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Dokumentenidentifikation DE102006009657A1 06.09.2007
Titel Vibrationsdosimeter und Verfahren zur Ermittlung der täglichen Vibrationsbelastung
Anmelder Robert Bosch GmbH, 70469 Stuttgart, DE
Erfinder Strasser, Andreas, 73635 Rudersberg, DE;
Roth, Markus, 73117 Wangen, DE
DE-Anmeldedatum 02.03.2006
DE-Aktenzeichen 102006009657
Offenlegungstag 06.09.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 06.09.2007
IPC-Hauptklasse G01H 1/00(2006.01)A, F, I, 20060302, B, H, DE
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft ein Vibrationsdosimeter (2) und ein Verfahren zur Ermittlung der täglichen Vibrationsbelastung von Personen, die an ihrem Arbeitsplatz durch den Betrieb eines Arbeitsmittels und insbesondere eines handgeführten Elektrowerkzeugs (4, 6) mechanischen Schwingungen ausgesetzt sind. Es ist vorgesehen, dass das Dosimeter (2) eine Ermittlungseinrichtung (12, 18) zur Ermittlung der effektiven täglichen Betriebsdauer des Arbeitsmittels (4, 6), eine Rechnereinrichtung (22) zum Berechnen einer täglichen Arbeitszeit bis zum Erreichen eines vorgeschriebenen Auslösewerts bzw. Expositionsgrenzwerts der Vibrationsbelastung aus einem arbeitsmitteltypischen Vibrationswert und dem Auslösewert bzw. Expositionsgrenzwert sowie eine Vergleichseinrichtung (24) zum Vergleichen der ermittelten effektiven täglichen Betriebsdauer des Arbeitsmittels mit der berechneten täglichen Arbeitszeit bis zum Erreichen des vorgeschriebenen Auslösewerts bzw. Expositionsgrenzwerts umfasst.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Vibrationsdosimeter und ein Verfahren zur Ermittlung der täglichen Vibrationsbelastung gemäß dem Oberbegriff der Ansprüche 1 bzw. 11.

Stand der Technik

Vom europäischen Parlament und vom Rat der Europäischen Kommission wurde die Einführung von Maßnahmen zum Schutz von Arbeitnehmern vor den durch Vibrationen von Arbeitsmitteln verursachten Gefahren aufgrund ihrer Auswirkungen auf die Gesundheit und die Sicherheit der Arbeitnehmer als notwendig erachtet und daher in der EU-Richtlinie EU 2002/44 Mindestvorschriften festgelegt, die für den Arbeitgeber oberhalb eines täglichen Auslösewerts bzw. eines täglichen Expositionsgrenzwerts bestimmte Maßnahmen vorschreiben. Die Bewertung des Ausmaßes der Exposition kann gemäß der Richtlinie entweder mittels einer Schätzung anhand der Herstellerangaben zum Ausmaß der von den Arbeitsmitteln verursachen Vibrationen und mittels Beobachtung der spezifischen Arbeitsweisen oder durch Messung vorgenommen werden. Jedoch sind Schätzungen häufig sehr ungenau und für die Arbeitnehmer selbst schwer nachvollziehbar, während Messungen verhältnismäßig aufwendig sind, da sie eine Ermittlung der Effektivwerte der frequenzbewerteten Beschleunigung in drei orthogonalen Richtungen notwendig machen, was zudem bei beidhändig gehaltenen oder geführten Geräten an jeder Hand erforderlich ist. Dazu ist ein verhältnismäßig komplizierter und für jedes Arbeitsmittel unterschiedlicher Messaufbau erforderlich, der im Einklang mit der Norm 5349-2:2001 den besonderen Merkmalen der zu messenden Vibrationen, den Umweltfaktoren und den technischen Merkmalen des Messgeräts angepasst sein muss, so dass die Bewertung des Ausmaßes einer individuellen Exposition vor Ort im Feld mit Hilfe eines solchen Verfahrens sehr schwierig ist.

