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Dokumentenidentifikation DE10233990B4 20.09.2007
Titel Befestigungselement und Verfahren sowie Vorrichtung zur Herstellung eines Befestigungselements
Anmelder Sand, Werner, 63801 Kleinostheim, DE
Erfinder Sand, Werner, 63801 Kleinostheim, DE;
Bäcker, Frank, 63741 Aschaffenburg, DE;
Hepp, Christian, 63906 Erlenbach, DE
Vertreter Nitz, A., Dr., Pat.-Anw., 63739 Aschaffenburg
DE-Anmeldedatum 25.07.2002
DE-Aktenzeichen 10233990
Offenlegungstag 19.02.2004
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 20.09.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 20.09.2007
IPC-Hauptklasse B68G 7/12(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, DE
IPC-Nebenklasse A47C 31/02(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, DE   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Befestigungselement zum Festlegen eines Textilstoffs, insbesondere eines Polsterbezuges, unter Vorspannung an einem, insbesondere gepolsterten, Sitzelement oder dergleichen, mit einem an dem Sitzelement festlegbaren Kopfprofil, welches mit einer mit dem Textilstoff zu vernähenden Annähfahne aus textilem Flächenmaterial verbunden ist, wobei das Kopfprofil das Flächenmaterial an einer seiner Längsseiten zwischen zwei gegenüberliegenden Kopfprofilschenkeln einschließt, sowie ein Verfahren zur Herstellung eines Befestigungselements und eine Vorrichtung zur Herstellung eines Befestigungselements.

Derartige Befestigungselemente werden bei Polstersitzen dazu verwandt, das auf einer geeigneten Unterlage angebrachte Polstermaterial in die gewünschte, sitzgerechte Form zu bringen. Dabei wird der Bezugsstoff an eine Annähfahne angenäht, die mit einem Kopfprofil versehen ist, das dann im wesentlichen quer zur äußeren Oberfläche des auf dem Polstermaterial aufliegendem Bezugsstoffs im Bereich des Polstermaterials festgelegt wird, wodurch eine nahtähnliche Wölbung im Bezugsstoff erzeugt wird.

Die DE 689 14 369 T2 offenbart eine Befestigungsvorrichtung zum Festspannen von Sitzbezügen, die eine Leiste umfasst, die auch aus Kunststoff koextrudiert werden kann.

Die DE 201 00 848 U1 offenbart ein Clipelement zum Verbinden eines Polsterbezugs mit einem Schaumpolsterelement. Das an dem Polsterbezugsstoff befestigte Profilband weist eine zum Einhaken verdickte Kante auf.

Die EP 403 815 B1 beschreibt ein Befestigungselement, aufgebaut aus einem Profilstab, der ein zweischenkliges Querschnittsprofil aufweist, wobei die Profilschenkel eine Annähfahne einschließen, indem eine feste Verschweißung der Annähfahne mit den angrenzenden Innenflächen der beiden Profilschenkel vorgenommen ist.

Als nachteilig erweist es sich, dass das Befestigungselement in mehreren Einzelschritten hergestellt werden muß.

Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, ein einfach aufgebautes und herzustellendes, stabiles Befestigungselement zuliefern, sowie ein Werkzeug zu dessen Herstellung bereitzustellen.

Die Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, dass das Kopfprofil an die Längsseite des Flächenmaterials anextrudiert ist und das Flächenmaterial zwischen den Textilfäden auch nach der Anextrusion verbleibende, in Normalenrichtung des Flächenmaterials durchgehend offene Zwischenräume aufweist, wobei das Kopfprofilmaterial die zwischen den Kopfprofilschenkeln liegenden Zwischenräume mit im wesentlichen jeweils einstückig mit beiden Kopfprofilschenkeln ausgebildeten und zwischen diesen sich erstreckenden Halte-Materialbrücken durchgreift, so dass das Flächenmaterial unter der Vorspannung dauerhaft auszugsicher mit dem Kopfprofil verbunden ist.

