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Dokumentenidentifikation DE10113439B4 11.10.2007
Titel Verfahren und Vorrichtung zum Aufbau zweier Sprachverbindungen zu einem CTI-Arbeitsplatz
Anmelder SIKOM Software GmbH, 90556 Cadolzburg, DE
Erfinder Heintz, Frank, Dipl.-Ing., 08112 Wilkau-Haßlau, DE
Vertreter Dreykorn-Lindner, W., Dipl.-Ing., Pat.-Anw., 90571 Schwaig
DE-Anmeldedatum 19.03.2001
DE-Aktenzeichen 10113439
Offenlegungstag 17.10.2002
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 11.10.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 11.10.2007
IPC-Hauptklasse H04M 3/51(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, DE
IPC-Nebenklasse H04M 11/00(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, DE   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft, gemäß Patentanspruch 1, ein Verfahren zum Aufbau von Sprachverbindungen zu einem CTI-Arbeitsplatz. Weiterhin betrifft die Erfindung, gemäß Patentanspruch 6, eine Vorrichtung zum Aufbau von Sprachverbindungen zu einem CTI-Arbeitsplatz.

An Telekommunikations-Festnetze werden zunehmend Telekommunikationsanlagen angeschlossen, die eine eigene zentrale Telefonie-Vermittlungsanlage, an welche außer den Telefonie-Endgeräten auch Computer angeschlossen werden, aufweisen. Beim Aufbau solcher CTI-Systeme (Computer Telephony Integration) wird im Prinzip zwischen zwei unterschiedlichen CTI-Systemarten unterschieden. So ist einerseits eine direkte Kopplung eines Computers (Personal Computers) mit einem Telefon-Endgerät, andererseits eine sogenannte Client/Server-Lösung möglich, gemäß der ein Computer über ein lokales Netz (local area network, LAN) mit einem CTI-Server verbunden ist, der wiederum direkt an eine Telekommunikations-Anlage (TK-Anlage) angeschlossen ist. Die Kommunikation zwischen dem Computer und der Telefonie-Vermittlungsanlage findet über einen Bus, der als CTI-Link (CTI: Computer Telephone Interface) bezeichnet wird, statt, um beispielsweise eine Fax-Funktion des Computers zu realisieren und einen Nachrichtenaustausch mittels Daten unmittelbar über das Telekommunikations-Festnetz vorzunehmen.

Um eine einfach zu realisierende Fernbedienung eines Telefonie-Endgeräts mittels eines Computers mit einer vollen Funktion des Telefonie-Endgeräts wie bei einer manuellen Bedienung zu ermöglichen, ist aus der DE 198 27 376 A1 eine Telekommunikationsanlage bekannt, bei der ein Bediensignale für ein Telefonie-Endgerät abgebender Computer über eine Datenverbindung mit der Telefonie-Vermittlungsanlage verbunden ist. Die Telefonie-Vermittlungsanlage ist so eingerichtet, dass sie auf einem Datenkanal der Datenverbindung eingehende Bediensignale in einen zu den Telefonie-Endgeräten führenden Telefonie-Kanal umsetzt, wobei die Telefonie-Endgeräte mit den über den Telefonie-Kanal übermittelten Bediensignalen bedienbar ausgebildet sind. Der in einer herkömmlichen Telekommunikationsanlage vorhandene Bus zum Anschluss von Computern an die Telefonie-Vermittlungsanlage (CTI-Link) wird ausgenutzt, um auch Bediensignale zur Telefonie-Vermittlungsanlage (auf dem B-Kanal) zu übermitteln. Die Telefonie-Vermittlungsanlage setzt die erhaltenen Bediensignale lediglich zur Übermittlung in dem Telefonie-Kanal (D-Kanal) um und überträgt die Bediensignale im übrigen unverändert auf die Telefonie-Endgeräte. Somit erhalten die Telefonie-Endgeräte ihre Bediensignale über den Telefonie-Kanal, so dass displayfähige Telefonie-Endgeräte auch bei der Steuerung durch einen Computer stets eine korrekte Display-Signalisierung haben und im übrigen der Hörer zur Sprachkommunikation genutzt wird.

