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Dokumentenidentifikation DE202006007084U1 20.09.2007
Titel Handfarbmessgerät
Anmelder GretagMacbeth AG, Regensdorf, CH
Vertreter Schwabe, Sandmair, Marx, 81677 München
DE-Aktenzeichen 202006007084
Date of advertisement in the Patentblatt (Patent Gazette) 20.09.2007
Registration date 16.08.2007
Application date from patent application 10.04.2006
File number of patent application claimed EP 06 00 7500.9
IPC-Hauptklasse G01J 3/50(2006.01)A, F, I, 20060503, B, H, DE

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Handfarbmessgerät, speziell ein Handspektralfotometer, gemäss dem Oberbegriff des unabhängigen Anspruchs 1.

Handfarbmessgeräte der gattungsgemässen Art sind in zahlreichen Ausführungsvarianten auf dem Markt. Die bekanntesten Vertreter sind z.B. die Geräte „Eye-One" und „Spectro Eye" der Firma Gretag-Macbeth AG, Regensdorf, Schweiz sowie die Geräte „Pulse" der Firma X-Rite Inc., Grandville, MI 49418, USA und „PrintFix Pro" der Firma Datacolor, Lawrenceville, NJ 08648, USA

Handfarbmessgeräte der hier zur Rede stehenden Art können auf beliebigen Messtechnologien basieren. Sie können z.B. als Filter- oder als Spektralmessgeräte ausgebildet sein, wobei letztere am universellsten sind, da aus Spektralmesswerten bekanntlich alle anderen in der Praxis interessierenden Grössen (z.B. Farbwerte, Farbdichtewerte etc.) ableitbar sind. Die vorstehend genannten bekannten Geräte sind alle Spektralmessgeräte.

Handfarbmessgeräte können ferner als autonome Geräte oder als Messperipherie zum Einsatz in Verbindung mit einem steuernden Rechner ausgebildet sein. Autonome Handfarbmessgeräte enthalten alle für den Messbetrieb erforderlichen Bedienungs- und Anzeigeorgane sowie eine eigene Stromversorgung und sind darüber hinaus vielfach auch noch mit einer Schnittstelle zur Kommunikation mit einem Rechner ausgestattet, wobei mit dem Rechner sowohl Messdaten als auch Steuerungsdaten ausgetauscht werden können. Als Messperipherie ausgelegte Handfarbmessgeräte haben in der Regel keine eigenen Bedienungs- und Anzeigeorgane und werden – wie jedes andere Rechnerperipheriegerät – vom übergeordneten Rechner gesteuert. Zur Kommunikation mit einem Rechner sind modernere Handfarbmessgeräte oft mit einer sog. USB-Schnittstelle (Universal Serial Bus) ausgerüstet, über welche in vielen Fällen gleichzeitig auch die Stromversorgung (vom angeschlossenen Rechner aus) erfolgen kann. Ein solches Messgerätekonzept ist z.B. in US-PS 6 590 648 (≈ EP 1067369 A1) beschrieben.

Handfarbmessgeräte der gattungsgemässen Art sind je nach Ausbildung und Zubehör für viele Messaufgaben einsetzbar. Die klassische Grundanwendungsfunktion ist die Messung an farbigen Substraten, typischerweise etwa einem Druckerzeugnis. Das Handfarbmessgerät wird dabei manuell auf dem Substrat so positioniert, dass die gewünschte Messstelle im Gesichtsfeld (Erfassungsbereich) des Messgeräts zu liegen kommt. Viele bekannte Handfarbmessgeräte sind mit Visierhilfen ausgestattet, die dem Anwender die korrekte Positionierung des Geräts auf dem Substrat erleichtern.

Eine weitere klassische Anwendungsfunktion ist die Serienmessung an einer Mehrzahl von Messstellen auf einem Substrat, typischerweise einem Farbmessstreifen. Diese Anwendungsfunktion wird üblicherweise als Scannen bezeichnet. Das Handfarbmessgerät wird dabei manuell über die Messstellen geführt, wobei auch mechanische Führungshilfmittel, z.B. Schienen oder dgl. eingesetzt werden.