Das Befestigungselement ist einfach aufgebaut. Es besteht lediglich aus einem Kopfprofil und einer Annähfahne, also im wesentlichen aus zwei Teilen. Durch die Halte-Materialbrücken, die durch die Zwischenräume im Flächenmaterial verlaufen, besteht zwischen den beiden Kopfprofilschenkeln eine starke Verbindung, die zudem aus demselben Material besteht, wie das Kopfprofil selbst. Die Halte-Materialbrücken werden während des Anextrusionsvorgangs erzeugt und somit in einem Vorgang zusammen mit der Herstellung des Kopfprofils. Sie bilden eine direkte, nahezu rechtwinklige Verbindung zwischen den Kopfprofilschenkeln. Es ist somit eine zugleich einfache und sichere Verbindung zwischen Kopfprofil und Annähfahne gegeben. Das Kopfprofil muß nicht in einem zusätzlichen Arbeitsgang hergestellt werden, sondern ist an die Annähfahne anextrudiert. Die Halte-Materialbrücken stabilisieren zudem das Textil im Bereich des Kopfprofils, da nahezu das gesamte freie Volumen (entsprechend den Zwischenräumen) zwischen den Kopfprofilschenkeln mit Kopfprofilmaterial ausgefüllt ist und verbessern die Auszugssicherheit der Annähfahne aus dem Kopfprofil. Dies ist insbesondere bei Polstersitzbezügen interessant, da sie starken Belastungen ausgesetzt sind, die in verschiedenen Richtungen an der Annähfahne wirken. Durch das Textil werden die Kräfte einerseits abgefangen und andererseits gibt das Textil leicht nach, so dass ein kontinuierlicher, unter Vorspannung gesetzter, nicht zu abrupt wechselnder Krafteinfluss im Kopfprofilbereich angreift. Zwischen Halte-Materialbrücken und Kopfprofil bilden sich aufgrund der Matealgleichheit und des einheitlichen Herstellungsvorgangs auch bei starkem Kraftangriff/bei hoher Krafteinleitung keine Spannungen oder Risse beispielsweise aufgrund von unterschiedlichen Maßen durch Schrumpfungsprozesse oder unterschiedliches elastisches Verhalten aus. Das Kopfprofil muß nicht notwendig durch eine zusätzliche Verbindung einstückig ausgebildet sein. Die Kopfprofilschenkel können auch zwei gegenüberliegende Einzelleisten sein, die dann wiederum durch Halte-Materialbrücken verbunden sind.

Ein flexibles Kopfprofil, das einerseits wechselnde Kräfte im Einsatz ohne Beschädigung übersteht und beispielsweise auch bei Fehlversuchen in der Herstellung mehrfach verwendbar ist, liegt vor, wenn das Kopfprofil aus einem extrudierbaren Thermoplast besteht.

Vorteilhaft ist es, wenn das Kopfprofil an das Flächenmaterial unter Berücksichtigung der Schmelzpunkte, der Viskosität des geschmolzenen Thermoplastes, der Benetzungseigenschaften des Kopfprofilmaterials, des Flächenmaterials und der Dicke des Flächenmaterials mit einer angepassten Extrusionsgeschwindigkeit so anextrudiert ist, dass eine innige Verbindung von Kopfprofilmaterial mit dem Flächenmaterial gewährleistet ist und die Halte-Materialbrücken zwischen den Kopfprofilschenkeln die Auszugsicherheit geben. Bei Berücksichtigung der verschiedenen Parameter können viele verschiedene Materialpaarungen für Kopfprofil und Annähfahne eingesetzt werden, die alle eine gute Auszugssicherheit gewährleisten. Wesentlich ist dabei eine gute Durchdringung der Zwischenräume mit Kopfprofilmaterial, was durch gute Fließeigenschaften insbesondere Viskosität des geschmolzenen Materials, eine hohe Temperatur des Kopfprofilmaterials, gute Benetzbarkeit des Textils insbesondere im Bereich der Zwischenräume verbessert wird. Durch eine das Eindringen des Extrusionsmaterials ermöglichende Extrusionsgeschwindigkeit wird dieser Vorgang darüberhinaus unterstützt. Bei Einstellung der optimalen Bedingungen ist somit in einem einzigen Arbeitsgang ein einfaches und zudem sehr gut auszugsgesichertes Befestigungselement zu erhalten.

