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Dokumentenidentifikation DE102006003413B3 30.08.2007
Titel Gewebe mit einer durch eingelegte Schussfadenendabschnitte gebildeten Einlegekante und Verwendung desselben
Anmelder Lindauer Dornier GmbH, 88131 Lindau, DE
Erfinder Krumm, Valentin, 88138 Hergensweiler, DE
Vertreter Leske und Kollegen, 80337 München
DE-Anmeldedatum 24.01.2006
DE-Aktenzeichen 102006003413
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 30.08.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 30.08.2007
IPC-Hauptklasse D03D 5/00(2006.01)A, F, I, 20070329, B, H, DE
IPC-Nebenklasse D03D 1/00(2006.01)A, L, I, 20070329, B, H, DE   
Zusammenfassung Erfindungsgemäß wird ein Gewebe mit einer durch eingelegte Schussfaden-Endabschnitte (31) gebildeten Einlegekante (29, 34) bereitgestellt. In die Einlegekante (29, 34) ist ein Feld mit alphanumerischen Zeichen, Logos oder zumindest einer Farbe, insbesondere als Werbeträger, so in das Gewebe eingewebt, dass die Enden (32) der eingelegten Schussfaden-Endabschnitte (31) durch das Feld (37) abgedeckt sind. Zumindest die Schussfäden des Grundgewebes (33) und die Kettfäden (7) bis (20) des Feldes (37) sind so aufeinander abgestimmt, dass das Feld (37) optisch bzw. ästhetisch im Wesentlichen einer mit einem Endlosschussfaden erzeugten Gewebekante entspricht. Das erfindungsgemäße Gewebe wird an einer sichtbaren Stelle eines konfektionierten Kleidungsstückes verwendet.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Gewebe mit einer durch eingelegte Schussfaden-Endabschnitte gebildeten Einlegekante sowie die Verwendung eines derartigen Gewebes.

Gewebe mit Namensleiste sind bekannt. Firmen, welche insbesondere höherwertige Gewebe herstellen, weben eine Namensleiste in das Gewebe ein, wobei die Namensleiste in einem gewissen Abstand zur Gewebekante nach innen in das Grundgewebe hineingelegt ist, und beim späteren Verarbeiten, wie z.B. Konfektionieren des Gewebes, wird die Namensleiste als Abfall entfernt bzw. weggeschnitten. Ein wesentlicher Vorteil des Einwebens einer Namensleiste in das Gewebe bzw. den Stoff besteht darin, dass die Herkunft des Stoffes nicht etwa durch aufgenähte oder aufgeklebte bzw. aufgebügelte Namenszüge gefälscht werden kann. Ein In-das-Gewebe-Hineinlegen einer derartigen Namensleiste hat jedoch den Nachteil, dass relativ viel Abfall entsteht bei der Verarbeitung des Gewebes. Namensleisten in Geweben können beispielsweise in herkömmlicher Weise durch eine Jacquard-Maschine, insbesondere wenn eine hohe Qualität der Namensleiste durch eine relativ hohe Anzahl von Kettfäden in der Namensleiste erzeugt werden soll, oder durch eine Schaftmaschine, wenn eine geringere Qualität der Namensleiste in Folge einer geringeren Anzahl von Kettfäden in der Namensleiste ausreichend ist, erzeugt werden.

Des weiteren gibt es für Jeans, insbesondere im oberen Preissegment, eine modische Entwicklung, den Stoff für derartige hochpreisliche Jeans auf traditionellen Webstühlen herzustellen. Bei den traditionellen Webstühlen wird der Schussfaden mittels eines sogenannten „Schiffchens" in das Webfach eingebracht. Der Schussfaden wird dabei von einer Spule im Schiffchen abgezogen und auf jeder Seite des Gewebes, nachdem das Schiffchen das Webfach vollständig durchquert hat, an der Gewebekante umgelegt und in entgegengesetzter Richtung wieder in das nächste Webfach eingebracht. Dadurch entsteht eine auf einer Schützen-Webmaschine hergestellte Gewebekante, welche häufig auch als Webstuhlkante bezeichnet wird. Bei dieser Gewebekante ist über die gesamte Breite des Gewebes ein und dieselbe Schussfadendichte vorhanden. Bei einem derartigen Gewebe kann die Namensleiste mit den genannten Jacquard-Maschinen oder Schaftmaschinen immer im Prinzip an jeder Stelle des Gewebes eingewebt werden. Der Nachteil derartiger auf traditionellen Webstühlen hergestellter Gewebe, insbesondere Jeansgewebe, besteht darin, dass deren Produktivität auf Grund extrem niedriger Drehzahlen sehr niedrig ist.

Es wäre nun wünschenswert, eine derartige Namensleiste möglichst dicht an die Gewebekante heranzubringen, damit insbesondere bei Jeans der Namenszug des Herstellers oder des Designers oder andere Informationen in Form eines Logos, &agr;-numerischer Zeichen oder auch Farben beim fertigen konfektionierten Produkt beispielsweise im umgelegten Saum sichtbar ist bzw. sind.

Hochproduktive Webmaschinen arbeiten heutzutage als Greiferwebmaschinen oder als Luftwebmaschinen. Bei Greiferwebmaschinen wird der Schussfaden mechanisch mittels der Greifer in das Webfach eingebracht, wohingegen bei Luftwebmaschinen der Schussfaden mittels eines Luftstrahles bzw. Luftimpulses in das Webfach eingetragen wird. Im Folgenden werden nur derartige Gewebe betrachtet, welche eine sogenannte Einlegekante aufweisen. Sowohl der mit Luftwebmaschinen pneumatisch eingebrachte Schussfaden als auch der bei Greiferwebmaschinen mechanisch eingebrachte Schussfaden werden für eine derartige Einlegekante, nachdem der Schussfaden das Webfach komplett durchquert hat, an ihren jeweiligen Enden in Richtung des Schussfadens teilweise wieder in das Webfach hinein zurückgeführt, so dass die sogenannte Einlegekante entsteht. Die am Rand des Gewebes wieder eingelegten Schussfadenenden führen dazu, dass im Bereich der Einlegetiefe der Schussfadenendabschnitte eine doppelte Schussfadendichte im Vergleich mit dem übrigen Gewebe, dem sogenannten Grundgewebe, vorhanden ist. Bei mechanisch eingebrachten Schussfäden ist die Einlegetiefe der Schussfadenendabschnitte in der Regel relativ konstant, wobei ein Schwanken der Einlegetiefe dennoch möglich ist, während die Einlegetiefe bei Luftwebmaschinen in der Regel in einem gewissen Bereich streut. Bei Greiferwebmaschinen werden üblicherweise Einlegetiefen von ca. 10 bis 12 mm erreicht bzw. erzeugt, wohingegen bei Luftwebmaschinen die Einlegetiefe häufig im Bereich von ca. 15 bis 20 mm liegt.

