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Dokumentenidentifikation DE102006012335A1 20.09.2007
Titel Vliesführungsvorrichtung sowie Textilmaschine
Anmelder Rieter Ingolstadt Spinnereimaschinenbau AG, 85055 Ingolstadt, DE
Erfinder Göhler, Wolfgang, 85101 Lenting, DE;
Cherif, Chokri, Dr., 01309 Dresden, DE
Vertreter Schlief, T., Dipl.-Phys.Univ. Dr.rer.nat., Pat.-Anw., 85055 Ingolstadt
DE-Anmeldedatum 17.03.2006
DE-Aktenzeichen 102006012335
Offenlegungstag 20.09.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 20.09.2007
IPC-Hauptklasse D01H 5/72(2006.01)A, F, I, 20060317, B, H, DE
Zusammenfassung Es wird eine Vliesführungsvorrichtung (20) vorgeschlagen zum Anordnen am Ausgang einer ein ausgebreitetes Faservlies (FV) liefernden Vorrichtung (2), beispielsweise einem Streckwerk (2) einer Textilmaschine (1), mit einem Vliestrichter (21) zum Zusammenfassen des gelieferten Faservlieses (FV) zu einem Faserband (FB), welcher einen Trichterbereich (22) und einen sich daran stromabwärts anschließenden Düsenkanal (23) umfasst, und mit einem einen Bandführerkanal (25) umfassenden Bandführer (24) zum Führen des den Vliestrichter (21) verlassenden Faserbandes (FB) zu einer Abzugseinrichtung (26) der Vliesführungsvorrichtung (20), beispielsweise umfassend eine Abzugsscheibenanordnung (26a, 26b). Die erfindungsgemäße Vliesführungsvorrichtung zeichnet sich dadurch aus, dass der Vliestrichter (21) gegenüber dem Bandführer (24) aus einer Betriebsposition (B1) in eine Wartungsposition (W1) verschiebbar ist, wobei zumindest in der Betriebsposition (B1) der Düsenkanal (23) und der Bandführerkanal (25) einen durchgehenden Führungskanal (23, 25) bilden. Des Weiteren wird eine Textilmaschine mit einer entsprechenden Vliesführungsvorrichtung vorgeschlagen.

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung betrifft eine Vliesführungsvorrichtung zum Anordnen am Ausgang einer ein ausgebreitetes Faservlies liefernden Vorrichtung, beispielsweise einem Streckwerk einer Textilmaschine, mit einem Vliestrichter zum Zusammenfassen des gelieferten Faservlieses zu einem Faserband, welcher einen Trichterbereich und einen sich daran stromabwärts anschließenden Düsenkanal umfasst, und mit einem einen Bandführerkanalumfassenden Bandführer zum Führen des den Vliestrichter verlassenden Faserbandes zu einer Abzugseinrichtung der Vliesführungsvorrichtung, beispielsweise eine Abzugsscheibenanordnung.

In einem weiteren Aspekt betrifft die vorliegende Erfindung eine Textilmaschine, insbesondere Strecke, Karde oder Kombinationsmaschine, mit einer ein ausgebreitetes Faservlies liefernden Vorrichtung, beispielsweise mit einem Streckwerk.

Aus der EP 0 736 617 B1 ist eine Vliesführungsvorrichtung zum Anordnen am Ausgang eines Streckwerks einer Strecke bekannt. Im Betrieb der Strecke wird das von einer Streckwerkunterwalze und einer Umlenkwalze gelieferte Faservlies in ausgebreiteter Form in den Trichterbereich eines Vliestrichters geführt. Darin wird das Faservlies gefaltet, umgelegt und weiter in einen Düsenkanal des Vliestrichters geführt. Dabei weist der Düsenkanal einen runden Querschnitt auf. Auf diese Weise entsteht ein Faserband, bei welchem die Einzelfasern allerdings einen noch geringen Zusammenhalt aufweisen.

Das Faserband wird nun aus dem Düsenkanal in einen Bandführerkanal eines Bandführers geleitet, wobei am Übergang vom Düsenkanal zu dem Bandführerkanal eine Umlenkung des Faserbandes erfolgt. Der Bandführerkanal erstreckt sich bis nahe an den Klemmspalt einer Abzugsscheibenanordnung, so dass das Faserband bis zu dem Klemmspalt geführt ist und von der Abzugsscheibenanordnung erfasst und abgezogen werden kann. Dabei weist der Bandführerkanal einen sich verjüngenden Abschnitt auf, um das Faserband zu komprimieren und so den Zusammenhalt der Einzelfasern zu erhöhen. Das Faserband wird mittels der Abzugsscheibenanordnung weiter verfestigt und kann dann in eine Spinnkanne abgelegt oder unmittelbar einer weiteren Textilmaschine, beispielsweise einer Spinnmaschine, zugeführt werden.

Der Vliestrichter kann gegenüber dem ortsfest angeordneten Bandführer aus einer Betriebsposition in eine Wartungsposition geschwenkt werden. Am stromabwärtigen Ende des Vliestrichters ist eine Gelenkfläche vorgesehen, welche im Zusammenwirken mit am stromaufwärtigen Ende des Bandführers ausgebildeten gekrümmten Dichtflächen den Düsenkanal und den Bandführerkanal unabhängig von der Position des Vliestrichters weitgehend luftdicht verbinden soll. Hierzu ist die relative Lage der Dichtelemente zueinander justierbar.

Der Bandführer weist eine Injektoranordnung zum Einblasen von Druckluft in den Bandführerkanal auf. Durch das Einblasen von Druckluft kann in dem Bandführerkanal ein Saugstrom in stromabwärtige Richtung erzeugt werden, welcher, wegen der luftdichten Verbindung, auch in dem Düsenkanal und dem Trichterbereich des Vliestrichters wirksam ist. Dieser Saugstrom wird bei der Inbetriebnahme der Strecke zum Einfädeln des Faservlieses in die Vliesführungsvorrichtung genutzt.

Die Inbetriebnahme, auch Anarbeiten genannt, umfasst dabei folgende Schritte: Zunächst schwenkt der Benutzer den Vliestrichter in die Wartungsposition. Dann aktivierte er für eine kurze Zeit den Antrieb des Streckwerks, um so ein kurzes Stück Faservlies aus dem Streckwerk herauszuführen. Nun kürzt und verschmälert der Benutzer das herausgeführte Faservlies auf manuelle Weise und hält es in den Trichterbereich des ausgeschwenkten Vliestrichters. Dann aktiviert er den Saugstrom und schwenkt schließlich den Vliestrichter in die Betriebsposition zurück.

Nachteilig bei einer derartigen aus dem Stand der Technik bekannten Vliesführungsvorrichtung ist zunächst der große Bedienaufwand beim Anarbeiten. Auch hat sich in der Praxis gezeigt, dass selbst ein ordnungsgemäß vorbereitetes und vorgelegtes Faservliesende durch den Saugstrom nicht immer sicher in die Vliesführungsvorrichtung eingefädelt wird. Ebenso ist der hohe Einstellaufwand zum exakten Positionieren der Gelenkfläche bezüglich der Dichtflächen, etwa bei einem Austausch des Vliestrichters, von Nachteil.

Zudem haften im Bereich der Gelenk- und Dichtflächenanordnung schon nach kurzer Betriebszeit wegen der dort notwendigerweise komplexen Formgebung Verschmutzungen an, welche häufig nur schwer entfernbar sind.

Weiterhin nachteilig ist es, dass die bekannte Vliesführungsvorrichtung eine verhältnismäßig hohe Gesamtlänge von Düsenkanal und Bandführerkanal aufweist. Dies ist wegen der entstehenden Totzeiten insbesondere unerwünscht, wenn an einem stromabwärtigen Abschnitt der Vliesführungsvorrichtung ein Sensor zur Messung der Masse des Faserbandes vorgesehen ist, der Teil einer Regulierung der Textilmaschine ist.

Die Anforderungen an die Qualität eines Faserbandes, insbesondere hinsichtlich einer homogenen Struktur des Faserbands, sind in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen. Diese Anforderungen können mit der bekannten Vorrichtung nicht immer erfüllt werden.

Weiterhin ist der Zugang zu den einzelnen Elementen der Vliesführungsvorrichtung zum Zwecke der Wartung, beispielsweise zur Reinigung oder zum Austauschen, nur eingeschränkt möglich.

Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es somit, eine verbesserte Vliesführungsvorrichtung für eine Textilmaschine sowie eine verbesserte Textilmaschine zu schaffen.

Die Aufgabe wird gelöst durch eine Vliesführungsvorrichtung und eine Textilmaschine mit den Merkmalen der unabhängigen Ansprüche.

Die erfindungsgemäße Vliesführungsvorrichtung weist einen Vliestrichter auf, der gegenüber dem Bandführer aus einer Betriebsposition in eine Wartungsposition verschiebbar ist. Zumindest in der Betriebsposition bilden der Düsenkanal und der Bandführerkanal einen durchgehenden Führungskanal. Durch die Verschiebbarkeit des Vliestrichters kann auf eine aufwändige Gelenk- und Dichtflächenanordnung verzichtet werden. Damit entfällt auch eine aufwändige Einstellung des Gelenkes. Auch kann die gesamte Vliesführungsvorrichtung kompakter ausgeführt sein, so dass sich konstruktive Vorteile und gegebenenfalls regelungstechnische Vorteile ergeben. Weiterhin kann der Übergangsbereich vom Düsenkanal zum Bandführerkanal leichter gereinigt werden.

Zumindest in der Betriebsposition sind der Düsenkanal und der Bandführerkanal luftdicht aneinandergefügt. Dies ist bei einer Vliesführungsvorrichtung, bei der der Vliestrichter gegenüber dem Bandführer verschiebbar ist, in einfacher Weise möglich. Wenn der Übergang vom Düsenkanal in den Bandführerkanal derart ausgebildet ist, dass Düsenkanal und Bandführerkanal in der Betriebsposition des Vliestrichters in radialer Richtung luftdicht aneinander gefügt sind, so ist vermieden, dass der Saugstrom im Düsenkanal und damit auch im Trichterbereich des Vliestrichters durch im Übergangsbereich seitlich einströmende Luft geschwächt ist. Hierdurch wird das vorgelegte Faservlieses durch den Saugstrom sicher in die Vliesführungsvorrichtung eingefädelt.

