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Dokumentenidentifikation DE102006013216A1 27.09.2007
Titel Kraftmessvorrichtung für eine Feststellbremse eines Fahrzeugs, insbesondere eines Personenkraftwagens
Anmelder Siemens AG, 80333 München, DE
Erfinder Stürzer, Jürgen, 94330 Aiterhofen, DE
DE-Anmeldedatum 22.03.2006
DE-Aktenzeichen 102006013216
Offenlegungstag 27.09.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 27.09.2007
IPC-Hauptklasse G01L 5/28(2006.01)A, F, I, 20060322, B, H, DE
Zusammenfassung Bekannte Kraftmessvorrichtungen für Feststellbremsen weisen ein mit einem Seilzug verbundenes Stellglied auf, das von einer Seilzugbetätigungsvorrichtung betätigt wird. In dem Stellglied ist üblicherweise die Kraftmessvorrichtung für den Seilzug integriert.
Es wird eine einfache und zuverlässige Kraftmessvorrichtung (1) für eine Feststellbremse eines Fahrzeugs, insbesondere eines Personenkraftwagens, vorgeschlagen, mit einem Gehäuse (4), mit einem Seilzug (2) zur Betätigung der Feststellbremse und mit einem Kraftmesselement (15) zur Bestimmung der Seilkraft. Erfindungsgemäß ist der Seilzug (2) durch das Gehäuse (4) hindurchgeführt und weist am Seilzug (2) befestigte Anschläge (25, 26) auf, einen ersten Anschlag (25) und einen zweiten Anschlag (26), wobei unter Beanspruchung des Seilzugs (2) sich der erste Anschlag (25) fest an einer Gehäuseinnenseite (12) des Gehäuses (4) abstützt und der gegenüberliegende zweite Anschlag (26) sich an dem Kraftmesselement (15) abstützt, das zwischen Gehäuse (4) und zweitem Anschlag (26) vorgesehen ist, wobei sich entsprechend der Belastung des Seilzugs (2) eine Verschiebung des zweiten Anschlags (26) einstellt, was am Kraftmesselement (15) zu einem entsprechenden Messwert für die vom Seilzug (2) übertragene Kraft führt.
Die erfindungsgemäße Kraftmessvorrichtung ist für Feststellbremsen für Personenkraftwagen vorgesehen.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Kraftmessvorrichtung für eine Feststellbremse eines Fahrzeugs, insbesondere eines Personenkraftwagens, mit einem Gehäuse, mit einem Seilzug zur Betätigung der Feststellbremse und mit einem Kraftmesselement zur Bestimmung der Seilkraft.

Aus der WO 98/56633 ist eine gattungsbildende Kraftmessvorrichtung bekannt, die Teil einer Feststellbremse, einer sogenannten elektronischen Parkbremse ist. Um einen einwandfreien Betrieb der Feststellbremse gewährleisten zu können, ist es erforderlich, die vom Seilzug zu übertragene Kraft genau zu dosieren, wofür eine präzise Bestimmung der Kraftübertragung mittels der Kraftmessvorrichtung erforderlich ist. Die Feststellbremse besitzt eine Seilzugbetätigungsvorrichtung, die einen motorischen Antrieb hat, der über ein Getriebe und eine Gewindespindel ein Stellglied translatorisch verschiebt, um so den mit dem Stellglied verbundenen Seilzug entsprechend zu betätigen. Dem Stellglied ist eine Kraftmessvorrichtung mit einem Gehäuse zugeordnet. Die Kraftmessvorrichtung ist im Stellglied der Seilzugbetätigungsvorrichtung integriert. Eine Integration benötigt jedoch entsprechenden Bauraum und ist zudem aufwändig.

Die Kraftmessung erfolgt an der Schnittstelle zwischen Seilzug und dem Stellglied mittels der Kraftmessvorrichtung, die hierzu ein Kraftmesselement aufweist, das als Feder ausgeführt ist. Durch eine Verschiebung des Stellglieds mittels motorischem Antrieb erfolgt entsprechend der Belastung im Seilzug eine entsprechende Verkürzung der Feder. Der Federweg wird elektronisch von einem Wegsensor erfasst. Über die Federkennlinie der Feder ist eine Bestimmung der vom Seilzug übertragenen Kraft möglich.

