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Dokumentenidentifikation DE10139864C5 30.08.2007
Titel Bauplatte mit rutschfester Oberfläche
Anmelder Kronotec AG, Luzern, CH
Vertreter GRAMM, LINS & PARTNER GbR, 38122 Braunschweig
DE-Anmeldedatum 14.08.2001
DE-Aktenzeichen 10139864
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 18.06.2003
Date of publication of amended patent 30.08.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 30.08.2007
IPC-Hauptklasse E04C 2/24(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, DE
IPC-Nebenklasse E04C 2/52(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, DE   E04F 15/02(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, DE   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Bauplatte aus Holzwerkstoff, insbesondere OSB, mit einer Oberseite und einer Unterseite, wobei zumindest die Oberseite mit einer rutschfesten Oberfläche versehen ist.

Derartige Bauplatten werden beispielsweise zur Isolierung des Dachstuhles eines Wohnhauses nach außen verwendet. Hierzu werden die Platten mit den Sparren des Dachstuhls beispielsweise verschraubt oder vernagelt. Anschließend erfolgt die Abdeckung des Daches mit Schindeln oder dergleichen, die auf die Bauplatte aufgebracht werden. Beim Verlegen der Bauplatten ist es notwendig, dass bereits mit den Sparren verbundene Platten von den Handwerkern begangen werden können. Die Oberfläche muss entsprechend rutschfest ausgebildet sein. Eine OSB(Oriented Strand Board)-Platte wird durch Verpressen eines mindestens dreilagig aus Holzpartikeln gestreuten Kuchens gebildet. Von Lage zu Lage sind dabei sich kreuzende, abwechselnd in Längsrichtung bzw. Querrichtung verlaufende Strands vorgesehen. Als Bindemittel wird zwischen den Strands Kunstharz verwendet. Durch das Kunstharz ist nach dem Verpressen des Kuchens die Oberfläche einer OSB-Platte relativ glatt. Eine besonders glatte Oberfläche ergibt sich bei OSB, die auf Pressen mit Conti Roll Technologie hergestellt werden. Um die Oberfläche der Platte rutschfest zu machen, kann ein Pottasche-Farbe-Gemisch aufgebürstet werden, wodurch eine sandartige Oberfläche erzielt wird. Auch ist es bekannt, bei der Herstellung hinter der ersten Presse, die den Kuchen verpresst, eine weitere Presse anzuordnen, die in die Platte eine Struktur einprägt.

Nachteilig an dieser Herstellungsart ist einerseits, dass die Fertigungsstraße entsprechend lang sein muss, was wiederum entsprechende Hallengrößen erfordert. Ist eine Anordnung der Strukturpresse hinter der ersten Presse nicht möglich, muss die Platte betriebsintern entsprechend transportiert werden, was die Fertigungszeit und die Fertigungskosten natürlich erhöht.

Die Strukturpresse ist sowohl von der Anschaffung als auch von der Wartung kostenintensiv, so dass allein deshalb die Fertigungskosten deutlich über einer Bauplatte ohne rutschfeste Oberfläche liegen.

Von dieser Problemstellung ausgehend soll die eingangs beschriebene Bauplatte so verbessert werden, dass die rutschfeste Oberfläche möglichst kostengünstig erzeugt wird.

Zur Problemlösung zeichnet sich eine gattungsgemäße Bauplatte dadurch aus, dass die Oberseite über ihre im Wesentlichen volle Fläche partiell verteilte, zur Aufrauung der Oberfläche dienende fadenförmige Aufträge eines Kunstharzes oder Kunststoffklebers aufweist.

Durch diese Ausbildung kann die Strukturpresse entfallen. Durch die Aufträge wird die Oberfläche der Platte entsprechend vergrößert und dadurch rutschfest.

Um die Herstellkosten zu minimieren, ist die Verteilung der Aufträge auf der Oberfläche vorzugsweise zufällig.

