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Dokumentenidentifikation DE102006008096A1 30.08.2007
Titel Verfahren zur intelligenten rollierenden Beschickung eines Gargerätes und Gargerät hierzu
Anmelder LechMetall Landsberg GmbH, 86899 Landsberg, DE
Vertreter BOEHMERT & BOEHMERT, 28209 Bremen
DE-Anmeldedatum 20.02.2006
DE-Aktenzeichen 102006008096
Offenlegungstag 30.08.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 30.08.2007
IPC-Hauptklasse F24C 7/08(2006.01)A, F, I, 20060220, B, H, DE
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Führen von Garprogrammen in einem Garraum eines Gargeräts für zu unterschiedlichen Zeitpunkten in unterschiedliche Behandlungsebenen im Garraum eingebrachte unterschiedliche Gargüter, bei dem zu einem Zeitpunkt t0 eine Gargutart i für jede zu einem Zeitpunkt t2 mit Gargut j zu beladene Behandlungsebene k ausgewählt wird, zu dem Zeitpunkt t2 jede zum Zeitpunkt t0 angewählte Behandlungsebene k mit dem zum Zeitpunkt t0 ausgewählten Gargut j beladen wird, zu einem Zeitpunkt t3 in Abhängigkeit von zumindest der Beladung des Garraums mit Gargut zu diesem Zeitpunkt ein erstes Garraumklima eingestellt wird und für jede Behandlungsebene k, die zum Zeitpunkt t2 mit Gargut j der Gargutart i beladen wird, zu einem Zeitpunkt t4ki ein Signal zum Entfernen des Garguts j aus dem Garraum ausgegeben wird, wobei t4ki > t3 > t2 > t0.

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur intelligenten rollierenden Beschickung und ein Gargerät hierzu.

Eine rollierende Beschickung eines Gargerätes ist nicht nur bei einem Restaurantbetrieb á la carte, sondern beispielsweise auch im Ladenverkauf, wie in Bäckereien, oder dergleichen, von großer Nützlichkeit. Hierfür werden meist Großküchengargeräte mit einer Vielzahl von Einschüben verwendet, wie sie beispielsweise aus der DE 43 24 015 C1 bekannt sind. Dort ist ein Rückkopplungssystem mit zumindest einem Schalter, einem Zeitzähler und einem Element einer Beladungsanzeige pro Einschub vorgesehen, über das automatisch der jeweilige Beladungszustand jedes Einschubes angezeigt werden kann. Zusätzlich zu besagter Anzeige ist auch eine Einstellung der Wärmeleistung in Abhängigkeit vom Beladungszustand des Großküchengargeräts aus dieser Druckschrift bekannt.

In der nicht vorveröffentlichten DE 10 2005 020 744. 8 ist ein Garverfahren beschrieben, bei dem durch Erfassen eines Öffnungswinkels einer Garraumtür während der Beschickung des Garraums mit Gargut die dabei gewonnene Information bei nachfolgenden Garabläufen berücksichtigt wird. Dies ermöglicht, die nachfolgenden Programmabläufe, wenn nötig, automatisch an den Türöffnungsgrad anzupassen.

Die Auswahl eines geeigneten Garverfahrens in Abhängigkeit von einem Aufstellungsort eines Gargeräts und/oder der beim Bedienen des Gargeräts verwendeten Sprache ist beispielsweise in der DE 10 2004 020 365 B3 bzw. DE 10 2004 013 553 A1 beschrieben.

