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Dokumentenidentifikation DE202007009214U1 27.09.2007
Titel Bodensystem
Anmelder Knauf Perlite GmbH, 44147 Dortmund, DE
Vertreter Becker und Kollegen, 40878 Ratingen
DE-Aktenzeichen 202007009214
Date of advertisement in the Patentblatt (Patent Gazette) 27.09.2007
Registration date 23.08.2007
Application date from patent application 30.06.2007
IPC-Hauptklasse E04F 15/08(2006.01)A, F, I, 20070630, B, H, DE

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Bodensystem.

Bodensysteme der gattungsgemäßen Art bestehen üblicherweise aus zementgebundenen Bodenplatten, die nebeneinander in einer Ebene auf einem Untergrund angeordnet werden. Dabei ist es insbesondere auch bekannt, die Bodenplatten an ihren Seitenkanten mit einer Stufenfalz auszubilden, wobei die Stufenfalzen benachbarter Bodenplatten korrespondierend ineinander eingreifen. Entsprechende Stufenfalzen bieten den Vorteil, dass benachbarte Bodenplatten sehr exakt gegeneinander ausgerichtet werden können und hierdurch ein sehr gleichförmiger Bodenaufbau erstellbar ist.

In der Praxis hat sich jedoch gezeigt, dass es werkseitig aufwendig ist, Bodenplatten mit einer Stufenfalz zu konfektionieren. Bodenplatten ohne Stufenfalz ließen sich daher zeit- und kostengünstiger konfektionieren.

Aus dem Stand der Technik sind auch Bodenplatten ohne Stufenfalz bekannt. Die Größe dieser Platten ist jedoch auf eine Länge von etwa 330 mm beschränkt, da größere Bodenplatten zunehmend dazu neigen zu brechen, wenn sie auf dem Untergrund einer Belastung ausgesetzt werden.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein unter Verwendung von Bodenplatten errichtbares Bodensystem zur Verfügung zu stellen, das unter geringem Zeit- und Kostenaufwand erstellbar ist und bei dem die Bodenplatten wirksam gegen Bruch geschützt sind.

Zur Lösung dieser Aufgabe wird zur Verfügung gestellt ein Bodensystem mit

einer dämmenden Unterkonstruktion und

auf der Unterkonstruktion aufliegenden Bodenplatten, die jeweils zementgebunden sind und

zwei im Wesentlichen rechteckige Hauptoberflächen mit

einer Länge und Breite von jeweils wenigstens 500 mm aufweisen, wobei

die Seitenkanten rechtwinklig zu den Hauptoberflächen angeordnet sind und wobei

mehrere Bodenplatten

nebeneinander auf der Unterkonstruktion angeordnet und

benachbarten Bodenplatten an ihren einander zugewandten Seitenkanten über einen Klebstoff miteinander verklebt sind.

Erfindungsgemäß liegen die Bodenplatten auf einer dämmenden Unterkonstruktion auf. Bei einer Belastung der Bodenplatten bewirkt die dämmende Unterkonstruktion eine Vergleichmäßigung der Belastung, so dass die Bodenplatten bei dem erfindungsgemäßen Bodensystem verbessert gegen Bruch geschützt sind.

Hierdurch können Bodenplatten mit einer Länge und Breite ihrer Hauptoberflächen von wenigstens 500 mm vorgesehen sein und damit in einer Größe, die wesentlich über der Größe bisheriger Bodenplatten liegt. Durch das erfindungsgemäße Bodensystem kann ein Boden damit schneller mit Bodenplatten belegt werden als bei herkömmlichen Bodensystemen.

