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Dokumentenidentifikation DE4228164B4 27.09.2007
Titel Vorrichtung zur Abstandspositionierung von in Lagereinbaustücken lagernden Walzenpaaren
Anmelder SMS Demag AG, 40237 Düsseldorf, DE
Erfinder Benner, Frank, 5439 Stockum-Püschen, DE
Vertreter Patentanwälte Valentin, Gihske, Grosse, 57072 Siegen
DE-Anmeldedatum 25.08.1992
DE-Aktenzeichen 4228164
Offenlegungstag 03.03.1994
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 27.09.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 27.09.2007
IPC-Hauptklasse B21B 31/02(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, DE
IPC-Nebenklasse B21B 31/08(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, DE   F16C 13/02(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, DE   D21G 1/02(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, DE   

Beschreibung[de]

Die Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung zur Abstandspositionierung von in Lagereinbaustücken lagernden Walzenpaaren, die in einem Walzgerüst walzenachsradial gegeneinander anstellbar und/oder walzenachsparallel gegeneinander verschiebbar sind, bestehend aus, in jeweils einem der benachbarten Lagereinbaustücke angeordneten Abstandsstützen, die in, in dem anderen Lagereinbaustück angeordneten Nuten geführt, in Aufsetznuten einbringbar sind, die den Stützabstand der beiden Lagereinbaustücke voneinander bestimmen.

Vorrichtungen zur Abstandspositionierung dieser Gattung dienen dazu, die Ballen der Walzen des Walzenpaares bei dessen Ein- und Ausbringen in das Walzgerüst bzw. aus diesem heraus auf Abstand zu halten, um Beschädigungen der empfindlichen Walzballenoberflächen zu vermeiden.

Aus der DE 40 34 436 A1 ist eine Anordnung zur distanzierten Abstützung einer oberen Arbeitswalze bekannt, welche über einen Zylinder hydraulisch in Kombination mit einer Feder betätigt wird.

Neben anderen bekannten Ausbildungsformen solcher Vorrichtungen, die mit verschiebbaren Gleitstücken, Kolben-Zylinder-Elementen, Eigengewicht-Kipphebeln o.dergl. arbeiten, weisen bekannt gewordene Ausbildungsformen solcher Vorrichtungen fest in den jeweils benachbarten Lagereinbaustücken angeordnete Abstandsstützen bzw. Führungsnuten auf, wobei die Abstandsstützen mit ihren freien Enden in diesen Führungsnuten geführt werden. Die Abstandsstützen müssen sich dabei, wenn die Walzen des Walzenpaares nicht nur walzenachsradial gegeneinander anstellbar, sondern auch walzenachsparallel gegeneinander verschiebbar sind, zwangsläufig auch während des Walzbetriebes ständig in den Führungsnuten befinden. Die Führungsnuten müssen deshalb entsprechend lang bemessen werden, ebenso die Abstandsstützen selbst mit der Folge, dass je nach den konstruktiven Gegebenheiten auch die Lagereinbaustücke selbst verhältnismäßig lang bauen. Die abstandsbestimmenden Aufsetznuten, auf die die Abstandsstützen für die Abstandspositionierung der Walzen des Walzenpaares aufgesetzt werden, können, da sie die walzbetriebsbedingten Verschiebebewegungen der Walzen nicht behindern dürfen, nur im Bereich der jeweiligen äußeren Enden der Führungsnuten vorgesehen werden. Die Walzen des Walzenpaares können infolgedessen nur in ihren statisch ungünstigen äußeren axialen Verschiebepositionen abstandspositioniert und in diesen Positionen in das Walzgerüst hinein- und aus diesem herausgefahren werden, wodurch sich verhältnismäßig lange Verschiebewege mit dem dazu notwendigen technischen Aufwand ergeben. Da die Walzen auch nur in diesen Positionen gegen unbeabsichtigte Verschiebungen miteinander verriegelt sind, müssen sie auch dann in diesen ungünstigen Positionen aus- bzw. eingefahren werden, wenn dies an sich nicht notwendig ist; nämlich dann, wenn die Walzballenoberflächen betriebsverschlissen sind und deshalb ohne Schaden aufeinander gelegt werden könnten.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, die gattungsgemäße Ausbildung der Vorrichtungen zur Abstandspositionierung so zu verbessern, dass die geschilderten Nachteile und Schwierigkeiten vermieden werden; insb. der Bearbeitungs- und ggfs. Bemessungsaufwand für die Lagereinbaustücke verkleinert und Bedienungs- und Wartungsaufwand für die Vorrichtung günstiger gestalten werden.