Mit Greiferwebmaschinen sowie mit Luftwebmaschinen kann zwar eine hohe Produktivität bei der Herstellung von Geweben auch hoher Qualität erzeugt werden. Wenn jedoch Gewebe mit einer Einlegekante hergestellt werden, ist es auf Grund der doppelten Schussfadendichte im Bereich der Einlegekante nicht ohne weiteres möglich, dort auch noch bzw. überhaupt eine sogenannte Namensleiste bzw. ein Feld mit &agr;-numerischen Zeichen, Logos oder mit zumindest einer Farbe anzuordnen. Unter anderem bestehen Schwierigkeiten, eine derartige Namensleiste beispielsweise als Werbeträger im Saum von konfektionierten Jeans anzuordnen, unter anderem weil die eingelegten Schussfadenenden aus dem Gewebe herausstehen und dies den hohen ästhetischen Anforderungen insbesondere von hochpreislicher Konfektion nicht entspricht. Weitere Probleme können beispielsweise dadurch auftreten, dass durch die doppelte Schussfadendichte im Bereich der Einlegekante oder auch im Grundgewebe Wellungen auftreten, welche eine Namensleiste für Werbeträger, bei denen hohe, auch ästhetische Anforderungen erforderlich sind, ungeeignet machen. Darüber hinaus können Probleme dadurch entstehen, dass das Grundgewebe einer thermischen Behandlung unterzogen wird und dabei gegebenenfalls einer Schrumpfung unterliegt, wohingegen das für eine Namensleiste verwendete Fadenmaterial davon abweichende Eigenschaften hat und eine möglicherweise im Webvorgang noch nicht vorhandene Wellung oder Unregelmäßigkeit nach der thermischen Behandlung des Gewebes in Erscheinung treten lässt.

Unabhängig von jeder Ausbildung als Namensleiste oder Werbeträger sind im Stand der Technik schon verschiedene Vorschläge bekannt geworden, das Aussehen von Einlegekanten bei Geweben mit abgelängten Schussfäden, deren Endabschnitte wieder in das Webfach hinein zurückgeführt werden, zu verbessern. Gemäß der DE 42 22 076 A1 wurde es besonders bei feinen Geweben als störend angesehen, dass die Enden der eingelegten Schussfaden-Endabschnitte im Gewebe für einen aufmerksamen Betrachter erkennbar sind. Es wird dann ein „ausgefranstes" Erscheinungsbild gerügt. Zur Abhilfe wird gemäß der DE 42 22 076 A1 vorgeschlagen, an der Einlegekante eine aus Kantenkettfäden gebildete Webkante auszubilden, die so breit ist, dass sie die eingelegten Schussfaden-Endabschnitte überdeckt, und mindestens im Bereich von deren Enden eine Bindung eines Kett-Schussrapportes größer als zwei Kettfäden aufweist. In diesem Bereich sollen zudem die mit einem Kett-Schussrapport von größer zwei bindenden Kettfäden eine höhere Dichte als in den beidseitigen Nachbarbereichen des Gewebes aufweisen. Als weitere Verbesserung wird unter anderem vorgeschlagen, dass dieser Bereich, der die Enden der Schussfaden-Endabschnitte überdeckt, gegen das Grundgewebe durch mindestens einen Dreherfaden abgeschlossen ist.

Dadurch, dass in einem Teilbereich der Einlegekante eine Bindung größeren Rapportes als zwei in Kette und Schuss gewählt wird, werden gemäß der DE 42 22 076 A1 flottierende Fäden geschaffen. Diese sollen eine höhere Dichte erlauben und die Enden der eingelegten Schussfaden Endabschnitte derart überdecken, dass sie für den Beschauer unsichtbar werden. Zur Seite des Geweberandes hin soll die an der Einlagekante ausgebildete Webkante zweibindig sein, wie es der Tradition entspricht. Eine derartige Festlegung auf bestimmte Bindungsarten bedeutet eine nachteilige Einengung, wenn Gesichtspunkte der Ausbildung als Namensleiste oder Werbeträger im Vordergrund stehen.

Die CH 688 382 A5 betrifft ein Verfahren zur Herstellung von Geweben der Tucharten Ghutra und Yashmagh für uni sowie für gemusterte Araber-Kopftücher, wobei Greifer- und Projektil-Webmaschinen zur Anwendung kommen. Diese Gewebe haben Einlegekanten, die dort als Lisièren bezeichnet werden und zum Grundgewebe hin durch einen verhältnismäßig schmalen Abschluss-Kettstreifen abgeschlossen sind. Nach dem Vorschlag der CH 688 382 A5 werden die Enden der eingelegten Schussfaden-Endabschnitte in den Abschluss-Kettstreifen eingebunden. Der Abschluss-Kettstreifen weist dabei eine größere Kettfadendichte auf als das Grundgewebe und der größte Breitenbereich der Einlegekante und überdeckt die Enden der Schussfaden-Endabschnitte mit einer Köper- oder Satin-Webbindung. Dadurch soll sich ein gerader, scharf abgegrenzter Webkanten-Abschluss ergeben, so dass der optisch ausgefranst wirkende Übergang der normalen Einlegekante zum Grundgewebe vermieden wird. Auch die Festlegung auf einen schmalen Abschluss-Kettstreifen von bestimmter Bindungsart, der sich zudem im Abstand vom Geweberand befindet, bedeutet eine Einengung für Zwecke der werbewirksamen Gestaltung.

Die CH 32 429 belegt den allgemein bekannten Stand der Technik, wonach in den Rand eines Gewebes alphanumerische Zeichen und/oder Logos eingewebt sein können, die Auskunft über den Hersteller des Gewebes geben und als Werbeträger dienen können. In dem besonderen Fall der CH 32 429 wird zusätzlich vorgeschlagen, zwischen dem mit alphanumerischen Zeichen und/oder Logos versehenen Randbereich und dem Grundgewebe einige Kettfäden wegzulassen, so dass der Randbereich ggf. leicht von dem Grundgewebe abgetrennt werden kann.

