PatentDe  


Dokumentenidentifikation DE202006005675U1 20.09.2007
Titel Sturz
Anmelder XELLA Baustoffe GmbH, 47119 Duisburg, DE
Vertreter Patentanwälte Dr. Solf & Zapf, 81543 München
DE-Aktenzeichen 202006005675
Date of advertisement in the Patentblatt (Patent Gazette) 20.09.2007
Registration date 16.08.2007
Application date from patent application 05.04.2006
IPC-Hauptklasse E04C 3/20(2006.01)A, F, I, 20060405, B, H, DE
IPC-Nebenklasse E04C 3/22(2006.01)A, L, I, 20060405, B, H, DE   E04C 3/02(2006.01)A, L, I, 20060405, B, H, DE   E04C 1/39(2006.01)A, L, I, 20060405, B, H, DE   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft einen Sturz mit Bewehrung sowie Plansteine zur Herstellung solcher Stürze.

Aus der Praxis ist es bekannt, zur Überbrückung von Mauerwerksöffnungen, insbesondere von Tür- und Fensteröffnungen, Stürze zu verwenden. Solche Stürze bestehen beispielsweise aus U-förmigen Schalen aus dem Material des Mauerwerkes (U-Stein), wobei es ferner aus der Praxis bekannt ist, die Ausformungen (Rinnen) mit armiertem Beton auszufüllen, um so einen auf Biegung belastbaren Sturz zu erhalten.

Ein Mauersturz, bei dem eine im Querschnitt U-förmige Schale mit Beton verfüllt ist, ist beispielsweise aus der DE 200 03 280 U1 bekannt. Ein weiterer Mauersturz mit einer im Querschnitt U-förmigen Schale ist aus DE 32 43 976 A1 bekannt.

Darüber hinaus ist für Porenbetonmauerwerk aus der DE 20 2004 010 687 U1 ein Vorschlag bekannt, in fertig ausgehärtete Porenbetonsteine eine durchgehende Kernbohrung einzubringen, mehrere Porenbetonsteine mit ihren Kernbohrungen fluchtend zu einander auszurichten und den durch die Kernbohrungen gebildeten Kanal zusammen mit einer darin platzierten Bewehrung mit Beton auszugießen.

Die vorgenannten Bewehrungen bestehen aus Baustahl, insbesondere Betonstahl BSt 500.

Aus DD 286 014 A5 ist darüber hinaus ein Bewehrungselement aus Kunststoff für Betonträger bekannt.

In der DE 101 08 357 A1 ist ein spezieller Armierungsstab beschrieben, welcher zur Bewehrung von Beton-Bauteilen vorgesehen ist.

Aus der Baupraxis ist ferner die Herstellung von Planstein-Mauerwerk im sogenannten Dünnbettverfahren mit einer Fugendicke von 1 bis 3 mm bekannt. Bei der Erstellung eines solchen Planstein-Mauerwerkes werden z. B. Kalksandstein-Plansteine mit geringen Maßtoleranzen verwendet, die es ermöglichen, die genannte geringe Fugendicke von 1 bis 3 mm einzuhalten. Solche Kalksandstein-Plansteine haben eine untere und eine obere Lagerfläche sowie Umfangsflächen, wobei die Lagerflächen zu einander parallel sind und die Umfangsflächen fertigungsbedingt zueinander konisch verlaufen.

Herstellungsbedingt haben die aus U-Steinen gefertigten Stürze aufgrund des darin eingefüllten Betons eine ungleichmäßige obere Lagerfläche. Das führt dazu, dass an dieser Stelle die Mörtelfuge nicht im Dünnbettverfahren ausgeführt werden kann. Die Bereitstellung von Normalmörtel ist aber auf einer Baustelle, die Plansteinmauerwerk erstellt, ein zusätzliches logistisches, handwerkliches und auch finanzielles Problem.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Sturz sowie Plansteine zur Herstellung solcher Stürze zur Verfügung zu stellen, welche die Erstellung eines Planstein-Mauerwerkes im Dünnbettverfahren auch im Bereich von Mauerwerksöffnungen erleichtern.

Die Lösung dieser Aufgabe erfolgt erfindungsgemäß mit den Merkmalen der Ansprüche 1 bzw. 12.

Gemäß der Erfindung wird ein Sturz mit einem Hüllkörper aus einem durch thermische Behandlung ausgehärteten Steinmaterial und mit einer in dem Hüllkörper angeordneten Bewehrungsstruktur zur Verfügung gestellt, wobei die Bewehrungsstruktur als separates Bauteil gefertigt und nach der thermischen Behandlung des Steinmaterials in den Hüllkörper eingefügt und mit diesem mittels einer Klebung verbunden ist. Ein solcher Sturz weißt die Präzision von Plansteinen auf, da seine Flächen aus einem maschinellen Formen und Härten resultieren. Ferner ist es durch die separate Fertigung der Bewehrungsstruktur und deren Einklebung möglich, eine höchst präzise Anordnung der Bewehrungsstruktur in dem Sturz zu erreichen, denn durch den maschinell gefertigten Hüllkörper liegt die Lage der Bewehrungsstruktur fest und hängt nicht mehr wie beim Stand der Technik vom handwerklichen Geschick des Betonbauers ab.