Dabei kann auf ein genaues Ablängen und Verschmälern des Endes des Faservlieses verzichtet werden. Das Anarbeiten kann somit ohne menschliches Zutun von einer Steuerungseinrichtung der Textilmaschine gesteuert werden. Es wird also erstmals ein vollständig automatisiertes Einfädeln des Faservlieses möglich, wodurch der Bedienaufwand signifikant sinkt. Das so automatisierte Einfädeln des Faservlieses ermöglicht es insbesondere, den Produktionsbetrieb der Textilmaschine nach einem durchgeführten Leerabgleich eines im Bereich der Vliesführungsvorrichtung angeordneten Bandmassesensors automatisch zu starten. Ein derartiger Leerabgleich ist vor allem bei berührungslos arbeitenden Sensoren, wie beispielsweise bei Mikrowellensensoren, regelmäßig durchzuführen.

Das Anarbeiten kann erfolgen, wenn sich der Vliestrichter in seiner Betriebsposition befindet. Fehlverzüge beim Schwenken des Vliestrichters von der Wartungsposition in die Arbeitsposition, welche die Qualität des erzeugten Faserbandes negativ beeinflussen würden, können so verhindert werden.

Der Übergangsbereich vom Düsenkanal zum Bandführerkanal kann wesentlich glatter ausgeführt sein, so dass die Gefahr von anhaftenden Verschmutzungen verringert ist. Weiterhin ist das Faserband, welches im Übergangsbereich noch wenig komprimiert und daher leicht beschädigbar ist, besser geführt, so dass ein gleichmäßigeres und kompakteres Faserband erzeugt werden kann.

Eine Vliesführungsvorrichtung mit verschiebbarem Vliestrichter kann ohne weiteres so ausgebildet sein, dass in der Wartungsposition der Ausgang des Düsenkanals sowie der Eingang des Bandführerkanals vollständig frei liegen, so dass beispielsweise erforderliche Reinigungsarbeiten ohne weiteres möglich sind. So kann vorgesehen sein, dass der Vliestrichter in der Wartungsposition nur lose an der Vliesführungsvorrichtung anliegt und insbesondere ohne Werkzeuge entfernt werden kann. Insgesamt kann die Vliesführungsvorrichtung so ausgebildet sein, dass sämtliche Elemente einfach zugänglich sind.

Um den Düsenkanal in Bandführerkanal in der Betriebsposition luftdicht aneinander zu fügen, kann eine Dichtung, beispielsweise eine O-Ringdichtung, aus einem elastischen Material vorgesehen sein, welche beispielsweise in einer ringförmigen Nut am Vliestrichter oder am Bandführer festgelegt ist. Bevorzugt ist jedoch, dass am Ausgang des Düsenkanals eine Vliestrichterdichtfläche und am Eingang des Bandführerkanals eine korrespondierende Bandführerdichtfläche ausgebildet ist, welche in der Betriebsposition ohne separate Dichtung aneinandergefügt sind. Es ergibt sich so ein einfacher Aufbau, gleichwohl kann die erforderliche Dichtwirkung erzielt werden.

Vorteilhafterweise ist die Vliestrichterdichtfläche an einem Element des Vliestrichters aus Metall ausgebildet. Weiterhin kann die Bandführerdichtfläche an einem Element des Bandführers aus Metall ausgebildet sein. Die metallenen Elemente sind vorzugsweise jene Elemente, an welchen der Düsenkanal beziehungsweise der Bandführerkanal ausgebildet sind. Es ergibt sich so eine langlebige Dichtungsanordnung, welche ihre Funktion auch bei häufigem Verschieben des Vliestrichters behält.

Besonders vorteilhaft ist es, wenn die Vliestrichterdichtfläche und die Bandführerdichtfläche eben ausgebildet sind. Ebene Dichtfläche können, beispielsweise durch Flächenschleifen, auf einfache Weise und hochpräzise gefertigt werden.

Wenn die Vliesführungsvorrichtung so ausgebildet ist, dass beim Verschieben des Vliestrichters die Vliestrichterdichtfläche und die Bandführerdichtfläche aneinander entlang gleiten, so ergibt sich ein einfacher Aufbau, wobei eine Beschädigung der Dichtflächen durch senkrechtes aufeinander treffen vermieden ist.

Auch wenn denkbar ist, dass der Vliestrichter krummlinig verschiebbar ist, so ist doch bevorzugt, dass der Vliestrichter geradlinig verschiebbar ist. Eine entsprechende Lagerung des Vliestrichters kann hierzu in einfacherer Weise ausgebildet sein.

Vorteilhafterweise ist der Vliestrichter horizontal verschiebbar. Hierdurch ist sichergestellt, dass die Gewichtskraft des Vliestrichters eine Verschiebung desselben weder unterstützt noch hemmt.

Weiterhin ist bevorzugt, dass der Vliestrichter quer zum Bandführerkanal verschiebbar ist. Quer soll bedeuten, dass der Vliestrichter in einer Richtung verschoben wird, welche mit der Längsachse des Bandführerkanals einen Winkel von wenigstens 45° einschließt. Besonders bevorzugt ist es dabei, wenn der Vliestrichter senkrecht zum Bandführerkanal verschiebbar ist, wenn also der Winkel 90° beträgt. Hierdurch ergibt sich ein kompakter Aufbau der Vliesführungsvorrichtung, insbesondere kann eine geringe Gesamtlänge von Düsenkanal und Bandführerkanal erreicht werden.

Vorteilhafterweise ist an der ausgangsseitigen Stirnseite des Vliestrichters eine Vliestrichtergleitfläche ausgebildet, welche durch eine an der Eingangsseite des Bandführers ausgebildete Bandführergleitfläche abgestützt ist. Es ergibt sich so eine einfache Lagerung des Vliestrichters. Die Gleitflächen ermöglichen dabei die Verschiebung des Vliestrichters von der Betriebsposition in die Wartungsposition beziehungsweise in die entgegengesetzte Richtung. Die Vliestrichtergleitfläche und die Bandführergleitfläche können so ausgebildet sein, dass ein Verkippen des Vliestrichters gegenüber dem Bandführer verhindert ist. Bei einem horizontal verschiebbaren Vliestrichter kann dessen Gewicht auf der Bandführergleitfläche ruhen.

Bevorzugt sind die Vliestrichtergleitfläche und die Bandführergleitfläche eben ausgebildet. Dies vereinfacht insbesondere die Herstellung der Gleitflächen, und ermöglicht die einfache Aufbereitung abgenutzter Flächen, beispielsweise durch Flächenfräsen oder -schleifen.

Dabei ist es vorteilhaft, wenn Haltemittel vorgesehen sind, welche einem Abheben der Vliestrichtergleitfläche von der Bandführergleitfläche zumindest in der Betriebsposition entgegen wirken. Hierdurch ist verhindert, dass sich der Düsenkanal und der Bandführerkanal ungewollt, etwa durch äußere Einflüsse wie Erschütterungen, auseinander bewegen. Die Haltemittel können insbesondere durch Formschluss wirken.

Besonders bevorzugt weisen die Haltemittel jedoch wenigstens einen Magneten, vorzugsweise wenigstens einen Permanentmagneten, auf. Der wenigstens eine Magnet kann an dem Vliestrichter oder dem Bandtrichter angeordnet sein. Er kann mit einem weiteren Magneten oder einfacher mit einem Gegenstück aus einem ferromagnetischen Material, beispielsweise aus Eisen, zusammenwirken.

Vorteilhafterweise sind Anschlagmittel vorgesehen, um eine Verschiebung des Vliestrichters aus der Betriebsposition entgegen einer vorgesehenen Verschieberichtung zu verhindern. Ebenso können seitliche Führungsmittel vorgesehen sein, um eine Verschiebung des Vliestrichters schräg zur vorgesehenen Verschieberichtung zu verhindern. Sowohl die Anschlagmittel als auch die seitlichen Führungsmittel liegen an dem Vliestrichter an, wenn sich dieser in der Betriebsposition befindet. Sie sind so ausgebildet, dass eine Verschiebung des Vliestrichters in die vorgesehene Richtung nicht behindert ist.

Bevorzugt ist eine Vliestrichterfestlegeinrichtung zum Festlegen des Vliestrichters in der Betriebsposition bezüglich der vorgesehenen Verschieberichtung vorgesehen. Diese ist so ausgebildet, dass eine ungewollte Verschiebung des Vliestrichters, etwa durch äußere Einflüsse, verhindert ist.

Dabei umfasst die Vliestrichterfestlegeinrichtung vorteilhafterweise wenigstens ein Rastelement, wenigstens ein Klemmelement und/oder wenigstens einen Magneten, insbesondere wenigstens einen Permanentmagneten.

Besonders bevorzugt ist die Vliesführungsvorrichtung so ausgebildet ist, dass ein sich an einer Ausgangswalze der das ausgebreitete Faservlies liefernden Vorrichtung bildender Wickel den Vliestrichter aus der Betriebsposition schiebt. Von einem Wickel spricht man dann, wenn sich wenigstens ein Teil des Faservlieses um die jeweilige Walze wickelt und mit dieser umläuft. Ein qualitativ hochwertiges Faserband kann beim Auftreten eines Wickels nicht mehr produziert werden. Ebenso kann ein Wickel benachbarte Bauelemente der Textilmaschine beschädigen. Wird der Vliestrichter durch den Wickel aus der Betriebsposition geschoben, so kann dies beispielsweise durch einen Bediener erfasst werden, der dann die Textilmaschine stillsetzt.

Vorteilhafterweise ist dabei am Vliestrichter eine Fläche ausgebildet, welche der Ausgangswalze derart zustellbar ist, dass ein auftretender Wickel auf die Fläche Kräfte zum Schieben des Vliestrichters ausübt.

Weiterhin ist es vorteilhaft wenn ein Vliestrichtersensor zur Erfassung der Position des Vliestrichters vorgesehen ist. So kann einerseits verhindert werden, dass die Maschine in Betrieb gesetzt wird, wenn der Vliestrichter sich außerhalb der Betriebsposition befindet. Andererseits kann die Maschine automatisch stillgesetzt und/oder ein Alarm ausgelöst werden, wenn ein Wickel den Vliestrichter aus der Betriebsposition heraus gedrückt hat.

Besonders vorteilhaft ist es, wenn in der Betriebsposition des Vliestrichters wenigstens ein ausgangsseitiger Abschnitt des Düsenkanals und wenigstens ein eingangsseitiger Abschnitt des Bandführerkanals koaxial angeordnet sind, sodass das Faserband geradlinig aus dem Düsenkanal in den Bandführerkanal geführt ist. Damit wird eine Umlenkung des Faserbandes am Übergang vom Düsenkanal zum Bandführerkanal verhindert und so die Qualität des erzeugten Faserbandes verbessert.

