PatentDe  


Dokumentenidentifikation DE102006007518A1 23.08.2007
Titel Abschirmgewebe
Anmelder Haver & Boecker OHG, 59302 Oelde, DE
Erfinder Haver, Walter, 59302 Oelde, DE;
Meyer, Frank, 49196 Bad Laer, DE;
Butenkemper, Stefan, 48324 Sendenhorst, DE
Vertreter Schütte, H., Dipl.-Ing. Dr.-Ing., Pat.-Anw., 59302 Oelde
DE-Anmeldedatum 16.02.2006
DE-Aktenzeichen 102006007518
Offenlegungstag 23.08.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 23.08.2007
IPC-Hauptklasse D03D 15/02(2006.01)A, F, I, 20060216, B, H, DE
IPC-Nebenklasse D03D 15/00(2006.01)A, L, I, 20060216, B, H, DE   D03D 1/00(2006.01)A, L, I, 20060216, B, H, DE   H05K 9/00(2006.01)A, L, I, 20060216, B, H, DE   
Zusammenfassung Abschirmgewebe mit einem aus Fäden über einer ausgedehnten Gewebefläche durchgängig gewebten Drahtgewebe, wobei die Fäden Kett- und quer dazu verlaufende Schussfäden umfassen und die Kett- und Schussfäden über wenigstens eine Bindungsart miteinander verbunden sind, wobei ein Teil der Fäden wenigstens teilweise aus einem Nichtmetall besteht, um die Drapierbarkeit des Drahtgewebes zu erhöhen.

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung betrifft ein Abschirmgewebe, welches zum großflächigen Einsatz in bzw. an faserverstärkten Bauteilen und Einrichtungen geeignet ist, um elektromagnetische Strahlung abzuschirmen. Die Erfindung betrifft weiterhin eine mit einem Abschirmgewebe versehene Wandung bzw. ein damit ausgerüstetes Bauteil.

Es sind als Drahtgewebe ausgeführte Abschirmgewebe im Stand der Technik bekannt geworden, wobei zwischen zwei Lagen eines Verbundwerkstoffes ein Laminat mit einem Drahtgewebe eingebracht wird, um eine Abschirmung von elektromagnetischer Strahlung zu bewirken. Dabei wird das Laminat zunächst aus dem Drahtgewebe und mehreren unterschiedlichen Schichten angefertigt, bevor es zur Herstellung des Bauteils zwischen die zwei faserverstärkten Schichten eingebracht wird, die dann später von beiden Seiten des fertigen Bauteils aus sichtbar sind.

Eine so hergestellte Abschirmwandung bzw. ein so hergestelltes Bauteil kann auch hohe Anforderungen hinsichtlich der Stabilität und der elektrischen Abschirmwirkung erfüllen. Bei einfachen ebenen Flächen genügt es auch den optischen Ansprüchen an solche Bauteile. Nachteilig ist aber, dass sich konventionelles Drahtgewebe insbesondere an dreidimensional gebogenen Flächen und Vorsprüngen oft nur unbefriedigend an die dreidimensionale Oberflächenstruktur anpasst, da die Drapierbarkeit des Drahtgewebes nicht ausreichend ist. Es können Falten im Drahtgewebe entstehen, die oftmals später auf der fertigen Oberfläche des Faserverbundwerkstoffs sichtbar bleiben. Das kann dazu führen, dass solche Bauteile für die Verwendung an sichtbaren Stellen im Flugzeug- oder Fahrzeugbau ungeeignet sind.

Es ist deshalb die Aufgabe der Erfindung, ein weiteres Abschirmgewebe zur Verfügung zu stellen, welches eine bessere Drapierbarkeit des Drahtgewebes erlaubt. Ein weiterer Aspekt ist es, eine mit einem Abschirmgewebe ausgerüstete Wandung zur Verfügung zu stellen, bei dem ein Faltenwurf des Drahtgewebes des Abschirmgewebes reduziert ist.

