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Dokumentenidentifikation DE202007002657U1 30.08.2007
Titel Pressbacke für ein Presswerkzeug, Presswerkzeug mit einer derartigen Pressbacke und mit einer derartigen Pressbacke erfolgte Rohrverpressung
Anmelder UPONOR Innovation AB, Fristad, SE
Vertreter Patentanwälte von Kreisler, Selting, Werner et col., 50667 Köln
DE-Aktenzeichen 202007002657
Date of advertisement in the Patentblatt (Patent Gazette) 30.08.2007
Registration date 26.07.2007
Application date from patent application 23.02.2007
IPC-Hauptklasse B21B 37/00(2006.01)A, F, I, 20070223, B, H, DE
IPC-Nebenklasse B21B 39/04(2006.01)A, L, I, 20070223, B, H, DE   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Pressbacke für ein Presswerkzeug, wie es zum Verpressen eines Pressfittings verwendet wird. Ferner betrifft die Erfindung auch ein Presswerkzeug mit einer Pressbacke. Schließlich betrifft die Erfindung auch eine Rohrverpressung unter Verwendung einer erfindungsgemäßen Pressbacke.

Bei Pressfittingen wird mit Hilfe eines Presswerkzeuges manuell oder automatisch eine das anzuschließende Rohr umgebende plastisch verformbare Presshülse radial verformt, wodurch das anzuschließende Rohrende am Pressfitting gehalten ist. Die Presshülsen bestehen im Regelfall aus Metall oder einer Metalllegierung, beispielsweise Edelstahl oder einer Aluminiumlegierung.

Aufgabe der Erfindung ist es, eine Pressbackengeometrie zu schaffen, die eine zuverlässige Verpressung insbesondere bei vergleichsweise weichen Presshülsenmaterialien wie z. B. (ungehärteter) Stahl oder einer Stahllegierung, Aluminium oder einer Aluminiumlegierung schafft.

Zur Lösung dieser Aufgabe wird mit der Erfindung eine Pressbacke für ein Werkzeug zum Verpressen eines Pressfittings vorgeschlagen, wobei die Pressbacke versehen ist mit

  • – einem bogenförmigen Presselement, das eine beim Verpressen einer Presshülse des Pressfittings zugewandte Innenfläche aufweist, und
  • – mehreren Pressrippen, die sich längs der bogenförmigen Erstreckung des Presselements auf dessen Innenfläche erstrecken, wobei auf der Innenfläche des Presselements zwei außenliegende Pressrippen, die den die axiale Erstreckung des bogenförmigen Presselements definierenden Rändern zugewandt angeordnet sind, und zwei innenliegende Pressrippen ausgebildet sind, die um im wesentlichen ihre Breite voneinander beabstandet im mittleren Bereich zwischen den beiden außenliegenden Pressrippen angeordnet sind.

Nach der Erfindung weist also die Pressbacke ein bogenförmiges Presselement auf, das beispielsweise als Einsatz für ein Presswerkzeug ausgelegt sein kann. Das bogenförmige Presselement hat im wesentlichen die Form eines Teilzylinders. Das Presswerkzeug umfasst mehrere derartige Presselemente, die sich zusammen im wesentlichen ringförmig um die zu verpressende Presshülse herum erstrecken. An der Innenfläche des bogenförmigen Presselements sind erfindungsgemäß mindestens vier Pressrippen ausgebildet, von denen die beiden außenliegenden Pressrippen nahe der axialen Ränder des bogenförmigen Presselements angeordnet sind, die die axiale Erstreckung des Presselements definieren. Sämtliche Pressrippen dienen dem Verpressen eines Rohrendes gegen die Stützhülse eines Pressfittings, auf die das Rohrende geschoben ist.

Im wesentlichen im mittleren Teil zwischen den beiden außenliegenden Pressrippen befinden sich erfindungsgemäß zwei dicht nebeneinander angeordnete innenliegende Pressrippen, die im wesentlichen um die Breite einer Pressrippe voneinander beabstandet sind.

Durch die Doppelpressrippe im mittleren Teil des bogenförmigen Presselements der erfindungsgemäßen Pressbacke wird die Breite der Verpressung an der Presshülse erhöht und damit die Verkrallung des gepressten Rohres auf der Stützhülse verbessert. Eine direkte Pressung auf eventuell auf der Stützhülse befindlichem O-Ring wird von der Verzahnung aufgefangen. Dies gilt um so mehr, wenn das Material der Presshülse vergleichsweise weich ist, wie es bei Aluminium bzw. einer Aluminiumlegierung der Fall ist. Aber auch Edelstahl-Presshülsen lassen sich mit der erfindungsgemäßen Pressbacke problemlos verpressen.