Wenn das Thermoplast einen niedrigeren Schmelzpunkt besitzt als das Flächenmaterial, ist bei Wahl einer geeigneten Anextrusionstemperatur zwischen den beiden Schmelzpunkten gewährleistet, dass das Flächenmaterial während des Extrusionsvorgangs seine Form beibehält.

Ein wichtiger Parameter zur Gewährleistung der Auszugssicherheit ist die Größe und Form der Zwischenräume in Abhängigkeit von den Materialeigenschaften des Thermoplasts und des Flächenmaterials. Diese sind so abgestimmt, dass die Halte-Materialbrücken unter der Vorspannung die Auszugsicherheit geben.

Eine geringe Belastung des Flächenmaterials pro Flächeneinheit ist gegeben, wenn die Überdeckung des Flächenmaterials durch die Kopfprofilschenkel derart groß ausgebildet ist, dass eine die Auszugssicherheit gebende Fläche des Flächenmaterials mit Halte-Materialbrücken durchgriffen ist. Die Anzahl der Zwischenräume, die nötig sind, um einen sicheren Halt zu geben, kann leicht bestimmt werden. Je nach Belastungsgrad kann dann eine größere oder geringere Überdeckung der Kopfprofils mit dem Flächenmaterial eingesetzt werden, ohne dass grundsätzlich etwas an dem Aufbau des Befestigungselements geändert werden müsste.

Eine gute Kraftverteilung und zugleich ausreichende Auszugssicherheit unter Einsparung von Material ist möglich, wenn die Einhüllende des Querschnitts des Kopfprofilschenkels im wesentlichen parabelförmig ist, wobei die lange Achse im wesentlichen quer zur Längsseite des Flächenmaterials verläuft.

Vorteilhaft ist es, wenn das Thermoplast des Kopfprofils und das Flächenmaterial aus derselben Kunststoffart bestehen, wobei das Flächenmaterial beim Anextrusionsprozess mit einem ausreichenden Temperaturabstand zu seinem Schmelzpunkt zu führen ist. Durch die Gleichartigkeit der Materialien ist eine gute Recyclingfähigkeit des Befestigungselements gegeben. Dabei können die Kunststoffarten von Flächenmaterial und Kopfprofil im wesentlichen aus den gleichen Bestandteilen, z.B. aus einem Polymer mit den gleichen Monomeren oder im wesentlichen den gleichen Monomeren bestehen, wobei die Kunststoffarten aber, z.B. durch unterschiedliche Dichten (z.B. high density für das Flächenmaterial und geringere Dichte für das Kopfprofil), unterschiedliche Schmelzpunkte und Festigkeiten haben können.

Eine vorteilhafte, weil sehr stabile Materialkombination, liegt vor, wenn das Thermoplast des Kopfprofils ein ABS-Thermoplast (insbesondere ein Polymer aus den Monomeren Acrylnitril, Butadien, und/oder Styren) mit einer Shorehärte von annähernd 100 ist und das Flächenmaterial im wesentlichen aus Polypropylen mit einer Shorehärte von 97 besteht.

Vorteilhaft ist durch die gute Auszugssicherheit auch eine Verbidnung aus einem Kopfprofil aus Thermoplast und einem Flächenelement, das aus Polyethylen, Polyestergewebe oder Baumwolle besteht.

