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Dokumentenidentifikation DE202006015452U1 30.08.2007
Titel Formstein sowie Form zu dessen Herstellung
Anmelder Eichmann, Josef Alexander, Wellington, ZA
Vertreter Hiebsch und Kollegen, 78224 Singen
DE-Aktenzeichen 202006015452
Date of advertisement in the Patentblatt (Patent Gazette) 30.08.2007
Registration date 26.07.2007
Application date from patent application 06.10.2006
IPC-Hauptklasse E04C 1/00(2006.01)A, F, I, 20061006, B, H, DE
IPC-Nebenklasse B28B 7/18(2006.01)A, L, I, 20061006, B, H, DE   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft einen Formstein quaderartigen Umrisses – insbesondere aus mineralischem Gemisch – zum Errichten von Mauern, Häusern od.dgl. Bauwerken mit zumindest zwei ihn parallel zueinander durchgreifenden kanalartigen Hohlräumen, in denen büchsenartige Metall- oder Kunststoffelemente angeordnet sind. Zudem erfasst die Erfindung eine Form mit Längs- und Stirnwänden zum Herstellen jenes Formsteins.

Mit mineralischen Werkstoffen geformte Bausteine beispielsweise gitterartiger Struktur oder mit Durchgangslöchern sind allgemein bekannt, wobei die luftführenden Durchgangslöcher zur Isolierung der aus den Bausteinen erstellten Wand beitragen. Zudem gibt es Ziegeleimaschinen mit Formfächern, in denen jene Bausteine geformt und außerhalb deren sie getrocknet werden.

Es gibt auf dem Markt Bausteine mit eingebrachten leeren Flüssigkeitsdosen – vor allem Getränkedosen –, welche auf diese Weise entsorgt werden sowie dabei einen Beitrag zur Stabilisierung von Wänden und Gebäuden leisten. Dabei kann der quaderartige Baustein auch vier – oder mehr – Paare von Hohlprofilen in zueinander etwa gleichen Zentralabständen enthalten. Die zumindest an einer Stirnseite offenen Hohlprofile des quaderartigen Bausteins können in einer Wand wenigstens einends offenen Hohlprofilen eines benachbarten Bausteins etwa fluchtend zugeordnet sein, d. h. mit diesen durchlaufende Hohlräume bilden, welche z. B. temperaturisolierende Luftsäulen entstehen lassen.

In Kenntnis dieser Gegebenheiten hat sich der Erfinder das Ziel gesetzt, einen Baustein zu konzipieren, der vor allem für erdbebensichere Bauten eingesetzt werden kann, d. h. aus ihm eine stabile Wand entsteht, der vielfältig nutzbar ist und zudem zum Schutz der Umwelt beiträgt. Seine Herstellung soll sehr einfach und ohne großen maschinellen Aufwand möglich werden.

Zur Lösung dieser Aufgabe führt die Lehre des unabhängigen Anspruches; die Unteransprüche geben günstige Weiterbildungen an. Zudem fallen in den Rahmen der Erfindung alle Kombinationen aus zumindest zwei der in der Beschreibung, der Zeichnung und/oder den Ansprüchen offenbarten Merkmale. Bei angegebenen Benennungsbereichen sollen auch innerhalb der genannten Grenzen liegende Werte als Grenzwerte offenbart und beliebig einsetzbar sein.

Erfindungsgemäß ragt jeweils ein Steckelement eines im Hohlraum festliegenden Steckorgans aus diesem heraus; dieses Steckelement greift in den etwa fluchtenden freien Hohlraum eines benachbarten anderen Formsteins ein und wird dann in diesem festgelegt. Nach einem weiteren Merkmal der Erfindung ist das Steckelement flaschenartig geformt und liegt mit seinem Grundkörper im Hohlraum des Formsteins fest, wobei ein vom Grundkörper abragender Steckhals sich außerhalb einer Stirnfläche des Formsteins erstreckt.

Als günstig hat es sich erwiesen, dass der quaderartige Formstein zumindest zwei Reihen von jeweils zwei Hohlräumen in zueinander etwa gleichen Zentralabständen enthält.