In einer weiteren Anwendungsfunktion können einige bekannte Handfarbmessgeräte auch zur Messung an Monitoren eingesetzt werden. Das Handfarbmessgerät wird dabei manuell an dem zu messenden Monitor positioniert, wobei es den Monitor berührt oder in einem kleinen Abstand (vorzugsweise weniger als 20cm) vom Monitor angeordnet ist.

Ferner können Handfarbmessgeräte in weiteren Anwendungsfunktionen auch zur Messung des Umgebungslichts oder ev. auch für (Fern-)Messungen an einer Projektionsfläche verwendet werden, welche z.B. von einem elektronischen Projektor (Beamer) beleuchtet wird. Diese Punkte sind z.B. beschrieben in EP 1150159 A1 und US-PS 6 590 648 (≈ EP 1067369 A1).

Ein Sonderfall von Anwendungsfunktionen besteht in der Durchführung von Eich- oder Referenzmessungen an weissen oder ev. auch farbigen Referenzmessobjekten (z.B. eine Weisskachel oder Referenzfarbflächen). Beispielsweise sind dazu die bekannten Handfarbmessgeräte mit eingebauten Referenzmessobjekten ausgestattet, die manuell in den Messstrahlengang eingeführt werden können. Alternativ sind manche Handfarbmessgeräte mit externen Referenzmessobjekten als Zubehör ausgestattet, auf denen das Messgerät wie im Fall der normalen Messung positioniert werden kann.

Prinzipiell sind alle der genannten Anwendungsfunktionen mit den meisten bekannten Handfarbmessgeräten realisierbar. Ausser bei der Grundanwendungsfunktion ergeben sich jedoch in vielen Fällen mehr oder weniger grosse praktische Handhabungsschwierigkeiten. Entweder ist für einige Anwendungsfunktionen spezielles Zubehör erforderlich oder ist die Ausrichtung des Messgeräts nicht ohne Hilfsmittel möglich oder ist die Anwendungsfunktion insgesamt nur relativ umständlich realisierbar.

Durch die vorliegende Erfindung soll nun ein Handfarbmessgerät der gattungsgemässen Art dahingehend verbessert werden, dass es einfach und ohne umständliche Handhabung für alle genannten Anwendungsfunktionen einsetzbar ist und dabei ohne Zubehör auskommt.

Diese der Erfindung zugrundeliegende Aufgabe wird durch das durch die Merkmale des unabhängigen Anspruchs 1 gekennzeichnete erfindungsgemässe Handfarbmessgerät gelöst.

Vorteilhafte Ausgestaltungen und Weiterbildungen des erfindungsgemässen Handfarbmessgeräts sind Gegenstand der abhängigen Ansprüche.

Im Folgenden wird die Erfindung anhand der Zeichnung näher erläutert. Es zeigen:

1 ein Ausführungsbeispiel des erfindungsgemässen Handfarbmessgeräts in Schrägansicht,

2 das Handfarbmessgerät der 1 mit einem abgenommenen äusseren Gehäuseteil,

3 das Innere des Handfarbmessgeräts der 1,

4 eine Ansicht analog 3, wobei einige funktionsunwesentliche Details weggelassen sind,

5 einen Schnitt durch das Handfarbmessgerät nach der Ebene V-V der 1, wobei nur funktionswesentliche Details dargestellt sind,

6 eine Schrägansicht der opto-elektronischen Messanordnung des Handfarbmessgeräts,

78 zwei Skizzen zur Erläuterung einer am Handfarbmessgerät vorgesehenen Visiereinrichtung,

9 eine schematische Schnittdarstellung des Handfarbmessgeräts zur Erläuterung der Funktionsweise bzw. verschiedener Anwendungsfunktionen,

10 eine schematische Seitenansicht des Handfarbmessgeräts mit einem integrierten Befestigungshaken,

11 das Handfarbmessgerät im praktischen Einsatz bei einer Messung an einem Monitor und

12 eine stark vereinfachte Prinzipskizze eines zweiten Ausführungsbeispiels des erfindungsgemässen Handfarbmessgeräts.

