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Dokumentenidentifikation DE202006019975U1 30.08.2007
Titel Mauerwerksandwichelement
Anmelder Ziegelwerk Ott Deisendorf GmbH & Co. Besitz-KG, 88662 Überlingen, DE
Vertreter Daub, T., Dipl.-Ing., Pat.-Anw., 88662 Überlingen
DE-Aktenzeichen 202006019975
Date of advertisement in the Patentblatt (Patent Gazette) 30.08.2007
Registration date 26.07.2007
Application date from patent application 28.04.2006
File number of patent application claimed 10 2006 019 796.8
IPC-Hauptklasse E04C 1/41(2006.01)A, F, I, 20070424, B, H, DE

Beschreibung[de]
Stand der Technik

Die Erfindung betrifft ein Mauerwerksandwichelement zum Einbau in ein Mauerwerk nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1. Außerdem betrifft die Erfindung ein Verfahren zum Herstellen eines Mauerwerksandwichelements nach dem Oberbegriff des Anspruchs 15.

Aus der DE 21 2004 000 002 U1 ist ein Bausteinverbund bekannt, bei dem mehrere Mauersteine eines Mauerwerks durch eine Klebeschicht mit Polyurethanschaum miteinander verbunden werden. Durch die hohe Festigkeit des Polyurethanschaums kann hierbei auf Mörtel verzichtet werden und das Mauerwerk kann schnell, fest und einfach gemauert werden. Zur Erzielung einer hohen Wärmedämmung können zusätzlich Hohlräume der Mauersteine mit dem Polyurethanschaum verfüllt werden.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Mauerwerksandwichelement anzugeben, mit dem ein hochwertiges Mauerwerk einfach erstellt werden kann. Außerdem ist es die Aufgabe der Erfindung, ein Verfahren zur Herstellung eines Mauerwerkverbundelements anzugeben, mit dem ein hochwertiges Mauerwerkverbundelement erstellt werden kann.

Vorteile der Erfindung

Die auf das Mauerwerksandwichelement gerichtete Aufgabe wird durch ein Mauerwerksandwichelement zum Einbau in ein Mauerwerk gelöst, das mindestens zwei Mauerelemente und eine zwischen ihnen angeordnete, die beiden Mauerelemente fest miteinander verbindende Schaumschicht aufweist. Es wird vorgeschlagen, dass die Schaumschicht erfindungsgemäß eine Dicke von mindestens 1 cm aufweist. Es kann ein stabiles Zusammenhalten der Mauerelemente mit einer guten Schall- und Wärmedämmung verbunden werden, um ein relativ dünnes, Wärme und Schall dämmendes und außerdem statisch stabiles Mauerwerksandwichelement zu erhalten. Als Mauerelemente sind Ziegel stabil und preiswert und außerdem besonders gut zu verarbeiten. Ebenfalls möglich und vorteilhaft sind Kalksandstein, Schaumbeton, Blähton oder sonstige feste Baustoffe, wie beispielsweise Holz. Die feste Verbindung der beiden Mauerelemente durch die Schaumschicht kommt zweckmäßigerweise durch eine stoffschlüssige Verbindung, wie eine Klebung, zustande. Die Verbindung kann unmittelbar sein, indem die Schaumschicht direkt mit den Mauerelementen verbunden ist oder mittelbar, beispielsweise indem die beiden Mauerelemente beidseitig an einer Schaumplatte befestigt, beispielsweise angeklebt sind. Das Mauerwerksandwichelement dient zum Einbau in ein Mauerwerk, ist mithin bereits vor einem Einbau in ein Mauerwerk vollständig erstellt.

Vorteilhafterweise ist zumindest eines der Mauerelemente mit Innenhohlkammern ausgeführt, wodurch eine gute Wärmedämmung des Mauerelements erreicht werden kann. Zur Erzielung einer in Bezug auf die Wärmedämmfähigkeit des Mauerelements guten Wärmedämmung der Schaumschicht weist diese vorteilhafterweise eine Dicke auf, die mindestens so groß ist wie der größte Querschnittsdurchmesser einer Innenhohlkammer. Der Querschnitt ist hierbei senkrecht zu einer Längsrichtung der Innenhohlkammer gelegt. Ebenfalls eine gute Wärmedämmung kann erreicht werden, wenn die Schaumschicht eine größere Dicke als mindestens eines der Mauerelemente aufweist.

In einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung ist eines der Mauerelemente ein maueraußenseitiges und das andere Mauerelement ein mauerinnenseitiges Element. Hierbei erstreckt sich die Schaumschicht zweckmäßigerweise längs der Mauerrichtung, wodurch eine gute Wärmedämmung der Schaumschicht erreicht werden kann.

Es wird außerdem vorgeschlagen, dass die beiden Mauerelemente unterschiedlich ausgeführt sind und ihnen verschiedene Aufgaben zugewiesen sind. So ist vorteilhafterweise eines der Mauerelemente ein statisches Element zur Erreichung von Druckfestigkeit des Mauerwerks mit gleichzeitig gutem Schalldämmwert und das andere Mauerelement ist ein Putzträgerelement, das zum direkten Tragen einer Putzschicht vorgesehen ist. Auf diese Weise kann ein stabiler Untergrund für eine Putzschicht bei gleichzeitig hoher Wärmedämmung und einer dünnen Ausführung des Mauerwerks erreicht werden. In einer weiteren Ausführungsform ist eines der Mauerelemente ein Schalldämmziegel, insbesondere mit einem Schalldämmwert > 50 dB, und das zweite Mauerelement ist ein Isolierziegel mit einem Wärmedämmwert von &lgr; < 0,16 W/m2K. Ebenfalls vorteilhaft ist die Kombination von einem Isolierziegel mit einem Planfüllziegel. Die unterschiedliche Gestaltung der beiden Mauerelemente wird vorteilhafterweise dadurch realisiert, dass die beiden Mauerelemente ein unterschiedliches Hohlkammermuster aufweisen.

In einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist das Mauerwerksandwichelement als Eckelement ausgeführt mit einer Ecke und einer ersten Anschlussfläche und einer bezüglich der Ecke gegenüberliegenden zweiten Anschlussfläche, wobei die Schaumschicht durchgehend von einer Anschlussfläche zur anderen Anschlussfläche ausgeführt ist. Dadurch, dass die zweckmäßigerweise erfindungsgemäße Schaumschicht durchgehend ausgeführt ist, kann eine Wärmebrücke vermieden und eine gute Wärmeisolierung des Eckelements erreicht werden. Zur Erzielung einer gleichmäßig guten Wärmeisolation entlang des gesamten Eckelements ist die Schaumschicht zwischen den Anschlussflächen vorteilhafterweise mit einer gleichmäßigen Dicke ausgeführt. Ein guter Schutz der Schaumschicht nach außen hin wird erreicht, wenn die Schaumschicht nach außen hin vollständig durch zumindest ein Mauerelement verdeckt ist. Die Anschlussflächen dienen zum Anschluss eines weiteren Mauerwerksandwichelements und sind zweckmäßigerweise quer zum Mauerwerk ausgerichtet.

Eine stabile Verbindung der Schaumschicht mit zumindest einem der Mauerelemente und eine einfache Herstellung des Mauerwerksandwichelements können erreicht werden, wenn die Schaumschicht Außenkammern zumindest eines Mauerelements, die zur Schaumschicht gewandt sind und entlang der gesamten Höhe des Mauerwerks verlaufen, vollständig ausfüllt. Hierbei sind die Außenkammern zweckmäßigerweise gleichartig ausgeführt wie die Hohlkammern und können besonders einfach durch ein Aufsägen eines der Mauerelemente im Bereich der Hohlkammern erzeugt werden, wobei aus Hohlkammern des Mauerelements Außenkammern gebildet werden.

