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Dokumentenidentifikation DE60309926T2 13.09.2007
EP-Veröffentlichungsnummer 0001572715
Titel STEROID-VERBINDUNGEN MIT ANTI-TUMORALER WIRKUNG
Anmelder Université Libre de Bruxelles, Brüssel/Bruxelles, BE;
Unibioscreen S.A., Brüssel/Bruxelles, BE
Erfinder BRAEKMAN, Jean-Claude, B-1640 Rhôde-St-Genèse, BE;
VAN QUAQUEBEKE, Eric, B-1200 Woluwe St-Lambert, BE;
INGRASSIA, Laurent, B-4120 Braine L'Aleud, BE;
DEWELLE, Janique, B-6238 Luttre, BE;
KISS, Robert, B-1600 Sint-Pieters-Leeuw, BE;
DARRO, Francis, B-1180 Uccle, BE
Vertreter Dehmel & Bettenhausen Patent- und Rechtsanwälte, 80331 München
DE-Aktenzeichen 60309926
Vertragsstaaten AT, BE, BG, CH, CY, CZ, DE, DK, EE, ES, FI, FR, GB, GR, HU, IE, IT, LI, LU, MC, NL, PT, RO, SE, SI, SK, TR
Sprache des Dokument EN
EP-Anmeldetag 18.12.2003
EP-Aktenzeichen 037893476
WO-Anmeldetag 18.12.2003
PCT-Aktenzeichen PCT/EP03/14567
WO-Veröffentlichungsnummer 2004055039
WO-Veröffentlichungsdatum 01.07.2004
EP-Offenlegungsdatum 14.09.2005
EP date of grant 22.11.2006
Veröffentlichungstag im Patentblatt 13.09.2007
IPC-Hauptklasse C07J 7/00(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, EP
IPC-Nebenklasse C07J 9/00(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, EP   A61K 31/57(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, EP   A61K 31/575(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, EP   A61P 35/00(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, EP   

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung betrifft das medizinische Gebiet. In einem ersten Aspekt betrifft die vorliegende Erfindung neue Steroidverbindungen, welche eine pharmakologische Aktivität besitzen, insbesondere eine Antitumoraktivität. In einem zweiten Aspekt betrifft die vorliegende Erfindung ein Verfahren zur Zubereitung der Steroidverbindungen. Die Erfindung betrifft zudem in einem dritten Aspekt eine pharmazeutische Zusammensetzung, welche eine wirksame Menge der Steroidverbindungen umfasst. In einem vierten Aspekt betrifft die vorliegende Erfindung die Verwendung der Steroidverbindungen als ein Medikament und die Verwendung der Steroidverbindungen für die Zubereitung eines Medikaments für die Behandlung von Krebs. In einem fünften Aspekt betrifft die vorliegende Erfindung die Verwendung einer Steroidverbindung oder einer pharmazeutischen Zusammensetzung, welche die Steroidverbindung umfasst, gemäß der Erfindung in der Behandlung von Krebs.

Krebs entwickelt sich in einem gegebenen Gewebe, wenn irgendeine genomische Mutation die Zellzykluskinetik durch Erhöhung der Zellproliferation oder Senken des Zelltods oder beides stört. Diese Störung führt zu uneingeschränktem Wachstum einer genomisch transformierten Zellpopulation. Manche Zellen von dieser transformierten Zellpopulation können zu einem angiogenen Phänotyp wechseln, was sie befähigt, Endothelzellen aus dem gesunden Gewebe zu rekrutieren, und zu dem fortgesetzten Wachstum des sich entwickelnden neoplastischen Tumorgewebes führt. Danach wandern manche Zellen aus dem neoplastischen Tumorgewebe und kolonisieren neue Gewebe unter Verwendung von Blut- oder lymphatischen Gefäßen als Hauptwege des Wanderns. Dieser Prozess ist auch bekannt als der Metastasen-bildende Prozess.

In der Ausübung sind die meisten der Wirkstoffe, die heutzutage in Krankenhäusern verwendet werden, um Krebspatienten zu behandeln, Arzneimittel, welche mehr oder weniger direkt die Zellkinetik, d.h. Zellproliferation, des zu bekämpfenden Krebses einwirken. Der Wirkungs-Mechanismus solcher Antikrebsarzneimittel betrifft im Wesentlichen die Unterbrechung der Entwicklung von malignen Zellen durch die Wirkung auf die Zellkinetik. Diese Arzneimittel schließen alkylierende Wirkstoffe, interkalierende Wirkstoffe, Antimetaboliten, und so weiter...mit ein, wovon die meisten auf DNA oder Enzyme einwirken, welche die DNA-Duplikation und den Elongationsprozess regulieren. Diese Arzneimittel attakieren die DNA.

Ein Hauptnachteil dieser Arzneimittel schließt ein, dass die Arzneimittel nicht in einer selektiven Art und Weise funktionieren, d.h. sie wählen nicht zwischen normalen und neoplastischen Zellen aus. Sie werden verwendet gemäß der Tatsache, dass die DNA von schnell-proliferierenden Zellen, d.h. Krebszellen, sensitiver auf diesen Typ von Wirkstoffen ist, als die DNA von weniger schnell-proliferierenden Zellen, d.h. normalen Zellen. Jedoch sind schnell wachsende Tumore nicht immer Tumore, welche hohe Niveaus an Zellproliferation aufweisen. Schnellwachsende Tumore können auch Tumore einschließen, welche niedrige Niveaus an Zelltod aufweisen verglichen zu der normalen Zellpopulation, von welcher diese Tumorzellen abstammen. Für diese Typen von schnellwachsenden Tumoren sind die oben beschriebenen, nicht-selektiven Antikrebsarzneimittel nicht wirksam.

Zusätzlich hat die große Mehrheit der Arzneimittel, welche in der Standardbehandlung von Krebs unter Verwendung des Zellkinetikansatzes verwendet werden, den Nachteil, toxisch oder sogar sehr toxisch zu sein, d.h. viele schädliche Nebenwirkungen auf gesunde Zellen, Gewebe und Organe einzuschließen, und dies limitiert ihre klinische Verwendung auf eine relativ niedrige Anzahl von Verabreichungen pro Patient. Zusätzlich müssen verschiedene dieser Verbindungen in einer poly-chemotherapeutischen Kur kombiniert werden, um irgendeine beobachtbare Wirkung gegen Krebs zu haben. Bewiesenermaßen erhöhen solche Antikrebsarzneimittelkombinationen nachteilig die Toxizität der Behandlung und limitieren auch die Anzahl von Verabreichungen, welche angewendet werden können.

Manche Antikrebsarzneimittel natürlichen Ursprungs, wie zum Beispiel Antitubulinverbindungen, welche einen therapeutischen Ansatz anders als der Zellkinetikansatz verwenden, sind vorgeschlagen worden. Solche Arzneimittel bezwecken, dass Wandern von Krebszellen zu verhindern, welche aus dem primären Tumorgewebe entweichen und zuerst in das Nachbargewebe davon eindringen und dadurch Metastasen etablieren. Jedoch zeigen die Verbindungen dieses Typs, welche bisher bekannt sind, auch große toxische Nebenwirkungen, was ihre Verwendung über einen langen Zeitraum der Behandlung limitiert.

Daher verbleibt eine dringende Notwendigkeit im Stand der Technik zum Finden von verbesserten Antikrebsarzneimitteln, welche mindestens manche der oben genannten Nachteile überwinden. Demzufolge ist es ein allgemeines Ziel der Erfindung, verbesserte Antikrebsarzneimittel zur Verfügung zu stellen. Insbesondere ist es ein Ziel der vorliegenden Erfindung, neue Antikrebsarzneimittel zur Verfügung zu stellen und Verfahren, um diese zu synthetisieren. Es ist noch ein anderes Ziel der Erfindung, Zwischenverbindungen als ein Ergebnis der vorher genannten Syntheseverfahren zur Verfügung zu stellen, welche zum Beispiel in der Behandlung von Krebs einen pharmazeutischen Nutzen haben.

In einem ersten Aspekt betrifft die vorliegende Erfindung Steroidverbindungen, welche die unten gegebene Grundstruktur haben und an der Position B substituiert sind.

Insbesondere betrifft die vorliegende Erfindung Steroidverbindungen der Formel IB oder pharmazeutisch verträgliche Salze, stereoisomere Formen oder razemische Gemische davon,

wobei n, X1, X2, X3, X'3, X4, X5, X6, X7, R1, R2 wie in Anspruch 1 definiert sind. Die vorliegende Erfindung stellt neue Steroidverbindungen zur Verfügung, welche eine Antitumoraktivität haben und welche demzufolge sehr geeignet für eine Verwendung in allen Arten der therapeutischen Anwendungen sind, wie unten beschrieben wird.

In einem zweiten Aspekt betrifft die vorliegende Erfindung ein Verfahren für die Synthese der Steroidverbindungen.

Zusätzlich betrifft die vorliegende Erfindung zudem pharmazeutische Zusammensetzungen, welche die oben beschriebenen Verbindungen umfassen. Zudem betrifft die vorliegende Erfindung Steroidverbindungen für die Verwendung als ein Medikament und für die Verwendung in der Zubereitung eines Medikaments für die Behandlung von Krankheiten, welche mit Zellproliferation assoziiert sind, insbesondere für die Behandlung von Krebs. Die vorliegende Erfindung betrifft zudem die Verwendung der oben beschriebenen Verbindungen oder einer pharmazeutischen Zusammensetzung, welche die Verbindungen umfasst, in der Behandlung von Krebs.

1 stellt ein Beispiel für ein Reaktionsschema zur Zubereitung einer Steroidverbindung gemäß der Erfindung dar.

2 und 3 stellen die Antitumoraktivität von verschiedenen Steroidverbindungen gemäß der Erfindung auf 6 humane Krebszelllinien dar. 2 und 3 stellen die Antitumoraktivität der Verbindungen UBS881 bzw. UBS1664 dar.

4 vergleicht die zytotoxische- und Antitumoraktivität der verschiedenen Verbindungen gemäß der Erfindung, insbesondere der Verbindungen UBS881, UBS1664, auf 6 humane Krebszelllinien.

Steroidverbindungen gemäß der Erfindung

Eine große („tot") Anzahl von Steroidverbindungen ist in der Literatur beschrieben. Diese Verbindungen haben verschiedene biologische Aktivitäten. Zum Beispiel beschreiben WO 96/10031 und WO 98/14194 Steroidderivate als neurochemische Stimulatoren eines spezifischen Neuroepithelrezeptors, um Symptome der Angst zu mildern.

Die vorliegende Erfindung betrifft nun neue Steroidverbindungen, welche Antitumoraktivität zeigen. Gemäß der vorliegenden Erfindung betrifft der Begriff „Antitumoraktivität" die in vitro-genauso wie in vivo-Antitumorwirkungen, welche durch die Steroidverbindungen gemäß der Erfindung ausgeübt werden. Die Antitumorwirkungen schließen im Wesentlichen ein, aber sind nicht limitiert auf eine dramatische Senkung des Zellwachstums und eine proapoptotische Wirkung. Besonders wichtig ist, dass die Steroidverbindungen gemäß der Erfindung Antitumoraktivität auf eine große Anzahl von Krebsarten aufweisen, wie unter anderem, aber nicht limitiert auf Gliom, Kolonkrebs, Lungenkrebs und Blasenkrebs.