Demgegenüber besteht die Aufgabe der vorliegenden Erfindung darin, bei einem Gewebe mit einer durch eingelegte Schussfaden-Endabschnitte gebildeten Einlegekante diese in ihrer optischen Erscheinung weitgehend an das Aussehen einer mit einem Endlos-Schussfaden erzeugten Gewebekante anzupassen und zugleich die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass werbewirksame und nicht entfernbare alphanumerische Zeichen, Logos oder dergleichen an sichtbaren Stellen der Konfektionsware angebracht werden.

Diese Aufgabe wird durch ein Gewebe mit der Gesamtheit der Merkmale des Anspruchs 1 gelöst. Zweckmäßige Weiterbildungen sind in den jeweiligen abhängigen Ansprüchen definiert.

Das Gewebe gemäß der Erfindung weist eine Einlegekante auf, welche durch eingelegte Schussfaden-Endabschnitte gebildet ist. Die Einlegekante wird dabei mechanisch mittels Greiferwebmaschinen oder pneumatisch mittels Luftwebmaschinen erzeugt, wobei die Schussfäden länger als die zu webende Breite des Gewebes sind und ihre Schussfaden-Endabschnitte am Rand des Gewebes umgelegt und wieder in das Webfach eingelegt werden, so dass im Bereich der Einlegekante die doppelte Schussfadendichte vorhanden ist. Erfindungsgemäß ist in die Einlegekante ein Feld mit alphanumerischen Zeichen, mit Logos oder mit zumindest einer Farbe eingewebt, wobei das Feld vorzugsweise als Werbeträger benutzbar ist. Vorzugsweise weist das Gewebe an beiden Seiten in der Einlegekante ein derartiges Feld auf. Der Teil des Gewebes, welcher zwischen den Einlegekanten mit dem erfindungsgemäßen Feld vorhanden ist, wird als Grundgewebe bezeichnet. Das Feld ist nun erfindungsgemäß so in die Einlegekante eingewebt, dass die Enden der eingelegten Schussfaden-Endabschnitte durch das Feld abgedeckt sind. Die Breite des Feldes ist dabei so gewählt, dass sie einerseits möglichst dicht an der unmittelbaren Kante des Gewebes ist, dass andererseits je nach Einlegetiefe oder Streuung der Einlegetiefe der Schussfaden-Endabschnitte die Breite so groß ist, dass die Enden im Feld abgedeckt und damit optisch am Gewebe außen nicht sichtbar sind.

Unter „Feld" bzw. „Namensleiste" wird dabei der Bereich aller Fäden verstanden, welche die Schussfadenabschnitte abdecken. Dies sind insbesondere die unmittelbaren, die Breite des eigentlichen Feldes bzw. der eigentlichen Felder bildenden Feld-Kettfäden sowie gegebenenfalls vorhandene, das eigentliche Feld bzw. die eigentlichen Felder begrenzende Randkettfäden, welche vorzugsweise leinwandbindig sind (siehe z.B. Fäden Nr. 7, 8 und 19, 20 in 1).

Gemäß der Erfindung sind zumindest die Schussfäden des Grundgewebes, vorzugsweise sowohl Schussfäden als auch Kettfäden des Grundgewebes, und die Kettfäden des Feldes so aufeinander abgestimmt, dass das Feld optisch bzw. ästhetisch im Wesentlichen einer mit einem Endlosschussfaden erzeugten Gewebekante entspricht.

Ein wesentlicher Vorteil eines derartigen erfindungsgemäßen Gewebes mit einem Feld im Bereich der Einlegekante, das normalerweise nicht die Qualität eines Feldes bei normaler, d.h. einfacher Schussfadendichte, erreicht, besteht u.a. darin, dass einerseits das Feld bzw. die Namensleiste als Werbeträger insbesondere für Konfektion verwendbar ist, und zwar in der Art, dass bei einer Anordnung des Feldes in möglichst großer Nähe zur unmittelbaren Kante des Gewebes die Namensleiste bzw. das Feld beim späteren Konfektionieren im Saum angeordnet ist und der Saum z.B. bei hochgekrempelten Hosenbeinen von Jeans dann einen sichtbaren Werbeträger bildet. Andererseits bestehen Vorteile darin, dass eine eingewebte Einlegekante, welche bewusst beim Konfektionieren nicht entfernt wird, eine deutlich höhere Fälschungssicherheit bietet, da das Feld eingewebt ist und nicht aufgenäht oder aufgebügelt oder aufgeklebt ist. Dies spielt insbesondere bei hochpreislicher Konfektion eine wesentliche Rolle.

Zumindest die Schussfäden des Grundgewebes und die Kettfäden des Feldes sind dabei hinsichtlich Fadenzahl, Einlegetiefe, Material, Feinheit, Qualität, Vorbehandlung etc. aufeinander abgestimmt. Das Aufeinander-Abstimmen wird dabei so vorgenommen, dass ein Gewebe mit als Werbeträger dienender Einlegekante erzeugbar ist, welches weder im Feld noch im Grundgewebe Wellungen aufweist, welches hohen Qualitätsanforderungen entspricht und welches auch bei thermischer Behandlung (Ausrüstung) des Gewebes zu keinen Veränderungen bzw. Inhomogenitäten zwischen dem Feld bzw. der Namensleiste und dem Grundgewebe führen.

Das Feld bzw. die Namensleiste wird in an sich bekannter Art und Weise mit einer Jacquard-Maschine oder mit einer Schaftmaschine hergestellt. Die Enden der Schussfaden-Endabschnitte sind dabei mit dem Feld bindungstechnisch, indem beispielsweise im unmittelbaren Bereich von deren Enden ein oder mehrere zusätzliche Feld-Kettfäden, d.h. Randkettfäden, angeordnet werden, abgedeckt. Das bedeutet, dass die Enden an der Oberfläche des Gewebes sowohl an dessen Oberseite als auch an dessen Unterseite nicht sichtbar sind. Dadurch entsteht keine ästhetisch nachteilige Beeinflussung des als Werbeträger genutzten Feldes. Die Anzahl und Anordnung der Feld-Kettfäden wird dabei mittels Schaftmaschinen, Jacquard-Maschinen oder Exzentermaschinen oder dergleichen gesteuert. Dadurch entsteht vorteilhafterweise ein hochqualitativer Werbeträger vorzugsweise im unmittelbaren Randbereich des Gewebes, d.h. im Bereich von dessen Einlegekante.