Noch stets besteht das Bedürfnis danach, auch bei einer rollierenden Beschickung, also der Beschickung eines Garraums zu unterschiedlichen Zeiten mit unterschiedlichen Gargütern unter Überlapp der unterschiedlichen Beschickungen, standardisierte Garergebnisse zu erhalten, und zwar sowohl bei Beschickung mit einer Gargutart als auch bei einer Mischbeschickung. Dabei ist es auch wünschenswert, unterschiedliche Anwenderverhalten durch ein Garverfahren zu kompensieren. Es soll also von einem einstufigen Garverlauf bei einer rollierenden Beschickung Abstand genommen werden, um auch Klimaveränderungen während eines Garprozesses berücksichtigen zu können. Es ist daher die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Verfahren zum Führen von Garprogrammen in einem Garraum eines Gargeräts für zu unterschiedlichen Zeitpunkten in unterschiedliche Behandlungsebenen eingebrachte unterschiedliche Gargüter zu liefern, das standardisierte Garergebnisse von hoher Qualität liefert.

Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch ein Verfahren gelöst, bei dem zu einem Zeitpunkt t0 eine Gargutart i für jede zu einem Zeitpunkt t2 mit Gargut j zu beladene Behandlungsebene k ausgewählt wird, zu dem Zeitpunkt t2 jede zum Zeitpunkt t0 angewählte Behandlungsebene k mit dem zum Zeitpunkt t0 ausgewählten Gargut j beladen wird, zu einem Zeitpunkt t3 in Abhängigkeit von zumindest der Beladung des Garraums mit Gargut zu diesem Zeitpunkt ein erstes Garraumklima eingestellt wird, und für jede Behandlungsebene k, die zum Zeitpunkt t2 mit Gargut j der Gargutart i beladen wird, zu einem Zeitpunkt t4ki ein Signal zum Entfernen des Garguts j aus dem Garraum ausgegeben wird, wobei t4ki > t3 > t2 > t0.

Dabei kann vorgesehen sein, daß in dem Fall, in dem zum Zeitpunkt t0 der Garraum nicht mit Gargut beladen ist und das Gargerät eingeschaltet ist, zum Zeitpunkt t0 ein zweites Garraumklima in Abhängigkeit von allen auswählbaren Gargutarten i bestimmt wird, insbesondere geeignet für eine Vollbeschickung des Garraums, und/oder zu einem Zeitpunkt t1 mit t0 < t1 < t2 ein drittes Garraumklima in Abhängigkeit von den zum Zeitpunkt t0 ausgewählten Gargutarten i und Behandlungsebenen k bestimmt wird.

Alternativ kann vorgesehen sein, daß in dem Fall, in dem zum Zeitpunkt t0 der Garraum zumindest teilweise mit Gargut beladen ist und das Gargerät eingeschaltet ist, zum Zeitpunkt t0 ein viertes Garraumklima zumindest in Abhängigkeit von der Beladung mit Gargut j, insbesonder der Gargutart i, in den Behandlungsebenen k zu diesem Zeitpunkt bestimmt wird, und/oder zum Zeitpunkt t1 mit t0 < t1 < t2 ein fünftes Garraumklima in Abhängigkeit von der Beladung zum Zeitpunkt t0 und der Beladung zum Zeitpunkt t2 mit Gargut j der Gargutart i in den Behandlungsebenen k bestimmt wird.

Bevorzugt ist erfindungsgemäß, daß das Garraumklima, insbesondere umfassend das erste, zweite, dritte, vierte und/oder fünfte Garraumklima, und/oder der Zeitpunkt t4ki im wesentlichen zu jedem Zeitpunkt eines Garprogramms bestimmt und eingestellt wird bzw. werden.

Des weiteren kann erfindungsgemäß vorgesehen sein, daß das Garraumklima, insbesondere umfassend das erste, zweite, dritte, vierte und/oder fünfte Garraumklima, über die Temperatur, die Feuchte und/oder die Zirkulation der Garraumatmosphäre im Garraum eingestellt wird.