Besonders wichtig ist, dass die Steroidverbindungen gemäß der Erfindung auch eine Antiwanderungswirkung haben. Wanderung betrifft den Prozess, wobei Zellen aus dem neoplastischen Tumorgewebe wandern und neue Gewebe kolonisieren unter Verwendung von Blut- oder lymphatischen Gefäßen als Hauptwege der Wanderung. Dieser Prozess ist auch bekannt als der Metastasen-bildende Prozess. Gemäß der vorliegenden Erfindung bezieht sich der Begriff „Antiwander-" auf die Fähigkeit der Verbindungen gemäß der Erfindung, die Wanderung von Zellen weg aus dem neoplastischen Tumorgewebe zu stoppen und deshalb die Kolonisierung von neuen Geweben durch diese Zellen zu reduzieren.

Der Begriff „Steroid", wie er hierin verwendet wird, soll Verbindungen bezeichnen, welche einen perhydrierten Zyklopentanphenanthrenkern haben. Diese Verbindungen gemäß der Erfindung, welche durch die allgemeine Formel, welche unten gegeben ist, dargestellt werden, haben 4 Ringe, dargestellt durch die Buchstaben A bis D.

Wann auch immer der Begriff „substituiert" in der vorliegenden Erfindung verwendet wird, ist er gemeint, anzuzeigen, dass ein oder mehrere Wasserstoffe auf dem durch die Verwendung des Ausdrucks „substituiert" angezeigten Atom gegen eine Auswahl aus der angezeigten Gruppe ersetzt sind, vorausgesetzt, dass die normale Valenz des angezeigten Atoms nicht überschritten ist, und dass die Substitution in einer chemisch stabilen Verbindung resultiert, d.h. einer Verbindung, welche ausreichend robust ist, um die Isolation auf ein nützliches Grad an Reinheit aus einem Reaktionsgemisch und die Formulierung in einen therapeutischen Wirkstoff zu überstehen.

Wie hierin verwendet betrifft der Begriff „glykosyliert" oder „Glycosyl" einen Saccharylrest, wie einen Mono-, Di-, Oligo- oder einen Polysaccharidrest, einen Hydroxy-substituierten Cyclohexylrest, die Aminoderivate davon, die Thioderivate davon oder die Hydroxyl-geschützten Derivate davon, wie Acetatderivate davon. Der Begriff „Saccharyl", wie er hierin verwendet wird, betrifft einen Saccharidrest, welcher Monosaccharide, Di-, Tri-, Oligo- und Polysaccharide umfasst. Beispielhaft schließt ein Monosaccharidrest ein, ist aber nicht limitiert auf einen Pentosyl, einen Hexosyl oder einen Heptosylrest. Der Glycosylrest kann auch mit verschiedenen Gruppen substituiert sein. Solche Substitutionen können niedrigere Alkyl-, niedrigere Alkoxy-, Acyl-, Carboxy-, Carboxyamino-, Amino-, Acetamido-, Halo-, Thio-, Nitro-Keto- und Phosphatylgruppen einschließen, wobei diese Substitution an einer oder an mehreren Positionen auf dem Saccharid sein kann. Außerdem kann das Glycosyl auch als ein Deoxyglycosyl vorhanden sein. Der Hydroxy-substituierte Cyclohexylrest schließt ein, ist aber nicht limitiert auf eine Mono-, Hydroxycyclohexylgruppe, wie eine 2-, 3- oder 4-Hydroxycyclohexylgruppe, eine Di-Hydroxycyclohexylgruppe, wie eine 2,3-, 2,4-, 2,5-, 2,6-, 3,4- oder 3,5-Dihydroxycyclohexylgruppe, eine Tri-Hydroxycyclohexylgruppe, wie 2,3,4-, 2,3,5-, 2,3,6-, 3,4,5- oder 3,4,6-Trihydroxycyclohexylgruppe oder eine Tetra-Hydroxycyclohexylgruppe, wie eine 2,3,4,5-, 2,3,4,6- oder 2,3,5,6-Tetrahydroxycyclohexylgruppe, Hydroxyl-geschützte Derivate davon, Thioderivate davon oder Aminoderivate davon.

In einer Ausführungsform ist das Glycosyl ein Saccharylrest, ein Hydroxy-substituierter Cyclohexylrest, einschließlich ein Monosaccharid, L- oder D-Isomere davon, &agr;- oder &bgr;-Form davon, Pyranose- oder Furanoseform davon, Kombination davon, Deoxyderivate davon, Hydroxyl-geschützte Acetatderivate davon, Aminoderivate davon, optional substituiert, Thioderivate davon, Di-, Tri-, Oligo- und Polysaccharid davon.

Wie hierin verwendet wird, formt der Begriff „oxo" oder „=O" einen Carbonylrest mit dem Kohlenstoffatom, an welchem er angehängt ist. Wie hierin verwendet wird, ist der Begriff „Carboxyl" oder „-COOH" ein Säurerest, wobei das Kohlenstoffatom an das Kohlenstoffatom bindet, an welchem es angehängt ist.

Wann auch immer in der vorliegenden Erfindung der Begriff „Verbindungen der Erfindung" oder „Steroidverbindungen" oder ein ähnlicher Begriff verwendet wird, ist gemeint, die Verbindungen der Formel IB und alle Subgruppen davon einzuschließen. Dieser Begriff betrifft auch die Verbindungen, welche in Tabelle A dargestellt sind und ihre N-Oxide, Salze, stereoisomere Formen, razemische Gemische, Pro-Drugs, Ester und Metabolite, genauso wie ihre quaternisierten Stickstoffanaloga. Die N-Oxidformen der Verbindungen sind gemeint, um Verbindungen zu umfassen, wobei ein oder verschiedene Stickstoffatome zu dem sog. N-Oxid oxidiert sind.

Der Begriff „Pro-Drug", wie er hierin verwendet wird, meint die pharmakologisch verträglichen Derivate, wie Ester, Amide und Phosphate, so dass das resultierende in vivo-Biotransformationsprodukt des Derivats das aktive Arzneimittel ist. Die Referenz von Goodman und Gilman (The Pharmacological Basis of Therapeutics, 8. Ausgabe, McGraw-Hill, Int. Ausgabe 1992, "Biotransformation of Drugs", S. 13-15), welche Pro-Drugs im Allgemeinen beschreibt, ist hiermit eingebaut. Pro-Drugs der Verbindungen der Erfindung können durch Modifizierung funktioneller Gruppen, welche in der Verbindung vorhanden sind, in solch einer Weise zubereitet werden, dass die Modifikationen, entweder in einer Routinemanipulation, oder in vivo zu dem Ausgangsbestandteil gespalten werden. Typische Beispiele für Pro-Drugs sind beschrieben zum Beispiel in WO 99/33795, WO 99/33815, WO 99/33793 und WO 99/33792, welche alle hierin als Referenz eingebaut sind. Pro-Drugs sind durch eine erhöhte Biovefügbarkeit charakterisiert und werden leicht in die aktiven Inhibitoren in vivo metabolisiert.

Die Verbindungen gemäß der Erfindung können auch in ihren tautomeren Formen vorliegen. Solche Formen, obwohl sie nicht explizit in den Verbindungen, welche hierin beschrieben sind, angezeigt sind, sind beabsichtigt, im Geltungsbereicht der vorliegenden Erfindung eingeschlossen zu sein.

Der Begriff „stereochemisch isomere Formen der Analoga gemäß der Erfindung", wie er hierin verwendet wird, definiert alle möglichen Verbindungen, welche aus denselben Atomen gebunden durch dieselbe Sequenz an Bindungen aufgebaut sind, aber verschiedene dreidimensionale Strukturen haben, welche nicht austauschbar sind, welche die Verbindungen der vorliegenden Erfindung besitzen können. Wenn nicht anders genannt wird oder angezeigt ist, umfasst die chemische Bezeichnung einer Verbindung hierin das Gemisch aller möglichen stereochemisch isomeren Formen, welche die Verbindung besitzen kann. Das Gemisch kann alle Diastereomere und/oder Enantiomere der molekularen Grundstruktur der Verbindung enthalten. Alle stereochemisch isomeren Formen der Verbindungen der Erfindung, entweder in reiner Form, oder in einem Gemisch miteinander, sind gemeint, in den Geltungsbereich der vorliegenden Erfindung zu fallen.

Für eine therapeutische Verwendung sind die Salze der Verbindungen gemäß der Erfindung solche, wobei das Gegenion pharmazeutisch oder physiologisch verträglich ist.

Die pharmazeutisch-verträglichen Salze der Verbindungen gemäß der Erfindung, d.h. in der Form von Wasser-, Öl-löslichen oder dispergierbaren Produkten, schließen die konventionellen nicht toxischen Salze oder die quarternären Ammoniumsalze ein, welche geformt sind zum Beispiel aus anorganischen oder organischen Säuren oder Basen. Beispiele von solchen Säureadditionssalzen schließen Acetat, Adipat, Alginat, Aspartat, Benzoat, Benzolsulfonat, Bisulfat, Butyrat, Citrat, Camphorat, Camphorsulfonat, Cyclopentanpropionat, Digluconat, Dodecylsulfat, Ethansulfonat, Fumerat, Glucoheptanoat, Glycerophasphat, Hemisulfat, Heptanoat, Hexanoat, Hydrochlorid, Hydrobromid, Hydroiodid, 2-Hydroxyethansulfonat, Lactat, Maleat, Methansulfonat, 2-Naphthalensulfonat, Nicotinat, Oxolat, Pamoat, Pectinat, Persulfat, 3-Phenylpropionat, Picrat, Pivalat, Propionat, Succinat, Tartrat, Thiocyanat, Tosylat und Undecanoat ein. Basische Salze schließen Ammoniumsalze, Alkalimetallsalze, wie Natrium- und Kaliumsalze, Alkalierdmetallsalze, wie Kalzium- und Magnesiumsalze, Salze mit organischen Basen, wie Dicyclohexylaminsalze, N-Methyl-O-glycamin und Salze mit Aminosäuren, wie Sarginin, Lysin und so weiter ein. Auch die basischen Stickstoff-enthaltenen Gruppen können mit solchen Wirkstoffen, wie niedrige Alkylhalogenide, wie Methyl-, Ethyl-, Propyl- und Butylchlorid, -Bromide und -Iodide; Dialkylsulfate, wie Dimethyl-, Diethyl-, Dibutyl-; und Diamylsulfate, Langkettenhalogenide, wie Decyl-, Lauryl-, Myristyl- und Stearylchloride, -Bromide und -Iodide, Aralkylhalogenide, wie Benzyl- und Phenetylbromide und andere quarternisiert sein. Andere pharmazeutisch verträgliche Salze schließen das Sulfatsalz Ethanolat und Sulfatsalze ein.

In einer Ausführungsform der vorliegenden Erfindung betrifft eine Steroidverbindung der Formel IB, wie oben angezeigt ist, oder ein pharmazeutisch verträgliches Salz davon, wobei X1, X2, X3, X'3, X4, X5, X6, X7, R1, R2 und n wie in Anspruch 2 definiert sind.

In einer anderen bevorzugten Ausführungsform ist die Verbindung gemäß der Erfindung eine Verbindung, welche die Formel IB, wie oben angezeigt, hat, oder ein pharmazeutisch-verträgliches Salz davon, wobei X1 und X2 -OMe sind, wobei R1 und R2 -H sind, wobei X4 und X7 Oxo sind, wobei sich X3 zusammen mit X'3 an einer oxofunktionellen Gruppe beteiligt, wobei sich X5 an einer Doppelbindung zwischen den Kohlenstoffatomen der Position 4 und 5 beteiligt, wobei X6 ein Wasserstoff ist, und wobei n 0 ist.

