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Dokumentenidentifikation DE102006014345B3 23.08.2007
Titel Sichtprüfgerät und Verfahren zu dessen Konfiguration
Anmelder Siemens AG, 80333 München, DE
Erfinder Scheibner, Dirk, Dr., 09126 Chemnitz, DE;
Scholz, Norbert, 91056 Erlangen, DE
DE-Anmeldedatum 28.03.2006
DE-Aktenzeichen 102006014345
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 23.08.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 23.08.2007
IPC-Hauptklasse G01N 21/88(2006.01)A, F, I, 20060328, B, H, DE
IPC-Nebenklasse G01B 11/00(2006.01)A, L, I, 20060328, B, H, DE   G06K 9/03(2006.01)A, L, I, 20060328, B, H, DE   
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft ein Sichtprüfgerät (1) zur automatisierten Sichtprüfung von Objekten sowie ein Verfahren zu dessen Konfiguration. Um eine anwenderfreundliche Konfiguration des Sichtprüfgerätes für eine durchzuführende Prüfaufgabe zu ermöglichen, umfasst das Sichtprüfgerät (1):
- einen bildgebenden Sensor (2) zur Erzeugung eines Abbildes eines zu prüfenden Objektes (3) oder eines Teilbereiches des Objektes (3),
- eine Auswerteeinheit (4) zur Auswertung des Abbildes mit Mitteln der Bildverarbeitung und
- eine Projektionseinheit (5) zur Projektion einer durch einen Anwender bestimmbaren Markierung eines zumindest teilweise im Erfassungsbereich des Sensors (2) befindlichen Bereiches eines Referenzobjektes,
wobei die Auswerteeinheit (4) zur Definition von bei der Auswertung des Abbildes zu berücksichtigenden Prüfkriterien durch Auswerten des vom Sensor (2) erfassten markierten Bereiches des Referenzobjektes vorgesehen ist.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Sichtprüfgerät zur automatisierten Sichtprüfung von Objekten sowie ein Verfahren zur Konfiguration eines Sichtprüfgerätes für eine automatisierte Sichtprüfung.

Die Erfindung kommt beispielsweise im Bereich der industriellen Bildverarbeitung zum Einsatz. Beispielsweise kann mit Hilfe der Erfindung ein Sichtprüfgerät für eine automatisierte Qualitätskontrolle von insbesondere industriell gefertigten Werkstücken eingerichtet werden. Darüber hinaus ist ein Einsatz der Erfindung zur automatischen Objekterkennung denkbar. Eine solche automatische Objekterkennung wird beispielsweise bei voll automatisierten Fertigungsprozessen benötigt, bei denen z.B. bestimmte Objekte von einem Roboter von einem Förderband genommen werden sollen.

Für die genannten Anwendungsgebiete sind industrielle Bildverarbeitungsgeräte bekannt, die mit Hilfe einer Bilderfassungseinheit zunächst ein zweidimensionales in der Regel digitalisiertes Bild des zu prüfenden Objektes aufnehmen und anschließend mit Hilfe verschiedener Bildverarbeitungsalgorithmen auswerten. Das aufgenommene Bild ist also im Allgemeinen nicht selbst das Prüf- bzw. Messergebnis. Vielmehr liefert das Bild nur die Grundlage für viel einfachere reduzierte Informationen wie beispielsweise eine Gut/Schlechtaussage, ein Zählerergebnis oder die Bedeutung eines Zeichenmusters oder eines Codes. Derartig reduzierte Informationen werden in einem automatisierten Prozess in der Regel als Grundlage weiterer automatisierter Handlungen verwendet, beispielsweise das automatische Aussortieren von als schlecht erkannter Objekte.

Trotzdem ist es für einen Anwender in verschiedenen Betriebssituationen vorteilhaft, mit dem Bildverarbeitungsgerät auf ikonischer Ebene zu kommunizieren, um festzustellen, was das Gerät "sieht", oder aber um dem Gerät zu zeigen, worauf es bei der Prüfung ankommt. Zu diesem Zweck besitzen bekannte industrielle Bildverarbeitungssysteme häufig einen Monitor. Über den Monitor kann ein ausgewertetes Bild zusammen mit rechentechnisch eingeblendeten optischen Hervorhebungen, so genannten Overlays, die charakteristisch für die Prüfaufgabe sind, angezeigt werden. Beispiele für derartige Overlays sind eingeblendete Rahmen für ein im Bild gefundenes Suchmuster oder eingeblendete Linien, die Kanten des Objektes klar hervorheben. Eine andere Art der Markierung ist beispielsweise eine Fehlfarbendarstellung auf dem Monitor für ein als fehlerhaft identifiziertes Objekt oder ein als fehlerhaft identifiziertes Teil eines solchen Objektes.

Nicht nur zu Prüfungszwecken wird von mit dem Sichtprüfgerät koppelbaren Bildanzeigeeinheiten gebrauch gemacht. Bevor das Sichtprüfgerät seine Prüfaufgabe durchführen kann, muss es zunächst von einem Anwender eingelernt werden. Beispielsweise muss bei einem solchen Einlernvorgang dem Prüfgerät "gezeigt" werden, welcher Bereich des zu prüfenden Objektes von Interesse ist (auch Arbeitsbereich oder area of interest oder region of interest genannt). Zu diesem Zweck werden so genannte Prüffenster definiert, die festlegen, welche Teile des Objektes einer Bildverarbeitung unterzogen werden sollen. Solche Prüffenster werden beispielsweise mit Hilfe eines Cursors oder einer Maus definiert und mit einer an das Bildverarbeitungsgerät angeschlossenen Anzeigeeinheit von dem Anwender kontrolliert. Andere Beispiele für nach einem solchen Verfahren anlernbare Größen sind Suchmuster (Templates) oder Farbmerkmale. So kann ein Anwender einen Umriss um eine Fläche definieren, die speziellen Kriterien entspricht, nach denen in einer nachfolgenden Sichtprüfung gesucht werden soll.

Für die Unterbringung eines Monitors, mit dem das Sichtfeld des Prüfgerätes für einen Anwender visualisiert werden kann, existieren verschiedene Unterbringungsmöglichkeiten. Das Prüfgerät selbst kann eine kleine Anzeigeeinheit aufweisen, dessen Schutzart und Abmaße durch das Prüfgerät bestimmt sind. Alternativ kann der Monitor als separates zweites Teilgerät ausgeführt sein, welches über eine serielle Schnittstelle mit dem Prüfgerät verbunden ist.

Aus „Sonepar Report Nr. 66/10.2005, S. 13: Neuer Objekterkennungs-Sensor von SensoPart: Industrielle Bildverarbeitung für jedermann" ist ein Prüfgerät mit einer integrierten Ethernet-Schnittstelle bekannt, über die temporär das Prüfgerät an einen PC oder ein Notebook angeschlossen werden kann.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine anwender- freundliche Konfiguration eines Sichtprüfgerätes für eine durchzuführende Prüfaufgabe zu ermöglichen.