Aus der EP 1 586 875 A1 ist ein Vibrationsdosimeter bekannt, das an die Hand einer Bedienungsperson eines Arbeitsgerätes angepasst ist und mit einem Sensor zur Messung der auftretenden Vibrationspegel, denen die Bedienungsperson ausgesetzt ist, einer Einrichtung zum Berechnen der kumulativen Exposition, sowie einer Einrichtung zum Übermitteln der aufgenommenen Daten zur Bedienungspersonausgestattet ist.

Weiter ist aus der DE 101 19 252 A1 eine Einrichtung zur personengebundenen Messung von Kennwerten der Hand-Arm- und der Ganzkörper-Schwingungsbelastung an Arbeitsplätzen (Schwingungsdosimeter) bekannt, die neben einer Erfassung von Schwingungsmesswerten auch eine Erfassung von anderen physikalischen Messgrößen gestattet, die für die Beurteilung der Einwirkung von Schwingungen auf den menschlichen Körper als relevant angesehen werden.

Vorteile der Erfindung

Mit dem erfindungsgemäßen Vibrationsdosimeter und dem erfindungsgemäßen Verfahren wird Arbeitnehmern eine einfache und preiswerte Möglichkeit gegeben, ohne einen Einsatz teuerer, mehrdimensional arbeitender Beschleunigungsaufnehmer die tägliche Vibrationsbelastung durch ein am Arbeitsplatz eingesetztes Arbeitsmittel bzw. das Überschreiten der in der EU-Richtlinie 2002/44 festgesetzten Auslöse- bzw. Expositionsgrenzwerte aufgrund des Einsatzes des Arbeitsmittels festzustellen.

Der Erfindung liegt der Gedanke zugrunde, herstellerseitig für jedes Arbeitsmittel einen arbeitsmitteltypischen Vibrationswert zu bestimmen und zum Beispiel auf dem Arbeitsmittel selbst oder in seiner Bedienungsanleitung anzugeben, und aus diesem arbeitsmitteltypischen Vibrationswert sowie dem durch die EU-Richtlinie 2002/44 festgesetzten Auslösewert bzw. Expositionsgrenzwert eine tägliche Arbeitszeit bis zum Erreichen dieses Auslösewerts bzw. Expositionsgrenzwerts zu berechnen, die dann mit der jeweiligen effektiven täglichen Betriebsdauer des Arbeitsmittels verglichen werden kann, um eventuelle Überschreitungen festzustellen.

Grundsätzlich können das erfindungsgemäße Vibrationsdosimeter und das erfindungsgemäße Verfahren an jedem Arbeitsplatz eingesetzt werden, an dem ein Arbeitnehmer Hand-Arm- oder Ganzkörper-Vibrationen ausgesetzt ist, zum Beispiel auf Baustellen, auf denen Arbeitnehmer im Laufe eines Tages häufig an verschiedenen, Vibrationen erzeugenden Arbeitsmitteln beschäftigt sind.

Der Begriff "effektive tägliche Betriebsdauer" umfasst im Rahmen der vorliegenden Anmeldung im Wesentlichen nur die Arbeitszeit des Arbeitsmittels, in denen dieses stärkere Vibrationen erzeugt, das heißt mit anderen Worten keine Leerlaufzeit.

Ein weiterer Vorteil des erfindungsgemäßen Vibrationsdosimeters besteht darin, dass es bei der Arbeit mit verschiedenen, Vibrationen erzeugenden Arbeitsmitteln bei jedem Wechsel eines Arbeitsmittels einfach und schnell umgestellt werden kann, wobei lediglich der arbeitsmitteltypische Vibrationswert für das neue Arbeitsmittel in das Dosimeter eingegeben werden muss.

Bei dem arbeitsmitteltypischen Vibrationswert handelt es sich wie bei dem Auslösewert und dem Expositionsgrenzwert der EU-Richtlinie 2002/44 vorzugsweise um einen Beschleunigungswert, der in der Einheit m/s2 angegeben wird.