In einer anderen Ausführungsform betrifft die Erfindung eine Verbindung, welche die Formel IB hat, wobei X1, X2 X3, X'3, X4, X5, X6, X7, R1, R2 und n wie in Anspruch 11 definiert sind.

Die Verbindungen gemäß der Erfindung zeigen zytotoxische Aktivtäten, was nahelegt, dass sie in verschiedenen medizinischen Anwendungen verwendet werden können. Wie in den Beispielen gezeigt ist, welche unten zur Verfügung gestellt werden, haben die Verbindungen gemäß der Erfindung in vitro-Antitumoraktivität.

Zudem weisen die Verbindungen gemäß der Erfindung ein niedriges Toxizitätsniveau auf. Die Begriffe „Toxizität" oder „toxische Wirkungen", wie sie hierin verwendet werden, beziehen sich auf nachteilige Wirkung (Wirkungen), welche eine Verbindung auf gesunde Zellen, Gewebe oder Organ haben kann. Das Toxizitätsniveau der Verbindungen gemäß der Erfindung ist überraschend niedrig. Die Verbindungen gemäß der Erfindung kombinieren die wesentlichen Merkmale einer guten Antitumoraktivität und einem niedrigen Niveau an Toxizität. Demzufolge können die Verbindungen gemäß der Erfindung in pharmazeutischen Zusammensetzungen für die Behandlung von verschiedenen Krankheiten verwendet werden. Zusätzlich, weil sie ein niedriges Niveau an Toxizität haben, können die Verbindungen gemäß der Erfindung während längerer Zeiträume der Behandlungen verwendet werden.

Zusätzlich haben die Verbindungen gemäß der Erfindung auch eine anti-Wanderwirkung gezeigt. Die Verbindungen gemäß der Erfindung haben die Fähigkeit, die Wanderung der Zellen weg aus dem neoplastischen Tumorgewebe zu stoppen und ermöglichen es daher, die Kolonisierung dieser Zellen von neuen Geweben zu reduzieren.

Verfahren der Zubereitung

In einer anderen Ausführungsform betrifft die vorliegende Erfindung Verfahren zur Zubereitung der Verbindungen gemäß der Erfindung. 1 stellt ein Schema von Verfahren zur Zubereitung gemäß der Erfindung dar.

Formel IB

In einer anderen Ausführungsform betrifft die Erfindung ein Verfahren zur Synthese einer Verbindung, welche die Strukturformel IB hat,

wobei X1, X2, X3, X'3, X4, X5, X6, X7, R1, R2 und n aus der Gruppe ausgewählt werden, wie oben angezeigt ist, wobei das Verfahren die Schritte umfasst:
  • a) zur Verfügungstellen eines Ausgangsmaterials, das die Strukturformel IV hat,
    wobei X3, X'3 und X7 aus der Gruppe ausgewählt sind, wie oben angezeigt ist, und wobei P eine Schutzgruppe ist, ausgewählt aus der Gruppe, welche Alkylarylsilan, Alkylsilan- und Carbonalkylaryl umfasst, und wobei P vorzugsweise t-Butyldiphenylsilan ist.
  • b) Herbeiführen der Reaktion zwischen der Verbindung aus Schritt a) mit einer organometallischen Verbindung, die die Strukturformel V hat,
    wobei X1, X2, R1, R2 und n aus der Gruppe ausgewählt sind, wie oben angezeigt ist, wobei W ein Metall oder eine Kombination aus Metallen ist, welche aus der Gruppe ausgewählt wird, welche Magnesium und Kupfer umfasst, und wobei Hal ein Halogenatom ist, und vorzugsweise ausgewählt wird aus der Gruppe, welche Brom, Chlor und Iod umfasst, so dass ein Zwischenprodukt resultiert, dass die Strukturformel III'B hat,
    wobei X1, X2, X3, X'3, X7, R1, R2 und n aus der Gruppe ausgewählt werden, wie oben angezeigt ist, und wobei P eine Schutzgruppe ist, wie oben angezeigt ist,
  • c) Herbeiführen der Reaktion zwischen der Verbindung aus Schritt b) mit einer organometallischen Verbindung, die die Strukturformel VI hat, Hal-W-X'3 Formel VI wobei X'3 aus der Gruppe ausgewählt ist, wie oben angezeigt ist, wobei W ein Metall oder eine Kombination aus Metallen ist, ausgewählt aus der Gruppe, welche Magnesium und Kupfer umfasst, und wobei Hal ein Halogenatom ist, vorzugsweise ausgewählt aus der Gruppe, welche Brom, Chlor und Iod umfasst, so dass ein Zwischenprodukt resultiert, dass die Strukturformel IIIB hat,
    wobei X1, X2, X3, X'3, X7, R1, R2 und n aus der Gruppe ausgewählt werden, wie oben angezeigt ist, wobei p eine Schutzgruppe ist,
  • d) Entfernen der X7-Schutzgruppe aus der Verbindung, die in Schritt c) erhalten wurde, so dass eine Verbindung gebildet wird, die die Strukturformel IIB hat,
    wobei X1, X2, X3, X'3, X7, R1, R2 und n aus der Gruppe ausgewählt werden, wie oben angezeigt ist, und
  • e) Oxidieren durch eine Reaktion mit einem oder mehreren geeigneten Oxidationsmitteln, so dass eine Verbindung der Formel IB gebildet wird, oder

    e) Koppeln eines O-geschützten Glykosyls oder nicht-geschützten Glykosyls, so dass eine Verbindung der Formel IIB gebildet wird, wobei X1, X2, X3, X'3, X7, R1, R2 und n aus der Gruppe ausgewählt werden, wie oben angezeigt ist, und X7 ein O-geschütztes Glykosyl oder ein nicht-geschütztes Glykosyl ist, und
  • f) Entfernen der O-Schutzgruppen aus dem Glykosyl, so dass eine Verbindung der Formel IB gebildet wird, wobei X1, X2, X3, X'3, X4, X5, X6, X7, R1, R2 und n aus der Gruppe ausgewählt werden, wie oben angezeigt ist.

In einer anderen Ausführungsform der vorliegenden Erfindung besteht c) aus der Reaktion der Verbindung von Schritt b) mit einem O-geschützten Glykosyl oder nicht-geschütztem Glykosyl, so dass ein Intermediat entsteht, welches die Strukturformel IIIB hat, wobei X1, X2, X3, X7, R1, R2 und n aus der Gruppe ausgewählt werden, wie oben angezeigt ist, wobei P eine Schutzgruppe ist, und wobei X'3 ein O-geschütztes Glykosyl oder nicht-geschütztes Glykosyl ist. Die Reaktion kann dann mit den Schritten d) und evtl. e), wie oben beschrieben ist, fortgesetzt werden.

Geschützte Formen der erfinderischen Verbindungen sind in dem Bereich der vorliegenden Erfindung eingeschlossen. Eine Vielzahl von Schutzgruppen ist offenbart, zum Beispiel in T. H. Greene und P. G. M. Wuts, Protective Groups in Organic Synthesis, 3. Auflage, John Wiley & Sons, New York (1999), welche hierin durch Verweis als Entgegenhaltung in ihrer Gesamtheit eingebaut ist. Zum Beispiel sind Hydroxy-geschützte Formen der erfinderischen Verbindungen solche, wo mindestens eine der Hydroxylgruppen durch eine Hydroxyschutzgruppe geschützt ist. Erläuternde Hydroxylschutzgruppen schließen ein, sind aber nicht limitiert auf Tetrahydropyranyl; Benzyl; Methylthiomethyl; Ethylthiomethyl; Pivaloyl; Phenylsulfonyl; Triphenylmethyl; trisubstituiertes Silyl, wie Trimethylsilyl, Triethylsilyl, Tributylsilyl, Tri-Isopropylsilyl, T-Butyldimethylsilyl, Tri-T-Butylsilyl, Methyldiphenylsilyl, Ethyldiphenysilyl, T-Butyldiphenylsilyl und Ähnliches; Acyl und Aroyl, wie Acetyl, Pivaloylbenzoyl, 4-Methoxybenzoyl, 4-Nitrobenzoyl und aliphatisches Acylaryl und Ähnliches. Ketogruppen in den erfinderischen Verbindungen können ähnlich geschützt sein.

Die Steroidverbindungen gemäß der vorliegenden Erfindung werden unter Verwendung eines Enons als Ausgangsverbindung zubereitet. Diese Enone, welche die allgemeine Formel IV haben, können gemäß der Vorgehensweise, welche in Tetrahedron, 1993, 49(23), 5079-5090, beschrieben ist, synthetisiert werden. Die Derivate, welche durch die Formel V oder Formel VI dargestellt sind, werden entweder von korrespondierenden kommerziell erhältlichen Haliden, oder durch bekannte Verfahren, die zum Beispiel in Tetrahedron, 1982, 3555-3561, beschrieben sind, zubereitet. Beispiel 2, welches unten zur Verfügung gestellt wird, erläutert die Zubereitung von verschiedenen unterschiedlichen Steroidverbindungen gemäß der Erfindung.

In einer anderen Ausführungsform betrifft die vorliegende Erfindung auch eine Verbindung, welche durch einen der Schritte gemäß der oben beschriebenen Verfahren zur Synthese einer Verbindung der Formel IB erhalten wird. Eine Anzahl dieser Verbindungen, welche hierin als Intermediate identifiziert werden, finden auch Verwendung als pharmazeutische Wirkstoffe.

Bestimmte Zwischenverbindungen, welche durch eines der oben beschriebenen Schritte der Syntheseverfahren erhalten werden, können nützlich in der Behandlung von Funktionsstörungen, insbesondere von Krebsarten sein.

Verwendungen der Verbindungen gemäß der Erfindung

Ein wichtiges Merkmal, welches den Verbindungen gemäß der Erfindung zugeschrieben wird, ist ihre breite Anwendungsmöglichkeit. Die Verbindungen gemäß der Erfindung weisen gegen ein breites Feld von histologischen Tumorarten Antitumoraktivität auf. Wie in den Beispielen gezeigt werden wird, welche unten beschrieben sind, üben die Verbindungen gemäß der Erfindung signifikante Antitumorwirkungen auf verschiedene getestete Tumormodelle aus, einschließlich Gliom, Kolon-, Lungen- und Blasenkrebs (siehe zum Beispiel Beispiel 3).

Zusätzlich weisen die Verbindungen gemäß der Erfindung auch eine Anti-Wanderungswirkung auf Krebszellen auf, wie in Beispiel 4, welches unten zur Verfügung gestellt wird, dargestellt ist.