Die Aufgabe wird erfindungsgemäß durch ein Abschirmgewebe mit den Merkmalen des Anspruchs 1 und durch eine Wandung mit den Merkmalen des Anspruchs 21 gelöst. Bevorzugte Weiterbildungen und Ausgestaltungen sind Gegenstand der Unteransprüche.

Das erfindungsgemäße Abschirmgewebe weist ein aus Fäden über einer ausgedehnten Gewebefläche durchgängig gewebtes Drahtgewebe auf. Die Fäden des Drahtgewebes umfassen Kettfäden und quer dazu verlaufende Schussfäden. Die Kett- und die Schussfäden sind über wenigstens eine Bindungsart miteinander verbunden. Ein Teil der Fäden besteht wenigstens teilweise aus einem Nichtmetall, um die Drapierbarkeit des Drahtgewebes zu erhöhen.

Die Erfindung hat viele Vorteile. Überraschend hat sich heraus gestellt, dass Fäden aus Nichtmetall zwischen Fäden aus Metall eine erhebliche Flexibilisierung des Abschirmgewebes mit sich bringen.

Dabei besteht das Nichtmetall vorzugsweise aus einem Stoff, der sich gut mit einer Grundplatte verbinden lässt, auf der das Drahtgewebe später angebracht werden soll. Die elektromagnetische Strahlung wird zuverlässig durch die metallischen Fäden abgeschirmt und durch das Drahtgewebe abgeleitet. Die nichtmetallischen Fäden erhöhen die Verformbarkeit und die Anpassbarkeit an dreidimensionale Formen erheblich, so dass eine flexible und faltenfreie Herstellung von abschirmenden Bauteilen möglich ist.

Die erhöhte Drapierbarkeit bewirkt, dass das Aufbringen des Abschirmgewebes auf gekrümmte Oberflächen leichter ist und gleichzeitig die Qualität der Oberfläche gesteigert werden kann, da ein Faltenwurf in vielen Fällen vermieden wird, während andererseits eine genügende Abschirmwirkung erzielt wird.

In einer bevorzugten Weiterbildung weist das Drahtgewebe eine Bindungsart auf, welche eine gegenüber einer Leinenbindung erhöhte Drapierbarkeit aufweist. Insbesondere ist wenigstens ein flächiger Bereich des Drahtgewebes mit einer Bindungsart versehen, der eine erhöhte Drapierbarkeit und/oder Verformbarkeit erlaubt. Das ist sehr vorteilhaft, da so eine besonders hohe Anpassung des Abschirmgewebes an eine gekrümmte Oberfläche erzielt wird.

In bevorzugten Weiterbildungen beruht die Bindungsart auf einer Atlas- und/oder einer Köperbindung. Insbesondere eine Atlasbindung und davon abgeleitete Bindungen führen zu einer deutlich erhöhten Drapierbarkeit gegenüber einem mit einer Leinenbindung gewebtem Abschirmgewebe mit ansonsten vergleichbaren Gewebewerten.

Besonders bevorzugt sind Weiterbildungen der Erfindung, bei denen eine Waffelbindung eingesetzt wird bzw. bei denen eine auf einer Waffelbindung beruhende Bindungsart eingesetzt wird. Eine Waffelbindung weist ein honigwabenartiges Relief und durch die hohen Flottungen der Fäden bedingt eine gute Drapierbarkeit auf. Ähnliches gilt auch für eine Spitzköperbindung, die ebenfalls hohe Flottungen und eine gute Drapierbarkeit aufweist.

In bevorzugten Weiterbildungen besteht wenigstens ein Teil der Kett- und der Schussfäden wenigstens teilweise aus einem Nichtmetall, insbesondere bestehen einige Fäden vollständig oder doch im Wesentlichen vollständig aus einem Nichtmetall.

Die Fäden aus Nichtmetall dienen zur Fixierung der anderen Fäden und erlauben im späteren Weiterverarbeitungsprozess eine hohe Bindung zwischen Grundplatte und Drahtgewebe, die auch auf der Durchdringung der Materialien beruht. In allen Fällen kann ein Nichtmetall eingesetzt werden oder es können auch mehrere unterschiedliche Nichtmetalle verwendet werden.

