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Dokumentenidentifikation DE19928445B4 04.10.2007
Titel Ausbildung einer Umlenk-Gleitstelle für Spannglieder
Anmelder Suspa Spannbeton GmbH, 40764 Langenfeld, DE
Erfinder Scheibe, Matthias, Dr., 38100 Braunschweig, DE;
Walczak, Edmund, 42655 Solingen, DE
Vertreter Patentanwälte Eder & Schieschke, 80796 München
DE-Anmeldedatum 23.06.1999
DE-Aktenzeichen 19928445
Offenlegungstag 28.12.2000
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 04.10.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 04.10.2007
IPC-Hauptklasse E04C 5/08(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, DE
IPC-Nebenklasse E01D 11/00(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, DE   

Beschreibung[de]

Die Erfindung bezieht sich auf eine Umlenk-Gleitstelle für Spannglieder, welche vorzugsweise aus in Hülkohre eingezogenen Spanndrahtlitzen bestehen, nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1.

Die Spannglieder verlaufen hierbei zumeist außerhalb ei nes Betonquerschnittes. Sie bestehen aus einer oder einer Vielzahl von Spanndrahtlitzen.

Liegt das betreffende Spannglied an einer Bauwerkskante ungewollt an, ergibt sich eine Umlenkstelle. Dabei wird an der Umlenkstelle zwischen dem Hüllrohr und der Bauwerksfläche eine PE-Schutzhalbschale eingelegt, so dass das Hüllrohr über die Schutzschale gleiten kann.

Neben dieser unplanmäßigen Umlenkung existieren auch planmäßige Umlenkungen, wobei an diesen Umlenkstellen das Spannglied mit einem Umlenkradius R so geführt sein muss, dass eine stetige Umlenkung eingehalten wird. Diese Wirkung wird durch vorab eingebaute Umlenk-Gleitrohre oder Betonfertigteile erreicht, deren spanngliedseitige Kontaktfläche halbkreisförmig zur Aufnahme des Spanngliedes geformt ist. Die vorgenannten Umlenk-Gleitrohre bzw. die Führungsrinnen der Betonfertigteile sind für einen planmäßigen Umlenkwinkel ausgelegt.

Zum Stand der Technik zählt eine Konstruktion mit einem Umlenkelement, bei welchem in einem Schutzrohr ein Spannglied umgelenkt wird (4 der JP 7-269023 A). Nach einer anderen Konstruktion sind die Spanndrahtlitzen über einen rohrförmigen Abstandhalter geführt, welcher in einem Schutzrohr verläuft. Zur Reduzierung der Reibung zwischen den Rohren kann ein Fett eingebracht werden. Diese Ausführung dient zur Reduzierung des Reibungswiderstandes bei einer Spannstelle (2C, JP 7-269023 A).

Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht nun darin, eine Konstruktion vorzusehen, welche eine mögliche Beschädigung der Spannglieder auf einfache Weise einwandfrei vermeidet.

Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst.

Dadurch ergibt sich der Vorteil, dass während des Vorspannens sich die Spanndrahtlitze in das dickwandige Hüllrohr, welches vorzugsweise aus PE besteht, einbettet. Die dabei auftretende Reibung ist größer als die Reibung zwischen dem Hüllrohr und dem Gleitrohr, so dass eine ungehinderte Verschiebung des PE-Hüllrohres im Gleitrohr erfolgen kann.

Vorteilhafterweise ist die Länge des Gleitrohres so ausge bildet, dass der mechanisch beanspruchte Teil des PE-Hüllrohres ständig im PE-Gleitrohr liegt und nach Abschluss der Vorspannarbeiten mittels Schrumpfschläuchen luftdicht abgeschlossen ist.

An diesen Umlenkstellen werden die vorgefertigten Gleitrohre, die mit gebogenen Stahlrohren ausgesteift sein können, angeordnet. Diese Stahlrohre dienen vorteilhafterweise zur Stabilisierung und Lagesicherung während des Einbaus.