Es liegt im Rahmen der Erfindung, dass das Steckelement bzw. der Steckhals im Hohlraum des zugeordneten Formsteins durch eine Füllung aus Sand und/oder Bindemittel festlegbar ausgebildet ist. Dazu soll im Hohlraum des zugeordneten Formsteins eine zumindest einends offene Büchse, insbesondere ein leerer Joghurtbecher, festgelegt sein.

Zur Verbindung benachbarter Formsteine werden zwei benachbarte Steckorgane zueinander gegenläufig angeordnet; ihre Steckelemente bzw. Steckhälse ragen von unterschiedlichen Stirnflächen des Formsteins ab. Dazu hat es sich als günstig erwiesen, wenn die freie Länge des Steckelements oder Steckhalses geringfügig kürzer ist als die Höhe des Formsteins.

Eine bevorzugte Form zum Herstellen eines Formsteins mit von einer Bodenfläche sowie Stirn- und Längswänden bestimmtem Innenraum bietet sich zwischen der Bodenfläche und der Ebene der Stirnfläche des zu formenden Formsteins axial zu den Wänden der Anzahl der Hohlräume erstreckende entsprechende Büchsen bzw. Joghurtbecher an.

Zudem soll zum Verspannen von Winkelstücken aus Stirn- und Seitenwänden ein Zugstab vorgesehen sein, dessen wirksame Länge durch eine Zuglasche veränderlich ist; als Zuglasche wird ein Verschlussteil der Büchse bzw. des Joghurtbechers eingesetzt.

Von besonderer Bedeutung ist die Möglichkeit der Verwendung bzw. des Einsatzes der erfindungsgemäßen Bausteine für als Überflutungsschutz dienende Bauwerke; diese sind besonders stabil und von der Flüssigkeit nicht angreifbar.

Weitere Vorteile, Merkmale und Einzelheiten der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung bevorzugter Ausführungsbeispiele sowie anhand der Zeichnung; diese zeigt in:

1: einen Schnitt entsprechend Linie I-I der 2 durch zwei einander zugeordnete Formsteine;

2: eine teilweise Draufsicht auf einen der Formsteine;

3: einen Schnitt durch einen Teil einer aus den Steinen der 1, 2 zusammengesetzten Mauer;

4: die Draufsicht auf eine gefüllte Form für einen Formstein;

5: einen geschnittenen Längsschnitt durch eine weitere Form;

6: einen vergrößerten Eckbereich der 5;

7: eine Schrägsicht auf den Bereich der 6 mit zugeordnetem Detail.

Ein Bau- oder Formstein 10 bzw. 11 der Breite b von beispielsweise 400 mm sowie der Höhe h von hier 120 mm weist – in Draufsicht auf dessen Stirnfläche 12 – in einem Abstand a von benachbarten Mittellinien M zwei Reihen von zylindrischen Kanälen 14 des Durchmessers d auf. Diese erstrecken sich zwischen den beiden Stirnflächen 12 des Formsteines 10 bzw. 11.

Der in 1 untere Formstein 10 enthält in benachbarten Kanälen 12 jeweils ein – einer Flaschenform ähnliches – Steckorgan 20, dessen zylindrischer Grundkörper 22 eines Außendurchmessers d1 den Kanal 14 ausfüllt und dessen Steckhals 24 von der Stirnfläche 12 des Formsteins 10 aufragt; die Länge e des Steckhalses 24 ist geringer als die Höhe h des Formsteines 10. Diese benachbarten Steckorgane 20 sind zueinander gegenläufig angeordnet, ragen also von unterschiedlichen Stirnflächen 12 ihres Formsteines 10 auf.

Der oberen Stirnfläche 14 des in 1 unteren Formsteines 10 wird ein anderer Formstein 11 gleicher Formgebung aufgelegt, dessen Kanäle 14 durch leere Joghurtbecher 30 jenes Außendurchmessers d1 ausgekleidet sind. Diese verlaufen mit den Längsachsen A der Kanäle 14 koaxial.

Die Steckhälse 24 des Formsteines 10 ragen in die Innenräume 32 der beidends offenen Joghurtbecher 30 des Formsteines 11 ein; in diese Innenräume 32 wird dann Sand oder Bindemittel 34 – beispielsweise in Form von Beton – eingebracht, dank dessen der Steckhals 24 festgelegt wird.