Mit der Erfindung wird auch vorgeschlagen, daß das Garraumklima, insbesondere umfassend das erste, zweite, dritte, vierte und/oder fünfte Garraumklima, in Abhängigkeit von der Größe des Garraums, der Geometrie des Garraums, der Anzahl an Behandlungsebenen im Garraum, dem Aufstellungsort des Gargeräts, einer ausgewählten Sprache zum Betreiben des Gargeräts, der Beheizungsart des Garraums, der Befeuchtungsart des Garraums, des Strömungswiderstandes im Garraum, der Strömungsgeschwindigkeit im Garraum, der Menge an Gargut im Garraum, der Plazierung von Gargut im Garraum, der Gargutart des Garguts im Garraum, der Temperatur im Garraum, der Temperatur des Garguts im Garraum, insbesondere der Kerntemperatur des Garguts im Garraum, der Feuchte im Garraum, einem ausgewählten Garprogramm, dem Öffnungsgrad einer Garraumtür, der Öffnungsfrequenz einer Garraumtür und/oder der Öffnungsdauer einer Garraumtür bestimmt wird.

Ferner kann vorgesehen sein, daß der Zeitpunkt t4ki in Abhängigkeit von dem Garraumklima, der Gargutart i des Garguts j, der Position des Garguts j in einer Behandlungsebene k, der Größe des Garraums, der Geometrie des Garraums, der Anzahl an Behandlungsebenen im Garraum, dem Aufstellungsort des Gargeräts, einer ausgewählten Sprache zum Betreiben des Gargeräts, der Beheizungsart des Garraums, der Befeuchtungsart des Garraums, des Strömungswiderstandes im Garraum, der Strömungsgeschwindigkeit im Garraum, der Menge an Gargut im Garraum, der Plazierung von Gargut im Garraum, der Gargutart des Garguts im Garraum, der Temperatur im Garraum, der Temperatur des Garguts im Garraum, insbesondere der Kerntemperatur des Garguts im Garraum, der Feuchte im Garraum, einem ausgewählten Garprogramm, dem Öffnungsgrad einer Garraumtür, der Öffnungsfrequenz einer Garraumtür und/oder der Öffnungsdauer einer Garraumtür bestimmt wird.

Erfindungsgemäß wird vorgeschlagen, daß beim Auswählen einer Gargutart i zumindest ein für dieselbe gespeicherter erster Parameter zur Bestimmung des Garraumklimas und/oder des Zeitpunkts t4ki aufgerufen wird.

Dabei kann vorgesehen, daß der erste Parameter ausgewählt wird aus der Temperatur im Garraum, der Feuchte im Garraum und/oder der Zirkulation der Garraumatmosphäre.

Mit der Erfindung wird auch vorgeschlagen, daß beim Auswählen jeder Behandlungsebene k zumindest ein für dieselbe gespeicherter zweiter Parameter aufgerufen wird.

Dabei kann wiederum vorgesehen sein, daß der zweite Parameter ausgewählt wird aus der Temperatur im Garraum, der Feuchte im Garraum und/oder der Zirkulation der Garraumatmosphäre im Garraum.

Weiterhin kann vorgesehen sein, daß die Auswahl der Gargutart i und/oder des Garguts j in zumindest zwei Auswahlstufen erfolgt, insbesondere in zumindest einer ersten Auswahlstufe zumindest eine Obergruppe, wie Backwaren, Fleisch, Fisch oder Gemüse, ausgewählt wird und/oder in einer zweiten Auswahlstufe zumindest eine Untergruppe, insbesondere der ausgewählten Obergruppe, wie Brotteig, Kuchenteig oder Teilchenteig oder Braten, Gehacktes oder Geflügel, ausgewählt wird.

Mit der Erfindung wird ferner vorgeschlagen, daß zumindest zwei Behandlungsebenen k mit der gleichen Gargutart i und/oder dem gleichen Gargut j beschickt werden, insbesondere alle Behandlungsebenen k mit der gleichen Gargutart i und/oder dem gleichen Gargut j beschickt werden.

Bevorzugt ist auch, daß zumindest zwei Behandlungsebenen k mit unterschiedlichen Gargutarten i und/oder unterschiedlichen Gargütern j beschickt werden.