Der Bandführerkanal und/oder der Düsenkanal sind vorteilhafterweise so geformt, dass das Faserband darin geradlinig geführt ist. Auch hierdurch kann die Qualität des erzeugten Faserbandes verbessert werden.

Wenn der Bandführerkanal und/oder der Düsenkanal in radialer Richtung luftdicht sind, so ergeben sich Vorteile beim Einfädeln des Faservlieses in die Vliesführungsvorrichtung mittels einer Saugvorrichtung. Außerdem können quer ausgerichtete Luftströmungen, welche einem schonenden Transport des Faserbandes entgegenstünden, verhindert werden. "In radialer Richtung luftdicht" bedeutet hierbei, dass keine Luft in seitlicher Richtung unkontrolliert in den Bandführerkanal beziehungsweise in den Düsenkanal eintreten oder austreten kann.

Besonders bevorzugt ist der durchgehende Führungskanal, welcher durch den Düsenkanal und den Bandführerkanal gebildet ist, sofern sich der Vliestrichter in seiner Betriebsposition befindet, ohne sprunghafte Querschnittsveränderung ausgebildet. Es ergibt sich eine schonende Führung des Faserbandes, wobei zusätzlich das Anhaften von Verschmutzungen im durchgehenden Führungskanal vermieden oder wenigstens stark verringert ist.

Vorteilhafterweise besteht der durchgehende Führungskanal ausschließlich aus zylinderförmigen Abschnitten und aus kegelabschnittförmigen Abschnitten. Die kegelabschnittförmigen Abschnitte können insbesondere kegelstumpfförmig ausgebildet sein. Es ergeben sich insbesondere Vorteile bei der Produktion der Vliesführungsvorrichtung, da die Abschnitte auf einfache Weise durch Bohren herstellbar sind.

Bevorzugt umfasst der Bandführer einen Abschnitt zum Verdichten des Faserbandes. Dabei kann es sich um einen kegelabschnittförmigen Abschnitt, insbesondere um eine kegelstumpfförmigen Abschnitt handeln. Hierdurch wird der Zusammenhalt der Einzelfasern im Faserband erhöht, so dass ein mechanisch stabileres Faserband entsteht.

Mit Vorteil ist der Düsenkanal Bestandteil einer als auswechselbarer Einsatz für den Vliestrichter ausgebildeten Trichterdüse. Es können dann verschiedene Einsätze vorgehalten und eingesetzt werden, welche beispielsweise an das zu verarbeitende Fasermaterial oder an die gewünschte Faserbandstärke angepasst sind. Beispielsweise kann der Durchmesser des Düsenkanals variieren.

Vergleichbare Vorteile ergeben sich, wenn der Bandführerkanal Bestandteil eines als auswechselbarer Einsatz für den Bandführer ausgebildeten Bandtrichters ist.

Besonders bevorzugt weist der Trichterbereich des Vliestrichters wenigstens eine lange Seitenwand auf, welche durch eine Deckplatte gebildet ist, die von einer Betriebsposition in eine Wartungsposition bewegbar, insbesondere schiebbar oder schwenkbar, ist. Hierdurch ist insbesondere die Zugänglichkeit, etwa zum Zwecke der Reinigung, zum Inneren des Vliestrichters verbessert. Die bewegbare Deckplatte am Trichterbereich des Vliestrichters stellt eine selbstständige Verbesserung des Standes der Technik dar.

Um eine ungewollte Bewegung der Deckplatte zu verhindern, ist vorteilhafterweise eine Deckplattenfestlegeinrichtung zum Festlegen der Deckplatte in der Betriebsposition vorgesehen. Die Deckplattenfestlegeinrichtung umfasst bevorzugt wenigstens ein Rastelement, wenigstens ein Klemmelement und/oder wenigstens einen Magneten, insbesondere wenigstens einen Permanentmagneten.

Vorteilhafterweise ist der Vliestrichter so ausgebildet, dass ein sich im Trichterbereich stauendes Faservlies die Deckplatte aus der Betriebsposition drückt. Wenn die Deckplatte aus der Betriebsposition gedrückt ist, kann dies von einem Bediener erkannt werden, der so über die Störung informiert ist und erforderliche Maßnahmen einleiten kann.

Bevorzugt ist ein Deckplattensensor zur Erfassung der Position der Deckplatte vorgesehen. Er kann so ausgebildet sein, dass die Position der Deckplatte in Bezug auf den Vliestrichter erfasst wird. So kann verhindert werden, dass die Textilmaschine im Betrieb gesetzt wird, wenn sich die Deckplatte in Bezug auf den Grundkörper des Vliestrichters nicht in der vorgesehenen Betriebsposition befindet. Weiterhin kann die Maschine stillgesetzt oder ein Alarm ausgelöst werden, wenn die Deckplatte beispielsweise durch einen Faserbandstau aus ihrer Betriebsposition gedrückt wird. Der Deckplattensensor kann insbesondere ein induktiver Sensor sein.

Besonders bevorzugt ist der Deckplattensensor so ausgebildet, dass die Position der Deckplatte in Bezug auf den Bandführer erfasst wird. Mittels eines derartigen Deckplattensensors kann überprüft werden, ob sich der Vliestrichter in seiner Betriebsposition befindet, und gleichzeitig, ob sich die Deckplatte in ihrer Betriebsposition befindet. So kann mittels nur eines Sensors verhindert werden, dass die Textilmaschine ohne Vorliegen der beiden genanten Bedingungen in Betrieb genommen oder gehalten wird. Bei einem derartigen Deckplattensensor kann auf einen separaten Vliestrichtersensor verzichtet werden. Der Deckplattensensor kann auch in diesem Fall insbesondere ein induktiver Sensor sein.

Vorteilhafterweise sind der Abzugseinrichtung pneumatische Belastungsmittel zugeordnet. In diesem Fall kann die Belastung der Abzugseinrichtung automatisch an das Fasermaterial und/oder dem jeweiligen Betriebszustand der Textilmaschine angepasst werden. Insbesondere ist es möglich, die Belastung beim Einfädeln des Faservlieses in die Vliesführungsvorrichtung zu verringern. Es ist sogar möglich, die Abzugselemente der Abzugseinrichtung, beispielsweise zwei Abzugswalzen, mittels der pneumatischen Belastungsmittel beim Einfädeln etwas auseinander zu bewegen, so dass das Ende des Faserbandes sicher zwischen die Abzugselemente gelangen kann. Zur automatischen Steuerung der Belastung können die pneumatischen Belastungsmittel mit einer Steuerung der Textilmaschine verbunden sein. Ebenso kann ein Antrieb der Abzugselemente mit der Steuerung der Textilmaschine verbunden sein, so dass auf dieser automatisch gesteuert werden kann. Pneumatische Belastungsmittel können auch bei einer Vliesführungsvorrichtung gemäß dem Stand der Technik vorgesehen sein.

Besonders bevorzugt sind Mittel zum Einfädeln des Faservlieses in die Vliesführungsvorrichtung mittels Druckluft vorgesehen. Dabei ist dem Bandführer vorteilhafterweise eine Injektoranordnung zugeordnet. Durch die Injektoranordnung kann Druckluft in den Bandführer eingeblasen werden, so dass in dem Bandführer, dem sich daran stromaufwärts anschließenden Düsenkanal und dem sich daran stromaufwärts anschließenden Trichterbereich ein Saugstrom erzeugbar ist. Dieser Saugstrom kann zum Einfädeln eines vorgelegten Endes eines Faservlieses in die Vliesführungsvorrichtung genutzt werden. Insbesondere kann das aus dem Faservlies gebildete Faserband bis in den Bereich der Abzugseinrichtung transportiert werden, so dass es von dieser ohne manuelles Zutun erfasst und abgezogen werden kann.

Vorteilhafterweise weicht eine vorgesehene Faserbandlieferrichtung von einer vorgesehenen Faservlieseinzugsrichtung um weniger als 30°, vorzugsweise um weniger als 20°, besonders bevorzugt um weniger als 10° ab. Die vorgesehene Faserbandlieferrichtung ist die vorgegebene Richtung des Faserbandes am Ausgang der Vliesführungsvorrichtung. Die Faserbandeinzugsrichtung hingegen ist die vorgegebene Richtung des Faserbandes am Eingang der Vliesführungsvorrichtung. Wenn die beiden Richtungen nur wenig voneinander abweichen, bedeutet dies, dass das Fasermaterial im Bereich der Vliesführungsvorrichtung nur wenig umgelenkt wird. Es ergibt sich eine schonende Behandlung, was zu einer hohen Qualität des erzeugten Faserbandes führt. Dies gilt insbesondere bei einer hohen Liefergeschwindigkeit der Textilmaschine.

Besonders bevorzugt weist der Bandführer einen Grundkörper auf, welcher gegenüber der Abzugseinrichtung von einer Betriebsposition in eine Wartungsposition bewegbar ist. Hierdurch ist die Abzugseinrichtung beispielsweise zum Zwecke der Wartung gut zugänglich. Mit Vorteil ist der Grundkörper als Schiebeplatte oder als Schwenkplatte ausgebildet.

Bei einer erfindungsgemäßen Textilmaschine ist am Ausgang der ein ausgebreitetes Faservlies liefernden Vorrichtung eine erfindungsgemäße Vliesführungsvorrichtung angeordnet. Es ergeben sich die oben beschriebenen Vorteile.

Vorteilhafterweise ist die ein ausgebreitetes Faservlies liefernde Vorrichtung ein waagerecht angeordnetes Streckwerk. Ein waagerecht angeordnetes Streckwerk erfordert eine geringe Bauhöhe der Textilmaschine, so dass das Streckwerk gut zugänglich ist.

Alternativ kann die ein ausgebreitetes Faservlies liefernde Vorrichtung ein aufrecht angeordnetes Streckwerk sein. Es ergibt sich eine geringere Stellfläche der Textilmaschine. Die aufrechte Anordnung des Streckwerks ist insbesondere bei einer Kombinationsmaschine, welche beispielsweise eine Karde und eine Strecke umfasst, von Vorteil.

In Abhängigkeit von den Platzverhältnissen, der Richtung, aus der das Fasermaterial zugeführt und der Richtung, in die das Fasermaterial abgeführt werden soll, kann auch ein schräg angeordnetes Streckwerk von Vorteil sein.