Ein erheblicher Nachteil bei den im Stand der Technik verwendeten Laminaten ist der hohe Arbeitsaufwand bei der Herstellung und Verbindung der einzelnen Schichten des Laminats und der Wandung bzw. des Bauteils. Das liegt daran, dass die Drahtgewebeschicht und die weiteren mehreren unterschiedlichen Schichten einzelnen separat hergestellt und anschließend aufwändig miteinander verbunden werden müssen. Das erfordert einen erheblichen Personal- bzw. Maschinen- und Zeitaufwand.

Mit dem erfindungsgemäßen Abschirmgewebe wird das Abschirmgewebe hingegen direkt in einem Schritt hergestellt. Es ist nach dem Weben des Drahtgewebes direkt eine Weiterverarbeitung möglich. Eine separate Behandlung und ein zusätzlicher Verbindungsschritt ist nicht nötig. Das bietet ganz erhebliche Vorteile gegenüber dem bisherigen Stand der Technik. Die Anmelderin weist deshalb darauf hin, dass erfindungsgemäß auch bei durchschnittlicher Drapierbarkeit des Drahtgewebes erhebliche Vorteile erzielt werden.

In allen Ausgestaltungen ist es bevorzugt, dass wenigstens einige Fäden wenigstens teilweise aus einem Kunststoff bestehen. Insbesondere bestehen wenigstens einige der Fäden vollständig oder doch im Wesentlichen vollständig aus einem Kunststoff. Vorzugsweise werden thermoplastische Kunststoffe, wie z.B. Polyester, Polyethylen oder Polyamide eingesetzt. Solche thermoplastischen Werkstoffe können bei hohen Temperaturen geschmolzen werden, um eine feste Verbindung mit den Grundplatten bzw. Grundschichten zu ermöglichen. Geeignete Temperaturen hängen vom verwendeten Werkstoff ab und liegen z.B. bei Polyamid bei ca. 215°C und bei Polyethylen bei etwa 100–150°C.

Die Nichtmetallfäden erhöhen die Fixierbarkeit der Kreuzungspunkte erheblich. Insbesondere Kunststofffäden tragen so einen bedeutenden Beitrag zur Stabilität bei.

In bevorzugten Ausgestaltungen können einige Fäden auch einen faserverstärkten Kern und einen Mantel aus einem thermoplastischen Werkstoff aufweisen.

Grundsätzlich weist das Drahtgewebe immer auch metallische Fäden auf, da die abschirmende Wirkung durch die elektrische Leitfähigkeit der Metallfäden gewährleistet wird. In bevorzugten Weiterbildungen weisen einige Fäden einen metallischen Kern und einen Mantel aus einem Nichtmetall auf.

Vorzugsweise sind die Kettfäden und die Schussfäden elektrisch leitend verbunden. Das ist in der Regel ein wesentlicher Punkt eines Abschirmgewebes, da elektromagnetische Strahlung entsprechender Frequenz nur dann zuverlässig abgehalten wird, wenn der Abstand der Kontaktpunkte zwischen den einzelnen Fäden nicht zu groß ist.

Grundsätzlich können einige Fäden auch aus einem Metallkern und einem Kunststoffmantel bestehen.

In bevorzugten Weiterbildungen sind in periodischen Abständen Fäden aus einem Nichtmetall vorgesehen. Z.B. kann in Kett- und in Schussrichtung jeder zweite oder jede dritte oder jeder vierte Kett- und/oder Schussfaden aus Kunststoff bestehen. Vorzugsweise besteht jeder zweite Faden aus einem Kunststoff. Möglich sind auch periodische Muster. So können in einem größeren Muster z.B. zunächst zwei Kunststofffäden vorgesehen sein, an die sich zwei Metallfäden anschließen u.s.w. In anderen Ausgestaltungen können auch kompliziertere Muster vorgesehen sein, z.B. zunächst zwei Kunststofffäden, dann einer aus Metall, danach einer aus Kunststoff und schließlich zwei aus Metall, worauf sich die Reihenfolge wiederholt.

