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Dokumentenidentifikation DE60308425T2 13.09.2007
EP-Veröffentlichungsnummer 0001335090
Titel Rotationsverzögernde Vorrichtung und Benutzung derselben
Anmelder ITW Fastex France, St-Marcellin, FR
Erfinder Tournier, Ludovic, 38160 St. Marcellin, FR
Vertreter derzeit kein Vertreter bestellt
DE-Aktenzeichen 60308425
Vertragsstaaten DE, ES, FR, GB, IT
Sprache des Dokument EN
EP-Anmeldetag 22.01.2003
EP-Aktenzeichen 032901571
EP-Offenlegungsdatum 13.08.2003
EP date of grant 20.09.2006
Veröffentlichungstag im Patentblatt 13.09.2007
IPC-Hauptklasse E05D 11/08(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, EP
IPC-Nebenklasse F16F 7/06(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, EP   

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung betrifft eine rotationsverzögernde Vorrichtung mit einem ersten Glied und einem zweiten Glied, die bezüglich einander in zu verzögernder Drehbewegung versetzt sind.

Bei vielen Gliedern, wie zum Beispiel Deckeln von Schminkdosen, Türen von Waschmaschinen oder Kraftfahrzeug-Handschuhfächern, wird ihre Öffnung zum Beispiel durch Federn betätigt oder diese werden unter der Wirkung von Schwerkraft in die geöffnete Stellung gebracht.

In der Praxis wird somit eine rotationsverzögernde Vorrichtung allgemein so implementiert, dass sich der Deckel gleichmäßig und gedämpft öffnen lässt.

Gemäß einer bereits bekannten Anordnung wird eine viskose Flüssigkeit, wie zum Beispiel Silikonöl, dazu verwendet, die Drehung eines Rotors bezüglich eines Stators dank ihrer Viskosität zu verzögern. Diese Art von rotationsverzögernder Vorrichtung ermöglicht nicht die Erzeugung ausreichender Drehmomente in einem kompakten Raum, wie zum Beispiel einem für ein Scharnier einer Schminkdose zur Verfügung stehenden.

Gemäß einer anderen bereits bekannten Anordnung wird die rotationsverzögernde Vorrichtung durch Verformung eines elastisch verformbaren Materials erhalten. Diese auf Reibung basierenden rotationsverzögernden Vorrichtungen ergeben ein konstantes Moment, das vollständiges Öffnen hoher Qualität gewährleistet.

Weitere Beispiele für rotationsverzögernde Vorrichtungen werden durch die JP 2000199535 A und DE 19726536 A offenbart.

Die vorliegende Erfindung betrifft allgemein eine auf Reibung basierende rotationsverzögernde Vorrichtung, die ein vollständiges Öffnen hoher Qualität gewährleistet, was darüber hinaus zu weiteren Vorteilen führt.

Insbesondere betrifft sie eine rotationsverzögernde Vorrichtung mit einem ersten Glied und einem zweiten Glied, die bezüglich einander in zu verzögernder Drehbewegung versetzt sind, wobei das erste Glied eine Achse und das zweite Glied eine zur Aufnahme der Achse des ersten Glieds ausgeführte Aufnahme umfasst, und mit Mitteln zum Verzögern der Drehung durch Verformung von elastisch verformbarem Material, wobei die Verzögerungsmittel mindestens einen Teil der die Aufnahme begrenzenden Wand aus elastisch verformbarem flexiblem Material umfassen, der mindestens eine Arbeitsfläche in Kurvenform, die zur Achse des ersten Glieds weist, und mindestens einen Vorsprung aus starrem Material an der Achse des ersten Glieds umfasst, der dazu ausgeführt ist, mit der ihm zugeordneten Arbeitsfläche dahingehend zusammenzuwirken, die Drehbewegung zu verzögern, wobei das entgegenwirkende Moment in jeder Winkelposition dem Antriebsmoment angepasst ist, wobei jeder Vorsprung durch einstückiges Formen mit der Achse mit letzterer integral ausgebildet ist, dadurch gekennzeichnet, dass das elastisch verformbare flexible Material ein viskoelastisches Verhalten aufweist.