Weiterhin ist in der DE 198 11 829 A1 ein CTI-System vorgeschlagen worden, welches anwendungsunabhängig auf für eine Rufnummernwahl relevante Informationen zugreift und diese weiterverarbeiten kann. Hierzu ist im einzelnen vorgesehen, dass ein Benutzer des CTI-Systems zunächst eine relevante Zeichenfolge (String) auf dem Bildschirm des Computers des CTI-Systems erkennt und auswählt, was insbesondere durch Markierung dieser relevanten Zeichenfolge erfolgen kann. Anschließend wird der Inhalt der markierten Zeichenfolge gelesen und ausgewertet, wobei abhängig davon, ob die markierte Zeichenfolge Zahlen oder Buchstaben oder eine Kombination von Zahlen und Buchstaben enthält, unterschiedliche Verarbeitungsfunktionen des CTI-Systems hinsichtlich der markierten Zeichenfolge zur Anwendung kommen. Beispielsweise kann beim Erkennen einer Ziffernfolge daraus eine Wahlinformation abgeleitet und das automatische Wählen der Rufnummer über die vorhandene Telefonschnittstelle durchgeführt werden. Beim Erkennen einer Buchstabenfolge kann über eine vorhandene Schnittstelle zu einem Verzeichnis-Server (Directory Server) eine Suche nach dieser Buchstabenfolge als Namenseintrag in der Datenbank des Verzeichnis-Servers, der mehrere elektronische Adressbücher mit entsprechenden Rufnummerneinträgen speichern kann, durchgeführt werden. Wird von dem Verzeichnis-Server eine für eine Wahlinformation relevante Ziffernfolge (Ziffern-String) zurückgemeldet, so wird diese genauso wie eine von dem Benutzer markierte Ziffernfolge behandelt und an die Telefonschnittstelle ein entsprechender Steuerbefehl zum Wählen der der Ziffernfolge entsprechenden Rufnummer übergeben. Dadurch ist das in der DE 198 11 829 A1 vorgeschlagene System völlig unabhängig von der Art des verwendeten CTI-Systems sowie der jeweils verwendeten CTI-Anwendung, welche auf dem Computer des CTI-Systems läuft.

Weiterhin ist aus dem DE 299 08 192 U1 eine Vorrichtung zur drahtlosen Übermittlung von Signalen durch elektromagnetische Wellen bekannt, bei der es ermöglicht wird, Signale mit guter Reichweite und Qualität drahtlos durch elektromagnetische Wellen zu übermitteln, insbesondere vom Arbeitsplatz aus. Dabei ist vorgesehen, dass zum Funken kein spezielles Funkgerät verwendet wird, sondern direkt der Personal Computer mit entsprechender Betriebssoftware, aufgesetzt zum Beispiel auf das Betriebssystem Windows 95 oder Windows 98, sowie mit einer Soundkarte, einem Mikrophon und einem Kopfhörer oder Lautsprechern zum Einsatz kommt. Damit ist der Benutzer, während er am Computer arbeitet, jederzeit erreichbar und kann außerdem nicht nur Sprache, sondern auch andere Daten, wie zum Beispiel einzelne Dateien, übertragen. Sende- und Empfangseinheit müssen nicht direkt im PC integriert sein, sondern können über ein Kabel mit entsprechenden Adaptern mit dem PC verbunden werden. Die Sende- und Empfangseinheit ist dabei über dieses Kabel nicht an eine spezielle Einsteckkarte für den PC angeschlossen, sondern direkt an die Soundkarte und eine serielle Schnittstelle des Computers. Dadurch besteht die Möglichkeit, Sende- und Empfangseinheit zusammen mit der Antenne an einem für die Reichweite ausreichenden und von Funkstörungen weitgehend freien Ort zu platzieren.

