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Dokumentenidentifikation DE102006012661A1 27.09.2007
Titel Verfahren zum Verbinden von metallischen Bauelementen und damit hergestelltes Bauteil
Anmelder MTU Aero Engines GmbH, 80995 München, DE
Erfinder Gindorf, Alexander, 85247 Schwabhausen, DE;
Hanrieder, Herbert, 85411 Hohenkammer, DE
DE-Anmeldedatum 20.03.2006
DE-Aktenzeichen 102006012661
Offenlegungstag 27.09.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 27.09.2007
IPC-Hauptklasse B23K 13/01(2006.01)A, F, I, 20060320, B, H, DE
IPC-Nebenklasse B23K 31/02(2006.01)A, L, I, 20060320, B, H, DE   
Zusammenfassung Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zum Verbinden von metallischen Bauelementen, insbesondere von Bauelementen einer Gasturbine, wobei das Verbinden entsprechender Verbindungsflächen der Bauelemente mittels eines induktiven Hochfrequenzpressschweißens unter Erwärmung von mindestens einer Verbindungsfläche erfolgt. Erfindungsgemäß werden zur Erwärmung der mindestens einen Verbindungsfläche mindestens zwei durch mindestens einen Induktor induzierte unterschiedliche Frequenzen verwendet. Die Erfindung betrifft weiterhin ein Bauteil, insbesondere ein Bauteil einer Gasturbine, bestehend aus einem ersten Bauelement und einem zweiten Bauelement, wobei das erste und das zweite Bauelement mittels eines induktiven Hochfrequenzpressschweißens verschweißt sind. Erfindungsgemäß werden während des Vorgangs des induktiven Hochfrequenzpressschweißens zur Erwärmung von mindestens einer Verbindungsfläche der Bauelemente mindestens zwei durch mindestens einen Induktor induzierte unterschiedliche Frequenzen verwendet.

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zum Verbinden von metallischen Bauelementen, insbesondere von Bauelementen einer Gasturbine, wobei das Verbinden entsprechender Verbindungsflächen der Bauelemente mittels eines induktiven Hochfrequenzpressschweißens erfolgt. Die Erfindung betrifft weiterhin ein mittels des Verfahrens hergestelltes Bauteil.

Aus dem Stand der Technik sind verschiedene Verfahren zum Verbinden von metallischen Bauelementen mittels induktivem Hochfrequenzpressschweißens bekannt. So beschreibt zum Beispiel die DE 198 58 702 A1 ein Verfahren zum Verbinden von Schaufelteilen einer Gasturbine, wobei ein Schaufelblattabschnitt und wenigstens ein weiteres Schaufelteil bereitgestellt werden. Dabei werden entsprechende Verbindungsflächen dieser Elemente im Wesentlichen fluchtend beabstandet zueinander positioniert und anschließend durch Erregen eines Induktors mit hochfrequentem Strom und durch Zusammenfahren unter Berührung ihrer Verbindungsflächen miteinander verschweißt. Dabei wird der Induktor mit einer konstanten Frequenz, die im Allgemeinen über 0,75 MHz liegt, erregt. Die Frequenz wird zudem in Abhängigkeit von der Geometrie der Verbindungsflächen gewählt. Bei dem induktiven Hochfrequenzpressschweißen ist die genügend große und homogene Erwärmung der beiden Schweißpartner für die Qualität der Fügestelle von entscheidender Bedeutung. Nachteilig an den bekannten Verfahren ist jedoch, dass damit nur Bauelemente mit Querschnitten kleiner als 200 mm2 miteinander verschweißt werden können, da bei größeren Bauteilquerschnitten keine genügend große Erwärmung der zentralen bzw. mittleren Querschnittsbereiche und damit keine homogene Erwärmung der Fügestellen erfolgt.

Es ist daher Aufgabe der vorliegenden Erfindung ein gattungsgemäßes Verfahren zum Verbinden von metallischen Bauelementen bereitzustellen, bei dem eine sichere und dauerhafte Verbindung von Bauelementen mit größeren Querschnitten gewährleistet ist.

Es ist weiterhin Aufgabe der vorliegenden Erfindung ein gattungsgemäßes Bauteil, insbesondere ein Bauteil einer Gasturbine, bereitzustellen, wobei eine sichere und dauerhafte Verbindung zwischen den einzelnen Bauelementen gewährleistet ist.