Das durch die Kurvenform dieser rotationsverzögernden Vorrichtung erzeugte entgegenwirkende Moment ist somit dem Antriebsmoment angepasst, das zum Beispiel durch eine Öffnungsstellgliedfeder bereitgestellt wird, wodurch die Qualität der Öffnungsbewegung sowie ein vollständiges Öffnen gewährleistet werden können.

Des Weiteren erweist sich die Herstellung dieser rotationsverzögernden Vorrichtung als relativ leicht, da nur wenige Teile zur Herstellung der Anordnung vorhanden sind, insbesondere dann, wenn zumindest einige der Teile durch Formen aus Kunststoffmaterial erhalten werden.

Die erfindungsgemäße rotationsverzögernde Vorrichtung erweist sich somit als kostengünstig.

Aus Gründen der Wirtschaftlichkeit, der leichten Herstellung, des leichten Zusammenbaus und/oder der Wirksamkeit der Funktionsweise ist vorzugsweise Folgendes vorgesehen:

  • – die gesamte Wand der Aufnahme besteht aus elastisch verformbarem flexiblem Material, und/oder
  • – jede kurvenförmige Arbeitsfläche erstreckt sich über die ganze Länge der Wand der Aufnahme und/oder,
  • – die Wand der Aufnahme umfasst zwei kurvenförmige Arbeitsflächen, die bezüglich einer Symmetrieachse der Wand symmetrisch sind, und/oder
  • – jeder Vorsprung wird durch eine Auskragung gebildet, die sich entlang einer Erzeugenden der Achse des ersten Glieds erstreckt, und/oder
  • – die Wand umfasst für jeden Vorsprung eine Hohlkehle, mittels derer jeder Vorsprung in einer Ruhestellung untergebracht wird, und/oder
  • – die Wand umfasst mindestens eine Nut mit U-förmigem Querschnitt, die sich im Wesentlichen parallel zur Symmetrieachse der Wand erstreckt und zur Aufnahme einer Auskragung in einer Ruhestellung ausgeführt ist, und/oder
  • – jede Nut ist durch eine durch zwei Facetten, die zusammen einen stumpfen Winkel bilden, ausgebildete Längsaussparung mit einer Arbeitsfläche verbunden, die dazu ausgeführt ist, mit der in Ruhestellung in der Nut untergebrachten Auskragung zusammenzuwirken, und/oder
  • – die Wand umfasst zwei Nuten, wobei jede zur Aufnahme einer der beiden Auskragungen diametral gegenüber der Achse des ersten Glieds ausgeführt ist, wobei diese Nuten und die benachbarten Aussparungen jeweils bezüglich der Symmetrieachse der Wand der Aufnahme symmetrisch sind, und/oder
  • – das elastisch verformbare flexible Material ist ein thermoplastisches Elastomer, und/oder
  • – das thermoplastische Elastomer weist eine Härte zwischen einem Shore-A-Wert von 55 und einem Shore-D-Wert von 50 auf, und/oder
  • – das thermoplastische Elastomer ist Santoprene®, und/oder
  • – das Material, aus dem das erste Glied hergestellt ist, ist ein starres Material, das vorzugsweise aus der Polyether, Polyolefin und Polyamid umfassenden Gruppe ausgewählt ist, und/oder
  • – das Polyether ist Polyacetal, und oder
  • – das erste Glied ist ein Rotor, der in einer T-förmigen allgemeinen Konfiguration eine durch einen koaxialen Kopf verlängerte Achse umfasst, und das zweite Glied ist ein Stator, der einen die Wand der Aufnahme bildenden axialsymmetrischen röhrenförmigen Mantel umfasst,
  • – der Kopf und der Mantel umfassen jeweils verbindungsmittel, durch die der Rotor und der Stator mit einem ersten bzw. einem zweiten Teil, die bezüglich einander in zu verzögernder Drehbewegung versetzt sind, verbunden werden können.

