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Dokumentenidentifikation DE60215163T2 30.08.2007
EP-Veröffentlichungsnummer 0001397033
Titel UMHÜLLTES SAATGUT UND VERFAHREN ZUM UMHÜLLEN VON SAATGUT
Anmelder Kemira GrowHow Oy, Helsinki, FI
Erfinder PELTONEN, Jari, FIN-04330 Lahela, FI;
SAARIKKO, Eija, FIN-02780 Espoo, FI
Vertreter Patentanwälte Bressel und Partner, 12489 Berlin
DE-Aktenzeichen 60215163
Vertragsstaaten AT, BE, CH, CY, DE, DK, ES, FI, FR, GB, GR, IE, IT, LI, LU, MC, NL, PT, SE, TR
Sprache des Dokument EN
EP-Anmeldetag 19.06.2002
EP-Aktenzeichen 027433010
WO-Anmeldetag 19.06.2002
PCT-Aktenzeichen PCT/FI02/00541
WO-Veröffentlichungsnummer 2003000030
WO-Veröffentlichungsdatum 03.01.2003
EP-Offenlegungsdatum 17.03.2004
EP date of grant 04.10.2006
Veröffentlichungstag im Patentblatt 30.08.2007
IPC-Hauptklasse A01C 1/06(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, EP

Beschreibung[de]

Die Erfindung bezieht sich auf beschichteten bzw. umhüllten Samen, welcher eine Beschichtung bzw. Umhüllung zur Verbesserung der Wirksamkeit von Phosphor und gegebenenfalls auch zur Verbesserung der Wirksamkeit von Spurenelementen in den Pflanzennährstoffen im Frühstadium des Pflanzenwachstum aufweist, und auf ein Verfahren zur Beschichtung bzw. Umhüllung von Samen und auf ein Verfahren zur Verbesserung der Wirksamkeit von Phosphor und gegebenenfalls auch zur Verbesserung der Wirksamkeit von Spurenelementen der Pflanze und zur Förderung des Pflanzenwachstums im Frühstadium des Pflanzenwachstums.

Die Geschwindigkeit, mit welcher die Wurzeln einer Pflanze das Düngemittel erreichen, hat große Bedeutung für die Fähigkeit der Pflanze, die Nährstoffe, die sich im Düngemittel befinden, aufzunehmen, und für den Erfolg der anfänglichen Entwicklung und des Wachstums der Pflanze in den ersten drei Wochen.

Die Menge der Hauptnährstoffe (N, K, P, Ca, S, Mg), welche über die Düngemittel in die Pflanzen gelangen, d.h. die Wirksamkeit der Nährstoffe, variiert gewöhnlich von einigen Prozent bis zu 70 bis 80 Prozent. Die Wirksamkeit von Phosphor ist besonders gering, ungefähr 5 bis 20 Prozent. Die Wirksamkeit von Spurenelementen (B, Co, Cu, Fe, Mn, Mo, Zn, Cl) ist oft noch geringer als diese.

Das Verfahren zum Verteilen eines Düngemittels, d.h. wie weit entfernt das Düngemittel von dem Samen aufgetragen wird, beeinflusst die Fähigkeit der Pflanze, die Nährstoffe aufzunehmen. Die Nährstoffe in einem Düngemittel, welches weit von dem Samen entfernt ist, z. B. in einer Entfernung von sechs Zentimetern, haben Zeit, mit Bodenmineralien zu reagieren und schlecht lösliche Verbindungen zu bilden, bevor die Pflanzenwurzeln die Position des Düngemittels erreicht haben.

Wenn z. B. die Phosphordüngung in der oben beschriebenen Art durch konventionelle Verteilung des Düngemittels auf der Bodenoberfläche oder durch Einbringen des Düngemittels in die Oberflächenschicht des Bodens durchgeführt wird, liegt die Wirksamkeit des Phosphors bei 5 bis 10 %. Wird das Düngemittel durch eine Furcheneinbringung oder Streifeneinbringung mit einer bestimmten Entfernung vom Samen verteilt, liegt die Wirksamkeit des Phosphors bei ungefähr 10 %.

Eine etwas bessere Wirksamkeit des Phosphors wird erreicht, wenn der Phosphordünger in der unmittelbaren Nähe des Samens eingebracht wird oder wenn der Samen mit dem Düngemittel beschichtet ist. In diesem Fall liegen die Wirksamkeiten bei 15 bis 20 %.