Das Mauerwerksandwichelement kann als ganzes Wandelement mit einer Vielzahl von insbesondere paarweise angeordneten Mauerelementen ausgeführt sein, das an einer Baustelle beispielsweise mit Hilfe eines Krans an eine gewünschte Stelle gesetzt und dort verbaut wird. Alternativ hierzu ist das Mauerwerksandwichelement aus lediglich zwei, im Fall eines Eckelements drei seitlich durch die Schaumschicht miteinander verbundenen Mauerelementen ausgeführt, wodurch das Mauerwerksandwichelement besonders einfach „Stein auf Stein" wie ein üblicher Mauerstein vermauerbar ist. Die Mauerwerksandwichelemente können hierbei mit herkömmlichem Deckelmörtel oder mit Kleber vermauert werden. Auch eine Verklebung der Mauerwerksandwichelemente untereinander mit PU-Schaum ist vorteilhaft.

Auf ein mehrschaliges Mauern kann verzichtet und das Mauerwerk kann schnell und kostengünstig errichtet werden. Das Mauerwerksandwichelement ist hierbei vorteilhafterweise von Hand tragbar und wiegt insbesondere höchstens 30 kg.

Ein Vermauern des Mauerwerksandwichelements kann vereinfacht werden, wenn das Mauerwerksandwichelement eine quer zur Schaumschicht ausgerichtete Anschlussfläche aufweist, wobei die Schaumschicht in der Anschlussfläche ein Ausrichtelement zur Ausrichtung an einem benachbarten Mauerwerksandwichelement aufweist. Das Ausrichtelement kann eine Nut oder eine Ausnehmung oder Erhebung sein und greift zweckmäßigerweise in ein entsprechendes Ausrichtelement des benachbarten Mauerwerksandwichelements ein.

Ein gutes Raumklima kann geschaffen werden, wenn die Schaumschicht diffusionsoffen ist. Hierbei eignet sich besonders gut Polyurethan (PUR) als Schaummaterial für die Schaumschicht.

Bezüglich des Verfahrens geht die Erfindung aus von einem Verfahren zur Herstellung eines Mauerwerksandwichelements zum Einbau in ein Mauerwerk, bei dem mindestens zwei Mauerelemente vor einem Einbau in ein Mauerwerk durch eine zwischen ihnen angeordnete Schaumschicht fest miteinander verbunden werden. Es wird vorgeschlagen, dass die Schaumschicht erfindungsgemäß mit einer Dicke von mindestens 1 cm ausgeführt wird. Es kann eine gute Wärmeisolation mit vorteilhaften statischen Eigenschaften des Mauerwerksandwichelements verbunden werden.

Insbesondere bei einer Herstellung des Mauerwerksandwichelements in einer kleineren Serie eignet sich ein Verfahren, bei dem die beiden Mauerelemente in eine vorbestimmte Position zueinander gebracht werden und anschließend Material zur Bildung der Schaumschicht zwischen die Mauerelemente eingebracht wird. Zweckmäßigerweise wird das Material eingespritzt. Die Schaumschicht kann sich insbesondere durch eine anschließende Aushärtung fest mit den Mauerelementen verbinden und so kann das Mauerwerksandwichelement gebildet werden. Hierbei werden die Mauerelemente zweckmäßigerweise in eine Haltekammer gebracht, in der die Mauerelemente in der vorbestimmten Position zueinander gehalten werden. In der Haltekammer kann außerdem durch ein Begrenzungsmittel ein Hohlraum zwischen den Mauerelementen gebildet werden, der von der Schaumschicht zumindest weitgehend ausgefüllt wird, wobei das Begrenzungsmittel auch ohne die Haltekammer denkbar ist. Das Mauerwerksandwichelement kann hierdurch exakt ausgeführt und die Schaumschicht einfach geformt werden. Zum leichteren Lösen des Begrenzungsmittels von der Schaumschicht wird vorteilhafterweise zwischen dem Begrenzungsmittel und der Schaumschicht ein Trennmittel angeordnet, beispielsweise eine Ölschicht oder eine spezielle Kunststoffschicht, die auf das Begrenzungsmittel angebracht oder separat geführt wird.

