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Dokumentenidentifikation DE202007007573U1 04.10.2007
Titel Rammschutzsockel für eine Gebäudewand
Anmelder Heijmans Oevermann Verwaltungs GmbH, 48153 Münster, DE
Vertreter Dr. Hoffmeister & Tarvenkorn, 48147 Münster
DE-Aktenzeichen 202007007573
Date of advertisement in the Patentblatt (Patent Gazette) 04.10.2007
Registration date 30.08.2007
Application date from patent application 25.05.2007
IPC-Hauptklasse E04F 13/075(2006.01)A, F, I, 20070525, B, H, DE

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft einen Rammschutzsockel für eine Gebäudewand.

Bei Gebäuden, die mit Flurförderfahrzeugen befahren werden, ist es notwendig, den Fußbereich der wand mit einem Rammschutzsockel zu schützen, was teilweise durch leitplankenartige Vorrichtungen bewirkt wird. Solche Vorrichtungen wirken jedoch unter ästhetischen Gesichtspunkten störend. Erfolgt ein Anprall eines Fahrzeugs, werden sie partiell eingebeult. Bedingt durch die offene Konstruktion sind sie für Gebäude mit erhöhten Hygieneanforderungen wie insbesondere bei der Lebensmittelverarbeitung, nicht geeignet.

Desweiteren werden in Einzelanfertigung Rammmschutzsockel als Betonsockel hergestellt, wobei aber die handwerkliche Herstellung der Schalung sehr zeitaufwendig ist.

Aufgabe der Erfindung ist es somit, einen Rammschutzsockel anzugeben, der bei Neubauten wie auch im Bestand errichtet werden kann, der einfach zu montieren ist und der eine durchgängig glatte Außenoberfläche aufweist.

Gelöst wird diese Aufgabe durch einen Rammschutzsockel mit den Merkmalen des Anspruchs 1.

Durch die Trägervorrichtung mit der horizontalen und vertikalen Verstelleinrichtung können Maßabweichungen am Gebäude leicht ausgeglichen werden. Eine nachträgliche Anpassung oder Fügung von Bauteilen bei der Montage entfällt weitgehend. Lediglich für die Herstellung von Eckumlenkungen, z.B. an Säulen, sind noch Baustellenschweißungen notwendig.

Die Frontblende aus Metallblech bietet eine sehr widerstandsfähige Seitenflanke, die den weiteren Vorteil hat, dass kein Schmutz anhaftet und auch kein Reifenabrieb erfolgt, wenn Fahrzeugräder die Frontblende seitlich streifen.

Der den Zwischenraum zwischen Frontblende und Gebäudewand ausfüllende Betonkörper kann einfach hergestellt werden, indem nach der Ausrichtung der Trägervorrichtung samt der Frontblende ein normaler Beton in den Zwischenraum eingefüllt wird. Die Frontblende samt Bodenwinkel bildet somit zugleich eine verlorene Schalung.

Bevorzugt ist auch noch eine Anpassungsmöglichkeit in Längsrichtung für die Befestigungspunkte der horizontalen und der vertikalen Verstelleinrichtung vorgesehen indem C-förmige Ankerschienen, bekannt unter dem Markennamen „Halfen-Schiene", am Gebäudeboden und/oder der Gebäudewand befestigt werden. Vorzugsweise werden diese Ankerschienen direkt bei der Herstellung der Wand bzw. des Bodens flächenbündig mit der Bodenoberseite bzw. der Wandinnenseite eingelassen.

Die Montage des erfindungsgemäßen Rammschutzsockels ergibt sich danach wie folgt:

Zunächst wird ein Bodenwinkel mit Abstand zur Wand montiert, der später mit seinem aufragenden Schenkel mit einem unteren Schenkel der Frontblende überlappt.

Es wird dann die Verbindung der Trägervorrichtung mit den Verstelleinrichtungen hergestellt bzw. die vormontierte Einheit aufgestellt und grob ausgerichtet. Dabei drückt sich die vertikale Verstelleinrichtung bevorzugt am Bodenwinkel ab. Über die horizontale Verstelleinrichtung wird der Anschluss zur Gebäudewand hergestellt. Sind dort Ankerschienen vorhanden, ist die Verbindung besonders einfach herzustellen.