Diese Aufgabe wird durch ein Sichtprüfgerät zur automatisierten Sichtprüfung gelöst mit

  • – einem bildgebenden Sensor zur Erzeugung eines Abbildes eines zu prüfenden Objektes oder eines Teilbereiches des Objektes,
  • – einer Auswerteeinheit zur Auswertung des Abbildes mit Mitteln der Bildverarbeitung und
  • – einer Projektionseinheit zur Projektion einer durch einen Anwender bestimmbaren Markierung eines zumindest teilweise im Erfassungsbereich des Sensors befindlichen Bereiches eines Referenzobjektes,
wobei die Auswerteeinheit zur Definition von bei der Auswertung des Abbildes zu berücksichtigenden Prüfkriterien durch Auswerten des vom Sensor erfassten markierten Bereiches des Referenzobjektes vorgesehen ist.

Diese Aufgabe wird ferner durch ein Verfahren gelöst zur Konfiguration eines Sichtprüfgerätes für eine automatisierte Sichtprüfung eines Objektes, wobei die Sichtprüfung durch Auswerten eines mit einem bildgebenden Sensor des Sichtprüfgerätes erzeugten Abbildes des zu prüfenden Objektes mit Mitteln der Bildverarbeitung durchführbar ist, wobei das Verfahren folgende Schritte umfasst:

  • – Projektion einer durch einen Anwender bestimmten Markierung eines zumindest teilweise im Erfassungsbereich des Sensors befindlichen Bereiches eines Referenzobjektes,
  • – Definition von bei der automatisierten Sichtprüfung des Objektes zu berücksichtigenden Prüfkriterien durch Auswerten des vom Sensor erfassten markierten Bereiches des Referenzobjektes mit einer Auswerteeinheit des Sichtprüfgerätes.

Der Erfindung liegt die Erkenntnis zugrunde, dass die Vorgabe einer Markierung durch einen Anwender, beispielsweise in Gestalt eines Prüffenster, erheblich erleichtert werden kann, wenn der Anwender diese Aufgabe direkt an einem realen Objekt – dem Referenzobjekt – durchführen kann. Soll beispielsweise eine Reihe von Objekten einer Sichtprüfung unterzogen werden, so kann der Anwender eines dieser Objekte als Referenzobjekt wählen. An diesem Referenzobjekt markiert er direkt mit Hilfe der Projektion einen speziellen Bereich, der sich dazu eignet, gewisse Prüfkriterien für die automatisierte Prüfung der übrigen Objekte festzulegen. Hierzu wertet die Auswerteeinheit den markierten Bereich aus und gewinnt so die Prüfkriterien, die beispielsweise in einem Speicher des Sichtprüfgerätes abgelegt werden.

Durch die Möglichkeit, die Prüfkriterien direkt an einem realen Objekt festzulegen, ergeben sich viele Vorteile gegenüber bekannter Verfahren, bei denen einen Monitor zur Abbildung des Objektes verwendet wird. Je nach Lichtverhältnissen bei der Erzeugung des Abbildes kann es sehr viel schwieriger sein, den gewünschten zu markierenden Bereich des Objektes am Monitor aufzufinden. Beispielsweise werden Farben u. U. bei der Darstellung am Monitor nicht richtig wiedergegeben. Feine Oberflächentexturen können aufgrund einer begrenzten Auflösung eines Monitors oder eines zur Erzeugung des Abbildes verwendeten bildgebenden Sensors teilweise nur unzureichend wiedergegeben werden. Selbstverständlich resultiert auch eine Kostenersparnis, da bei dem erfindungsgemäßen Sichtprüfgerät auf einen Monitor zur Durchführung der Einlernaufgabe verzichtet werden kann.

Bei dem Referenzobjekt kann es sich um ein beliebiges Objekt handeln, welches ein Merkmal aufweist, das für die spätere Prüfung des Objektes als Referenz geeignet ist. Ein Beispiel für Referenzobjekt wäre eine Farbtafel, die eine bestimmte Farbmarke enthält. Diese Farbmarke wird mit dem Projektor markiert, vom Sensor erfasst und von der Auswerteeinheit „erlernt". Es kann sich bei dem Referenzobjekt auch um ein Muster für das eigentlich zu prüfenden Objekt handeln, welches im Wesentlichen die Sollmerkmale des Objektes aufweist.

Eine Ausgestaltung der Erfindung ist vorteilhaft, bei der der markierte Bereich einen bei der Sichtprüfung auszuwertenden Bereich des Abbildes festlegt. Bei einer solchen Ausführungsform wird zunächst insbesondere mit Hilfe einer Eingabevorrichtung des Sichtprüfgerätes der Bereich des zu prüfenden Objektes markiert, der bei einer späteren Prüfung hinsichtlich bestimmter vorgegebener Kriterien untersucht werden soll. Durch die Definition eines solchen Prüfbereiches kann die anschließende Prüfung beschleunigt werden, da nicht mehr das komplette Bild ausgewertet werden muss, sondern nur noch ein Teilbereich. Mit Hilfe der Projektionseinheit ist der Anwender in der Lage, diese Area of Interest direkt am Objekt und nicht wie im Stand der Technik bekannt, an einem Abbild des Objektes zu definieren. Mit dem Sensor wird die Markierung, die der Anwender zur Definition des Auswertebereiches vorgibt erkannt und beispielsweise in einem Speicher des Sichtprüfgerätes abgelegt.

Die Möglichkeit einer Markierung eines Bereiches des Referenzobjektes direkt am Referenzobjekt mit dem Mittel der Projektion ist besonders vorteilhaft bei einer Ausgestaltung der Erfindung, bei der der markierte Bereich eine Referenztextur und/oder eine Referenzfarbe für die Sichtprüfung des Objektes festlegt. Bildliche Darstellungen einer Referenztextur und/oder einer Referenzfarbe in Form eines Abbildes über einen Monitor unterliegen häufig Verfälschungen. Diese Verfälschungen erschweren es dem Anwender, am Monitor eine Referenzfarbe zu finden, die als Prüfkriterium für zu prüfende Objekte gelten soll. Ähnlich verhält es sich mit einer Referenzstruktur, die eingelernt werden soll, um bei der Prüfung der zu prüfenden Objekte als Prüfkriterium gelten soll. Durch die Möglichkeit, die Markierung direkt am Referenzobjekt festzulegen, entfallen diese durch die Abbildung bedingten Schwierigkeiten.