Bevorzugt ist das Faservlies im Ausgangsbereichs, beispielsweise im Bereich einer Ausgangswalzenanordnung, der ein ausgebreitetes Faservlies liefernden Vorrichtung um weniger als 60°, vorzugsweise um weniger als 30°, besonders bevorzugt um weniger als 15°, umgelenkt. Hierdurch ergibt sich insbesondere bei hohen Geschwindigkeiten des Faservlieses eine schonende Behandlung desselben.

Weitere Vorteile der Erfindung sind in den nachfolgenden Ausführungsbeispielen beschrieben. Es zeigen:

1 eine Skizze einer Strecke einer erfindungsgemäßen Vliesführungsvorrichtung,

2a eine Seitenansicht der erfindungsgemäßen Vliesführungsvorrichtung,

2b eine Frontalansicht der erfindungsgemäßen Vliesführungsvorrichtung,

3 eine Seitenansicht der erfindungsgemäßen Vliesführungsvorrichtung im Teilschnitt,

4 einen Trichterdüseneinsatz der Vliesführungsvorrichtung,

5 einen Bandtrichtereinsatz der Vliesführungsvorrichtung,

6 eine Seitenansicht der erfindungsgemäßen Vliesführungsvorrichtung mit verschobenem Vliestrichter,

7a eine Seitenansicht der erfindungsgemäßen Vliesführungsvorrichtung mit aufgeklappter Deckplatte,

7b eine Frontalansicht der erfindungsgemäßen Vliesführungsvorrichtung mit aufgeklappter Deckplatte,

8a eine Seitenansicht der erfindungsgemäßen Vliesführungsvorrichtung mit abgenommenem Vliestrichter,

8b eine Frontalansicht der erfindungsgemäßen Vliesführungsvorrichtung mit abgenommenem Vliestrichter,

9 eine Seitenansicht der erfindungsgemäßen Vliesführungsvorrichtung mit weggeklapptem Bandführer und

10 ein weiteres Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen Vliesführungsvorrichtung.

1 zeigt eine Strecke 1 als Beispiel für eine Textilmaschine 1, welche eine ein ausgebreitetes Faservlies FV liefernde Vorrichtung 2, nämlich ein Streckwerk 2, aufweist. Die Erfindung betrifft jedoch auch weitere Textilmaschinen 1, insbesondere Spinnereivorbereitungsmaschinen 1, wie Karden oder Kämmmaschinen, sofern diese ein Streckwerk 2 oder eine sonstige ein ausgebreitetes Faservlies FV liefernde Vorrichtung 2 aufweisen.

Die Strecke 1 hat die Aufgabe, ein oder mehrere von einer Karde, Kämmmaschine oder vorhergehenden Streckpassage stammende Vorlagebänder VB zu doublieren, zu mischen, zu verziehen, zu parallelisieren und/oder zu regulieren. Hierbei soll mit hoher Geschwindigkeit ein Faserband FB höchster Qualität geschaffen werden, um so eine optimale Weiterverarbeitung zu ermöglichen. Dabei soll die Strecke 1 mit geringem Aufwand bedienbar sein.

Die schematisch dargestellte Strecke 1 weist einen Einzugsbereich 3 auf, dem als Beispiel sechs individuelle Vorlagebänder VB nebeneinander zugeführt sind. Der Einzugsbereich 3 und die Vorlagebänder VB sind von oben gesehen dargestellt, während die Strecke 1 als solches in einer Seitenansicht gezeigt ist.

Am Einzugsbereich 3 der Strecke 1 ist ein Trichter 4 angeordnet, durch den die Vorlagebänder VB gemeinsam geführt und dadurch komprimiert werden. Dabei werden die Vorlagebänder VB mittels der Einzugwalzen 5a, 5b, von denen wenigstens eine Einzugwalze 5a angetrieben ist, aktiv durch den Trichter 4 gezogen. Die andere Einzugwalze 5b ist, wie bei einer Regulierstrecke üblich, als Tastwalze 5b ausgebildet und Bestandteil einer ersten Messeinrichtung 11, welche ein Messsignal Se(t) erzeugt, welches die längenspezifische Gesamtmasse der hindurch geführten Vorlagebänder VB repräsentiert. Dieses Messsignal Se(t) wird einer Steuerungsvorrichtung 10 der Strecke 1 zugeführt und insbesondere zur Veränderung des Vor- und/oder Hauptverzugs des Streckwerks 2 verwendet. Hierdurch können Schwankungen der Masse der Vorlagebänder VB ausreguliert werden. Ein derartiges Verfahren wird auch als Open-Loop-Steuerung des Streckwerkes 2 bezeichnet.

Die nunmehr komprimierten und vermessenen Vorlagebänder VB werden gemeinsam in das Streckwerk 2 geführt, welches das Kernstück der Strecke 1 bildet. Das Streckwerk 2 weist ein Eingangswalzenpaar 6a, 6b, umfassend eine Eingangsunterwalze 6a und eine Eingangsoberwalze 6b, ein mittleres Walzenpaar 7a, 7b, umfassend eine mittlere Unterwalze 7a und eine mittlere Oberwalze 7b, sowie ein Ausgangs- oder auch Lieferwalzenpaar 9a, 9b, umfassend eine Ausgangsunterwalze 9a und eine Ausgangsoberwalze 9b, auf. Die Oberwalzen 6b, 7b, 9b werden jeweils durch nicht dargestellte Belastungsmittel gegen die korrespondierende Unterwalze 6a, 7a, 9a gedrückt. Hierdurch werden die Vorlagebänder VB geklemmt und dadurch zu einem Faservlies FV ausgebreitet. Die Walzenpaare 6a, 6b; 7a, 7b; 9a, 9b sind in der genannten Reihenfolge mit jeweils gesteigerter Umfangsgeschwindigkeit angetrieben. Durch diese unterschiedlichen Umfangsgeschwindigkeiten der Walzenpaare wird das ausgebreitete Faservlies FV entsprechend dem Verhältnis der Umfangsgeschwindigkeiten verzogen.

Das Eingangswalzenpaar 6a, 6b und das mittlere Walzepaar 7a, 7b bilden das so genannte Vorverzugsfeld, das mittlere Walzenpaar 7a, 7b und das Lieferwalzenpaar 9a, 9b das so genannte Hauptverzugsfeld. Bei unregulierten Strecken ist während des Verzugsvorgangs sowohl der Vorverzug als auch der Hauptverzug konstant. Bei regulierten Strecken 1 erfolgt hingegen eine Ausregulierung von Masseschwankungen des Faservlieses FV durch Veränderung der Verzugshöhe. Üblicherweise ist dabei der Hauptverzug veränderbar, da der Hauptverzug im Regelfalle größer ist als der Vorverzug, so dass eine genauere Ausregulierung von Masseschwankungen im Faservlies FV erfolgen kann.

Der im Hauptverzugsfeld zusätzlich angeordnete Druckstab 8 lenkt das ausgebreitete Faservlies FV um und sorgt somit für eine bessere Führung der Fasern. Das verzogene Faservlies FV wird dann mit Hilfe einer Umlenkoberwalze 9c umgelenkt und einer Vliesführungsvorrichtung 20 zugeführt.

Das Streckwerk 2, also die ein ausgebreitetes Faservlies FV liefernde Vorrichtung 2, ist im Ausführungsbeispiel der 1 waagerecht angeordnet. Hierdurch ergibt sich eine geringe Bauhöhe der Strecke 1. Alternativ kann das Streckwerk 2 aufrecht, insbesondere senkrecht, angeordnet sein. Hierdurch kann eine geringere Stellfläche der Strecke 1 erreicht werden. Wenn, was üblich ist, auch die Vliesführungsvorrichtung 20 aufrecht angeordnet ist, so kann im Ausgangsbereich des Streckwerks 2, namentlich im Bereich der Ausgangswalzen 9a, 9b, 9c, eine geringe Umlenkung des Faservlieses FV erreicht werden. Hierdurch ist eine schonende Behandlung des Faservlieses FV und damit letztlich eine hohe Qualität des erzeugten Faserbandes FB, insbesondere bei hohen Arbeitsgeschwindigkeiten der Strecke 1, gewährleistet.

Die Vliesführungsvorrichtung 20 umfasst einen Vliestrichter 21, einen Bandführer 24 und eine Abzugseinrichtung 26. Sie dient der Umformung des ausgebreiteten Faservlieses FV zu einem homogenen Faserband FB.

An einem stromabwärtigen Abschnitt der Vliesführungsvorrichtung 20 ist eine zweite Messeinrichtung 12 angeordnet, welche die Masse des hindurch geführten Faserbandes FB erfasst. Diese Masse bzw. Dicke wird durch eine nicht gezeigte Sensorelektronik in ein Messsignal Sa(t) umgesetzt, welches ebenfalls der Steuerungsvorrichtung 10 zugeführt wird. Die Messeinrichtung 12 kann, wie gezeigt, im Bereich des Bandführers 24 oder im Bereich der Abzugseinrichtung 26 vorgesehen sein.

Die Messeinrichtung 12 der Vliesführungsvorrichtung 20 arbeitet vorzugsweise nach einem berührungslosen Messprinzip. Die Verwendung einer berührungslosen Messeinrichtung 12 ist hier besonders vorteilhaft, da die Geschwindigkeit am Auslauf des Streckwerkes 2 naturgemäß deutlich höher ist als auf dessen Einlaufseite. Nachteilig bei den bekannten berührungslos arbeitenden Messeinrichtungen 12, etwa bei kapazitiven Messeinrichtungen oder bei Mikrowellenmesseinrichtungen, ist es jedoch, dass diese in regelmäßigen Abständen abgeglichen werden müssen. Der Abgleich eines Sensors kann beispielsweise auf der Basis von Leermessungen durchgeführt werden. Zur Durchführung einer Leermessung wird das Faservlies FV am Ausgang des Streckwerks 2 durchtrennt, das Streckwerk 2 angehalten und das sich in der Vliesführungsvorrichtung 20 befindliche Fasermaterial mittels der Abzugseinrichtung 26 entfernt. Bei bekannten Strecken 1 kann dies automatisch durchgeführt werden. Nicht möglich ist es jedoch bisher, nach einer Leermessung das Faservlies FV wieder automatisch in die Vliesführungsvorrichtung 20 einzuführen.