Aus der US 6,609,595 B2 ist ebenfalls eine Kraftmessvorrichtung bekannt, die Teil einer Feststellbremse, einer sogenannten parking brake assembly ist. Auch hier erfolgt die Integration der Kraftmessvorrichtung innerhalb eines Stellglieds für den Seilzug. Die Kraftmessvorrichtung ist dabei in einer Bohrung des Stellglieds verbaut. Das Kraftmesselement ist als Feder ausgeführt, bei der über einen Stößel oder einen Hallsensor der Federweg bestimmt wird. Aus dem Federweg lässt sich dann auf die Belastung des Seilzugs schließen.

Aufgabe der Erfindung ist es, eine Kraftmessvorrichtung für einen Seilzug in einfacher und zuverlässiger Bauart und flexiblem Einbauort bereitzustellen.

Die Aufgabe wird durch eine Kraftmessvorrichtung mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst.

Erfindungsgemäß wird vorgeschlagen, das Kraftmesselement im Seilzug selbst zu verbauen, so dass quasi ein Bypass zur Kraftmessung gegeben ist. Diese Bauart ermöglicht die Kraftmessung an beliebiger Stelle im Seilzug, beispielsweise auch außerhalb einer Seilzugbetätigungsvorrichtung.

Die Kraftmessvorrichtung wird in dem Seilzug integriert, wobei der Seilzug durch das Gehäuse der Kraftmessvorrichtung hindurch geführt ist. Am Seilzug sind befestigte Anschläge vorgesehen, einen ersten Anschlag und einen zweiten Anschlag, wobei unter Beanspruchung des Seilzugs sich der erste Anschlag fest an einer Gehäuseinnenseite des Gehäuses abstützt und der gegenüberliegende zweite Anschlag sich an dem Kraftmesselement abstützt. Entsprechend der Belastung des Seilzugs verschiebt sich der zweite Anschlag, woraus sich am Kraftmesselement zwischen Gehäuse und zweitem Anschlag ein entsprechender Messwert für die vom Seilzug übertragene Kraft ergibt.

Besonders vorteilhaft ist, dass die Kraftmessvorrichtung in einfacher Art und Weise an einem weitestgehend herkömmlichen Seilzug verbaubar ist. Dies ermöglicht eine hohe Flexibilität hinsichtlich der Konstruktion der Seilzugsbetätigungsvorrichtung, da die Kraftmessvorrichtung innerhalb des Gehäuses der Seilzugbetätigungsvorrichtung oder auch außerhalb des Gehäuses verbaubar ist.

Weitere Vorteile und vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen und der Beschreibung.

In Ausgestaltung der Erfindung sind die Anschläge in einfacher Art und Weise in Form von auf den Seilzug aufgepressten Hülsen ausgebildet.

In weiterer Ausgestaltung ist das das Kraftmesselement plattenförmig ausgebildet ist und stützt sich an einem Absatz am Gehäuse ab. Insbesondere in Kombination mit einem Schlitz zum Einführen des Seilzugs ergibt sich eine einfache Montage des Kraftmesselements am Seilzug.

In weiterer Ausgestaltung ist das Kraftmesselement mit Dehnmessstreifen und/oder mit zumindest einem Piezo-Kraftsensor zur Kraftmessung bestückt. Diese Lösung erlaubt nicht nur eine präzise Messung der Kraft im Seilzug, sondern sie ist auch einfach und ermöglicht ohne Umweg eine direkte Bestimmung der Kraft im Seilzug.

Durch ein Kraftmesselement, das von einer sich gehäuseseitig abstützenden Feder und einer topfförmigen Federaufnahme gebildet wird, wird eine alternative Ausgestaltung des Kraftmesselements bereitgestellt.

Zeichnung

Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in der Zeichnung vereinfacht dargestellt und in der nachfolgenden Beschreibung näher erläutert.

Es zeigen:

1 eine Seitenansicht eines ersten Ausführungsbeispiels der erfindungsgemäßen Kraftmessvorrichtung in einer Schnittdarstellung,

2 eine Vorderansicht der Kraftmessvorrichtung nach 1 und

3 eine Seitenansicht eines zweiten Ausführungsbeispiels der erfindungsgemäßen Kraftmessvorrichtung in einer Schnittdarstellung.