Bei einer besonders vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist die Projektionseinheit zur Erzeugung einer vom Ergebnis der Auswertung abhängigen Projektion auf eine Fläche vorgesehen, die sich zumindest teilweise im Erfassungsbereich des Sensors befindet. Die Zuordnung eines Auswerteergebnisses, das mit Hilfe des Sichtprüfgerätes erzielt wurde, zu dem geprüften Objekt bzw. zu speziellen Bereichen des markierten Objektes ist für den Anwender dann besonders einfach, wenn er das untersuchte Objekt zusammen mit dem Ergebnis direkt wahrnehmen kann. Die direkte Wahrnehmung des Objektes zusammen mit dem Ergebnis der Auswertung wird bei dieser Ausgestaltung der Erfindung dadurch erzielt, dass die Projektionseinheit das Ergebnis der Auswertung direkt in den Erfassungsbereich des Sensors projiziert und somit in unmittelbarer Nähe des geprüften Objektes. Markiert beispielsweise die Projektion einen als fehlerhaft erkannten Teil des Objektes, so kann der Anwender sehr einfach diesen fehlerhaften Teil am realen Objekt auffinden, da er direkt am Objekt oder in dessen unmittelbarer Umgebung und nicht wie aus dem Stand der Technik bekannt, auf einem Bildschirm, auf dem ein Abbild des Objektes dargestellt ist, markiert wird.

Durch die direkte Zuordnung des Ergebnisses der Auswertung zum untersuchten realen Objekt mit Hilfe der Projektion ergibt sich eine Reihe von Vorteilen gegenüber aus dem Stand der Technik bekannten Sichtprüfgeräten, bei denen eine gleichzeitige Visualisierung des Prüfergebnisses und des geprüften realen Objektes nur über ein auf einem Monitor dargestellten Abbild möglich ist. Bei der Verwendung eines Monitors bleibt für den Anwender die Aufgabe bestehen, eine am Bildschirm markierte Besonderheit am realen Objekt wieder zu finden. Dies kann durch verschiedene Faktoren erheblich erschwert werden. Beispielsweise erschwert eine hohe Regularität des zu prüfenden Objektes das spontane Wiederfinden. Die Beleuchtungsverhältnisse, die existieren, wenn der Anwender versucht, markierte Besonderheiten am realen Objekt wiederzufinden, können sich von den Beleuchtungsverhältnissen während des Bildeinzugs erheblich unterscheiden. Dies gilt speziell bei gepulsten Beleuchtungsverfahren. Z.B. kann ein mit Hilfe der Auswerteeinheit erkannter Fehler unter normalen Umgebungsbeleuchtungen in einem Schattenbereich liegen oder nur durch spezielle Techniken wie beispielsweise Polarisationsfilter sichtbar sein. Ein weiteres Beispiel sind Texturkanten, die zwar von einem Bildverarbeitungsgerät erkannt werden können und am Monitor angezeigt werden können, durch den menschlichen Sehapparat jedoch nicht korrekt wieder erkannt werden. Ursachen hierfür können optische Täuschungen oder Ermüdungen des Anwenders sein. Durch die Verwendung der Projektionseinheit wird hingegen dem Anwender die Transferleistung von einem Abbild des realen zu prüfenden Objektes zum eigentlichen realen Objekt nicht abverlangt. Vielmehr erhält er eine Visualisierung des Ergebnisses der Auswertung in unmittelbarer Nähe des zu prüfenden Objektes.

Ein weiterer Vorteil dieser Ausführung des Sichtprüfgerätes resultiert schlicht aus der Tatsache, dass auf ein zusätzliches Teil, nämlich einen Monitor, zur Darstellung der Auswertungsergebnisse verzichtet werden kann. Hieraus resultiert eine erhebliche Kostenersparnis, insbesondere dann, wenn das Sichtprüfgerät in einer rauen industriellen Umgebung eingesetzt werden soll. Hier muss auch ein Monitor für derartige Umgebungsbedingungen ausgelegt werden, wodurch eine derartige Anzeigeeinrichtung sehr kostenträchtig werden kann.

Bei einer vorteilhaften Ausführungsform ist die Fläche Teil des Objektes. Hierbei wird also direkt auf das zu prüfende Objekt projiziert, wodurch die gleichzeitige Wahrnehmung des Prüfobjektes und der Projektion durch den Anwender erleichtert wird.

In vorteilhafter Ausgestaltung der Erfindung ist die Auswerteeinheit zur Erkennung des Objektes anhand des Abbildes vorgesehen. Hierbei wird das Sichtprüfgerät beispielsweise einem Roboter mit einem Greifwerkzeug vorgeschaltet, der selektiv über ein Förderband laufende Objekte vom Förderband entnimmt. Bei einer solchen beispielhaften Ausführung prüft das Sichtgerät, ob ein auf dem Förderband transportiertes Objekt von dem Roboter aufgenommen werden soll, teilt das Ergebnis der Auswertung dem Roboter über eine entsprechende Schnittstelle mit und projiziert zusätzlich eine Markierung auf das geprüfte Objekt, anhand derer ein beobachtender Anwender erkennen kann, ob das Objekt von dem Roboter aufgegriffen werden soll oder nicht. Eine derartige Ausführungsform ist insbesondere bei einem Einlernvorgang für den Roboter besonders vorteilhaft. Durch die Projektion wird ein mechanischer Greifvorgang des Roboters im Voraus angezeigt, wodurch sich ein Test des Systems beschleunigen lässt und Schaden vermieden werden kann.

In weiterer vorteilhafter Ausgestaltung der Erfindung kann die Projektionseinheit zur Projektion einer Bezeichnung des erkannten Objektes vorgesehen sein. Eine solche Bezeichnung kann beispielsweise einem Fließbandarbeiter helfen, ein Werkstück zu identifizieren und dieses gezielt weiteren Verarbeitungsschritten zuzuführen.

In weiterer vorteilhafter Ausgestaltung der Erfindung bildet das Abbild einen auf dem Objekt platzierten Marker mit codierten Informationen ab und sind die Auswerteeinheit zur Decodierung besagter Informationen und die Projektionseinheit zur Projektion eines Ergebnisses der Decodierung vorgesehen. Bei einer solchen Ausführungsform können Informationen direkt am Objekt oder in unmittelbarer Nähe des zu prüfenden Objektes sichtbar gemacht werden, die nur in codierter und damit für den Menschen nicht lesbarer Form auf dem Objekt platziert sind.

In weiterer vorteilhafter Ausgestaltung der Erfindung ist die Projektionseinheit zur Markierung des Objektes vorgesehen, sofern dessen Sichtprüfung die Erfüllung zumindest eines Teiles der Prüfkriterien zeigt. Auf diese Art und Weise können beispielsweise als gut befundene Objekte mit Hilfe der Projektionseinheit markiert werden.