Die entstehenden Form- oder Bausteine 10, 11 können zu Wänden und Wällen zusammengefügt werden; ein Beispiel einer solchen Wand 16 ist in 3 angedeutet. Dort verläuft auf einer Schicht 17 aus den mit zueinander gegenläufig angeordneten Steckorganen 20 versehenen Formsteinen 10 eine Schicht 18 aus Formsteinen 11 mit beidends offenen Joghurtbechern 30. Statt deren können die Formsteine 11 auch freie Kanäle 14 enthalten.

Dank der – als Hohlprofile ohne Stirnwände – eingefügten büchsenartigen Joghurtbecher 30 vermag man die Form- oder Bausteine 10, 11 leicht zusammenzufügen, zudem kann man die Joghurtbecher 30 – und auch die Steckorgane 20 – sinnvoll entsorgen. Weitere Vorzüge sind das geringe Gewicht der Formsteine 10, 11, die von den Innenräumen 32 der Joghurtbecher 30 erzeugten Luftsäulen zur Verbesserung der Isolierung zum einen sowie nicht zuletzt die Wirkung des Systems aus den einander zugeordneten Büchsen 30 als Faraday'scher Käfig zum anderen. Auch ist es denkbar, die Kanäle 14 bzw. die Becherinnenräume 32 zur Führung von Kabeln und/oder von Rohren für Strömungsmittel einzusetzen.

Eine rahmenartige Form 40 zum Herstellen eines Formsteines 10, 11 quaderförmiger Gestalt weist zwei in Draufsicht winkelförmige sowie aus Stahlblech einer Dicke i von beispielsweise 1,5 mm oder aus Aluminiumblech bestehende Rahmenteile 42 auf, die jeweils aus einer Stirnwand 43 und einer damit verbundenen Längswand 44 bestehen sowie von einer Deckelplatte 46 überspannt sein können. In Längsmitte der Form 40 ist eine steckbare Zwischenwand 20 zu erkennen, welche den Innenraum der Form 40 zweiteilt. Letztere wird beispielsweise auf die bei 38 angedeutete Platte eines Arbeitstisches gesetzt, welche dann die Form 40 nach unten hin verschließt.

Mit 49 sind zwei Bohrungen zur Aufnahme von Steckbolzen oder von Armierungsprofilen bzw. -drähten bezeichnet; dank des Einsatzes solcher Armierungsstränge aus Stahldraht od. dgl. wird der Wandverbund erheblich verbessert, insbesondere erdbebensicherer – dies besonders dann, wenn man die entsprechende Wand an einer Stahlkonstruktion aufhängt.

Im Forminnenraum sind beidseits der Zwischenwand 48 jeweils vier Büchsen 30 des inneren Durchmessers d1 von hier 65 mm im oben beschriebenen Zentralabstand a von etwa 100 mm angeordnet, welche in eine in die Form 40 eingebrachte Zement/Sand-Mischung 35 eingebettet sind. Wird die Form 40 geöffnet, kann der aus jener – dann getrockneten – Zement/Sand-Mischung 35 und den darin angeordneten Büchsen 30 bestehende Formstein 12 entnommen werden.

Einen Querschnitt durch eine andere Form 41 zeigt 5, mit der bevorzugt vier Becher 30 – aber auch vier Paare von Büchsen 30 – verarbeitet zu werden vermögen. An eine Bodenplatte 45 ist eine Stirnwand 43 rechtwinkelig angeformt; die andere Stirnwand 43 bildet mit der Deckplatte 46 ein Winkelstück 42a als Begrenzung eines Innenraumes 33. Die Deckplatte 46 enthält zur Festlegung der Büchsen 30 kreisförmige Scheiben 50 eines Durchmessers f. Den Scheiben 50 gegenüber sind in der Bodenplatte 45 Durchbrüche 52 vorgesehen. Infolge dieser Ausgestaltung können die Becher 30 der Höhe q2 schnell zentriert werden.

Wie vor allem in 6, 7 verdeutlicht, ragt von der jeweils freien Kante der Stirnwände 43 mittig eine in Draufsicht etwa U-förmige Anformung 54 als Verschlusselement der Breite n auf, das in der von der Stirnwand 43 bestimmten Ebene liegt sowie in Einbaulage einen entsprechend dimensionierten Schlitz 56 in der Bodenplatte 45 bzw. der Deckplatte 46 durchgreift. Diese Anformung 54 begrenzt dann mit der Außenfläche der Bodenplatte 45 bzw. der Deckplatte 46 einen Steckschlitz 58 zur Aufnahme einer verriegelnden Zungen- oder Querplatte 60.