Wie die 1 zeigt, ist die äussere Gestalt des dargestellten Ausführungsbeispiels des erfindungsgemässen Handfarbmessgeräts im wesentlichen quadratisch quadrisch mit einer abgerundeten Ecke. Im praktischen Einsatz steht das Handfarbmessgerät, wie in den Figuren gezeigt, hochkant, die flache Unterseite 101 dient dabei als Standfläche. Die Tiefe des Geräts (senkrecht zu den quadratischen Seitenflächen) ist im Vergleich zur Länge und Höhe deutlich geringer.

Der wichtigste Aspekt der Erfindung besteht in einer speziellen Aufteilung und baulichen Zusammenfassung der einzelnen Funktionskomponenten des Geräts. Wie die 2 und 3 verdeutlichen, ist das Handfarbmessgerät in zwei Geräteblöcke 100 und 200 aufgeteilt, die relativ zu einander in verschiedene, definierte Positionen bewegt werden können. Im gezeigten Ausführungsbeispiel ist der erste Geräteblock 100 im wesentlichen ringförmig ausgebildet und bildet gleichzeitig den grössten Teil des Gerätegehäuses 1. Der zweite Geräteblock 200 ist im wesentlichen trommelförmig ausgebildet und um seine Achse A im ersten Geräteblock 100 drehverstellbar gelagert. Die Gesamtheit aller möglichen definierten Drehstellungen, welche der zweite Geräteblock 200 innerhalb des ersten Geräteblocks 100 einnehmen kann, ist im folgenden als Anwendungspositionen bezeichnet.

Wie insbesondere aus den 35 hervorgeht, enthält der zweite (bei diesem Ausführungsbeispiel innere) Geräteblock 200 die vollständige opto-elektronische Messeinheit 20 des Handfarbmessgeräts. Diese umfasst alle optischen und elektrischen Komponenten, welche zur Erfassung des von einem Messobjekt ausgehenden Messlichts sowie zur Umwandlung in entsprechende Messsignale und zur Aufbereitung derselben in vorzugsweise digitale Messdaten erforderlich sind. Im einzelnen sind dies, wie besonders deutlich die Detaildarstellung der 6 zeigt, eine Eingangslinse 21, ein Aufpickkopf 22, ein Spektrometer 23 mit zugehöriger Elektronik 24 für die im Spektrometer 23 enthaltenen Lichtwandler und eine Verarbeitungs- und Steuerelektronik 25, die vorzugsweise auf einer flexiblen und aus Platzgründen gefalteten Leiterplatte aufgebaut ist. Zur Kommunikation mit einem externen Rechner ist eine USB-Schnittstelle 26 vorgesehen, über welche gleichzeitig auch die Stromversorgung erfolgt. Für Remissionsmessungen an nicht selbst leuchtenden Messobjekten ist ferner noch eine Lichtquelle 27 in Form einer weissen Leuchtdiode vorgesehen, die ebenfalls von der Verarbeitungselektronik 25 angesteuert wird. Für Glanzmessungen (Messungen von vom Messobjekt gerichtet reflektiertem Messlicht) kann in an sich bekannter Weise gegenüber der Lichtquelle 27 auch noch ein zusätzlicher optischer Sensor 29 (5) vorgesehen sein sowie ev. eine abbildende Optik, welche die an der zu messenden Oberfläche gespiegelte Lichtquelle in den optischen Sensor abbildet. Als abbildende Elemente kommen beispielsweise Linsen, Spiegel, diffraktive Elemente oder eine Blende in Frage.

Der Eingangslinse 21 gegenüber befindet sich in der Wand des zweiten Geräteblocks 200 eine ausreichend grosse Öffnung 28, durch die Messlicht vom Messobjekt in das Innere des zweiten Geräteblocks 200 eintritt und durch die auch das Beleuchtungslicht der Lichtquelle 27 hindurchtritt.

Die opto-elektronische Messeinheit 20 ist konventionell aufgebaut. Eine detaillierte Beschreibung inklusive Anbindung an einen externen Rechner findet sich beispielsweise in US 2005/0052648 A1 (≈ EP 1 507 134 A1) und US Patentanmeldung Ser.No. 11/355,140 vom 15.02.2006 (≈ EP Patentanmeldung Nr. 06001006 vom 18.01.2006). Der Fachmann bedarf also insofern keiner näheren Erläuterungen.

