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Dokumentenidentifikation DE602004003571T2 27.09.2007
EP-Veröffentlichungsnummer 0001609381
Titel Entfernbarer Innenschuh für einen Sportschuh
Anmelder Lange International S.A., Fribourg, CH
Erfinder Dal Bello, Luca, 31044 Montebelluna (TV), IT
Vertreter Scharlach, D., Rechtsanw., 80469 München
DE-Aktenzeichen 602004003571
Vertragsstaaten DE, FR, IT
Sprache des Dokument FR
EP-Anmeldetag 22.06.2004
EP-Aktenzeichen 044254522
EP-Offenlegungsdatum 28.12.2005
EP date of grant 06.12.2006
Veröffentlichungstag im Patentblatt 27.09.2007
IPC-Hauptklasse A43B 5/04(2006.01)A, F, I, 20061107, B, H, EP
IPC-Nebenklasse A43B 7/12(2006.01)A, L, I, 20061107, B, H, EP   A43B 9/02(2006.01)A, L, I, 20061107, B, H, EP   A43B 13/28(2006.01)A, L, I, 20061107, B, H, EP   

Beschreibung[de]

Die Erfindung bezieht sich auf einen herausnehmbaren Innenschuh für einen Sportschuh, insbesondere für auf einem Gleitbrett wie einem Schi oder Snowboard zu befestigende Schuhe oder für einen Schlittschuh, sowie auf ein Verfahren zu seiner Herstellung.

Ein erstes bekanntes Verfahren zur Herstellung von Innenschuhen, die dazu bestimmt sind, in die Schale eines Schischuhs eingesetzt zu werden, das von uns Strobel-Verfahren genannt wird, besteht darin, getrennt eine flache Sohle und einen geraden Schaft herzustellen und dann beide Teile durch eine Strobel-Naht zu verbinden. Der Vorteil dieses Verfahrens besteht darin, dass es einfach und billig ist. Der so erhaltene Innenschuh hat jedoch folgende Nachtteile:

  • – Die Fäden der Strobel-Naht sind sichtbar und können sich abnutzen, vor allem beim Einsetzen des Innenschuhs in einen Schischuh und beim Herausnehmen des Innenschuhs;
  • – diese Innenschuhe haben keine anatomische Form, weil sie sich nicht der Gestalt des Fusses anschmiegen, sondern eine flache Sohle und einen geraden Standard-Schaft aufweisen, was für den Fuss des Schiläufers unbequem ist;
  • – diese Innenschuhe sind nicht wasserdicht, weil das Wasser durch Kapillarität längs der Naht hochsteigen kann;
  • – diese Innenschuhe sind nicht ästhetisch.

Ein zweites Herstellungsverfahren für Innenschuhe, formgerechte Fertigung genannt, besteht darin, den Schaft um ein Fussmodell herum zu formen und dann den Innenschuh fertigzustellen, indem als letzter Schritt die Sohle am Schaft montiert wird, z.B. durch Kleben; diese letzte Operation erfolgt stets mit dem um das Fussmodell angeordneten Schaft. Die so befestigte Sohle erlaubt den zuvor geformten Schaft in seiner Form zu belassen. Der auf diese Weise erhaltene Innenschuh ist dank seiner Konzeption hinsichtlich Sohle und Schaft vollkommen anatomisch und hat nicht die vorstehend erwähnten Nachteile; dieses Verfahren ist jedoch kostspielig.

Ein drittes Herstellungsverfahren für Innenschuhe, das als zwischen den beiden vorstehend beschriebenen Lösungen liegend zu betrachten ist, besteht darin, einen Innenschuh nach dem Strobel-Verfahren zu fertigen und dann dessen Sohle mit eine zweiten Sohle zu bedecken, wobei diese Operation mit einer in das Innere des Innenschuhs eingelegten Form in Gestalt des Fusses erfolgt, so dass bei diesem letzte Schritt der Innenschuh in Form gebracht wird. Dieses Verfahren erlaubt es also, einen Innenschuh zu erhalten, dessen Sohle eine anatomische Form hat, welcher in Höhe der Naht dichter und weniger brüchig ist und der eine verbesserte Ästhetik aufweist. Dieses Verfahren hat jedoch folgende Nachteile:

  • – Es ist komplex, schwierig und langwierig, weil es mehrere Schritte umfasst, die darin bestehen, die beiden Sohlen mit einem Kleber zu bestreichen, dann die beiden bestrichenen Oberflächen zu trocknen, den Kleber zu reaktivieren und schliesslich die beiden Oberflächen zusammenzupressen, um die beiden Sohlen miteinander zu verkleben;
  • – wegen der erwähnten Komplexität ist der erhaltene Innenschuh relativ teuer.

Ein Innenschuh mit einer undurchlässigen Schicht wird im Dokument US-B1-6 446 360 beschrieben.

Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zur Herstellung eines auswechselbaren Innenschuhs für einen Schuh vorzuschlagen, welcher die bekannten Nachteile vermeidet.

Ein erstes Ziel der vorliegenden Erfindung besteht darin, einen Innenschuh vorzuschlagen, der Mittel zur Befestigung zwischen dem Schaft und der Sohle hat, welche gegenüber einer Abnutzung widerstandsfähiger sind als die einfachen Strobel-Nähte und, verglichen mit einer Strobel-Naht, eine bessere Dichtheit garantieren.

Ein zweites Ziel der vorliegenden Erfindung besteht darin, einen wirtschaftlichen Innenschuh vorzuschlagen, der einfach herzustellen ist.

Ein drittes Ziel der vorliegenden Erfindung besteht darin, einen Innenschuh vorzuschlagen, dessen anatomische Form gegenüber der des einfachen Strobel-Innenschuhs verbessert ist.

Ein viertes Ziel der vorliegenden Erfindung besteht darin, einen Innenschuh vorzuschlagen, dessen Ästhetik gegenüber der des einfachen Strobel-Innenschuhs verbessert ist.

Gemäss dem Konzept der Erfindung besteht das Verfahren zur Herstellung eines Innenschuhs darin, einerseits eine flache Sohle zu bilden, auf deren Umfang ein vorab mit einer Klebschicht versehenes Band befestigt wird, und andererseits einen geraden Schaft zu formen, dann zunächst diese beiden Teile durch eine Strobel-Naht zu verbinden, bevor das mit der Klebschicht versehene Band so über die Strobel-Naht umgeklappt wird, dass diese überdeckt wird, und das Band durch Erwärmen gleichzeitig auf der Sohle und dem Schaft zu befestigen, wobei der Innenschuh bei dieser Operation in Form gebracht wird, um ihm eine endgültige anatomische Form zu geben.

Genauer gesagt beruht die Erfindung auf einer Sohle für einen Innenschuh eines Sportschuhs, welche ein Band aufweist, dessen eines Ende so auf der Unterseite der Sohle befestigt ist, dass ein bedeutender Teil des Sohlenumfangs bedeckt ist, wobei ein Bereich der Sohle zwischen ihrem Umfang und dem Befestigungsmittel abgegrenzt wird, und dessen Breite grösser ist als die Breite dieses Bereichs, so dass es umgeklappt werden kann, um diesen Bereich zu überdecken, und dabei so ausgebildet ist, dass es auch einen unteren Teil des Schafts eines Innenschuhs bedecken kann.

Das Band kann mittels einer Naht so an der Sohle befestigt sein, dass es nach dem Umklappen diese Naht überdeckt, um den Bereich der Sohle zu bedecken, und das Band kann eine vorab mit einer Klebschicht versehene Seite haben, um leicht angeklebt werden zu können.

Die Erfindung betrifft auch ein Verfahren zur Herstellung eines Innenschuhs eines Sportschuhs, welches folgende Schritte umfasst:

  • – Befestigung einer Sohle an einem Schaft mittels einer Naht, wie vorstehend beschrieben;
  • – Umklappen und Befestigen des Bandes der Sohle auf dem unteren Umfang des Schafts.

Das vorstehend beschriebene Verfahren kann auch den folgenden Zwischenschritt vor der Befestigung des Bandes am Schaft aufweisen:

  • – Formgebung des Innenschuhs.