Das Messsignal Sa(t), welches durch die Messeinrichtung 12 mittels einer nicht gezeigten Sensorelektronik erzeugt wird, wird mittels eines nicht gezeigten Qualitätserfassungssystems ausgewertet. Insbesondere werden die durchschnittliche Stärke des Faserbandes und die im Faserverband verbliebenen Ungleichmäßigkeiten erfasst. Genügt die Qualität des auslaufenden Faserverbandes nicht den Anforderungen, so kann beispielsweise ein Signal von der Qualitätserfassungseinrichtung zur Steuerungseinrichtung 10 übertragen und die Maschine angehalten werden. Auch kann eine Meldung an den Bediener erfolgen.

Das Messsignal Sa(t) der Messeinrichtung 12 am Auslauf des Streckwerkes 2 wird häufig auch an die Steuerungseinrichtung 10 direkt übermittelt. So kann beispielsweise eine Abschaltung der Spinnereivorbereitungsmaschine 1 wegen mangelnder Qualität autonom durch die Steuerungseinrichtung 10 erfolgen. Auch ist es möglich, das Messsignal Sa(t) zur Steuerung des Verzuges des Streckwerkes 2 heranzuziehen. Die so realisierte Closed-Loop-Steuerung eignet sich insbesondere zur Ausregulierung von langfristigen Masseschwankungen. Gerade hierbei ist es wünschenswert, die Messeinrichtung 12 möglichst nahe am Auslauf des Streckwerks 2 anzuordnen, um so regelungstechnisch nachteilhafte Totzeiten zu verringern.

Das vermessene Faserband FB wird mittels der Abzugseinrichtung 26 abgezogen und einer Kannenablage 15 zugeführt. Die Kannenablage 15 weist einen um seine Hochachse rotierenden Drehteller 17 mit einem Bandkanal 16 zur Ablage des Faserbandes FB in eine Kanne 18 auf. Die Kanne 18 selbst wird durch nicht gezeigte Mittel im Falle einer Rechteckkanne translatorisch und im Falle einer Rundkanne rotatorisch in Bezug auf den feststehenden Drehteller 17 bewegt. Hierdurch kann der gesamte Innenraum der Kanne 18 mit abgelegtem Faserband FB gefüllt werden. Ist eine Kanne 18 komplett gefüllt, so kann sie manuell durch einen Bediener oder mittels einer nicht dargestellten Kannenwechseleinrichtung gegen eine leere Kanne ersetzt werden.

Die Steuerungseinrichtung 10 der Strecke 1 steuert insbesondere die Drehzahl der Walzenpaare des Streckwerkes 2. Dazu wirkt sie auf die nicht dargestellten Antriebe der Walzenpaare ein. Ebenso wirkt die Steuerungseinrichtung 10 auf den Antrieb der Einzugwalzen 5a, 5b, auf den Antrieb der Abzugseinrichtung 26 sowie auf den Antrieb des Drehtellers 17 und der Kanne 18. Weiterhin kann die Steuerungseinrichtung 10 zur Steuerung einer Kannenwechseleinrichtung ausgebildet sein. Dabei ist die Steuerungseinrichtung 10 mit einer Bedieneinrichtung, beispielsweise mit einer Tastatur, sowie mit einer Ausgabeeinheit, beispielsweise einem Bildschirm, verbunden.

2a zeigt eine erfindungsgemäße Vliesführungsvorrichtung 20 in einer Seitenansicht. 2b zeigt eine zugehörige Frontalansicht. Die 2a und 2b sind nicht maßstabsgetreu, geben jedoch, wie auch die weiteren Figuren, die ungefähren Größenverhältnisse wieder. Auf die Darstellung der Messeinrichtung 12 der Vliesführungseinrichtung 20 wird hier und in den folgenden Figuren aus Gründen der Übersichtlichkeit verzichtet.

Die Vliesführungsvorrichtung 20 ist am Ausgang des in der 1 dargestellten Streckwerks 2, von dem hier lediglich die Ausgangsunterwalze 9a und die Umlenkoberwalze 9b dargestellt sind, angeordnet. Die Vliesführungsvorrichtung 20 weist an ihrem stromaufwärtigen Ende einen Vliestrichter 21 auf, an dessen Eingangsseite ein Trichterbereich 22 und an dessen Ausgangsseite ein Düsenkanal 23 ausgebildet ist.

Stromabwärts des Vliestrichters 21 ist ein Bandführer 24 vorgesehen, welcher einen Bandführerkanal 25 umfasst, der einen Abschnitt 41 zum Verdichten des Faserbandes FB aufweist. An das stromabwärtige Ende des Bandführerkanals 25 schließt sich eine Abzugseinrichtung 26 an.

Der Vliestrichter 21 ist in seiner Betriebsposition B1 gezeigt, in welcher der Düsenkanal 23 in Bezug auf den Bandführerkanal 25 derart angeordnet ist, dass ein luftdichter, durchgehender Führungskanal 23, 25 gebildet wird. Der Vliestrichter 21 ist so gelagert, dass er in einer vorgesehenen Verschieberichtung VR geradlinig bewegbar ist. Um die momentane Position des verschiebbaren Vliestrichters 21 feststellen zu können, ist ein Vliestrichtersensor 36 vorgesehen. Der Vliestrichtersensor 36 kann so ausgebildet sein, dass er die exakte Position des Vliestrichters 21 erfasst. Häufig genügt es jedoch, wenn er so ausgebildet ist, dass feststellbar ist, ob sich der Vliestrichter 21 in seiner Betriebsposition B1 befindet oder nicht.

Um ein ungewolltes Abheben des Vliestrichters 21 von dem Bandführer 24, was den Führungskanal 23, 25 in zwei getrennte Abschnitte teilen würde, zu verhindern, sind Haltemittel 31 vorgesehen. Die Haltemittel 31 umfassen vier Permanentmagnete 31, welche an dem Grundkörper 50 des Bandführers 24 befestigt sind. Die Permanentmagnete 31 könnten jedoch auch an dem Vliestrichter 21 befestigt sein. Im gezeigten Ausführungsbeispiel wirken die Permanentmagnete 31 mit einem Abschnitt des Vliestrichters 21 zusammen, welcher aus Eisen besteht oder Eisen umfasst. Zum Zusammenwirken könnten allerdings auch weitere, am Vliestrichter 21 angeordnete Magnete vorgesehen sein. Ebenso könnte der Abschnitt des Vliestrichters 21 aus einem anderen ferromagnetischen Material bestehen oder ein solches Material umfassen.

Weiterhin vorgesehen sind Anschlagmittel 32, welche eine Verschiebung des Vliestrichters 21 aus der Betriebsposition B1 entgegen der vorgesehenen Verschieberichtung VR durch Formschluss verhindern. Eine Vliestrichterfestlegeinrichtung 34 verhindert, dass der Vliestrichter 21 ungewollt in der vorgesehenen Verschieberichtung VR bewegt wird. Die Vliestrichterfestlegeinrichtung 34 umfasst zwei Permanentmagnete 34, welche an den Anschlagmitteln 32 angeordnet sind.

In geringerem Maße wirkt die Vliestrichterfestlegeinrichtung 34 auch einem Abheben des Vliestrichters 21 von dem Bandführer 24 entgegen. Die Vliestrichterfestlegeinrichtung 34 unterstützt daher die Funktion der Haltemittel 31. Umgekehrt unterstützen auch die Haltemittel 31 die Funktion der Vliestrichterfestlegeinrichtung 34, da sie den Vliestrichter 21 zum Bandführer 24 ziehen und die dadurch entstehende Reibung den Vliestrichter 21 in seiner Betriebsposition B1 hält.

Sofern sich am Ausgang der Unterwalze 9a ein Wickel bildet, wird zumindest ein Teil des gelieferten Faservlieses FV in den Spalt zwischen der Unterwalze 9a und dem Vliestrichter 21 gezogen. Hierdurch wird auf den Vliestrichter 21 eine Kraft ausgeübt, welche eine Komponente in Richtung der vorgesehenen Verschieberichtung VR aufweist. Die Vliesführungsvorrichtung 20 ist dabei so ausgebildet, dass diese Komponente der durch den Wickel bewirkten Kraft ausreicht, um den Vliestrichter 21 in Bezug auf den Bandführer 24 zu verschieben. Eine derartige Verschiebung wird mittels des Vliestrichtersensors 36 erkannt. Der Vliestrichtersensor 36 steht mit der Steuerungseinrichtung 10 der Strecke 1 in Verbindung, so dass die Steuerungseinrichtung 10 die Strecke selbstständig stillsetzen kann. Auch kann sie ein Alarmsignal für einen Bediener veranlassen.

Um sicherzustellen, dass der Vliestrichter 21 nicht schräg zur vorgesehenen Verschieberichtung VR bewegt werden kann, sind seitliche Führungsmittel 33 vorgesehen, welche durch Formschluss wirken.

Der Trichterbereich 22 des Vliestrichters 21 weist eine lange Seitenwand 44 auf, welche als eine um eine Deckplattenschwenkachse 51 schwenkbare Deckplatte 44 ausgebildet ist. Sie befindet sich in ihrer Betriebsposition B2, in der sie durch eine Deckplattenfestlegeinrichtung 46 gehalten ist. Die Deckplattenfestlegeinrichtung 46 umfasst zwei Permanentmagnete 46, welche jeweils mit einem nicht verschwenkbaren Abschnitt des Vliestrichters 21 zusammenwirken. Die Abschnitte, bestehen aus einem ferromagnetischen Material, beispielsweise aus Eisen oder umfassen ein solches Material. Es könnten jedoch auch nicht verschwenkbare Magnete vorgesehen sein. Um die aktuelle Position der Deckplatte 44 zu erfassen beziehungsweise um festzustellen, ob sich die Deckplatte 44 in ihrer Betriebsposition B2 befindet, ist ein Deckplattensensor 47 vorgesehen. Der Deckplattensensor 47 erfasst die Position der Deckplatte 44 relativ zum Grundkörper des Vliestrichters 21. Hierzu ist er an dem Grundkörper des Vliestrichters 21 angeordnet.

Wenn sich im Trichterbereich 22 des Vliestrichters 21 ein fortlaufend zugeführtes Faservlies FV staut, so wird auf die Innenseite der Deckplatte 44 eine Kraft ausgeübt. Dabei ist die Vliesführungsvorrichtung so ausgebildet, dass diese Kraft ausreicht, um die Deckplatte 44 aus ihrer vorgesehenen Betriebsposition B2 zu drücken. Dies kann mittels des Deckplattensensors 47, der mit der Steuerungseinrichtung 10 verbunden ist, erfasst werden. Die Steuerungseinrichtung 10 kann dann die Strecke 1 stillsetzen und/oder eine Alarmanzeige auslösen.