Insbesondere für Großserien eignet sich ein Verfahren, bei dem die Schaumschicht in Plattenform in eine vorbestimmte Position zu mindestens einem der Mauerelemente gebracht und am Mauerelement befestigt, insbesondere angeklebt wird. Das Ankleben kann hierbei durch einen Kunststoffkleber oder insbesondere durch eine weitere Schaumschicht, insbesondere aus Polyurethan, erreicht werden. Besonders rationell kann eine Fertigung erfolgen, wenn jeweils eines der Mauerelemente auf einem ersten Transportstrang, das zweite Mauerelement auf einem weiteren Transportstrang und die Schaumschicht in Plattenform auf einem dritten Transportstrang aufeinander zugeführt und miteinander verbunden werden, wobei auf jedem Transportstrang jeweils eine Vielzahl von in Transportrichtung hintereinander geführten Elementen angeordnet ist, die nacheinander durch eine Bewegung der Transportstränge aufeinander zu bewegt werden. Die Schaumschicht ist hierbei zweckmäßigerweise bereits vor einem Zusammenfügen mit den Mauerelementen so geformt, dass sich eine weitere Bearbeitung der Form der Schaumschicht erübrigt. Alternativ ist es möglich, die beiden Mauerelemente mit der Schaumschicht in Plattenform zu verkleben und anschließend das gesamte Mauerwerksandwichelement zu bearbeiten, beispielsweise plan zu schleifen.

Zeichnung

Weitere Vorteile ergeben sich aus der folgenden Zeichnungsbeschreibung. In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel der Erfindung dargestellt. Die Zeichnung, die Beschreibung und die Ansprüche enthalten zahlreiche Merkmale in Kombination. Der Fachmann wird die Merkmale zweckmäßigerweise auch einzeln betrachten und zu sinnvollen weiteren Kombinationen zusammenfassen.

Es zeigen:

1 ein Mauerwerksandwichelement mit einem statisch stabilen Mauerwerkselement und einem Putzträgerelement,

2 ein als Eckelement ausgeführtes Mauerwerksandwichelement,

3 ein Mauerwerksdetail mit einem Eckelement und einem weiteren Mauerwerksandwichelement,

4 ein weiteres Mauerwerksandwichelement,

5 einen senkrechten Schnitt durch zwei übereinander gemauerte Mauerwerksandwichelemente,

6 einen weiteren senkrechten Schnitt durch zwei alternative Mauerwerksandwichelemente und

7 eine Draufsicht durch ein weiteres Mauerwerksandwichelement.

Beschreibung der Ausführungsbeispiele

1 zeigt ein Mauerwerksandwichelement 2 mit zwei Mauerelementen 4, 6, zwischen denen eine Schaumschicht 8 angeordnet ist. Die Schaumschicht 8 besteht aus Polyurethan, das bei der Herstellung des Mauerwerksandwichelements 2 in zähflüssiger Form zwischen die beiden Mauerelemente 4, 6 gespritzt wurde. Das Mauerelement 6 ist ein Putzträgerelement mit einer Maueraußenseite 10, die zum Tragen einer nicht dargestellten Putzschicht vorgesehen ist. Hergestellt ist das Mauerelement 6 durch ein Aufsägen eines Ziegels in Längsrichtung seiner Innenhohlkammern 12, 14, in der Weise, dass die Innenhohlkammern 14 zu geöffneten Außenkammern geworden sind, die sich in Form von Nuten senkrecht zur Papierebene in 1 und in einer senkrechten Mauerrichtung im Mauerelement 6 erstrecken. In diese Außenkammern ist der zähflüssige Polyurethanschaum eingedrungen und dort ausgehärtet, so dass die Schaumschicht 8 einen festen Halt in den Außenkammern im Mauerelement 6 findet. Alternativ zum Ziegel können die Mauerelemente 4, 6 aus Schaumbeton, Blähton oder aus einem anderen Werkstoff hergestellt sein. Ebenfalls denkbar ist die Verwendung von Holzelementen anstelle der Mauerelemente 4, 6, beispielsweise beim Blockhausbau.