In einer bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung umfasst das Vibrationsdosimeter eine Anzeigeeinrichtung, die das Überschreiten des vorgeschriebenen Auslösewerts bzw. Expositionsgrenzwerts der Vibrationsbelastung anzeigt, wenn die ermittelte effektive tägliche Betriebsdauer des oder jedes Arbeitsmittels im Arbeitszustand die berechnete Arbeitszeit bis zum Erreichen des vorgeschriebenen Auslösewerts bzw. Expositionsgrenzwerts der Vibrationsbelastung übersteigt. Die Anzeigeeinrichtung könnte dazu ein kleines Display, zum Beispiel ein LCD-Display umfassen, jedoch wird wegen der Vibrationsbelastung des Dosimeters selbst eine robustere Anzeigeeinrichtung bevorzugt, die mindestens zwei und vorzugsweise drei unterschiedlich gefärbte Leuchtdioden umfasst. Zum Beispiel kann eine grüne Leuchtdiode verwendet werden, die durch Leuchten anzeigt, dass die ermittelte effektive tägliche Betriebsdauer die berechnete Arbeitszeit bis zum Erreichen des vorgeschriebenen Auslösewerts noch nicht übersteigt, während eine orange Leuchtdiode eingeschaltet wird, wenn die ermittelte effektive tägliche Betriebsdauer zwar die berechnete Arbeitszeit bis zum Erreichen des vorgeschriebenen Auslösewerts, nicht jedoch die berechnete Arbeitszeit bis zum Erreichen den Expositionsgrenzwerts übersteigt. Eine rote Leuchtdiode kann benutzt werden, um ein Überschreiten der berechneten Arbeitszeit bis zum Erreichen den Expositionsgrenzwerts anzuzeigen.

Wenn die Betriebsdauer des Arbeitsmittels über einen längeren Zeitraum unterbrochen wird, zum Beispiel länger als 8 Stunden, wird die ermittelte effektive tägliche Betriebsdauer des oder jedes Arbeitsmittels vorzugsweise selbsttätig auf Null zurückgesetzt.

Vorzugsweise wird die Erfindung in Verbindung mit elektrisch angetriebenen Arbeitsmitteln, wie zum Beispiel handgeführten Elektrowerkzeugen eingesetzt, da sich bei Elektrogeräten die effektive tägliche Betriebsdauer relativ einfach über die Stromaufnahme des Geräts im Arbeitszustand ermitteln lässt.

In diesem Fall kann das Vibrationsdosimeter zweckmäßig entweder in das Gerät selbst oder in eine Steckdose integriert werden, über die das jeweilige Gerät an eine Stromversorgungsleitung oder ein Stromversorgungsnetz angeschlossen wird. Die zuletzt genannte Variante hat den Vorteil, dass beim Wechsel des Geräts dieselbe Steckdose verwendet und damit die Vibrationsbelastung durch sämtliche Geräte mit einem einzigen Dosimeter gemessen werden kann.

Alternativ kann das Vibrationsdosimeter so ausgebildet sein, dass es vom Arbeitnehmer entweder als Armbanduhr getragen oder auf dem jeweiligen Gerät befestigt werden kann. In diesem Fall wird zweckmäßig mittels eines einfachen Beschleunigungssensors durch eine Referenzmessung der Beschleunigungspegel des Geräts im Leerlauf und im Arbeitszustand ermittelt und im Dosimeter abgespeichert. Das Dosimeter zeichnet dann während des gesamten Arbeitstages auf, ob sich das Gerät im Arbeits-, Leerlauf- oder Aus-Zustand befindet, und vergleicht die daraus ermittelte effektive Betriebsdauer des Geräts mit der aus dem arbeitsmitteltypischen Vibrationswert berechneten täglichen Arbeitszeit bis zum Erreichen des Auslösewerts bzw. des Expositionsgrenzwerts.

