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Dokumentenidentifikation DE102005059241B3 06.09.2007
Titel Schwenkbar gelagerte Auflagepratze
Anmelder Wimo Hebetechnik GmbH, 87789 Woringen, DE;
ThyssenKrupp Steel AG, 47166 Duisburg, DE
Erfinder Moraru, Willi, 87700 Memmingen, DE;
Bange, Andreas, 58730 Fröndenberg, DE;
Lüftner, Thomas, 58730 Fröndenberg, DE;
Meeß, Axel, 59514 Welver, DE
Vertreter Heilein, E., Dipl.-Ing.Univ. Dr.rer.pol., Pat.-Anw., 85716 Unterschleißheim
DE-Anmeldedatum 12.12.2005
DE-Aktenzeichen 102005059241
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 06.09.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 06.09.2007
IPC-Hauptklasse B66C 1/54(2006.01)A, F, I, 20051212, B, H, DE
Zusammenfassung Die vorliegende Erfindung betrifft eine Pratze (10) zum Transportieren von Coils oder Bandringen (20) mit horizontaler Achslage (21), insbesondere aus Eisen-, Nichteisenmetallen oder anderen Materialien wie beispielsweise Papier; mit einem das Coil bzw. den Bandring (20) in dessen Auge (22) aufnehmenden ersten Pratzenabschnitt (auch als Auflagepratze 11 bezeichnet) und einen den ersten Pratzenabschnitt (11) halternden zweiten Pratzenabschnitt (12).
Erfindungsgemäß ist der erste Pratzenabschnitt (11) um eine Längsachse (13) der Pratze (10) schwenkbar am zweiten Pratzenabschnitt (12) gelagert.
Dies schont vorteilhaft und in bislang nicht bekannter Weise das Coil bzw. den Bandring (20) bei achsversetzter Positionierung der Pratze (10) vor der Lastaufnahme, und zwar unabhängig davon, ob die Pratze (10) starr oder ggf. klappbar an einem Lastaufnahmemittel angeordnet ist.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Pratze zum Transportieren von Coils oder Bandringen mit horizontaler Achslage, insbesondere aus Eisen-, Nichteisenmetallen oder anderen Materialien wie beispielsweise Papier; mit einem das Coil bzw. den Bandring in dessen Auge aufnehmenden ersten Pratzenabschnitt (auch als Auflagepratze bezeichnet) und einen den ersten Pratzenabschnitt halternden zweiten Pratzenabschnitt, wobei der erste Pratzenabschnitt um eine Längsachse der Pratze schwenkbar am zweiten Pratzenabschnitt gelagert ist.

Für den Transport von Coils oder Bandringen mit horizontaler Achslage bedient man sich in der Praxis speziell ausgebildeter, mit einem Kran verbindbarer, Lastaufnahmemittel, wie sie beispielsweise aus der DE 42 17 333 C2 bekannt sind. Die starr oder klappbar am Lastaufnahmemittel angeordneten Stahlpratzen können jedoch mitunter das Coil bzw. den Bandring insbesondere im Bereich des Coilauges aufgrund von Reib- und Schürfeffekten nachhaltig schädigen, so dass die inneren Lagen des Coils bzw. des Bandrings für eine Weiterverarbeitung unbrauchbar werden. Zur Vermeidung derartig kostentreibender Schäden ist bereits bekannt, die Auflagepratze mit einem, ggf. austauschbaren, PU-Schonbelag oder ähnlichem zu versehen. Jedoch reißt der Belag insbesondere bei im Coilauge hinreichend achsversetzter Pratzen-Positionierung vor der Lastaufnahme regelmäßig ab, so dass dann neben dem Coil auch die Pratze insoweit Schäden davon tragen.

In der DE 39 19 654 C1 wird diese Problematik dadurch gelöst, dass die Lastaufnahmefläche an einem gegenüber dem Lastaufnahmearm um eine horizontale Schwenkachse in beiden Richtungen um einen begrenzten Winkel schwenkbaren, durch Federelemente in seine Mittelstellung vorgespannten Träger angebracht ist und dass bei an der Kraftübertragungsfläche an zumindest einem Punkt anliegender Lastaufnahmefläche der Lastaufnahmearm gegenüber der Kraftübertragungsfläche reibungsarm zur Mitte der Eingriffsöffnung hin verlagerbar ist. Diese Grundidee wird letztlich ausschließlich in Verbindung mit zweier, verhältnismäßig aufwendig ausgebildeten Richtmechaniken konkretisiert, welche als Zusatzteil der Pratze um eine horizontale Achse drehbar gelagert sind und die Funktion des Ausrichtens einerseits von der Funktion der Lastaufnahme andererseits entkoppeln. Die konkrete Ausgestaltung des Trägers indes bleibt unbeschrieben und soll sich allein aus 11 der DE 39 19 654 C1 ergeben, wobei die dort gezeigte Anordnung ebenso wie die bevorzugt behandelten Richtmechaniken stets eine starr am Lastaufnahmearm angeordnete Pratze voraussetzen.