Die Aufträge können aus einem thermoplastischen Material, beispielsweise Heißkleber, bestehen, das nach dem Pressen der Platte mit einer Sprühdüse aufgesprüht wird.

Zur besseren Erkennbarkeit weisen die Aufträge eine andere Farbe auf als die Oberseite der Platte. Da aus Kostengründen in der Regel nur eine, nämlich die Oberseite der Platte, mit den Aufträgen versehen werden, kann der die Platte einsetzende Handwerker rasch erkennen, welche Seite er nach außen bringen muss, weil die Oberfläche rutschfest ist.

Die Dicke und Länge der Fäden sowie die Verteilung der Fäden auf der Oberseite ist unregelmäßig, um eine besondere Aufrauhung der Oberfläche zu erhalten. Wenn die Verteilung der Fäden auf der Oberseite auch zufällig ist, lassen sich die Herstellkosten minimieren, da die Qualitätsanforderungen beim Aufbringen der Aufträge gering gehalten werden können, und das Aufsprühen beispielsweise manuell erfolgen.

Die fadenförmigen Aufträge können eine Dicke von wenigen Zehnteln bis mehreren Millimetern haben.

Mit Hilfe einer Zeichnung soll ein bevorzugtes Ausführungsbeispiel der Erfindung nachfolgend näher erläutert werden. Es zeigt:

1 – eine schematisierte Draufsicht auf die rutschfeste Oberfläche einer Bauplatte;

2 – die Abbildung der Oberfläche einer erfindungsgemäß ausgebildeten Bauplatte.

Auf eine herkömmlich gepresste OSB-Platte werden auf die Oberseite 1 zur Aufrauhung der Oberfläche dienende Aufträge 2 aus Kunstharz, einem Kunststoffkleber oder einem thermoplastischen Material in feinen Fäden aufgesprüht. Die Aufträge 2 sind unregelmäßig auf der ganzen Plattenoberfläche verteilt. Die Dicke der Fäden, ihre Länge und ihre Anordnung ist zufällig gewählt.

Bewährt hat sich als Auftrag ein Heißkleber, der mit einer Spraynozzel, also eine sich drehende Düse in feinster Verteilung über die Oberfläche gesprüht wird. Das Versprühen kann manuell oder automatisch geschehen.

Wichtig ist es, als Material für die Aufträge ein solches zu wählen, das eine gute Verbindung mit der Oberfläche der OSB-Platte eingeht, um zu verhindern, dass beim Begehen der auf dem Dach ausgelegten Platte sich der Auftrag lösen kann und der Handwerker verunglückt.

Die Aufträge können jede Farbe haben. Vorzugsweise sind sie so eingefärbt, dass sie einen guten Kontrast zur Oberfläche der Platte bieten, damit die rutschfeste seite leicht erkennbar ist, wenn die Bauplatte verarbeitet wird.


Anspruch[de]
Bauplatte aus Holzwerkstoff, insbesondere OSB-Platte, mit einer Oberseite (1) und einer Unterseite, wobei zumindest die Oberseite (1) mit einer rutschfesten Oberfläche versehen ist, dadurch gekennzeichnet, dass die Oberseite (1) über ihre im wesentlichen volle Fläche partiell verteilte, zur Aufrauhung der Oberfläche dienende fadenförmige Aufträge eines Kunstharzes oder Kunststoffklebers aufweist. Bauplatte nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Verteilung der Aufträge (2) auf der Oberfläche zufällig ist. Bauplatte nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Aufträge (2) aus einem thermoplastischen Material bestehen. Bauplatte nach Anspruch 1 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Aufträge (2) aufgesprüht sind. Bauplatte nach einem oder mehreren der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zur besseren Erkennbarkeit die Aufträge (2) eine andere Farbe als die Oberseite der Platte aufweisen. Bauplatte nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Dicke und Länge der Fäden sowie die Verteilung der Fäden auf der Oberseite (1) unregelmäßig ist. Bauplatte nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Verteilung der Fäden auf der Oberseite (1) zufällig ist.






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