Alternativ oder auch zusätzlich ist eine Ausführungsform der Erfindung vorteilhaft, bei der die Projektionseinheit zur Markierung des Objektes vorgesehen ist, sofern dessen Sichtprüfung die Nichterfüllung zumindest eines Teiles der Prüfkriterien zeigt, wobei die Prüfkriterien insbesondere Qualitätskriterien für das Objekt sind. Bei einer derartigen Ausführungsform werden beispielsweise als schlecht befundene Objekte markiert, die aus einem laufenden Produktionsprozess herausgenommen werden sollen. Durch die Markierung derartiger Schlechtteile direkt im Erfassungsbereich des Sensors und somit in unmittelbarer Nähe des zu prüfenden Objektes wird ein Auffinden des als schlecht befundenen Objektes für den Anwender deutlich erleichtert.

Z.B. das Auffinden eines gewisse Qualitätskriterien nicht erfüllenden Teiles eines zu untersuchenden Objektes wird für den Anwender erheblich durch eine Ausführungsform der Erfindung erleichtert, bei der die Projektionseinheit zur Markierung eines Bereiches des Objektes vorgesehen ist, wenn bei der Sichtprüfung besagten Bereiches Auffälligkeiten festgestellt wurden. Ist z.B. die Oberflächenbeschaffenheit eines Werkstücks an einer bestimmten Stelle fehlerhaft und wird dies durch die Sichtprüfung festgestellt, so kann der fehlerhafte Bereich mit Hilfe der Projektionseinheit direkt auf dem Werkstück markiert werden, so dass dieser für den Anwender direkt am realen Objekt sichtbar ist. Bei aus dem Stand der Technik bekannten Prüfgeräten könnte eine solche Visualisierung als schlecht befundener Bereiche eines Objektes nur mit einem Monitor geschehen, an dem die betroffenen Bereiche im Abbild des Objektes markiert sind. Hierbei muss jedoch der Anwender den am Bildschirm markierten Bereich am realen Objekt wieder finden, was je nach Beschaffenheit der Oberfläche des untersuchten Objektes, der Beleuchtungsverhältnisse, etc. sehr schwierig sein kann.

Eine äußerst vorteilhafte Ausführungsform der Erfindung ergibt sich, wenn die Projektionseinheit zur Erzeugung einer weiteren Projektion vorgesehen ist und der Sensor zur Erzeugung eines weiteren Abbildes vorgesehen ist, wobei das weitere Abbild die weitere Projektion umfasst und die Auswerteeinheit zur Ermittlung von Parametern anhand der von dem Sensor erfassten weiteren Projektion vorgesehen, wobei das Sichtprüfgerät anhand der Parameter kalibrierbar und/oder justierbar ist. In einem solchen Fall wird eine Rückkopplung zwischen der Projektion zu der die Projektion bestimmenden Auswerteeinheit ermöglicht. Die weitere Projektion wird in den Erfassungsbereich des Sensors projiziert. Anschließend wird die weitere Projektion mit Hilfe des Sensors erfasst und ausgewertet, um Information zu erzeugen, die eine manuelle oder automatische Kalibrierung und/oder Justierung des Sichtprüfgerätes ermöglichen. Beispielsweise könnte eine als Kreis vorgesehene Projektion vom Sensor als Ellipse erkannt werden, was auf eine schiefe Justierung des Sichtprüfgerätes hindeutet. Die entsprechende Information kann genutzt werden, um entweder automatisch eine Justierung des Sichtgerätes bzw. des bildgebenden Sensors zu bewirken oder eine Hilfestellung für den Anwender zur manuellen Justierung des Gerätes insbesondere in Form einer weiteren Projektion auszugeben.

Eine vorteilhafte Ausgestaltung des Sichtprüfgerätes ist zur industriellen Qualitätskontrolle vorgesehen. Hierbei können wie oben bereits erläutert, bei der Qualitätskontrolle als gut oder schlecht befundene Teile direkt mit Hilfe der Projektionseinheit auf dem Prüfling oder in ihrer unmittelbaren Nähe markiert werden.

Eine Alternative vorteilhafte Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Sichtprüfgerätes kennzeichnet sich dadurch, dass das Sichtprüfgerät für automatisierte medizinische Untersuchungen vorgesehen ist. Beispielsweise könnte ein derartiges Sichtprüfgerät verwendet werden, um eine Hautuntersuchung durchzuführen und hierbei als auffällig bewertete Bereiche der untersuchten Haut direkt mit Hilfe der Projektionseinheit auf der menschlichen Haut zu markieren.

Eine kostengünstigere Realisierung der Projektionseinheit kennzeichnet sich in einer besonderen Ausführungsform dadurch, dass die Projektionseinheit mindestens einen mikromechanischen Spiegel aufweist. Mit Hilfe eines bezüglich zwei Achsen beweglichen mikromechanischen Spiegels lässt sich durch schnelle Ablenkung eines Lichtstrahls auf einfache Weise ein Bild projizieren.

Eine besonders vorteilhafte Ausgestaltung des Sichtprüfgerätes ist dadurch gegebenen, dass die Projektionseinheit zur Durchführung einer Vektorprojektion ausgeführt ist. Eine derartige Vektorprojektion lässt sich schon mit einem einzigen bezüglich zweier Achsen beweglich gelagerten mikromechanischen Spiegel realisieren, indem ein Laserstrahl in der Projektionsebene entsprechend ausgelenkt wird.

Eine alternative Ausführungsform der Erfindung ist die Ausführung der Projektionseinheit zur Durchführung einer Rasterprojektion. Hierbei sind insbesondere mehrere mikromechanische Spiegel zu verwenden, wobei die Spiegel in Form eines zweidimensionalen Arrays angeordnet sind. Alternativ kann die Rasterprojektion auch mit einem bezüglich zweier Achsen beweglich gelagerten mikromechanischen Spiegel realisiert werden. In diesem Fall erfolgt die Ablenkung eines Laserstrahls zeilenweise ähnlich einem Elektrodenstrahl eines Monitors, wobei der Laser pixelweise ein- und ausgeschaltet wird.

Eine weitere alternative Ausführungsform ist die Verwendung eines durchleuchteten TFTs als Projektionseinheit. Mit diesem aus Beamern und Head-Up-Displays bekannten Prinzip wird ebenfalls eine Rasterprojektion realisiert.

Im Folgenden wird die Erfindung anhand der in den Figuren dargestellten Ausführungsbeispiele näher beschrieben und er- läutert.