Beschreibung der Ausführungsbeispiele

In 1 ist eine Seitenansicht eines ersten Ausführungsbeispiels einer Kraftmessvorrichtung 1 in Schnittdarstellung gezeigt. Die Kraftmessvorrichtung 1 ist Teil einer Feststellbremse, die der Fachwelt unter dem Begriff elektronische Parkbremse EPB bekannt ist. Die Feststellbremse 1 ist für Fahrzeuge, insbesondere für Personenkraftwagen, vorgesehen. Diese neue Technik ersetzt den gewohnten Handbremshebel durch eine ausgeklügelte Elektronik, die die Handbremse selbstständig auslöst. Ein Neigungssensor erkennt zum Beispiel, wann das Fahrzeug abzurutschen droht und zieht die Bremsbacken automatisch zusammen. Sobald der Fahrer wieder Gas gibt, wird die Bremse ohne Zeitverzögerung gelöst. Auch mit dem Abstellen des Motors wird die Bremse aktiviert.

Eine derartige Feststellbremse weist einen Seilzug 2 zur Betätigung der Feststellbremse auf. Der Seilzug 2 ist von einer nicht näher dargestellten Seilzugbetätigungsvorrichtung betätigbar, die elektromotorisch ausgebildet ist bzw. über einen motorischen Antrieb in Form eines Elektromotors verfügt. Der Elektromotor treibt über ein Getriebe ein Stellglied an, welches die zur Betätigung der Feststellbremse erforderliche Seilkraft auf den Seilzug aufbringt. Hierzu ist üblicherweise eine vom Getriebe angetriebene Gewindespindel vorgesehen, die mit dem Stellglied bzw. Betätigungsglied verbunden ist und das Stellglied bzw. Betätigungsglied translatorisch verschiebt. Eine Verschiebung des Stellglieds bzw. Betätigungsglieds führt wiederum zu einem Betätigen bzw. Verschieben des Seilzugs und damit der Feststellbremse.

Zum Dosieren der Bremskraft der Feststellbremse ist es notwendig, die im Seilzug 2 herrschende Belastung bzw. Zugkraft mittels der Kraftmessvorrichtung 1 präzise zu ermitteln. Die Kraftmessvorrichtung 1 hat ein längliches, zylindrisches oder, wie dargestellt, quaderförmiges Gehäuse 4. Das Gehäuse 4 weist einen länglichen Gehäuseteil 11 und zwei Seiten, eine in 1 rechts liegende, erste Seite 6 und eine in 1 links liegende, zweite Seite 7 auf. Die erste Seite 6 stellt ein Seitenteil 10 des länglichen Gehäuseteils 11 dar und ist einteilig mit dem länglichen Gehäuseteil 11 ausgebildet. Selbstverständlich ist es auch möglich, die erste Seite 6 als separates Seitenteil auszubilden und über entsprechende Befestigungsmittel mit dem länglichen Gehäuseteil 11 zu verbinden. Die zweite Seite 7 wird im Wesentlichen von einem Kraftmesselement 15 gebildet.

Die zweite Seite 7 bzw. das Kraftmesselement 15 ist im Fall eines zylindrischen Gehäuses 4 scheibenförmig oder, wie in 2, einer Vorderansicht der Kraftmessvorrichtung 1, näher dargestellt ist, plattenförmig ausgebildet und hat einen quadratischen oder rechteckförmigen Umriss. Etwa in der Mitte des Kraftmesselements 15 bzw. in der Mitte der Seiten 6, 7 sind jeweils Öffnungen 20, 21, eine erste Öffnung 20 im Seitenteil 10 des Gehäuse 4 und eine zweite Öffnung 21 im Kraftmesselement 15, vorgesehen. Beide Öffnungen 20, 21 dienen zum Hindurchführen des Seilzugs 2 und haben daher einen Öffnungsquerschnitt, der etwas größer ist als ein Querschnitt des Seilzugs 2.

Innerhalb des Gehäuses 4 weist der Seilzug 2 zwei Anschläge, einen ersten, in 1 rechts liegenden Anschlag 25 und einen zweiten, in 1 links liegenden Anschlag 26 auf. Beide Anschläge 25, 26 sind beispielsweise in Form von auf den Seilzug 2 aufgepressten Hülsen oder Pressringen ausgebildet. Selbstverständlich sind auch andere Formen für die Anschläge 25, 26 möglich. Denkbar ist auch, Zentrierbünde an den an den Anschlägen 25, 26 anliegenden Bauteile 10, 15 vorzusehen. Unter Beanspruchung des Seilzugs 2 stützt sich der erste Anschlag 25 fest an eine Gehäuseinnenseite 12 des Seitenteils 10 des Gehäuses 4 ab und der gegenüberliegende zweite Anschlag 26 stützt sich an dem Kraftmesselement 15 an seiner Kraftmesselementinnenseite 16 ab.