Gelöst werden diese Aufgaben durch ein Verfahren gemäß den Merkmalen des Anspruchs 1 sowie ein Bauteil gemäß den Merkmalen des Anspruchs 8.

Zur Klarstellung sei hier ausdrücklich erwähnt, dass die Bezeichnung induktives Hochfrequenzpressschweißen das Verfahren bzw. das Bauteil im vorliegenden Fall nicht auf einen bestimmten Frequenzbereich festlegt. Vielmehr finden Frequenzen im niederen kHz-Bereich bis hin zum hohen MHz-Bereich Anwendung, so dass auch die neue Bezeichnung induktives Pressschweißen (IPS) eingeführt werden könnte.

Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind in den jeweiligen Unteransprüchen beschrieben.

Ein erfindungsgemäßes Verfahren zum Verbinden von metallischen Bauelementen, insbesondere von Bauelementen einer Gasturbine, verwendet zum Verbinden entsprechender Verbindungsflächen der Bauelemente ein induktives Hochfrequenzpressschweißen unter Erwärmung von mindestens einer Verbindungsfläche. Während des Vorgangs des induktiven Hochfrequenzpressschweißens werden zur Erwärmung der mindestens einen Verbindungsfläche mindestens zwei durch mindestens einen Induktor induzierte unterschiedliche Frequenzen verwendet. Durch die Verwendung von mindestens zwei unterschiedlichen Frequenzen ist eine optimale Durchwärmung der gesamten Verbindungsfläche bzw. des gesamten Fügequerschnitts bei größeren Querschnitten, insbesondere ab etwa 200 mm2, sichergestellt. Damit ist wiederum eine sichere und dauerhafte Verbindung zwischen den einzelnen Bauelementen gewährleistet. Dabei können die Randbereiche der Verbindungsfläche mit einer höheren und die innen liegenden Bereiche der Verbindungsfläche mit einer niedrigeren Frequenz erwärmt werden. Die Frequenzen werden dabei in Abhängigkeit der Beschaffenheit und Geometrie der Verbindungsflächen gewählt. Zudem ist es durch das erfindungsgemäße Verfahren möglich, Bauelemente mit deutlich unterschiedlichen Geometrien der Verbindungsflächen miteinander sicher und dauerhaft zu verbinden, da eine homogene und gleichzeitige Erwärmung der miteinander zu verbindenden Verbindungsflächen gewährleistet ist. Die gleichzeitige und homogene Erwärmung sorgt zudem dafür, dass es zu einer gleichmäßigen Aufstauchung des Fügebereichs kommt, so dass eine fehlerfreie Schweißverbindung erreicht werden kann. Die verwendeten unterschiedlichen Frequenzen können dabei durch einen Induktor oder auch durch zwei oder mehrere induziert werden.

In einer vorteilhaften Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens werden die niedrigere Frequenz aus einem Bereich zwischen 7 kHz bis 1,0 MHz und die höhere Frequenz aus einem Bereich zwischen 1,0 bis 2,5 MHz gewählt. Damit ist es zum Beispiel möglich, den dünnen Randbereich einer so genannten Bliskschaufel mit einer Frequenz von ungefähr 2 MHz und gleichzeitig den maximalen Querschnitt in der Mitte der Schaufel mit einer niedrigeren Frequenz im Bereich von 0,8 MHz zu erwärmen.

In einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens wirken die unterschiedlichen Frequenzen gleichzeitig oder nacheinander auf die mindestens eine Verbindungsfläche ein. Die erfindungsgemäße Multifrequenztechnik kann damit auf unterschiedliche Beschaffenheiten und Geometrien der zu verbindenden metallischen Bauelemente abgestimmt werden. Dabei können das erste und das zweite Bauelement aus unterschiedlichen oder ähnlichen metallischen Werkstoffen bestehen. Auch Bauelemente aus ähnlichen metallischen Werkstoffen, die jedoch durch unterschiedliche Herstellungsverfahren hergestellt worden sind, können sicher und dauerhaft verbunden. werden.

In einer vorteilhaften Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens ist das erste Bauelement eine Schaufel eines Rotors in einer Gasturbine und das zweite Bauelement ein Ring oder eine Scheibe des Rotors. Bei diesen Bauteilen handelt es sich um so genannte Blinks („bladed ring") oder Blinks („bladed disc") von Gasturbinentriebwerken.