Es ist jedoch auch möglich, ein Feld bzw. eine Namensleiste zusätzlich zum Bereich der Einlegekante auch entfernt davon im Grundgewebe anzuordnen. Da dort nur die einfache Schussfadendichte (im Vergleich zur Einlegekante) vorhanden ist, muss die Abstimmung zwischen den Feld-Kettfäden und den Fäden des Grundgewebes anders gewählt bzw. bestimmt werden als im Bereich der Einlegekanten. Aber auch für derartige, im Grundgewebe angeordnete Felder bzw. Namensleisten muss die Abstimmung so vorgenommen werden, dass weder im Feld noch im Grundgewebe Wellungen auftreten, und zwar auch hier während des gesamten Webprozesses eines abzuwebenden Kettbaumes.

Damit das Feld in Bezug auf das Grundgewebe wellungsfrei ist, müssen die Parameter zumindest der Schussfäden des Grundgewebes und der Kettfäden des Feldes aufeinander abgestimmt werden, und zwar zumindest bezüglich ihrer Qualität, Anzahl, Stärke, Bindungsart und ihres Materials, gegebenenfalls auch ihrer Vorbehandlung oder späteren Ausrüstung. Die jeweiligen Parameter werden dabei so gewählt, dass ein optisch sauberes und klares Schriftbild, Logo oder Bild von &agr;-numerischen Zeichen oder Farben bzw. Farbabschnitten erzeugt wird, welche den Anforderungen an einen Werbeträger bei einem konfektionierten Gegenstand genügen. Der konfektionierte Gegenstand kann dabei vorzugsweise ein Jeansprodukt, ein Bezug von einem Sitz in einem Kraftfahrzeug, Flugzeug, einem Zugwagon etc. sein.

Vorzugsweise sind die Kettfäden des Feldes durch thermische und/oder chemische Vorbehandlung an die Eigenschaften der Schussfäden bzw. auch der Kettfäden des Gewebes angepasst. Darunter ist zu verstehen, dass in einem Fall, bei welchem das Material des Grundgewebes bei einer thermischen Behandlung oder einer chemischen Behandlung oder einer Kombination aus thermischer und chemischer Behandlung beispielsweise nicht schrumpft, das Material der Kettfäden des Feldes prinzipiell aber zur Schrumpfung neigt, das Material der Kettfäden des Feldes einer thermischen und/oder einer chemischen Vorbehandlung unterzogen wird, die derart ausgebildet ist, dass beim späteren Behandeln des gesamten Gewebes das Verhalten des Materials des Feldes nicht mehr von dem Verhalten des Materials des Grundgewebes abweicht, so dass Wellungen sowohl im Feld als auch im Grundgewebe auch nach einer Behandlung des Gewebes ausgeschlossen werden können.

Vorzugsweise sind die Kettfäden des Feldes bezüglich ihrer Spannung an die Eigenschaften der Schussfäden des Gewebes bzw. auch der Kettfäden des Gewebes angepasst. Über die Einstellbarkeit der Spannung der Feld-Kettfäden kann ebenfalls erreicht werden, dass deren Eigenschaften mit denen der Schussfäden bzw. Schussfäden und Kettfäden des Grundgewebes in Einklang gebracht werden.

Je nachdem, ob die Einlegekante des Gewebes mechanisch mittels einer Greiferwebmaschine oder pneumatisch mit einer Luftwebmaschine erzeugt worden ist, wird die Breite des Feldes bzw. der Namensleiste in der Einlegekante derart ausgebildet, dass das Feld die hinsichtlich der Einlegetiefe gegebenenfalls streuenden Enden der Schussfaden-Endabschnitte komplett abdeckt. Durch das Abdecken der Enden der Schussfaden-Endabschnitte im bzw. durch das Feld, und zwar sowohl auf der Oberseite als auch auf der Unterseite des Gewebes, wird die Qualität des als Werbeträger dienenden Feldes deutlich verbessert.

Vorzugsweise ist das Feld als durchgängiger Streifen in Form einer Namensleiste, einer Logoleiste oder einer Farbleiste ausgebildet. Damit kann über die gesamte Länge des Gewebes bzw. über den gesamten eingesetzten Saum der Werbeträger angebracht werden. Es ist jedoch auch möglich, dass das Feld abschnittsweise ausgebildet ist oder aus zumindest einem einzelnen Abschnitt besteht. Der Abschnitt wird dabei vorzugsweise so angeordnet, dass bei einem späteren Einsatz dieses Gewebes das Feld als Werbeträger wie z.B. bei Jeans im Saum an einer Stelle angeordnet ist, welche z.B. durch Umschlagen des Hosenbeines sichtbar wird.

Vorzugsweise weist das Feld in der Einlegekante eine Breite von 15 mm oder mehr, insbesondere größer 15 bis 50 mm, insbesondere größer 15 bis 20 mm auf. Das Feld ist dabei so dicht wie möglich an die unmittelbare Kante des Gewebes gelegt, reicht jedoch in Richtung auf das Grundgewebe so weit in dieses hinein, dass die Enden der Schussfaden-Endabschnitte, welche eingelegt sind und die Einlegekante mit doppelter Schussfadendichte ausmachen, durch das Feld abgedeckt sind.

Gemäß einer Weiterbildung der Erfindung ist das Feld als doppellagiges Gewebe entweder auf der Oberseite oder auf der Unterseite des Grundgewebes angeordnet und ist mittels Doppeltuchbindungen mit dem Grundgewebe verbunden. Dies hat den Vorteil, dass sich das als Werbeträger dienende Feld optisch bzw. ästhetisch aus der Oberfläche des Grundgewebes heraushebt.

Vorzugsweise ist im Gewebe noch ein weiteres Feld vorhanden, welches von der Einlegekante beabstandet ist und ebenfalls als Werbeträger im Gewebe selbst dienen kann. Zwar ist bei einem im Grundgewebe angeordneten Feld nur eine einfache Schussfadendichte vorhanden (im Gegensatz zur doppelten Schussfadendichte im Bereich der Einlegekante), die vorzugsweise für das Grundgewebe und das Werbeträgerfeld verwenden Fadenmaterialien müssen jedoch ebenfalls hinsichtlich ihrer Eigenschaften so aufeinander abgestimmt sein, dass sowohl das Grundgewebe als auch das im Grundgewebe angeordnete Werbeträgerfeld als auch das Feld in der Einlegekante wellungsfrei sind und auch nach einer gegebenenfalls vorzunehmenden thermischen und/oder chemischen Behandlung des Gewebes bleiben, und zwar über den gesamten Webprozess eines abzuwebenden Kettbaumes.