Vorzugsweise besteht die Bewehrungsstruktur im Wesentlichen aus Kunststoff. Durch die Verwendung einer Bewehrungsstruktur aus Kunststoff werden die von Stahlbewehrungen bekannten Korrosionsprobleme vermieden. Darüber hinaus ist insbesondere bei einer Bewehrung aus Kunststoff ein Einfügen der Selben in den harten Hüllkörper mit einfachen Mitteln möglich, da der Kunststoff in Einfügerichtung der Bewehrungsstruktur, also quer zu seiner Belastungsrichtung, durchaus einen Abrieb verträgt. Ferner ermöglicht die Verwendung einer Bewehrungsstruktur aus Kunststoff auch die Verwendung einer nur geringen Menge eines Verbund- und/oder Klebemittels für die Klebung. Ist ein in dem Hüllkörper vorgesehener Aufnahmeraum für die Bewehrungsstruktur eng bemessen, kann auch die benötigte Menge Verbund- und/oder Klebemittels gering sein.

Entsprechend der engen Bemessung des Aufnahmeraumes ergibt sich bei der Erfindung auch eine kurze Herstellungszeit, da lediglich das Verbund- und/oder Klebemittel zu Verbindung der Bewehrungsstruktur in dem Hüllkörper in geringer Schichtdicke abbinden muss, wohingegen bei gegossenen Betonarmierungen sich eine Endfestigkeit erst nach Wochen einstellt.

Da ein enger Aufnahmeraum ausreichend ist, erübrigen sich auch die aus dem Stand der Technik für Baustahl-Armierungen bekannten Abstandshalter. Wegen der hohen Präzision ist auch eine Automatisierung der Fertigung möglich.

Bewehrungsstrukturen aus Kunststoffen ermöglichen sehr hohe Tragfähigkeiten, womit sich auch sehr große Sturzlängen realisieren lassen. Dies gilt insbesondere für die gemäß bevorzugter Ausführungsformen vorgesehenen Bewehrungsstrukturen aus einem glasfaserverstärkten Kunststoffmaterial bzw. einem karbonfaserverstärktem Kunststoffmaterial.

Gemäß einer besonders bevorzugten Ausführungsform ist die Bewehrungsstruktur in dem Hüllkörper mit einer schmalen Betonfuge oder einem anderen zementgebundenen Material verklebt. Auf diese Weise werden kostengünstige Ausgangsmaterialien zu einem erfindungsgemäßen Sturz verarbeitet, der sich durch hohe Präzision und eine kurze Herstellungszeit auszeichnet.

Bei einer weiteren bevorzugten Ausführungsform ist die Bewehrungsstruktur in dem Hüllkörper mittels eines Kunststoffmateriales, insbesondere mittels eines zwei Komponentenkleber eingeklebt.

Wenn die Bewehrungsstruktur in dem Hüllkörper allseitig eine Überdeckung von mindestens 5 cm, insbesondere 5 cm Kalksandstein aufweist, ist ein ausgezeichneter Brandschutz gewährleistet.

Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen und Weiterbildungen der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen sowie aus der Beschreibung im Zusammenhang mit den Zeichnungen.

Es zeigen:

1 einen Längsschnitt durch ein an erfindungsgemäßen Sturz, und

2 einen Schnitt durch den erfindungsgemäßen Sturz gemäß der Linie II-II in 1.

Der in der 1 und 2 gezeigte erfindungsgemäße Sturz 10 besteht aus vier Plansteinen 12, 14, 16, 18, welche gemeinsam einen Hüllkörper 19 aus Kalksandstein beschreiben, in welchem eine Bewehrungsstruktur 20 aus einem glasfaserverstärkten Kunststoffmaterial angeordnet ist.

Die Plansteine 12, 14, 16, 18 weisen jeweils eine untere Lagerfläche 22, 24, 26, 28 sowie zwei obere Lagerflächen 32, 34, 36, 38 auf, welche gemeinsam mit Seitenflächen 42, 44 sowie mit Stirnflächen 46, 48 einen Quader beschreiben.

Die Präzision dieses Quaders resultiert bei dem gezeigten Sturz aus der Präzision der Kalksandstein-Rohling-Presse, sodass ein so gefertigter Sturz sich auch für ein Mauern im Dünnbettverfahren eignet.

Schon bei der Herstellung des Planstein-Rohlings wird in diesem ein Kanal 50 ausgebildet, welcher im Querschnitt ein kreisförmiges Profil mit einem Durchmesser von etwa 20 mm aufweist. Diese Kanal 50 erstreckt sich zwischen den jeweiligen Stirnseiten 46, 48 der Plansteine 12, 14, 16, 18.