Dies sucht die Erfindung zu vermeiden. Ihr liegt die Aufgabe zugrunde, eine gegenüber dem Stand der Technik verbesserte Pratze zum schonenden Tramsportieren von Coils bzw. Bandringen mit horizontaler Achslage bereitzustellen.

Diese Aufgabe wird durch eine Pratze zum Transportieren von Coils oder Bandringen mit horizontaler Achslage gemäß den Merkmalen des unabhängigen Patentanspruchs 1 gelöst. Vorteilhafte Aus- und Weiterbildungen, welche einzeln oder in Kombination miteinander eingesetzt werden können, sind Gegenstand der abhängigen Ansprüche.

Die erfindungsgemäße Pratze zum Transportieren von Coils oder Bandringen mit horizontaler Achslage, insbesondere aus Eisen-, Nichteisenmetallen oder anderen Materialien wie Papier etc.; geht von gattungsgemäßen Pratzen aus, bei welchen der erste, auch als Auflagepratze bezeichnete, Pratzenabschnitt um eine Längsachse der Pratze schwenkbar am zweiten Pratzenabschnitt gelagert ist.

Zwecks Rückführung des, im Zuge einer achsversetzten Positionierung der Auflagepratze im Coilauge vor Lastaufnahme verschwenkten ersten Pratzenabschnitts in eine definierte, vorzugsweise horizontale, Ausgangsposition zur Längsachse der Pratze ist erfindungsgemäß zwischen ersten und zweiten Pratzenabschnitt wenigstens ein Federelement angeordnet.

Kumulativ zu einem Federelement kann am ersten Pratzenabschnitt wenigstens ein Gegengewicht angeordnet sein.

Als Federelemente haben sich je nach Einsatzfall (weit- oder engräumig) bzw. zu transportierendem Gewicht insbesondere Torsions-, Zug-, Druck- und/oder Gasdrukfedern bewährt. Freilich sind auch aufwendigere Lösungen zur Rückführung verschwenkter Auflagepratzen auf elektromagnetischer oder hydraulischer Basis denkbar.

Zweckmäßiger Weise ist zwischen dem ersten und dem zweiten Pratzenabschnitt ein Gleitlager angeordnet.

Alternativ oder kumulativ hierzu kann zwischen dem ersten und dem zweiten Pratzenabschnitt wenigstens ein Wälzlager angeordnet sein.

Erfindungsgemäß bevorzugt ist der erste Pratzenabschnitt selbst wenigstens teilweise als Gleitbuchse ausgebildet.

Zur weiteren Schonung der Coils bzw. Bandringe gegen Schäden durch eine Pratze kann auch der am zweiten Pratzenabschnitt schwenkbar gelagerte erste Pratzenabschnitt wenigstens teilweise mit einem, ggf. austauschbaren, Schonbelag versehen sein.

Die Erfindung eignet sich insbesondere für einklappbar ausgebildete an einem Lastaufnahmemittel angeordnete Pratzen. Sie schont vorteilhaft und in bislang nicht bekannter Weise das Coil bzw. den Bandring bei achsversetzter Positionierung der Pratze vor der Lastaufnahme.

Zusätzliche Einzelheiten und weitere Vorteile der Erfindung werden nachfolgend beispielhaft an Hand eines universellen Lastaufnahmemittels, auf welches die vorliegende Erfindung jedoch nicht beschränkt ist, und in Verbindung mit der beigefügten Zeichnung beschrieben.

Darin zeigen schematisch:

1 den Arm einer sogenannten Universalzange mit ausgeklappter Pratze zum Transportieren von Coils bzw. Bandringen;

2 den Arm der Universalzange nach 1 mit eingeklappter Pratze;

3 die Pratze nach 1 bzw. 2 in perspektivischer Alleinstellung;

4 die Pratze nach 3 in einer Vorderansicht;

5 die Pratze nach 3 in einer Seitenansicht;

6 die Pratze nach 3 in einer Draufsicht; und

7 den achsversetzten Eingriff der in den vorherigen Figuren dargestellten Pratze in ein Coilauge.