Das Mauerelement 6 weist eine Dicke D1 von 5 cm senkrecht zu der Ebene der Schaumschicht 8 auf. Die Schaumschicht 8 selbst weist eine Dicke DS von 8 cm auf. Das mauerinnenseitige Mauerelement 4 hat eine Dicke D2 von 17 cm. Das Mauerelement 4 ist als Hohlziegel ausgeführt mit einer Hohlkammerstruktur 16, die Kammern mit kleinerem Querschnitt aufweist als die Hohlkammerstruktur 18 des Mauerelements 6 und auf eine gute Schalldämmung und statische Belastbarkeit ausgerichtet ist. Alternativ können die Mauerelemente 4, 6 eine unterschiedliche Hohlkammerstruktur derart aufweisen, dass das Mauerelement 4 ein beispielsweise für eine gute thermische Isolation ausgeführtes Hohlkammermuster und das Putzträgerelement gar kein oder ein einfach gestaltetes Hohlkammermuster aufweist. Das Mauerelement 4 und die Schaumschicht 8 grenzen in einer ebenen Grenzfläche 20 aneinander, wobei die Polyurethanschicht durch die poröse Struktur des Ziegelmaterials des Mauerelements 4 einen ausreichenden Halt im Mauerelement 4 findet. Alternativ ist es denkbar und für eine gute Verbindung zwischen der Schaumschicht 8 und dem Mauerelement 4 vorteilhaft, wenn auch das Mauerelement 4 analog zum Mauerelement 6 Außenkammern aufweist, in die die Schaumschicht 8 eingreifen kann.

Durch die Schaumschicht 8 sind die beiden Mauerelemente 4, 6 sehr stabil miteinander verbunden, so dass das gesamte Mauerwerksandwichelement 2 wie ein einziger Ziegel zusammenhält und wie ein einziger Ziegel vermauert werden kann. Hierbei weist das Mauerwerksandwichelement 2 einen sehr guten Wärmeisolationswert von U = 0,25 W/mK auf. Wegen der Durchgängigkeit der Schaumschicht 8 gibt es keine Kältebrücken zwischen den Mauerelementen 4, 6, wodurch die gute Wärmeisolation erzielt werden kann. Trotz der geringen Dicke und hohen Wärmeisolierfähigkeit des Mauerwerksandwichelements 2 weist es durch das statische Mauerelement 4 eine sehr hohe statische Belastbarkeit auf, so dass sich in dem Mauerwerksandwichelement 2 eine hohe statische Belastbarkeit, große thermische Isolierfähigkeit, ein hoher Schallschutz und eine gute Vermauerbarkeit mit einer nur geringen Dicke des Mauerwerksandwichelements 2 verbinden.

Bei einem Mauerwerk mit einer Dicke von insgesamt 36 cm ist das Mauerelement 4 zweckmäßigerweise 20 cm dick, die Schaumschicht 8 etwa 12 cm dick und das Mauerelement 6 etwa 5 cm, wodurch ein Mauerwerksandwichelement mit einem U-Wert von 0,2 W/mK und einem Schallwert von 50 dB bis 59 dB erreicht wird. Bei einem 42 cm starken Mauerwerk können beispielsweise ein 24 cm dickes Mauerelement 4, eine 8 cm dicke Schaumschicht und ein 5 cm dickes Mauerelement 6 verwendet werden, wodurch ein U-Wert von 0,172 W/mK und ein Schallwert von 52 dB bis 59 dB erreicht werden.

Quer zur Schaumschicht 8 weist das Mauerwerksandwichelement 2 jeweils eine Anschlussfläche 22 auf, in die jeweils Ausrichtelemente 24, 26 in Form von Vertiefungen bzw. Erhebungen eingearbeitet sind, um eine passgenaue Vermauerung des Mauerwerksandwichelements 2 zu erleichtern.

Die Herstellung des Mauerwerksandwichelements 2 geschieht, indem die Mauerwerkelemente 4, 6 durch eine entsprechende Vorrichtung in eine zueinander vorbestimmte Position gebracht und dort fixiert werden. Anschließend wird zähflüssiger Polyurethanschaum zwischen die Mauerelemente 4, 6 gespritzt, der sich ausdehnt, den Hohlraum zwischen den Mauerelementen 4, 6 ausfüllt und die Mauerelemente 4, 6 durch Verklebung fest miteinander verbindet. Um ein Herausquellen des noch nicht vollständig abgebundenen Polyurethanschaums zu vermeiden, sind entlang der Anschlussflächen 22 plattenartige Begrenzungsmittel 25 an die Mauerelemente 4, 6 gelegt, die den Hohlraum zwischen den Mauerelementen 4, 6 zumindest weitgehend abschließen. Die Begrenzungsmittel 25 sind hierbei mit einem Trennmittel 27 aus einer Klebe abweisenden Kunststoffschicht beschichtet, so dass sie leicht von der ausgehärteten Schaumschicht 8 ablösbar sind.