Mit seiner der Kraftmesselement 15 gegenüberliegenden Kraftmesselementaußenseite 17 stützt sich das Kraftmesselement 15 an einem auf der zweiten Seite 7 des Gehäuses 4 ausgebildeten Absatz 5 bzw. Übergriff ab. Im Fall eines zylinderförmigen Gehäuses 4 ist das Kraftmesselement 15 scheibenförmig und der Absatz 5 umlaufend als Ringsteg ausgebildet. Der Absatz 5 überdeckt mit seinem Ringsteg die Kraftmesselementaußenseite 17 etwas, so dass das Kraftmesselement 15 unter Zugbelastung des Seilzugs 2 sich an einer Ringfläche am Gehäuse 4 abstützt. Im Fall eines quaderförmigen Gehäuses 4 ist das Kraftmesselement 15 als entsprechend rechteckförmiges bzw. quadratisches Element ausgebildet. Wie in 2 näher dargestellt ist, weist die zweite Seite 7 des Gehäuses 4 zwei gegenüberliegende Absätze 5, 5' bzw. Übergriffe auf. Beide Absätze 5, 5' sind gegenüberliegend zum Beispiel an einer oberen Gehäuselängsseite 8 und an einer unteren Gehäuselängsseite 9 des Gehäuses 4 vorgesehen und nehmen das Kraftmesselement 15an seinen zwei Seiten quasi schienenförmig im Gehäuse 4 auf. Oben und unten liegt dann das rechteckigförmige bzw. quadratische Kraftmesselement 15 an zwei rechteckförmigen Ansatzflächen der Absätze 5, 5' am Gehäuse 4 an.

Das Kraftmesselement 15 weist einen Schlitz 30 auf, der sich seitlich etwa bis in die Mitte des Kraftmesselements 15 erstreckt. Der Schlitz 30 hat eine Schlitzbreite S, die größer ist als ein Durchmesser D des Seilzugs 2 und kleiner ist als ein Durchmesser H der Hülsen 25, 26 des Seilzugs 2. Dies ermöglicht bei der Montage ein seitliches Einführen des Seilzugs 2, der bei Belastung des Seilzugs 2 dann mit seiner am Seilzug 2 fixierten Hülse 26 sich an der Kraftmesselementinnenseite 16 abstützt. Die Montage der Kraftmessvorrichtung 1 erfolgt nachträglich nach dem Herstellen des Seilzugs 2, wobei zunächst der Seilzug 2 an einem Ende in die erste Öffnung 20 am rechten Seitenteil 10 eingeführt wird und der erste Anschlag 25 an der Gehäuseinnenseite 12 anliegt. Anschließend wird der zweite Anschlag 26 in den Montageschlitz 30 des beispielsweise durch leichte Presspassung im Gehäuse 4 gehaltenen Kraftmesselements 15 eingeführt. Der Seilzug 2 benötigt somit nur zwei fixierte Anschläge 25, 26. Der Abstand zwischen den Anschlägen 25, 26 ist dabei so gewählt, dass überschüssiger Seilzugweg vorliegt bzw. im verbauten Zustand des Seilzugs 2 zwischen den Anschlägen 25, 26 ein Bogen 32 vorliegt bzw. eine Schleife gebildet wird. Aufgrund des Bogens 32 bzw. der Schleife ergibt sich eine Zugkraftunterbrechung des Seilzugs 2 zwischen den Anschlägen 25, 26, der somit von dem Gehäuse 4 der Kraftmessvorrichtung 1 bypassiert wird.

Beide Anschläge 25, 26 liegen in einer Linie bzw. Achse ohne Querversatz. Die Kraftübertragung erfolgt von einem rechts liegenden Seilabschnitt 14 am ersten Anschlag 25 über das rechte Seitenteil 10 des Gehäuses 4 zu dem länglichen Gehäuseteil 11 und über die Anschläge 5, 5' zu dem Kraftmesselement 15 und von dort zu dem zweiten Anschlag 26 zu dem links liegenden Seilabschnitt 18 des Seilzugs 2.