Ein erfindungsgemäßes Bauteil, insbesondere ein Bauteil einer Gasturbine, besteht aus einem ersten Bauelement und aus einem zweiten Bauelement, wobei das erste und das zweite Bauelement mittels eines induktiven Hochfrequenzpressschweißens verschweißt sind. Dabei werden während des Vorgangs des induktiven Hochfrequenzpressschweißens zur Erwärmung von mindestens einer Verbindungsfläche der Bauelemente mindestens zwei durch mindestens einen Induktor induzierte unterschiedliche Frequenzen verwendet. Dadurch ist es möglich ein Bauteil herzustellen, bei dem eine sichere und dauerhafte Verbindung der einzelnen Bauelemente zueinander gewährleistet ist. Insbesondere weisen die zu verbindenden Bauelemente relativ große Querschnittsflächen, insbesondere größer 200 mm2, auf. Auch deutlich unterschiedliche Querschnittsflächen des ersten und zweiten Bauelements sind durch die gleichzeitige und homogene Erwärmung der Fügequerschnitte der Verbindungsflächen der Bauelemente problemlos verbindbar.

Das erste und das zweite Bauelement können dabei aus unterschiedlichen oder ähnlichen metallischen Werkstoffen bestehen. Es ist aber auch möglich, dass das erste und das zweite Bauelement aus ähnlichen metallischen Werkstoffen bestehen und durch unterschiedliche Herstellungsverfahren hergestellt sind. Dies betrifft zum Beispiel geschmiedete Bauelemente, durch Gussverfahren hergestellte Bauelemente, Bauelemente bestehend aus Einkristallen sowie gerichtet erstarrte Bauelemente.

In einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist das erste Bauelement eine Schaufel eines Rotors in einer Gasturbine und das zweite Bauelement ein Ring oder eine Scheibe des Rotors. Bei diesen Bauteilen handelt es sich um so genannte Blinks („bladed ring") oder Blinks („bladed disc") von Gasturbinentriebwerken.


Anspruch[de]
Verfahren zum Verbinden von metallischen Bauelementen, insbesondere von Bauelementen einer Gasturbine, wobei das Verbinden entsprechender Verbindungsflächen der Bauelemente mittels eines induktiven Hochfrequenzpressschweißens unter Erwärmung von mindestens einer Verbindungsfläche erfolgt, dadurch gekennzeichnet, dass zur Erwärmung der mindestens einen Verbindungsfläche mindestens zwei durch mindestens einen Induktor induzierte unterschiedliche Frequenzen verwendet werden. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass Randbereiche der Verbindungsfläche mit einer höheren und innen liegende Bereiche der Verbindungsfläche mit einer niedrigeren Frequenz erwärmt werden. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Frequenzen in Abhängigkeit der Beschaffenheit und Geometrie der Verbindungsflächen gewählt werden. Verfahren nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass die niedrigere Frequenz aus einem Bereich zwischen 7 kHz–1,0 MHz und die höhere Frequenz aus einem Bereich zwischen 1,0–2,5 MHz gewählt werden. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die unterschiedlichen Frequenzen gleichzeitig oder nacheinander auf die mindestens eine Verbindungsfläche einwirken. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das erste und das zweite Bauelement aus unterschiedlichen oder ähnlichen metallischen Werkstoffen bestehen. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das erste Bauelement eine Schaufel eines Rotors in einer Gasturbine ist und das zweite Bauelement ein Ring oder eine Scheibe des Rotors ist. Bauteil, insbesondere Bauteil einer Gasturbine, bestehend aus einem ersten Bauelement und einem zweiten Bauelement, wobei das erste und das zweite Bauelement mittels eines induktiven Hochfrequenzpressschweißens verschweißt sind, dadurch gekennzeichnet, dass während des Vorgangs des induktiven Hochfrequenzpressschweißens zur Erwärmung von mindestens einer Verbindungsfläche der Bauelemente mindestens zwei durch mindestens einen Induktor induzierte unterschiedliche Frequenzen verwendet werden. Bauteil nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass das erste und das zweite Bauelement (12, 14) aus unterschiedlichen oder ähnlichen metallischen Werkstoffen bestehen. Bauteil nach Anspruch 8 oder 9, dadurch gekennzeichnet, dass das erste Bauelement eine Schaufel eines Rotors in einer Gasturbine ist und das zweite Bauelement ein Ring oder eine Scheibe des Rotors ist.






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