Gemäß einem anderen Aspekt betrifft die vorliegende Erfindung des Weiteren die Verwendung einer rotationsverzögernden Vorrichtung wie oben angeführt, um die Drehbewegung eines Öffnungsglieds zu verzögern. Somit erweist sich das Verzögern der Drehung eines Öffnungsglieds, das bezüglich eines anderen Glieds in Drehbewegung versetzt ist, als besonders leicht zu bewerkstelligen.

Dieser Aspekt der Erfindung ist des Weiteren dann sehr wünschenswert, wenn das Öffnungsglied ein Schminkdosendeckel ist.

Die Beschreibung der vorliegenden Erfindung wird mit der Beschreibung einer bevorzugten Ausführungsform weitergeführt, die unten als nichteinschränkendes Beispiel unter Bezugnahme auf die beigefügten Zeichnungen angeführt wird; in den Zeichnungen zeigen:

1 eine perspektivische Ansicht einer rotationsverzögernden Vorrichtung gemäß der bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung;

2 eine perspektivische Ansicht des Rotors der rotationsverzögernden Vorrichtung nach Anspruch 1;

3 eine Längsschnittansicht dieser rotationsverzögernden Vorrichtung entlang III-III von 1;

4 eine Schnittansicht ähnlich der von 3, die nur den Stator der rotationsverzögernden Vorrichtung gemäß der vorliegenden Erfindung zeigt;

5 eine Querschnittsansicht entlang der Linie V-V von 4; und

6 eine Schnittansicht in einem größeren Maßstab ähnlich der von 5 entlang der Linie VI-VI von 3.

Gemäß der Ausführung der gezeigten Ausführungsform umfasst die rotationsverzögernde Vorrichtung 10 gemäß der Erfindung einen Stator 11 und einen Rotor 12, der so ausgeführt ist, dass er mit der zu verzögernden Drehbewegung beaufschlagt wird.

In der Praxis umfasst der Rotor 12 bei der gezeigten Ausführungsform in T-förmiger allgemeiner Konfiguration und wie am besten in 2 zu sehen eine Achse 13 mit einer allgemein zylindrischen Fläche und einem Kopf 14 mit einer allgemein zylindrischen Fläche.

Die Achse 13 weist ein kegelstumpfförmiges freies Ende 15 auf und umfasst zwei diametral gegenüberliegende Auskragungen 16, die sich entlang einer Erzeugenden der Achse erstrecken.

Mehrere axiale Rippen 17 mit einem rechtwinkligen Querschnitt ragen von der zylindrischen Fläche des Kopfs 14 und sind um den Umfang dieses Kopfes 14 herum gleichmäßig beabstandet.

Diese Rippen 17 dienen dazu, die Drehung des Rotors 12 in einer Aufnahme mit einem zu dem Querschnitt des Kopfes 14 komplementären Querschnitt zu sperren, wobei die Aufnahme sowie ein Öffnungsglied, von dem die Drehbewegung verzögert werden soll, einstückig ausgebildet ist. In dem beschriebenen Beispiel ist der Rotor 13 zum Zusammenwirken mit einem Schminkdosendeckel ausgeführt, dessen Öffnen durch eine Feder aktiviert wird.

Des Weiteren ist ein diametraler Schlitz 18 im Kopf 14 auf dessen Seite, die der gegenüberliegt, von der die Achse 13 vorragt, zur Winkelpositionierung des Rotors 12 in der bereits erwähnten Aufnahme ausgebildet.

Der axialsymmetrische Rotor 12 ist ein einstückiges Formteil aus Kunststoffmaterial. Vorzugsweise wird dieser Rotor 12, wie bei der gezeigten Ausführungsform, durch Formen aus Polyacetal hergestellt.