Zwischen den Anschlägen 25, 26 ist der Seilzug 2 schlaff bzw. lose und es wird keine Kraft übertragen. Das Gehäuse 4 überträgt die Kraft zwischen den Anschlägen 25, 26, so dass das Kraftmesselement 15 quasi als Bypass im Seilzug 2 verbaut ist. Möglich ist auch, auf den Schlitz 30 zu verzichten und nur eine Öffnung bzw. Bohrung am Kraftmesselement 15 vorzusehen. Der Seilzughersteller kann dann den Seilzug 2 mit dem ersten Anschlag 25 in die erste Öffnung 20 im Gehäuse 4 und mit dem zweiten Anschlag 26 in die zweite Öffnung (ohne Schlitz) im Kraftmesselement 15 einfädeln und die Kraftmessvorrichtung 1 mit dem Seilzug 2 endmontieren.

Je nach Belastung des Seilzugs 2 ergibt sich eine entsprechende Verschiebung des zweiten Anschlags 26 und damit des Kraftmesselements 15. Das Kraftmesselement 15 weist zur Kraftmessung beispielsweise nicht näher dargestellte Dehnmessstreifen DMS auf und ist als Biegebalken ausgebildet. Die DMS sind verformungsabhängige elektrische Widerstände und können in Dünnschicht oder Dickschichttechnologie auf dem Kraftmesselement 15 aufgebracht sein. Möglich ist auch, zusätzlich oder anstelle der DMS, einen Piezo-Kraftsensor zu verbauen, der eine entsprechende Verformung in ein entsprechendes elektrisches Signal umwandelt. Bei dem Piezo-Effekt setzt eine marginale Verformung eines Kristalls eine entsprechende elektrische Ladung frei. Selbstverständlich sind auch andere bekannte Ausführungen zur Kraftmessung am Kraftmesselement 15 einsetzbar, wie zum Beispiel Hall-Sensoren.

Mit den Ausgangssignalen der DMS oder des Piezo-Kraftsensors kann eine Steuer- oder Regelvorrichtung für den Antrieb der Seilzugbetätigungsvorrichtung beaufschlagt werden. Durch Vergleich der Kraftsollwerte mit den Kraftistwerten kann dann in bekannter Weise eine Steuerung bzw. Regelung der Festestellbremse durchgeführt werden.

In der 3 ist ein zweites Ausführungsbeispiel dargestellt, bei dem alle gleichen oder gleichwirkenden Bauteile mit denselben Bezugszeichen gekennzeichnet sind. Wie die 3, eine Seitenansicht der Kraftmessvorrichtung 1 in einer Schnittdarstellung, zeigt, ist das Kraftmesselement 15 alternativ als Feder 35 mit innenliegender topfförmiger Federaufnahme 36 ausgebildet. Die Feder 15 stützt sich an gehäuseseitig an dem links dargestellten umlaufenden Absatz 5 des Gehäuses 4 ab und gegenüberliegend an einem umlaufenden Rand 37 der topfförmigen Federaufnahme 36. Der Absatz 5 kann als Übergriff gestaltet sein und, wie dargestellt, ein separates Bauteil sein, das mit dem länglichen Gehäuseteil 11 verbunden ist. Durch die in einem Boden 38 der Federaufnahme 36 vorgesehene zweite Öffnung 21 ist der links liegende Seilabschnitt 18 des Seilzugs 2 geführt. Der Absatz 5 schließt mit einer Mantelfläche der 39 der topfförmigen Federaufnahme 36 radial in etwa ab. Die Federaufnahme 36 ist beweglich und der zweite Anschlag 26 stützt sich an einer Innenfläche 40 des Bodens 38 ab. Beide Anschläge 25, 26 verlaufen, wie hier dargestellt, nicht in einer Linie bzw. entlang einer Achse, sondern weisen einen Querversatz auf. In einer weiteren Ausführungsform sind die zwei Anschläge 25, 26 in einer Achse angeordnet. Entsprechend der Belastung des Seilzugs 2 stellt sich ein entsprechender Federweg ein, der von einer vorgesehenen, beispielsweise elektronisch ausgebildeten Federwegmessvorrichtung 41 bestimmt wird und sich daraus ein entsprechender Messwert für die Kraft im Seilzug 2 ergibt.