Die 7 zeigt die Verwendung eines Dosenverschlusses zum Verbinden der Form 41. Eine plattenförmige Zuglasche 60a dient als Verschlusselement. Letzteres ist an dem Becher 30 zu finden. Die Zuglasche 60a ist mit zwei Löchern 62, 62a ausgestattet.


Anspruch[de]
Formstein quaderartigen Umrisses, insbesondere aus mineralischem Gemisch, zum Errichten von Mauern (16), Häusern od.dgl. Bauwerken mit zumindest zwei ihn parallel zueinander durchgreifenden kanalartigen Hohlräumen (14), in denen büchsenartige Metall- oder Kunststoffelemente (20; 30) angeordnet sind, dadurch gekennzeichnet, dass jeweils ein Steckelement (24) eines im Hohlraum (14) festliegenden Steckorgans (20) aus diesem ragt, wobei das Steckelement in den etwa fluchtenden freien Hohlraum eines benachbarten anderen Formsteins (11) greifbar und darin festlegbar ausgebildet ist. Formstein nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Steckelement (24) flaschenartig geformt ist und mit seinem Grundkörper (22) im Hohlraum (14) des Formsteins (10) festliegt, wobei ein vom Grundkörper abragender Steckhals (24) sich außerhalb einer Stirnfläche (12) des Formsteins (10) erstreckt. Formstein nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der quaderartige Formstein (10, 11) zumindest zwei Reihen von jeweils zwei Hohlräumen (14) in zueinander etwa gleichen Zentralabständen (a) enthält. Formstein nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Steckelement bzw. der Steckhals (24) im Hohlraum (14) des zugeordneten Formsteins (11) durch eine Füllung aus Sand und/oder Bindemittel (34) festlegbar ausgebildet ist. Formstein nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass im Hohlraum (14) des zugeordneten Formsteins (11) eine zumindest einends offene Büchse, insbesondere ein leerer Joghurtbecher (30), festgelegt ist. Formstein nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass zwei benachbarte Steckorgane (20) zueinander gegenläufig angeordnet sind, wobei ihre Steckelemente bzw. Steckhälse (24) von unterschiedlichen Stirnflächen (12) des Formsteins (10) abragen. Formstein nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die freie Länge (e) des Steckelements oder Steckhalses (24) geringfügig kürzer ist als die Höhe (h) des Formsteins (10, 11). Formstein nach einem der voraufgehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Formstein (10, 11) als Teil eines Schutzwalles gegen Wasser bzw. Wasserfluten angeordnet ist. Formstein nach einem der voraufgehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass mehrere Formsteine (10, 11) einen Schutzwall gegen Wasser bzw. Wasserfluten bilden. Form mit von einer Bodenfläche (38, 45) sowie Stirn- und Längswänden (43, 44) bestimmtem Innenraum (33) zum Herstellen eines Formsteins (10, 11) nach wenigstens einem der voraufgehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass sich zwischen der Bodenfläche (38, 45) und der Ebene der Stirnfläche (12) des zu formenden Formsteins (10, 11) axial zu den Wänden (43, 44) der Anzahl der Hohlräume (14) entsprechend Büchsen bzw. Joghurtbecher (30) erstrecken. Form nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass die als Bodenplatte (45) ausgebildete Bodenfläche mit einer Stirnwand (43) ein Winkelstück (42a) bilden, wobei in der Ebene der Stirnwand von dieser etwa mittig eine Anformung (54) abragt. Form nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Anformung (54) von der freien Endkante der Stirnwand (43) aufragt, in Draufsicht etwa U-förmig gestaltet ist und mit der Stirnkante einen Steckschlitz (58) begrenzt. Form nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass der Steckschlitz (58) mit einer der äußeren Oberfläche der Bodenplatte (45) oder der Deckplatte (46) aufliegender Zungen- oder Querplatte (60, 60a) versehbar ausgebildet ist. Form nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass als Zungen- oder Querplatte ein Verschlussteil der Büchse bzw. des Joghurtbechers (30) angeordnet ist.






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