Schließlich ist aus der DE 197 13 538 A1 ein Schnurlostelefon bekannt, bei dem Telefon- und Diktattechnik miteinander vereint sind. Dabei wird davon ausgegangen, dass es bei der ISDN-Technik möglich ist, zwei logische B-Kanäle und einen D-Steuerkanal auf einem Leitungspaar zu übertragen, so dass das vorhandene Zweidraht-Telefonnetz für Telefonie und allgemeine Datenübertragung parallel nutzbar ist. Das eigentliche Schnurlostelefon wird dabei um eine Sondertastatur ergänzt zur Steuerung der Diktatfunktion. Das gesprochene Wort wird digitalisiert und beispielsweise im Voicemail Server der Telefonanlage gespeichert, wobei die Speicheradresse selbst mit der elektronischen Akte verknüpft wird. Es ist auch möglich dieses als Sprachdatei zusammen mit der elektronischen Akte zu speichern, wobei in diesem Fall jeder wiedergebende Computer mit einer Soundkarte bestückt sein muss, um die Sprachdatei abhören zu können. Computer von Schreibkräften müssen darüber hinaus über einen Kopfhörer und einen Fußschalter verfügen zur Wiedergabe des Diktats in gewohnter Weise. Weiterhin ist es auch möglich, das gesprochene Wort in einem Spracherkennungssystem des Computers gleich in Schriftform zu bringen und an der vorher gewählten Cursorposition in das Schriftstück einzufügen. Während des Diktierens eingehende Telefonate können durch Betätigen einer Taste Hörer abnehmen angenommen werden und durch Betätigen der Taste Hörer auflegen beendet werden. Die Diktatfunktion bleibt währenddessen im Hintergrund aktiv, ist aber am Schnurlostelefon unterbrochen.

Weiterhin betrifft die US 6 138 139 A die Ausgestaltung eines CTI-Arbeitsplatzes, bei der anwendungsabhängige und/oder für den Anrufer relevante Information unter Einsatz von speziellen auf Textdaten beruhenden Software-Tools optisch angezeigt werden und auch das Einfüge-Dialog-Modul auf Textdaten und Icons beruht. Selbst wenn Sprachsignale empfangen wurden, werden diese in Textdaten umgesetzt und gespeichert und das Sprachsignal des Anrufers wird am Telefonapparat wiedergegeben und gleichzeitig werden die Textdaten am Monitor des CTI-Arbeitsplatzes angezeigt; ebenso erfolgt das Abrufen mittels Icons. Die US 6 138 139 A beschreibt somit eine äußerst aufwendige softwaretechnische Lösung für die Suche und Anzeige bestimmter verketteter Textdaten.

Weiterhin betrifft die US 6 069 943 A – auf der Basis zweier Wählverbindungen – die Unterdrückung des Sprachsignals zu einem Teilnehmer der Dreierkonferenz und der Möglichkeit des Mithörens anstelle des Haltens der Verbindung. Für die Unterdrückung des Sprachsignals in der Dreierkonferenz ist ein erheblicher zusätzlicher Aufwand erforderlich, nämlich ein Router (mit Coder, wenn digitales Sprachsignal), ein Mikroprozessor sowie mindestens zwei Tasten zur Steuerung in den speziellen Betriebsmodus und zum Hin- und Herschalten zwischen den beiden Wählverbindungen. Gleiches gilt für die US 5 109 410 A mit zwei Umschaltern zum Hin- und Herschalten zwischen den beiden Wählverbindungen, zwei Weckern, zwei Sprachnetzwerken sowie zwei Drucktasten zur Unterdrückung des Sprachsignals. Hierdurch kann ein Kanal eines bidirektionalen Sprachkanals abgeschaltet werden.