Wenn ein maligner Tumor eine bestimmte Größe erreicht hat, bewegen sich Tumorzellen weg von dem anfänglichen Tumorort und beginnen zu wandern. Das Aktinzytoskelett, Tubulin und Adhäsionssmoleküle, welche die Bestandteile der extrazellulären Matrix mit dem intrazellulären Aktinzytoskelett verbinden, sind von zentraler Bedeutung für die Fortbewegung. Die extrazellulären Matrixproteine, wie Fibronectin, Laminin und Kollagen werden durch endogene Lectine erkannt, welche spezifisch an verschiedene Zuckerreste binden (&bgr;-Galaktosid, Fucose, Mannose und so weiter), welche an den Proteinen vorliegen. Zum Beispiel spielen die Selektine und ihre Liganden (Fucose-verwandte Lewis-Antigene) kritische Rollen in den Inversionsprozessen der verschiedenen Arten von Krebs (einschließlich solchen von Magenkrebs, Lungenkrebs und Melanomen) in die Leber. Verschiedene Lewis-Antigentypen üben auch signifikante Rollen in Neoangiogeneseprozessen aus. Dieses Selektin/Lewis-Antigensystem stellt daher neue mögliche therapeutische Ziele in dem Krebsfeld dar. Zum Beispiel korreliert eine erhöhte Expression von dem Sialyl-Lewis-Antigen mit einem schwachen Überleben von Patienten mit colorectalem Karzinom (Nakamori et al., 1993), eine erhöhte Expression von Lewisx-Antigen korreliert mit der Möglichkeit für Metastasenbildung und schwacher Prognose für Patienten mit Magenkarzinom (Mayer et al., 1986). Für manche der Verbindungen der Erfindung wird angenommen, dass sie an das Selektin von Tumorzellen binden, wodurch die Zellen daran gehindert werden, an den Ort zu wandern, der das Lewis-Antigen umfasst. Für andere Verbindungen der Erfindung wird angenommen, an andere Lectine zu binden, einschließlich zum Beispiel Galectine oder Mannose-bindende Proteine.

Aufgrund dieser interessanten Eigenschaften; insbesondere der Antitumoraktivität, der Anti-Wanderungswirkung und dem niedrigem Niveau an Toxizität sind die Steroidverbindungen gemäß der Erfindung besonders geeignet für eine Verwendung als ein Medikament in der Behandlung von Krankheiten, welche mit Zellproliferation und Zellwanderung assoziiert sind, und sogar insbesondere in der Behandlung von Krebs. Daher betrifft die Erfindung in einer anderen Ausführungsform Verbindungen gemäß der Erfindung für eine Verwendung als ein Medikament. In noch einer anderen Ausführungsform stellt die Erfindung Verbindungen zur Verwendung in der Zubereitung eines Medikaments für die Behandlung von Krebs zur Verfügung.

Der Begriff „Krankheiten assoziiert mit Zellproliferation und Zellwanderung", wie er hierin verwendet wird, bezieht sich auf, ist aber nicht limitiert auf irgendeine Krebsart oder Krankheit, die Zellproliferation und Zellwanderung einschließt, einschließlich zum Beispiel chronische Entzündung und Restenose bei kardiovaskulärer Krankheit. Die Verbindungen der Erfindung können auch besonders in der Behandlung von Krebsarten verwendet werden, wie, aber nicht limitiert auf Leukämie, nicht-kleinzelligen Lungenkrebs, kleinzelligen Lungenkrebs, ZNS-Krebs, Melanom, Eierstockkrebs, Nierenkrebs, Prostatakrebs, Brustkrebs, Gliom, Kolonkrebs, Blasenkrebs, Sarkom, Pankreaskrebs, Colorectalkrebs, Kopf- und Nackenkrebs, Leberkrebs und hämatologischen Krebs und Lymphom.

Zusätzlich können die Verbindungen gemäß der Erfindung auch sehr geeignet in der Behandlung von Narbengewebe und Wunden sein. Es wird angenommen, dass die meisten, wenn nicht alle der Verbindungen der vorliegenden Erfindung als aktive Bestandteile in der Behandlung von Narbengewebe und in dem Vorantreiben der Wundheilung und Geweberegeneration wirken können.

Pharmazeutische Zusammensetzungen, welche die Steroidverbindungen umfassen

In einer anderen Ausführungsform betrifft die vorliegende Erfindung eine pharmazeutische Zusammensetzung, welche einen pharmazeutisch-verträglichen Exzipienten und eine therapeutische Menge an einer Verbindung gemäß der Erfindung umfasst.

Der Begriff „therapeutisch effektive Menge", wie er hierin verwendet wird, meint, dass eine Menge einer aktiven Verbindung oder Bestandteils oder pharmazeutischen Wirkstoffes, welche die biologische oder medizinische Antwort, die von dem Forscher, Tierarzt, medizinischen Arzt oder einem anderen Krankenhausarzt in einem Gewebe, System, Tier oder Menschen angestrebt wird, auslöst, was die Linderung der Symptome der Krankheit, welche behandelt wird, einschließt.

Die pharmazeutische Zusammensetzung kann in einer Art und Weise zubereitet werden, welche an sich dem Fachmann bekannt ist. Für dieses Ziel werden mindestens eine Verbindung, welche die Formel IB hat, ein oder mehrere feste oder flüssige pharmazeutische Exzipienten und, wenn gewünscht, in Kombination mit anderen pharmazeutisch aktiven Verbindungen in eine geeignete Verabreichungsform oder Dosisform gebracht, welche dann als ein Pharmazeutikum in humaner Medizin oder Tiermedizin verwendet werden kann.

Bestimmte Formen der pharmazeutischen Zusammensetzung können sein, zum Beispiel Lösungen, Suspensionen, Emulsionen, Cremes, Tabletten, Kapseln, Nasensprays, Liposomen oder Mikro-Behälter, besonders Zusammensetzungen in oral einnehmbarer oder steril-injizierbarer Form, zum Beispiel als steril-injizierbare wässrige oder fettige Suspensionen oder Zäpfchen. Die bevorzugte Form der in Erwägung gezogenen Zusammensetzung ist die Trocken-Festform, welche Kapseln, Körnchen, Tabletten, Pillen, große Pillen („Boluse") und Pulver einschließt. Der feste Träger kann ein oder mehrere Exzipienten, zum Beispiel Lactose, Füllstoffe, sich zersetzende Wirkstoffe, Bindemittel, zum Beispiel Zellulose, Carboxymethylzellulose oder Stärke oder anti-verklebende Wirkstoffe, zum Beispiel Magnesiumstearat, umfassen, um zu verhindern, dass Tabletten an der Ausrüstung zur Herstellung von Tabletten haften bleiben. Tabletten, Pillen und große Pillen („Boluse") können so geformt sein, dass sie sich schnell zersetzen, oder um eine langsame Freisetzung des aktiven Bestandteils zur Verfügung zu stellen.

Um die Löslichkeit und/oder die Stabilität der Verbindungen der pharmazeutischen Zusammensetzung gemäß der Erfindung zu steigern, kann es vorteilhaft sein, &agr;-, &bgr;- oder &ggr;-Cyclodextrine oder ihre Derivate anzuwenden. Zusätzlich können Ko-Lösungsmittel, wie Alkohole, die Löslichkeit und/oder die Stabilität der Verbindungen verbessern. In der Zubereitung von wässrigen Zusammensetzungen ist die Zugabe von Salzen der Verbindungen der Erfindung offensichtlich aufgrund ihrer erhöhten Wasserlöslichkeit geeigneter.

Geeignete Cyclodextrine sind &agr;-, &bgr;- oder &ggr;-Cyclodextrine (CDs) oder Ether und gemischte Ether davon, wobei eine oder mehrere der Hydroxygruppen der Anhydroglukoseeinheiten des Cyclodextrins mit Alkyl, besonders Methyl, Ethyl oder Isopropyl, zum Beispiel zufällig methyliertem &bgr;-CD; Hydroxyalkyl, besonders Hydroxyethyl, Hydroxypropyl oder Hydroxybutyl; Carboxyalkyl, besonders Carboxymethyl oder Carboxyethyl; Alkylcarbonyl, besonders Acetyl; Alkyloxycarbonylalkyl oder Carboxyalkyloxyalkyl, besonders Carboxymethoxypropyl oder Carboxylethoxypropyl; Alkylcarbonyloxyalkyl, besonders 2-Acetyloxypropyl substituiert sind. Besonders erwähnenswert als Komplexbildner und/oder Lösungsmittel sind &bgr;-CD, zufällig methyliertes &bgr;-CD, 2,6-Dimethyl-&bgr;-CD, 2-Hydroxyethyl-&bgr;-CD, 2-Hydroxyethyl-&ggr;-CD, 2-Hydroxypropyl-&ggr;-CD und (2-Carboxymethoxy)propyl-&bgr;-CD und insbesondere 2-Hydroxypropyl-&bgr;-CD (2-HP-&bgr;-CD). Der Begriff gemischte Ether meint Cyclodextrinderivate, wobei mindestens zwei Cyclodextrinhydroxygruppen mit verschiedenen Gruppen verethert sind, wie zum Beispiel Hydroxypropyl und Hydroxyethyl. Ein interessanter Weg für die Formulierung der Analoga in Kombination mit einem Cyclodextrin oder einem Derivat davon ist in EP-A-721,331 beschrieben worden. Obwohl die Formulierungen, welche darin beschrieben werden, mit antipilzlichen aktiven Bestandteilen sind, sind sie genauso interessant für die Formulierung der Analoga. Die Formulierungen können auch wohlschmeckender gemacht werden durch Zugabe von pharmazeutisch verträglichen Süssstoffen und/oder Aromen.

Insbesondere können die Zusammensetzungen in einer pharmazeutischen Formulierung formuliert werden, welche eine therapeutisch wirksame Menge an Partikeln umfasst, welche aus einer festen Dispersion der Verbindungen der Erfindung und einem oder mehreren pharmazeutisch verträglichen Wasser-löslichen Polymeren besteht.

Der Begriff „eine feste Dispersion" definiert ein System in einem festen Zustand (im Gegensatz zu einem flüssigen oder gasförmigen Zustand), welcher mindestens zwei Bestandteile umfasst, wobei ein Bestandteil mehr oder weniger gleichmäßig in dem anderem Bestandteil oder Bestandteilen verteilt ist. Wenn die Dispersion der Bestandteile so ist, dass das System chemisch und physikalisch gleich oder durchweg homogen ist oder aus einer Phase besteht, wie in der Thermodynamik definiert ist, wird eine solche Dispersion als „eine feste Lösung" bezeichnet.

Feste Lösungen sind bevorzugt physikalische Systeme, weil die Bestandteile darin gewöhnlich leicht bioverfügbar für die Organismen sind, welchen sie verabreicht werden. Der Begriff „eine feste Dispersion" umfasst auch Dispersionen, welche durchweg weniger homogen sind als feste Lösungen. Solche Dispersionen sind chemisch und physikalisch durchweg nicht gleich oder umfassen mehr als eine Phase.

Das wasserlösliche Polymer ist in geeigneter Weise ein Polymer, das eine apparente Viskosität von 1 bis 100 mPa·s hat, wenn es in einer 2 % wässrigen Lösung bei 20°C gelöst wird. Bevorzugte wasserlösliche Polymere sind Hydroxypropylmethylzellulosen oder HPMC. HPMCs, welche ein Methoxy-Substitutionsgrad von etwa 0,8 bis etwa 2,5 und eine Hydroxypropyl molare Substitution von etwa 0,05 bis etwa 3,0 haben, sind im Allgemeinen wasserlöslich. Der Methoxy-Substitutionsgrad bezieht sich auf die Durchschnittsanzahl an Methylethergruppen, welche pro Anhydroglukoseeinheit des Zellulosemoleküls vorhanden sind. Hydroxypropyl molare Substitution bezieht sich auf die Durchschnittsanzahl von Molen an Propylenoxid, welche mit jeder Anhydroglukoseeinheit des Zellulosemoleküls reagiert haben. Verschiedene Techniken existieren für die Zubereitung fester Dispersionen, welche Schmelzextrusion, Sprühtrocknen und Lösungseindampfung einschließen, wobei Schmelzextrusion bevorzugt ist.