Im dargestellten Ausführungsbeispiel ist die opto-elektronische Messeinheit 20 als Gitter-Spektralfotometer ausgebildet. Selbstverständlich kann die opto-elektronische Messeinheit 20 aber auch auf anderen Technologien basieren. Insbesondere kann die Messeinheit 20 als Colorimeter ausgebildet sein, welches auf drei oder mehr dem visuellen Empfinden angepassten Filtern basiert. Das Spektralfotometer kann weiterhin anstatt mit einem Gitter mittels mindestens 3, typischerweise aber 6 bis 16 Filtern realisiert sein, welche nicht speziell dem visuellen Empfinden angepasst sind. Schliesslich kann die Messeinheit 20 auch auf dem Prinzip einer einzelnen Photodidode basieren, welche sequenziell von mehreren farbigen Lichtquellen (z.B. von LEDs) beleuchtet wird. In allen genannten Fällen kann die Messeinheit 20 anstatt als kompaktes Untersystem auch durch verteilte Elemente realisiert sein.

Das dargestellte Handfarbmessgerät ist ferner als Peripherie-Gerät zum Anschluss an einen externen Rechner ausgelegt, d.h. alle Funktionen werden über die Kommunikationsschnittstelle 26 (vorzugsweise eine USB-Schnittstelle) vom externen Rechner gesteuert, und die erzeugten Messdaten werden an den Rechner übertragen, wo sie weiter verarbeitet werden können. Selbstverständlich kann das Handfarbmessgerät aber auch als autonomes Messgerät ausgebildet sein, wobei dann eben die zusätzlich erforderlichen Funktionselemente (Bedienungs- und Anzeigeorgane, Stromversorgung) im Gerät selbst vorhanden sein müssten.

Im ersten (hier äusseren) Geräteblock 100 sind alle passiven Komponenten des Handfarbmessgeräts untergebracht, welche für die verschiedenen Anwendungsfunktionen des Messgeräts erforderlich sind. Im wesentlichen sind dies diverse Messfenster 111114 in den Umfangswänden des ersten Geräteblocks sowie in der inneren Peripherie des ersten Geräteblocks ein Weissreferenzstandard 115 und gegebenenfalls auch Farbreferenzstandards 116, die für die Eichung bzw. Kalibrierung des Geräts verwendet werden. In der 9 ist dies schematisch verdeutlicht. Das Handfarbmessgerät ist hier im Beispiel für die Anwendungsfunktionen „Punktmessung" (übliche Messung an einem einzelnen Messort auf einem Substrat), „Serienmessung" (automatische Messung an aneinandergereihten Messorten auf einem Substrat), „Monitor-Messung", „Projektormessung", „Umgebungslichtmessung", „Weissreferenzmessung" und „Farbreferenzmessung" ausgelegt.

Jeder Anwendungsfunktion ist eine Anwendungsposition des zweiten Geräteblocks 200 relativ zum ersten Geräteblock 100 zugeordnet, in welcher Anwendungsposition sich die Messöffnung 28 des zweiten Geräteblocks 200 vor jeweils einem der Messfenster 111114 bzw. dem Weissreferenzstandard 115 oder den Farbreferenzstandards 116 befindet. In der 9 befindet sich die Messöffnung 28 beispielsweise vor dem in der flachen Bodenwand 101 des ersten Geräteblocks befindlichen Messfenster 111. Die Auswahl der verschiedenen Anwendungsfunktionen bzw. die Einstellung des Farbmessgeräts auf diese Anwendungsfunktionen erfolgt dann durch entsprechendes (Dreh-)Verstellen des inneren Geräteblocks 200 relativ zum äusseren Geräteblock 100 (siehe insbesondere 9).

Um diese Drehverstellung zu erleichtern, ist es zweckmässig, einen oder beide der Geräteblöcke so zu formen, dass sie von den Fingern des Bedieners gut gefasst werden können. Dies kann z.B. durch entsprechende Wulste, Löcher, Aussparungen etc. erreicht werden. In den 1, 2 und 10 ist eine wulstartige Ausformung 201 des zweiten Geräteblocks 200 zu erkennen.