Diese Aufgabe wird dadurch gelöst, dass die Lagereinbaustücke in einer, parallel zur gemeinsamen Achsebene der Walzen des Walzenpaares verlaufenden Verschiebeebene aufeinander liegende Gleitflächen aufweisen und in der Gleitfläche des einen Lagereinbaustücks eine Versenknut und eine aus dieser heraus- und in diese hineinfahrbare Abstandsstütze angeordnet, und den Gleitflächen des anderen Lagereinbaustücks winklig zu der Verschiebeebene, von dieser weg verlaufende, von der Abstandsstütze beaufschlagbare, deren Ein- und Ausfahrbewegungen steuernde Führungs- und Lenkflächen und die Aufsetznut für diese Abstandsstütze zugeordnet sind.

Durch diese Ausbildung wird erreicht, dass die Abstandsstützen nur in der Abstandsposition beider Lagereinbaustücke in den Aufsetznuten aufstehen. Während aller anderen Bewegungen der Lagereinbaustücke gegeneinander, die sich aus den walzenachsradialen und walzenachsparallelen Verschiebungen ergeben, befinden sich die Abstandsstützen außerhalb der gemeinsamen Verschiebeebene der Lagereinbaustücke in der Versenknut.

Zweckmäßig liegen, wie die Erfindung weiter vorsieht, die Führungs- und Lenkflächen so, dass eine Führungsfläche jeweils beiderseits der Aufsetznut senkrecht zur Gleitfläche verläuft und eine Lenkfläche an einer Seite der Aufsetznut, winklig zu und von der Gleitfläche weg und zwei weitere Lenkflächen aufeinander folgend an der anderen Seite ebenfalls winklig zu der Gleitfläche von dieser weg verlaufen. Zusätzliche Weiterbildungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen niedergelegt.

Mit Hilfe dieser Führungsflächen und Lenkflächen und einer entsprechenden, nicht zur Erfindung gehörenden Positionsvorgabesteuerung für die Lagereinbaustücke können diese so gegeneinander verschoben werden, dass sich die Abstandsstützen aus der Aufsetznut herausgehoben und geführt durch die winklig geneigten Lenkflächen in die Versenknut hineinbewegen, wobei die Lagereinbaustücke je nach der Anordnung dieser Lenkflächen sowohl in walzenachsradialer als auch in walzenachparalleler Richtung nicht behindert werden, wenn die Abstandsstützen aus den Aufsetznuten herausgehoben worden sind und den Lenkflächen anliegen.

Die Erfindung wird anhand des in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiels näher erläutert. In der Zeichnung zeigen

1 die Vorrichtung in perspektivischer Teildarstellung auseinandergezogen,

2 eine Einzelheit im Schnitt quer zur Walzenachse und

36 die Darstellung nach 2 in anderen Positionen.

Wie aus 1 ersichtlich, weist das Lagereinbaustück 1 der nicht dargestellten oberen Walze eine parallel zur gemeinsamen Achsebene beider Walzen verlaufende Gleitfläche 1a auf, in der, in einer Versenknut 3, senkrecht zu dieser Gleitfläche 1a, mit einer Nase 4a aus dieser herausbewegbar, die Abstandsstütze 4 mit ihrem oberen Ende schwenkbar aufgehängt ist. Die Abstandsstütze 4 wird dabei, von den Seitenwänden 3a der Versenknut 3 geführt, rückseitig von einer, gegen die Hinterwand 3b der Versenknut 3 abgestützten Feder 5 beaufschlagt.

Das entsprechende Lagereinbaustück 2 der ebenfalls nicht dargestellten unteren Walze weist ebenfalls eine, parallel zu der gemeinsamen Achsebene beider Walzen verlaufende Gleitfläche 2a auf und weiter eine, senkrecht zu dieser verlaufende obere Führungsfläche 2b. In dieser Führungsfläche 2b ist eine, ebenfalls senkrecht zu der Gleitfläche verlaufende Aufsetznut 7 mit einem Sperranschlag 7a angeordnet, dessen eine Seite in der Ebene der Gleitfläche 2a liegt. Beiderseits der Aufsetznut 7 sind, winklig zu der Gleitfläche 2a, von dieser weg verlaufende Lenkflächen 2c, 2d, 2e angeordnet und zwar an der einen Seite eine Lenkfläche 2c und an der anderen Seite zwei aufeinanderfolgende Lenkflächen 2d und 2e unterschiedlicher Winkellagen.

Die Vorrichtung arbeitet wie folgt: In Einbaustellung der Lagereinbaustücke 1 und 2 liegen die beiden Gleitflächen 1a und 2a aufeinander, wie dies die Pfeile A andeuten. Die Nase 4a der Abstandsstütze ragt dabei in der gezeichneten Stellung aus der Versenknut 3 heraus und steht mit dieser in der Aufsetznut 7 auf. Diese Stellung entspricht der der Schnittdarstellung nach 2. Die beiden, nicht dargestellten Walzen sind in dieser Stellung abstandspositioniert.