Es kann zudem geeignet sein, die Analoga in der Form von Nanopartikel zu formulieren, welche einen Oberflächenmodifikator adsorbiert auf der Oberfläche davon in einer Menge haben, die ausreichend ist, um eine effektive Durchschnittspartikelgröße von weniger als 1000 nm beizubehalten. Geeignete Oberflächenmodifikatoren können bevorzugt ausgewählt werden aus bekannten organischen und anorganischen pharmazeutischen Exzipienten. Solche Exzipienten schließen verschieden Polymere, Oligomere mit niedrigem Molekülgewicht, natürliche Produkte und Oberflächen-aktive Stoffe ein. Bevorzugte Oberflächenmodifikatoren schließen nichtionische und anionische Oberflächen-aktive Substanzen ein.

Noch ein anderer interessanter Weg zur Formulierung der Verbindungen gemäß der Erfindung schließt eine pharmazeutische Zusammensetzung ein, wobei die Verbindungen in hydrophile Polymere eingebaut sind und dieses Gemisch als ein Bedeckungsfilm über viele kleine Kügelchen angewendet wird, wodurch sich eine Zusammensetzung mit guter Bioverfügbarkeit ergibt, welche auf geeignete Weise hergestellt werden kann und welche geeignet zur Zubereitung von pharmazeutischen Dosisformen für eine orale Verabreichung ist. Die Kügelchen umfassen (a) einen zentralen, gerundeten oder kugelförmigen Kern, (b) einen bedeckenden Film eines hydrophilen Polymers und eines antiretroviralen Wirkstoffes und (c) eine Abdichtungsbedeckende Polymerschicht. Materialien, welche für die Verwendung als Kerne in den Kügelchen geeignet sind, sind vielfältig, vorausgesetzt, dass die Materialien pharmazeutisch verträglich sind und geeignete Dimensionen und Festigkeit haben. Beispiele für solche Materialien sind Polymere, anorganische Substanzen, organische Substanzen und Saccharide und Derivate davon.

Verfahren der Behandlung

Wie oben angezeigt wurde, sind aufgrund ihrer günstigen Antitumoreigenschaften die Verbindungen gemäß der vorliegenden Erfindung besonders nützlich in der Behandlung von Individuen, die an Krebs leiden. Daher betrifft die vorliegende Erfindung in einer anderen Ausführungsform auch die Verwendung der Steroidverbindungen gemäß der vorliegenden Erfindung oder eine pharmazeutische Zusammensetzung, welche die Steroidverbindungen in der Behandlung von Krebs umfasst. Ein Verfahren zur Behandlung von Krebs umfasst die Verabreichung einer pharmazeutischen Zusammensetzung, welche die Steroidverbindungen gemäß der Erfindung umfasst, an ein Individuum, welches solch einer Behandlung bedarf.

Für diese Zwecke kann die pharmazeutische Zusammensetzung der vorliegenden Erfindung oral, parenteral, d.h. einschließlich subkutaner Injektionen, intravenös, intramuskulär, durch intrasternale Injektionen oder Infusionstechniken, durch Inhalationsspray oder rektal in Dosiseinheitformulierungen verabreicht werden, welche konventionelle nicht-toxische pharmazeutisch verträgliche Träger, Hilfsmittel und Vehikel enthalten.

Gemäß des Verfahrens der vorliegenden Erfindung kann die pharmazeutische Zusammensetzung separat zu verschiedenen Zeitpunkten im Laufe der Therapie oder gleichzeitig in geteilten oder einzelnen Kombinationsformen verabreicht werden. Die vorliegende Erfindung soll deshalb verstanden werden all solcher Systeme der gleichzeitigen oder wechselnden Behandlung zu umfassen, und der Begriff „verabreichen" muss dementsprechend interpretiert werden.

Im Wesentlichen umfassen die Hauptarten der Behandlung von Festtumorkrebsarten Operation, Strahlungstherapie und Chemotherapie, separat und in Kombination. Die Verbindungen gemäß der Erfindung sind geeignet für die Verwendung in Kombination mit diesen medizinischen Techniken. Die Verbindungen der Erfindung können nützlich in der Steigerung der Sensitivität der Tumorzellen gegenüber der Bestrahlung in der Strahlungstherapie und auch in der Ermöglichung oder Steigerung des Schadens von Tumoren durch chemotherapeutische Wirkstoffe sein. Die Verbindungen und ihre pharmazeutisch verträglichen Salze können auch nützlich für die Sensibilisierung von multi-resistenten Tumorzellen sein. Die Verbindungen gemäß der Erfindung sind nützliche therapeutische Verbindungen für die Verabreichung in Verbindung mit anderen DNA-schädigenden zytotoxischen Arzneimitteln oder Bestrahlung, welche in der Bestrahlungstherapie verwendet werden, um ihren Effekt zu potenzieren.

In einer anderen Ausführungsform des Verfahrens der Erfindung kann die Verabreichung mit Nahrung, zum Beispiel einer Mahlzeit mit hohem Fettanteil durchgeführt werden. Der Begriff „mit Nahrung" meint die Konsumierung einer Mahlzeit entweder während, oder nicht mehr als etwa 1 Stunde vor oder nach Verabreichung einer pharmazeutischen Zusammensetzung gemäß der Erfindung. Für eine orale Verabreichungsform können die Zusammensetzungen der vorliegenden Erfindung mit geeigneten Zusatzstoffen gemischt werden, wie Exzipienten, Stabilisatoren oder inerten Verdünnungsmitteln, und mittels der gewöhnlichen Verfahren in die geeigneten Verabreichungsformen gebracht werden, wie Tabletten, umhüllte Tabletten, harte Kapseln, wässrige, alkoholische oder ölige Lösungen. Beispiele für geeignete inerte Träger sind Gummiarabikum, Magnesiumoxid, Magnesiumcarbonat, Kaliumphosphat, Lactose, Glukose oder Stärke, insbesondere Getreidestärke. In diesem Fall kann die Zubereitung sowohl als trockene, als auch als feuchte Körnchen durchgeführt werden. Geeignete ölige Exzipienten oder Lösungsmittel sind pflanzliche oder tierische Öle, wie Sonnenblumenöl oder Lebertranöl. Geeignete Lösungsmittel für wässrige oder alkoholische Lösungen sind Wasser, Ethanol, Zuckerlösungen oder Gemische davon. Polyethylenglykole und Polypropylenglykole sind auch nützlich als weitere Hilfsmittel für andere Verabreichungsformen. Als sofortige Freisetzungstabletten können diese Zusammensetzungen mikrokristalline Zellulose, Dikalziumphosphat, Stärke, Magnesiumstearat und Lactose und/oder andere Exziepienten, Bindemittel, Füllstoffe, Auflösestoffe, Verdünnungsmittel und Gleitmittel enthalten, welche im Stand der Technik bekannt sind.

Die orale Verabreichung der pharmazeutischen Zusammensetzung, welche eine Steroidverbindung gemäß der Erfindung oder ein pharmazeutisch verträgliches Salz oder Ester davon umfasst, wird geeigneter Maßen erreicht durch einheitliche und ganz genaue Vermischung einer geeigneten Menge an der Steroidverbindung in der Form eines Pulvers, optionell auch einschließend einen fein geteilten Festträger, und Einkapselung der Mischung in zum Beispiel einer harten Gelatinekapsel. Der Festträger kann ein oder mehrere Substanzen einschließen, welche als Bindemittel, Gleitmittel, Auflösestoffe, färbende Wirkstoffe und Ähnliches wirken. Geeignete Festträger schließen zum Beispiel Kalziumphosphat, Magnesiumstearat, Talk, Zucker, Lactose, Dextrin, Stärke, Gelatine, Zellulose, Polyvinylpyrrolidin, niedrig Schmelzwachse und Ionenaustauschharze ein.

Die orale Verabreichung einer pharmazeutischen Zusammensetzung, welche eine Steroidverbindung gemäß der Erfindung oder ein pharmazeutisch verträgliches Salz oder Ester davon umfasst, kann auch durchgeführt werden durch Zubereitung von Kapseln oder Tabletten, welche die gewünschte Menge an der Steroidverbindung enthalten, die optional mit einem Festträger, wie oben beschrieben wurde, gemischt sind. Komprimierte Tabletten, welche die pharmazeutische Zusammensetzung der Erfindung enthalten, können durch einheitliche und ganz genaue Mischung des aktiven Bestandteils mit einem Festträger, wie oben beschrieben wurde, um ein Gemisch zur Verfügung zu stellen, welches die notwendigen Kompremierungseigenschaften hat, und dann durch anschließendes Verdichten des Gemisches in einer geeigneten Maschine in die gewünschte Form und Größe zubereitet werden. Geformte Tabletten können durch Formung eines Gemisches von gepulverter Steroidverbindung, die mit einem inerten Flüssigskeitsverdünnungsmittel befeuchtet sind, in einer geeigneten Maschine gemacht werden.

Wenn diese Zusammensetzungen durch nasales Aerosol oder Inhalation verabreicht werden, können sie gemäß der Techniken, welche gut bekannt im Stand der Technik sind, in pharmazeutischer Formulierung zubereitet werden und können als Lösungen in Saline zubereitet werden, wobei Benzylalkohol oder andere geeignete Konservierungsmittel, Absorptionsverstärker, um die Bioverfügbarkeit zu steigern, Fluorkohlenstoffe und/oder andere lösende oder verteilende Wirkstoffe, welche im Stand der Technik bekannt sind, eingesetzt werden. Geeignete pharmazeutische Formulierungen für die Verabreichung in der Form von Aerosolen oder Sprays sind zum Beispiel Lösungen, Suspensionen oder Emulsionen der Verbindungen der Erfindung oder ihre physiologisch tolerierbaren Salze in einem pharmazeutisch-verträglichen Lösungsmittel, wie Ethanol oder Wasser oder einem Gemisch von solchen Lösungsmitteln. Falls notwendig, kann die Formulierung auch zusätzlich andere pharmazeutische Hilfsmittel enthalten, wie Oberflächen-aktive Stoffe, Emulgierungsmittel und Stabilisatoren, genauso wie ein Treibmittel.

Für subkutane oder intravenöse Verabreichung wird das aktive Analogon, wenn gewünscht wird, mit den dafür gebräuchlichen Substanzen, wie Lösungsmittel, Emulgierungsmittel oder weitere Hilfsmittel, in Lösung, Suspension oder Emulsion gebracht. Die Verbindungen der Erfindung können lyophylisiert werden, und die erhaltenen Lyophylisate können zum Beispiel für die Herstellung von Injektions- oder Infusionszubereitungen verwendet werden. Geeignete Lösungsmittel sind zum Beispiel Wasser, physiologische Salinelösung oder Alkohole, zum Beispiel Ethanol, Propanol, Glycerin, zusätzlich auch Zuckerlösungen, wie Glukose oder Mannitollösungen oder alternative Mischungen der verschiedenen Lösungsmittel, welche genannt wurden. Die injizierbaren Lösungen oder Suspensionen können gemäß dem Stand der Technik unter Verwendung geeigneter nicht-toxischer, parenteral verträglicher Verdünnungsmittel oder Lösungsmittel, wie Mannitol, 1,3-Butandiol, Wasser, Ringer-Lösung oder isotonische Natriumchloridlösung oder geeigneter verteilender oder benetzender und suspendierender Wirkstoffe, wie sterile, milde, nicht-flüssige Öle, einschließlich synthetischer Mono- oder Diglyceride und Fettsäuren, einschließlich Ölsäure, formuliert werden.