Um einen Nachweis für die Einhaltung der EU-Richtlinie 2002/44 zu liefern und/oder um eine genauere Analyse der Vibrationsbelastung vorzunehmen, kann das Vibrationsdosimeter zweckmäßig eine Schnittstelle aufweisen, wie einen USB-Port oder eine Speicherkarte, so dass die Arbeits-, Leerlauf- oder Aus-Zeiten des Geräts zusammen mit dem arbeitsmitteltypischen Vibrationswert zu einem Rechner übertragen werden können.

Zeichnung

Die Erfindung wird nachfolgend in vier Ausführungsbeispielen anhand der zugehörigen Zeichnungen näher erläutert. Es zeigen:

1 eine schematische Darstellung von Komponenten eines in einen Bohrhammer integrierten Vibrationsdosimeters;

2 eine perspektivische Ansicht des Bohrhammers;

3 eine perspektivische Ansicht einer Steckdose mit eingebautem Vibrationsdosimeter;

4 eine schematische Darstellung von Komponenten des in die Steckdose eingebauten Vibrationsdosimeters;

5 eine vergrößerte perspektivische Ansicht eines Vibrationsdosimeters zur lösbaren Befestigung an einem Arbeitsmittel;

6 eine schematische Darstellung von Komponenten des Vibrationsdosimeters aus 5;

7 eine perspektivische Ansicht des Vibrationsdosimeters aus 5 nach der Befestigung an einem Akkubohrhammer;

8 eine perspektivische Ansicht einer Armbanduhr mit einem integrierten Vibrationsdosimeter;

9 eine schematische Darstellung von Komponenten des Vibrationsdosimeters aus 8.

Beschreibung der Ausführungsbeispiele

Die Zeichnung zeigt mehrere Einbauvarianten für ein Vibrationsdosimeter 2, das zur Ermittlung der täglichen Vibrationsbelastung eines Arbeitnehmers bei der Arbeit mit einem motorisch angetriebenen, in der Zeichnung beispielhaft in Form einer netzabhängigen Bohrhammers 4 (2) bzw. eines Akkubohrhammers 6 (7) dargestellten Arbeitsmittel dient. Da der Arbeitnehmer beim Gebrauch dieser Elektrowerkzeuge 4, 6 insbesondere im Schlagbohr- oder Hammerbetrieb beträchtlichen Hand-Arm-Vibrationen ausgesetzt ist, die bei anhaltender Exposition Auswirkungen auf die Gesundheit des Arbeitnehmers haben können, ist der Arbeitgeber verpflichtet, die in der EU-Richtlinie 2002/44 angegebenen Maßnahmen zu ergreifen, wenn die Vibrationsbelastung des Arbeitnehmers im Fall von Hand-Arm-Vibrationen einen täglichen Auslösewert von 2,5 m/s2 bzw. eine täglichen Expositionsgrenzwert von 5 m/s2 übersteigt.

Das nachfolgend beschriebene Vibrationsdosimeter 2 erlaubt es, diese Vibrationsbelastung bzw. das Überschreiten des Auslöse- bzw. Expositionsgrenzwert einfach und kostengünstig zu ermitteln.

Das in den 1 und 2 dargestellte, in den Bohrhammer 4 integrierte, über dessen Stromkabel 8 und einen Transformator 10 aus dem Netz gespeiste Dosimeter 2 umfasst dazu mindestens einen Messwertaufnehmer 12 zur Aufnahme von geeigneten Betriebsgrößen des Bohrhammers 4, wie beispielsweise der Stromaufnahme seines elektrischen Antriebsmotors 14 und/oder dessen Drehzahl, sowie einen internen Zeitmesser 16, aus deren Messwerten sich in einer Auswerteelektronik 18 des Dosimeters 2 eine effektive tägliche Betriebsdauer des Geräts 4 ermitteln lässt, d.h. die Zeitdauer ab Inbetriebnahme, in der sich das Gerät 4 im Arbeitszustand befindet, wobei Leerlauf- oder Aus-Zeiten nicht mitgerechnet werden. Das Dosimeter 2 oder die Auswerteelektronik 18 umfasst weiter einen Speicher 20, in dem ein durch Messungen für den Bohrhammer 4 herstellerseitig ermittelter gerätetypischer Vibrationswert gespeichert ist, der wie der Auslösewert und der Expositionsgrenzwert die Einheit m/s2 besitzt. Die Auswerteelektronik 18 umfasst weiter einen Prozessor 22, der aus dem in der EU-Richtlinie festgesetzten täglichen Auslöse- bzw. Expositionsgrenzwert und dem gerätetypischen Vibrationswert eine tägliche Arbeitszeit bis zum Überschreiten des Auslösewerts bzw. des Expositionsgrenzwerts nach den folgenden Beziehungen berechnet:

wobei AZA bzw. AZE die tägliche Arbeitszeit bis zum Überschreiten des Auslösewerts bzw. des Expositionsgrenzwerts und VGerät der gerätetypische Vibrationswert ist.

Der Prozessor 22 umfasst einen Komparator 24, der die berechnete tägliche Arbeitszeit bis zum Überschreiten des Auslösewerts bzw. des Expositionsgrenzwerts mit der ermittelten effektiven täglichen Betriebsdauer des Geräts 4 vergleicht und eine eventuelle Überschreitung der Werte auf einer Anzeige 26 anzeigt. Die Anzeige 26 umfasst eine grüne, eine orange und eine rote Leuchtdiode 28, 30, 32, von denen die grüne 28 leuchtet, solange die berechnete tägliche Arbeitszeit bis zum Überschreiten des Auslösewerts durch den Betrieb des Geräts im Arbeitszustand nicht überschritten wird. Die orange Leuchtdiode 30 leuchtet auf, sobald die effektive tägliche Betriebsdauer des Geräts 4 die berechnete tägliche Arbeitszeit bis zum Überschreiten des Auslösewerts übersteigt. Die rote Leuchtdiode 32 wird eingeschaltet, wenn der Expositionsgrenzwert überschritten wird, nämlich wenn die ermittelte effektive tägliche Betriebsdauer des Geräts 4 die berechnete tägliche Arbeitszeit bis zum Überschreiten des Expositionsgrenzwerts übersteigt.

Die Auswerteelektronik 18 umfasst noch eine Rückstellschaltung 34, welche die ermittelte effektive tägliche Betriebsdauer des Geräts 4 auf Null zurücksetzt, wenn sich das Gerät 4 länger als 8 Stunden im Aus-Zustand befindet. Außerdem ist ein Rückstellknopf (nicht dargestellt) zum manuellen Zurücksetzen vorgesehen.

Bei dem in den 3 und 4 dargestellten, in eine Steckdose 36 integrierten Dosimeter 2 misst der Messwertaufnehmer 12 den zwischen einem Netzstecker 38 und einer Steckerbuchse 40 der Steckdose 36 fließenden Strom. Im Unterschied zu dem zuvor beschriebenen Dosimeter 2 ist zudem ein Eingabeteil 42 vorgesehen, an dem der zum Beispiel aus einer Bedienungsanleitung entnommene jeweilige gerätetypische Vibrationswert des angeschlossenen Geräts 4, 6 in das Dosimeter 2 eingegeben bzw. beim Wechsel eines Geräts 4, 6 geändert werden kann. Wie zuvor beschrieben, ermittelt die Auswerteelektronik 18 die effektive tägliche Betriebsdauer des jeweils angeschlossenen Geräts 4, 6 aus der zuvor durch Referenzmessungen ermittelten Stromaufnahme im Arbeits-, Leerlauf- und ggf. Standby-Zustand, um die Betriebsdauer mit der gemäß den Beziehungen (1) bzw. (2) berechneten täglichen Arbeitszeit bis zum Überschreiten des Auslösewerts bzw. des Expositionsgrenzwerts zu vergleichen und Überschreitungen durch Aktivierung der orangen bzw. roten Leuchtdiode 30, 32 der Anzeige 26 auf der Vorderseite der Steckdose 36 anzuzeigen.