Es zeigen:

1 eine Ausführung eines Sichtprüfgerätes zur automatisierten Sichtprüfung,

2 eine erste Ausführung einer Vektorprojektionseinheit zur Verwendung bei einer Ausführung eines Sichtprüfgerätes,

3 eine zweite Ausführung einer Vektorprojektionseinheit zur Verwendung bei einer Ausführung eines Sichtprüfgerätes,

4 eine Rasterprojektionseinheit zur Verwendung bei einer Ausführung eines Sichtprüfgerätes,

5 ein erstes Beispiel für eine mittels des Sichtprüfgerätes durchzuführende Prüfaufgabe,

6a ein zu prüfendes Objekt beim Bildeinzug,

6b das zu prüfende Objekt nach gegenüber dem Zeitpunkt des Bildeinzuges veränderten Beleuchtungsverhältnissen,

7 ein zweites Beispiel für eine mittels des Sichtprüfgerätes durchzuführende Prüfaufgabe,

8 ein drittes Beispiel für eine mittels des Sichtprüfgerätes durchzuführende Prüfaufgabe,

9a ein Sichtprüfgerät während einer Abstandsjustierung bei zu geringer Tastweite,

9b das Sichtprüfgerät während der Abstandsjustierung bei korrekter Tastweite und

9c das Sichtprüfgerät während der Abstandsjustierung bei zu großer Tastweite.

1 zeigt eine Ausführung eines Sichtprüfgerätes 1 zur automatisierten Sichtprüfung von Objekten 3. Bei den Objekten 3handelt es sich um Werkstücke, die auf einen Förderband 8 transportiert werden und nach einem Fertigungsschritt einer Qualitätsprüfung unterzogen werden sollen. Das hierzu vorgesehene Sichtprüfgerät 1 umfasst zu diesem Zwecke einen bildgebenden Sensor 2. Das Sichtprüfgerät 1 bzw. der innerhalb des Sichtprüfgerätes 1 integrierte bildgebende Sensor 2 (hier schematisch als Kamera dargestellt) sind derart in Bezug auf das Förderband 8 und die auf dem Förderband 8 transportierten Objekte 3 angeordnet, das sich eine vorbestimmte Anzahl zu prüfender Objekte 3 im Erfassungsbereich 7 des bildgebenden Sensors 2 befindet.

Mit Hilfe des bildgebenden Sensors 2 wird ein Abbild der Objekte 3 erstellt, welches mit Hilfe einer im Sichtprüfgerät 1 integrierten Auswerteeinheit 4 mit Mitteln der Bildverarbeitung untersucht wird. Beispielsweise handelt es sich bei der Auswerteeinheit 4 um einen Mikrocontroller, Mikroprozessor, digitalen Signalprozessor (DSP), einem anwendungsspezifischen Logikkreis ... . etc. der zur Durchführung geeigneter Bilderkennungsalgorithmen geeignet ist. Ziel der Bildverarbeitung ist in dem dargestellten Beispiel die Erkennung von Oberflächenfehlern an den Objekten 3, bei denen es sich um industriell bearbeitete Werkstücke handelt.

Das dargestellte Sichtprüfgerät 1 umfasst darüber hinaus eine Projektionseinheit 5, die zur Erzeugung einer von Ergebnis der Bildverarbeitung abhängigen Projektion vorgesehen ist und von einer Ansteuereinheit 9 angesteuert wird. Die Ansteuereinheit 9 kann zusammen mit der Auswerteeinheit 4 hardwaretechnisch durch einen gemeinsamen Baustein realisiert sein.

Die Besonderheit der Projektionseinheit 5 ist neben deren Integration innerhalb des Sichtprüfgerätes 1, dass die Projektionseinheit 5 das Ergebnis der Auswertung bzw. eine hiervon abhängige Projektion 6 direkt in den Erfassungsbereich 7 des Sensors 2 und damit in unmittelbare Nähe der zu prüfenden Objekte 3 erzeugt. Beispielsweise wird mit Hilfe der Projektionseinheit 5 ein zuvor erkannter Oberflächendefekt direkt auf dem betroffenen Objekt 3 markiert, so dass ein Anwender des Systems den vom Sichtprüfgerät 1 erkannten Defekt direkt auf dem Prüfobjekt 3 wiederfinden kann. Hieraus ergibt sich ein erheblicher Vorteil gegenüber handelsüblichen Sichtprüfgeräten, bei denen ein Anwender eine visuelle Darstellung eines Oberflächendefektes nur über einen externen Monitor betrachten könnte, so dass er anschließend vor der Aufgabe steht, den am Monitor angezeigten Defekt am realen Objekt 3 wiederzufinden. Diese Aufgabe wird dem Anwender durch die dargestellte Ausführungsform des Sichtprüfgerätes 1 erheblich erleichtert. Darüber hinaus können natürlich noch beliebige andere Informationen mit Hilfe der Projektionseinheit 5 in dem Bereich der Prüfobjekte 3 eingeblendet werden.

Die Projektionseinheit 5 ist auch für einen Einlernvorgang (ein sogenanntes Teach-In) des Sichtprüfgerätes 1 hervorragend geeignet. Es sei angenommen, dass das dargestellte Sichtprüfgerät 1 über eine Eingabemöglichkeit für einen Anwender verfügt. Ein Beispiel für eine derartige Eingabemöglichkeit wäre eine elektronische Computermaus oder eine Tastatur. Mit Hilfe dieser Eingabemöglichkeit kann ein Anwender des Sichtprüfgerätes 1 eine Markierung, die die Projektionseinheit 5 auf das Förderband 8 bzw. die auf dem Förderband 8 platzierten Objekte 3 abbilden soll, vorgeben. Die Benutzereingaben werden von der Ansteuereinheit 9 der Projektionseinheit 5 entsprechend umgesetzt, so dass beispielsweise ein vom Benutzer vorgegebenes Fenster auf einem der Objekte 3 projizierbar ist. Ein derartiges Fenster könnte beispielsweise zur Definition eines Auswertebereiches herangezogen werden, der angibt, welche Oberflächenbereiche der Objekte 3 bei der Bildauswertung zu berücksichtigen sind. Eine derartige Vorgabe einer so genannten Area of Interest beschleunigt den Prüfprozess, da die zu verarbeitenden Bildinformationen hierdurch erheblich reduziert werden können. Das projizierte Fenster wird von dem schematisch als Kamera dargestellten bildgebenden Sensor 2 erfasst und als Auswertebereich in einem Speicher des Sichtprüfgerätes 1 hinterlegt.

Das besagte Fenster kann auch dazu dienen, eine Referenzfarbe für die zu prüfenden Objekte 3 festzulegen. Beispielsweise wird das Fenster auf ein Referenzobjekt projiziert, welches innerhalb des Fensters die Farbe Rot aufweist, wobei das Rot als „Sollwert" für die zu prüfenden Objekte 3 dienen soll. Die Farbe innerhalb des projizierten Fensters wird mit dem Sensor 2 erfasst und von der Auswerteeinheit 4 ausgewertet, um letztlich entsprechende Prüfkriterien zu gewinnen, die bei einer Sichtprüfung der Objekte 3 angewendet werden können. Sind die Prüfkriterien erfüllt, bedeutet dies, dass das geprüfte Objekt zumindest im Wesentlichen den gleichen Farbton aufweist.