Neben der Funktion, eine Vergleichmäßigung der Belastungen auf die Bodenplatten zu bewirken, kommt der Unterkonstruktion insbesondere auch eine dämmende Funktion zu. Die dämmende Unterkonstruktion besteht bevorzugt aus Dämmmaterialien, beispielsweise Dämmplatten, dämmendem Schüttgut oder einer Kombination solcher Dämmmaterialien. Nach einer bevorzugten Ausführungsform besteht die dämmende Unterkonstruktion aus einem Schüttgut, bevorzugt einem dämmendem Schüttgut, und darauf aufliegenden Dämmplatten. Das dämmende Schüttgut kann beispielsweise in Form von expandiertem Perlit, expandiertem Vermiculit, Blähglas, Blähton, Bims oder einer Kombination dieser Schüttgüter vorgesehen sein. Das Schüttgut der Unterkonstruktion bietet den Vorteil einer Nivellierung, insbesondere auf einem unebenen Untergrund. Durch die Verwendung eines dämmenden Schüttgutes ist gleichzeitig ein Dämmeffekt erzielbar.

Die dämmende Unterkonstruktion ist auf einem Untergrund aufgebracht, auf dem das erfindungsgemäße Bodensystem angeordnet werden soll. Im Falle der Verwendung einer Unterkonstruktion aus Schüttgut und Dämmplatten ist entsprechend das Schüttgut auf dem Untergrund aufgebracht. Das Schüttgut kann beispielsweise in einer mittleren Stärke von 10 bis 30 mm vorgesehen beziehungsweise auf dem Untergrund aufgebracht sein.

Dämmplatten für die Unterkonstruktion können beispielsweise in Form von Holzfaserdämmplatten, Holzwolledämmplatten, Steinwolledämmplatten, Mineralwolledämmplatten oder Glaswolledämmplatten vorgesehen sein. Die Dämmplatten können beispielsweise als Holzfaserplatten (WF) gemäß DIN 13171, als Trittschalldämmplatten (MF) aus Steinwolle gemäß DIN 13162 oder als Trittschalldämmplatten aus Holzfaser (WF) gemäß DIN 13171 ausgebildet sein. Die Dämmplatten können bevorzugt quaderförmig konfektioniert sein mit einer Dicke im Bereich von beispielsweise 5 bis 30 mm.

Nach einer Ausführungsform weist die dämmende Unterkonstruktion, die wie vorstehend konfektioniert sein kann, zusätzlich Gipsplatten auf. Diese Gipsplatten können entsprechend den Dämmplatten in der Unterkonstruktion angeordnet sein. Demnach kann die dämmende Unterkonstruktion beispielsweise aus einem Schüttgut und darauf aufliegenden Gipsplatten bestehen. Gipsplatten bieten den besonderen Vorteil, dass sie eine Schiebeebene für die zementgebundenen Bodenplatten des Bodensystems schaffen, die Bodenplatten also besonders einfach über die Gipsplatten geschoben und besonders einfach auf dieser Ebene aus Gipsplatten angeordnet werden können, da sich die Bodenplatten auf den Gipsplatten regelmäßig leichter verschieben lassen als auf Dämmplatten.

Es kann vorgesehen sein, die Gipsplatten auf den Dämmplatten anzuordnen. Die dämmende Unterkonstruktion besteht in diesem Fall demnach beispielsweise aus einem Schüttgut, darauf aufliegenden Dämmplatten und auf diesen wiederum aufliegenden Gipsplatten.

Als Gipsplatten können beispielsweise Gipsplatten gemäß EN 520 vorgesehen sein. Die Gipsplatten können bevorzugt quaderförmig konfektioniert sein mit einer Dicke im Bereich von beispielsweise 5 bis 30 mm, also beispielsweise mit einer Dicke von 9,5 mm.

Die Unterkonstruktion in Form eines Schüttgutes und darauf aufliegender Dämmplatten bietet damit insgesamt die Möglichkeit, eine Unterkonstruktion zur Verfügung zu stellen, die gleichzeitig einen hervorragenden nivellierenden, vergleichmäßigenden und dämmenden Zweck erfüllt.