Für die Punktmessung, der häufigsten Anwendungsfunktion, ist ein Hauptmessfenster 111 in der flachen Bodenwand 101 des ersten Geräteblocks 100 angeordnet. Im Bereich dieses Hauptmessfensters 111 befindet sich ferner eine ausklappbare Visierhilfe 120. Wie die 7 und 8 zeigen, ist die Visierhilfe 120 in die Bodenwand 101 eingelassen. Um das Handfarbmessgerät auf dem Messpunkt zu positionieren, wird die Visierhilfe 120 durch Betätigen eines Auslöseknopfs 121 (14) ausgeklappt und mit ihrer Zielöffnung 122 auf dem Messpunkt positioniert. Das Messgerät wird dabei etwas schräg gehalten, so dass der Benutzer (Augensymbol E) durch die Visierhilfe 120 auf den Messpunkt sehen kann. Anschliessend wird das Messgerät aufgerichtet und die Visierhilfe 120 dabei wieder in die Bodenwand 101 zurückgeklappt.

Für Serienmessungen wird analog vorgegangen. Sobald das Farbmessgerät auf dem ersten Messpunkt positioniert ist, wird ein Serienmessvorgang („Scan") ausgelöst und dabei gleichzeitig das Farbmessgerät manuell entlang der Linie von Messorten, im allgemeinen ein Farbmessstreifen, bewegt. Es versteht sich, dass dies nur mit hinreichend grossflächigen Messfeldern vernünftig möglich ist. Durch die verhältnismässig schmale Ausbildung der Standfläche des Farbmessgeräts wird das Scannen entlang eines Messstreifens jedoch stark erleichtert. Dies kann durch geeignete Markierungen im Geräteblock 100 noch unterstützt werden. Ferner kann das Gleiten durch entsprechende Elemente in der Bodenwand 101 unterstützt werden. Solche Elemente können Gleitpunkte, Gleitstreifen, Rollen, Kugeln, Räder, etc. sein.

Für Messungen an einem Monitor ist der äussere Geräteblock 100 mit einem aus den 10 und 11 ersichtlichen integrierten Haken 140 versehen, mittels welchen das Handfarbmessgerät am auszumessenden Monitor M aufgehängt werden kann, wie dies die 11 zeigt. Die Messung des Monitors erfolgt dabei durch das Hauptmessfenster 111 in der flachen Bodenwand 101 des ersten Geräteblocks 100. Der Haken 140 ist in geeigneter Weise lösbar am ersten Geräteblock 100 befestigt und mit diesem über eine kurze Kordel oder Kette oder einen Draht oder ein Seil 141 verbunden. Dadurch, dass der Haken ein fester Bestandteil des Gerätes ist, entfällt das bisher übliche umständliche Montieren eines Zubehörteils für die Monitorbefestigung. Durch die Befestigung des Handfarbmessgeräts am Monitor mittels eines Hakens entfällt die Verwendung eines schweren Gegengewichtes.

Für die Messung an einem Monitor kann alternativ ein Monitormessfenster 112 vorgesehen sein. Dieses Fenster kann auch seitlich am Gehäuse liegen. Weiter ist es möglich, das Monitormessfenster 112 in ein Prjektormessfenster 114 (siehe weiter unten) zu integrieren. Das Farbmessgerät kann dadurch einfach vorden zu vermessenden Monitor hingestellt werden und die bisher übliche umständliche Montage am Monitor mittels Zubehörteilen entfällt. Diese Anwendungsfunktion kann zusätzlich oder an Stelle der vorstehend erwähnten Messung ausgeführt werden, bei welcher das Gerät auf dem Monitor aufgehängt wird und mit dem Monitor in Kontakt ist.

Für die Umgebungslichtmessung ist im ersten Geräteblock 100 ein Umgebungslichtmessfenster 113 vorgesehen, welches ungefähr diagonal, also um ca. 180° versetzt, gegenüber dem Hauptmessfenster 111 an der Oberseite des Geräteblocks 100 angeordnet ist. Vorzugsweise ist in diesem Messfenster 113 eine Streuscheibe 113a angeordnet.

