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Dokumentenidentifikation DE202007009444U1 04.10.2007
Titel Innensohle für Schuhwerk
Anmelder BERGAL NICO & SOLITAIRE Vertriebs GmbH, 55120 Mainz, DE
Vertreter Patentanwalt Dipl.-Ing. Walter Jackisch & Partner, 70192 Stuttgart
DE-Aktenzeichen 202007009444
Date of advertisement in the Patentblatt (Patent Gazette) 04.10.2007
Registration date 30.08.2007
Application date from patent application 05.07.2007
IPC-Hauptklasse A43B 17/00(2006.01)A, F, I, 20070705, B, H, DE
IPC-Nebenklasse A43B 17/14(2006.01)A, L, I, 20070705, B, H, DE   A01N 55/10(2006.01)A, L, I, 20070705, B, H, DE   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Innensohle für Schuhwerk mit den Merkmalen nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1.

Die Innensohlen von Schuhwerk in jeder Form, also von Schuhen, Stiefeln, Pantoffeln oder dergleichen stehen in direktem Kontakt mit dem Fuß des Benutzers und übernehmen dabei mehrere Aufgaben. Die Gewichtskraft des Benutzers wird nahezu vollständig über die Innensohle in das Schuhwerk eingeleitet. Bei der gegebenen hohen mechanischen Belastung muss ein größtmögliches Maß an Tragekomfort sichergestellt werden. Der Tragekomfort wird durch eine Klimatisierungs- und Hygienefunktion der Innensohle maßgeblich beeinflusst.

Selbst bei aufwendigen Konstruktionen des Schuhwerks und seiner Innensohle entsteht beim Tragen ein feucht-warmes Mikroklima, in dem schädliche Keime gedeihen können. Insbesondere bei geschlossenem Schuhwerk mit Kälte- und Feuchtigkeitsschutz reichen Luftzirkulation und Dampfdurchlässigkeit nicht immer aus, die Bildung von infektiven Keimen zu verhindern.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine gattungsgemäße Innensohle derart weiterzubilden, dass die Infektionsgefahr verringert ist.

Diese Aufgabe wird durch eine Innensohle mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst.

Es wird eine Innensohle mit einer dem Benutzer zugewandten Kontaktschicht aus einem textilen Material vorgeschlagen, bei der das textile Material eine biologisch aktive, keimtötende Ausrüstung aufweist. Als biologisch aktive Ausrüstung im Sinne der Erfindung sind solche Stoffe zum Tränken, Besprühen oder dergleichen gemeint, die aufgrund ihrer bloßen Anwesenheit eine keimtötende Wirkung entfalten, ohne Wirkstoffe an die Umgebung abzugeben. Hierzu hat sich eine biologisch aktive Ausrüstung mittels einer wasserbasierten Organo-Silane-Verbindung als vorteilhaft herausgestellt, wie sie als mb.one der mbs Chemical Group bekannt ist. Pilz- oder bakterielle Keime werden vorrangig durch die physikalischen Eigenschaften der Ausrüstung abgetötet. Da keine Wirkstoffe freigesetzt werden, erschöpft sich die Wirkung der Ausrüstung nicht, bleibt also über die gesamte Lebensdauer der Innensohle erhalten. Die abzutötenden Keime können keine Resistenzen entwickeln.

Für das textile Material der Kontaktschicht können nahezu beliebige Fasermaterialien gewählt werden. Zur weiteren Verbesserung des Mikroklimas im Fußbereich in Unterstützung der vorgenannten keimtötenden Wirkung hat sich eine Ausbildung der Kontaktschicht aus Schurwolle als zweckmäßig herausgestellt.

Des weiteren kann es zweckmäßig sein, die Innensohle auf der dem Fuß des Benutzers abgewandten Seite der Kontaktschicht mit einer thermischen Sperrschicht insbesondere aus Aluminium zu versehen. Des weiteren kann es vorteilhaft sein, zusätzlich eine Aktivkohleschicht insbesondere aus in Latex eingebetteter Aktivkohle vorzusehen. Diese Schichten tragen ergänzend zur Ausbildung eines stabilen, der Gesundheit des Benutzers förderlichen Mikroklimas bei, wodurch die vorgenannte keimtötende Wirkung unterstützt wird.

Es kann zweckmäßig sein, die Innensohle als fest mit dem Schuhwerk verbundene Einheit beispielsweise in Form eines Fußbettes auszubilden. In vorteilhafter Weiterbildung ist die Innensohle eine vom Schuhwerk gelöste Einlegesohle, die auf ihrer der Kontaktschicht abgewandten Seite mit einer Rutschsicherungsschicht versehen ist. Die herausnehmbare Ausgestaltung erlaubt es dem Benutzer, die Innensohle bedarfsweise herauszunehmen, zu lüften, zu reinigen oder in anderer Weise zu behandeln, um Keimbildungen entgegenzuwirken.

Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist im Folgenden anhand der Zeichnung näher beschrieben. Die einzige Figur zeigt in schematischer Explosionsdarstellung eine erfindungsgemäße Innensohle 1 am Beispiel einer Einlegesohle. Die Einlegesohle ist ein vom Schuhwerk getrennt ausgebildetes Einzelteil, welches bedafsweise eingelegt, herausgenommen bzw. ausgetauscht werden kann. Es kann aber auch eine fest mit dem Schuhwerk verbundene Ausführung beispielsweise in Form eines Fußbettes zweckmäßig sein.

Die dargestellte Innensohle 1 umfasst im gezeigten Ausführungsbeispiel insgesamt vier Schichten, die sämtlich die gleiche Kontur wie der zu stützende Fuß aufweisen. Der besseren Übersichtlichkeit halber sind die oberen Schichten der Innensohle 1 kleiner werdend abgestuft und mit vertikalem Abstand zueinander dargestellt. In der tatsächlichen Ausführungsform liegen sämtliche Schichten konturbündig übereinander und sind fest miteinander verbunden.

Die Innensohle 1 umfasst eine dem Fuß des Benutzers zugewandte Kontaktschicht 2 aus einem textilen Material. Im gezeigten Ausführungsbeispiel ist hierfür Schurwolle gewählt. Neben reiner Schurwolle kann auch ein Gemisch von Schurwolle mit anderen Fasermaterialien, insbesondere. mit Kunstfasern zweckmäßig sein. Des weiteren sind Ausführungen ausschließlich aus Kunststofffasern möglich. Das textile Material kann ein Gewebe, Gewirke, ein Filz oder dergleichen sein.

In Stapelrichtung unterhalb der Kontaktschicht 2, also auf der dem Fuß des Benutzers abgewandten Seite der Kontaktschicht 2 folgt eine thermische Sperrschicht 3 insbesondere aus Aluminium. Hierzu kann eine Aluminiumfolie, eine aluminium-bedampfte Kunststofffolie oder ein metallisiertes Gewebe zweckmäßig sein.

Darunter ist als nächste Schicht der Innensohle 1 eine Aktivkohleschicht 4 vorgesehen, die im gezeigten Ausführungsbeispiel aus in Latex eingebeteter Aktivkohle besteht. Schließlich ist als unterste, auf ihrer der Kontaktschicht 2 abgewandten Seite der Innensohle 1 eine Rutschsicherungsschicht 5 beispielsweise aus Texon vorgesehen.

Zumindest die oberste, also dem Fuß des Benutzers zugewandte Kontaktschicht 2 ist mit einer biologisch aktiven, keimtötenden Ausrüstung versehen. Hierzu ist die Kontaktschicht 2 mit diesem biologisch aktiven Material besprüht oder getränkt. Im gezeigten Ausführungsbeispiel ist hierzu eine wasserbasierte Organo-Silane-Verbindung mit dem Handelsnamen mb.one gewählt. Es kann zweckmäßig sein, zusätzlich zur Kontaktschicht 2 auch weitere Schichten der Innensohle 1 mit der entsprechenden Ausrüstung zu versehen.


Anspruch[de]
Innensohle (1) für Schuhwerk, umfassend eine dem Fuß des Benutzers zugewandte Kontaktschicht (2) aus einem textilen Material, dadurch gekennzeichnet, dass das textile Material der Kontaktschicht (2) eine biologisch aktive, keimtötende Ausrüstung aufweist. Innensohle nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die biologisch aktive Ausrüstung durch eine wasserbasierte Organosilane-Verbindung gebildet ist. Innensohle nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das textile Material der Kontaktschicht (2) durch Schurwolle gebildet ist. Innensohle nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Innensohle (1) auf der dem Fuß des Benutzers abgewandten Seite der Kontaktschicht (2) eine thermische Sperrschicht (3) insbesondere aus Aluminium aufweist. Innensohle nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Innensohle (1) eine Aktivkohleschicht (4) insbesondere aus in Latex eingebetteter Aktivkohle aufweist. Innensohle nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Innensohle (1) eine vom Schuhwerk gelöste Einlegesohle ist, die auf ihrer der Kontaktschicht (2) abgewandten Seite mit einer Rutschsicherungsschicht (5) versehen ist.






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