Das erfindungsgemäße Gewebe mit einem als Werbeträger dienenden Feld im Bereich der Einlegekante lässt sich auf üblichen Webmaschinen herstellen, die als Fachbildeorgane für die Kettfäden des zumindest einen Feldes eine Jacquard- oder eine Schaftmaschine aufweisen. Dabei kann die Maschine mehrbahnig oder einbahnig zur Herstellung von Gewebe ausgelegt sein. Jedes Feld kann dabei mit einer separaten Jacquard-Maschine für jeweils andere Namenszüge, Logos etc. hergestellt werden. Mehrere Namenszüge, Logos etc. können aber auch an mehreren Stellen des Gewebes mit einer einzigen Jacquard-Maschine hergestellt werden. Eine derartige Jacquardmaschine wird auch als Namensjacquardmaschine bezeichnet. Für eine Webmaschine zur Herstellung des Gewebes in mehrbahniger Weise werden wie üblich Außeneinleger und Mitteleinleger vorgesehen, wohingegen bei der einbahnigen Herstellung eines erfindungsgemäßen Gewebes nur Außeneinleger angeordnet sind. Um das als Werbeträger dienende, in der Einlegekante angeordnete Feld hinsichtlich des für diese Kettfäden verwendeten Materials auf das Material des Grundgewebes des Gewebes abzustimmen, werden die Kettfäden für das Feld bzw. die Namensleiste von separat gebremsten Spulen mit einstellbarer Spannung abgezogen oder sind auf einem Kettbaum mit einer solchen Spannung gebäumt, dass die Eigenschaften der Kettfäden des Feldes mit denen des Grundgewebes so abgestimmt sind, dass ein Feld bzw. eine Namensleiste ohne Wellungen im Gewebe erzeugbar ist. Die Spannung wird dabei über den gesamten Webprozess konstant gehalten, wobei auch eine Kompensation für die Durchmesserabnahme der Spulen bzw. des Kettbaumes wie beispielsweise mittels einer Tastrolle oder elektronischer Einrichtungen zur automatischen Durchmesserkompensation vorgesehen ist.

Gemäß noch einem weiteren Aspekt der Erfindung wird das erfindungsgemäße Gewebe mit einem in der Einlegekante dieses Gewebes angeordneten Feld, welches alphanumerische Zeichen, Logos oder zumindest eine Farbe aufweist und als Werbeträger dient, an einer sichtbaren Seite im Gewebe so angeordnet, dass ein Gegenstand, bei dem das Gewebe verarbeitet ist, diesen Werbeträger nach außen sichtbar zeigt, was insbesondere bei konfektionieren Kleidungsstücken wie Jeans sowie Damen- und Herrenbekleidung anwendbar ist. Weitere Anwendungsfälle sind beispielsweise Fahrzeugsitze, Vorhänge, Polstermöbel, textile Tapeten usw.

Damit sind ein Gewebe und die Verwendung eines derartigen Gewebes bereitgestellt, bei welchem Fälschungen ausgeschlossen bzw. stark eingeschränkt werden können, da das Feld in das Gewebe eingewebt ist. Darüber hinaus wird auf Grund einer relativ hohen Anzahl von Kettfäden für das Feld bzw. die Namensleiste eine hohe optische Qualität eines derartigen Werbeträgers erreicht. Da dieser Werbeträger außerdem in der Einlegekante angeordnet ist, welche bisher bei der Konfektionierung Abfall darstellte, wird der Stoffabfall beim Verarbeiten reduziert. Das Feld bzw. die Namensleiste sind so angeordnet, dass optisch und ästhetisch höchsten Anforderungen genügt wird. Bei einem mittleren hohen Standard für die Qualität bei einer derartigen Namensleiste werden beispielsweise 75 Fäden pro cm einer Qualität von 135 Nm/3 eingesetzt, wohingegen bei einem durchschnittlichen Jeansgewebe die Kettfadenzahl im Bereich von 10 bis 12 liegt. Aber auch 100 Kettfäden pro cm für die Namensleiste sind durchaus möglich und realisierbar, beispielsweise bei einer Qualität der Kettfäden für das Feld in Acetat oder Polyester. Die Qualität und die Anzahl der Kettfäden wird in Abstimmung mit dem Grundgewebe so vorgenommen, dass sich das gesamte Gewebe mit den als Werbeträger dienenden Feldern nicht wellt. Prinzipiell können für die Kettfäden des Feldes aber auch Naturfasern, Baumwolle, Acetat oder Ähnliches eingesetzt werden.

Prinzipiell sollten/müssen die sogenannten Schriftzug-Kettfäden eine ähnliche Qualität wie die des Grundgewebes haben bzw. müssen die im Ausrüstungsprozess des fertigen Gewebes beispielsweise auftretenden Schrumpfungen „mitmachen", und zwar obwohl die Namensleiste in der Regel deutlich mehr Kettfäden aufweist als das Grundgewebe. In den Bereichen der Namensleiste bzw. des Feldes, in welchen keine alphanumerischen Zeichen oder Logos oder Farbflächen angeordnet sind, wird dieses Feld als Grundbindung abgebunden, wodurch eine zusätzliche Stabilität der Leiste erzeugt wird.

Am häufigsten wird eine Abstimmung zwischen dem Kettfadenmaterial für das Feld und das Fadenmaterial für das Grundgewebe hinsichtlich der Schrumpfung vorzunehmen sein, welche gewöhnlich während des Veredlungsprozesses auftritt.

Wenn in einem ersten Fall während des Veredlungsprozesses das Grundmaterial nicht schrumpft, dann muss das Material der Kettfäden für das Feld so ausgewählt sein, dass es während des Veredlungsprozesses des gesamten Gewebes ebenfalls nicht schrumpft.

Wenn beispielsweise bei Jeans gemäß einem zweiten Fall das Grundwebe während des Veredlungsprozesses um ca. 10% schrumpft, dann muss gewährleistet sein, dass das Material der Feldkette bzw. Namensleistenkette ebenfalls um 10% schrumpft, damit auch nach dem Veredlungsprozess weder Wellungen des als Werbeträger dienenden Feldes noch des Grundgewebes auftreten.