Wenn rektal in der Form von Zäpfchen verabreicht wird, können diese Formulierungen durch Mischen der Verbindungen gemäß der Erfindung mit einem geeigneten nicht-reizenden Exzipienten, wie Kakaobutter, synthetische Glyceridester oder Polyethylenglycole, welche fest sind bei durchschnittlichen Temperaturen, aber flüssig werden und/oder gelöst werden in der rektalen Höhle, um das Arzneimittel freizusetzen zubereitet werden.

Die pharmazeutischen Zusammensetzungen dieser Erfindung können den Menschen in Dosisbereichen verabreicht werden, welche spezifisch für jedes Analogon sind, welches in den Zusammensetzungen umfasst ist. Die Verbindungen, welche in der Zusammensetzung umfasst sind, können zusammen oder separat verabreicht werden.

Es versteht sich jedoch, dass ein spezifisches Dosisniveau und Frequenz der Dosis für jeden bestimmten Patienten variieren kann und von einer Vielzahl von Faktoren, einschließlich der Aktivität des spezifisch angewendeten Analogons, der metabolischen Stabilität und die Wirkungsdauer der Verbindung, dem Alter, Körpergewicht, der allgemeinen Gesundheit, Geschlecht, Ernährungsweise, Art und Zeit der Verabreichung, Absonderungsrate, Arzneimittelkombination, der Schwerheit der bestimmten Krankheit und dem sich der Therapie unterziehendem Wirt abhängen wird.

Die folgenden Beispiele sind gemeint, um die vorliegende Erfindung zu erläutern. Diese Beispiele werden dargestellt, um die Erfindung zu erläutern und sollen nicht so verstanden werden, den Bereich der Erfindung zu limitieren. Beispiel 1 stellt eine nicht-limitierende Liste von Beispielen von Verbindungen gemäß der Erfindung zur Verfügung. Beispiel 2 erläutert die Zubereitung von verschiedenen Verbindungen gemäß der Erfindung. Beispiel 3 erläutert in vitro-Antitumoreffekte von verschiedenen Verbindungen gemäß der Erfindung.

Beispiele

Die Praxis der vorliegenden Erfindung wird, wenn nicht anderes angezeigt wird, konventionelle Techniken der synthetischen organischen Chemie, biologische Tests und Ähnliches, welches im Stand der Technik bekannt ist, anwenden. Solche Techniken werden vollständig in der Literatur erklärt.

Beispiel 1 Nicht-limitierende Beispiele von Verbindungen gemäß der Erfindung, welche die allgemeine Formel IB haben, werden hierunter in der Tabelle A aufgelistet Formel IB
Tabelle A
  • ** bezieht sich auf den Umstand, dass X5 an einer Doppelbindung zwischen den Kohlenstoffatomen der Position 5 und 6 beteiligt ist.

Beispiel 2 Zubereitung von Steroidverbindungen gemäß der Erfindung

Das vorliegende Beispiel stellt einen Beleg für die Zubereitung von verschiedenen Verbindungen gemäß der Erfindung, UBS1664, UBS3268, UBS3270, UBS3285, UBS3327 und UBS3328, zur Verfügung. Die zubereiteten Verbindungen und ihre Intermediate werden in Tabelle B dargestellt. Zusätzlich erläutert dieses Beispiel auch die Zubereitung einer Referenzverbindung, UBS881. Die Verbindungen und ihre Intermediatprodukte werden schematisch in Tabelle B dargestellt.

1. Zubereitung der Verbindung UBS1740

UBS1697 wurde durch Hydrierung der Verbindung, welche die Formel IV hat, (100 mg, 1,81 10–4 mol) in 10 ml Ethylacetat (100 mg von 10 % Pd/C, H2 bei 45 psi) für 24 Stunden zubereitet. Das Paladium wurde gefiltert und das Lösungsmittel wurde unter reduziertem Druck verdampft.

Das erhaltene Produkt wurde durch Flash-Chromatographie auf einem Silikagel aufgereinigt (Hexan/Aceton 95/5), was zu 77 mg der Verbindung UBS1697 führte. Die Ausbeute dieses Zubereitungsprozesses betrug 77 %.

Eine Lösung von 2,5-Dimethoxybenzol (391 mg, 1,80 10–3 mol) und 1,2-Dibrom-ethan (337 mg, 1,79 10–3 mol) in trockenem Tetrahydrofuran (2 ml) wurde tropfenweise über 15 Minuten zu einem gerührten Gemisch von Mg (200 mg, 8,23 10–3 mol) und I2 (Spurenmenge) in trockenem Tetrahydrofuran (2 ml) unter N2 zugegeben. Nach der Zugabe wurde eine Lösung der Verbindung UBS1697 (100 mg, 1,90 10–4 mol) in trockenem Tetrahydrofuran (1 ml) tropfenweise über 5 Minuten zugegeben. Nach 15 Minuten wurde eine gesättigte NH4Cl-Lösung zugegeben, und das Gemisch wurde mit Ether extrahiert. Die Etherlösung wurde mit Lauge gewaschen, getrocknet (MgSO4), gefiltert und im Vakuum ankonzentriert. Der Rest wurde über ein Silikagel chromatographiert (Hexan/Aceton 95/5), um 84 mg der Verbindung UBS1717 zur Verfügung zu stellen. Die Ausbeute dieses Zubereitungsprozesses betrug 67 %.

Nachfolgend wurde eine 1 M-Lösung von n-Bu4NF (200 &mgr;l, 2 10–4 mol) in eine Lösung der Verbindung (UBS 1717) (50 mg, 7,21 10–5 mol) in Tetrahydrofuran (5 ml) zugegeben, und das Gemisch wurde für 3 Tage bei Raumtemperatur gerührt. Aufreinigung des Rohgemisches durch Silikagel-Flash-Chromatographie (Hexan/AcOEt 3/1) stellte 25 mg der Verbindung UBS1740 zur Verfügung. Die Ausbeute dieses Zubereitungsprozesses betrug 76 %.

2. Zubereitung der Verbindung UBS1664

Auf ähnliche Weise, wie für die Zubereitung von UBS1717 beschrieben wurde, wurde die Verbindung der Formel IV (200 mg, 3,62 10–4 mol) mit 2,5-Dimethoxybenzol (314 mg, 1,60 10–3 mol) und Magnesium (150 mg, 5,78 10–3 mol) behandelt, um 60 mg der Verbindung UBS1513 zu erhalten. Die Ausbeute dieses Zubereitungsprozesses betrug 24 %.

Auf ähnliche Weise, wie für die Zubereitung von UBS1740 beschrieben wurde, wurde die Verbindung UBS1513 (150 mg, 2,17 104 mol) mit einer Lösung 1M von n-Bu4NF (650 &mgr;l, 6,52 10–4 mol) in Tetrahydrofuran behandelt, was zu 700 mg der Verbindung UBS1634 führte. Die Ausbeute dieses Prozesses betrug 70 %.

PCC (238 mg, 1,1 10–3 mol) wurde in einer Portion zu einer Lösung von Steroid IIB1 (100 mg, 2,20 10–4 mol) in trockenes CH2Cl2 (10 ml) für 48 Stunden zugegeben. Eine nachfolgende Zugabe von Et2O und Filtration stellte eine organische Lösung zur Verfügung, welche mit Wasser gewaschen wurde, getrocknet wurde, gefiltert wurde und verdampft wurde, was zu einem Rohprodukt führte. Aufreinigung dieses Rohgemisches durch Silikagel-Chromatographie (Hexan/AcOEt 1/2) stellte reine Verbindung UBS1664 zur Verfügung. Die Ausbeute dieses Prozesses betrug 61 %.

3. Zubereitung der Verbindung UBS3268

UBS3267 wurde durch Kopplung bei –20°C der Verbindung UBS1634 (50 mg, 0,11 10–3 mol) in 8 ml Dichlormethan, 2 ml Toluol und Tetrabenzoylglucosidbromid (131 mg, 0,19 10–3 mol) in Gegenwart von Silbertrifluormethansulfonat (52 mg, 0,19 10–3 mol) und Allyltrimethylsilan (72 mg, 0,62 10–3 mol) zubereitet. Tetrabenzoylglycosidbromid und andere Kohlenhydratderivate wurden gemäß der Vorgehensweise, beschrieben in Steroids 63: 44-49, 1998, zubereitet. Das Gemisch wurde über Nacht bei Raumtemperatur gerührt. Aufreinigung des Rohgemisches durch Silikagelchromatographie (Cyclohexan/AcOEt 8/2) stellte 14 mg der Verbindung UBS3267 zur Verfügung. Die Ausbeute dieses Zubereitungsprozesses betrug 91 %.

Nachfolgend wurde eine Lösung von Methanolat (0,084 ml, 0,46 10–3 mol) in Methanol bei Raumtemperatur für 30 Minuten zu einem gerührten Gemisch von UBS3267 (80 mg, 7,76 10–5mol) in Methanol zugegeben. Nach Neutralisierung und Verdampfung wurde der Rest durch Säulenchromatographie auf einem Silikagel (CH2Cl2/MeOH 95/5) aufgereinigt, um 43 mg der Verbindung UBS3268 zur Verfügung zu stellen. Die Ausbeute dieses Zubereitungsprozesses betrug 90 %.

4. Zubereitung der Verbindung UBS3270

Auf ähnliche Weise, wie für die Zubereitung von UBS3267 beschrieben wurde, wurde die Verbindung UBS1634 (60 mg, 0,13 10–3 mol) mit Tetrabenzoylmannosidbromid (158 mg, 0,24 10–3 mol) in Gegenwart von Silbertrifluormethansulfunat (62 mg, 0,24 10–3 mol) und Allyltrimethylsilan (120 &mgr;l, 0,74 10–3 mol) behandelt, um 112 mg der Verbindung UBS3269 zu erhalten. Die Ausbeute dieses Zubereitungsprozesses betrug 82 %.

Auf ähnliche Weise, wie für die Zubereitung von UBS3268 beschrieben wurde, wurde die Verbindung UBS3269 (80 mg, 7,76 10–5 mol) mit Methanolat (0,084 ml, 0,46 10–3 mol) in Methanol bei Raumtemperatur für 30 Minuten behandelt, was zu 28 mg der Verbindung UBS3270 führte. Die Ausbeute dieses Zubereitungsprozesses betrug 58 %.

5. Zubereitung der Verbindung UBS3327

Auf ähnliche Weise, wie für die Zubereitung von UBS3267 beschrieben wurde, wurde die Verbindung UBS1634 (50 mg, 0,11 10–3 mol) mit Octabenzoylcellobiosidbromid (188 mg, 0,16 10–3 mol) in Gegenwart von Silbertrifluormethansulfonat (44 mg, 0,15 10–3 mol) und Allyltrimethylsilan (72 mg, 0,62 10–3 mol) behandelt, um 126 mg der Verbindung der Formel IB zu erhalten. Die Ausbeute dieses Zubereitungsprozesses betrug 75 %.