Schließlich wird für das Verfahren der Erfindung vorgeschlagen, daß beim Beladen jeder Behandlungsebene k ein dieser Behandlungsebene k zugewiesener Zeitzähler zurückgesetzt oder auf Null gesetzt wird.

Mit der Erfindung wird auch ein Gargerät mit einem Garraum mit einer Vielzahl von Behandlungsebenen, zumindest einer Speichereinheit, zumindest einer Steuer- und/oder Regeleinheit, zumindest einer Eingabeeinheit und zumindest einer Ausgabeeinheit zum Durchführen eines erfindungsgemäßen Verfahrens geliefert.

Dabei kann vorgesehen sein, daß jeder Behandlungsebene zumindest ein Zeitzähler zugeordnet ist, der vorzugsweise über die Eingabeeinheit bedienbar ist, wobei insbesondere die von jedem Zeitzähler hochgezählte Zeit auf der Ausgabeeinheit anzeigbar ist.

Die erfindungsgemäßen Gargeräte sind ferner gekennzeichnet durch zumindest einen Sensor zur Erfassung der Temperatur im Garraum, zumindest einen Sensor zur Erfassung der Feuchte im Garraum, zumindest einen Sensor zur Erfassung der Garraumatmosphärenzirkulation im Garraum, zumindest einen Sensor zum Erfassen eines Strömungswiderstands im Garraum, zumindest einem Sensor zum Erfassen der Beladung des Garraums mit Gargut und/oder Gargutträgern, zumindest einen Sensor zum Erfassen der Türöffnung einer Garraumtür, umfassend einen Öffnungsgrad, eine Öffnungsfrequenz und/oder eine Öffnungsdauer, und/oder zumindest einem Sensor zur Erfassung einer Garguttemperatur.

Auch können Weiterentwicklungen gekennzeichnet sein durch zumindest eine Heizeinrichtung zumindest einer Beheizungsart, insbesondere ausgewählt aus einer elektrischen, Gas- und/oder Mikrowellen-Heizung und/oder unter Einsatz eines Wärmespeichers.

Schließlich werden mit der Erfindung Weiterentwicklungen vorgeschlagen, die gekennzeichnet sind durch zumindest eine Befeuchtungseinrichtung, umfassend einen Dampfgenerator und/oder einen Einspritzer.

Der Erfindung liegt somit die überraschende Erkenntnis zugrunde, daß auch bei einer rollierenden Beschickung zu jedem Zeitpunkt ein ideales Garraumklima eingestellt werden kann, das eine flexible Handhabung eines Gargeräts, auch mit einer Mischbeschickung, ermöglicht, ohne manuelle Korrekturen zu benötigen, um erwünschte Garergebnisse zu erhalten.

Weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung, in der Ausführungsbeispiele der Erfindung anhand einer aus einer einzigen Figur bestehenden schematischen Zeichnung erläutert werden. Dabei zeigt die Figur eine Draufsicht auf ein erfindungsgemäßes Gargerät.

Das in der Figur dargestellte Gargerät 1 umfaßt eine Tür 2 zum Verschließen eines Garraums 3, in dem fünf Einschübe 4a bis 4e eines Hordengestells angeordnet sind, wie durch einen transparenten Türteil 2a gesehen werden kann. Diese Einschübe 4a bis 4e definieren fünf Behandlungsebenen. Das Gargerät 1 umfaßt zudem eine Bedieneinheit 5 mit einem Stellglied 6, fünf Eingabeelementen 7a bis 7e und fünf Anzeigeelementen 8a bis 8e, wobei jedem Einschub 4a bis 4e ein Eingabeelement 7a bis 7e und ein Anzeigeelement 8a bis 8e zugeordnet ist. Über die Eingabeelemente 7a bis 7e sind fünf nicht gezeigte Zeitzähler bedienbar, wobei jedem Einschub 4a bis 4e ein Zeitzähler zugeordnet ist. Das Gargerät weist ferner eine nicht gezeigte Regeleinheit in Verbindung mit einer nicht gezeigten Speichereinheit, einem nicht gezeigten Temperatursensor im Garraum, einem nicht gezeigten Feuchtesensor im Garraum und der Bedieneinheit auf.