Ein Flächenmaterial mit flexibler Einsatzfähigkeit, welches zugleich umweltneutral ist liegt vor, wenn das Flächenelement aus Polyethylen besteht.

Eine weiter verbesserte Auszugssicherheit ist gegeben, wenn das Flächenmaterial an der von den Kopfprofilschenkeln eingeschlossenen Längsseite im Bereich der von den Kopfprofilschenkeln eingeschlossenen Fläche zusätzlich verdickt ausgebildet ist. Die Verdickung kann durch einen mehrschichtigen Aufbau hergestellt sein.

Eine einfache und zugleich sehr haltbare Verdickungsart wird geliefert, wenn das Flächenmaterial an der von den Kopfprofilschenkeln eingeschlossenen Längsseite eine dickere Abschlussnaht aufweist. Die Abschlussnaht wird vorteilhafterweise von aus dem Flächenmaterial an der vom Kopfprofil eingeschlossenen Längsseite herausragenden einzelnen Fäden durchsetzt. Hierdurch wird weiterhin eine größere Oberfläche für das Umschließen mit Kopfprofilmaterial gebildet.

Ein einfacher und haltbarer Aufbau des Flächenmaterials liegt vor, wenn das Flächenmaterial ein Gewebe, ein Gelege oder ähnliches ist, wobei die Zwischenräume durch Maschen gebildet sind.

Eine sehr flexibel auf wechselnden Kraftangriff reagiernde Übergangszone zwischen Kopfprofil und Flächenmaterial liegt vor, wenn die Zwischenräume annähernd rechteckig ausgebildet sind und zumindest im Bereich der von den Kopfprofilschenkeln eingeschlossenen Längsseite des Flächenmaterials die Erstreckung der Zwischenräume in Richtung der langen Achse des Querschnitts des Kopfprofils kleiner ist als quer dazu.

Wenn lediglich eine einfache Längsreihe von Zwischenräumen von den Halte-Materialbrücken durchgriffen ist, ist einerseits eine ausreichende Anzahl Brücken vorhanden und zugleich eine erhöhte Beweglichkeit bzw. ein Ausweichen in Längsrichtung des Kopfprofils möglich. Dies erhöht die Belastbarkeit der Verbindung zwischen Kopfprofil und Annähfahne (aus dem Flächenmaterial) bei Krafteinleitung in die Verbindung in Längsrichtung.

Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es weiterhin, ein einfaches und sicheres Verfahren zur Herstellung von Befestigungselementen zu liefern.

Die Aufgabe wird erfüllt durch ein Verfahren zur Herstellung eines Befestigungselements nach Anspruch 16.

Es wird ein Verfahren zur Herstellung eines Befestigungselements vorgeschlagen, wobei ein Kopfprofil an ein Flächenmaterial angebracht wird, insbesondere zur Herstellung eines Befestigungselements nach einem der Ansprüche 1 bis 15, wobei das Kopfprofil an das Flächenmaterial in einem Bereich anextrudiert wird, in dem das Flächenmaterial Zwischenräume aufweist, wobei die Anextrusion derart durchgeführt wird, dass das Kopfprofilmaterial unter der Extrusionstemperatur gemeinsam mit einem entsprechenden Längsabschnitt des Flächenmaterials durch eine Anextrusionsform hindurchtritt, wobei das Kopfprofilmaterial durch die Zwischenräume des Flächenmaterials, die zwischen den Kopfprofilschenkeln liegen, hindurchdringt und zwischen den Kopfprofilschenkeln Halte-Materialbrücken gebildet werden, die nach dem Erkalten die Auszugsicherheit geben. Durch diese Verfahren wird lediglich ein Verfahrenschritt benötigt, um ein Kopfprofil herzustellen und zugleich auszugssicher mit der Annähfahne zu verbinden. Dies verbessert zudem die Präzisich der Verbindung, da kein zusätzliches Einfädeln oder Ansetzen eines vorgefertigten Kopfprofils nötig ist. Die Halte-Materialbrücken werden zusammen mit dem Kopfprofil erzeugt. Die Übergänge zwischen den Halte-Materialbrücken und dem Kopfprofil sind somit unter denselben äußeren Bedingungen aus demselben Material gefertigt und weisen deshalb dieselben Eigenschaften auf.