Sämtliche oben angesprochenen Permanentmagnete 31, 34, 46 könnten auch als Elektromagnete ausgeführt sein. Hierdurch könnten die durch sie ausgeübten Kräfte in einfacher Weise, beispielsweise mittels der Steuerungseinrichtung 10, situationsabhängig gesteuert werden.

Der Grundkörper 50 des Bandführers 24 ist um eine Grundkörperschwenkachse 52 in Bezug auf die Abzugseinrichtung 26 schwenkbar. Dabei zeigen die 2a und 2b den Grundkörper 50 in seiner Betriebsposition B3, in der er durch Gewichtskräfte und/oder durch nicht gezeigte Haltemittel gehalten ist.

Die Abzugseinrichtung 26 der Vliesführungsvorrichtung 20 umfasst eine ortsfeste und antreibbare erste Abzugswalze 26a sowie eine beweglich gelagerte zweite Abzugswalze 26b. Letztere ist an einem Halter 53 gelagert, welcher um eine Achse 54 schwenkbar ist. Der Halter 53 ist durch pneumatische Belastungsmittel 48 derart belastet, dass die beweglich gelagerte Abzugswalze 26b gegen die ortsfeste Abzugswalze 26a gepresst werden kann. Die pneumatischen Belastungsmittel 48 können durch die Steuerungseinrichtung 10 automatisch gesteuert werden. Sie können so ausgebildet sein, dass die Abzugswalze 26b von der Abzugswalze 26a automatisch wegbewegt werden kann, so dass dazwischen ein freier Spalt entsteht.

Im Betrieb der Vliesführungsvorrichtung 20 befindet sich – wie in den 2a und 2b gezeigt – der Vliestrichter 21 in seiner Betriebsposition B1, die Deckplatte 44 in ihrer Betriebsposition B2 und die Grundplatte 50 des Bandführers 24 in ihrer Betriebsposition B3. Im Betrieb liefern die Ausgangsunterwalze 9a und die Umlenkoberwalze 9c ein Faservlies FV, welches beispielsweise eine Stärke von 10 mm aufweist und auf eine Breite von 20 cm ausgebreitet ist. Das Faservlies FV wird in einer Faservlieseinzugsrichtung ER in den Trichterbereich 22 des Vliestrichters 21 geführt, wo es zu einem Faserband FB geformt wird. Dieses Faserband FB gelangt in den sich an den Trichterbereich 22 luftdicht anschließenden Düsenkanal 23. Da sich der Vliestrichter 21 in seiner Betriebsposition B1 befindet, bilden der Düsenkanal 23 und der Bandführerkanal 25 einen durchgehenden Führungskanal 23, 25, so dass das Faserband FB über den Düsenkanal 23 und den Bandführerkanal 25, der einen sich verjüngenden Abschnitt 41 zum Komprimieren des Faserbandes FB umfasst, zur Abzugseinrichtung 26 gelangen kann. Ein derartiger Abschnitt 41 wird auch Bandtrichter genannt.

Der Düsenkanal 23 sowie der Bandführerkanal 25 sind so geformt, dass das Faserband FB darin jeweils geradlinig, also ohne Umlenkung, geführt ist. Sie sind relativ zueinander so angeordnet, dass das Faserband FB auch am Übergang vom Düsenkanal 23 zum Bandführerkanal 25 geradlinig geführt ist. Ein ausgangsseitiger Abschnitt 37 des Düsenkanals 23 und ein eingangsseitiger Abschnitt 38 des Bandführerkanals 25 sind hierzu koaxial angeordnet. Durch die geradlinige Führung im gesamten durchgehenden Führungskanal 23, 25 ist eine schonende Behandlung des Faserbandes FB sichergestellt.

Die Abschnitte 37 und 38 sind zylinderförmig ausgebildet und weisen denselben Durchmesser auf. Hierdurch ist das Faserband FB am Übergang vom Düsenkanal 23 zum Bandführerkanal 25 ohne Unterbrechung allseitig geführt, was die Erzeugung eines qualitativ hochwertigen Faserbandes FB ermöglicht. Durch den glatten Übergang wird zudem ein Anhaften von Verschmutzungen wirksam verhindert.

Bei der Inbetriebnahme der Strecke 1 ist es erforderlich, das Faservlies FV in die Vliesführungsvorrichtung 21 einzufädeln. Hierbei befinden sich der Vliestrichter 21 in seiner Betriebsposition B1, die Deckplatte 44 in ihrer Betriebsposition B2 und die Grundplatte 50 des Bandführers 24 in ihrer Betriebsposition B3. Beim Einfädeln wird das vordere Ende des Faservlieses FV mittels des Streckwerks 2 in den Trichterbereich 22 geführt. Der Antrieb des Streckwerks 2 kann hierzu automatisch durch die Steuerungseinrichtung 10 gesteuert sein. Weiterhin wird mittels einer Injektoranordnung 49 Druckluft in einen stromabwärtigen Abschnitt des Bandführerkanals 25 geblasen. Das Einblasen von Druckluft kann hierbei mittels der Steuerungseinrichtung 10 automatisch gesteuert sein. Die Injektoranordnung 49 ist in den folgenden Figuren näher beschrieben.

Durch das Einblasen von Druckluft entsteht in dem durchgehenden Führungskanal 23, 25 und in dem sich daran stromaufwärts anschließenden Trichterbereich 22 ein Saugstrom, der das Faservlies FV erfasst und in den Führungskanal 23, 25 zieht, wodurch das Faservlies FV zu einem Faserband FB zusammengefasst wird. Dies ist nur möglich, da bei der erfindungsgemäßen Vliesführungsvorrichtung 20 kein Gelenk in dem durchgehenden Führungskanal 23, 25 vorgesehen ist. Hierdurch ist ein seitliches Einströmen von Luft im Bereich des Gelenks verhindert, so dass der Saugstrom nicht geschwächt ist. Da kein Gelenk vorhanden ist, braucht es zudem nicht aufwändig eingestellt werden.

Das vordere Ende des Faserbandes FB wird anschließend durch Luftströmungen bis in den Bereich zwischen der ersten Abzugswalze 26a sowie der zweiten Abzugswalze 26b geführt.

In dieser Phase des Einfädelns kann die Belastung der beweglichen Abzugswalze 26b, beispielsweise gesteuert durch die Steuerungseinrichtung 10, verringert werden, so dass das vordere Ende des Faserbandes FB zwischen die Abzugswalzen 26a und 26b gelangen und von diesen geklemmt werden kann. Alternativ ist es auch möglich, dass die Abzugswalzen 26a und 26b mittels der Belastungsmittel 48 auseinander gezogen werden, so dass ein freier Spalt entsteht. Wenn das Faserband FB von den Abzugswalzen 26a und 26b erfasst worden ist, kann die Belastung wieder auf den normalen Wert eingestellt werden.

Der Antrieb der angetriebenen Abzugswalze 26a ist, beispielsweise durch die Steuerungseinrichtung 10, so gesteuert, dass das vorgelegte Faserband FB, sobald es der Abzugseinrichtung 26 vorgelegt wird, aus dem Bandführerkanal 25 abgezogen wird. Das Faserband FB wird dann in einer vorgesehenen Faserbandlieferrichtung LR aus dem Bereich der Vliesführungsvorrichtung 20 abgeführt. Da die Faserbandlieferrichtung LR nur wenig von der vorgesehenen Faservlieseinzugsrichtung ER abweicht, da also im Bereich der Vliesführungsvorrichtung 20 nur eine geringe Umlenkung des Faservlieses FV beziehungsweise des Faserbandes FB erfolgt, kann ein besonders hochwertiges Faserband FB produziert werden. Dabei ist es mittels der erfindungsgemäßen Vliesführungsvorrichtung 20 erstmals möglich, das Einfädeln des Faservlieses VF vollständig zu automatisieren.

3 zeigt die erfindungsgemäße Vliesführungsvorrichtung 20 im Schnitt. Dabei ist ersichtlich, dass der Düsenkanal 23 Bestandteil einer Trichterdüse 42 ist, welche als auswechselbarer Einsatz für den Grundkörper 56 des Vliestrichters 21 ausgebildet ist. Durch Auswechseln der Trichterdüse 42 kann die Form des Düsenkanals 23 auf einfache Weise verändert und so beispielsweise an das Material oder die Stärke des vorgelegten Faservlieses FV angepasst werden.

Weiterhin ist der Bandführerkanal 25 Bestandteil eines Bandtrichters 43, der als auswechselbarer Einsatz für den Bandführer 24 ausgebildet ist. Üblicherweise werden Trichterdüse 42 und Bandtrichter 43 paarweise gewechselt, so dass stets sichergestellt ist, dass am Übergang vom Düsenkanal 23 zum Bandführerkanal 25 keine sprunghafte Veränderung des Querschnitt des durchgehenden Führungskanals 23, 25 erfolgt.

Die Injektoranordnung 49 umfasst einen Druckluftkanal 60. Dieser ist über Verbindungsmittel 61 mit einer nicht gezeigten Druckluftquelle verbunden. Die Verbindungsmittel 61 wiederum umfassen nicht gezeigte Steuermittel zur Steuerung der dem Druckluftkanal 60 zugeführten Druckluft. Der Druckluftkanal 60 mündet in einen ringförmigen Kanal 62, der am Umfang des Bandtrichters 43 ausgebildet ist. Von dem ringförmigen Kanal 62 gehen Injektorbohrungen 63 und 64 aus, welche in den Bandführerkanal 25 münden. Die Injektorbohrungen 63 und 64 sind so ausgebildet, dass die in den Bandführerkanal 25 eingeblasene Druckluft in Richtung des Ausgangs des Bandführerkanals 25 gerichtet ist, um so den bereits angesprochenen Saugstrom zu erzeugen.

4 zeigt die Trichterdüse 42 im Schnitt. Dabei ist erkennbar, dass der Düsenkanal 23 einen stromabwärtigen Abschnitt 37, welcher zylinderförmig ausgebildet ist, sowie einen stromaufwärtigen Abschnitt 40, welcher kegelstumpfförmig ausgebildet ist, aufweist. Dabei gehen die Abschnitte 37 und 40 des Düsenkanals 23 ohne sprunghafte Querschnittsveränderung ineinander über. Insgesamt ist die Trichterdüse 42 so ausgebildet, dass der Düsenkanal 23 in radialer Richtung luftdicht ist. Am Ausgang des Düsenkanals 23 ist weiterhin eine eben ausgebildete Vliestrichterdichtfläche 27 vorgesehen.