Die Befestigung des Bandes kann durch Erwärmen und Anpressen des Bandes an den Schaft erfolgen, um es anzukleben, wenn es vorher mit einer Klebschicht versehen wurde, z.B. mit einem durch Erwärmung schmelzbaren Polyurethan-Kleber.

Schliesslich betrifft die Erfindung auch einen Innenschuh für einen Sportschuh mit einer Sohle, wie sie vorstehend beschrieben wurde, insbesondere einen Innenschuh für einen Schi- oder Snowboardschuh.

Diese Gegenstände, Merkmale und Vorzüge der vorliegenden Erfindung werden im einzelnen in der folgenden Beschreibung eines nicht als Begrenzung zu betrachtenden Ausführungsbeispiels in Verbindung mit den Figuren näher erläutert.

1 ist eine Unteransicht einer Sohle eines Innenschuhs nach der Erfindung vor der Verbindung dieser Sohle mit einem Schaft.

2 zeigt einen Innenschuh nach der Erfindung, nachdem die Sohle nach 1 mit einem Schaft durch eine Strobel-Naht verbunden wurde.

3 veranschaulicht die Formgebung des Innenschuhs nach 2.

4 ist eine Ansicht des Innenschuhs nach 3 nach dem Ankleben des Gewebebandes der Sohle.

5 ist eine perspektivische Ansicht eines Innenschuhs nach der Erfindung.

Die 1 bis 4 zeigen eine Ausführungsform eines Herstellungsverfahrens für einen Innenschuh nach der Erfindung.

Die in 1 gezeigte Sohle 1 ist ein wesentliches Element der Erfindung. Sie hat eine Unterseite 2, auf der mittels einer Naht 3 das Ende eines Gewebebandes 4 befestigt ist, welches eine erste Seite 5 und eine zweite, vorab mit einer Klebschicht aus wärmeschmelzbarem Polyurethan versehene Seite 6 aufweist. Dieses Band 4 ist auf dem Umfang der Unterseite 2 der Sohle angenäht und begrenzt so einen kleinen Bereich 7 auf dem Umfang der Sohle. Die Naht 3 wurde so hergestellt, dass das zur Mitte der Sohle hin zurückgeklappte Gewebeband 4 nach dem Umklappen im entgegengesetzten Sinne, das heisst nach aussen, diese Naht überdeckt.

Die Breite des Bandes 4 ist so gewählt, dass es einen Teil des Schafts bedecken kann, wenn es nach oben Geklappt wird, wie nachstehend beschrieben.

Bei einem ersten Schritt des Verfahrens zur Herstellung eines Innenschuhs nach der Erfindung wird, wie in 2 gezeigt, die Sohle 1 mit dem Schaft 10 nach einem Strobel-Verfahren verbunden. Dazu wird das Gewebeband 4 nach unten gehalten, um die Herstellung einer Strobel-Naht 9, mit der der Aussenumfang 8 der Sohle gemäss dem bekannten Verfahren an der Basis des Schafts 10 befestigt wird, nicht zu behindern.

3 zeigt den nächsten Schritt des Herstellungsverfahrens, welcher die Formgebung des Innenschuhs umfasst; das erfolgt durch Einsetzen einer Form 12 in den Innenschuh und durch Pressen mit einem Gummisack, wobei ein Sack 13 auf die Aussenfläche 2 der Sohle 1 gedrückt wird; dabei wird das Gewebeband zur Aussenseite der Sohle hin umgeklappt, um die Positionierung des Sacks 13 nicht zu behindern. Wenn die beiden Elemente 12 und 13 gut positioniert sind, nehmen der Innenschuh und insbesondere die Sohle eine bessere anatomische Form an. In dieser Stellung wird das Gewebeband dann auf den unteren Umfang 14 des Schafts umgeklappt, so dass die vorab mit einer Klebschicht versehene Seite 6 mit dem Bereich 14 des Schafts in Kontakt kommt, danach zwischen 45 und 50 Grad erwärmt und angepresst, wie in 4 veranschaulicht. Auf diese Weise wird das Band 4 auf den Schaft 10 und den Bereich 7 der Sohle aufgeklebt. Die Seite 5 bleibt sichtbar.