Die Beschichtung von Pflanzensamen aus verschiedenen Gründen ist seit langem eine bekannte Technologie. Es gibt verschiedene Oberflächenbehandlungen, beginnend mit einfacher und konventioneller Samenkonditionierung mit Bioziden, um Pflanzenkrankheiten und schädliche Insekten zu bekämpfen. In diesem Fall werden die Samen als solche mit einem fein gemahlenen Wirkstoff oder einer diesen Wirkstoff enthaltenden Pulvermischung behandelt, oder der Wirkstoff wird in einem geeigneten Lösungsmittel, zumeist Wasser oder einem organischen Lösungsmittel, gelöst oder eingeschlämmt, und die Samen werden dann mit der erhaltenen Lösung oder Einschlämmung behandelt.

Die Beschichtung von Samen wurde ebenfalls verwendet, um die Keimung der Samen zu verzögern. Polymere wurden als Fixiermittel auch bei der Beschichtung von Samen mit Substanzen verwendet, welche andere Auswirkungen haben. Die Beschichtung kann zum Beispiel die Fähigkeit der Samen verbessern, Trockenheit, Hitze, Bodensalzigkeit oder anderen externen Stressfaktoren zu widerstehen.

Mit Hilfe einer Beschichtung können zum Beispiel leichte Reissamen schwerer gemacht werden, wodurch sie nicht so leicht durch Wasser oder Wind davongetragen werden, siehe zum Beispiel die US-Patentveröffentlichung 4,192,095.

Es ist auch allgemein bekannt, Nährstoffe zu einer Beschichtung hinzuzugeben, um das Pflanzenwachstum zu fördern.

Grassamen wurden zum Beispiel mit Kalk oder Talk behandelt, um das Heranwachsen eines Rasens sicherzustellen (Scott 1975). Die Beschichtung von Samen mit Nährstoffen ist in verschiedenen Studien diskutiert worden (z.B. Heydecker und Coolbear 1977, Rebafka et al. 1983, Scott et al. 1987). Die größten Probleme waren ein geringer Keimungsprozentsatz der Samen, insbesondere wenn Öl als Fixierungsmittel verwendet wurde, und eine geringe Anhaftung der Nährstoffe an der Samenoberfläche, wenn wässrige Lösungen verwendet wurden.

Ein großer Forschungsaufwand wurde durchgeführt, um diese Probleme zu lösen. Verschiedene Fixiermittelzusammensetzungen zum Fixieren der Nährstoffe oder anderer wachstumsfördernder Substanzen oder Zusammensetzungen auf den Oberflächen der Pflanzensamen wurden untersucht.

Insbesondere wurde die Verwendbarkeit von verschiedenen Polymeren untersucht. Zum Beispiel besteht ein bekanntes Verfahren darin, die Samen mit wasserlöslichen Polymeren, wie Stärke, Methylcellulose und Gummiarabikum, zu beschichteten. Der größte Nachteil besteht in der mit der Verwendung dieser Polymere verbundenen Menge an Wasser. Der Umgang mit einer großen Menge an Wasser erfordert spezielle Vorrichtungen, und das Beschichtungsverfahren ist langsam. Um das Feuchtwerden der Samen zu vermeiden, müssen die Samen oft bei einer niedrigen Temperatur getrocknet werden. Die oben erwähnten Polymere bilden oft eine harte, leicht zerbrechende Beschichtung um die Samen. Die Patentveröffentlichung WO 9325078 beschreibt eine für die Beschichtung von Samen verwendete Zusammensetzung, wobei die Zusammensetzung ein Polysaccharid-Hydrolysat, zum Beispiel Carboxymethylcellulose oder Carboxymethylstärke-Hydroxylat, enthält. Die wässrigen Lösungen dieser Verbindungen können auch in Form relativ konzentrierter wässriger Lösungen (30%) auf die Samenoberflächen gesprüht werden.

Auf der andern Seite erfordert die Verwendung von wasserunlöslichen Polymeren gewöhnlich die Verwendung eines organischen Lösungsmittels, wobei eine große Lösungsmittelmenge die Penetration des Polymers in die Samen fördert. Es ist auch möglich, wässrige Suspensionen dieser Polymere zur Behandlung der Samen zu verwenden. Zum Beispiel beschreiben CA PLUS 112: 17756 (PL 146138) und CA PLUS 122: 49097 (PL 159474) eine solche Verwendung.

Die US-Patentveröffentlichung 4,251,952 beschreibt Samen, die mit einer Mischung aus einem wasserunlöslichen Polymer und Zucker beschichtet sind. Die verwendeten Polymere sind verschiedene kommerzielle Poly- oder Copolymere.