Für Messungen an Projektionsflächen, die z.B. von einem elektronischen Projektor (Beamer) mit Licht beaufschlagt werden, ist schliesslich im abgerundeten Teil des Geräteblocks 100 ein Projektormessfenster 114 vorgesehen. Dieses ist länglich ausgebildet und erstreckt sich in einem Bogen von etwa 60°. Durch dieses Projektormessfenster kann das von der auszumessenden Projektionsfläche stammende Messlicht in das Farbmessgerät eintreten. Durch Drehverstellung des zweiten Geräteblocks 200 (z.B. in diskreten Schritten) kann dabei die opto-elektronische Messeinrichtung 20 ohne zusätzliche Mittel optimal auf die auszumessende Projektionsfläche ausgerichtet werden (Elevations-Winkel). Der unterste Teil des Projektormessfensters 114 kann gleichzeitig auch das schon erwähnte Monitormessfenster 112 bilden.

Um den zweiten Geräteblock 200 und damit die opto-elektronische Messeinheit 20 in der jeweils gewünschten Anwendungspositionen zu arretieren, sind an sich bekannte Rastmittel vorgesehen. Diese können z.B. aus Einkerbungen 40 an der äusseren Umfangsfläche des zweiten Geräteblocks 200 bestehen, in welche ein Nocken 41 im Inneren des ersten Geräteblocks federnd eingreift. Der Nocken 41 kann dabei auch gleichzeitig als Positionssensor wirken und ein entsprechendes Positionssignal an die Steuerelektronik 25 liefern, das dann zur Einstellung der für die jeweilige Anwendungsfunktion erforderlichen Messabläufe bzw. Auswertung der Messdaten herangezogen werden kann. Selbstverständlich kann die Position des zweiten Geräteblocks auch mittels eines anderen Sensors erfasst werden, der z.B. auf der Umfangswand des zweiten Geräteblocks angebrachte Markierungen 42 abtastet, wie dies in 9 symbolisiert ist. Das Erreichen einer definierten Anwendungsposition bzw. das Einrasten in dieselbe kann dem Benutzer des Messgeräts über die Steuerelektronik 25 auch in passender Weise akustisch oder optisch signalisiert werden.

Durch Piktogramme, welche auf einem Geräteblock angebracht sind, und einen Index auf dem anderen Geräteblock kann eine weitere intuitive Kontrolle der eingestellten Anwendungsposition bzw. -Funktion erreicht werden.

Die hier rein beispielsweise beschriebene trommelförmige äussere Gestalt des zweiten Geräteblocks 200 hat den Vorteil, dass in bestimmten Anwendungsstellungen, z.B. während Messungen am Weissreferenzstandard oder den Farbreferenzstandards, alle Messfenster 111114 im ersten Geräteblock 100 verschlossen sind und das Messgerät dadurch vor dem Eindringen von Fremdlicht und Verschmutzung geschützt ist. Eventuell kann für diese Schutzfunktion auch eine eigene Park-Position für den zweiten Geräteblock 200 vorgesehen sein.

Es ist möglich, dass einzelne oder alle Messanwendungen nicht in voneinander getrennten Anwendungspositionen (Mess-Stellungen) ausgeführt werden, sondern mit dem gleichen Messfenster arbeiten. Insbesondere können die Funktionen Einzelmessung („Spot") und Serienmessung („Scan"), die Funktionen Einzelmessung, Serienmessung und Monitormessung in ein und demselben Messfenster ausgeführt werden.

Es ist weiter möglich, das zu messende Licht für einzelne oder alle Messfunktionen über eine bestimmte Länge zu transportieren und um einen bestimmten Winkel, z.B. um 90 Grad, umzuleiten. Dadurch können einzelne oder alle Messfenster in eine für die Messung optimale Position angebracht werden. Insbesondere kann für die Monitormessung das Messgerät so ausgeführt werden, dass es während der Messung flach auf dem zu messenden Bildschirm liegt.

Im beschriebenen Ausführungsbeispiel ist eine drahtgebundene Schnittstelle 26 zur Kommunikation mit einem externen Rechner vorgesehen. Selbstverständlich kann auch eine Funk- oder Infrarot-Schnittstelle vorgesehen sein.