Wenn gemäß einem dritten Fall das Material des Grundgewebes im Veredlungsprozess nicht schrumpft, das eingesetzte Material für die Kettfäden für das Feld jedoch bei einer Veredlung schrumpfen würde, so kann das Kettfadenmaterial für das Feld einem Vorschrumpfungsprozess unterzogen werden, so dass bei einer nachfolgenden thermischen Ausrüstung des Gewebes ein weiteres Schrumpfen dieses Materials unterbleibt. Dadurch wird gewährleistet, dass auch bei einem nicht schrumpfenden Gewebe nach dem Ausrüstungsprozess keine Wellungen auftreten bzw. zurückbleiben. Der Nachteil der doppelten Schussfadendichte des im Bereich der Einlegekante als Werbeträger vorgesehenen Feldes bzw. der dafür vorgesehenen Namensleiste wird durch die Abstimmung der Eigenschaften des Kettfadenmaterials des Feldes mit den Eigenschaften des Materials des Grundgewebes in einen technischen wie auch optischen und ästhetischen Vorteil umgewandelt. Diese Abstimmung kann auch über eine Anpassung der Kettfadenspannungen derart erfolgen, dass auf Grund von Spannungsänderungen, welche kontrolliert auf das jeweilige Material der Kettfäden ausgeübt werden, erreicht werden.

Das Feld bzw. die Namensleiste ist vorzugsweise auch zum Labeln von Konfektion oder anderen, das erfindungsgemäße Gewebe einsetzenden Gegenständen einsetzbar.

Die Erfindung wird nun nachfolgend detailliert an Hand der beigefügten Zeichnungen für mehrere Ausführungsbeispiele beschrieben. In der Zeichnung zeigen:

1 ein erstes Ausführungsbeispiel eines Gewebes mit einem erfindungsgemäßen Feld in der Einlegekante;

2 das Ausführungsbeispiel des Gewebes gemäß 1, jedoch schematisch in zweibahniger Herstellung;

3 ein weiteres Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen Gewebes mit einem Feld in der Einlegekante und zusätzlich einem Feld im Grundgewebe;

4 eine vergrößerte Darstellung des Namenszuges im Feld der Einlegekante gemäß 3;

5a ein Beispiel eines Gewebes mit einem Feld in der Einlegekante und mit einem eine eingewebte Tasche aufweisenden Feld im Grundgewebe;

5b eine Seitenansicht des Feldes mit Tasche aus 5a) in prinzipieller Darstellung; und

6 eine Greiferwebmaschine in prinzipieller Darstellung mit einer Jacquard-Maschine zur Herstellung eines Gewebes mit einem Feld als Werbeträger.

In 1 ist ein erfindungsgemäßes Gewebe gemäß einem ersten Ausführungsbeispiel dargestellt. Schematisch sind zwei Seiten des Gewebes dargestellt, wobei das Gewebe an jeder Seite eine Einlegekante 29 bzw. 34 und dazwischen ein Grundgewebe 33 aufweist. Die das Grundgewebe unterbrechende weiße Zickzack-Linie verdeutlicht lediglich, dass der in 1 dargestellte rechte Teil des erfindungsgemäßen Gewebes spiegelbildlich zu dem linken Teil ist. Vereinfachend wird daher lediglich auf den linken Teil in 1 Bezug genommen. Die fortlaufenden Bezugsziffern 1 bis 28 stellen schematisch die Kettfäden im Bereich der Einlegekante 29 sowie eines Teils des Grundgewebes 33 dar. Die Kettfäden 1 bis 28 sind in 1 senkrecht dargestellt, wohingegen die Schussfäden 30 waagerecht dargestellt sind. Die Schussfäden 30 sind an der Gewebekante mit Schussfaden-Endabschnitten 31 wieder zurück in die Einlegekante 29 geführt und dort mit den jeweiligen Kettfäden 1 bis 20 eingewebt. Die Schussfadenenden 32 sind lediglich bezüglich ihres jeweiligen noch sichtbaren Teils des Schussfaden-Endabschnittes 31 mit Bezugsziffer 32 gezeigt, wobei die unmittelbaren Enden 32 der Schussfaden-Endabschnitte 31 durch die Kettfäden 18, 19, 20 abgedeckt sind.

Gemäß dem in 1 dargestellten Ausführungsbeispiel sind zwei Kettfäden 1, 2 in 1/1-Bindung, d.h. Leinwandbindung angeordnet. Die 1/1-Bindung dieser Kettfäden 1, 2 am Rand des Gewebes garantieren am besten eine gerade Gewebekante. Vorzugsweise sind dies zwei Kettfäden, es ist jedoch auch möglich, dass 4, 6, 8 oder mehr derartige Fäden vorgesehen sind. Die Anzahl dieser Kettfäden am Rand des Gewebes hängt davon ab, an welcher Stelle in der Einlegekante 29, 34 das Feld 37 angeordnet sein soll. Hinsichtlich der Bindung ist es auch möglich, eine 2/1-, 3/1-, 4/1-Bindung oder dergleichen vorzusehen, jedenfalls ist es erforderlich, dass bei jedem Schuss eine Gegenbindung vorhanden ist. Bei den Bindungen 2/1-, 3/1- und 4/1 handelt es sich um eine Grundbindung, wobei beispielsweise bei der Grundbindung 4/1 der Bindungsrapport aus 5 Fäden besteht. Um eine gute Qualität der Gewebekante zu erreichen, können die einzelnen Fäden eines Bindungsrapportes einzeln gebremst sein.

Prinzipiell ist es möglich, dass sich das erfindungsgemäße Feld 37 in der Einlegekante 29, 34 unmittelbar an diese leinwandbindigen Kettfäden anschließt. Gemäß dem in 1 dargestellten Ausführungsbeispiel sind vier Kettfäden 3, 4, 5, 6, deren Anzahl jedoch frei wählbar ist, in einer symmetrischen Bindung vorgesehen. Die symmetrische Bindung hat den Vorteil, dass eine entsprechende Stabilität für die Kante erreicht wird, damit die Kante nicht „rollt". Bei diesen Kettfäden 3 bis 6 ist eine Gegenbindung bei jedem Schussfaden nicht zwingend erforderlich.