Zusätzlich zu den oben bereits genannten Nachteilen können die bekannten Verfahren auch den Nachteil einer Klebrigkeit der beschichteten Samenoberflächen haben, wodurch die Samen zusammenkleben und die Samen schlechte Fließeigenschaften haben. Die für das Handling der Samen benötigten Vorrichtungen werden auch leicht verunreinigt. Eine zu feuchte Beschichtung kann ihrerseits zu einer vorzeitigen Keimung der Samen führen.

Aus der nicht veröffentlichten Anmeldung PCT/FI00/01143 des Anmelders ist eine Samenbeschichtung bekannt, welche ein wässriges Fixiermittel, enthaltend ein flüssiges Nebenprodukt der Landwirtschaft oder Fermentation, insbesondere Melasse, und gegebenenfalls ein emulgierendes Öl sowie ein Düngemittelpulver, enthält. Diese Veröffentlichung beschreibt Ergebnisse aus Feldversuchen, die mit mit Monokaliumphosphat beschichteten Gerstensamen sowie mit mit Monokaliumphosphat und Harnstoffphosphat beschichteten Tomatensamen erhalten wurden. Bezüglich dieser Veröffentlichung besteht die Aufgabe der vorliegenden Erfindung darin, für verschiedene Pflanzenspezies das optimale Düngemittel und eine optimale Düngemittelmenge herauszufinden, welche in Wechselwirkung mit dem wässrigen Fixiermittel einen optimalen Synergieeffekt zwischen dem Keimungsprozentsatz und der Phosphoraufnahme herstellt.

US-A-4,761,423 offenbart einen Samen mit einer Beschichtung, die ein wässriges Fixiermittel, das ein tierisches oder pflanzliches Öl enthält, sowie ein Fungizid oder Insektizid enthält.

Gemäß der vorliegenden Erfindung wird ein beschichteter Samen mit einer Beschichtung zur Verbesserung der Wirksamkeit von Phosphor in Pflanzennährstoffen im Frühstadium des Pflanzenwachstums bereitgestellt, wobei der Samen ein Gersten-, Weizen-, Sonnenblumen-, Raps-, Erbsen- oder Tomatensamen ist, wobei die Beschichtung umfasst:

  • i) ein wässriges Fixiermittel, das ein flüssiges Nebenprodukt der Landwirtschaft oder Fermentation enthält, ausgewählt aus Melasse, Vinasse oder Sirup oder einer Mischung davon, und gegebenenfalls ein emulgierendes Öl, und
  • ii) ein Düngemittelpulver, welches Monokaliumphosphat für Gerstensamen, Monokaliumphosphat oder Monocalciumphosphat für Weizensamen, Monokaliumphosphat für Sonnenblumensamen, Monocalciumphosphat oder Dicalciumphosphat für Rapssamen Monocalciumphosphat oder Dicalciumphosphat für Erbsensamen oder Monokaliumphosphat oder Harnstoffphosphat für Tomatensamen ist.

Gemäß der Erfindung ist es ebenfalls möglich, Mischungen der oben genannten Düngemittel zu verwenden.

Die Größe der Samen, deren Oberfläche behandelt wird, und die Art ihrer Oberfläche, welche spezifische Eigenschaften einer Pflanzenspezies sind, beeinflussen die Menge des Fixiermittels, welches zum Fixieren der gewünschten Menge des Düngemittelpulvers auf der Samenoberflächen benötigt wird. Vorzugsweise wird das Fixiermittel in einer Menge von 0,5–5 Gewichtsteilen (w/w) und das Düngemittel in einer Menge von 1–25 Gewichtsteilen (w/w) pro 100 Gewichtsteile (w/w) des Samens verwendet. In einer besonders bevorzugten Ausführungsform werden das Fixiermittel in einer Menge von 1–3 Gewichtsteilen (w/w) und das Düngemittel in einer Menge von 3–15 Gewichtsteilen (w/w) pro 100 Gewichtsteile (w/w) des Samens verwendet.

Besonders bevorzugte beschichtete Samen gemäß der Erfindung schließen ein: beschichteten Gerstensamen, welcher Monocalciumphosphat in einer Menge von 4–10 Gewichts-% enthält, beschichteten Weizensamen, welcher Monokaliumphosphat oder Monocalciumphosphat oder eine Mischung davon in einer Menge von 3–6 Gewichts-% enthält, beschichteten Sonnenblumensamen, welcher Monokaliumphosphat in einer Menge von 8–14 Gewichts-% enthält, beschichteten Rapssamen, welcher Monocalciumphosphat oder Dicalciumphosphat oder eine Mischung davon in einer Menge von 5–20 Gewichts-% enthält, beschichteten Erbsensamen, welcher Monocalciumphosphat oder Dicalciumphosphat oder eine Mischung davon in einer Menge von 3–7 Gewichts-% enthält und beschichteten Tomatensamen, welcher Monokaliumphosphat oder Harnstoffphosphat oder eine Mischung davon in einer Menge von 5–15 Gewichts-% enthält.