5 zeigt den Bandtrichter 43 ebenfalls im Schnitt. Der Bandführerkanal 25 weist einen zylinderförmigen eingangsseitigen Abschnitt 38 sowie einen zylinderförmigen ausgangsseitigen Abschnitt 39 und dazwischenliegend einen kegelstumpfförmigen Abschnitt 41 auf. Der eingangsseitige Abschnitt 38 weist denselben Querschnitt wie der ausgangsseitige Abschnitt 37 der Trichterdüse 42 auf. Der mittlere Abschnitt 41 dient dem Verdichten des durchgeführten Faserbandes FB. Die Injektorbohrungen 63 und 64 münden in den ausgangsseitigen Abschnitt 39. Die Abschnitte 38, 41, 39 des Bandführerkanals 25 gehen ohne sprunghafte Querschnittsveränderung ineinander über. Der Bandtrichter 43 ist insgesamt so ausgebildet, dass der Bandführerkanal 25 in radialer Richtung luftdicht ist. Dem steht auch das Vorhandensein der Injektorbohrungen 63 und 64 nicht entgegen, da auch hier keine Luft in radialer Richtung unkontrolliert ein- oder austreten kann.

Der durch die Trichterdüse 42 und den Bandtrichter 43 geformte durchgehende Führungskanal 23, 25 besteht damit insgesamt aus den zylinderförmigen Abschnitten 37, 38, 39 sowie aus den kegelstumpfförmigen Abschnitten 40, 41.

Am Eingang des Bandführerkanals 25 ist eine ebene Bandführerdichtfläche 28 ausgebildet, welche mit der Vliestrichterdichtfläche 27 im eingebauten Zustand luftdicht abschließt, sofern sich der Vliestrichter 21 in seiner Betriebsposition B1 befindet. Hierzu ist keine separate Dichtung vorgesehen. Dies ist möglich, da sowohl die Trichterdüse 42 als auch der Bandtrichter 43 aus Metall bestehen. Die Vliestrichterdichtfläche 27 und die Bandführerdichtfläche 28 können daher präzise und dauerhaft stabil gefertigt werden. Die Vliestrichterdichtfläche 27 und die Bandführerdichtfläche 28 sind so angeordnet, dass sie beim Verschieben des Vliestrichters 21 in der vorgesehenen Verschieberichtung VR aneinander entlang gleiten.

6 zeigt eine Seitenansicht der erfindungsgemäßen Vliesführungsvorrichtung 20, wobei der Vliestrichter 21 in seiner Wartungsposition W1 dargestellt ist. Der Vliestrichter 21 gelangt aus seiner Betriebsposition B1 in die gezeigte Wartungsposition W1, indem er geradlinig verschoben wird. Die vorgesehene Verschieberichtung VR ist dabei horizontal und quer zum Bandführerkanal 25, hier sogar senkrecht zum Bandführerkanal 25, ausgerichtet.

An der ausgangsseitigen Stirnseite des Vliestrichters 21 ist eine Vliestrichtergleitfläche 29 ausgebildet. Diese ist durch eine an der Eingangsseite des Bandführers 24 ausgebildete Bandführergleitfläche 30 abgestützt. Dies gilt, wenn sich der Vliestrichter 21 in seiner Wartungsposition W1, aber auch wenn er sich in seiner Betriebsposition B1 befindet. Vliestrichtergleitfläche 29 und Bandführergleitfläche 30 sind eben ausgebildet und verhindern ein Verkippen des Vliestrichters 21. Das Gewicht des Vliestrichters 21 ruht stets auf der Bandführergleitfläche 30.

Um bei einem an der Ausgangsunterwalze 9a auftretenden Wickel aus der Betriebsposition B1 in die Wartungsposition W1 geschoben zu werden, ist an dem Vliestrichter 21 eine Fläche 35 ausgebildet, auf welche der Wickel Kräfte in der vorgesehenen Verschieberichtung VR ausüben kann.

Die 7a und 7b zeigen die erfindungsgemäße Vliesführungsvorrichtung 20, wobei die Deckplatte 44 gegenüber einem Grundkörper 56 des Vliestrichters 21 in ihre Wartungsposition W2 verschwenkt ist.

Weiterhin zeigen die 8a und 8b die Vliesführungsvorrichtung 20 mit abgenommenem Vliestrichter 21. Bedingt durch die Lagerung des Vliestrichters 21 kann dieser problemlos vom Bandführer 24 abgenommen werden, so dass Letzterer, beispielsweise zum Zwecke der Reinigung, von oben her gut zugänglich ist.

9 zeigt schließlich, dass der Grundkörper 50 des Bandführers 24 bei abgenommenem Vliestrichter 21 um die Grundkörperschwenkachse 52 in eine Wartungsposition W3 geschwenkt werden kann. Es sind jedoch auch Anordnungen denkbar, bei der der Grundkörper 50 auch bei aufgesetztem Vliestrichter 21 in eine Wartungsposition gebracht werden kann. Wenn sich der Grundkörper 50 in seiner Wartungsposition befindet, so ist die Abzugseinrichtung 26 von oben her zugänglich.

10 zeigt ein weiteres Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen Vliesführungsvorrichtung 20. Es unterscheidet sich darin von der oben beschriebenen Ausführung, dass der Deckplattensensor 47' nicht an dem Vliestrichter 21 sondern mittels eines Halters 54 an dem Bandführer 24 angeordnet ist. Die Position des Deckplattensensors 47' ist daher unabhängig von der Position des Vliestrichters 21. Erfasst wird daher die Position der Deckplatte 44 in Bezug auf die Position des Bandführers 24.

Mittels des Deckplattensensors 47' wird nur dann ein Signal erzeugt, wenn sich der Vliestrichter 21 in seiner Betriebsposition B1 und sich gleichzeitig die Deckplatte 44 in ihrer Betriebsposition B2 befindet. Dieses Signal kann verwendet werden, um eine Inbetriebnahme der Textilmaschine 1 zu verhindern bzw. den Betrieb der Textilmaschine 1 zu unterbrechen, wenn wenigstens eine dieser für einen planmäßigen Betrieb der Textilmaschine 1 erforderlichen Bedingungen nicht vorliegt.

Da der Deckplattensensor 47' damit auch die Position des Vliestrichters 21 gegenüber dem Bandführer 24 überwacht, kann hier auf einen separaten Vliestrichtersensor verzichtet werden.

Die vorliegende Erfindung ist nicht auf das dargestellte und beschriebene Ausführungsbeispiel beschränkt. Es sind Abwandlungen im Rahmen der Patentansprüche jederzeit möglich.