Aufgrund der zahlreichen Verstellmöglichkeiten in wenigstens zwei Raumkoordinaten kann die Trägervorrichtung auch schon mit dem Frontblech verbunden sein, sodass nachträgliche Schweißarbeiten vor Ort entbehrlich sind. Anschließend erfolgt die Justage aller Trägervorrichtungen an der Frontblende derart, dass der vorgesehene Wandabstand und auch die vorgesehene Höhe über OKRF (Oberkante Rohfußboden) eingestellt wird.

Mit der Überlappung des aufragenden Schenkels des Bodenwinkels und des untersten Schenkels der Frontblende ist eine durchgängig geschlossene Fläche mit Abstand zur Wand geschaffen, die als Schalung dient. Diese Schalung wird mit Beton hinterfüllt, der in gewohnter Weise verdichtet wird. Wird noch die Oberseite entsprechend glatt abgezogen, ist der Rammschutzsockel nach Aushärtung des Betons gebrauchsfertig und benötigt keine weiteren Nacharbeiten mehr.

Die Verstelleinrichtungen können beispielsweise über Gewindestangen gebildet sein, die mit entsprechenden Winkeln an der Trägervorrichtung verbunden sind. Dies stellt eine sehr kostengünstige Möglichkeit dar, die zudem eine besonders feine Justiermöglichkeit bietet.

Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform ist vorgesehen, dass zur vertikalen Verstellung ein sich vertikal erstreckendes Langloch an der Trägervorrichtung vorhanden ist, z. B. in einer angeschweißten Lasche.

Die horizontale Verstelleinrichtung ist vorzugsweise durch eine horizontale Lasche mit einem sich horizontal erstreckenden Langloch gebildet.

Bei den überlappenden Laschen kreuzen sich vorteilhaftweise die Langlöcher, sodass mit einem einzigen Befestigungselement, beispielsweise einer Schraube, eine Verstellung gleich in zwei Koordinaten möglich ist.

Vorzugsweise ist weiterhin vorgesehen, dass die Frontblende im Fußbereich einen durch einen Doppelwinkel ausgebildeten Rücksprung aufweist. Dieser Rücksprung erleichtert die Anbindung des Estrichs vor dem Rammschutzsockel. Darüber hinaus wird durch den Doppelwinkel die Steifigkeit der Frontblende im Hinblick auf ein Ausbeulen beim Betonieren erhöht.

Im Kopfbereich der Frontblende ist es aus dem gleichen Grund vorteilhaft, eine Schrägfläche abzukanten und diese nochmals an ihrem Ende umzubiegen, sodass im Kopfbereich eine U-förmige Profilierung erreicht wird, die die Festigkeit der Frontblende beim Betonieren deutlich erhöht. Der endseitig abgebogene Schenkel, der in Richtung des Betonkörpers weist, dient zugleich der formschlüssigen Verankerung der Frontblende im Betonkörper.

Die bereits angesprochene Überlappung des Fußbereichs der Frontblende mit einem Bodenwinkel hat den weiteren Vorteil, dass eine Anpassung des erfindungsgemäßen Systems an verschiedene Estrichstärken leicht möglich ist. Mit nur einem Standardprofil als Frontblende und einem L-förmigen Bodenwinkel, der als handelsüblicher Winkelstahl ausgeführt sein kann, ist die Höhenanpassung möglich. Die einstellbare Höhendifferenz ergibt sich im Wesentlichen aus der Länge des aufrecht stehenden Schenkels des Bodenwinkels, wobei zu berücksichtigen ist, dass immer eine gewisse Überlappung von mindestens ca. 20 mm mit dem Fußbereich der Frontblende erfolgen sollte und dass aufgrund der gerundeten Kehle im Bodenwinkel nicht die gesamte Höhe ausgenutzt werden kann. Wird aber beispielsweise ein Winkelstahl mit einer Schenkellänge von 100 mm verwendet, dann kann die Estrichstärke damit leicht um bis zu 60 mm variiert werden.

Bei einem Gebäude, das mit dem erfindungsgemäßen Rammschutzsockel wenigstens teilweise ausgestattet ist, ist vorgesehen, dass eine Estrichschicht bis direkt an den Rammschutzsockel heran ausgebildet ist, sodass zumindest die Überlappungsstelle von Frontblende und Bodenwinkel überdeckt ist. Vorzugsweise ist eine Hohlkehle ausgebildet, die den gesamten Rücksprung an der Frontblende ausfüllt und sich dann nahtlos an die Vorderseite der Frontblende anschließt.