Auf ähnliche Weise kann auch eine Oberflächentextur mittels eines Referenzobjektes als Prüfkriterium festgelegt werden, indem dieses am Referenzobjekt mittels Projektion markiert und der markierte Bereich von der Auswerteeinheit 4 ausgewertet wird.

Der in 1 schematisch dargestellte Projektor 5 kann mit Hilfe der Mikromechanik sehr einfach und kostengünstig realisiert werden.

2 zeigt eine erste Ausführung einer Vektorprojektionseinheit, die aus einem ersten und einem zweiten Mikrospiegel 10, 11 und einem Laser besteht. Erster und zweiter Mikrospiegel 10, 11 sind jeweils bezüglich einer Rotationsachse drehbeweglich gelagert, wobei die beiden Rotationsachsen orthogonal aufeinander stehen. Mit Hilfe der beiden eindimensional auslenkbaren Mikrospiegel 10, 11 kann ein Laserstrahl 12 bezüglich zweier Raumdimensionen ausgelenkt werden. Auf diese Art und Weise ist eine Projektion des Auswerteergebnisses in Form einer Vektorgrafik möglich.

3 zeigt eine zweite Ausführung einer Vektorprojektionseinheit, die ebenfalls einen Laser aufweist, jedoch nur einen einzigen bezüglich zwei Dimensionen auslenkbaren Mikrospiegel 13. Mit Hilfe des zweidimensional auslenkbaren Mikrospiegels 13 kann der Laserstrahl 12 durch Reflexion bezüglich zweier Raumdimensionen ausgelenkt werden und so eine Vektorgrafik auf der Projektionsfläche erzeugen. Alternativ wäre bei Verwendung eines pulsbaren Lasers mit diesem Spiegel auch eine Rastergrafik erzeugbar. Dies gilt in analoger Weise für die Projektionseinheit aus 2.

4 zeigt eine Rasterprojektionseinheit zur Verwendung bei einer Ausführung eines Sichtprüfgerätes, bei der die Projektionseinheit in Form eines Arrays mikromechanischer Spiegel realisiert wird. Die einzelnen Mikrospiegel 14 des Arrays, von denen aus Gründen der Übersichtlichkeit nur einer beispielhaft mit einem Bezugszeichen versehen ist, sind bezüglich einer Drehachse gelagert. Die Spiegel des Arrays werden einzeln zur Erzeugung der Projektion adressiert und können in eine An- oder Ausposition gekippt werden. Im Extremfall entspricht hierbei jedem Spiegel des Arrays ein darstellbarer Bildpunkt. Das gesamte Array wird beleuchtet und projiziert ein über die Position der einzelnen Spiegel 14 definiertes Bild auf die Projektionsfläche.

5 zeigt ein erstes Beispiel für eine mittels des Sichtprüfgerätes durchzuführende Prüfaufgabe. Im Erfassungsbereich 7 des bildgebenden Sensors befindet sich eine Reihe kreisrunder Objekte. Es sei angenommen, dass die Kreisform die gewünschte Form der dargestellten Objekte ist, wobei es sich bei den Objekten beispielsweise um in einem Massenfertigungsprozess gefertigte Werkstücke handelt. Innerhalb des Erfassungsbereiches 7 des bildgebenden Sensors liegt somit ein Bild vor, welches eine hohe Regularität aufweist und somit für das menschliche Auge relativ schwer auszuwerten ist.

Ein Schlechtteil 15 befindet sich unter den ansonsten kreisrunden Objekten. Das Schlechtteil 15 wird mit Hilfe des Sichtprüfgerätes erkannt. Ziel wäre nun, dass das Schlechtteil 15 von einem Anwender, beispielsweise einem Fließbandarbeiter, entfernt wird. Mit Hilfe der Erfindung ist es nun möglich, dass Auswerteergebnis direkt in den Erfassungsbereich 7 des Sensors zu projizieren, und somit das Schlechtteil 15 zu markieren. Ein Auffinden des Schlechtteils 15 wird damit für den Anwender erheblich erleichtert. Bei einem aus dem Stand der Technik bekannten Prüfsystem würde das Schlechtteil 15 auf einem externen Monitor, auf dem ein Abbild des Erfassungsbereiches 7 zu sehen ist, markiert. Der Anwender wäre nun nachfolgend vor die Aufgabe gestellt, dass auf dem Monitor markierte Schlechtteil 15 unter den realen Objekten aufzufinden. Bei der hohen Regularität der geprüften Objekte ist jedoch eine Neuorientierung des Anwenders unter den realen Objekten äußerst schwierig und zeitintensiv.

6a zeigt ein zu prüfendes Objekt 3 im Erfassungsbereich 7 eines bildgebenden Sensors des Sichtprüfgerätes im Moment des Bildeinzuges. Das Objekt 3 weist am Rand einen Oberflächendefekt 16 auf, der mit Hilfe des Sichtprüfgerätes erkannt wird. Es sei nun angenommen, dass ein Anwender des Systems im Nachhinein versucht, den vom Sichtprüfgerät erkannten Oberflächendeffekt am realen Objekt wiederzufinden.

6b zeigt das zu prüfende Objekt 3 nach gegenüber dem Zeitpunkt des Bildeinzuges veränderten Beleuchtungsverhältnissen. Wie zu erkennen ist, haben sich die Beleuchtungsverhältnisse in der Zwischenzeit derart verändert, dass sich ein Schatten 17 über den Oberflächendefekt gelegt hat, so dass der Anwender ohne zusätzliche Hilfsmittel Schwierigkeiten hätte, den Oberflächendefekt 16 wiederzufinden. Eine Projektion einer Markierung mit Hilfe der Projektionseinheit kann jedoch in einer vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung genutzt werden, um den defekten Bereich direkt am realen Objekt 3 zu kennzeichnen.

7 zeigt ein zweites Beispiel für eine mittels des Sichtprüfgerätes durchzuführende Prüfaufgabe. In dem dargestellten Beispiel weist die zu prüfende Oberfläche Texturgrenzen auf, die für das menschliche Auge schwierig zu erkennen sind. Mit Hilfe des Sichtprüfgerätes und geeigneten Algorithmen lässt sich sehr leicht herausfinden, dass das Bild in sechzehn Felder unterteilt ist und sieben verschiedene Muster vorkommen. Für den Menschen ist es jedoch sehr viel schwieriger ohne direkte Hilfe die Konturkanten wiederzufinden. Noch viel schwieriger wäre eine derartige Aufgabe, wenn die Musterbereiche nicht wie in 7 dargestellt, regelmäßige Quadrate sind, sondern unregelmäßige Konturkanten aufweisen. Mit Hilfe einer Ausführung des erfindungsgemäßen Sichtprüfgerätes können die sechzehn Felder automatisch erkannt werden und für den Anwender mit Hilfe der Projektion direkt an der realen Oberfläche sichtbar gemacht werden.