5 veranschaulicht den so nach diesem Verfahren erhaltenen Innenschuh. Das Gewebeband 4 bedeckt den Bereich 7 der Sohle 1, während die gesamte zentrale Oberfläche der Unterseite 2 der Sohle sichtbar bleibt. Die Breite des Bandes 4 ist so gewählt, dsss es den Bereich 14 des Schafts bedeckt, so dass das Band also folgende Funktionen erfüllt:

  • – Es überdeckt die Nähte 3 und 9 und schützt sie so vor Abnutzung, wodurch die mit der fehlenden Dichtheit von Nähten zusammenhängenden Probleme verringert werden;
  • – es stellt eine Verbindung zwischen der Sohle und dem Schaft dar und verschafft ihnen eine anatomische Form;
  • – es verleiht dem gesamten Innenschuh ein ästhetisches Aussehen, das durch die Wahl eines ästhetischen Materials für die Unterseite 2 des Innenschuhs noch verbessert werden kann.

Natürlich gehören Varianten zum Konzept der Erfindung, bei denen z.B. ein Band 4 aus einem anderen Material mit anderen Abmessungen genommen wird, das den Sohlenumfang nicht vollständig umgibt, jedoch ausreicht, um die vorstehend erwähnten vorteilhaften Funktionen wenigstens in signifikanter Weise zu erfüllen, oder bei denen die Sohle durch ein anderes Mittel als eine Naht befestigt wird.

Das Ganze weist also die Vorteile der vorhergehend beschriebenen Zwischenlösung des bekannten Standes der Technik auf, jedoch mit einer einfacheren und viel weniger teuren Lösung; und die Lösung erlaubt es somit, dass die Ziele der Erfindung gut erreicht werden.


Anspruch[de]
Sohle für den Innenschuh eines Sportschuhs, dadurch gekennzeichnet, dass sie ein Band (4) aufweist, dessen eines Ende mit einem Befestigungsmittel (3) auf der Unterseite (2) der Sohle derart befestigt ist, dass ein bedeutender Teil des Sohlenumfangs bedeckt ist, wobei ein Bereich (7) der Sohle zwischen ihrem Umfang (8) und dem Befestigungsmittel (3) abgegrenzt wird, und dass die Breite des Bandes grösser ist als die Breite des erwähnten Bereichs (7), so dass es umgeklappt werden kann, um diesen Bereich (7) zu bedecken, und dabei dazu geeignet ist, auch einen unteren Teil eines Schafts eines Innenschuhs zu überdecken. Sohle nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Band (4) an der Sohle durch ein Naht (3) befestigt ist, so dass das Band (4) diese Naht überdeckt, wenn es umgeklappt wird, um den Bereich (7) der Sohle zu bedecken. Sohle nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Band (4) eine bereits mit einer Klebschicht bedeckte Seite (6) hat, um sie leicht ankleben zu können. Verfahren zur Herstellung eines Innenschuhs eines Sportschuhs, dadurch gekennzeichnet, dass es die folgenden Schritte umfasst:

Befestigen einer Sohle (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 3 an einem Schaft (10) durch Nähen;

Umklappen und Befestigen des Bandes (4) der Sohle auf dem unteren Umfang (14) des Schafts (10).
Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass es den folgenden Zwischenschritt vor dem Befestigen des Bandes auf dem Schaft umfasst:

– Formen des Innenschuhs.
Verfahren nach Anspruch 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, dass das Band (4) vorher mit einer Klebschicht versehen wird und dass es den folgenden Schritt umfasst:

– Erwärmen und Anpressen des Bandes (4) auf den Bereich (7) der Sohle (1) und den Bereich (14) des Schafts (10), um es auf diesen Bereichen anzukleben.
Innenschuh für einen Sportschuh, dadurch gekennzeichnet, dass er eine Sohle nach einem der Ansprüche 1 bis 3 aufweist. Innenschuh nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass er ein Innenschuh eines Schi- oder Snowboardschuhs ist.






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