Ohne Einsatz weiterer Herstellungsverfahren, lediglich insbesondere durch Einstellung der Extrusionsparameter, wie der Extrusionstemperatur, insbesondere der Extrusiongeschwindigkeit, sowie dem Winkel, in dem das Extrusionsmaterial an das Flächenmaterial herangeführt wird, und unter Berücksichtigung der Schmelzpunkte, der Viskosität des geschmolzenen Thermoplastes, der Benetzungseigenschaften der beiden Materialien, der Dicke des Flächenmaterials wird eine gute Formbeständigkeit des Kopfprofils erreicht und zugleich eine optimale Durchsetzung der Zwischenräume mit Extrusionsmaterial.

Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es weiterhin, ein Werkzeug zur Herstellung eines Befestigungselementes zu liefern.

Die Aufgabe wird erfüllt durch ein Anextrusionswerkzeug nach Anspruch 18.

Es wird ein Anextrusionswerkzeug vorgeschlagen zur Herstellung eines Befestigungselements insbesondere nach einem der Ansprüche 1 bis 15 zum Einsatz in einem Verfahren nach einem der Ansprüche 16 oder 17, wobei eine Durchgangsöffnung des Anextrusionswerkzeugs mit dem Querschnitt des Flächenmaterials korrespondiert, sowie eine an eine Längsseite der Durchgangsöffnung angeordnete parallele und damit vebundene zweite Durchgangsöffnung mit dem Querschnitt des Kopfprofils, und einen Zuführkanal zur Zuführung von Kopfprofilmaterial aufweist, wobei die geometrischen Parameter des Zuführkanals und der Durchgangsöffnungen derart gewählt sind, das beim Anextrudieren ein auszugssichere Verbindung zwischen Flächenmaterial und Kopfmaterial entsteht.

Vorteilhaft ist es, wenn ein Zuführkanal des Kopfprofilmaterials schräg unter einem vorbestimmten Winkel zur gemeinsamen Extrusionrichtung von Flächenmaterial und Kopfprofilmaterial angeordnet ist. Dann hat das Extrusionmaterial ausreichend Zeit, in die Zwischenräume einzudringen und Halte-Materialbrücken auszubilden.

Eine gute Anpressung des Kopfprofilmaterials an das Flächenmaterial ist gewährleistet, wenn der Zuführkanal für das Kopfprofilmaterial eine sich in Extrusionsrichtung zu einer Ausgangsöffnung des Kopfprofils hin verjüngende lichte Weite insbesondere eine sich verjüngende Breite aufweist.

Weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus den Ansprüchen. In der nachstehenden Beschreibung, ist ein Ausführungsbesbeispiel des Gegenstands der Erfindung in Verbindung mit den Zeichnungen näher erläutert; es zeigen:

1 ein Querschnitt durch ein Befestigungselement,

2 einen Längsschnitt durch ein Befestigungselement und

3 einen Querschnitt durch ein Anextrusionswerkzeug.

1 zeigt einen Querschnitt durch ein Befestigungselement 1. Das Befestigungselement 1 besteht aus einem Profilkopf 2 und einer Annähfahne 3 aus Flächenmaterial 4.

Der Profilkopf 2, mit einer maximalen Höhe 23 und einer Breite 24 in Richtung einer langen Achse 13, die auf die Annähfahne 3 zuläuft, erstreckt sich an einer Längsseite 5 des Flächenmaterials 4 der Annähfahne 3. Der Profilkopf 2 weist zwei Profilkopfschenkel 6 auf, die im Querschnitt eine insgesamt in etwa parabelförmige Gestalt haben und die Längsseite 5 des Flächenmaterials 4 einfassen. Der Querschnitt des Profilkopfes 2 ist im annähfahnenabgewandten Bereich 20 enger zulaufend und weitet sich im parabellförmigen Verlauf auf über eine längsseitige Fläche 14 des Flächenmaterials 4.