In allen Ausgestaltungen ist das Drahtgewebe insbesondere bereichsweise homogen.

Es sind auch Ausgestaltungen möglich und bevorzugt, bei denen mehrere Bereiche oder Abschnitte jeweils homogen vorgesehen sind. Das kann z.B. über bereichsweise unterschiedliche Bindungsarten über der Fläche realisiert sein. Eine mögliche Anwendung ist z.B. die spezifisch zugeschnittene Herstellung von Abschirmgeweben, bei denen der abzuschirmende Körper eine größere ebene Fläche und sich daran anschließende stärkere Wölbungen aufweist. Für die unterschiedlichen Flächesegmente kann das Gewebe dann entsprechend angepasst hergestellt werden.

Um Faltenbildungen zu vermeiden, kann in gekrümmten bzw. gewölbten Bereichen die Bindungsart des Gewebes unterstützend angepasst werden, indem dort eine Bindungsart gewählt wird, die eine größere Drapierbarkeit erlaubt, während auf ebenen Flächen eine Bindungsart mit geringerer Drapierbarkeit gewählt wird. Bevorzugt wird in gewölbten Bereichen eine Waffelbindung oder dergleichen verwendet, während für ebene Flächen auch eine Leinenbindung möglich ist. Dadurch wird ein Faltenwurf zuverlässig vermieden.

Grundsätzlich hängen die Maschenweite des Gewebes, sowie die verwendeten Drahtdurchmesser der Metallfäden und der Nichtmetallfäden von dem Anwendungsfall ab und können dementsprechend unterschiedlich sein.

Möglich sind in einzelnen Ausgestaltungen Maschenweiten von bis zu 10 oder 15 mm bei Drahtdurchmessern von bis zu 1 oder 2 mm.

In bevorzugten Ausgestaltungen und Weiterbildungen ist der typische Durchmesser der eingesetzten Kunst- und/oder Naturstofffäden kleiner 500 &mgr;m, insbesondere kleiner 250 &mgr;m und vorzugsweise kleiner als 150 &mgr;m.

Der typische Durchmesser der eingesetzten Metallfäden ist insbesondere kleiner 500 &mgr;m, vorzugsweise kleiner 150 &mgr;m und besonders bevorzugt kleiner 100 &mgr;m.

In bevorzugten Ausgestaltungen ist die Maschenweite des Gewebes kleiner 500 &mgr;m, insbesondere kleiner 200 &mgr;m und vorzugsweise kleiner oder gleich 150 &mgr;m.

In besonders bevorzugten Ausgestaltungen liegt die Maschenweite bei etwa 150 &mgr;m und der Durchmesser der Metallfäden bei etwa 30 bis 50 &mgr;m. Vorzugsweise ist die Anzahl der Maschen pro Zoll Länge kleiner 200 und/oder größer 50.

Alle zuvor angegebenen Zahlenwerte sind als Richtwerte anzusehen, so dass Abweichungen nach oben und unten möglich sind, insbesondere um 20%.

In bevorzugten Ausgestaltungen und Weiterbildungen können zusätzliche Fäden aus Kunststoff vorgesehen sein, die dann benachbart zu Metallfäden in Kett- und/oder Schussrichtung angeordnet sind. Insbesondere liegen die zusätzlichen Fäden dicht an Metallfäden an.

Vorzugsweise bestehen wenigstens einige Fäden oder Metallfäden des Drahtgewebes wenigstens teilweise aus einem Material, welches einer Gruppe von Materialien entnommen ist, die Zinnbronze, Stahl, Edelstahl, Messing, Kupfer, Titan, Gold, Silber und Aluminium und dergleichen mehr umfasst. Insbesondere ist auch der Einsatz von Metalllegierungen oder von Metallgemischen möglich.

In bevorzugten Ausgestaltungen bestehen wenigstens einige Fäden aus einem Multifilament, welches insbesondere wenigstens teilweise homogene Drähte, Zwirn, Metallfasergarn, Seile und/oder Litzen umfasst.