Zur Herstellung des gezeigten Sturzes 10 werden ausgehärtete Plansteine 12, 14 16, 18 aufeinander gestapelt oder einander gelegt, um einen durch alle Plansteine hindurch gehenden Kanal 52 zu bilden. Das Aufeinanderstapeln wird für kurze Sturzlängen bevorzugt, wohingegen bei langen Elementen ein Aneinanderlegen bevorzugt ist.

In den so gebildeten durchgängigen Kanal 52 wird ein Kleber und/oder Verbundmittel 54 gefüllt. Die Menge des Kleber bzw. Verbundmittels ergibt sich aus dem rechnerischen Volumen des durchgehenden Kanals 52 abzüglich des Volumens der einzubringenden Bewehrungsstruktur 20 zuzüglich einer etwaigen Toleranzmenge.

Nach dem Einfüllen des Klebers bzw. Verbundmittels wird die Bewehrungsstruktur 20 eingefügt, der Kleber bzw. das Verbundmittel härtet in einer vorab gestellten Zeit in Abhängigkeit des Verbundmaterials aus, wonach dann der Sturz 10 verwendungsfähig ist.

Ein Ablängen des Sturzes 10 kann wenn gewünscht durchgeführt werden. Da die Bewehrungsstruktur 20 in dem vorliegenden Ausführungsbeispiel aus einem Kunststoffmaterial besteht, sind zum Schutz der Bewehrungsstruktur vor Korrosion keine Maßnahmen erforderlich.

Die Vorteile des gezeigten Ausführungsbeispieles sind folgende:

Es ist kein Beton notwendig, welcher erst nach Wochen seine Entfestigkeit erreicht. Kleber und/oder Verbundmittel können maßgenau verwendet werden.

Wegen der Verwendung einer Bewehrungsstruktur aus einem Kunststoffmaterial ist keine Betondeckung nach den 1045-1 notwendig. Es tritt auch keine Betonstahlkorrosion auf.

Ein Brandschutz ist vierseitig gesichert, da die Bewehrungsstruktur durch jeweils etwa 5 cm Kalksandstein geschützt ist.

Hohe Tragfähigkeiten sind durch Einsatz von höher dimensionierten Bewehrungsstrukturen möglich, sodass sich mit dem erfindungsgemäßen Sturz auch große und größte Öffnungen bei geringer Bauhöhe überbrücken lassen.


Anspruch[de]
Sturz, mit einem Hüllkörper aus einem durch thermische Behandlung ausgehärteten Steinmaterial und mit einer in dem Hüllkörper angeordneten Bewehrungsstruktur, wobei die Bewehrungsstruktur als separates Bauteil gefertigt und nach der thermischen Behandlung des Steinmateriales in den Hüllkörper eingefügt und mit diesem mittels einer Klebung verbunden ist. Sturz nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Bewehrungsstruktur im wesentlichen aus Kunststoff besteht. Sturz nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die die Bewehrungsstruktur im wesentlichen aus einem glasfaserverstärkten Kunststoffmaterial besteht. Sturz nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die die Bewehrungsstruktur im wesentlichen aus einem carbonfaserverstärkten Kunststoffmaterial besteht. Sturz nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Bewehrungsstruktur als Stabprofil ausgebildet ist. Sturz nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Bewehrungsstruktur aus einem flexiblen, Strang-, Band- und/oder Schlauchmaterial gefertigt ist. Sturz nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Bewehrungsstruktur mindestens abschnittsweise hohl, insbesondere als Rohr für einen einzubringenden Kleber ausgebildet ist. Sturz nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Hüllkörper aus einem oder mehreren Plansteinen aus Kalksandstein besteht. Sturz nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Bewehrungsstruktur und in dem Hüllkörper mit einer schmalen Betonfuge verklebt ist. Sturz nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Bewehrungsstruktur in den Hüllkörper mittels eines Kunststoffmaterials, vorzugsweise mittels eines Zwei-Komponenten-Klebers eingeklebt ist. Sturz nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Bewehrungsstruktur in dem Hüllkörper allseitig eine Überdeckung von mindestens 5 cm, insbesondere 5 cm Kalksandstein aufweist. Planstein zur Herstellung eines mit einer Bewehrung versehenen Sturzes nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass in dem Planstein ein enger Kanal ausgebildet ist, dessen Querschnitt 1,0 mm bis 3,0 mm Spiel gegenüber einer Hüllfläche der Bewehrung aufweist.






IPC
A Täglicher Lebensbedarf
B Arbeitsverfahren; Transportieren
C Chemie; Hüttenwesen
D Textilien; Papier
E Bauwesen; Erdbohren; Bergbau
F Maschinenbau; Beleuchtung; Heizung; Waffen; Sprengen
G Physik
H Elektrotechnik

Anmelder
Datum

Patentrecherche

Patent Zeichnungen (PDF)

Copyright © 2008 Patent-De Alle Rechte vorbehalten. eMail: info@patent-de.com