An der dem Flächenmaterial 4 zugewandten Seite 21 des Profilkopfes 2 zeigt der Querschnitt einen Rücksprung 22. Mit Hilfe diese Rücksprunges 22 wird das Befestigungselement in einen nicht dargestellten Halter eingehakt, wodurch die an einen nicht dargestellten Bezugsstoff eines Polstersitzes angenähte Annähfahne 3 unter Vorspannung zwischen Bezug und Kopfprofil 2 gehalten wird.

Die Fläche 14 des Flächenmaterials 4 weist Zwischenräume 9 auf, die im vorliegenden Ausführungsbeispiel quadratisch sind und als Maschen in einem Textilgewebe durch die Zwischenräume 9 begrenzende Textilfäden 7 gebildet werden. Im Bereich des Profilkopfes 2 hat das Flächenmateril 4 in Normalenrichtung 8 zum Flächenmaterial 4 eine Dicke 11. Die Zwischenräume 9 sind im Bereich der Fläche 14 mit Kopfprofilmaterial ausgefüllt, das während des Anextrusionsvorgangs in die Zwischenräume 9 eingebracht wird. Auf diese Weise werden Halte-Materialbrücken 10 zwischen den Kopfprofilschenkeln 6 ausgebildet, die dem Flächenmaterial 4 einen festen Sitz im Kopfprofil 2 ermöglichen. Im dargestellten Ausführungsbeispiel sind zwei längsseitige Reihen von Zwischenräumen 9 von Halte-Materialbrücken 10 durchgriffen, so daß ein guter Halt der Annähfahne 3 im Kopfprofil 2 gewährleistet ist.

2 zeigt einen Längsschnitt durch ein Befestigungselement 1 mit Kopfprofil 2 und Annähfahne 3 aus Flächenmaterial 4. Das Flächenmaterial weist im Bereich der Längsseite 5 von Halte-Materialbrücken 10 durchgriffene Zwischenräume 9 zwischen begrenzenden Textilfäden 7 auf.

3 zeigt einen Querschnitt durch ein Anextrusionswerkzeug 15 mit Durchgängen 16, 18 für einen kontinuierliche Flächenmaterialstreifen und das anzuextrudierende Kopfprofilmaterial.

1
Befestigungselement
2
Kopfprofil
3
Annähfahne
4
Flächenmaterial
5
Längsseite
6
Kopfprofilschenkel
7
Textilfaden
8
Normalenrichtung
9
Zwischenraum
10
Halte-Materialbrücke
11
Dicke
12
Einhüllende
13
lange Achse
14
Fläche
15
Anextrusionswerkzeug
16
Durchgangsöffnung
17
Längsseite
18
Durchgangsöffnung
19
Extrusionsrichtung
20
Bereich
21
Bereich
22
Rücksprung
23
maximale Dicke
24
Breite