Für bestimmte Anwendungen, namentlich für die Messung von Umgebungslicht, von Monitoren im Abstand oder von der Rückstrahlung eines Projektors kann es vorteilhaft sein, das Handfarbmessgerät mit einem Stativhalter auszurüsten. Dieser Stativhalter ist vorzugsweise schraubbar und befindet sich am Gehäuseblock 100, vorzugsweise an der Unterseite 101 des Gerätes.

Schliesslich kann es auch vorteilhaft sein, das Farbmessgerät mit schockabsorbierenden Elementen, z.B. Schaumstoffelementen auszustatten, um den Einsatz auch unter rauhen Umgebungsbedingungen zu gewährleisten.

Im in den 111 dargestellten Ausführungsbeispiel ist der zweite Geräteblock 200 drehverstellbar im ersten Geräteblock 100 gelagert. Alternativ könnten die beiden Geräteblöcke z.B. aber auch linear relativ zu einander beweglich sein, so wie dies in der Prinzipskizze der 12 dargestellt ist. Der erste Geräteblock 100' bildet dabei einen Standsockel für das Messgerät. Auch bei dieser Ausführungsvariante kann die gegenseitige Verstellbarkeit der beiden Geräteblöcke 100' und 200' durch entsprechende Ausbildung von Griffhilfen für den Benutzer erleichtert werden. Die Messfenster und weiteren Bedienelemente sind entspechend anders als beim Ausführungsbeispiel der 111 angeordnet.