In vorteilhafter Weiterbildung der Erfindung ist vorgesehen, dass zumindest die beiden innenliegenden Pressrippen einen im wesentlichen trapezförmigen Querschnitt mit Anlagepunkten zur Anlage an der Presshülse aufweisen, und einen Mittenabstand aufweisen, der etwa das Zwei- bis Dreifache der Breite der Pressrippen an ihren Anlageflächen beträgt.

In vorteilhafter Weiterbildung der Erfindung kann ferner vorgesehen sein, dass auf der Innenfläche des Presselements mindestens eine weitere Pressrippe ausgebildet ist, die der Kennzeichnung der Verpressung und der Kodierung des für die Verpressung verwendeten Presselements dient. Diese Verpresskennzeichnungsrippe befindet sich vorzugsweise zwischen einer der beiden mittleren Verpressrippen und einer der beiden außenliegenden Verpressrippen. Zweckmäßig ist es ferner, wenn die mindestens eine Verpresskennzeichnungsrippe in Umfangsrichtung der Innenfläche des Presselements mindestens eine Unterbrechung aufweist. Schließlich kann es auch so sein, dass die Anzahl der Unterbrechungen und ihre relative Anordnung und/oder die Anzahl und/oder die relative Anordnung der Verpresskennzeichnungsrippen die Kennzeichnung bilden, mit welchem Presselement die Verpressung vorgenommen worden ist.

Ferner wird die oben angegebene Aufgabe erfindungsgemäß auch mit einem Presswerkzeug gelöst, das mit mindestens einer Pressbacke der vorstehend erläuterten Art versehen ist.

Die Erfindung betrifft schließlich auch die Kombination eines Pressfittings, der eine Stützhülse und eine Presshülse aufweist, eines auf die Stützhülse aufgeschobenen Rohrendes, das von der Presshülse umgeben ist, und eines Presswerkzeuges mit einer Pressbacke, wie sie oben beschrieben ist.

Die Erfindung wird nachfolgend anhand der Zeichnung näher erläutert. Im Einzelnen zeigen dabei:

1 einen Schnitt durch eine Pressbacke gemäß einem Ausführungsbeispiel der Erfindung und

2 einen Halbschnitt durch einen Pressfitting mit an dessen Presshülse angesetzten Pressbacken.

Die Form der Pressbacke 10 gemäß einem Ausführungsbeispiel ist in 1 gezeigt. In diesem Ausführungsbeispiel weist die Pressbacke 10 ein bogenförmiges Element 12 aus Metall auf, das sich über im wesentlichen 180° erstreckt. Das Presselement 12 weist zwei seine axiale Erstreckung definierende Ränder bzw. Stirnenden 14,16 auf. An seiner Außenseite 18 weist das Presselement 12 eine Kontur auf, die an eine Aufnahme eines (nicht dargestellten) Presswerkzeuges angepasst ist.

Mit seiner in diesem Ausführungsbeispiel im wesentlichen zylindrischen Innenseite 20 liegt das Presselement 12 beim Verpressen einer Presshülse an dieser an bzw. ist dieser zugewandt. Diese Innenseite 20 ist mit zwei außenliegenden Pressrippen 22 sowie zwei innenliegenden Pressrippen 24 versehen. Die Pressrippen weisen im wesentlichen die Form eines Trapez auf (im Querschnitt betrachtet). Die beiden innenliegenden Pressrippen 24 befinden sich in etwa mitten zentriert zu den beiden außenliegenden Pressrippen 22. Von dieser Lage können die beiden Pressrippen 24 aber auch abweichen. Der Abstand zwischen den beiden innenliegenden Pressrippen 24 ist wesentlich (etwa Faktor 10 oder mehr) geringer als der Abstand einer innenliegenden Pressrippe 24 zu einer außenliegenden Pressrippe 22. Insbesondere dann, wenn der Abstand der beiden innenliegenden Pressrippen 24 voneinander im wesentlichen gleich der Breite einer Pressrippe 24 bzw. 22 ist, beträgt beispielsweise der Mittenabstand 26 der beiden innenliegenden Pressrippen 24 etwa das Ein- bis Dreifache der mittleren Breite 28 einer Pressrippe 22,24.

Durch die spezielle Ausgestaltung mit Doppelpressrippe entsteht im mittleren Abschnitt an der Innenfläche 20 des Presselements 12 eine erhabene im wesentlichen W-förmige Wellenstruktur, die eine zuverlässige Erfassung einer Presshülse bei deren Verpressung erlaubt und durch den Freiraum dieser Struktur keine höheren Verpresskräfte erfordert.