Die Federwegmessvorrichtung 41 ist beispielsweise innenseitig am länglichen Gehäuseteil 11 nahe der Feder 35 angebracht. Bei der Federwegmessvorrichtung 41 handelt es sich um ein übliches Bauteil zur Federwegbestimmung und kann zum Beispiel einen Magnetfeldgeber aufweisen, der entsprechend auf einen Wegsensor einwirkt.

Die Federwegmessvorrichtung weist ein Magnet 42 an der Federaufnahme auf. Gegenüberliegend zum Magnet 42 ist ein Hall-Sensor 43 am Gehäuse 4 befestigt, wie in 3 dargestellt ist.

1
Kraftmessvorrichtung
2
Seilzug
4
Gehäuse
5
Absatz
6
erste Seite
7
zweite Seite
8
obere Gehäuselängsseite
9
untere Gehäuselängsseite
10
Seitenteil
11
Gehäuseteil
12
Gehäuseinnenseite
14
Seilabschnitt rechts
15
Kraftmesselement
16
Kraftmesselementinnenseite
17
Kraftmesselementaußenseite
18
Seilabschnitt links
20
erste Öffnung
21
zweite Öffnung
25
erster Anschlag
26
zweiter Anschlag
30
Schlitz
32
Bogen
35
Feder
36
Federaufnahme
37
Rand
38
Boden
39
Mantelfläche
40
Innenfläche
41
Federwegmessvorrichtung
42
Magnet
43
Hall-Sensor


Anspruch[de]
Kraftmessvorrichtung für eine Feststellbremse eines Fahrzeugs, insbesondere eines Personenkraftwagens, mit einem Gehäuse, mit einem Seilzug zur Betätigung der Feststellbremse und mit einem Kraftmesselement zur Bestimmung der Seilkraft, dadurch gekennzeichnet, dass der Seilzug (2) durch das Gehäuse (4) hindurch geführt ist und am Seilzug (2) befestigte Anschläge (25, 26) aufweist, einen ersten Anschlag (25) und einen zweiten Anschlag (26), wobei unter Beanspruchung des Seilzugs (2) sich der erste Anschlag (25) fest an einer Gehäuseinnenseite (12) des Gehäuses (4) abstützt und der gegenüberliegende zweite Anschlag (26) sich an dem Kraftmesselement (15) abstützt, das zwischen Gehäuse (4) und zweitem Anschlag (26) vorgesehen ist, wobei sich entsprechend der Belastung des Seilzugs (2) eine Verschiebung des zweiten Anschlags (26) einstellt, was am Kraftmesselement (15) zu einem entsprechenden Messwert für die vom Seilzug (2) übertragene Kraft führt. Kraftmessvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Anschläge (25, 26) in Form von auf den Seilzug (2) aufgepressten Hülsen ausgebildet sind. Kraftmessvorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Kraftmesselement (15) plattenförmig ausgebildet ist und sich an einem Absatz (5) am Gehäuse (4) abstützt. Kraftmessvorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass zwei gegenüberliegende Absätze (5, 5') am Gehäuse (4) ausgebildet sind. Kraftmessvorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Kraftmesselement (15) mit Dehnmessstreifen und/oder mit zumindest einem Piezo-Kraftsensor zur Kraftmessung bestückt ist. Kraftmessvorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Kraftmesselement (15) einen Schlitz (30) zum Einführen des Seilzugs (2) aufweist. Kraftmessvorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Kraftmesselement (15) von einer sich gehäuseseitig abstützenden Feder (35) und einer topfförmigen Federaufnahme (36) gebildet ist, an die sich der zweite Anschlag (26) abstützt, wobei sich entsprechend der Belastung des Seilzugs (2) ein entsprechender Federweg der Feder (35) einstellt, der von einer vorgesehenen Federwegmessvorrichtung (41) bestimmt wird und daraus ein entsprechender Messwert für die Kraft im Seilzug (2) ermittelbar ist. Kraftmessvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Seilzug (2) zwischen den Anschlägen (25, 26) lose verbaut ist. Kraftmessvorrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass der Seilzug (2) zwischen den Anschlägen (25, 26) einen Bogen (32) oder eine Schleife aufweist. Elektromotorische Feststellbremse mit einer Kraftmessvorrichtung (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche 1 bis 9.






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