Die Erfindung ist auch auf eine Wandung oder ein Bauteil ausgerichtet, welches wenigstens eine faserverstärkte Außenschicht umfasst, das ein Abschirmgewebe aufweist, wie es zuvor beschrieben wurde.

Der Einsatz der Erfindung kann an allen möglichen Vorrichtungen erfolgen. Bevorzugt ist die Verwendung an Bauteilen von Kraftfahrzeugen, wie z.B. an bzw. in Motorhauben, Türen, Dächern, Kotflügeln. Ebenso kann das Abschirmgewebe an Windrädern als Blitzschutz eingesetzt werden. Die Verwendung kann auch im Flugzeugbau erfolgen, bei dem Rumpfbauteile oder die Tragflächen mit einem Abschirmgewebe versehen werden. Insbesondere erfolgt der Einsatz bei Bauteilen aus faserverstärkten Kunststoffen, um dort die Funktion des Shieldings zu bewirken.

Weitere Merkmale, Eigenschaften und Vorteile der vorliegenden Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung der Ausführungsbeispiele unter Bezugnahme auf die beiliegenden Zeichnungen.

Darin zeigt:

1 eine stark schematische Aufsicht auf ein Abschirmgewebe mit einer Atlasbindung;

2 eine stark schematische Aufsicht auf ein Abschirmgewebe mit einer Köperbindung; und

3 eine stark schematische Aufsicht auf ein weiteres Abschirmgewebe mit einer Köperbindung.

Mit Bezug auf die beiliegende 1 wird nun ein erstes Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen Abschirmgewebes 1 beschrieben.

Das in 1 stark schematisch dargestellte erfindungsgemäße Abschirmgewebe 1 umfasst in Gewebelängsrichtung Kettfäden 11 bis 18 und quer dazu Schussfäden 21 bis 28. Der Übersichtlichkeit halber sind in den Figuren nur einige wenige Kett- und Schussdrähte eingezeichnet.

Die Bindungsart des Drahtgewebes ist hier eine Atlas-1/4-Bindung, d. h. hier, dass ein Schussfaden 21 unterhalb des Kettfadens 13, dann oberhalb von vier Kettfäden 14 bis 17, danach unterhalb des folgenden Kettfadens 18 und dann wieder oberhalb vier weiterer Kettfäden (nicht dargestellt) verläuft. So liegt ein regelmäßiges Muster vor, welches sich hier nach jeweils fünf Kettfäden wiederholt. Genauso ist z.B. auch eine Atlas-1/3-Bindung möglich, bei der eine sich das Muster nach vier Fäden wiederholt. Auch andere größere oder kleinere Rapports sind möglich.

Der Verlauf des nächsten Schussfadens 22 ist um zwei Kettfäden versetzt angeordnet, so dass der Schussfaden 22 unterhalb des Kettfadens 11, dann oberhalb der vier folgenden Kettfäden 12 bis 15, wieder unterhalb des Kettfadens 16 und danach wieder oberhalb der vier folgenden Kettfäden 17 etc. verläuft.

Der Verlauf des dritten Schussfadens 23 ist wiederum um zwei Kettfäden versetzt angeordnet, so dass der Schussfaden 23 oberhalb der Kettfäden 11 bis 13, unterhalb des Kettfadens 14 und wieder oberhalb der Kettfäden 15 bis 18 verläuft.

Dementsprechend verläuft der vierte Schussfaden 24 unterhalb der in Figur sichtbaren Kettfäden 12 und 17 und oberhalb der Kettfäden 11, sowie 13 bis 16 und 18 und der fünfte Schussfaden 25 verläuft oberhalb der Kettfäden 11 bis 14 und 16 bis 18 und unterhalb des Kettfadens 15.

Der sechste Schussfaden 26 weist einen Verlauf wie der erste Schussfaden 21 auf, da sich bei der hier gezeigten Atlas 1/4-Bindung das Muster nach fünf Kett- bzw. Schussfäden wiederholt. Ebenso entspricht der Verlauf des Schussfadens 27 dem des Schussfadens 22 und die Verläufe der Schussfäden 28 und 23 stimmen ebenfalls überein.