Wie die vorstehende Würdigung des Standes der Technik aufzeigt, sind verschiedene CTI-Systeme bzw. verschiedene Anwendungen und Ausgestaltungen computergestützter Telekommunikation bekannt. Der wesentliche Nachteil des oben stehend beschriebenen Standes der Technik liegt darin, dass einerseits der Aufwand für die Verbindung der Computertechnologie und der Telefontechnologie andererseits die Funktionalität auch zur Bedienung relativ hoch ist, weshalb in der Praxis kostengünstige Telekommunikationssysteme fehlen, welche auch ungeübten Benutzern eine sichere Bedienung erlauben. Besonders bedeutsam ist dies, weil sowohl die Computer- als auch die Telekommunikationsindustrie als fortschrittliche, entwicklungsfreudige Industrien anzusehen sind, die schnell Verbesserungen und Vereinfachungen aufgreifen und in die Tat umsetzen.

Der Erfindung liegt gegenüber den bekannten computergestützten Telekommunikationssystemen, insbesondere den CTI-Arbeitsplätzen, die Aufgabe zugrunde, diesen kostengünstig derart auszugestalten, dass eine rasche und zuverlässige Bedienung sichergestellt wird.

Diese Aufgabe wird, gemäß Patentanspruch 1, durch ein Verfahren zum Aufbau von Sprachverbindungen zu einem CTI-Arbeitsplatz, bei dem

  • • zur Steuerung des Telefonverkehrs zum Festnetz oder Funknetz der CTI-Arbeitsplatz mit einer Vermittlungsanlage in Verbindung steht,
  • • der CTI-Arbeitsplatz direkt mit einem Computer oder über ein Netzwerk mit einem CTI-Server in Verbindung steht, der wiederum direkt an die Vermittlungsanlage angeschlossen ist und
  • • zum CTI-Arbeitsplatz sowohl die Sprachnachricht eines Anrufers als auch eine aufgrund der Verarbeitung im Computer oder CTI-Server abgerufene, anwendungsabhängige und/oder für den Anrufer relevante Sprach-Information gleichzeitig und fortlaufend auf zwei getrennten Sprachkanälen übertragbar sind, so dass ein Mischbetrieb mit computergestützter Verarbeitung und Steuerung von infolge einer Telekommunikationsverbindung übermittelten Sprach-Informationen einschließlich akustischer Bedienerführung erfolgt,
gelöst.

Das erfindungsgemäße Verfahren weist den Vorteil auf, dass auf überraschend einfache Art und Weise eine zusätzliche Möglichkeit zur raschen und dennoch preisgünstigen Information des Benutzers vorgenommen werden kann. Die Erfindung geht dabei von der Erkenntnis aus, dass das menschliche Hörvermögen zwei Sprachsignale zuverlässig voneinander unterscheiden kann, noch dazu, wenn diese von verschiedenen Richtungen kommen. Für die Bearbeitung bzw. Abarbeitung von Anrufen ist zudem die Maskierungsfähigkeit des menschlichen Hörvermögens von Vorteil, so dass auch die Sprachverständlichkeit hoch und die Notwendigkeit, einer Wiederholung relativ gering ist. Weiterhin ist von Vorteil, dass auch hinsichtlich der verschiedenen Anwendungen und Übermittlungen von Informationen das erfindungsgemäße Verfahren keinen Beschränkungen unterliegt, und dass der Benutzer auch zwei Anrufe quasi "gleichzeitig abwickeln" kann.

Weiterhin wird diese Aufgabe, gemäß Patentanspruch 6, durch eine Vorrichtung zum Aufbau von Sprachverbindungen zu einem CTI-Arbeitsplatz, welche

  • • über ein Telefon-Endgerät mit einer Vermittlungsanlage zur Steuerung des Telefonverkehrs zum Festnetz oder Funknetz in Verbindung steht,
  • • direkt mit einem Computer oder über ein Netzwerk mit einem CTI-Server in Verbindung steht, der wiederum direkt an die Vermittlungsanlage angeschlossen ist,
  • • am CTI-Arbeitsplatz einen Kopfhörer mit zwei Lautsprechern aufweist, wobei Computer und Telefon-Endgerät drahtlos mit dem Kopfhörer (KH) in Verbindung stehen und
  • • bei welcher der erste Lautsprecher, das über das Telefon-Endgerät zugeführte gesprochene Wort des Anrufers und der zweite Lautsprecher gleichzeitig, die zur Nachricht des Anrufers aufgrund computergestützter Verarbeitung zugehörige anwendungsabhängige und/oder für den Anrufer relevante Sprach-Information wiedergibt,
gelöst.