Bevorzugt sind Bodenplatten in Form von zementgebundenen Leichtbauplatten vorgesehen. Zementgebundene Leichtbauplatten bieten neben einer geringen Rohdichte – und einer damit einhergehenden leichten Handhabbarkeit – den Vorteil einer verminderten Wärmeleitfähigkeit, mit welcher ein Wärmdämmeffekt einhergeht. Die Wärmeleitfähigkeit der Bodenplatten liegt bevorzugt unter 2,0 W/mK, besonders bevorzugt unter 1,8 W/mK.

Die Dichte der Bodenplatten kann beispielsweise im Bereich von 1.200 bis 1.700 kg/m3 liegen, also beispielsweise auch im Bereich von 1.300 bis 1.600 kg/m3.

Die Festigkeit, insbesondere die Bruchfestigkeit der Bodenplatten ist zusätzlich verbessert, wenn faserarmierte Bodenplatten vorgesehen sind.

Die Größe der Bodenplatten ist grundsätzlich beliebig. Die Bodenplatten sind bevorzugt quaderförmig ausgebildet. Die Breite der Bodenplatten kann beispielsweise im Bereich von 500 bis 700 mm liegen und die Länge beispielsweise im Bereich von 700 bis 1100 mm. Die Dicke der Bodenplatten kann beispielsweise im Bereich von 20 bis 24 mm liegen. Nach einer Ausführungsform ist vorgesehen, dass die Bodenplatten eine Länge von 900 mm, eine Breite von 600 mm und eine Dicke von 22 mm aufweisen. Bei diesen Maßen ist eine schnelle Verlegung bei einer gleichzeitig noch guten Handhabung möglich.

Ein wesentliches Merkmal des erfindungsgemäßen Bodensystems liegt darin, dass die Bodenplatten Seitenkanten aufweisen, die rechtwinklig zu den Hauptoberflächen der Bodenkanten angeordnet sind. Die Seitenkanten der Bodenplatten verlaufen damit – bei Auflage auf der Unterkonstruktion – in senkrechten Ebenen. Die Bodenplatten sind damit sehr einfach aneinander anordenbar. Gleichzeitig können entsprechend konfektionierte Bodenplatten werkseitig unter geringem technischem Aufwand hergestellt werden.

Benachbarte Bodenplatten sind an ihren einander zugewandten Seitenkanten über einen Klebstoff miteinander verklebt. Bevorzugt kommt ein Klebstoff zum Einsatz, der elastisch aushärtet beziehungsweise vernetzt, so dass die miteinander verklebten Bodenplatten relativ zueinander noch leicht beweglich sind. Die Elastizität des Bodensystems ist hierdurch erhöht, so dass die Bruchwahrscheinlichkeit der Bodenplatten weiter reduziert ist. Bevorzugt sind die Bodenplatten über einen organischen Klebstoff miteinander verklebt, beispielsweise einen Klebstoff auf Basis Polyurethan (PU-Klebstoff). Bevorzugt wird ein Klebstoff eingesetzt, der unter Bildung einer porigen Struktur aushärtet. Diese porige Struktur bietet einen Isolationseffekt, wodurch die Bildung von Kältebrücken vermieden wird.

Das Bodensystem kann auf einem beliebigen Untergrund aufgebracht und für beliebige Zwecke eingesetzt werden. Das Bodensystem kann zur Errichtung von Innen- und Außenböden verwendet und für den Neubau ebenso wie für die Bausanierung eingesetzt werden.

Ein Ausführungsbeispiel des erfindungsgemäßen Bodensystems soll anhand der nachfolgenden Figurenbeschreibung näher erläutert werden.

Dabei zeigt, jeweils in stark schematisierter Darstellung,

1: einen Ausschnitt aus einem Bodensystem in einer perspektivischen Ansicht von schräg oben und

2: eine seitliche Schnittansicht des Bodensystems nach 1 entlang der Schnittlinien A-A.

In seiner Gesamtheit ist das Bodensystem in 1 mit dem Bezugszeichen 1 gekennzeichnet.