Um die Walzen aus dieser Stellung herauszubringen, wird das Lagereinbaustück 1 der oberen Walze mit Hilfe der nicht dargestellten Anstelleinrichtung in Richtung des Pfeils E angehoben und, sobald sich die Nase 4a der Abstandsstütze 4 oberhalb der Öffnungsebene der Aufsetznut 7 befindet, das Lagereinbaustück 1 parallel zur Walzenachse in Richtung des Pfeils B verschoben und dann, unter gleichzeitigem Absenken in Richtung des Pfeils C mit Hilfe der Anstellvorrichtung die Nase 4a der Abstandsstütze 4 von den Lenkflächen 2d und 2e in die Versenknut 3 gedrückt, wie dies aus den Schnittdarstellungen der 3, 4 und 5 hervorgeht. Die Lagereinbaustücke 1 und 2 können jetzt den Notwendigkeiten der Walzenanstellung und Walzenverschiebung beim Walzbetrieb entsprechend beliebig gegeneinander verschoben werden; allerdings mit der Maßgabe, daß sich die Nase 4a der Abstandsstütze 4 dabei in einem Bereich unterhalb der Lenkflächen 2c, 2d und 2e befindet.

Um die Lagereinbaustücke 1 und 2 mit den Walzen wieder in Abstandsposition zu bringen, wird das Lagereinbaustück 1 in Richtung des Pfeils D verschoben und dann in Richtung des Pfeils E angehoben. Die Nase 4a der Abstandsstütze 4 gelangt dabei auf die Lenkfläche 2c und bewegt sich unter dem Druck der Feder 5 aus der Versenknut 3 heraus. Anschließend wird das Lagereinbaustück 1 wieder in Richtung des Pfeils B verschoben und, sobald sich die Nase 4a der Abstandsstütze 4 über der Aufsetznut 7 befindet, in Richtung des Pfeils C abgesenkt mit der Folge, daß die Abstandsstütze 4 in der Aufsetznut 7 aufsteht und die Walzen wieder abstandspositioniert sind (vgl. 6 und 2).

1
Lagereinbaustück (obere Walze)
1a
Gleitfläche
2
Lagereinbaustück (untere Walze)
2a
Gleitfläche
2b
obere Führungsfläche
2c
seitliche Lenkfläche
2d
seitliche Lenkfläche
2e
seitliche Lenkfläche
3
Versenknut
3a
Seitenwand (der Versenknut)
4
Abstandsstütze
4a
Nase (der Abstandsstütze)
5
Feder
6
7
Aufsetznut
7a
Sperranschlag


Anspruch[de]
Vorrichtung zur Abstandspositionierung von, in Lagereinbaustücken (1, 2) lagernden Walzenpaaren, die in einem Walzgerüst walzenachsradial gegeneinander anstellbar und/oder walzenachsparallel gegeneinander verschiebbar sind, bestehend aus, in jeweils einem der benachbarten Lagereinbaustücke (1, 2) angeordneten Abstandsstützen (4), die in, in dem anderen Lagereinbaustück (1, 2) angeordneten Nuten (3) geführt, in Aufsetznuten (7) einbringbar sind, die den Stützabstand der beiden Lagereinbaustücke (1, 2) voneinander bestimmen, dadurch gekennzeichnet, dass die Lagereinbaustücke (1, 2) in einer, parallel zur gemeinsamen Achsebene der Walzen des Walzenpaares verlaufenden Verschiebeebene aufeinanderliegende Gleitflächen (1a, 2a) aufweisen, und in der Gleitfläche (1a) des einen Lagereinbaustücks (1) eine Versenknut (3) und eine, aus dieser heraus- und in diese hineinfahrbare Abstandsstütze (4) angeordnet, und den Gleitflächen (2a) des anderen Lagereinbaustücks (2) winklig zu der Verschiebeebene, von dieser weg verlaufende, von der Abstandsstütze (4) beaufschlagbare, deren Ein- und Ausfahrbewegungen steuernde Führungs- und Lenkflächen (2b, 2c, 2d, 2e) und die Aufsetznut (7) für diese Abstandsstütze (4) zugeordnet sind. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass eine Führungsfläche (2b) jeweils beiderseits der Aufsetznut (7) senkrecht zur Gleitfläche (2a) verläuft und eine Lenkfläche (2c) an einer Seite der Aufsetznut (7) winklig zu der Gleitfläche (2a) und zwei weiteren Lenkflächen (2d, 2e) aufeinander folgend ebenfalls winklig zu der Gleitfläche (2a) von dieser weg verlaufen. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Abstandsstütze (4) in der Versenknut (3) schwenkbar aufgehängt ist. Vorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Abstandsstütze (4) rückseitig von einer, in der Versenknut (3) angeordneten, gegen deren Rückwand (3b) abgestützten Feder (5) beaufschlagbar ist. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, gekennzeichnet durch einen, in der Aufsetznut (7) angeordneten, diese in Richtung auf die Verschiebeebene der Lagereinbaustücke (1, 2) abschließenden Sperranschlag (7a).






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