Die erfindungsgemäße Vorrichtung weist den Vorteil auf, dass mit geringem zusätzlichen Kostenaufwand dem Benutzer ein hoher Bedienkomfort geboten wird, da dieser in gewohnter Weise telefonieren kann und ergänzend die Möglichkeiten computergestützter Informationsquellen ausnutzen kann. Weiterhin ist eine akustische Bedienerführung möglich, so dass auch weitgehend ungeschultem Bedienpersonal eine rasche Auftragsabwicklung ermöglicht wird. Die für die verschiedenen Funktionen erforderlichen Eingabebefehle können dem Benutzer automatisch im Dialogverfahren angeboten werden, so dass trotz der möglichen Funktionsvielfalt, die Akzeptanz des Benutzers gegeben ist. Weiterhin ist von Vorteil, dass sowohl die eindeutige Identifizierbarkeit als auch die rasche Information des Anrufers gegeben ist, dass der Benutzer sich am Arbeitsplatz frei bewegen kann, beispielsweise während des Gesprächs eine Akte holen kann, und dass er die Hände frei hat, um in dieser Akte zu blättern und sich Notizen zu machen (die er später der elektronischen Akte bzw. "Sprachakte" zuführt).

In Weiterbildung der Erfindung wird, gemäß Patentanspruch 2, die Sprachnachricht des Anrufers entweder im Computer oder im CTI-Server mindestens teilweise aufgezeichnet und ist am CTI-Arbeitsplatz benutzergesteuert wieder abrufbar.

Durch die Möglichkeit der Zwischenspeicherung der Sprachnachrichten kann eine von der Belegung der beiden Sprachkanäle abhängige dynamische Anrufverteilung vorgenommen werden. Dadurch kann der Benutzer auch zwei Anrufe quasi "gleichzeitig abwickeln".

Vorzugsweise erfolgt, gemäß Patentanspruch 3, im Falle eines weiteren Anrufs bei bereits zum CTI-Arbeitsplatz bestehender Gesprächsverbindung, eine Umschaltung im zweiten Sprachkanal und ein Hinweis darauf

Die automatische Umschaltung und Einsteuerung des Hinweises erlaubt dem Benutzer am Arbeitsplatz eine Übersicht über die Auslastung und ermöglicht ihm kurzfristig darauf zu reagieren (beispielsweise auf Gesprächsbeendigung drängen). Weiterhin ist eine verbesserte Anrufverteilung möglich, indem die einzelnen Benutzer der CTI-Arbeitsplätze sich untereinander verabreden, wer diesen neuen oder auch den alten Anruf übernimmt.

In Weiterbildung der Erfindung werden, gemäß Patentanspruch 4, Sprachnachricht und Informationen als elektronische Akte abgespeichert, wobei die elektronischen Akten am CTI-Arbeitsplatz benutzergesteuert abgehört und aktualisiert werden können, und wobei der Zugriff auf die elektronischen Akten in Abhängigkeit von der Stimme des Benutzers erfolgt.