Ein drittes Beispiel für eine mittels des Sichtprüfgerätes durchzuführende Prüfaufgabe ist in 8 dargestellt. Auch hier weist die zu prüfende Oberfläche eine Texturgrenze auf, die für das menschliche Auge recht schwer zu erkennen ist. Mit Hilfe einer Ausführungsform des Sichtprüfgerätes kann diese jedoch sehr einfach erkannt und sichtbar gemacht werden.

9a zeigt ein Sichtprüfgerät 1 während einer Abstandsjustierung bei zu geringer Tastweite. In dem dargestellten Beispiel sowie auch in den 9b und 9c wird mit Hilfe der innerhalb des Sichtprüfgerätes 1 integrierten Projektionseinheit eine Projektion erzeugt, anhand der das Sichtprüfgerät 1 sehr einfach auf einen korrekten Abstand zu den zu prüfenden Objekten justiert werden kann. Dieser Abstand wird auch als Tastweite bezeichnet.

Auf der Projektionsfläche ist ein erster Kreis 17 aufgetragen, dessen Mittelpunkt ebenfalls markiert ist. Der erste Kreis 17 ist beispielsweise auf die Projektionsfläche lackiert oder gedruckt worden. Es kann sich aber auch bei dem ersten Kreis 17 um eine Projektion handeln, die die Projektionseinheit 5 auf die Projektionsfläche projiziert.

Die Projektionseinheit projiziert einen zweiten Kreis 18, angedeutet durch den gestrichelten Umriss, sowie dessen Mittelpunkt auf die Projektionsfläche. Ist, wie in 9a dargestellt, die Tastweite zu gering, so ist das Zentrum des zweiten Kreises 18 nach links gegenüber dem Zentrum des ersten Kreises 17 auf der Projektionsfläche verschoben. Darüber hinaus ist der Durchmesser des zweiten Kreises 18 geringer als der des ersten Kreises 17.

9b zeigt das Sichtprüfgerät während der Abstandsjustierung bei korrekter Tastweite. Erster und zweiter Kreis 17, 18 sind in diesem Fall exakt deckungsgleich, was als Zeichen dafür gewertet werden kann, dass der Abstand des Sichtprüfgerätes 1 zur Projektionsfläche exakt dem gewünschten Abstand entspricht.

9c zeigt schließlich das Sichtprüfgerät während der Abstandsjustierung bei zu großer Tastweite. Die zu große Tastweite äußert sich dadurch, dass der Mittelpunkt des zweiten Kreises 18 rechts neben dem Mittelpunkt des ersten Kreises 17 angeordnet ist und der Durchmesser des zweiten Kreises 18 größer als der Durchmesser des ersten Kreises 17 ist.

Die in den 9a bis 9c dargestellte Abstandsjustierung lässt sich sowohl manuell durch den Anwender vornehmen, der versucht die beiden Kreise 17, 18 manuell durch justieren des Sichtprüfgerätes 1 in Deckung zu bringen. Hierbei führt der Anwender die Sichtprüfung, bei der er feststellt, ob die beiden Kreise 17, 18 deckungsgleich sind, selbst durch.

Alternativ ist aber auch denkbar, dass die Sichtprüfung automatisch von dem Sichtprüfgerät 1 zur Abstandsjustierung durchgeführt wird. D.h., dass der Sensor des Sichtprüfgerätes 1 die Übereinstimmung der beiden Kreise 17, 18 prüft und bei Nichtübereinstimmung entsprechende Justierbefehle auf die Projektionsfläche projiziert.

Ebenfalls ist denkbar, dass das Sichtprüfgerät 1 bzw. dessen bildgebender Sensor mit einem motorischen Antrieb verbunden ist, über den sich die Position des bildgebenden Sensors bzw. des Sichtprüfgerätes 1 automatisch einstellen lässt. Beispielsweise würde bei einem solchen Sichtprüfgerät 1 zunächst automatisch die Deckung der beiden Kreise 17, 18 überprüft und, sofern die beiden Kreise 17, 18 nicht übereinstimmen, mit Hilfe des motorischen Antriebs eine Korrektur der Lage des Sichtprüfgerätes 1 bzw. des bildgebenden Sensors durchgeführt.

Das Sichtprüfgerät 1 ist auch hinsichtlich eines Erfassungswinkels, den die optische Achse des Sensors in Bezug zur Flächennormalen der Projektionsfläche aufweist mit Hilfe der Kreise 17, 18 justierbar. Beispielsweise würde eine Schieflage des Sichtprüfgerätes 1 den zweiten Kreis 18 zu einer Ellipse verzehren, was bei dem Versuch, die beiden Kreise 17, 18 in Deckung zu bringen, auffallen und einen Anwender zur Korrektur der Schieflage motivieren würde. Eine solche Verzerrung könnte natürlich auch mit dem Sensor erfasst, mit der Auswerteeinheit durch Vermessung der Hauptachsen der Ellipse automatisch erkannt und insbesondere mit Hilfe des motorischen Antriebes auskorrigiert werden.


Anspruch[de]
Sichtprüfgerät (1) zur automatisierten Sichtprüfung mit

– einem bildgebenden Sensor (2) zur Erzeugung eines Abbildes eines zu prüfenden Objektes (3) oder eines Teilbereiches des Objektes (3),

– einer Auswerteeinheit (4) zur Auswertung des Abbildes mit Mitteln der Bildverarbeitung und

– einer Projektionseinheit (5) zur Projektion einer durch einen Anwender bestimmbaren Markierung eines zumindest teilweise im Erfassungsbereich des Sensors (2) befindlichen Bereiches eines Referenzobjektes,