Die hier als Bindungsart gewählte Atlasbindung erlaubt eine weitgehende Drapierbarkeit des Drahtgewebes 2, so dass das Drahtgewebe 2 gut an gekrümmte Flächen angepasst werden kann, ohne dass ein störender Faltenwurf entsteht. So kann ein hochwirksames Abschirmgewebe in eine gekrümmte Oberfläche aus einem Faserverbundwerkstoff integriert werden, wobei eine optisch ansprechende Oberfläche erzielbar ist.

Die einzelnen Fäden des Drahtgewebes 2 bestehen hier abwechselnd aus Metall und aus einem thermoplastischem Kunststoff, wie z.B. Polyester oder Polyamid. Hier bestehen die Kettfäden 11, 13, 15 und 17 aus Metall und sind in 1 unschraffiert dargestellt, während die dazwischen liegenden Kettdrähte 12, 14 und 16, sowie der Draht 18 aus Kunststoff bestehen. Die Kunststofffäden sind in der Darstellung nach 1 schraffiert dargestellt, wobei die Schraffur jeweils senkrecht zur Längsachse der jeweiligen Fäden ausgerichtet ist.

Die Schussfäden 21, 23, 25 und 27 sind hier im Ausführungsbeispiel ebenfalls als Metalldrähte ausgeführt und hier schraffiert eingezeichnet, wobei die Schraffurlinien um 45° zur Längsrichtung der jeweiligen Fäden ausgerichtet sind. Auch bei den Schussfäden wechseln sich hier Metall- und Kunststofffäden miteinander ab, so dass die Schussfäden 22, 24, 26 und 28 als Kunststofffäden ausgeführt sind.

Die abwechselnde Anordnung von Metallfäden und Kunststofffäden erhöht die Stabilität des Gewebes und führt außerdem zu einer erheblich verbesserten Drapierbarkeit des Gewebes, wobei gleichzeitig eine ausreichende Abschirmwirkung gewährleistet wird. Die Kunststofffäden bewirken eine zusätzliche Fixierung des Gewebes.

Der Durchmesser 7 der verwendeten Metallfäden betragen hier im Ausführungsbeispiel je nach Anwendungsfall etwa zwischen 30 und 70 &mgr;m, typischerweise 50 &mgr;m. Der Durchmesser 6 der eingesetzten Kunststofffäden liegt typischerweise zwischen etwa 50 und 200 &mgr;m, typisch bei ungefähr 80 bis 150 &mgr;m. Die Maschenweite 5 zwischen den Metall- und Kunststofffäden hängt vom Einsatzweck ab und kann z.B. zwischen 30 &mgr;m und 150 &mgr;m liegen. Die Maschenweite zwischen zwei Metallfäden kann zwischen 50 und 200 &mgr;m betragen, typisch etwa 140 oder 150 &mgr;m. Die genaue Maschenweite hängt von der geforderten Abschirmwirkung und dem abzuschirmendem Frequenzbereich ab.

Vorzugsweise sind die Metallfäden aus Zinnbronze, gegebenenfalls auch aus Stahl oder Edelstahl. Es kann auch Kupfer eingesetzt werden.

Das erfindungsgemäße Abschirmgewebe 1 bietet erhebliche Vorteile gegenüber dem Stand der Technik, da eine schnellere und kostengünstigere Fertigung von Wandungen oder Bauteilen aus Faserverbundwerkstoffen möglich ist, bei denen ein Drahtgewebe 2 zur Abschirmung elektromagnetischer Strahlung eingesetzt wird.

Die erfindungsgemäße Verwendung von Fäden aus einem Kunststoffmaterial wie Polyester oder Polyamid erlaubt die Herstellung hochdrapierbarer Drahtgewebe, die sich gut an gekrümmte Oberflächen anpassen bzw. darin integrieren lassen.