Was den Stator 11 anbetrifft, so umfasst dieser einen axialsymmetrischen röhrenförmigen Mantel 19, der auch axiale Rippen 20 mit einem rechtwinkligen Querschnitt umfasst, die von der zylindrischen Fläche des Mantels 19 ragen.

Dieser Rippen 20 erstrecken sich von dem geschlossenen Ende 21 des Mantels 19 bis in die Nähe einer Öffnung 22 dieses gleichen Mantels 19 und dienen dazu, die Drehung des Stators 11 in einer Aufnahme mit einem Querschnitt zu sperren, der komplementär zu dem Äußeren des Mantels 19 ist und die in einem Stützglied ausgebildet ist, an dem das Öffnungsglied drehbar angebracht ist. In dem beschriebenen und gezeigten Beispiel handelt es sich hierbei um eine Lasche eines Behälters einer Schminkdose.

Die rotationsverzögernde Vorrichtung 10 bildet somit ein Scharnier dieser Schminkdose.

Bei der gezeigten Ausführungsform handelt es sich bei diesem röhrenförmigen Mantel 19 um ein einstückiges Formteil aus einem elastisch verformbaren Material. Insbesondere ist das Material ein thermoplastischer Elastomer mit einer Härte zwischen einem Shore-A-Wert von 55 und einem Shore-D-Wert von 50.

Wie bei der gezeigten Ausführungsform handelt es sich vorzugsweise bei diesem thermoplastischen Elastomer um Santoprene®.

Des Weiteren sei in diesem Zusammenhang darauf hingewiesen, dass die das geschlossene Ende 21 des röhrenförmigen Mantels 19 bildende Endwand eine von ihrer Außenfläche vorragende Rippe 23 zur Winkelpositionierung des Stators 11 in der dazu komplementären Aufnahme, mit der sie zusammenwirken soll, aufweist.

Gemäß der Erfindung und wie bei der gezeigten Ausführungsform bildet der axialsymmetrische röhrenförmige Mantel 19 eine Wand 24 einer zur Aufnahme der Achse 13 des Rotors 12 ausgeführten Aufnahme 25, mit einer leichten radialen Komprimierung des die Wand 24 bildenden Materials (siehe 6), mittels derer dieser Rotor 12 mit dem Stator 11 in Eingriff steht.

Die Ruhestellung der rotationsverzögernden Vorrichtung 10 ist jedoch so ausgelegt, dass das elastisch verformbare Material an der Stelle der Auskragung 16 keiner hohen Belastung ausgesetzt ist, um eine andauernde Verformung dieses Materials zu vermeiden und um Änderungen der Leistung der rotationsverzögernden Vorrichtung 10 während seiner Lebensdauer zu vermeiden (Positionsmarkierung).

Dazu umfasst die Wand 24 für jede Auskragung 16 des Rotors 12 eine Nut 26 mit einem U-förmigen Querschnitt, die sich im Wesentlichen parallel zur Symmetrieachse 27 der Wand 27 der Aufnahme 25 erstreckt. Wie in 6 zu sehen sind die Auskragungen 16 jeweils in einer dieser Nuten 26 in einer Ruhestellung untergebracht, die in der Praxis der geschlossenen Stellung der Schminkdose, das heißt der Stellung, die die letztere meistens einnimmt, entspricht.

Gemäß der Erfindung und wie bei der gezeigten Ausführungsform weist die Wand 24 der Aufnahme 25 des Weiteren zwei kurvenförmige Arbeitsflächen 28 auf, die zur Achse 13 des Rotors 12 weisen, bezüglich der Symmetrieachse 27 symmetrisch sind und jeweils dazu ausgeführt sind, mit einer der Auskragungen 16 des Rotors 12 dahingehend zusammenzuwirken, die Bewegung dieses Rotors 12 zu verzögern, wenn er durch ein Öffnungsglied, wie zum Beispiel einen Deckel der Schminkdose, in Drehung versetzt wird.