Damit das Feld bzw. die Namensleiste nicht „verläuft" ist minimal ein Rapport von je zwei Kettfäden, 7, 8 bzw. 19, 20 neben dem unmittelbaren Feld angeordnet. Diese Kettfäden 7, 8 bzw. 19, 20 begrenzen somit das unmittelbare Feld bzw. die unmittelbare Namensleiste und sind wegen eines schönen, sauberen Überganges leinwandbindig vorgesehen. Es ist jedoch auch möglich, eine größere Gruppe von Grundbindungen vorzusehen, und auch ist es möglich, den Übergang zwischen dem unmittelbaren Feld auf das Grundgewebe bzw. den Randbereich des Gewebes in Form eines kleinen Satinstreifens vorzusehen. Gemäß der Definition sind die Kettfäden 7, 8 bzw. 19, 20 Teil des Feldes bzw. der Namensleiste, sodass das Feld bzw. die Namensleiste (37) aus den Kettfäden 7 bis 20 gebildet ist.

Das unmittelbare Feld wird durch die Kettfäden 9 bis 18 gebildet. Es sollte eine derartige Breite aufweisen, dass die Enden 32 der Schussfaden-Endabschnitte 31 abgedeckt sind. Entsprechend der Definition ist es jedoch auch möglich, dass diese Schussfadenenden 32 auch durch die Kettfäden 19, 20 abdeckbar sind. Die Kettfäden 7, 8 bzw. 19, 20 sind in dem Ausführungsbeispiel gemäß 1 leinwandbindig dargestellt. Es ist jedoch auch möglich, sie als 2,2- oder Doppeltuchbindung abzubinden.

In 2 sind zwei auf einer Webmaschine nebeneinander gewebte erfindungsgemäße Gewebe dargestellt, sodass es sich hierbei um eine mehrbahnige (im speziellen Ausführungsbeispiel gemäß 2 zweibahnige) Herstellung des erfindungsgemäßen Gewebes handelt. Der Grundaufbau der einzelnen Gewebebahnen ist identisch zu dem gemäß 1. Eine Gewebebahn 35 weist zwei Einlegekanten 29.1, 34.1 auf. Eine zweite Gewebebahn 36 weist ebenfalls zwei Einlegekanten 29.2, 34.2 auf. Da die Gewebebahnen 35, 36 nebeneinander auf einer Webmaschine erzeugt werden, werden die Einlegekanten 29.1 und 34.2 mit ihren jeweiligen Feldern bzw. Namensleisten durch sogenannte Außeneinleger hergestellt, wohingegen die Einlegekante 34.1 der Gewebebahn 35 und die Einlegekante 29.2 der Gewebebahn 36 mit ihren jeweiligen Feldern bzw. Namensleisten durch sogenannte Mitteleinleger erzeugt wird.

In 3 ist ein weiteres Ausführungsbeispiel schematisch dargestellt, bei welchem in einer vereinfacht dargestellten Einlegekante, bei welcher die Kettfäden 1 bis 6 nicht dargestellt sind, ein Feld 37 bzw. eine Namensleiste vorgesehen ist. Des weiteren ist bei diesem Ausführungsbeispiel ein weiteres Feld 38 bzw. eine weitere Namensleiste im Grundgewebe angeordnet. Sowohl im Feld 37 als auch im Feld 38 sind Namenszüge eingewebt. In 3 sind diese Namenszüge besonders leicht erkennbar, wenn unter einem spitzen Winkel seitlich auf die Figur geblickt wird. Beispielhaft ist im Feld 37 der Namenszug „Dornier" eingewebt, wohingegen im Feld 38 die Bezeichnung „new fashion" eingewebt ist. Da der prinzipielle Aufbau dieses Gewebes dem in 1 bzw. 2 dargestellten entspricht, sind vereinfacht nur die wesentlichen Dinge in 3 bezeichnet.

4 zeigt einen vergrößerten Ausschnitt des Schriftzuges 39 „Dornier" in dem Feld 37 gemäß 3. Auch hier kann der Schriftzug durch Blicken auf die Zeichnung unter einem sehr spitzen Winkel leicht identifiziert werden.

5a), b) zeigt ein Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen Gewebes, bei welchem in einer Einlegekante 29 ein Feld 37 mit einem Namenszug 39 angeordnet ist. Des weiteren ist innerhalb des Grundgewebes 33 ein weiteres Feld 38 mit einem Namenszug 39 eingewebt. In 5a) ist das Gewebe in prinzipieller Darstellung in Draufsicht gezeigt. In das Feld 38 ist eine Tasche 40 eingewebt, welche mittels einer Doppeltuchbindung bzw. einer Schlauchbindung mit dem Gewebe des Feldes 38 webtechnisch verbunden ist. Dabei ist es möglich, die Tasche in jeder Form auszubilden. Die Tasche ist vorgesehen, ein Schmuckstück oder ein Sensor oder einen Schmuckstein aufzunehmen und kann bezüglich ihrer Form an die Form des aufzunehmenden Gegenstandes angepasst und so eingewebt werden.

In 5b) ist in prinzipieller Darstellung eine Seitenansicht nur des Feldes 38 gezeigt. Daraus ist erkennbar, dass die Tasche 40 auf der Oberseite des Feldes 38, welche auch den Namenszug 39 trägt, mittels der erwähnten Doppeltuchbindung oder einer Schlauchbindung verwebt ist. An der Stelle der Tasche ist damit eine größere Dicke des Gewebes vorhanden.

Prinzipiell ist es natürlich auch möglich, derartige Taschen in dem Feld 37 in der Einlegekante in gewünschten Abständen vorzusehen. Der Einfachheit halber ist eine derartige Tasche nur bei dem Feld 38 dargestellt.