2 zeigt ein weiteres, als Eckelement ausgeführtes Mauerwerksandwichelement 28. Im Wesentlichen gleich bleibende Elemente sind grundsätzlich mit den gleichen Bezugszeichen beziffert, wobei bezüglich gleich bleibender Merkmale und Funktionen auf die Beschreibung zum Ausführungsbeispiel in 1 verwiesen wird. Die nachfolgende Beschreibung der weiteren Figuren beschränkt sich im Wesentlichen auf die Unterschiede zum Ausführungsbeispiel in 1. Das Mauerwerksandwichelement 28 umfasst drei Mauerelemente 30, 32, 34, wobei das Mauerelement 30 analog zum Mauerelement 4 und die Mauerelemente 32, 34 analog zum Mauerelement 6 ausgeführt sind. Die Schaumschicht 8 ist analog zur Schaumschicht 8 des Mauerwerksandwichelements 2 ausgeführt, geht jedoch über Eck von einer Anschlussfläche 22 zur anderen. Die beiden Anschlussflächen 22 liegen hierbei bezüglich Ecken 36, 38, 40 des Mauerwerksandwichelements 28 einander gegenüber, wobei die Schaumschicht 8 von einer Anschlussfläche 22 zur anderen mit einer gleichmäßigen Dicke von 5 cm ausgeführt ist. Nach außen hin ist die Schaumschicht 8 vollständig durch die Mauerelemente 32, 34 verdeckt, so dass sie nach außen geschützt ist. Mit Hilfe der durchgehenden Schaumschicht 8 wird eine gute Wärmeisolation im Eckbereich des Eckelements erreicht.

3 zeigt einen Verbund aus einem Mauerwerksandwichelement 42 mit einem weiteren Mauerwerksandwichelement 44. Das Mauerwerksandwichelement 42 ist ähnlich aufgebaut wie das Mauerwerksandwichelement 28 aus 2, weist jedoch ein Mauerelement 46 auf, das eine auf eine gute Wärmedämmung ausgerichtete Hohlkammerstruktur 48 umfasst. Das Mauerwerksandwichelement 44 weist eine Schaumschicht 50 auf, die mit einem festen Plattenelement 52 hergestellt ist, das mit Hilfe von zwei Klebeschichten 54 durch einen Kunststoffkleber mit Mauerelementen 56, 58 verbunden ist, wobei alternativ Polyurethanschaum als Kleber denkbar ist.

Zur Herstellung des Mauerwerksandwichelements 44 werden die beiden Mauerelemente 56, 58 jeweils auf einem fließbandähnlichen Transportstrang nebeneinander her bewegt und hierbei im Wesentlichen quer zur Transportrichtung aneinander angenähert, wobei das Plattenelement 52 – beidseitig versehen mit der Klebeschicht 54 auf den Außenflächen des Plattenelements 52 – zwischen die beiden Mauerelemente 56, 58 eingeführt wird. Durch weiteres Aufeinander-zu-Bewegen der Mauerelemente 56, 58 wird das Plattenelement 50 zwischen den Mauerelementen 56, 58 eingeklemmt und mit diesen verklebt. Nach einer anschließenden Trocknung der Klebeschichten 54 ist die Herstellung des Mauerwerksandwichelements 44 abgeschlossen und es kann, beispielsweise wie in 3 gezeigt, mit dem Eckelement in einem Mauerwerksverbund vermauert werden.

Ein weiteres Mauerwerksandwichelement 60 ist in 4 dargestellt. Es ist analog zum Mauerwerksandwichelement 2 aus 1 aufgebaut, umfasst jedoch anstelle des Mauerelements 4 ein Mauerelement 62, das als Planfüllziegel ausgeführt ist. Der Planfüllziegel weist zwei große Hohlkammern 64 auf, die – bei einem Aufeinandermauern mehrerer gleicher Planfüllziegel – einen vertikal durchgehenden Schacht bilden, der zur Verfüllung mit Beton vorgesehen ist. Hierdurch kann eine sehr gute Schalldämmung erreicht werden. Das Mauerwerksandwichelement 60 verbindet somit eine dem Mauerelement 62 zuzurechnende gute Schalldämmung mit einer durch die Schaumschicht 8 bedingten gute Wärmeisolierung und einer stabilen Putzträgerschicht im Mauerelement 6.