Auf ähnliche Weise, wie für die Zubereitung von UBS3268 beschrieben wurde, wurde die spätere Verbindung von Formel IB (120 mg, 7,9 10–5 mol) mit Methanolat (0,143 ml, 7,9 10–4 mol) in Methanol bei Raumtemperatur für 30 Minuten behandelt, was zu 73 mg der Verbindung UBS3327 führte. Die Ausbeute dieses Zubereitungsprozesses betrug 69 %.

6. Zubereitung der Verbindung UBS3328

Auf ähnliche Weise, wie für die Zubereitung von UBS3267 beschrieben wurde, wurde die Verbindung UBS1634 (50 mg, 0,11 10–3 mol) mit Octabenzoylgentiobiosidbromid (188 mg, 0,16 10–3 mol) in Gegenwart von Silbertrifluorinethansulfonat (44 mg, 0,15 10–3 mol) und Allyltrimethylsilan (72 mg, 0,62 10–3 mol) behandelt, um 57 mg der Verbindung der Formel IB zu erhalten. Die Ausbeute dieses Zubereitungsprozesses betrug 34 %.

Auf ähnliche Weise, wie für die Zubereitung von UBS3268 beschrieben wurde, wurde die spätere Verbindung von Formel IB (45 mg, 3,0 10–5 mol) mit Methanolat (54&mgr;l, 3 10–4 mol) in Methanol bei Raumtemperatur für 30 Minuten behandelt, was zu 20 mg der Verbindung UBS3328 führte. Die Ausbeute dieses Zubereitungsprozesses betrug 86 %.

7. Zubereitung der Verbindung UBS3285

Eine Lösung von Tetrabenzylgalactopyranose (50 mg, 9,2 10–5 mol), p-Toluolsulfonylchlorid (20 mg, 1 10–4 mol, Tetrabutylammoniumiodid (20 mg, 5 105 mol) und der Verbindung UBS1634 (150 mg, 3 10–4 mol) wurde in 10 ml Dichlormethan mit 40 % wässrigem NaOH (5 ml) bei Raumtemperatur gerührt. Nach 48 Stunden wurde die organische Phase getrennt, mit H2O gewaschen und getrocknet (MgSO4). Das Lösungsmittel wurde verdampft und das Rohprodukt wurde auf einem Silikagel unter Verwendung von (Cyclohexan/AcOEt 9/1) chromatographiert, um 25 mg der Verbindung, welche die Formel IB hat, zur Verfügung zu stellen. Die Ausbeute dieses Zubereitungsprozesses betrug 56 %.

Nachfolgend wurde die spätere Verbindung (20 mg, 2 10–5 mol) in 5 ml Ethanol und 5 ml AcOEt. Pd/C (20 mg) und Cyclohexan (1 ml) zugegeben, und das Gemisch wurde unter Rücklauf für 2 Stunden erhitzt. Das Palladium wurde gefiltert, und das Lösungsmittel wurde unter reduziertem Druck verdampft, was zu 12 mg der Verbindung UBS3285 führte. Die Ausbeute dieses Zubereitungsprozesses betrug 99 %.

8. Zubereitung der Verbindung UBS881

Die Verbindung UBS881 wurde startend vom Cholesterol erhalten. Auf ähnliche Weise, wie für die Zubereitung von UBS1664 beschrieben wurde, wurde Cholesterol (400 mg, 1,03 10–3 mol) mit PCC (1,550 g, 7,21 10–3 mol) behandelt, um die Verbindung UBS881 zu erhalten. Für dieses Produkt ist es bekannt, aus Cinachyrella voeltzkowi isoliert zu werden, und sie zeigt eine Antikrebsaktivität. Sie wurde als Referenzverbindung in den unten beschriebenen Experimenten verwendet.

Tabelle B Verbindungen und ihre Intermediate gemäß der Erfindung
  • * bezieht sich auf den Umstand, dass X5 an einer Doppelbindung zwischen den Kohlenstoffatomen der Position 4 und 5 beteiligt ist
  • ** bezieht sich auf den Umstand, dass X5 an einer Doppelbindung zwischen den Kohlenstoffatomen der Position 5 und 6 beteiligt ist

Beispiel 3 Effekt der verschiedenen Verbindungen gemäß der Erfindung auf das Gesamtzellwachstum einer Zelllinie

Um die in vitro-Aktivitäten der Verbindungen gemäß der Erfindung zu charakterisieren, wurden MTT-Tests durchgeführt. Der MTT-Test, welcher ein gut bekannter Test im Stand der Technik ist, ist eine indirekte Technik, die den Effekt eines gegebenen Produktes auf das Gesamtzellwachstum schnell misst, d.h. innerhalb von 5 Tagen. Der Test misst die Anzahl von metabolisch-aktiven lebenden Zellen, welche in der Lage sind, das MTT-Produkt (3-(4,5-Dimethylthiazol-2-yl)-2,5-diphenyltetrazoliumbromid), welches eine gelbe Farbe hat, zu dem blauen Produkt Formazanfarbstoff durch mitochondriale Reduktion, umzusetzen. Die Menge an Formazan, welche am Ende des Experiments erhalten wird, wird mit einem Spektrophotometer gemessen und ist direkt proportional zu der Anzahl der lebenden Zellen. Die Bestimmung der optischen Dichte ermöglicht eine quantitative Messung des Effekts der untersuchten Verbindungen, verglichen mit der Kontrollbedingung (unbehandelte Zellen), und um sie mit einer anderen Referenzverbindung zu vergleichen. In den folgenden Beispielen wurden verschiedene Verbindungen gemäß der Erfindung getestet und mit der Referenzverbindung, welche UBS881 ist, verglichen.

Sechs humane Krebszelllinien, welche in der Tabelle C beschrieben werden, wurden in der Gegenwart des Extraktes gemäß der Erfindung getestet. Diese Zelllinien stellen 4 histologische Krebstypen dar, welche Gliom (Zelllinie Hs683 und U-373 MG), Kolonkrebs (Zelllinie HCT-15 und LoVo), Lungenkrebs (Zelllinie A549) und Blasenkrebs (Zelllinie 782) sind. Den Zellen wurde es erlaubt, in 96 Mikrolochplatten mit einem flachen Boden mit einer Menge von 100 &mgr;l der Zellsuspension pro Loch zu wachsen, um 1000 bis 5000 Zellen pro Loch abhängig von dem Zelltyp zu haben. Jede Zelllinie wurde in ihrem eigenen Zellkulturmedium ausgesät (Tabelle C).

Tabelle C Humane Krebszelllinien und korrespondierendes Zellkulturmedium, welche für die MTT-Experimente verwendet wurden

Nach einer 24-Stunden Inkubationsdauer bei 37°C wurde das Kulturmedium durch 100 &mgr;l frisches Medium ersetzt, in welchem die zu testende Verbindung in den verschiedenen benötigten Konzentrationen gelöst worden ist. Verschiedene Verbindungen wurden bei 10–7 M, 5 × 10–7M, 10–6M, 5 × 10–6M, 10–5M, 5 × 10–5M, 10–4M, 5 × 10–4M und 10–3M getestet. Jede experimentelle Bedingung wurde 6-fach ausgeführt. Die Verbindung, welche getestet wurde, war UBS1664. Als Referenz wurde UBS881 verwendet.

Nach 72 Stunden der Inkubation bei 37°C mit der Verbindung (experimentelle Bedingungen) oder ohne die Verbindung (Kontrollbedingung) wurde das Medium durch 100 &mgr;l MTT mit der Konzentration von 1 mg/ml ersetzt, welches in RPMI gelöst wurde. Die Mikrolöcher wurden danach für 3 Stunden bei 37°C inkubiert und für 10 Minuten bei 400 g zentrifugiert. Das MTT wurde entfernt und Formazankristalle gebildet, welche in 100 &mgr;l DMSO gelöst wurden. Die Mikrolöcher wurden für 5 Minuten geschüttelt und auf einem Spektrophotometer bei der Wellenlänge von 570 nm, entsprechend zu dem Absorptionswellenlängenmaximum von Formazan, und bei 630 nm, welches die Wellenlänge des Hintergrundrauschens ist, gelesen.

Für jede experimentelle Bedingung wurde der Durchschnitt der OD zusammen mit dem SEM (Standardfehler des Durchschnittswerts) für jede Bedingung (6 Löcher) berechnet. Der Prozentsatz der verbleibenden lebenden Zellen im Vergleich zu der Kontrolle wurde berechnet. Die Ergebnisse dieser Experimente werden in den 2 bis 3 dargestellt.

2 stellt die zytotoxische Aktivität von UBS881 und der 6 getesteten Krebszelllinien dar. In 3 ist gezeigt, dass die Verbindung UBS1664 die zytotoxische Aktivität in allen 6 getesteten Zelllinien induziert. Die zytotoxische Aktivität war in HCT-15-, LoVo- und A549-Linien stärker als in HS683-, U-373MG- und J82-Zelllinien. Deshalb üben die Verbindungen gemäß der Erfindung, wie in den 2 bis 3 gezeigt wird, eine Antitumoraktivität auf verschiedene Krebszelllinientypen aus.

Die Konzentration, bei welcher die Verbindungen gemäß der Erfindung 50 % der Zellpopulation töten, d.h. der IC50-Wert, ist in der Tabelle D dargestellt.

Tabelle D Vergleich des IC50-Werts der Verbindungen gemäß der Erfindung

4 vergleicht die zytotoxische Aktivität von UBS1664 und UBS881 in 6 verschiedenen Krebszelllinien. Die Verbindung induzierte einen Antitumoreffekt in jeder getesteten Zelllinie. Die IC50-Werte für UBS881, bzw. UBS1664 lagen in einem Bereich zwischen [5,10–5, 5,10–6] und [10–4, 10–5].

Schließlich wies die neue Verbindung gemäß der getesteten Erfindung in den 6, in den vorliegenden Experimenten überprüften humanen Krebszelllinien einen Antitumoreffekt auf. Diese Antitumoreffekte korrespondierten mit den deutlichen Verringerungen in dem Gesamtwachstum dieser humanen Krebsmodelle, welche zu den 4 repräsentativen histologischen Typen gehören:

Beispiel 4 Effekt der Verbindungen gemäß der Erfindung auf Zellwanderung

Das vorliegende Beispiel erläutert den Effekt der Verbindungen UBS881, UBS1664, UBS3285, UBS3327 und UBS3328 gemäß der Erfindung auf die Wanderung von Krebszellen.

Zellen der verschiedenen Krebslinien, d.h. U-373 MG (Gliom), Hs578T (Brustkrebs) und A549 (Lungenkrebs) wurden 48 Stunden vor dem Wanderungsexperiment in eine Kulturflasche gesetzt. An dem Testtag wurden die Zellen mit oder ohne Verbindungen UBS881, UBS1664, UBS3285, UBS3327 und UBS3328 in geschlossenen Falconschalen, welche ein gepuffertes Medium enthielten, bei einer kontrollierten Temperatur (37,0 ± 0,1°C) für 12 Stunden oder 24 Stunden behandelt. Die Verbindungen wurden in zwei nicht-zytotoxischen Konzentrationen (10–6 M und 10–7 M) für UBS881 und UBS1664 und in 4 Konzentrationen (10–7 M bis 10–10 M) für UBS3285, UBS3327 und UBS3328 verabreicht. Die Wanderung der Zellen wurde mittels einer CCD-Kamera beobachtet, welche auf einem Phasen-Kontrastmikroskop befestigt war. Eine statistische Analyse der Wanderung mit dem nicht-parametrischen Mann-Whitney-Test wurde für 25 % der meisten freibeweglichen Zellen und für die gesamte Zellpopulation für UBS881 und UBS1664 etabliert und für 25 % bis 50 % der meisten freibeweglichen Zellen und für die gesamte Zellpopulation für UBS3285, UBS3327 und UBS3328 Verbindungen etabliert. Die Tabelle E, welche unten dargestellt ist, erläutert den Antiwanderungseffekt der Verbindung gemäß der Erfindung.