Das Fixiermittel kann ein flüssiges Nebenprodukt der Landwirtschaft oder Fermentation in einer Menge von 30–100 Gewichts-% (w/w) und Öl in einer Menge von 0–50 Gewichts-% (w/w), zum Ausgleich bestimmtes Wasser in beliebiger Menge enthalten. Die Menge des Öls beträgt vorzugsweise 0–30 Gewichts-% (w/w). Vorzugsweise enthält das Fixiermittel ein flüssiges Nebenprodukt der Landwirtschaft oder Fermentation in einer Menge von 30–70 Gewichts-% (w/w), Öl in einer Menge von 10–30 Gewichts-% (w/w) und Wasser in einer Menge von 20–60 Gewichts-%.

Die Nebenprodukte enthalten schwankende Mengen an Wasser.

Das Fixiermittel kann auch Polymere enthalten, die herkömmlich als Fixiermittel bei der Beschichtung von Samen verwendet werden und ebenfalls in der Beschreibung zum Stand der Technik erwähnt werden.

Zusätzlich zu dem flüssigen Nebenprodukt der Landwirtschaft oder Fermentation kann das Fixiermittel ein emulgiertes Öl enthalten, das typischerweise eine Öl-in-Wasser-Emulsion ist. Eine derartige Emulsion wird aus Öl, Wasser und einem Dispergiermittel hergestellt. Herkömmliche Dispergiermittel, die für diesen Zweck geeignet sind, können als Dispergiermittel verwendet werden.

Das Fixiermittel kann auch aus nur einem wässrigen, flüssigen Nebenprodukt der Landwirtschaft und Fermentation hergestellt werden.

Das Fixiermittel kann auch herkömmliche Konservierungsmittel und/oder pH-steuernde Agenzien enthalten.

Das Öl ist vorzugsweise ein bioabbaubares oder leicht bioabbaubares Pflanzen- oder Tieröl oder Mineralöl, wie Weißöl, oder eine Mischung davon.

Das Düngemittelpulver kann zusätzlich zu den oben genannten spezifischen Düngemitteln zum Beispiel Mikro-Nährstoffe und/oder Spurenelemente enthalten. Ein Kilogramm eines Düngemittels kann zum Beispiel 5–200 g Magnesium, 1–50 g Zink, 1–50 g Mangan, 30–200 g Natrium und/oder 1–20 mg Selen enthalten. Das Düngemittelpulver kann auch andere das Pflanzenwachstum beeinflussende Substanzen, wie ein Pestizid und/oder ein Wachstumssteuerungsmittel und/oder einen Wachstumsförderer, enthalten.

Die Korngröße des Düngemittelpulvers beträgt typischerweise 1–100 &mgr;m, vorzugsweise 10–50&mgr;m.

Gemäß der Erfindung wird auch ein Verfahren zum Beschichten von Pflanzensamen bereitgestellt, wobei die Samen Gersten-, Weizen-, Sonnenblumen-, Raps-, Erbsen- oder Tomatensamen sind, wobei im Verfahren:

  • a) die zu beschichtenden Samen in eine Vorrichtung eingebracht werden, die zum Behandeln von Samen geeignet ist,
  • b) ein flüssiges Fixiermittel zugesetzt wird, welches ein flüssiges Nebenprodukt der Landwirtschaft oder Fermentation, ausgewählt aus Melasse, Vinasse oder Sirup oder einer Mischung davon, und gegebenenfalls ein emulgierendes Öl enthält, so dass eine Fixiermittelschicht auf der Samenoberfläche gebildet wird,
  • c) ein Düngemittelpulver zugesetzt wird, welches, wenn der beschichtete Samen Gerstensamen ist, Monokaliumphosphat ist, wenn der beschichtete Samen Weizensamen ist, Monokaliumphosphat oder Monocalciumphosphat ist, wenn der beschichtete Samen Sonnenblumensamen ist, Monokaliumphosphat ist, wenn der beschichtete Samen Rapssamen ist, Monocalciumphosphat oder Dicalciumphosphat ist, wenn der beschichtete Samen Erbsensamen ist, Monocalciumphosphat oder Dicalciumphosphat ist, oder, wenn der beschichtete Samen Tomatensamen ist, Monokaliumphosphat oder Harnstoffphosphat ist.

Das Verfahren erfordert keine spezielle Vorrichtung; die Behandlung der Samen kann in jeder Vorrichtung, die zur Behandlung von Samen geeignet ist, auch in einem Betonmischer, durchgeführt werden.

Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform werden in Schritt a) 100 Gewichtsteile (w/w) der zu beschichtenden Samen, in Schritt b) 0,5–5 Gewichtsteile (w/w), vorzugsweise 1–3 Gewichtsprozent (w/w) des Fixiermittels, und in Schritt c) 1–25 Gewichtsteile, vorzugsweise 3–15 Gewichtsprozent (w/w), des Düngemittels verwendet.

Im Verfahren gemäß der Erfindung werden die Fixiermittel und Düngemittelpulver und Materialmengen wie oben definiert verwendet. Die Samen können nach bekannten Verfahren, zum Beispiel mit einem Pestizid, auch vor der Oberflächenbehandlung gemäß der Erfindung behandelt werden. Die Zugabe des Pestizids und/oder eines Wachstumsteuerungsmittels und/oder eines Wachstumsförderers kann auch nach der Fixiermittelbehandlung gemäß der Erfindung vor der Zugabe des Düngemittelpulvers oder nur nach der Behandlung mit Düngemittelpulver oder gleichzeitig mit ihr stattfinden.

Gemäß der Erfindung ist es ebenfalls möglich, das oben genannte Verfahren gemäß der Erfindung zu wiederholen, wobei die Dicke der Düngemittelschicht um den Samen herum verstärkt werden kann.

Wenn das Pelletieren der Samen gewünscht wird, können Wasser und ein Tonmineral nach der Behandlung gemäß der Erfindung oder gleichzeitig mit ihr zugegeben werden.

Gemäß der Erfindung wird auch ein Verfahren zur Verbesserung der Wirksamkeit von Pflanzenphosphor und zur Förderung des Pflanzenwachstums während des Frühstadiums der Pflanze bereitgestellt, bei welchem der Pflanzensamen, der Gersten-, Weizen-, Sonnenblumen-, Raps-, Erbsen- oder Tomatensamen ist, mit einer Beschichtung beschichtet wird, die enthält:

  • i) ein wässriges Fixiermittel, das ein flüssiges Nebenprodukt der Landwirtschaft oder Fermentation, ausgewählt aus Melasse, Vinasse oder Sirup oder einer Mischung davon, und gegebenenfalls ein emulgierendes Öl enthält, und
  • ii) ein Düngemittelpulver, welches Monokaliumphosphat ist, wenn der beschichtete Samen Gerstensamen ist, Monokaliumphosphat oder Monocalciumphosphat, wenn der beschichtete Samen Weizensamen ist, Monokaliumphosphat, wenn der beschichtete Samen Sonnenblumensamen ist, Monocalciumphosphat oder Dicalciumphosphat, wenn der beschichtete Samen Rapssamen ist, Monocalciumphosphat oder Dicalciumphosphat, wenn der beschichtete Samen Erbsensamen ist, oder Monokaliumphosphat oder Harnstoffphosphat, wenn der beschichtete Samen Tomatensamen ist,

    wobei die Beschichtung besonders während der frühen Entwicklung der Pflanze zum Ersatz eines Teils des bei Pflanzen benötigten Phosphor-Düngemittels, üblicherweise bei der Oberflächen- oder Furchenanwendung gegeben, verwendet werden kann.

Bei diesem Verfahren gemäß der Erfindung werden die Fixiermittel und Düngemittelpulver und Materialmengen wie oben definiert eingesetzt.

Besonders bevorzugt beschichtete Samen gemäß der Erfindung sind die Folgenden (die Prozentsätze sind Gewichts-%, berechnet auf das Samengewicht):

  • – Gerstensamen, enthaltend 1–3 % des Fixiermittels and 4–10 % des MKP
  • – Weizensamen, enthaltend 1–3 % des Fixiermittels and 3–6 % des MKP oder MCP
  • – Sonnenblumensamen, enthaltend 1–3 % des Fixiermittels and 8–14 % des MKP
  • – Rapssamen, enthaltend 1–3 % des Fixiermittels and 5–20 % des MCP oder DCP
  • – Erbsensamen, enthaltend 1–3 % des Fixiermittels and 3–7 % des MCP oder DCP
  • – Tomatensamen, enthaltend 1–3 % des Fixiermittels and 5–15 % des MKP oder Harnstoffphosphat

Die folgenden Beispiele sollen die Erfindung detaillierter beschreiben.