Bei Neubauten wird das Gleitrohr vorab einbetoniert; bei Sanierungen, insbesondere bei Betondurchbohrungen, können diese eingeschoben und mit Vergussmörtel verfüllt werden.

Bei einer als Betonfertigteil hergestellten Umlenkstelle sind halbkreisförmige Führungsrinnen vorgesehen, in welche die Spannglieder mit den Gleitrohren eingelegt werden können.

Die Erfindung wird nachfolgend anhand von in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispielen näher beschrie ben. In der Zeichnung zeigen:

1 eine schematische Seitenansicht einer Umlenkung mit Betonfertigteil,

2 einen Schnitt nach der Linie II-II in 1,

3 eine schematische Seitenansicht einer Umlenkung mit Umlenk-Gleitrohr,

4 einen Schnitt nach der Linie IV-IV in 3.

In den 1 und 2 ist eine erfindungsgemäße Umlenkung mit Betonfertigteil dargestellt. Wie ersichtlich, liegen Spannglieder 1 vor, welche aus in den Hüllrohren 3 eingezogenen Spanndrahtlitzen 2 bestehen. Bei planmäßiger Umlenkung in einen Umlenkbereich U der Spannglieder 1 ist das jeweilige Hüllrohr 3 von einem Gleitrohr 10 umgeben. Gemäß 2 kann sich zwischen dem Hüllrohr 3 und dem Gleitrohr 10 ein an sich bekanntes Gleitmittel 8 zur Verringerung des Reibwiderstandes befinden.

Der jeweilige Endbereich des Gleitrohres 10 ist nach 1 durch einen auf dem Hüllrohr 3 gelagerten Schrumpfschlauch 12 luftdicht abgeschlossen. Diese Schrumpfschläuche 12 weisen zwei Flanschbereiche auf, wobei der eine Flanschbereich auf den jeweiligen Durchmesser des Hüllrohres 3 und der andere Flanschbereich auf den betreffenden Durchmesser des Gleitrohres 10 abgestellt ist.

Ein Betonfertigteil 20, welches den Umlenkbereich U bildet, weist einen Radius R auf. Dieses Betonfertigteil 20 besitzt nach 2 eine Anzahl von nebeneinanderliegenden Führungsrinnen 15, in welchen die jeweiligen Spannglieder 1 mit ihren Gleitrohren 10 und ihren Hüllrohren 3 angeordnet sind. Das Betonfertigteil 20 besitzt nach 1 einen Radius R. Die Abmessungen der Führungsrinne 15 sind hierbei abhängig vom Umlenkwinkel.

Im Endbereich sind die Führungsrinnen 15 mit einem zusätzlichen Umlenkwinkel konisch aufgeweitet, so dass als Bauwerktoleranzen auftretende Winkelabweichungen des Spanngliedverlaufes räumlich ausgeglichen werden. Diese konischen Aufweitungen liegen in etwa in einem Winkel zwischen 0 < a ≤ 7°, vorzugsweise bei 3°.

3 und 4 zeigen eine Umlenkung mit einem Umlenk-Gleitrohr. Hierbei werden an die betreffenden Umlenkstellen U vorgefertigte Umlenk-Gleitrohre 10 aus PE, welche mit nicht näher dargestellten gebogenen Stahlrohren ausgeschalt sein können, angeordnet. Die vorgenannten Stahlrohre dienen zur Stabilisierung und zur Lagesicherung während des Einbaus.

Bei Neubauten wird das Gleitrohr 10 vorab einbetoniert, wie die rechte Darstellung in 3 zeigt; bei Betondurchbohrungen 25 nach 4 können diese eingeschoben und gemäß der linken Darstellung nach 3 mit Vergussmörtel 30 verfüllt werden. Wiederum ist ein Umlenkradius R im Umlenkbereich U vorgesehen.

