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Dokumentenidentifikation DE202007007408U1 30.08.2007
Titel Oberwalze für ein Streckwerk
Anmelder Wilhelm Stahlecker GmbH, 73326 Deggingen, DE
Vertreter Patentanwälte Ruff, Wilhelm, Beier, Dauster & Partner, 70174 Stuttgart
DE-Aktenzeichen 202007007408
Date of advertisement in the Patentblatt (Patent Gazette) 30.08.2007
Registration date 26.07.2007
Application date from patent application 21.05.2007
IPC-Hauptklasse D01H 5/74(2006.01)A, F, I, 20070521, B, H, DE
IPC-Nebenklasse D01H 1/02(2006.01)A, L, I, 20070521, B, H, DE   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Oberwalze für ein Streckwerk zum Verziehen von Stapelfaserverbänden mit einer Kugeln aufweisenden Lagerung.

Oberwalzen für Streckwerke bestehen üblicherweise aus einer Achse und einem Laufkörper, der drehbar mit einer Lagerung auf der Achse befestigt ist. Der Laufkörper ist mit einem Bezug aus einem gummielastischen Material versehen. Die Oberwalze ist mit ihrem elastischen Bezug gegen eine antreibbare Unterwalze des Streckwerks angedrückt und bildet mit dieser eine Klemmlinie. Ein Stapelfaserverband wird in dem Streckwerk durch mehrere hintereinander angeordnete Walzenpaare in an sich bekannter Weise auf die gewünschte Feinheit verzogen.

Bei den bisher bekannten Oberwalzen sind die in der Lagerung enthaltenen Kugeln aus Stahl. Trotz einer vorhandenen Fettschmierung kann es vorkommen, dass an den Kugeln Korrosion auftritt.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zu Grunde, eine Lagerung für Oberwalzen zu schaffen, die weniger anfällig für Korrosion ist.

Die Aufgabe wird dadurch gelöst, dass die Lagerung wenigstens eine Kugel aufweist, die an ihrer Oberfläche aus einem keramischen Material besteht. Bevorzugt besteht die Kugel komplett aus Keramik. Es ist außerdem vorteilhaft, dass sämtliche Kugeln einer Kugelreihe aus Keramik bestehen. Durch die Verwendung von Kugeln, die an ihrer Oberfläche aus einem keramischen Material bestehen, wird Korrosion an den Kugeln zuverlässig verhindert. Auch die Korrosion an den an der Achse und an dem Laufkörper der Oberwalze angeordneten Laufbahnen für die Kugeln wird verringert.

Die Anmelderin vermutet, dass Schwingungen an den Oberwalzen für die Bildung von Passungsrost an der Lagerung der Oberwalze verantwortlich ist.

Die Erfindung ist besonders anwendbar an Oberwalzen, bei denen der Laufkörper an einer Seite ein Zahnrad aufweist. Oberwalzen mit einem Zahnrad am Laufkörper werden insbesondere in Verbindung mit Verdichtungseinrichtungen verwendet, die im Bereich des Streckwerks angeordnet sind und die den Stapelfaserverband pneumatisch verdichten und kompaktieren, bevor dem Stapelfaserverband eine Drehung erteilt wird. Bei derartigen Verdichtungseinrichtungen werden Oberwalzen eingesetzt, die über das am Laufkörper angeordnet Zahnrad entweder weitere Bauteile antreiben, oder selbst über das Zahnrad angetrieben werden. Durch das Zahnrad wirken auf die Oberwalze zusätzliche Kräfte und es können auch zusätzliche Schwingungen an der Oberwalze auftreten. Diese Oberwalzen mit Zahnrädern am Laufkörper weisen eine erhöhte Neigung zur Bildung von Korrosion in der Lagerung auf. Insbesondere die Kugelreihe, die auf der dem Zahnrad abgewandten Seite angeordnet ist, wird deshalb vorteilhafterweise mit Kugeln bestückt, die aus einem keramischen Material bestehen. Die Kugeln aus Keramik verhindern weitgehend die Bildung von Passungsrost.

Weitere Vorteile und Merkmale der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung eines Ausführungsbeispiels.

Es zeigen:

1 eine teilweise geschnittene Seitenansicht eines Streckwerks zum Verziehen von Stapelfaserverbänden mit einer nachgeordneten Verdichtungseinrichtung,

2 eine teilweise geschnittene und vergrößerte Draufsicht auf eine Oberwalze des Streckwerks der 1.

