite Gruppe (6) der Vorlegeteile (6a6c) aufweist. Vorrichtung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Führungen (14) der ersten Gruppe (5) und die Führungen (15) der zweiten Gruppe (6) in einem Winkel zueinander orientiert sind. Vorrichtung nach Anspruch 10 oder 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Führungen (14, 15) der beiden Gruppen jeweils so orientiert sind, dass sie zu Nadelkanälen desjenigen Nadelbettes (7, 8, 18) in einem Winkel kleiner 45° ausgerichtet sind, mit dessen Nadeln sie zusammenwirken. Vorrichtung nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Führungen (14, 15) der beiden Gruppen (5, 6) jeweils so orientiert sind, dass sie zu Nadelkanälen desjenigen Nadelbettes (7, 8, 18) parallel ausgerichtet sind, mit dessen Nadeln sie zusammenwirken. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorlegeteile (5a6c) in dem ersten und in dem zweiten Nadelbett (7, 8) angeordnet sind. Vorrichtung nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorlegeteile (5a6c) zur Übergabe des Polfadens (24) an die Nadeln (2a3h) der gegenüberliegenden Fontur (2, 3) weiter ausgetrieben werden als die Nadeln (2a3h). Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorlegeteile (5a6c) jeweils zwei federnde einander ihre Flachseiten zukehrende Lamellen (21, 22) aufweisen. Vorrichtung nach Anspruch 16, dadurch gekennzeichnet, dass die Lamellen (21, 22) zwischen einander einen Nadeleinstechraum festlegen. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorlegeteile (5a6c) an ihrem Ende einen Winkelausschnitt (23, 28) aufweisen, der zur Fadenaufnahme dient. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Nadeln (2a3h) Zungennadeln sind. Verfahren zur Erzeugung eines Abstandsgestricks, das wenigstens eine erste Gestrickfläche (29) und wenigstens eine zweite Gestrickfläche (30) aufweist, zwischen denen sich ein die Gestrickflächen (29, 30) miteinander verbindender, diese aber auf Abstand haltender Polfaden (24) erstreckt, mittels wenigstens zweier im Abstand zueinander angeordneter Nadelfonturen (2, 3) und mittels einer Übergabeelementefontur, mit der der Polfaden (24) zwischen beiden Gestrickflächen (29, 30) hin und her geführt wird, während die Gestrickflächen (29, 30) in einem Strickvorgang erzeugt werden, wobei der Polfaden (24) in die Gestrickflächen (29, 30) abwechselnd eingebunden wird.






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