In der Praxis wird das Abbremsen des entgegenwirkenden Moments teilweise durch Reibung zwischen der Achse 13 und der Wand 24 der Aufnahme und teilweise durch Verformung des Elastomeres der Wand 24 mittels der Auskragungen 16 (viskoelastisches Verhalten) erzeugt.

Vorzugsweise ist die Reibung zugunsten der Verformung begrenzt, da letztere weniger anfällig für Umweltfaktoren (höhere oder geringeren Umgebungsfeuchtigkeit, mögliche Verunreinigung usw.) ist.

Es sei in diesem Zusammenhang darauf hingewiesen, dass das Ausmaß des Abbremsens gemäß den Umständen leicht modifiziert werden kann, indem die Härte des thermoplastischen Elastomers und/oder das Ausmaß der gegenseitigen Einwirkung zwischen den Auskragungen 16 und den Kurvenausbildungen der diesen Auskragungen 16 zugeordneten Arbeitsflächen 28 ausgewählt wird.

Des Weiteren ist gemäß der Erfindung das entgegenwirkende Moment in jeder Winkelposition durch die Verwendung der kurvenförmigen Arbeitsflächen 28 an das Antriebsmoment angepasst. In der Praxis wird diese Kurvenform so definiert, dass sie das entgegenwirkende Moment bei einer gegebenen Anwendung in jeder Winkelposition an das Antriebsmoment anpasst. Bei Anwendung auf ein zum Öffnen durch eine Feder betätigtes Öffnungsglied ist das durch die über die Kurvenformen passierenden Auskragungen 16 erzeugte entgegenwirkende Moment an das Moment, das durch das Gewicht des abzubremsenden Öffnungsglieds erzeugt wird, und an das durch die Feder erzeugte Moment angepasst, um die Qualität der Bewegung sowie das vollständige Öffnen zu gewährleisten.

Wie bei der gezeigten Ausführungsform erstrecken sich die kurvenförmigen Arbeitsflächen 28 über die gesamte Länge der Wand 24 des Gehäuses 25 und sind jeweils durch eine durch zwei Facetten 30 und 31, die zusammen einen stumpfen Winkel bilden, gebildete Längsaussparung 29 mit einer der Nuten 26 verbunden. Diese Aussparungen 29 und Nuten 26 sind wie die Arbeitsflächen 28 zur Symmetrieachse 27 der Wand 24 symmetrisch.

Somit sind die Auskragungen 16 in der Praxis in den Nuten 26 untergebracht, während sich das Öffnungsglied in der Ruhestellung, das heißt in der geschlossenen Stellung (hier die horizontale Position) befindet, wenn das Öffnungsglied zum Beispiel eine Schminkdose ist.

Wenn das Öffnungsglied aus seiner geschlossenen Stellung in seine geöffnete Stellung passiert, passieren zunächst die Auskragungen 16 über die Aussparungen 29, die ein relativ geringes entgegenwirkendes Moment erzeugen, wodurch das große Antriebsmoment entsteht, das durch die Feder des Öffnungsglieds zu Beginn der Bewegung während der Öffnungsbewegung des letzteren erzeugt wird.

Als Nächstes kommen die Auskragungen 16 mit den kurvenförmigen Arbeitsflächen 28 in Kontakt, die so konfiguriert sind, dass das erzeugte entgegenwirkende Moment anfangs relativ groß ist und dann allmählich abnimmt, um mit zunehmender Verzögerung ein vollständiges Öffnen des Öffnungsglieds zu erreichen.

Gemäß den Umständen sind zahlreiche Varianten möglich.

Insbesondere könnte eine einer anderen Öffnungsart, zum Beispiel dem Passieren eines Öffnungsglieds aus einer vertikalen Position in eine horizontale Position, insbesondere allein durch Schwerkraftwirkung, entsprechende Kurvenform implementiert werden.

Es sei in diesem Zusammenhang darauf hingewiesen, dass eine rotationsverzögernde Vorrichtung wie oben beschrieben zwei verschiedenen Öffnungsarten dienen könnte, und zwar in Abhängigkeit davon, ob sie auf der einen oder der anderen Seite des Öffnungsglieds angeordnet ist.