Das Bodensystem 1 weist eine dämmende Unterkonstruktion 3 auf, die auf einem Untergrund U aufgebracht ist. Die dämmende Unterkonstruktion 3 besteht aus einer unteren Schicht in Form von expandiertem Perlit 5 und darauf aufliegenden Dämmplatten 7 in Form von Holzfaserdämmplatten. Die Perlit-Schüttung 5 weist eine mittlere Schütthöhe von etwa 25 mm auf, während die Dämmplatten 7 eine Dicke von 8 mm aufweisen. Die Dämmplatten 7 weisen jeweils eine quaderförmige Form auf und sind mit ihren Stoßkanten unmittelbar aneinander gelegt.

Auf den Dämmplatten 7 der Unterkonstruktion 3 liegen Bodenplatten 9 in Form von zementgebundenen Leichtbauplatten auf. Die quaderförmigen Bodenplatten 9 weisen jeweils eine Dicke 9d von 22 mm auf; die Hauptoberflächen der Bodenplatten 9 weisen jeweils eine Länge 9l von 900 mm und eine Breite 9w von 600 mm auf. Die Seitenkanten 9s der Bodenplatten 9 verlaufen rechtwinklig zu den Hauptoberflächen der Bodenplatten 9.

Zwischen benachbarten Bodenplatten 9 verbleibt eine Fuge 11 mit einer Breite von etwa 3 mm. Die Fugen 11 sind mit einem PU-Klebstoff 13 verfüllt, so dass die einander zugewandten Seitenkanten 9s benachbarter Bodenplatten 9 über diesen Klebstoff 13 miteinander verklebt sind.

In 2 ist eine Schnittansicht des Bodensystems nach 1 entlang der Schnittlinie A-A nach 1 dargestellt.

Gut zu erkennen ist in 2 insbesondere auch, dass die Stoßfugen der Dämmplatten 7 versetzt zu den Fugen 11 der Bodenplatten 9 angeordnet sind, was dem Bodensystem 1 eine zusätzliche Stabilität verleiht.


Anspruch[de]
Bodensystem mit

a. einer dämmenden Unterkonstruktion (3) und

b. auf der Unterkonstruktion (3) aufliegenden Bodenplatten (9), die jeweils

b1. zementgebunden sind und

b2. zwei im Wesentlichen rechteckige Hauptoberflächen mit

b3. einer Länge (9l) und Breite (9b) von jeweils wenigstens 500 mm aufweisen, wobei

b4. die Seitenkanten (9s) rechtwinklig zu den Hauptoberflächen angeordnet sind und wobei

c. mehrere Bodenplatten (9)

c1. nebeneinander auf der Unterkonstruktion (3) angeordnet und

c2. benachbarten Bodenplatten (9) an ihren einander zugewandten Seitenkanten (9s)

c3. über einen Klebstoff (13) miteinander verklebt sind.
Bodensystem nach Anspruch 1 mit einer dämmenden Unterkonstruktion aus

a1. einem Schüttgut (5) und darauf aufliegenden

a2. Dämmplatten (7).
Bodensystem nach Anspruch 2 mit einem dämmenden Schüttgut (5). Bodensystem nach Anspruch 2 mit einem Schüttgut (5) in Form von expandiertem Perlit. Bodensystem nach Anspruch 2 mit Dämmplatten (7) in Form von Holzfaserdämmplatten oder Steinwolledämmplatten. Bodensystem nach Anspruch 1 mit Bodenplatten (9) in Form von zementgebundenen Leichtbauplatten. Bodensystem nach Anspruch 1 mit Bodenplatten (9) mit einer Dichte im Bereich von 1200 bis 1700 kg/m3. Bodensystem nach Anspruch 1 mit faserarmierten Bodenplatten (9). Bodensystem nach Anspruch 1, bei dem die Bodenplatten (9) jeweils Hauptoberflächen mit einer Länge (9l) von 900 mm und eine Breite (9b) von 600 mm aufweisen. Bodensystem nach Anspruch 1, bei dem die Bodenplatten (9) über einen PU-Klebstoff (13) miteinander verklebt sind.






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