In 2 ist ein zweites Ausführungsbeispiel eines Abschirmgewebes 1 stark schematisch in einer Aufsicht dargestellt. Auch hier besteht nur jeder zweite Kettfaden 31, 33, 35 und 37 und jeder zweite Schussfaden 41, 43, 45 und 47 aus Metall, während die dazwischen liegenden Kettfäden 32, 34, 36 und 38, sowie die Schussfäden 42, 44 und 46 aus einem thermoplastischen Kunststoff bestehen.

Im Unterschied zum Ausführungsbeispiel nach 1 weist das Gewebe 2 im Ausführungsbeispiel nach 2 als Bindungsart eine Köperbindung auf. Auch die Köperbindung erlaubt eine vernünftige Drapierbarkeit des Drahtgewebes. In anderen Ausgestaltungen kann insbesondere auch ein Waffelbindung vorgesehen sein, die eine besonders gute Drapierbarkeit erlaubt.

Bei der in 3 stark schematisch dargestellten Aufsicht auf ein Drahtgewebe 2 liegt wiederum als Bindungsart die Köperbindung vor, wie sie auch bei dem Drahtgewebe nach 2 vorliegt. Im Unterschied zu den anderen Ausführungsbeispielen ist hier aber nur jeder dritte Kettdraht aus einem Kunststoff, so dass die Kettdrähte 51 und 52, 54 und 55 und 57 und 58 aus Metall sind, während die Kettfäden 53 und 56 aus einem Kunststoff bestehen. Hier im Ausführungsbeispiel ist jeder zweite Schussdraht 42, 44 und 46 aus Kunststoff, während die Schussdrähte 41, 43 und 45 aus Metall sind.

In anderen Ausgestaltungen ist es bevorzugt, dass nur in Kett- oder nur in Schussrichtung Kunststoffdrähte vorgesehen sind.

In anderen bevorzugten Ausgestaltungen sind in einem regelmäßigen Drahtgewebe aus Metallfäden einige zusätzliche Kett- und/oder Schussfäden aus Kunststoff vorgesehen, die dann zwischen einzelnen Kett- und/oder Schussfäden aus Metall angeordnet sind. Beispielsweise können die zusätzlichen Kunststofffäden zur Fixierung einzelner Kettdrähte (oder Schussdrähte) eingesetzt werden. Solche zusätzlichen Fäden (Kett- und/oder Schussfäden) aus Kunststoff können dicht an einzelnen Metallfäden anliegen. Dann entspricht der Abstand zwischen den Metallfäden der Maschenweite des Metallgitters, während der Abstand zwischen den Kunststofffäden und den benachbarten Metallfäden nahezu Null oder gleich Null sein kann.

In allen Ausgestaltungen können die Kunststofffäden nicht nur aus einem thermoplastischem Werkstoff bestehen, sondern können einen Kern aus einer Karbonfaser oder dergleichen enthalten, um die herum ein Mantel aus einem thermoplastischem Werkstoff vorgesehen ist.

Die erfindungsgemäße Wandung bzw. das erfindungsgemäße Bauteil umfasst insbesondere einen flächige Abschnitt aus einem Faserverbundwerkstoff, in den ein Abschirmgewebe integriert ist, um elektromagnetische Strahlung abzuhalten.