Anspruch[de]
Befestigungselement (1) zum Festlegen eines Textilstoffs, insbesondere eines Polsterbezuges, unter Vorspannung an einem, insbesondere gepolsterten, Sitzelement oder dergleichen, mit einem an dem Sitzelement festlegbaren Kopfprofil (2), welches mit einer mit dem Textilstoff zu vernähenden Annähfahne (3) aus textilem Flächenmaterial (4) verbunden ist, wobei das Kopfprofil (2) das Flächenmaterial (4) an einer seiner Längsseiten (5) zwischen zwei gegenüberliegenden Kopfprofilschenkeln (6) einschließt, dadurch gekennzeichnet, dass das Kopfprofil (2) an die Längsseite (5) des Flächenmaterials (4) anextrudiert ist und das Flächenmaterial (4) zwischen den Textilfäden (7) auch nach der Anextrusion verbleibende, in Normalenrichtung (8) des Flächenmaterials (4) durchgehend offene Zwischenräume (9) aufweist, wobei das Kopfprofilmaterial die zwischen den Kopfprofilschenkeln (6) liegenden Zwischenräume (9) mit im wesentlichen jeweils einstückig mit beiden Kopfprofilschenkeln (6) ausgebildeten und zwischen diesen sich erstreckenden Halte-Materialbrücken (10) durchgreift, so dass das Flächenmaterial (4) unter der Vorspannung dauerhaft auszugsicher mit dem Kopfprofil (2) verbunden ist. Befestigungselement nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Kopfprofil (2) aus einem extrudierbaren Thermoplast besteht. Befestigungselement nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Kopfprofil (2) an das Flächenmaterial (4) unter Berücksichtigung der Schmelzpunkte, der Viskosität des geschmolzenen Thermoplastes, der Benetzungseigenschaften des Kopfprofilmaterials und des Flächenmaterials (4), der Dicke (11) des Flächenmaterials (4) mit einer angepaßten Extrusionsgeschwindigkeit so anextrudiert ist, dass eine innige Verbindung von Kopfprofilmaterial mit dem Flächenmaterial (4) gewährleistet ist und die Halte-Materialbrücken (10) zwischen den Kopfprofilschenkeln (6) die Auszugsicherheit geben. Befestigungselement nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Thermoplast einen niedrigeren Schmelzpunkt besitzt als das Flächenmaterial (4). Befestigungselement nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Größe und Form der Zwischenräume (9) in Abhängigkeit von den Materialeigenschaften des Thermoplasts und des Flächenmaterials (4) so gewählt sind, dass die Halte-Materialbrücken (10) unter der Vorspannung die Auszugsicherheit geben. Befestigungselement nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Überdeckung des Flächenmaterials (4) durch die Kopfprofilschenkel (6) derart groß ausgebildet ist, dass eine die Auszugssicherheit gebende Fläche des Flächenmaterials (4) mit Halte-Materialbrücken (10) durchgriffen ist. Befestigungselement nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Einhüllende (12) des Querschnitts des Kopfprofilschenkels (6) im wesentlichen parabelförmig ist, wobei die lange Achse (13) im wesentlichen quer zur Längsseite (5) des Flächenmaterials (4) verläuft. Befestigungselement nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass das Thermoplast des Kopfprofils (2) und das Flächenmaterial (4) aus derselben Kunststoffart bestehen, wobei das Flächenmaterial (4) beim Anextrusionsprozeß mit einem ausreichenden Temperaturabstand zu seinem Schmelzpunkt zu führen ist. Befestigungselement nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass das Thermoplast des Kopfprofils (2) ein ABS-Thermoplast mit einer Shorehärte von annähernd 100 ist. Befestigungselement nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass das Flächenelement (4) aus Polypropylen, Polyethylen, Polyestergewebe oder Baumwolle besteht. Befestigungselement nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass das Flächenmaterial (4) an der von den Kopfprofilschenkeln (6) eingeschlossenen Längsseite (5) im Bereich der von den Kopfprofilschenkeln (6) eingeschlossenen Fläche (14) zusätzlich