Die Erfindung wird nachfolgend mit Bezug auf die Zeichnungen näher erläutert. Es zeigen im Einzelnen:

1a einen Rammschutzsockel in einem Gebäude mit geringer Estrichstärke,

1b einen Rammschutzsockel in einem Gebäude mit erhöhter Estrichstärke,

1c einen Rammschutzsockel mit vergrößerter Tiefe und

2 einen Rammschutzsockel in Ansicht von vorn.

1a zeigt die Situation in einem Eckbereich zwischen einer Gebäudewand 210 und einem Gebäudeboden 220. In die Gebäudewand 210 sind Ankerschienen 43 eingelassen, insbesondere einbetoniert. Gleiches gilt für den Bereich des Gebäudebodens 220: hier sind Halteschienen 12 eingelassen, die zur Befestigung eines Bodenwinkels 11 dienen.

Auf dem Bodenwinkel 11 stützt sich eine vertikale Verstelleinrichtung 50 ab, die im dargestellten Ausführungsbeispiel durch eine Gewindestange 51 gebildet ist. Diese ist in einem Gewinde eines Winkels 32 an einer Trägervorrichtung 30 geführt. Durch Drehen der Gewindestange 51 kann somit die Höhe der Trägervorrichtung 30 über dem Rohfußboden angepasst werden, wozu die Gewindestange 51 an ihrem oberen Ende vorzugsweise mit einer angeschweißten Sechskantmutter versehen ist. Diese Ausbildung der Verstelleinrichtung hat den Vorteil, dass die vertikale Verstelleinrichtung bei bereits aufgestellter Frontblende von oben leicht zugänglich ist.

Die im Wesentlichen aus einem Winkelprofil bestehende Trägervorrichtung 30 weist eine Lasche 33 auf, die der Anbindung der horizontalen Befestigungs- und Verstelleinrichtung 40 dient. Ein Langloch 31 erstreckt sich in vertikaler Richtung in der Lasche 33 und ermöglicht so die Höhenverstellung über die Verstelleinrichtung 50. Die horizontale Anbindung erfolgt über eine Lasche mit Langloch 41 in horizontaler Richtung. Die Langlöcher 31, 41 kreuzen sich und können im Kreuzungsbereich mit einem einzigen Schraubenelement 35, einem Niet oder einem Bolzen oder dgl. verbunden werden.

Die Frontblende 20 ist im oberen Bereich zu einer Schräge 23 umgebogen, welche abermals eine abgebogene Kante 24 aufweist. Im Bereich einer zwischen den Profilabschnitten 23, 24 ausgebildeten Hohlkehle 25 sind Ausnehmungen eingebracht, um beim Betoniervorgang ein Entweichen von Luft zu ermöglichen. Hierdurch wird eine formschlüssige Verklammerung über den Schenkel 25 in den Betonkörper 60 erreicht.

Die senkrechte Frontfläche 22 der Frontblende 20 ist so hoch ausgeführt, dass Sie mindestens größer ist als der halbe Durchmesser der Räder der verwendeten Flurförderfahrzeuge, so dass ein Auffahren auf den Rammschutzsockel verhindert wird.

Unterhalb der senkrechten Frontfläche 22 ist ein Rücksprung 21 ausgebildet. Hier liegt das Blech der Frontblende am aufragenden Schenkel 11 des Bodenwinkels 10 an und zwar über eine Länge von mindestens ca. 20 mm.

In 1a ist die maximale Überlappung eingestellt, bei der der unterste Schenkel der Frontblende 20 bis an die Kehle des Bodenwinkels 11 heran reicht. Die Stärke einer Estrichschicht 80 beträgt hier ca. 60 mm.

1b zeigt einen abgewandelten Rammschutzsockel 100' bei dem die Baugruppen 10, 20, 30, 40, 50 identisch zum Ausführungsbeispiel aus 1a sind. Lediglich die Höhe der Frontblende 20 über Oberkante Rohfußboden ist anders eingestellt, so dass nur noch eine geringe Überlappung zwischen dem Fußwinkel 21 der Frontblende und dem Schenkel 11 des Bodenwinkels besteht. Hierdurch ergibt sich ein höherer Betonkörper 60' gegenüber 1a. Dadurch kann auch eine stärkere Estrichschicht von beispielsweise 120 mm eingebaut werden.