Tabelle E Antiwanderungseffekt der Verbindungen UBS1664, UBS3285, UBS3327 und UBS3328 auf die Zellen der Krebszelllinien

Schließlich induzierten die Verbindungen UBS881, UBS1664, UBS3285, UBS3327 und UBS3328 eine Senkung in dem Wanderungsniveau von U-373 MG-, Hs578T- und/oder A549-Krebszellen bei den untersuchten schwachen Konzentrationen.


Anspruch[de]
Eine Verbindung, die die Struktur-Formel IB hat oder pharmazeutisch verträgliche Salze, stereoisomere Formen oder razemische Gemische davon,
Formel IB
wobei X1 und X2 -OMe sind,

wobei R1 und R2 -H sind,

wobei sich X3 zusammen mit X'3 an einer Oxo-funktionellen Gruppe beteiligt,

wobei X6 Wasserstoff ist,

wobei n 0 ist,

wobei sich X5 an einer Doppelbindung zwischen den Kohlenstoffatomen der Position 5 und 6 oder an einer Doppelbindung zwischen den Kohlenstoffatomen der Position 4 und 5 beteiligt, und

wobei X4 und X7 unabhängig voneinander aus der Gruppe ausgewählt werden, bestehend aus Wasserstoff, Oxo, Hydroxyl, Glucosyl, Fructosyl, Galactosyl, Mannosyl, Ribosyl, Ribolosyl, Xylulosyl, Erythrosyl, Erythrulosyl, Rhamnosyl, Threosyl, Sorbosyl, Tagatosyl, Fucosyl, Arabinosyl, Xylofuranosyl, Lyxosyl, Talosyl, Psicosyl, Idosyl, Gulosyl, Altrosyl, Allosyl, Mannoheptulosyl, Sedoheptulosyl, Abequosyl, Isomaltosyl, Kojibiosyl, Laminarabiosyl, Nigerosyl, Primeverosyl, Rutinosyl, Tyvelosyl, Maltosyl, Lactosyl, Sucrosyl, Cellobiosyl, Trehalosyl, Gentiobiosyl, Melibiosyl, Turanosyl, Sophorosyl, Isosucrosyl, Raffinosyl, Gentianosyl, 2-Amino-2-desoxy-Glucosyl, 2-Acetamido-2-desoxy-gucosyl, 2-Amino-2-desoxy-galactosyl, 2-Acetamido-2-desoxy-galactosyl, 2-Amino-2-desoxy-mannosyl, 2-Acetamido-2-desoxy-mannosyl, 2-Amino-1,3-cyclohexandiol, L- oder D-Isomere davon, &agr;- oder &bgr;-Form davon, Pyranose- oder Furanoseform davon, eine Kombination davon, Desoxiderivate davon, Hydroxyl-geschützte Acetatderivate davon, ein Disaccharid davon, ein Trisaccharid davon, ein Oligosaccharid und Polysaccharid davon.
Eine Verbindung nach Anspruch 1,

wobei X1, X2, R1, R2, X3, X'3, X6 und n wie in Anspruch 1 definiert sind,

wobei sich X5 an eine Doppelbindung zwischen dem Kohlenstoffatomen der Position 5 und 6 beteiligt, und

wobei X4 und X7 unabhängig aus der Gruppe ausgewählt werden, bestehend aus Wasserstoff, Hydroxyl, Glucosyl, Fructosyl, Galactosyl, Mannosyl, Frucosyl, Cellobiosyl, Gentiobiosyl, Lactosyl, Maltosyl, Xylopyranosyl, 2-Amino-2-desoxy-glucosyl, 2-Acetamido-2-desoxy-glucosyl, 2-Amino-2-desoxy-galactosyl, 2-Acetamido-2-desoxy-galactosyl, L- oder D-Isomere davon, &agr;- oder &bgr;-Form davon, Pyranose- oder Furanoseform davon, eine Kombination davon, Desoxyderivate davon, Hydroxyl-geschützte Acetatderivate davon, ein Disaccharid oder Trisaccharid davon, ein Oligosaccharid und Polysaccharid davon.
Eine Verbindung nach Anspruch 1 oder 2, wobei die Verbindung als Verbindung UBS3327 bezeichnet wird.
Eine Verbindung nach Anspruch 1 oder 2, wobei die Verbindung als Verbindung UBS3328 bezeichnet wird.
Eine Verbindung nach Anspruch 1 oder 2, wobei die Verbindung als Verbindung UBS3268 bezeichnet wird.
Eine Verbindung nach Anspruch 1 oder 2, wobei die Verbindung als Verbindung UBS3270 bezeichnet wird.
Eine Verbindung nach Anspruch 1 oder 2, wobei die Verbindung als Verbindung UBS3285 bezeichnet wird.
Eine Verbindung nach Anspruch 1 oder 2, wobei X1 und X2 -OMe sind, wobei R1 und R2 -H sind, wobei sich X3 zusammen mit X'3 an eine Oxo-funktionelle Gruppe beteiligt, wobei X6 Wasserstoff ist, wobei n 0 ist, und wobei sich X5 an eine Doppelbindung zwischen den Kohlenstoffatomen der Position 5 und 6 beteiligt, wobei X4 Wasserstoff ist, und wobei X7 Lactosyl ist. Eine Verbindung nach Anspruch 1 oder 2, wobei X1 und X2 -OMe sind, wobei R1 und R2 -H sind, wobei sich X3 zusammen mit X'3 an eine Oxo-funktionelle Gruppe beteiligt, wobei X6 Wasserstoff ist, wobei n 0 ist, und wobei sich X5 an eine Doppelbindung zwischen den Kohlenstoffatomen der Position 5 und 6 beteiligt, wobei X4 Wasserstoff ist, und wobei X7 Maltosyl ist. Eine Verbindung nach Anspruch 1 oder 2, wobei X1 und X2 -OMe sind, wobei R1 und R2 -H sind, wobei sich X3 zusammen mit X'3 an eine Oxo-funktionelle Gruppe beteiligt, wobei X6 Wasserstoff ist, wobei n 0 ist, und wobei sich X5 an eine Doppelbindung zwischen den Kohlenstoffatomen der Position 5 und 6 beteiligt, wobei X4 Wasserstoff ist, und wobei X7 Hydroxyl ist. Verbindung nach Anspruch 1, wobei X1, X2, R1, R2, X3, X'3, X6 und n wie in Anspruch 1 definiert sind,

wobei sich X5 an eine Doppelbindung zwischen den Kohlenstoffatomen der Position 4 und 5 beteiligt, und

wobei X4 und X7 unabhängig aus der Gruppe ausgewählt werden, bestehend aus Oxo, Glucosyl, Galactosyl, Mannosyl, Xylofuranosyl, Maltosyl, Lactosyl, Cellobiosyl, Gentiobiosyl, L- oder D-Isomere davon, &agr;- oder &bgr;-Form davon, Pyranose- oder Furanoseform davon, eine Kombination davon, Desoxyderivate davon, Hydroxyl-geschützte Acetatderivate davon.
Verbindung nach Anspruch 1 oder 11, wobei die Verbindung als Verbindung UBS1664 bezeichnet wird.
Verfahren für die Synthese einer Verbindung, die die Struktur-Formel IB hat,
Formel IB
wobei X1, X2, X3, X4, X5, X6, X7, R1, R2 und n aus der Gruppe ausgewählt werden, wie in einem der Ansprüche 1 bis 12 angezeigt, wobei das Verfahren die Schritte umfasst:

a) Zur-Verfügung-Stellen eines Ausgangsmaterials, das die Struktur-Formel IV hat,
Formel IV
wobei X3, X'3 und X7 aus der Gruppe ausgewählt werden, wie in einem der Ansprüche 1 bis 12 angezeigt, und wobei P eine Schutz-Gruppe ist,

b) Herbeiführen der Reaktion zwischen der Verbindung aus Schritt a) mit einer organometallischen Verbindung, die die Struktur-Formel V hat,
Formel V
wobei X1, X2, R1, R2 und n aus der Gruppe ausgewählt werden, wie in einem der Ansprüche 1 bis 12 angezeigt, wobei W ein Metall oder eine Kombination aus Metallen ist, und wobei Hal ein Halogenatom ist,

so dass ein Zwischenprodukt resultiert, das die Struktur-Formel III'B hat,
Formel III'B
wobei X1, X2, X3, X'3, X7, R1, R2 und n aus der Gruppe ausgewählt werden, wie in einem der Ansprüche 1 bis 12 angezeigt, und wobei P eine Schutz-Gruppe ist,

c) Herbeiführen der Reaktion zwischen der Verbindung aus Schritt b) mit einer organometallischen Verbindung, die die Struktur-Formel VI hat, Hal-W-X'3 Formel VI wobei X'3 aus der Gruppe ausgewählt ist, wie in einem der Ansprüche 1 bis 12 angezeigt, wobei W ein Metall oder eine Kombination aus Metallen ist, und wobei Hal ein Halogenatom ist, so dass ein Zwischenprodukt resultiert, das die Struktur-Formel IIIB hat,
Formel IIIB
wobei X1, X2, X3, X'3, X7, R1, R2 und n aus der Gruppe ausgewählt werden, wie in einem der Ansprüche 1 bis 12 angezeigt, wobei P eine Schutz-Gruppe ist,

d) Entfernen der X7-Schutz-Gruppe aus der Verbindung, die in Schritt c) erhalten wurde, so dass eine Verbindung gebildet wird, die die Struktur-Formel IIB hat,
Formel IIB
wobei X1, X2, X3, X'3, X7, R1, R2 und n aus der Gruppe ausgewählt werden, wie in einem der Ansprüche 1 bis 12 angezeigt, und

e) Oxidieren durch eine Reaktion mit einem oder mehreren geeigneten Oxidationsmitteln, so dass eine Verbindung der Formel IB gebildet wird, oder

e) Koppeln eines O-geschützten Glycosyls oder nicht-geschützten Glycosyls, so dass eine Verbindung der Formel IIB gebildet wird, wobei X1, X2, X3, X'3, X7, R1, R2 und n aus der Gruppe ausgewählt werden, wie in einem der Ansprüche 1 bis 12 angezeigt, und X7 ein O-geschütztes Glycosyl oder ein nicht-geschütztes Glycosyl ist, und

f) Entfernen der O-Schutz-Gruppen aus dem Glycosyl, so dass eine Verbindung der Formel IB gebildet wird, wobei X1, X2, X3, X'3, X4, X5, X6, X7, R1, R2 und n aus der Gruppe ausgewählt werden, wie in einem der Ansprüche 1 bis 12 angezeigt.
Eine Verbindung nach einem der Ansprüche 1 bis 12 zur Verwendung als ein Medikament. Verwendung einer Verbindung nach einem der Ansprüche 1 bis 12 für die Zubereitung eines Medikaments zur Behandlung von Krebs. Eine pharmazeutische Zusammensetzung, die einen pharmazeutisch verträglichen Exzipienten und eine therapeutisch wirksame Menge einer Verbindung nach einem der Ansprüche 1 bis 12 umfasst.






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