Das Dosimeter 2 besitzt eine zusätzliche Schnittstelle 44, zum Beispiel einen USB-Port, womit die effektive tägliche Betriebsdauer und ggf. zusätzlich Aus- und Leerlauf-Zeiten des angeschlossenen Geräts 4, 6 zur genaueren Auswertung durch den Arbeitgeber und als Nachweis für die Einhaltung der EU-Richtlinie 2002/44 zum Beispiel auf einen PC übertragen werden können.

Bei dem in den Figuren 5 bis 7 dargestellten, durch eine Batterie 46 gespeisten Dosimeter 2, das außen am Gerät 6 befestigt wird, wie in 7 dargestellt, umfasst der Messwertaufnehmer 12 an Stelle eines Strommessers einen einfachen Beschleunigungssensor 48, mit dessen Hilfe durch eine Referenzmessung der Beschleunigungspegel des Geräts 6 im Leerlauf und im Arbeitszustand ermittelt und im Speicher 20 gespeichert werden kann. Durch Vergleich der gespeicherten Beschleunigungspegel mit der jeweiligen vom Beschleunigungssensor 48 gemessenen Beschleunigung ermittelt der Prozessor 22 die effektive tägliche Betriebsdauer des Geräts 6, um sie anschließend mit der täglichen Arbeitszeit bis zum Überschreiten des Auslösewerts bzw. Expositionsgrenzwerts zu vergleichen, die wie zuvor gemäß den Beziehungen (1) bzw. (2) aus einem am Eingabeteil 42 in das Dosimeter 2 eingegebenen gerätetypischen Vibrationswert und dem vorgeschriebenen Auslöse- bzw. Expositionsgrenzwert berechnet wird.

Wenn mit einem anderen Arbeitsgerät gearbeitet wird, wird das Dosimeter 2 vom Akkubohrhammer 6 abgenommen und auf dem anderen Arbeitsgerät befestigt. Dann wird der gerätetypische Vibrationswert des anderen Arbeitsgeräts eingegeben und durch eine Referenzmessung dessen Beschleunigungspegel im Leerlauf und im Arbeitszustand ermittelt und im Speicher 20 gespeichert, woraufhin die Auswerteelektronik 18 die effektive Betriebsdauer des anderen Geräts ermittelt und zu der zuvor ermittelten effektiven Betriebsdauer des Akkubohrhammers 6 addiert. Wie zuvor beschrieben, kann eine Schnittstelle 44 zur Datenübertragung auf einen PC vorgesehen sein.

Das in den Figuren 8 und 9 dargestellte, in eine Armbanduhr 50 eingebaute Dosimeter 2 arbeitet in entsprechender Weise wie das zuvor beschriebene, am Gerät 4, 6 befestigbare Dosimeter 2, außer dass die vom Beschleunigungssensor 48 gemessenen Beschleunigungen am Arm des Arbeitnehmers statt direkt am Gerät 4, 6 gemessen werden, die Anzeige 26 als LCD-Display ausgebildet ist und der Zeitmesser 16 von einem Uhrwerk der Uhr 50 gebildet wird.