Der Rotor 12 und der Stator 11 können auch hinsichtlich ihrer Funktion vertauscht werden (der Rotor kann der Stator sein, und umgekehrt).

Des Weiteren ist es auch möglich, nur eine einzige Auskragung einzusetzen, wobei dann eine der Arbeitsflächen ein Kreisbogenprofil aufweist.

Natürlich ist es weiterhin möglich, mehr als zwei Auskragungen (mit einer entsprechenden Anzahl von kurvenförmigen Arbeitsflächen) zu verwenden oder sie sogar durch eine andere Art von Vorsprung, zum Beispiel einen Nocken oder eine Reihe von Nocken, zu ersetzen. Dann reicht es aus, wenn ein oder mehrere Teile der Wand der Aufnahme aus einem elastisch verformbaren Material bestehen und wenn sich jede kurvenförmige Arbeitsfläche über einen oder mehrere Teile der Länge der Wand erstreckt.

Es könnte auch eine aus einem zylindrischen Teil aus elastisch verformbarem flexiblem Material, das in einem starren röhrenförmigen Mantel aufgenommen ist, bestehende Aufnahmewand verwendet werden.

Das Material, aus dem der Rotor hergestellt ist, kann auch ein Polyolefin, wie zum Beispiel Polypropylen, oder ein Polyamid sein.

Die axialen Rippen des Rotors und des Stators können auch durch andere Verbindungsmittel ersetzt werden, durch die sie jeweils mit einem ersten und einem zweiten Teil verbunden werden, die bezüglich einander in zu verzögernder Drehbewegung versetzt werden.

Schließlich sei in diesem Zusammenhang darauf hingewiesen, dass die Erfindung nicht auf die Ausführung der beschriebenen und dargestellten Ausführungsform beschränkt wird, sondern nur durch den Schutzbereich des angehängten Anspruchs.