Beispiel 1 Wirksamkeit von Melasse, welche zu einer Öl-in-Wasser-Emulsion zugegeben wurde, auf die Emergenz von Weizensamen

Für die Oberflächenbehandlung von Samen wurde eine Untersuchung zur Wirksamkeit von Melasse in einer Öl-in-Wasser – Emulsion auf die Emergenz von Weizensamen mittels Emergenztests auf Feldversuchsböden durchgeführt, wobei die Samen mit Emulsionen behandelt wurden, welche Melasse, Wasser und Öl in verschiedenen Verhältnissen enthielten.

Zum Zwecke des Testens wurde eine Reihe von Öl-in-Wasser-Emulsionen zubereitet, welche verschiedene Mengen an Melasse enthielten. Jede Emulsion enthielt 25 Volumenprozent (v/v) eines bioabbaubaren Öls und zusätzlich so viel Melasse, dass das Volumenverhältnis von Öl in Wasser zu Melasse in den vollständigen Emulsionen 4:0; 3:1; 2:2; 1:3 und 0:4 war.

Zum Einwirken der Emulsion auf die Samenoberflächen wurden die Samen in einem handelsüblichen Test-Samen-Konditionierungsgerät (Hege) behandelt. Von jedem Oberflächen behandelten Ansatz der Samen wurden 4 × 100 Samen in einer Tiefe von 4 cm in 1-Liter Plastikkübeln, befüllt mit Feldversuchsboden, ausgesät. Die Kontrollproben waren 100 unbehandelte, ähnlich gesäte Samen. Jeder Kübel wurde in festen Intervallen bewässert, um den Bodenfeuchtigkeitswert aufrecht zu erhalten. Nachdem 11 Tage nach dem Aussäen vergangen waren, wurde der Emergenzprozentsatz unter Anwendung des Standards 5.4.A.3, definiert durch ISTA, bestimmt. Die Wirksamkeit der Menge der Melasse in der Öl-in-Wasser-Emulsion, welche auf die Samenoberfläche aufgegeben wurde, auf die Emergenz von Weizensamen ist in der Tabelle 1 gezeigt.

Tabelle 1 Wirksamkeit des Mischungsverhältnisses von wässrigem Öl zu Melasse auf die Emergenz von Weizen

Die Ergebnisse zeigen, dass die Zugabe von Melasse zu der Öl-in-Wasser-Emulsion die Emergenz von Weizen signifikant förderte. Weiterhin wurde die Fixierung des Düngemittelpulvers an der Samenoberfläche mit den Emulsionen gemäß dem Beispiel untersucht. Es wurde beobachtet, dass eine Melasse/Öl/Wasser-Emulsion das Düngemittelpulver gleichmäßig und besser als die Öl-in-Wasser-Emulsion allein fixiert und die technische Qualität höher war.

Beispiel 2 Wirksamkeit der Pflanzenspezies und der Phosphordüngemittelquelle und -menge auf die Emergenz

Es wurde eine Anzahl von Tests mit dem Zweck durchgeführt, für verschiedene Pflanzenspezies das optimale Düngemittel und die optimale Düngemittelmenge im Hinblick auf die Emergenz herauszufinden. In diesen Tests wurden die Samen von verschiedenen Pflanzenspezies in der Art und Weise, wie in Beispiel 1 beschrieben, unter Verwendung eines 12,5 Gewichts-% (w/w) Öl, 37,5 Gewichts-% (w/w) Wasser und 50 Gewichts-% (w/w) Melasse enthaltenden Fixiermittels behandelt. Das Fixiermittel wurde in einer Menge von 2 Gewichts-%, bezogen auf den Samen, verwendet. Die so behandelten Samen wurden mit Monokaliumphosphat (MKP), Monocalciumphosphat (MCP), Dicalciumphosphat (DCP) oder Harnstoffphosphat (UP) beschichtet. Die verwendeten Düngemittelmengen sind in Prozentsätzen in Klammern in der nachstehenden Tabelle 2 gezeigt. Diese Prozentsätze beziehen sich auf Gewichts-%, berechnet auf das Samengewicht.

Die Emergenztests wurden in einem Substrat durchgeführt, welches eine Basisdüngung ergibt und welches dasselbe sowohl für die Kontrollproben als auch für die Testmitglieder war. Die Ergebnisse der Emergenztests sind in Tabelle 2 gezeigt, worin die Zahlenwerte den Emergenzprozentsatz angeben. Tabelle 2 gibt mit einem Sternchen Spezies- und Düngemittel-spezifisch ebenfalls die beste Phosphoraufnahme einer Pflanze an.