wobei die Auswerteeinheit (4) zur Definition von bei der Auswertung des Abbildes zu berücksichtigenden Prüfkriterien durch Auswerten des vom Sensor (2) erfassten markierten Bereiches des Referenzobjektes vorgesehen ist.
Sichtprüfgerät (1) nach Anspruch 1, wobei der markierte Bereich einen bei der Sichtprüfung auszuwertenden Bereich des Abbildes festlegt. Sichtprüfgerät (1) nach Anspruch 1 oder 2, wobei der markierte Bereich eine Referenztextur und/oder eine Referenzfarbe für die Sichtprüfung des Objektes (3) festlegt. Sichtprüfgerät (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 3, wobei die Projektionseinheit (5) zur Erzeugung einer vom Ergebnis der Auswertung abhängigen Projektion (6) auf eine Fläche vorgesehen ist, die sich zumindest teilweise im Erfassungsbereich (7) des Sensors (2) befindet. Sichtprüfgerät (1) nach Anspruch 4, wobei die Fläche Teil des Objektes (3) ist. Sichtprüfgerät (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Auswerteeinheit (4) zur Erkennung des Objektes (3) anhand des Abbildes vorgesehen ist. Sichtprüfgerät (1) nach Anspruch 6, wobei die Projektionseinheit (5) zur Projektion einer Bezeichnung des erkannten Objektes (3) vorgesehen ist. Sichtprüfgerät (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei das Abbild einen auf dem Objekt (3) platzierten Marker mit codierten Informationen abbildet und die Auswerteeinheit (4) zur Decodierung besagter Informationen und die Projektionseinheit (5) zur Projektion eines Ergebnisses der Decodierung vorgesehen sind. Sichtprüfgerät (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Projektionseinheit (5) zur Markierung des Objektes (3) vorgesehen ist, sofern dessen Sichtprüfung die Erfüllung zumindest eines Teiles der Prüfkriterien zeigt. Sichtprüfgerät (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Projektionseinheit (5) zur Markierung des Objektes (3) vorgesehen ist, sofern dessen Sichtprüfung die Nichterfüllung zumindest eines Teiles der Prüfkriterien zeigt, wobei die Prüfkriterien insbesondere Qualitätskriterien für das Objekt (3) sind. Sichtprüfgerät (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Projektionseinheit (5) zur Markierung eines Bereiches des Objektes (3) vorgesehen ist, wenn bei der Sichtprüfung besagten Bereiches Auffälligkeiten festgestellt wurden. Sichtprüfgerät (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Projektionseinheit (5) zur Erzeugung einer weiteren Projektion vorgesehen ist und der Sensor (2) zur Erzeugung eines weiteren Abbildes vorgesehen ist, wobei das weitere Abbild die weitere Projektion umfasst und die Auswerteeinheit (4) zur Ermittlung von Parametern anhand der weiteren Projektion vorgesehen ist, wobei das Sichtprüfgerät (1) anhand der Parameter kalibrierbar und/oder justierbar ist. Sichtprüfgerät (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei das Sichtprüfgerät (1) zur industriellen Qualitätskontrolle vorgesehen ist. Sichtprüfgerät (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 12, wobei das Sichtprüfgerät (1) für automatisierte medizinische Untersuchungen vorgesehen ist. Sichtprüfgerät (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Projektionseinheit (5) mindestens einen mikromechanischen Spiegel (10, 11, 13) aufweist. Sichtprüfgerät (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Projektionseinheit (5) zur Durchführung einer Vektorprojektion ausgeführt ist. Sichtprüfgerät (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 15, wobei die Projektionseinheit (5) zur Durchführung einer Rasterprojektion ausgeführt ist. Verfahren zur Konfiguration eines Sichtprüfgerätes (1) für eine automatisierte Sichtprüfung eines Objektes (3), wobei die Sichtprüfung durch Auswerten eines mit einem bildgebenden Sensor (2) des Sichtprüfgerätes (1) erzeugten Abbildes des zu prüfenden Objektes (3) mit Mitteln der Bildverarbeitung durchführbar ist, wobei das Verfahren folgende Schritte umfasst:

– Projektion einer durch einen Anwender bestimmten Markierung eines zumindest teilweise im Erfassungsbereich des Sensors (2) befindlichen Bereiches eines Referenzobjektes,

– Definition von bei der automatisierten Sichtprüfung des Objektes (3) zu berücksichtigenden Prüfkriterien durch Auswerten des vom Sensor (2) erfassten markierten Bereiches des Referenzobjektes mit einer Auswerteeinheit (4) des Sichtprüfgerätes (1).
Verfahren nach Anspruch 18, wobei der markierte Bereich einen bei der Sichtprüfung auszuwertenden Bereich des Abbildes festlegt. Verfahren nach Anspruch 18 oder 19, wobei der markierte Bereich eine Referenztextur und/oder eine Referenzfarbe für die Sichtprüfung des Objektes (3) festlegt. Verfahren nach einem der Ansprüche 18 bis 20, wobei mit der Projektionseinheit (5) eine vom Ergebnis der Auswertung abhängigen Projektion (6) auf eine Flähe erzeugt wird, wobei sich die Fläche zumindest teilweise im Erfassungsbereich (7) des Sensors (2) befindet. Verfahren nach Anspruch 21, wobei die Fläche Teil des Objektes (3) ist. Verfahren nach Anspruch 18 bis 22, wobei das Objekt (3) anhand des Abbildes mit der Auswerteeinheit (4) erkannt wird. Verfahren nach Anspruch 23, wobei mit der Projektionseinheit (5) eine Bezeichnung des erkannten Objektes (3) projiziert wird. Verfahren nach einem der Ansprüche 18 bis 24, wobei das Abbild einen auf dem Objekt (3) platzierten Marker mit codierten Informationen abbildet und wobei mit der Auswerteeinheit (4) besagte Informationen decodiert werden und mit der Projektionseinheit (5) ein Ergebnis der Decodierung projiziert wird. Verfahren nach einem der Ansprüche 18 bis 25, wobei das Objekt (3) mit der Projektionseinheit (5) markiert wird, sofern dessen Sichtprüfung die Erfüllung zumindest eines Teiles der Prüfkriterien zeigt. Verfahren nach einem der Ansprüche 18 bis 26, wobei das Objekt (3) mit der Projektionseinheit (5) markiert wird, sofern dessen Sichtprüfung die Nichterfüllung zumindest eines Teiles der Prüfkriterien zeigt, wobei die Prüfkriterien insbesondere Qualitätskriterien für das Objekt (3) sind. Verfahren nach einem der Ansprüche 18 bis 27, wobei ein Bereich des Objektes (3) mit der Projektionseinheit (5) markiert wird, wenn bei der Sichtprüfung besagten Bereiches Auffälligkeiten festgestellt wurden. Verfahren nach einem der Ansprüche 18 bis 28, wobei mit der Projektionseinheit (5) eine weitere Projektion erzeugt wird und mit dem Sensor (2) ein weiteres Abbild erzeugt wird, welches die weitere Projektion umfasst, wobei mit der Auswerteeinheit (4) anhand der von dem Sensor (2) erfassten weiteren Projektion Parameter ermittelt werden, anhand derer das Sichtprüfgerät kalibriert und/oder justiert wird. Verfahren nach einem der Ansprüche 18 bis 29, wobei das Verfahren zur industriellen Qualitätskontrolle vorgesehen ist. Verfahren nach einem der Ansprüche 18 bis 30, wobei das Verfahren für automatisierte medizinische Untersuchungen vorgesehen ist.






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