Anspruch[de]
Vibrationsdosimeter zur Ermittlung der täglichen Vibrationsbelastung von Personen, die an ihrem Arbeitsplatz durch den Betrieb eines Arbeitsmittels und insbesondere eines handgeführten Elektrowerkzeugs mechanischen Schwingungen ausgesetzt sind, gekennzeichnet durch eine Ermittlungseinrichtung (12, 18) zur Ermittlung der effektiven täglichen Betriebsdauer des Arbeitsmittels (4, 6), eine Rechnereinrichtung (22) zum Berechnen einer täglichen Arbeitszeit bis zum Erreichen eines vorgeschriebenen Auslösewerts bzw. Expositionsgrenzwerts der Vibrationsbelastung aus einem arbeitsmitteltypischen Vibrationswert und dem Auslösewert bzw. Expositionsgrenzwert, sowie eine Vergleichseinrichtung (24) zum Vergleichen der ermittelten effektiven tägliche Betriebsdauer des Arbeitsmittels mit der berechneten täglichen Arbeitszeit bis zum Erreichen des vorgeschriebenen Auslösewerts bzw. Expositionsgrenzwerts. Vibrationsdosimeter nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch eine Anzeigeeinrichtung (26), die das Überschreiten des vorgeschriebenen Auslösewerts bzw. Expositionsgrenzwerts der Vibrationsbelastung anzeigt, wenn die ermittelte effektive tägliche Betriebsdauer des Arbeitsmittels (4, 6) im Arbeitszustand die berechnete Arbeitszeit bis zum Erreichen des vorgeschriebenen Auslösewerts bzw. Expositionsgrenzwerts der Vibrationsbelastung übersteigt. Vibrationsdosimeter nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Anzeigeeinrichtung (26) mindestens zwei unterschiedlich gefärbte Leuchtdioden (28, 30, 32) umfasst. Vibrationsdosimeter nach einem der vorangehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch eine Einrichtung (34) zum selbsttätigen Zurücksetzen der ermittelten effektiven täglichen Betriebsdauer des Arbeitsmittels (4, 6) auf Null nach Ablauf einer vorgegebenen Unterbrechungszeit der Betriebsdauer. Vibrationsdosimeter nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass es in eine Steckdose (36) zum Anschließen eines elektromotorisch angetriebenen Arbeitsmittels (4, 6) an ein Stromversorgungsnetz integriert ist. Vibrationsdosimeter nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Ermittlungseinrichtung (12, 18) die effektive tägliche Betriebsdauer des Arbeitsmittels (4, 6) aus der Dauer der Stromaufnahme des Arbeitsmittels (4, 6) im Arbeitszustand ermittelt. Vibrationsdosimeter nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass es in das Arbeitsmittel (4, 6) eingebaut oder integriert ist. Vibrationsdosimeter nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass es auf dem Arbeitsmittel (4, 6) befestigbar ist. Vibrationsdosimeter nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass es in eine Armbanduhr (50) integriert ist. Vibrationsdosimeter nach Anspruch 8 oder 9, dadurch gekennzeichnet, dass es einen Beschleunigungssensor (48) umfasst, und dass die Ermittlungseinrichtung (12, 18) die effektive tägliche Betriebsdauer des Arbeitsmittels (4, 6) im Arbeitszustand ermittelt, indem sie eine vom Beschleunigungssensor (48) gemessene Beschleunigung mit einer zuvor für das Arbeitsmittel (4, 6) ermittelten Referenz-Beschleunigung im Arbeitszustand vergleicht. Vibrationsdosimeter nach einem der vorangehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch eine Eingabeeinrichtung (42) zur Eingabe des arbeitsmitteltypischen Vibrationswerts in das Dosimeter (2). Verfahren zur Ermittlung der täglichen Vibrationsbelastung von Personen, die an ihrem Arbeitsplatz durch den Betrieb von Arbeitsmitteln mechanischen Schwingungen ausgesetzt sind, dadurch gekennzeichnet, dass die tägliche effektive Betriebsdauer des oder jedes Arbeitsmittels in einem Arbeitszustand ermittelt wird, und dass die ermittelte effektive tägliche Betriebsdauer des oder jedes Arbeitsmittels (4, 6) mit einer Arbeitszeit bis zum Erreichen eines vorgeschriebenen Auslösewerts bzw. Expositionsgrenzwerts der Vibrationsbelastung verglichen wird, wobei die Arbeitszeit bis zum Erreichen des vorgeschriebenen Auslösewerts bzw. Expositionsgrenzwerts aus einem für das jeweilige Arbeitsmittel (4, 6) arbeitsmitteltypischen Vibrationswert und dem vorgeschriebenen Auslösewert bzw. Expositionsgrenzwert berechnet wird.






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