In 1 ist ein Streckwerk 1 zum Verziehen wenigstens eines Stapelfaserverbandes 2 dargestellt. Das Streckwerk 1 besteht im Wesentlichen aus mehreren Walzenpaaren, die aus antreibbaren Unterwalzen 3, 5 und 7 und elastisch daran angedrückten Oberwalzen 4, 6, 8 bestehen. Das Streckwerk 1 kann in einer Spinnereimaschine, insbesondere in einer Ringspinnmaschine eingesetzt werden. Dem Eingangswalzenpaar 3, 4 des Streckwerks 1 wird ein Stapelfaserverband 2 in Form eines Faserbandes oder Vorgarnes 9 zugeführt. Der Stapelfaserverband 2 wird in Transportrichtung A durch das Streckwerk 1 transportiert und dabei durch die mit höherer Umfangsgeschwindigkeit angetriebenen Walzenpaare 5, 6 und 7, 8 zu einem Faserverband 10 der gewünschten Feinheit verzogen. Dem mittleren Walzenpaar 5, 6 sind dabei Führungsriemchen 11 und 12 zur Führung des Stapelfaserverbandes 2 in an sich bekannter Weise zugeordnet. Sind mehrere Streckwerke 1 nebeneinander angeordnet, wie beispielsweise an einer Ringspinnmaschine, dann können die Unterwalzen 3, 5, 7 vorzugsweise als in Maschinenlängsrichtung durchlaufende Unterzylinder ausgebildet sein. Die Oberwralzen 4, 6, 8 zweier benachbarter Streckwerke 1 können als sogenannter Oberwalzenzwilling ausgebildet werden. Die Gestaltung als Oberwalzenzwilling wird weiter unten noch näher beschrieben werden.

Dem Streckwerk 1 ist eine Verdichtungseinrichtung 13 mit einer Verdichtungszone 14 nachgeordnet, die der fertig verzogene Faserverband 10 durchläuft. In der Verdichtungszone 14 wird der Faserverband 10 verdichtet. Nach der Verdichtungseinrichtung 13 wird dem Faserverband 10 dann seine Spinndrehung erteilt und das fertige Garn 15 gebildet, das in Abzugsrichtung B einem nicht dargestellten Drallorgan, beispielsweise einer Ringspindel zugeführt und dort aufgewunden wird. Die Verdichtungseinrichtung 13 bewirkt, dass das fertige Garn 15 bessere Eigenschaften, insbesondere eine höhere Festigkeit und geringere Haarigkeit aufweist.

Die Verdichtungseinrichtung 13 besteht im Wesentlichen aus einem unter Unterdruck stehenden Saugkanal 16 mit einem Saugschlitz 17 und einem luftdurchlässigen Transportband 18, das auf einer Gleitfläche 19 des Saugkanals 16 über den Saugschlitz 17 gleitet. Das Transportband 18 wird auf der dem Saugschlitz 17 abgewandten Seite des Saugkanals 16 über eine Spanneinrichtung 20 gespannt. Der Saugkanal 16 ist über einen Unterdruckanschluss 21 mit einer nicht näher dargestellten Unterdruckquelle verbunden. Im Falle mehrerer nebeneinander angeordneter Streckwerke kann sich der Saugkanal 16 auch über mehrere Streckwerke 1 erstrecken und enthält dann für jeden zu verdichtenden Faserverband 10 einen Saugschlitz 17.

Das Transportband 18 wird über eine Oberwalze 22 angetrieben, die gegen das Transportband 18 bzw. gegen die Gleitfläche 19 des Saugkanals 16 angedrückt ist. Die Oberwalze 22 bildet mit dem Transportband 18 eine Klemmlinie 23. Die Oberwalze 22 wird ihrerseits von der Oberwalze 8 des Ausgangswalzenpaares 7, 8 über ein Zwischenzahnrad 24 oder einen nicht dargestellten Zahnriemen angetrieben. Der an der Klemmlinie 25 des Ausgangswalzenpaares 7, 8 des Streckwerks 1 vorliegende fertig verzogene Stapelfaserverband 10 wird von dem luftdurchlässigen Transportband 18 durch die Verdichtungszone 14 transportiert und dort durch die quer zur Transportrichtung A gerichtete Luftströmung verdichtet. Die Verdichtungszone 14 ist an der Klemmlinie 23 beendet und der Faserverband 10 erhält nachfolgend seine Spinndrehung.