Analog der Konstruktion gemäß 1 und 2 ist auch hier bei planmäßiger Umlenkung im Umlenkbereich U der Spannglieder 1 das jeweilige Hüllrohr 3 von dem Gleitrohr 10 umgeben, wobei sich zwischen dem Hüllrohr 3 und dem Gleitrohr 10 ein Gleitmittel 8 zur Verringerung des Reibwiderstandes befinden kann.

Auch bei dieser Konstruktion ist der jeweilige Endbereich des Gleitrohres 10 durch einen auf dem Hüllrohr 3 gelagerten Schrumpfschlauch 12 abgedichtet.

Analog der Konstruktion nach 1 und 2 bettet sich bei der Ausführungsform nach 3 und 4 die jeweilige Stahldrahtlitze 2 in das dickwandige PE-Hüllrohr 3 ein. Die dabei auftretende Reibung ist größer als die Reibung zwischen dem Hüllrohr 3 und dem Gleitrohr 10, so dass auch bei dieser Konstruktion eine ungehinderte Verschiebung des Hüllrohres 3 im Gleitrohr 10 erfolgen kann.

Auch bei dieser Bauform ist die Länge des Gleitrohres 10 so ausgebildet, dass der mechanisch beanspruchte Teil des Hüllrohres 3 ständig im Gleitrohr 10 liegt und nach Abschluss der Vorspannarbeiten mittels der Schrumpfschläuche 12 luftdicht abgeschlossen ist. Weiterhin ist auch bei der Ausführungsform nach 3 und 4 im Endbereich der Umlenkung U jeweils eine konische Aufweitung 22 vorgesehen.

Durch die erfindungsgemäße Konstruktion wird gewährleistet, dass im Bereich von planmäßigen Umlenkstellen U eine mögliche Beschädigung der Spannglieder 1 auf einfa che Weise einwandfrei vermieden wird.


Anspruch[de]
Umlenk-Gleitrohr für Spannglieder (1), welche aus in Hüllrohre (3) eingezogenen Spanndrahtlitzen bestehen,

wobei bei planmäßiger Umlenkung im Umlenkbereich (U) der Spannglieder (1) das jeweilige Hüllrohr (3) von einem Rohr umgeben ist,

dadurch gekennzeichnet,

dass das Rohr als Gleitrohr (10) ausgebildet ist und sich zwischen dem Hüllrohr (3) und dem Gleitrohr (10) ein Gleitmittel (8) zur Verringerung des Reibwiderstandes befindet,

dass der jeweilige Endbereich des Gleitrohrs (10) durch einen auf dem Hüllrohr (3) gelagerten Schrumpfschlauch (12) abgedichtet ist und

dass das Gleitrohr (10) im Endbereich jeweils konisch (22) aufgeweitet ist.
Umlenk-Gleitstelle nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Länge des Gleitrohres (10) so gewählt wird, dass der im Umlenkbereich mechanisch beanspruchte Teil des Hüllrohrs (3) überdeckt wird. Umlenk-Gleitstelle nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Umlenk-Element als das Gleitrohr (10) oder als Führungsrinne (15) in einem Betonbauteil (20) ausgebildet ist. Umlenk-Gleitstelle nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das aus PE bestehende Gleitrohr (10) mit gebogenen Stahlrohren ausgestaltet ist. Umlenk-Gleitstelle nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass bei Neubauten das Gleitrohr (10) einbetoniert ist. Umlenk-Gleitstelle nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass bei Sanierungen, insbesondere bei einer Betondurchbohrung (25), das Gleitrohr (10) in dieses eingeschoben und mit Vergussmörtel (30) verfüllt ist. Umlenk-Gleitstelle nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die konische Aufweitung (22) bis maximal 7° beträgt. Umlenk-Gleitstelle nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Hüllrohr (3) vorzugsweise aus einem PE-HD-Rohr besteht.






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