Anspruch[de]
Abschirmgewebe (1) mit einem aus Fäden (1118, 2128) über einer ausgedehnten Gewebefläche durchgängig gewebten Drahtgewebe (2), wobei die Fäden Kett- (1118) und quer dazu verlaufende Schussfäden (2128) umfassen und die Kett- und die Schussfäden über wenigstens eine Bindungsart miteinander verbunden sind, dadurch gekennzeichnet, dass ein Teil der Fäden 12, 14, 16, 18, 22, 24, 26, 28) wenigstens teilweise aus einem Nichtmetall besteht, um die Drapierbarkeit des Drahtgewebes (2) zu erhöhen. Abschirmgewebe (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Drahtgewebe (2) eine Bindungsart aufweist, welche eine gegenüber einer Leinenbindung erhöhten Drapierbarkeit aufweist. Abschirmgewebe (1) nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Bindungsart auf einer Atlasbindung (3) und/oder Köperbindung (4) beruht. Abschirmgewebe (1) nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Bindungsart auf einer Waffelbindung beruht. Abschirmgewebe (1) nach mindestens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass ein Teil der Kett- und der Schussfäden wenigstens teilweise aus einem Nichtmetall besteht. Abschirmgewebe (1) nach mindestens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass einige Fäden (12, 14, 16, 18, 22, 24, 26, 28) im wesentlichen vollständig aus einem Nichtmetall bestehen. Abschirmgewebe (1) nach mindestens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass einige Fäden (12, 14, 16, 18, 22, 24, 26, 28) wenigstens teilweise aus einem Kunststoff bestehen. Abschirmgewebe (1) nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass einige Fäden einen faserverstärkten Kern und einen Mantel aus einem thermoplastischen Werkstoff aufweisen. Abschirmgewebe (1) nach mindestens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass ein Teil der Fäden einen metallischen Kern und einen Mantel aus einem Nichtmetall aufweist. Abschirmgewebe (1) nach mindestens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass in periodischen Abständen Fäden aus einem Nichtmetall vorgesehen sind. Abschirmgewebe (1) nach mindestens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das die Kettfäden (11, 13, 15, 17) und die Schussfäden (21, 23, 25, 27) elektrisch leitend verbunden sind. Abschirmgewebe (1) nach mindestens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Drahtgewebe (2) bereichsweise homogen ist. Abschirmgewebe (1) nach mindestens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Durchmesser (6) von Kunst- und/oder Naturstofffäden (26) kleiner 500 &mgr;m, insbesondere kleiner 250 &mgr;m, vorzugsweise kleiner 150 &mgr;m ist. Abschirmgewebe nach mindestens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Durchmesser (7) von Metallfäden (25) kleiner 500 &mgr;m, insbesondere kleiner 150 &mgr;m, vorzugsweise kleiner 100 &mgr;m ist. Abschirmgewebe (1) nach mindestens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass eine Maschenweite (5) kleiner 500 &mgr;m und insbesondere kleiner 200 &mgr;m und vorzugsweise kleiner 150 &mgr;m ist. Abschirmgewebe (1) nach Anspruch 14 und 15, dadurch gekennzeichnet, dass die Maschenweite (5) bei etwa 150 &mgr;m und der Durchmesser (7) der Metallfäden (25) bei etwa 50 &mgr;m liegt. Abschirmgewebe (1) nach mindestens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass eine Anzahl der Maschen pro Zoll Länge kleiner 200 und/oder größer 50 ist. Abschirmgewebe (1) nach mindestens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zusätzliche Fäden aus Kunststoff vorgesehen sind, die benachbart zu Metallfäden angeordnet sind und insbesondere dicht an Metallfäden anliegen. Abschirmgewebe nach mindestens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens einige Fäden wenigstens teilweise aus einem Material bestehen, welches einer Gruppe von Materialien entnommen ist, die Zinnbronze, Stahl, Edelstahl, Messing, Kupfer, Titan, Gold, Silber und Aluminium umfasst. Abschirmgewebe nach dem vorhergehenden Anspruch, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens einige Fäden aus einem Multifilament bestehen, welches insbesondere wenigstens teilweise homogene Drähte, Zwirn, Metallfasergarn, Seile und/oder Litzen umfasst. Wandung, umfassend wenigstens eine faserverstärkte Außenschicht und ein Abschirmgewebe (1) nach wenigstens einem dem vorhergehenden Ansprüche.






IPC
A Täglicher Lebensbedarf
B Arbeitsverfahren; Transportieren
C Chemie; Hüttenwesen
D Textilien; Papier
E Bauwesen; Erdbohren; Bergbau
F Maschinenbau; Beleuchtung; Heizung; Waffen; Sprengen
G Physik
H Elektrotechnik

Anmelder
Datum

Patentrecherche

Patent Zeichnungen (PDF)

Copyright © 2008 Patent-De Alle Rechte vorbehalten. eMail: info@patent-de.com