Anspruch[de]
Handfarbmessgerät mit einem Gehäuse, in dem sich eine opto-elektronische Messeinheit befindet, welche von einem Messobjekt ausgehendes Messlicht empfängt, in entsprechende elektrische Messsignale umwandelt und diese Messsignale zu die Farbe des Messobjekts charakterisierenden, vorzugsweise digitalen Messdaten verarbeitet, und mit für die Realisierung verschiedener Anwendungsfunktionen erforderlichen passiven Komponenten, die in den Messstrahlengang der Messeinheit selektiv einbringbar sind, dadurch gekennzeichnet, dass die passiven Komponenten (111116) in einem ersten Geräteblock (100) angeordnet sind, dass die opto-elektronische Messeinheit (20) in einem zweiten Geräteblock (200) angeordnet ist, und dass der zweite Geräteblock (200) relativ zum ersten Geräteblock (100) in mehrere definierte Anwendungspositionen verstellbar ist, in welchen Anwendungspositionen sich jeweils eine der passiven Komponenten (111116) im Messstrahlengang der opto-elektronischen Messeinheit (20) befindet. Handfarbmessgerät nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass lösbare Rastmittel (40, 41) vorgesehen sind, um den zweiten Geräteblock (200) in den verschiedenen Anwendungspositionen relativ zum ersten Geräteblock (100) definiert festzuhalten. Handfarbmessgerät nach nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der zweite Geräteblock (200) im ersten Geräteblock (100) drehverstellbar angeordnet ist. Handfarbmessgerät nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der zweite Geräteblock (200') gegenüber dem ersten Geräteblock (100') verschiebbar angeordnet ist. Handfarbmessgerät nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der erste Geräteblock (100) zumindest einen Teil des Gehäuse (1) oder einen Standsockel des Handfarbmessgeräts bildet. Handfarbmessgerät nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass der erste Geräteblock (100) äusserlich im wesentlichen ringförmig ausgebildet ist und dass der zweite Geräteblock (200) äusserlich im wesentlichen trommelförmig ausgebildet und um seine Achse (A) drehverstellbar im Inneren des ersten Geräteblocks (100) gelagert ist. Handfarbmessgerät nach Anspruch 4 oder 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Geräteblock (200) mit Greifhilfen (201) ausgebildet ist, die eine Dreh- oder Schiebebewegung durch den Benutzer erleichtern. Handfarbmessgerät nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der erste Geräteblock (100) eine Abflachung (101) aufweist, welche eine Standfläche für das Handfarbmessgerät bildet. Handfarbmessgerät nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der erste Geräteblock (100) an seiner Aussenseite mit mehreren Messfenstern (111114) versehen ist, durch welche hindurch von aussen Messlicht zur opto-elektronischen Messeinheit (20) gelangen kann, wobei in jeder Anwendungsposition des zweiten Geräteblocks (200) sich jeweils nur eines der Messfenster (111114) im Messstrahlengang befindet. Handfarbmessgerät nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass sich ein Hauptmessfenster (111) im Bereich der Abflachung (101) befindet. Handfarbmessgerät nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass das Hauptmessfenster (111) für mindestens eine der drei Anwendungsfunktionen Einzelmessung, Serienmessung und Monitormessung ausgebildet ist. Handfarbmessgerät nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass sich ein Umgebungslichtmessfenster (113) an der Oberseite des ersten Geräteblocks (100) befindet und vorzugsweise mit einer Streuscheibe (113a) versehen ist. Handfarbmessgerät nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der erste Geräteblock (100) ein längliches Projektormessfenster (114) aufweist, das im seitlichen Oberteil des ersten Geräteblocks (100) angeordnet ist und sich vorzugsweise über einen Bogen von mindestens etwa 60° erstreckt. Handfarbmessgerät nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der erste Geräteblock (100) mit einem Weissreferenzstandard (115) ausgestattet ist, welcher sich in einer der Anwendungspositionen des zweiten Geräteblocks (200) im Messstrahlengang der opto-elektronischen Messeinheit (20) befindet. Handfarbmessgerät nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der erste Geräteblock (200) mit mindestens einem Farbreferenzstandard (116) ausgestattet ist, welcher sich in einer der Anwendungspositionen des zweiten Geräteblocks (200) im Messstrahlengang der opto-elektronischen Messeinheit (20) befindet. Handfarbmessgerät nach einem der Ansprüche 14 und 15, dadurch gekennzeichnet, dass der Weissreferenzstandard (115) und/oder der Farbreferenzstandard (116) im Inneren des ersten Geräteblocks (100) zwischen den Messfenstern (111114) angeordnet ist bzw. sind. Handfarbmessgerät nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass ein Positionssensor (41) zur Erfassung der Anwendungspositionen des zweiten Geräteblocks (200) relativ zum ersten Geräteblock (100) vorgesehen ist. Handfarbmessgerät nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass für den zweiten Geräteblock (200) mindestens eine Anwendungsposition vorgesehen ist, in welcher alle Messfenster (111114) geschlossen sind. Handfarbmessgerät nach einem der Ansprüche 13 und 14, dadurch gekennzeichnet, dass alle Messfenster (111114) geschlossen sind, wenn sich der zweite Geräteblock (200) in einer für die Messung des Weissreferenzstandards (115) und/oder des Farbreferenzstandards (116) vorgesehenen Anwendungsposition befindet. Handfarbmessgerät nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die opto-elektronische Messeinheit (20) eine Lichtquelle (27) zur Beaufschlagung des Messobjekts enthält. Handfarbmessgerät nach Anspruch 20, dadurch gekennzeichnet, dass die opto-elektronische Messeinheit (20) mindestens einen zusätzlichen optischen Sensor (29) zur Erfassung von vom Messobjekt gerichtet reflektiertem Messlicht umfasst. Handfarbmessgerät nach Anspruch 21, dadurch gekennzeichnet, dass optische Mittel vorgesehen sind, um das gerichtet reflektierte Messlicht auf den zusätzlichen optischen Sensor zu lenken bzw. die dieses Messlicht emittierende Lichtquelle auf den Sensor abzubilden. Handfarbmessgerät nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass im Bereich des Hauptmessfensters (111) eine ausklappbare Visierhilfe (120) vorgesehen ist. Handfarbmessgerät nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass es mit einem integrierten Monitorhalter (140) zur Befestigung an einem auszumessenden Monitor (M) ausgerüstet ist. Handfarbmessgerät nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass es mit einem vorzugsweise schraubbaren Stativhalter ausgerüstet ist. Handfarbmessgerät nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Abflachung (101) des ersten Geräteblocks (100) mit Gleitelementen versehen ist.






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