Wird das Gargerät 1, das beispielsweise ein Kombi-Dämpfer sein kann, bei dem Gargut unter Beaufschlagung mit Heißluft und/oder Dampf zubereitet werden kann, in einer Bäckerei benötigt, so können aus den in der Speichereinheit hinterlegten Programmen Brotteigzubereitungsprogramme durch Eingabe der Gargutart "Brotteig" aufgerufen werden. Dabei kann die Auswahl der Gargutart beliebig untergliedert werden. Beispielsweise kann zunächst eine Obergruppe, wie Backwaren, Fleisch, Fisch oder Gemüse, ausgewählt werden, dann beispielsweise eine erste Untergruppe, wie Brotteig, Kuchenteig oder Teilchenteig beispielsweise bei Auswahl der Obergruppe Backwaren, ausgewählt werden und dann beispielsweise eine zweite Untergruppe wie Vollkornteig, Hefeteig, Weißbrotteig beispielsweise bei Auswahl der ersten Untergruppe Brotteig, ausgewählt werden. Der Fachmann erkennt, daß der Unterteilungstiefe zur Auswahl der Gargutart keine Grenzen gesetzt sind, insbesondere beliebig viele Ober- und/oder Untergruppen aufgestellt werden können. Die Gargutart kann so noch genauer ausgewählt werden, um spezifische Garprogramme aufzurufen, wie sie zum Zubereiten von Brötchen, Weißbrot, Braunbrot, Brezeln oder dergleichen geeignet sind.

Startet eine Bedienperson das Gargerät 1, so sind alle Zeitzähler auf Null gesetzt und das Gargerät 1 heizt automatisch den Garraum 3 auf eine erste Temperatur in einer Vorheizphase auf. Die dabei gewählte erste Temperatur gewährleistet bei einer anschließenden Vollbeschickung des Gargerätes 1, daß eine ausreichende Energie in einem akzeptablen Zeitraum vorliegt, ohne jedoch für eine Teilbeschickung schädlich zu sein.

Wird während der Vorheizphase zum Zeitpunkt t0 von einer Bedienperson für jeden zu beladenen Einschub 4a bis 4e nun eine Beschickung mit einem bestimmten, nicht gezeigten Gargut ausgewählt, beispielsweise Brötchen im zweiten Einschub 4b und Weißbrot im fünften Einschub 4e, so wird von dem Gargerät 1 automatisch, in Abhängigkeit von dieser Beschickung, zum Zeitpunkt t1 > t0 ein zweites Garraumklima berechnet sowie eingestellt, mit einer zweiten Temperatur. Diese zweite Temperatur liegt unterhalb der ersten Temperatur, da nur eine Teilbeschickung erfolgt.

Wird dann das ausgewählte Gargut in die ausgewählten Einschübe 4b, 4e zum Zeitpunkt t2 eingeführt und werden die zu den Einschüben 4b, 4e gehörenden Zeitzähler über die Eingabeelemente 7b, 7e aktiviert, so werden ein drittes Garraumklima sowie ein Zeitpunkt t4 2.Einschub Brötchen und t4 5.Einschub Weißbrot berechnet, und zwar in Abhängigkeit von dem zweiten Garraumklima und der Beschickung zum Zeitpunkt t2. Das dritte Garraumklima wird dabei durch eine dritte Temperatur und eine erste Feuchte bestimmt, da beim Zubereiten von Brötchen und Weißbrot eine Beschwadung durchzuführen ist. Das dritte Garraumklima herrscht dann zum Zeitpunkt t3.