Tabelle 2 Wirksamkeit der Phosphordüngemittelquelle auf die Emergenz von verschiedenen Pflanzenspezies, wenn die Samen gemäß der Erfindung beschichtet wurden

Die Ergebnisse zeigen, dass die am besten kombinierte Wirkung im Hinblick auf die Pflanzenemergenz und die Phosphoraufnahme bei Gerste mit MKP, bei Weizen mit MKP und MCP, bei Sonnenblumen mit MKP, bei Raps mit MCP und DCP, bei Erbsen mit MCP und DCP und bei Tomaten mit MKP und Harnstoffphosphat unter Verwendung des Samenbeschichtungsverfahrens gemäß der Erfindung erzielt wurde.

Literatur

  • Heydecker, W. und Coolbear, P., 1977, Seed treatments for improved performance – survey and attempted prognosis. Seed Sci. and Technol., 5: 353–425.
  • Rebafka, F.-P., Batino, A. und Marschner, H., 1993, Phosphorus seed coating increases phosphorus uptake, early growth and yield of pearl millet (Pennisetum glaucum (L). R. Br.) grown on an acid sandy soil in Niger, West Africa. Fert. Res., 35: 151–160.
  • Scott, J. M., 1975, Effects of seed coating on establishment. N. Z. Journal of Agricultural Research, 18: 59–67.
  • Scott, J. M., Jessop, R. S., Steer, R. J. und McLachlan, G. D., 1987, Effect of nutrient seed coating on the emergence of wheat and oats. Fert. Res., 14: 205–217.
  • International Seed Testing Association (ISTA), 1996, Seed Sci. & Technol., 24, Supplement. International Rules for seed testing. Zürich, Schweiz.


Anspruch[de]
Beschichteter Samen mit einer Beschichtung zur Verbesserung der Wirksamkeit von Phosphor in Pflanzennährstoffen im Frühstadium des Pflanzenwachstums, wobei der Samen ein Gersten-, Weizen-, Sonnenblumen-, Raps-, Erbsen- oder Tomatensamen ist, dadurch gekennzeichnet, dass die Beschichtung enthält:

iii) ein wässriges Fixiermittel, das ein flüssiges Nebenprodukt der Landwirtschaft oder Fermentation enthält, ausgewählt aus Melasse, Gärungsschlempe (Vinasse) oder Sirup oder einer Mischung davon, und gegebenenfalls ein emulgierendes Öl, und

iv) ein Düngemittelpulver, welches Monokaliumphosphat für Gerstensamen, Monokaliumphosphat oder Monocalciumphosphat für Weizensamen, Monokaliumphosphat für Sonnenblumensamen, Monocalciumphosphat oder Dicalciumphosphat für Rapssamen, Monocalciumphosphat oder Dicalciumphosphat für Erbsensamen oder Monokaliumphosphat oder Harnstoffphosphat für Tomatensamen ist.
Beschichteter Samen nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass dieser 100 Gewichtsteile (w/w) des Samens, 0,5–5 Gewichtsteile (w/w) des Fixiermittels und 1–25 Gewichtsteile (w/w) des Düngemittels enthält. Beschichteter Samen nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Samen beschichteter Gerstensamen, enthaltend 4–10 Gewichts-% Monokaliumphosphat, beschichteter Weizensamen, enthaltend 3–6 Gewichts-% Monokaliumphosphat oder Monocalciumphosphat oder eine Mischung davon, beschichteter Sonnenblumensamen, enthaltend 8–14 Gewichts-% Monokaliumphosphat, beschichteter Rapssamen, enthaltend 5–20 Gewichts-% Monocalciumphosphat oder Dicalciumphosphat oder eine Mischung davon, beschichteter Erbsensamen, enthaltend 3–7 Gewichts-% Monocalciumphosphat oder Dicalciumphosphat oder eine Mischung davon, oder beschichteter Tomatensamen, enthaltend 5–15 Gewichts-% Monokaliumphosphat oder Harnstoffphosphat oder eine Mischung davon, ist. Beschichteter Samen nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Fixiermittel 30–100 Gewichts-% (w/w) flüssiges Nebenprodukt der Landwirtschaft oder Fermentation und 0–50 Gewichts-% (w/w) Öl sowie in beliebiger Menge zum Ausgleich bestimmtes Wasser, vorzugsweise 30–70 Gewichts-% (w/w) flüssiges Nebenprodukt der Landwirtschaft oder Fermentation, 10–30 Gewichts-% (w/w) Öl und 20–60 Gewichts-% Wasser enthält. Beschichteter Samen nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Öl ein bioabbaubares oder leicht bioabbaubares Pflanzen- oder Tieröl oder Mineralöl, wie Weißöl, oder eine Mischung davon ist. Beschichteter Samen nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Partikelgröße des Düngemittelpulvers 1–100 &mgr;m, vorzugsweise 10–50 &mgr;m, beträgt. Verfahren zum Beschichten von Pflanzensamen, wobei der Samen ein Gersten-, Weizen-, Sonnenblumen-, Raps-, Erbsen- oder Tomatensamen ist, dadurch gekennzeichnet, dass