Die 5 und 6 zeigen jeweils ein Mauerwerksandwichelement 66, 68, das analog wie das Mauerwerksandwichelement 2 aus 1 ausgeführt ist, in einem Vertikalschnitt, also senkrecht zur Papierebene aus 1. Im Gegensatz zu dem Mauerwerksandwichelement 2 ist bei dem Mauerwerksandwichelement 66 das Mauerelement 6 relativ zum Mauerelement 4 ein Stück weit in Vertikalrichtung versetzt, und beim Mauerwerksandwichelement 68 ist die Schaumschicht 8 ein Stück weit relativ zu den Mauerelementen 4, 6 in Vertikalrichtung versetzt. Außerdem weist die Schaumschicht 8 zwei Fasen 70 zum leichteren Einführen in einen Spalt zwischen zwei Mauerelementen 4, 6 auf.

Beim Mauerwerksandwichelement 66 sind die Mauerelemente 4, 6 durch eine Klebeschicht 72 aus Klebemörtel miteinander verbunden, wobei alternativ ein Kunststoffkleber denkbar ist. Beim Mauerwerksandwichelemente 68 sind die Mauerelemente 4, 6 durch eine Klebeschicht 74 aus PU-Schaum (Polyurethan) verbunden. Die Klebeschichten 72, 74, die gegenseitig austauschbar sind, sind im Verhältnis zu der Schaumschicht 8 sehr dünn ausgeführt, da sie keinen thermischen Isolationszweck erfüllen. Durch das vertikale Versetzen der Mauerelemente 4, 6 bzw. der Schaumschicht 8 kann ein Ausrichten von übereinander angeordneten Mauerwerksandwichelementen 66, 68 erreicht werden.

In 7 ist ein weiteres Mauerwerksandwichelement 76 gezeigt, dessen Schaumschicht 8 ein Stück weit in horizontaler Richtung relativ zu den Mauerelementen 4, 6 verschoben ist. Hierdurch kann zusätzlich oder anstelle der Ausrichtelemente 24, 26 eine Ausrichtung von zwei benachbart vermauerten Mauerwerksandwichelementen 76 erreicht werden. Zum leichteren Einführen der Schaumschicht 8 in eine Nut 78 eines benachbarten Mauerwerksandwichelements 76 umfasst die Schaumschicht 8 zwei Fasen 80.

2
Mauerwerksandwichelement
4
Mauerelement
6
Mauerelement
8
Schaumschicht
10
Maueraußenseite
12
Innenhohlkammer
14
Innenhohlkammer
16
Hohlkammerstruktur
18
Hohlkammerstruktur
20
Grenzfläche
22
Anschlussfläche
24
Ausrichtelement
25
Begrenzungsmittel
26
Ausrichtelement
27
Trennmittel
28
Mauerwerksandwichelement
30
Mauerelement
32
Mauerelement
34
Mauerelement
36
Ecke
38
Ecke
40
Ecke
42
Mauerwerksandwichelement
44
Mauerwerksandwichelement
46
Mauerelement
48
Hohlkammerstruktur
50
Schaumschicht
52
Plattenelement
54
Klebeschicht
56
Mauerelement
58
Mauerelement
60
Mauerwerksandwichelement
62
Mauerelement
64
Hohlkammer
66
Mauerwerksandwichelement
68
Mauerwerksandwichelement
70
Fase
72
Klebeschicht
74
Klebeschicht
76
Mauerwerksandwichelement
78
Nut
80
Fase