Bei der nachfolgenden Beschreibung einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung bezeichnen gleiche Bezugszeichen gleiche oder vergleichbare Komponenten.

1 zeigt den unbeladenen Arm 31 einer sogenannten Universalzange 30. Vier äußere Pratzen 32 sind vorzugsweise elektromechanisch in Längs- und Quererichtung verfahrbar und um 90° unter die Arme 31 schwenkbar. Die beiden inneren Pratzen 10 sind für den Transport von Coils bzw. Bandringen 20; insbesondere aus Eisen-, Nichteisenmetallen oder anderen Materialien wie beispielsweise Papier, bestimmt und – wie in 2 dargestellt – vorzugsweise einklappbar ausgeführt. Somit kann das Universalgerät 30 auch bei engen Platzverhältnisses (z.B. LKW, Waggon und Frachter-Be- und Entladung) eingesetzt werden. Mit diesem universellen Lastaufnahmemittel 30 lassen sich zudem viele verschiedene Lasten 20 transportiert: beim Umschlag von Blechpaketen, palettierten Coils, Paletten und Behältern (nicht dargestellt) sind die vier äußeren Pratzen 32 im Einsatz – beim Umschlag von Coils bzw. Bandringen 20 in horizontaler Achslage 21 die beiden inneren Pratzen 10.

3 zeigt die innere Pratze 10 nach 1 bzw. 2 in perspektivischer Alleinstellung. Die Pratze 10 weist einen das Coil bzw. den Bandring 20 in dessen Auge 22 aufnehmenden im folgenden als Auflagepratze bezeichnete ersten Pratzenabschnitt 11 und einen die Auflagepratze 11 halternden zweiten Pratzenabschnitt 12 auf. Zur Coilschonung bei achsversetzter Pratzen-Positionierung vor der Lastaufnahme (vgl. 7) ist erfindungsgemäß die Auflagepratze 11 um eine Längsachse 13 der Pratze 10 schwenkbar am zweiten Pratzenabschnitt 12 gelagert. Der Schwenkwinkel &agr; beträgt aus der dargestellten horizontalen Lage der Aufnahmepratze 11 vorzugsweise je 25° nach recht und nach links.

4 zeigt die Pratze 10 nach 3 in einer Vorderansicht; 5 in einer Seitenansicht und 6 in einer Draufsicht. Deutlich erkennbar ist, wie erfindungsgemäß bevorzugt die Auflagepratze 11 selbst wenigstens teilweise als zylindrische Gleitbuchse 14 ausgebildet ist und auf einem korrespondierend ausgebildeten Endstück 17 des zweiten Pratzenabschnitts 12 sitzt. Alternativ oder kumulativ hierzu und in Abhängigkeit der zu realisierenden Einbaugröße bzw. den zu transportierenden Gewichte können weitere Gleit- oder Wälzlager (nicht dargestellt) vorgesehen sein.

Zur weiteren Schonung der Coils bzw. Bandringe 20 gegen Schäden durch eine Pratze 10 kann auch die am zweiten Pratzenabschnitt 12 schwenkbar gelagerte Auflagepratze 11 wenigstens teilweise mit einem, ggf. austauschbaren, Schonbelag 15 versehen sein.

Zwecks Rückführung des, im Zuge einer achsversetzten Positionierung der Auflagepratze 11 im Coilauge 22 vor Lastaufnahme verschwenkten ersten Pratzenabschnitts 11 (vgl. 7) in eine definierte, vorzugsweise horizontale, Ausgangsposition (vgl. 3) zur Längsachse 13 der Pratze 10 ist zwischen Aufnahmepratze 11 und zweiten Pratzenabschnitt 12 erfindungsgemäß wenigstens ein Federelement 16, insbesondere eine Druckfeder, angeordnet. Als alternative Federelemente 16 haben sich je nach Einsatzfall (weit- oder engräumig) bzw. zu transportierendem Gewicht auch Torsions-, Zug- und/oder Gasdruckfedern bewährt. Freilich sind auch aufwendigere Lösungen zur Rückführung verschwenkter Auflagepratzen 11 auf elektromagnetischer oder hydraulischer Basis (nicht dargestellt) denkbar.