Anspruch[de]
Rotationsverzögernde Vorrichtung (10) mit einem ersten Glied (12) und einem zweiten Glied (11), die bezüglich einander in zu verzögernder Drehbewegung versetzt sind, wobei das erste Glied (12) eine Achse (13) und das zweite Glied (11) eine zur Aufnahme der Achse (13) des ersten Glieds (12) ausgeführte Aufnahme (25) umfasst, und mit Mitteln (16, 24, 28) zum Verzögern der Drehung durch Verformung von elastisch verformbarem Material, wobei die Verzögerungsmittel (16, 24, 28) mindestens einen Teil der die Aufnahme (25) begrenzenden Wand (24) aus elastisch verformbarem flexiblem Material umfassen, der mindestens eine Arbeitsfläche (28) in Kurvenform, die zur Achse (13) des ersten Glieds (12) weist, und mindestens einen Vorsprung (16) aus starrem Material an der Achse (13) des ersten Glieds (12) umfasst, der dazu ausgeführt ist, mit der ihm zugeordneten Arbeitsfläche (28) dahingehend zusammenzuwirken, die Drehbewegung zu verzögern, wobei das entgegenwirkende Moment in jeder Winkelposition dem Antriebsmoment angepasst ist, wobei jeder Vorsprung (16) durch einstückiges Formen mit der Achse (13) mit letzterer integral ausgebildet ist, dadurch gekennzeichnet, dass das elastisch verformbare flexible Material ein viskoelastisches Verhalten aufweist. Rotationsverzögernde Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die gesamte Wand (24) der Aufnahme (25) aus elastisch verformbarem flexiblem Material besteht. Rotationsverzögernde Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die ganze Wand (24) eine Außenfläche der rotationsverzögernden Vorrichtung (10) definiert. Rotationsverzögernde Vorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass sich jede kurvenförmige Arbeitsfläche (28) über die ganze Länge (24) der Wand der Aufnahme (25) erstreckt. Rotationsverzögernde Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Wand (24) der Aufnahme (25) zwei kurvenförmige Arbeitsflächen (28) aufweist, die bezüglich einer Symmetrieachse (27) der Wand (24) symmetrisch sind. Rotationsverzögernde Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass jeder Vorsprung durch eine Auskragung (16) gebildet wird, die sich entlang einer Erzeugenden der Achse (13) des ersten Glieds (12) erstreckt. Rotationsverzögernde Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Wand (24) für jeden Vorsprung (16) eine Hohlkehle (26) umfasst, mittels derer jeder Vorsprung (16) in einer Ruhestellung untergebracht wird. Rotationsverzögernde Vorrichtung nach Ansprüchen 6 und 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Wand (24) mindestens eine Nut (26) mit U-förmigem Querschnitt umfasst, die sich im Wesentlichen parallel zur Symmetrieachse (27) der Wand (24) erstreckt und zur Aufnahme einer Auskragung (16) in einer Ruhestellung ausgeführt ist. Rotationsverzögernde Vorrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass jede Nut (26) durch eine durch zwei Facetten (30, 31), die zusammen einen stumpfen Winkel bilden, ausgebildete Längsaussparung (29) mit einer Arbeitsfläche (28) verbunden ist, die dazu ausgeführt ist, mit der in Ruhestellung in der Nut (26) untergebrachten Auskragung (16) zusammenzuwirken. Rotationsverzögernde Vorrichtung nach den Ansprüchen 5 und 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Wand (24) zwei Nuten (26) umfasst, wobei jede zur Aufnahme einer der beiden Auskragungen (16) diametral gegenüber der Achse (13) des ersten Glieds (12) ausgeführt ist, wobei diese Nuten (26) und die benachbarten Aussparungen (29) jeweils bezüglich der Symmetrieachse (27) der Wand (24) der Aufnahme (25) symmetrisch sind. Rotationsverzögernde Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass das elastisch verformbare flexible Material ein thermoplastisches Elastomer ist. Rotationsverzögernde Vorrichtung nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass das thermoplastische Elastomer eine Härte zwischen einem Shore-A-Wert von 55 und einem Shore-D-Wert von 50 aufweist. Rotationsverzögernde Vorrichtung nach Anspruch 11 oder 12, dadurch gekennzeichnet, dass das thermoplastische Elastomer Santoprene® ist. Rotationsverzögernde Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass das Material, aus dem das erste Glied (12) hergestellt ist, ein starres Material ist, das vorzugsweise aus der Polyether, Polyolefin und Polyamid umfassenden Gruppe ausgewählt ist. Rotationsverzögernde Vorrichtung nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, dass das Polyether Polyacetal ist. Rotationsverzögernde Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 15, dadurch gekennzeichnet, dass das erste Glied (12) ein Rotor ist, der in einer T-förmigen allgemeinen Konfiguration eine durch einen koaxialen Kopf (14) verlängerte Achse (13) umfasst, und das zweite Glied (11) ein Stator ist, der einen die Wand (24) der Aufnahme (25) bildenden axialsymmetrischen röhrenförmigen Mantel (19) umfasst. Rotationsverzögernde Vorrichtung nach Anspruch 16, dadurch gekennzeichnet, dass der Kopf (14) und der Mantel (19) jeweils Verbindungsmittel (17, 20) umfassen, durch die der Rotor und der Stator mit einem ersten bzw. einem zweiten Teil, die bezüglich einander in zu verzögernder Drehbewegung versetzt sind, verbunden werden können. Rotationsverzögernde Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 17, dadurch gekennzeichnet, dass die Achse (13) des ersten Glieds (12) in der Aufnahme (25) des zweiten Glieds (11) unter radialer Komprimierung des elastisch verformbaren flexiblen Materials untergebracht ist. Verwendung einer rotationsverzögernden Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 18 zum Verzögern der Drehbewegung eines Öffnungsglieds. Verwendung nach Anspruch 19, dadurch gekennzeichnet, dass das Öffnungsglied ein Deckel einer Schminkdose ist.






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