verdickt ausgebildet ist. Befestigungselement nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass das Flächenmaterial (4) an der von den Kopfprofilschenkeln (6) eingeschlossenen Längsseite (5) eine dickere Abschlussnaht aufweist. Befestigungselement nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass das Flächenmaterial (4) ein Gewebe, ein Gelege oder ähnliches ist, wobei die Zwischenräume (9) durch Maschen gebildet sind. Befestigungselement nach einem der Ansprüche 1 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass die Zwischenräume (9) annähernd rechteckig ausgebildet sind und zumindest im Bereich der von den Kopfprofilschenkeln (6) eingeschlossenen Längsseite (5) des Flächenmaterials (4) die Erstreckung der Zwischenräume (9) in Richtung der langen Achse (13) des Querschnitts des Kopfprofils (2) kleiner ist als quer dazu. Befestigungselement nach einem der Ansprüche 1 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass lediglich eine einfache Längsreihe von Zwischenräumen (9) von den Halte-Materialbrücken (10) durchgriffen ist. Verfahren zur Herstellung eines Befestigungselements, wobei ein Kopfprofil (2) an ein Flächenmaterial (4) angebracht wird, insbesondere zur Herstellung eines Befestigungselements nach einem der Ansprüche 1 bis 15, dadurch gekennzeichnet, dass das Kopfprofil (2) an das Flächenmaterial (4) in einem Bereich anextrudiert wird, in dem das Flächenmaterial (4) Zwischenräume (9) aufweist, wobei die Anextrusion derart durchgeführt wird, dass das Kopfprofilmaterial unter der Extrusionstemperatur gemeinsam mit einem entsprechenden Längsabschnitt des Flächenmaterials (4) durch eine Anextrusionsform hindurchtritt, wobei das Kopfprofilmaterial durch die Zwischenräume (9) des Flächenmaterials (4), die zwischen den Kopfprofilschenkeln (6) liegen, hindurchdringt und zwischen den Kopfprofilschenkeln (6) Halte-Materialbrücken (10) gebildet werden, die nach dem Erkalten die Auszugsicherheit geben. Verfahren nach Anspruch 16, dadurch gekennzeichnet, dass bei der Extrusionstemperatur, insbesondere der Extrusiongeschwindigkeit, sowie dem Winkel, in dem das Extrusionsmaterial an das Flächenmaterial (4) herangeführt wird, und unter Berücksichtigung der Schmelzpunkte, der Viskosität des geschmolzenen Thermoplastes, der Benetzungseigenschaften der beiden Materialien, der Dicke (11) des Flächenmaterials (4) eine gute Formbeständigkeit des Kopfprofils (2) erreicht wird und zugleich eine optimale Durchsetzung der Zwischenräume (9) mit Extrusionsmaterial. Anextrusionswerkzeug (15) zur Herstellung eines Befestigungselements insbesondere nach einem der Ansprüche 1 bis 15 zum Einsatz in einem Verfahren nach einem der Ansprüche 16 oder 17, dadurch gekennzeichnet, dass eine Durchgangsöffnung (16) des Anextrusionswerkzeugs (15) mit dem Querschnitt des Flächenmaterials (4) korrespondiert, sowie eine an eine Längsseite (17) der Durchgangsöffnung (16) angeordnete parallele und damit verbundene zweite Durchgangsöffnung (18) mit dem Querschnitt des Kopfprofils (2), und einen Zuführkanal zur Zuführung von Kopfprofilmaterial aufweist, wobei die geometrischen Parameter des Zuführkanals und der Durchgangsöffnungen (16, 18) derart gewählt sind, das beim Anextrudieren ein auszugssichere Verbindung zwischen Flächenmaterial (4) und Kopfmaterial entsteht. Anextrusionswerkzeug nach Anspruch 18, dadurch gekennzeichnet, dass ein Zuführkanal des Kopfprofilmaterials in einem Winkel zur gemeinsamen Extrusionrichtung (19) von Flächenmaterial (4) und Kopfprofilmaterial angeordnet ist. Anextrusionswerkzeug nach Anspruch 18 oder 19, dadurch gekennzeichnet, dass der Zuführkanal für das Kopfprofilmaterial eine sich in Extrusionsrichtung zu einer Ausgangsöffnung des Kopfprofils (2) hin verjüngende lichte Weite insbesondere eine sich verjüngende Breite aufweist.






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