a) der zu beschichtende Samen in eine Vorrichtung eingebracht wird, die zum Behandeln von Samen geeignet ist,

b) ein flüssiges Fixiermittel zugesetzt wird, welches ein flüssiges Nebenprodukt der Landwirtschaft oder Fermentation, ausgewählt aus Melasse, Gärungsschlempe (Vinasse) oder Sirup oder einer Mischung davon, und gegebenenfalls ein emulgierendes Öl enthält, so dass eine Fixiermittelschicht auf der Samenoberfläche gebildet wird,

c) ein Düngemittelpulver zugesetzt wird, welches Monokaliumphosphat ist, wenn der beschichtete Samen Gerstensamen ist, welches Monokaliumphosphat oder Monocalciumphosphat ist, wenn der beschichtete Samen Weizensamen ist, welches Monokaliumphosphat ist, wenn der beschichtete Samen Sonnenblumensamen ist, welches Monocalciumphosphat oder Dicalciumphosphat ist, wenn der beschichtete Samen Rapssamen ist, welches Monocalciumphosphat oder Dicalciumphosphat ist, wenn der beschichtete Samen Erbsensamen ist, oder welches Monokaliumphosphat oder Harnstoffphosphat ist, wenn der beschichtete Samen Tomatensamen ist, wobei eine Beschichtung gebildet wird.
Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass in Schritt a) 100 Gewichtsteile (w/w) des zu beschichtenden Samens; in Schritt b) 0,5–5 Gewichtsteile (w/w) des Fixiermittels und in Schritt c) 1–25 Gewichtsteile (w/w) des Düngemittels verwendet werden. Verfahren nach Anspruch 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet, dass das Fixiermittel 30–100 Gewichts-% (w/w) flüssiges Nebenprodukt der Landwirtschaft oder Fermentation und 0–50 Gewichts-% (w/w) Öl sowie in beliebiger Menge zum Ausgleich bestimmtes Wasser, vorzugsweise 30–70 Gewichts-% (w/w) flüssiges Nebenprodukt der Landwirtschaft oder Fermentation, 10–30 Gewichts-% (w/w) Öl und 20–60 Gewichts-% (w/w) Wasser enthält. Verfahren nach einem der Ansprüche 7–9, dadurch gekennzeichnet, dass das Öl ein bioabbaubares oder leicht bioabbaubares Pflanzen- oder Tieröl oder Mineralöl, wie Weißöl, oder eine Mischung davon ist. Verfahren nach einem der Ansprüche 7–10, dadurch gekennzeichnet, dass die Partikelgröße des Düngemittelpulvers 1–100 &mgr;m, vorzugsweise 10–50 &mgr;m, beträgt. Verfahren zur Verbesserung der Wirksamkeit von Pflanzenphosphor und zur Förderung des Pflanzenwachstums während des Frühstadiums der Pflanze, dadurch gekennzeichnet, dass Pflanzensamen, welcher Gersten-, Weizen-, Sonnenblumen-, Raps-, Erbsen- oder Tomatensamen ist, mit einer Beschichtung beschichtet wird, enthaltend:

i) ein wässriges Fixiermittel, das ein flüssiges Nebenprodukt der Landwirtschaft oder Fermentation, ausgewählt aus Melasse, Gärungsschlempe (Vinasse) oder Sirup oder einer Mischung davon, und gegebenenfalls ein emulgierendes Öl enthält, und

ii) ein Düngemittelpulver, welches Monokaliumphosphat ist, wenn der beschichtete Samen Gerstensamen ist, Monokaliumphosphat oder Monocalciumphosphat ist, wenn der beschichtete Samen Weizensamen ist, Monokaliumphosphat ist, wenn der beschichtete Samen Sonnenblumensamen ist, Monocalciumphosphat oder Dicalciumphosphat ist, wenn der beschichtete Samen Rapssamen ist, Monocalciumphosphat oder Dicalciumphosphat ist, wenn der beschichtete Samen Erbsensamen ist, oder Monokaliumphosphat oder Harnstoffphosphat ist, wenn der beschichtete Samen Tomatensamen ist,

so dass die Beschichtung zum Ersatz eines Teils des von der Pflanze benötigten Phosphor-Düngemittels besonders während der frühen Entwicklung der Pflanze, konventionell in einer Oberflächen- oder Furchenanwendung gegeben, verwendet werden kann.






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