Sollte vor Ablauf der kürzeren Zeitdauer von t4 2.Einschub Brötchen und t4 2.Einschub Weißbrot die Garraumtür 2 zur weiteren Beschickung des Garraums 3, beispielsweise mit nicht gezeigten Brezeln im dritten Einschub 4c, geöffnet werden, so werden das Garraumklima und die Zeitpunkte t4 2.Einschub Brötchen und t4 5.Einschub Weißbrot in Abhängigkeit von dem Öffnungsgrad und der Öffnungsdauer der Garraumtür 2 sowie der Veränderung der Beschickung durch Einbringung von Brezeln im dritten Einschub 4c neu berechnet. Zudem wird ein Zeitpunkt t4 3.Einschub Brezeln berechnet, und zwar in Abhängigkeit vom dritten Garraumklima und der Beschickung des Garraums 3 zu diesem Zeitpunkt.

Bei Erreichen des Zeitpunkts t4 2.Einschub Brötchen wird ein Signal an die Bedienperson ausgegeben, beispielsweise in Form des Aufblinkens des Anzeigeelements 8b, wobei analoge Signale beim Erreichen des Zeitpunktes t4 3.Einschub Brezeln und t4 5.Einschub Weißbrot auf den Anzeigeelementen 8c bzw. 8e ausgegeben werden. So dann können die fertiggegarten Gargüter nacheinander aus dem Garraum 3 entfernt werden. Die Zeitzähler setzen sich jeweils beim Entfernen des jeweiligen Garguts automatisch auf Null.

Obwohl die Erfindung in den zuvor angeführten Ausführungsbeispielen an Gargütern der Gargutart „Brotteig" erläutert wurde, ist die Erfindung selbstverständlich nicht auf diese Gargutart beschränkt, sondern das erfindungsgemäße Verfahren und das erfindungsgemäße Gargerät erlauben die Verwendung beliebiger Gargutarten, wie Fleisch, Backwaren oder Gemüse und/oder Kombination verschiedener Gargutarten.

Die in der voranstehenden Beschreibung, in den Ansprüchen sowie der Zeichnung offenbarten Merkmale der Erfindung können sowohl einzeln als auch in jeder beliebigen Kombination für die Verwirklichung der Erfindung in ihren verschiedenen Ausführungsformen wesentlich sein.

1
Gargerät
2
Tür
2a
transparenter Türteil
3
Garraum
4a bis 4e
Einschub
5
Bedieneinheit
6
Einstellglied
7a bis 7e
Eingabeelement
8a bis 8e
Anzeigeelement


Anspruch[de]
Verfahren zum Führen von Garprogrammen in einem Garraum eines Gargeräts für zu unterschiedlichen Zeitpunkten in unterschiedliche Behandlungsebenen im Garraum eingebrachte unterschiedliche Gargüter, bei dem

zu einem Zeitpunkt t0 eine Gargutart i für jede zu einem Zeitpunkt t2 mit Gargut j zu beladene Behandlungsebene k ausgewählt wird,

zu dem Zeitpunkt t2 jede zum Zeitpunkt t0 angewählte Behandlungsebene k mit dem zum Zeitpunkt t0 ausgewählten Gargut j beladen wird,

zu einem Zeitpunkt t3 in Abhängigkeit von zumindest der Beladung des Garraums mit Gargut zu diesem Zeitpunkt ein erstes Garraumklima eingestellt wird, und

für jede Behandlungsebene k, die zum Zeitpunkt t2 mit Gargut j der Gargutart i beladen wird, zu einem Zeitpunkt t4ki ein Signal zum Entfernen des Garguts j aus dem Garraum ausgegeben wird,