1c schließlich zeigt einen Rammschutzsockel 100'', bei dem die Bauteile 10, 20, 30, 40, 50 wiederum identisch zu den vorstehend beschriebenen Ausführungsbeispielen nach 1a und 1b sind. Die Höhenausrichtung über dem Rohfußboden stimmt mit der aus 1b überein. Unterschiedlich dazu ist die größere Querschnittsbreite des Rammschutzsockels 100'' bzw. dessen größere Tiefe mit einem entsprechend größerem Betonkörper 60''.

Wie insbesondere die Vorderansicht in 2 zeigt, müssen die Positionen der vertikalen Verstelleinrichtungen 50 nicht notwendigerweise mit den Positionen der Trägervorrichtungen 30 übereinstimmen. Da sich die Verstelleinrichtungen 50 an dem durchgängigen Bodenwinkel 10 abstützen können, können diese auch unabhängig von der Position der in den Boden 220 eingelassenen Schienenstücke 12 eingesetzt werden.


Anspruch[de]
Rammschutzsockel (100; 100'; 100'') für eine Gebäudewand (210), wenigstens umfassend:

– einen Bodenwinkel (10);

– eine Frontblende (20) aus Metallblech, die sich an den Bodenwinkel (10) anschließt oder überlappend an diesem anliegt;

– wenigstens eine Trägervorrichtung (30), an der die Frontblende (20) befestigt ist und die über eine horizontale Verstelleinrichtung (40) an der Gebäudewand (200) und über eine vertikale Verstelleinrichtung (50) an dem Gebäudeboden (220) abgestützt und/oder mit damit verbunden ist; und

– einen den Zwischenraum zwischen der Frontblende (20) bzw. dem Bodenwinkel und der Gebäudewand (210) ausfüllenden Betonkörper (60; 60'; 60'').
Rammschutzsockel (100; 100'; 100'') nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die horizontale Verstelleinrichtung (40) oder die Trägervorrichtung (30) ein Langloch (41) in horizontaler Erstreckung umfasst und die vertikale Verstelleinrichtung (50) und/oder die Trägervorrichtung (30) ein Langloch (31) in vertikaler Erstreckung umfasst, wobei die sich kreuzenden Langlöcher (31, 41) über ein Stiftelement (35) verbunden sind. Rammschutzsockel (100; 100'; 100'') nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass eines der Langlöcher (31) in eine mit der Trägervorrichtung (30) verbundene Lasche (33) eingebracht ist. Rammschutzsockel (100; 100'; 100'') nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die horizontale Verstelleinrichtung (40) und/oder die vertikale Verstelleinrichtung eine Lasche umfasst, welche wenigstens ein Langloch (41) aufweist. Rammschutzsockel (100; 100'; 100'') nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die horizontale Verstelleinrichtung und/oder die vertikale Verstelleinrichtung (50) einen Befestigungswinkel (32) umfasst, an dem eine Gewindestange (51) verschraubt ist. Rammschutzsockel (100; 100'; 100'') nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die horizontale Verstelleinrichtung (40) und/oder die vertikale Verstelleinrichtung (50) seitlich verschiebbar in Ankerschienen (12, 43) geführt sind, die am Gebäudeboden (220) bzw. der Gebäudewand (210) befestigt sind und die sich in Längsrichtung des Rammschutzsockels (100; 100'; 100'') erstrecken. Rammschutzsockel (100; 100'; 100'') nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Frontblende (20) im Fußbereich einen durch einen Doppelwinkel ausgebildeten Rücksprung (21) aufweist. Rammschutzsockel (100; 100'; 100'') nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Frontblende (20) im Kopfbereich eine Schräge (23) aufweist, die an einem zum Betonkörper (60; 60'; 60'') hin abgekanteten Schenkel (24) endet. Rammschutzsockel (100; 100'; 100'') nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Trägervorrichtung (30) durch ein winkelförmiges Stahlprofil gebildet ist. Rammschutzsockel (100; 100'; 100'') nach einem der Ansprüche 7 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass sich die Trägervorrichtung (30) von dem Schenkel (24) im Kopfbereich bis wenigstens zu dem Rücksprung (21) im Fußbereich erstreckt. Rammschutzsockel (100; 100'; 100'') nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Oberseite (61) des Betonsockels (60, 60', 60'') schräg zur Frontblende (20) hin abfällt.






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