6 zeigt in prinzipieller Darstellung eine Greiferwebmaschine, bei welcher eine Jacquard-Maschine 41 zur Herstellung eines erfindungsgemäßen Gewebes gemäß 1 mit in jeder Einlegekante 29, 34 angeordnetem Feld 37 dient. Die in 6 dargestellte Webmaschine weist eine einzige Jacquard-Maschine 41 mit entsprechenden Harnischen 42 auf, wobei zur vereinfachenden Darstellung nur die äußersten Harnische 42 dargestellt sind. Die Harnische sind über ein Chorbrett 43 Litzen mit einem entsprechenden Fadenauge 44 zugeführt, so dass die Litzen zur Ausbildung eines Webfaches angehoben bzw. abgesenkt werden können. Die Schussfäden werden mit einem Eintragsgreifer 45 innerhalb des Webfaches im Bereich des Grundgewebes an einen Auszugsgreifer 46 übergeben und aus dem Webfach ausgebracht. Das Schussfadenmaterial wird von einer Spule 47 über eine Fadenhinreichung 48 dem Eintragsgreifer 45 zugeführt. Die eingelegten Schussfaden-Endabschnitte werden mit jeweiligen Einlegenadeln 49, 50 in das Gewebe eingelegt, so dass eine Einlegekante entsteht, in welcher die jeweiligen Felder 37 eingewebt sind. Der prinzipielle Aufbau des erfindungsgemäßen Gewebes wird im Zusammenhang mit 1 beschrieben und wird daher in 6 nicht näher erläutert.

Der Aufbau der Webmaschine zur Herstellung des erfindungsgemäßen Gewebes ist prinzipiell identisch für eine Luftwebmaschine. Je nach Ausführung kann jedoch für jedes Feld bzw. für jede Namensleiste eine separate Jacquard-Maschine vorgesehen sein. Darüber hinaus ist es auch möglich, anstelle einer Jacquard-Maschine 41 eine Schaftmaschine oder eine entsprechende Anzahl von Schaftmaschinen vorzusehen.

1–28
Kettfäden
29, 34
Einlegekanten
30
Schussfaden
31
Schussfaden-Endabschnitt
32
Schussfaden-Ende
33
Grundgewebe
35, 36
Gewebebahn
37
Feld/Namensleiste Einlegekante
38
Feld/Namensleiste
39
Namenszug/Buchstabenfolge
40
Tasche
41
Jacquard-Maschine
42
Harnisch
43
Chorbrett
44
Litze/Fadenauge
45
Eintragsgreifer
46
Auszugsgreifer
47
Spule
48
Fadenhinreichung
49, 50
Einlegenadeln


Anspruch[de]
Gewebe mit einer durch eingelegte Schussfaden-Endabschnitte gebildeten Einlegekante, das die folgenden Merkmale aufweist:

a) in die Einlegekante (29, 34) ist zumindest ein Feld (37) mit alphanumerischen Zeichen, Logos oder zumindest einer Farbe, insbesondere als Werbeträger, in das Gewebe eingewebt;

b) das Feld (37) ist derart eingewebt, dass die Enden (32) der eingelegten Schussfaden-Endabschnitte (31) durch das Feld (37) bindungstechnisch abgedeckt sind, die Enden (32) an der Oberfläche des Gewebes weder an dessen Oberseite noch an dessen Unterseite sichtbar sind und

c) das Feld (37) optisch im Wesentlichen einer mit einem Endlos-Schussfaden erzeugten Gewebekante entspricht.
Gewebe nach Anspruch 1, bei welchem die Enden (32) der Schussfaden-Endabschnitte (31) dadurch bindungstechnisch abgedeckt sind, dass ein oder mehrere zusätzliche Feld-Kettfäden, d.h. Rand-Kettfäden, im unmittelbaren Bereich der Enden (32) angeordnet sind. Gewebe nach Anspruch 1 oder 2, bei welchem die die Enden (32) der Schussfaden-Endabschnitte (31) abdeckenden Feld-Kettfäden sowie ggs. vorhandene Rand-Kettfäden leinwandbindig sind. Gewebe nach einem der Ansprüche 1 bis 3, bei welchem die Fäden des Gewebes und die Kettfäden (7 bis 20) des Feldes (37) zumindest bezüglich Ihrer Qualität, Anzahl, Stärke, Bindungsart und Material derart aufeinander abgestimmt sind, dass das Grundgewebe (33) und das Feld wellungsfrei sind. Gewebe nach einem der Ansprüche 1 bis 4, bei welchem die Kettfäden (7 bis 20) des Feldes (37) durch thermische und/oder chemische Vorbehandlung an die Eigenschaften der Fäden des Gewebes angepasst sind. Gewebe nach einem der Ansprüche 1 bis 5, bei welchem die Kettfäden (7 bis 20) des Feldes (37) mit einstellbarer Spannung an die Eigenschaften der Fäden des Gewebes angepasst sind. Gewebe nach einem der Ansprüche 1 bis 6, bei welchem das Feld (37) als durchgängiger Streifen ausgebildet ist. Gewebe nach einem der Ansprüche 1 bis 6, bei welchem das Feld (37) zumindest einen Abschnitt aufweist. Gewebe nach einem der Ansprüche 1 bis 8, bei welchem das Feld (37) so dicht wie möglich an den Rand des Gewebes gelegt ist, wobei sich lediglich zwei bis sechs Kettfäden (1 bis 6) zwischen dem Rand des Gewebes und dem Feld (37) befinden. Gewebe nach Anspruch 9, bei welchem die zwischen dem Rand des Gewebes und dem Feld (37) befindlichen Kettfäden (1 bis 6) in Leinwandbindung vorgesehen sind. Gewebe nach einem der Ansprüche 1 bis 10, bei welchem die mit dem Feld (37) versehene Einlegekante (29, 34) eine Breite von maximal 15 mm, insbesondere für Jeans, aufweist. Gewebe nach einem der Ansprüche 1 bis 10, bei welchem die mit dem Feld (37) versehene Einlegekante (29, 34) eine Breite von mehr als 15 mm, insbesondere größer 15 bis 50 mm, insbesondere von größer 15 bis 20 mm, aufweist. Gewebe nach einem der Ansprüche 1 bis 12, bei welchem das Feld (37) als doppellagiges Gewebe auf der Oberseite oder der Unterseite des Grundgewebes (33) angeordnet und mittels Doppeltuchbindungen mit dem Grundgewebe verbunden ist. Gewebe nach einem der Ansprüche 1 bis 13, welches zumindest ein weiteres Feld (38) im Grundgewebe (33) von der Einlegekante (29, 34) beabstandet, aufweist. Verwendung eines in der Einlegekante eines Gewebes angeordneten Feldes mit alphanumerischen Zeichen, Logos oder mit zumindest einer Farbe als Werbeträger an einer sichtbaren Seite eines das Gewebe gemäß einem der Ansprüche 1 bis 14 aufweisenden Gegenstandes, insbesondere konfektionierten Kleidungsstückes.






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