wobei t4ki > t3 > t2 > t0.
Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß in dem Fall, in dem zum Zeitpunkt t0 der Garraum nicht mit Gargut beladen ist und das Gargerät eingeschaltet ist, zum Zeitpunkt t0 ein zweites Garraumklima in Abhängigkeit von allen auswählbaren Gargutarten i bestimmt wird, insbesondere geeignet für eine Vollbeschickung des Garraums, und/oder zu einem Zeitpunkt t1 mit t0 < t1 < t2 ein drittes Garraumklima in Abhängigkeit von den zum Zeitpunkt t0 ausgewählten Gargutarten i und Behandlungsebenen k bestimmt wird. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß in dem Fall, in dem zum Zeitpunkt t0 der Garraum zumindest teilweise mit Gargut beladen ist und das Gargerät eingeschaltet ist, zum Zeitpunkt t0 ein viertes Garraumklima zumindest in Abhängigkeit von der Beladung mit Gargut j, insbesonder der Gargutart i, in den Behandlungsebenen k zu diesem Zeitpunkt bestimmt wird, und/oder zum Zeitpunkt t1 mit t0 < t1 < t2 ein fünftes Garraumklima in Abhängigkeit von der Beladung zum Zeitpunkt t0 und der Beladung zum Zeitpunkt t2 mit Gargut j der Gargutart i in den Behandlungsebenen k bestimmt wird. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Garraumklima, insbesondere umfassend das erste, zweite, dritte, vierte und/oder fünfte Garraumklima, und/oder der Zeitpunkt t4ki im wesentlichen zu jedem Zeitpunkt eines Garprogramms bestimmt und eingestellt wird bzw. werden. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Garraumklima, insbesondere umfassend das erste, zweite, dritte, vierte und/oder fünfte Garraumklima, über die Temperatur, die Feuchte und/oder die Zirkulation der Garraumatmosphäre im Garraum eingestellt wird. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Garraumklima, insbesondere umfassend das erste, zweite, dritte, vierte und/oder fünfte Garraumklima, in Abhängigkeit von der Größe des Garraums, der Geometrie des Garraums, der Anzahl an Behandlungsebenen im Garraum, dem Aufstellungsort des Gargeräts, einer ausgewählten Sprache zum Betreiben des Gargeräts, der Beheizungsart des Garraums, der Befeuchtungsart des Garraums, des Strömungswiderstandes im Garraum, der Strömungsgeschwindigkeit im Garraum, der Menge an Gargut im Garraum, der Plazierung von Gargut im Garraum, der Gargutart des Garguts im Garraum, der Temperatur im Garraum, der Temperatur des Garguts im Garraum, insbesondere der Kerntemperatur des Garguts im Garraum, der Feuchte im Garraum, einem ausgewählten Garprogramm, dem Öffnungsgrad einer Garraumtür, der Öffnungsfrequenz einer Garraumtür und/oder der Öffnungsdauer einer Garraumtür bestimmt wird. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Zeitpunkt t4ki in Abhängigkeit von dem Garraumklima, der Gargutart i des Garguts j, der Position des Garguts j in einer Behandlungsebene k, der Größe des Garraums, der Geometrie des Garraums, der Anzahl an Behandlungsebenen im Garraum, dem Aufstellungsort des Gargeräts, einer ausgewählten Sprache zum Betreiben des Gargeräts, der Beheizungsart des Garraums, der Befeuchtungsart des Garraums, des Strömungswiderstands im Garraum, der Strömungsgeschwindigkeit im Garraum, der Menge an Gargut im Garraum, der Plazierung von Gargut im Garraum, der Gargutart des Garguts im Garraum, der Temperatur im Garraum, der Temperatur des Garguts im Garraum, insbesondere der Kerntemperatur des Garguts im Garraum, der Feuchte im Garraum, einem ausgewählten Garprogramm, dem Öffnungsgrad einer Garraumtür, der Öffnungsfrequenz einer Garraumtür und/oder der Öffnungsdauer einer Garraumtür bestimmt wird. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß beim Auswählen einer Gargutart i zumindest ein für dieselbe gespeicherter erster Parameter zur Bestimmung des Garraumklimas und/oder des Zeitpunkts t4ki aufgerufen wird. Verfahren nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß der erste Parameter ausgewählt wird aus der Temperatur im Garraum, der Feuchte im Garraum und/oder der Zirkulation der Garraumatmosphäre. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß beim Auswählen jeder Behandlungsebene k zumindest ein für dieselbe gespeicherter zweiter Parameter aufgerufen wird. Verfahren nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß der zweite Parameter ausgewählt wird aus der Temperatur im Garraum, der Feuchte im Garraum und/oder der Zirkulation der Garraumatmosphäre im Garraum. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Auswahl der Gargutart i und/oder des Garguts j in zumindest zwei Auswahlstufen erfolgt, insbesondere in zumindest einer ersten Auswahlstufe zumindest eine Obergruppe, wie Backwaren, Fleisch, Fisch oder Gemüse, ausgewählt wird und/oder in einer zweiten Auswahlstufe zumindest eine Untergruppe, insbesondere der ausgewählten Obergruppe, wie Brotteig, Kuchenteig oder Teilchenteig oder Braten, Gehacktes oder Geflügel, ausgewählt wird. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß zumindest zwei Behandlungsebenen k mit der gleichen Gargutart i und/oder dem gleichen Gargut j beschickt werden, insbesondere alle Behandlungsebenen k mit der gleichen Gargutart i und/oder dem gleichen Gargut j beschickt werden. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß zumindest zwei Behandlungsebenen k mit unterschiedlichen Gargutarten i und/oder unterschiedlichen Gargütern j beschickt werden. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß beim Beladen jeder Behandlungsebene k ein dieser Behandlungsebene k zugewiesener Zeitzähler zurückgesetzt oder auf Null gesetzt wird. Gargerät (1) mit einem Garraum (3) mit einer Vielzahl von Behandlungsebenen (4a4e), zumindest einer Speichereinheit, zumindest einer Steuer- und/oder Regeleinheit, zumindest einer Eingabeeinheit (7a7e) und zumindest einer Ausgabeeinheit (8a8e) zum Durchführen eines Verfahrens nach einem der vorangehenden Ansprüche. Gargerät nach Anspruch 16, dadurch gekennzeichnet, daß jeder Behandlungsebene (4a4e) zumindest ein Zeitzähler zugeordnet ist, der vorzugsweise über die Eingabeeinheit (7a7e) bedienbar ist, wobei insbesondere die von jedem Zeitzähler hochgezählte Zeit auf der Ausgabeeinheit (8a8e) anzeigbar ist. Gargerät nach Anspruch 16 oder 17, gekennzeichnet durch zumindest einen Sensor zur Erfassung der Temperatur im Garraum, zumindest einen Sensor zur Erfassung der Feuchte im Garraum, zumindest einen Sensor zur Erfassung der Garraumatmosphärenzirkulation im Garraum, zumindest einen Sensor zum Erfassen eines Strömungswiderstands im Garraum, zumindest einem Sensor zum Erfassen der Beladung des Garraums mit Gargut und/oder Gargutträgern, zumindest einen Sensor zum Erfassen der Türöffnung einer Garraumtür, umfassend einen Öffnungsgrad, eine Öffnungsfrequenz und/oder eine Öffnungsdauer, und/oder zumindest einem Sensor zur Erfassung einer Garguttemperatur. Gargerät nach einem der Ansprüche 16 bis 18, gekennzeichnet durch zumindest eine Heizeinrichtung zumindest einer Beheizungsart, insbesondere ausgewählt aus einer elektrischen, Gas- und/oder Mikrowellen-Heizung und/oder unter Einsatz eines Wärmespeichers. Gargerät nach einem der Ansprüche 16 bis 19, gekennzeichnet durch zumindest eine Befeuchtungseinrichtung, umfassend einen Dampfgenerator und/oder einen Einspritzer.






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