Kumulativ zu einem Federelement 16 können an der Auflagepratze 11 auch Gegengewichte (nicht dargestellt) angeordnet sein.

An Hand von 7 schließlich soll dass Prinzip der Erfindung nochmals erläutert werden: wie dargestellt kommt es je nach Arbeitssituation immer wieder vor, dass die in den vorherigen Figuren dargestellte Auflageratze 11 mitunter deutlich achsversetzt in ein Coilauge 22 eingeführt wird, so dass am Anfang der anschließenden Aufnahme der Last 20 die Auflagepratze 11 bzw. ihr Schonbelag 15 zunächst nur einseitig (in 7 rechts) beaufschlagt wird. Dies führte bei herkömmlichen Auflagepratzen früher oder später zu einem Abriss des Balges 15 und den zu vermeidenden Schädigungen an den Innenlagen 22 des Coil 20. Erfindungsgemäß gelagerte Auflagepratzen 11 nun geben einseitigen Belastungen definiert nach, so dass sich das Innenauge 22 des Coils 20 entlang der Aufnahmepratze 11 abrollt und diese bzw. ihr Schonbelag 15 sich am Innenauge schonend anschmiegt. Während des weiteren Anhebens der Last 20 richtet sich das Coil 20 im Lastschwerpunkt aus, wobei gleichzeitig die erfindungsgemäß zwischen ersten 11 und zweiten 12 Pratzenabschnitt angeordneten Federelemente 16 die Auflagepratze 11 zurück in ihre horizontale Ausgangslage (vgl. 3) holen.

Die Erfindung schont vorteilhaft und in bislang nicht bekannter Weise das Auge 22 von Coils bzw. Bandringen 20 bei achsversetzter Positionierung der Pratze 10 vor der Aufnahme einer Last 20, und zwar unabhängig davon, ob die Pratze 10 starr oder ggf. klappbar an einem Lastaufnahmemittel 30 angeordnet ist.

10
(innere) Pratze
11
erster Pratzenabschnitt; Auflagepratze
12
zweiter Pratzenabschnitt
13
Längsachse der Pratze 10
14
Gleitbuchse
15
Schonbelag
16
Federelement
17
Endstück der zweiten Pratzenabschnitts 12
20
Coil, Bandring
21
Horizontale Achslage des Coils bzw. Bandrings 20
22
Auge des Coils bzw. des Bandrings 20
30
Lastaufnahmemittel, insb. Universalzange
31
Arm der Universalzange 30
32
äußere Pratzen 32
&agr;
Schwenkwinkel


Anspruch[de]
Pratze (10) zum Transportieren von Coils oder Bandringen (20) mit horizontaler Achslage (21), insbesondere aus Eisen-, Nichteisenmetallen oder anderen Materialien wie beispielsweise Papier; welche zweigeteilt ausgeführt ist, mit einem das Coil bzw. den Bandring (20) in dessen Auge (22) aufnehmenden ersten Pratzenabschnitt (11) und einen den ersten Pratzenabschnitt (11) halternden zweiten Pratzenabschnitt (12), wobei der erste Pratzenabschnitt (11) um eine Längsachse (13) der Pratze (10) schwenkbar am zweiten Pratzenabschnitt (12) gelagert ist, und wobei zwischen ersten (11) und zweiten (12) Pratzenabschnitt wenigstens ein Federelement (16) angeordnet ist. Pratze (10) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass am ersten Pratzenabschnitt (11) wenigstens ein Gegengewicht angeordnet ist. Pratze (10) nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Federelement (16) eine Torsionsfeder ist. Pratze (10) nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Federelement (16) eine Zugfeder ist. Pratze (10) nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Federelement (16) eine Druckfeder ist. Pratze (10) nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Federelement (16) eine Gasdruckfeder ist. Pratze (10) nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen dem ersten (11) und dem zweiten (12) Pratzenabschnitt wenigstens ein Gleitlager angeordnet ist. Pratze (10) nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen ersten (11) und zweiten (12) Pratzenabschnitt wenigstens ein Wälzlager angeordnet ist. Pratze (10) nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der erste Pratzenabschnitt (11) wenigstens teilweise als Gleitbuchse (14) ausgebildet ist. Pratze (10) nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der erste Pratzenabschnitt (11) wenigstens teilweise mit einem Schonbelag (15) versehen ist. Pratze (10) nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Pratze (10) einklappbar ausgebildet an einem Lastaufnahmemittel (30) angeordnet ist.






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