Anspruch[de]
Mauerwerksandwichelement (2, 28, 42, 44, 60, 66, 68, 76) zum Einbau in ein Mauerwerk mit mindestens zwei Mauerelementen (4, 6, 30, 32, 34, 46, 56, 58, 62) und einer zwischen ihnen angeordneten, die beiden Mauerelemente (4, 6, 30, 32, 34, 46, 56, 58, 62) fest miteinander verbindenden Schaumschicht (8, 50), dadurch gekennzeichnet, dass die Schaumschicht (8, 50) eine Dicke (DS) von mindestens 1 cm aufweist. Mauerwerksandwichelement (2, 28, 42, 44, 60, 66, 68, 76) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest eines der Mauerelemente (4, 6, 30, 32, 34, 46, 56, 58, 62) Innenhohlkammern (12, 14) aufweist und eine Dicke (DS) der Schaumschicht (8, 50) mindestens so groß ist wie der größte Querschnittsdurchmesser einer Innenhohlkammer (12, 14). Mauerwerksandwichelement (2, 28, 42, 44, 60, 66, 68, 76) nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Schaumschicht (8, 50) eine größere Dicke (DS) als mindestens eines der Mauerelemente (4, 6, 30, 32, 34, 46, 56, 58, 62) aufweist. Mauerwerksandwichelement (2, 28, 42, 44, 60, 66, 68, 76) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass eines der Mauerelemente (6, 32, 34, 56) ein maueraußenseitiges und das andere Mauerelement (4, 30, 46, 58, 62) ein mauerinnenseitiges Element ist. Mauerwerksandwichelement (2, 28, 44, 60, 66, 68, 76) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die beiden Mauerelemente (4, 6, 30, 32, 34, 56, 58, 62) eine unterschiedliche Hohlkammerstruktur (16, 18) aufweisen. Mauerwerksandwichelement (2, 28, 42, 44, 60, 66, 68, 76) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass eines der Mauerelemente (4, 30, 46, 58, 62) ein statisches Mauerelement (4, 30, 46, 58, 62) und das andere Mauerelement (6, 32, 34, 56) ein Putzträgerelement ist. Mauerwerksandwichelement (28, 42) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch seine Ausführung als Eckelement mit einer Ecke (36, 38, 40) und einer ersten Anschlussfläche und einer bezüglich der Ecke (36, 38, 40) gegenüberliegenden zweiten Anschlussfläche (22), wobei die Schaumschicht (8) durchgehend von einer Anschlussfläche (22) zur anderen Anschlussfläche (22) ausgeführt ist. Mauerwerksandwichelement (28, 42) nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Schaumschicht (8) zwischen den Anschlussflächen (22) mit einer gleichmäßigen Dicke (DS) ausgeführt ist. Mauerwerksandwichelement (28, 42) nach Anspruch 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Schaumschicht (8) nach außen hin vollständig durch zumindest ein Mauerelement (32, 34) verdeckt ist. Mauerwerksandwichelement (2, 28, 42, 60, 66, 68, 76) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Schaumschicht (8) Außenkammern zumindest eines Mauerelements (6, 32, 34), die zur Schaumschicht (8) gewandt sind und entlang der gesamten Höhe des Mauerelements (6, 32, 34) verlaufen, vollständig ausfüllt. Mauerwerksandwichelement (2, 28, 42, 60, 66, 68, 76) nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Außenkammern durch Aufsägen des Mauerelements (6, 32, 34) aus Innenhohlkammern (14) zu Außenkammern gebildet wurden. Mauerwerksandwichelement (2, 44, 60, 66, 68, 76) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch seine Ausführung aus lediglich zwei oder drei seitlich durch die Schaumschicht (8, 44) miteinander verbundenen Mauerelementen (4, 6, 30, 32, 34, 46, 56, 58, 62). Mauerwerksandwichelement (2, 28, 42, 44, 60, 66, 68, 76) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch eine quer zur Schaumschicht (8, 50) ausgerichtete Anschlussfläche (22), wobei die Schaumschicht (8, 50) in der Anschlussfläche (22) ein Ausrichtelement (24, 26) zur Ausrichtung an einem benachbarten Mauerwerksandwichelement (2, 28, 42, 44, 60, 66, 68, 76) aufweist. Mauerwerksandwichelement (2, 28, 42, 44, 60, 66, 68, 76) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Schaumschicht (8, 50) diffusionsoffen ist.






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