Die Situation bei Anlage der Pressbacke 10 an einem zu verpressenden Fitting ist in 2 gezeigt. In dieser Figur ist im Halbschnitt ein Pressfitting 30 zu erkennen, der eine Stützhülse 32 und eine Presshülse 34 mit in diesem Ausführungsbeispiel Anschlagring 36 für die Pressbacke 10 aufweist. Die Presshülse 34 und der Stützkörper 32 bestehen z. B. aus Metall bzw. weisen Metall oder eine Metalllegierung auf. Die Stützhülse 32 kann, wie in diesem Ausführungsbeispiel, mindestens eine Aufnahmenut 38 für ein Dichtelement 40 aufweisen. Die Presshülse 34 ist mit außenliegenden erhabenen Bereichen 42,44 versehen, die sich in Umfangsrichtung um die Presshülse 34 herum erstrecken. Zwischen diese beiden erhabenen Bereiche 42,44 tauchen die beiden innenliegenden Pressrippen 24 ein, wenn die Presshülse 34 verpresst werden soll. Zwischen der Presshülse 34 und der Stützhülse 32 des Pressfittings 30 befindet sich das anzuschließende Rohrende 46. Innerhalb des Rohrendes 46 wirken sämtliche Pressrippen 22,24 auf die Presshülse 34 ein, um diese durch plastische Verformung gegen das Rohrende 46 und damit dieses gegen die Stützhülse 32 zu pressen.

Wie man anhand der 1 und 2 erkennen kann, weist die Pressbacke 10 an der Innenfläche 20 ihres Presselements 12 mindestens eine weitere Rippe 48 auf, die längs ihrer Erstreckung mindestens eine Unterbrechung 50 aufweisen kann. Diese zusätzliche Rippe 48, die man auch als Verpresskennzeichnungsrippe bezeichnen kann, drückt sich mehr oder weniger leicht in die Außenfläche der Presshülse 34 ein und dient der Erzeugung einer Kennzeichnung auf der Presshülse 34, die angibt, mit welchem Presswerkzeug bzw. mit welcher Pressbacke 10 die Verpressung vorgenommen wurde. Alternativ zu einer einzigen Verpresskennzeichnungsrippe 48 mit ein oder mehreren Unterbrechungen 50 können auch mehrere Verpresskennzeichnungsrippen 48 vorgesehen sein. Dabei ist die relative Anordnung der Verpresskennzeichnungsrippen 48 (beispielsweise Abstand voneinander oder dergleichen) zur Kodierung der Pressbacke 10 vorgesehen. Diese Funktion übernehmen auch die ein oder mehreren Unterbrechungen 50, die auch dann vorhanden sein können, wenn mehr als eine Verpresskennzeichnungsrippe 48 ausgebildet ist.


Anspruch[de]
Pressbacke für ein Presswerkzeug zum Verpressen eines Pressfittings mit

– einem bogenförmigen Presselement (12), das eine beim Verpressen einer Presshülse (32) des Pressfittings (30) zugewandte Innenfläche (20) aufweist, und

– mehreren sich längs der bogenförmigen Erstreckung des Presselements (12) auf dessen Innenfläche (20) erstreckenden Pressrippen (22,24) zum Pressen einer Presshülse (34) eines Pressfittings (30) gegen ein auf dessen Stützhülse (32) aufgeschobenes Anschlussende (46) eines Rohres, wobei auf der Innenfläche (20) des Presselements (12) zwei außenliegende Pressrippen (22), die den die axiale Erstreckung des bogenförmigen Presselements (12) definierenden Rändern (14,16) zugewandt angeordnet sind, und zwei innenliegende Pressrippen (24) ausgebildet sind, die um im wesentlichen ihre Breite (28) voneinander beabstandet im mittleren Bereich zwischen den beiden außenliegenden Pressrippen (22) angeordnet sind.
Pressbacke nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest die beiden innenliegenden Pressrippen (24) einen im wesentlichen trapezförmigen Querschnitt mit Anlagepunkten zur Anlage an der Presshülse (32) aufweisen, und einen Mittenabstand aufweisen, der etwa das Zwei- bis Dreifache der Breite der Pressrippen (24) an ihren Anlageflächen beträgt. Pressbacke nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass auf der Innenfläche (20) des Presselements (12) mindestens eine weitere Rippe (48) ausgebildet ist, die der Kennzeichnung der Verpressung dient. Pressbacke nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die und eine Verpresskennzeichnungsrippe (48) in Umfangsrichtung mindestens eine Unterbrechung (59) aufweist. Pressbacke nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Anzahl der Unterbrechungen (50) und ihre relative Anordnung und/oder die Anzahl und/oder relative Anordnung der Verpresskennzeichnungsrippen (48) die Kennzeichnung, mit welchem Presselement (12) die Verpressung vorgenommen worden ist, bildet. Presswerkzeug zum Verpressen eines Pressfittings mit einer Pressbacke nach einem der vorhergehenden Ansprüche. Kombination eines Pressfittings mit einer Stützhülse (32) und einer Presshülse (34), eines auf die Stützhülse (32) geschobenen Rohrendes (46), das von der Presshülse (34) umgeben ist, und eines Presswerkzeuges nach Anspruch 6.






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