Die Oberwalzen 4, 6, 8 und 22 bestehen im Wesentlichen aus einer feststehenden Achse 26, auf der ein Laufkörper 27 frei drehbar gelagert ist. Der Laufkörper 27 ist auf seiner Außenseite mit einem elastischen Bezug 28 versehen, der dann auf der jeweiligen Unterwalze bzw. auf dem Transportband 18 aufliegt. Die Oberwalzen 4, 6, 8 und 22 sind gleich aufgebaut, und unterscheiden sich nur darin, dass die Oberwalzen 8 und 22 zusätzlich ein am Laufkörper 27 angeordnetes Zahnrad 29 aufweisen.

Mit Hilfe von 2 wird nun der Aufbau der Oberwalzen 4, 6, 8 und 22 am Beispiel der Oberwalze 8 näher erläutert. Die 2 zeigt einen Oberwalzenzwilling, bei dem zwei Oberwalzen 8 auf einer gemeinsamen Achse 26 angeordnet sind. Die Achse 26 ist in einem mittleren Bereich 30 in einem nicht näher dargestellten Belastungsträger aufgenommen und zwei benachbarten Streckwerken 1 zugeordnet. Die beiden Laufkörper 27 sind jeweils über eine Lagerung 31 frei drehbar auf der feststehenden Achse 26 gelagert. An der dem mittleren Bereich 30 der Achse 26 zugewandten Seite des Laufkörpers 27 ist ein Zahnrad 29 angeordnet, das drehfest mit dem Laufkörper 27 verbunden ist. Die Lagerung 31 besteht aus mehreren Kugeln 32, die in Form von zwei Kugelreihen 33 und 34 angeordnet sind. Zur Schmierung der Laufbahnen der Kugeln 32 an der Achse 26 und dem Laufkörper 27 kann der Bereich der Lagerung 31 mit einem Fett gefüllt sein.

Erfindungsgemäß ist nun vorgesehen, dass bei den Oberwalzen 8 und 22, die jeweils ein Zahnrad 29 auf dem Laufkörper 27 aufweisen, wenigstens die Kugeln 32 der Kugelreihe 33, die auf der dem Zahnrad 29 abgewandten Seite des Laufkörpers 27 angeordnet ist, an ihrer Oberfläche aus einem keramischen Material bestehen. Es hat sich gezeigt, dass insbesondere an den Kugelreihen 33 verstärkt Korrosion an den Kugeln 32 auftritt. Diese Korrosion, die vermutlich durch Passungsrost aufgrund von Schwingungen des Laufkörpers 27 entsteht, lässt sich durch Kugeln 32 aus Keramik an der Kugelreihe 33 der Lagerung 31 stark verringern. In Ausgestaltung der Erfindung kann es vorteilhaft sein, beide Kugelreihen 33 und 34 mit Kugeln 32 aus Keramik auszustatten. Außerdem kann es vorteilhaft sein, auch die Kugeln 32 der Kugelreihen 33 und 34 an den Oberwalzen 4 und 6 mit Kugeln 32 aus Keramik auszustatten, auch wenn diese Oberwalzen 4, 6 kein Zahnrad 29 am Laufkörper 27 aufweisen.


Anspruch[de]
Oberwalze (4; 6; 8; 22) für ein Streckwerk zum Verziehen wenigstens eines Stapelfaserverbandes (2) mit einer Kugeln (32) aufweisenden Lagerung (31), dadurch gekennzeichnet, dass die Lagerung (31) wenigstens eine Kugel (32) aufweist, die an ihrer aus einem keramischen Material besteht. Oberwalze nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens eine Kugel (32) aus Keramik besteht. Oberwalze nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Lagerung (31) wenigstens zwei Kugelreihen (33, 34) aufweist, und das alle Kugeln (32) wenigstens einer Kugelreihe (33) aus einem keramischen Material bestehen. Oberwalze nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass ein Laufkörper (27) der Oberwalze (8; 22) an einer Seite ein Zahnrad (29) aufweist, und dass die Kugeln (32) der Kugelreihe (33), die auf der dem Zahnrad (29) abgewandten Seite angeordnet ist, aus einem keramischen Material bestehen.






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