Anspruch[de]
Vliesführungsvorrichtung (20) zum Anordnen am Ausgang einer ein ausgebreitetes Faservlies (FV) liefernden Vorrichtung (2), beispielsweise einem Streckwerk (2) einer Textilmaschine (1), mit einem Vliestrichter (21) zum Zusammenfassen des gelieferten Faservlieses (FV) zu einem Faserband (FB), welcher einen Trichterbereich (22) und einen sich daran stromabwärts anschließenden Düsenkanal (23) umfasst, und mit einem einen Bandführerkanal (25) umfassenden Bandführer (24) zum Führen des den Vliestrichter (21) verlassenden Faserbandes (FB) zu einer Abzugseinrichtung (26) der Vliesführungsvorrichtung (20), beispielsweise umfassend eine Abzugsscheibenanordnung (26a, 26b), dadurch gekennzeichnet, dass der Vliestrichter (21) gegenüber dem Bandführer (24) aus einer Betriebsposition (B1) in eine Wartungsposition (W1) verschiebbar ist, wobei zumindest in der Betriebsposition (B1) der Düsenkanal (23) und der Bandführerkanal (25) einen durchgehenden Führungskanal (23, 25) bilden. Vliesführungsvorrichtung (20) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest in der Betriebsposition (B1) der Düsenkanal (23) und der Bandführerkanal (25) luftdicht aneinandergefügt sind. Vliesführungsvorrichtung (20) nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass in der Betriebsposition (B1) eine am Ausgang des Düsenkanals (23) ausgebildete Vliestrichterdichtfläche (27) und eine am Eingang des Bandführerkanals (25) ausgebildete Bandführerdichtfläche (28) ohne separate Dichtung aneinandergefügt sind. Vliesführungsvorrichtung (20) nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Vliestrichterdichtfläche (27) an einem Element des Vliestrichters (21) aus Metall und/oder dass die Bandführerdichtfläche (28) an einem Element des Bandführers (24) aus Metall ausgebildet ist. Vliesführungsvorrichtung (20) nach einem der Ansprüche 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Vliestrichterdichtfläche (27) und die Bandführerdichtfläche (28) eben ausgebildet sind. Vliesführungsvorrichtung (20) nach einem der Ansprüche 3 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Vliestrichterdichtfläche (27) und die Bandführerdichtfläche (28) beim Verschieben des Vliestrichters (21) aneinander entlang gleiten. Vliesführungsvorrichtung (20) nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Vliestrichter (21) geradlinig verschiebbar ist. Vliesführungsvorrichtung (20) nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Vliestrichter (21) horizontal verschiebbar ist. Vliesführungsvorrichtung (20) nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass der Vliestrichter (21) quer zum Bandführerkanal (25) verschiebbar ist. Vliesführungsvorrichtung (20) nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass der Vliestrichter (21) senkrecht zum Bandführerkanal (25) verschiebbar ist. Vliesführungsvorrichtung (20) nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass an der ausgangsseitigen Stirnseite des Vliestrichters (21) eine Vliestrichtergleitfläche (29) ausgebildet ist, welche durch eine an der Eingangsseite des Bandführers (24) ausgebildete Bandführergleitfläche (30) abgestützt ist. Vliesführungsvorrichtung (20) nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Vliestrichtergleitfläche (29) und die Bandführergleitfläche (30) eben ausgebildet sind. Vliesführungsvorrichtung (20) nach einem der Ansprüche 11 oder 12, dadurch gekennzeichnet, dass Haltemittel (31) vorgesehen sind, welche einem Abheben der Vliestrichtergleitfläche (29) von der Bandführergleitfläche (30) zumindest in der Betriebsposition (B1) entgegen wirken. Vliesführungsvorrichtung (20) nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass die Haltemittel (31) wenigstens einen Magneten (31), vorzugsweise wenigstens einen Permanentmagneten (31) umfassen. Vliesführungsvorrichtung (20) nach einem der Ansprüche 1 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass Anschlagmittel (32) vorgesehen sind, um eine Verschiebung des Vliestrichters (21) aus der Betriebsposition (B1) entgegen einer vorgesehenen Verschieberichtung (VR) zu verhindern. Vliesführungsvorrichtung (20) nach einem der Ansprüche 1 bis 15, dadurch gekennzeichnet, dass seitliche Führungsmittel (33) vorgesehen sind, um eine Verschiebung des Vliestrichters (21) schräg zur vorgesehenen Verschieberichtung (VR) zu verhindern. Vliesführungsvorrichtung (20) nach einem der Ansprüche 1 bis 16, dadurch gekennzeichnet, dass eine Vliestrichterfestlegeinrichtung (34) zum Festlegen des Vliestrichters (21) in der Betriebsposition (B1) bezüglich der vorgesehenen Verschieberichtung (VR) vorgesehen ist. Vliesführungsvorrichtung (20) nach Anspruch 17, dadurch gekennzeichnet, dass die Vliestrichterfestlegeinrichtung (34) wenigstens ein Rastelement, wenigstens ein Klemmelement und/oder wenigstens einen Magneten (34), insbesondere wenigstens einen Permanentmagneten (34), umfasst. Vliesführungsvorrichtung (20) nach einem der Ansprüche 1 bis 18, dadurch gekennzeichnet, dass sie so ausgebildet ist, dass sich ein an einer Ausgangswalze (9a) der das ausgebreitete Faservlies (FV) liefernden Vorrichtung (2) bildender Wickel den Vliestrichter (21) aus der Betriebsposition (B1) schiebt. Vliesführungsvorrichtung (20) nach Anspruch 19, dadurch gekennzeichnet, dass am Vliestrichter (21) eine Fläche (35) ausgebildet ist, welche der Ausgangswalze (9a) derart zustellbar ist, dass ein auftretender Wickel Kräfte zum Schieben des Vliestrichters (21) auf die Fläche (35) ausübt. Vliesführungsvorrichtung (20) nach einem der Ansprüche 1 bis 20, dadurch gekennzeichnet, dass ein Vliestrichtersensor (36) zur Erfassung der Position des Vliestrichters (21) vorgesehen ist. Vliesführungsvorrichtung (20) nach einem der Ansprüche 1 bis 21, dadurch gekennzeichnet, dass in der Betriebsposition (B1) wenigstens ein ausgangsseitiger Abschnitt (37) des Düsenkanals (23) und wenigstens ein eingangsseitiger Abschnitt (38) des Bandführerkanals (2S) koaxial angeordnet sind, sodass das Faserband (FB) geradlinig aus dem Düsenkanal (23) in den Bandführerkanal (25) geführt ist. Vliesführungsvorrichtung (20) nach einem der Ansprüche 1 bis 22, dadurch gekennzeichnet, dass der Bandführerkanal (25) so geformt ist, dass das Faserband (FB) darin geradlinig geführt ist. Vliesführungsvorrichtung (20) nach einem der Ansprüche 1 bis 23, dadurch gekennzeichnet, dass der Bandführerkanal (25) in radialer Richtung luftdicht ist. Vliesführungsvorrichtung (20) nach einem der Ansprüche 1 bis 24, dadurch gekennzeichnet, dass der Düsenkanal (23) so geformt ist, dass das Faserband (FB) darin geradlinig geführt ist. Vliesführungsvorrichtung (20) nach einem der Ansprüche 1 bis 25, dadurch gekennzeichnet, dass der Düsenkanal (23) in radialer Richtung luftdicht ist. Vliesführungsvorrichtung (20) nach einem der Ansprüche 1 bis 26, dadurch gekennzeichnet, dass der durchgehende Führungskanal (23, 25) ohne sprunghafte Querschnittsveränderung ausgebildet ist. Vliesführungsvorrichtung (20) nach einem der Ansprüche 1 bis 27, dadurch gekennzeichnet, dass der durchgehende Führungskanal (23, 25) aus zylinderförmigen Abschnitten (37, 38, 39) und aus kegelabschnittförmigen Abschnitten (40, 41), insbesondere aus kegelstumpfförmigen Abschnitte (40, 41), besteht. Vliesführungsvorrichtung (20) nach einem der Ansprüche 1 bis 28, dadurch gekennzeichnet, dass der Bandführer (24) einen Abschnitt (41) zum Verdichten des Faserbandes (FB) umfasst. Vliesführungsvorrichtung (20) nach einem der Ansprüche 1 bis 29, dadurch gekennzeichnet, dass der Düsenkanal (23) Bestandteil einer als auswechselbarer Einsatz für den Vliestrichter (21) ausgebildeten Trichterdüse (42) ist. Vliesführungsvorrichtung (20) nach einem der Ansprüche 1 bis 30, dadurch gekennzeichnet, dass der Bandführerkanal (25) Bestandteil eines als auswechselbarer Einsatz für den Bandführer (24) ausgebildeten Bandtrichters (43) ist. Vliesführungsvorrichtung (20) nach einem der Ansprüche 1 bis 31, dadurch gekennzeichnet, dass der Trichterbereich (22) des Vliestrichters (21) wenigstens eine lange Seitenwand (44) aufweist, welche durch eine Deckplatte (44) gebildet ist, die gegenüber einem Grundkörper (56) des Vliestrichters (21) von einer Betriebsposition (B2) in eine Wartungsposition (W2) bewegbar, insbesondere schiebbar oder schwenkbar, ist. Vliesführungsvorrichtung (20) nach Anspruch 32, dadurch gekennzeichnet, dass eine Deckplattenfestlegeinrichtung (46) zum Festlegen der Deckplatte (44) in der Betriebsposition (B2) vorgesehen ist. Vliesführungsvorrichtung (20) nach Anspruch 33, dadurch gekennzeichnet, dass die Deckplattenfestlegeinrichtung (46) wenigstens ein Rastelement, wenigstens ein Klemmelement und/oder wenigstens einen Magneten (46), insbesondere wenigstens einen Permanentmagneten (46), umfasst. Vliesführungsvorrichtung (20) nach einem der Ansprüche 32 bis 34, dadurch gekennzeichnet, dass der Vliestrichter (21) so ausgebildet ist, dass ein sich im Trichterbereich (22) stauendes Faservlies (FV) die Deckplatte (44) aus der Betriebsposition (B2) drückt. Vliesführungsvorrichtung (20) nach einem der Ansprüche 32 bis 35, dadurch gekennzeichnet, dass ein Deckplattensensor (47, 47') zur Erfassung der Position der Deckplatte (44) vorgesehen ist. Vliesführungsvorrichtung (20) nach einem der Ansprüche 32 bis 36, dadurch gekennzeichnet, dass der Deckplattensensor (47) die Position der Deckplatte (44) in Bezug auf einen Grundkörper (56) des Vliestrichters (21) erfasst. Vliesführungsvorrichtung (20) nach einem der Ansprüche 32 bis 36, dadurch gekennzeichnet, dass der Deckplattensensor (47') die Position der Deckplatte (44) in Bezug auf den Bandführer (24) erfasst. Vliesführungsvorrichtung (20) nach einem der Ansprüche 1 bis 38, dadurch gekennzeichnet, dass der Abzugseinrichtung (26) pneumatische Belastungsmittel (48) zugeordnet sind. Vliesführungsvorrichtung (20) nach einem der Ansprüche 1 bis 39, dadurch gekennzeichnet, dass Mittel (49) zum Einfädeln des Faservlieses (FV) in die Vliesführungsvorrichtung (20) mittels Druckluft vorgesehen sind, wobei beispielsweise dem Bandführer (24) eine Injektoranordnung (49) zugeordnet ist. Vliesführungsvorrichtung (20) nach einem der Ansprüche 1 bis 40, dadurch gekennzeichnet, dass eine vorgesehene Faserbandlieferrichtung (LR) von einer vorgesehenen Faservlieseinzugsrichtung (ER) um weniger als 30°, vorzugsweise um weniger als 20°, besonders bevorzugt um weniger als 10° abweicht. Vliesführungsvorrichtung (20) nach einem der Ansprüche 1 bis 41, dadurch gekennzeichnet, dass der Bandführer (24) einen Grundkörper (50) aufweist, welcher gegenüber der Abzugseinrichtung (26) von einer Betriebsposition (B3) in eine Wartungsposition (W3) bewegbar ist. Vliesführungsvorrichtung (20) nach Anspruch 42, dadurch gekennzeichnet, dass der Grundkörper (50) als Schiebeplatte oder als Schwenkplatte (50) ausgebildet ist. Textilmaschine (1), insbesondere Strecke (1), Karde oder Kombinationsmaschine, mit einer ein ausgebreitetes Faservlies (FV) liefernden Vorrichtung (2), beispielsweise mit einem Streckwerk (2), dadurch gekennzeichnet, dass am Ausgang der ein ausgebreitetes Faservlies (FV) liefernden Vorrichtung (2) eine Vliesführungsvorrichtung (20) nach einem der Ansprüche 1 bis 43 angeordnet ist. Textilmaschine (1) nach Anspruch 44 dadurch gekennzeichnet, dass die ein ausgebreitetes Faservlies (FV) liefernde Vorrichtung (2) ein waagerecht angeordnetes Streckwerk (2) ist. Textilmaschine (1) nach Anspruch 44, dadurch gekennzeichnet, dass die ein ausgebreitetes Faservlies (FV) liefernde Vorrichtung (2) ein aufrecht angeordnetes Streckwerk (2) ist. Textilmaschine (1) nach Anspruch 44, dadurch gekennzeichnet, dass die ein ausgebreitetes Faservlies (FV) liefernde Vorrichtung (2) ein schräg angeordnetes Streckwerk (2) ist. Textilmaschine (1) nach einem der Ansprüche 44 bis 47, dadurch gekennzeichnet, dass das Faservlies (FV) im Ausgangsbereich, beispielsweise im Bereich einer Ausgangswalzenanordnung (9a, 9b, 9c), der ein ausgebreitetes Faservlies (FV) liefernden Vorrichtung (2) um weniger als 60°, vorzugsweise um weniger als 30°, besonders bevorzugt um weniger als 15°, umgelenkt ist.






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