Diese Weiterbildung der Erfindung weist den Vorteil auf, dass beispielsweise durch "Mitschneiden" für Beweiszwecke eine "Sprachakte" angelegt werden kann. Die einzelnen Informationen können, soweit es die Sprachverständlichkeit erlaubt, beispielsweise der Sprachnachricht "akustisch unterlagert" werden. Weiterhin wird mittels Spracherkennung und Applikationssoftware nicht nur eine interaktive Sprachanwendung möglich, sondern es kann darüber hinaus ein Unified Messaging aufgebaut werden (d.h. Fax, Voice und E-Mail in einem System mit Mailboxzugriff via PC und Telefonieendgerät). Dabei kann in vorteilhafter Weise, wie bei der Entgegennahme von Telefonaten, die Technik zum Erkennen von Sprachkommandos mit Barge-In (Dazwischensprechen) angewandt werden. Ebenso können – mittels Kommandowortgenerator – das oder die gewünschten Wörter einfach eingetippt werden. Wird ein Sprachverarbeitungssystem mit integrierter sprecherunabhängiger, phonembasierender Spracherkennung und grafischer Benutzeroberfläche benutzt, so lassen sich einfach und ohne Programmierkenntnisse interaktive, telefonbedienbare Applikationen erstellen. Mit Hilfe der grafischen Entwicklungsoberfläche lassen sich auch für Ungeübte problemlos Anwendungen programmieren. Für eine Sprachaufzeichnung von 1 Sekunde wird dabei 8 kByte Festplattenspeicher benötigt. Dies bedeutet, dass eine 500 MB Festplatte Sprachinformationen bzw. elektronische Akten mit einer Gesamtzeit von ca. 17 Stunden speichern kann. Durch Sprachkomprimierung kann die erfindungsgemäße kostengünstige Realisierung noch weiter verbessert werden.

Bei einer bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung sind, gemäß Patentanspruch 5, die Bedienprozeduren und/oder die Verzeichnisse zum Abrufen der elektronischen Akten an einer Anzeigevorrichtung des CTI-Arbeitsplatzes darstellbar und/oder abhörbar.

Diese Ausgestaltung der Erfindung weist den Vorteil auf, dass eine unverwechselbare Handhabung und eine hohe Bedienungssicherheit ermöglicht wird. Daneben kann die akustische Bedienführung durch eine optische Anzeige unterstützt werden, ohne dass der laufende Betrieb unterbrochen werden muss (beispielsweise Tastenbetätigung zur Quittierung der über den zweiten Sprachkanal empfangenen Information).

In Weiterbildung der Erfindung weist, gemäß Patentanspruch 7, das Netzwerk sowohl ein lokales Netz als auch Telekommunikationsleitungen auf, wobei das lokale Netz einerseits am Computer andererseits am CTI-Server angeschlossen ist, und wobei die Telekommunikationsleitungen einerseits mit einem Telefon-Endgerät andererseits mit der Vermittlungsanlage verbunden sind.

Diese Weiterbildung der Erfindung weist den Vorteil auf, dass auf einfache Art und Weise eine netzübergreifende Steuerung und Verbindung, aufbauend auf vorhandene Netze, ermöglicht wird.

Vorzugsweise weist, gemäß Patentanspruch 8, der Computer neben Programmier- und CTI-Programmierschnittstellen eine Schnittstellenschaltung für Sprachsignale auf.

Die Schnittstellenschaltung kann besonders kostengünstig realisiert werden, wenn der Computer auch durch Sprachsignale gesteuert werden kann. In diesem Fall ist lediglich eine "Umschaltung" auf die jeweilige Anwendung erforderlich.

Weiterhin weist, gemäß Patentanspruch 9, der CTI-Server eine Schnittstellenschaltung zum Anschluss einer zusätzlichen Informationsquelle auf.

Hierdurch können auf einfache Art und Weise weitere Informationen über den zweiten Sprachkanal hörbar gemacht bzw. der elektronischen Akte/"Sprachakte" zugeführt werden.

Gemäß Patentanspruch 10 ist das Netzwerk als Zwischenstufe zwischen einem rein seriellen und voll parallelen Bussystem mit serieller Datenübertragung und paralleler Übertragung von Steuersignalen ausgestaltet.

Diese Ausgestaltung der Erfindung weist den Vorteil auf, dass das Bussystem kostengünstig aufgebaut werden kann und dass zeitkritische Abläufe rasch abgewickelt werden können.

Schließlich weist, gemäß Patentanspruch 11, der Kopfhörer ein Mikrofon auf, welches mit dem Telefon-Endgerät in Verbindung steht.

Hierdurch kann der Benutzer auf einfache Art und Weise sowohl mit dem Anrufer als auch mit der Vorrichtung "sprechen" und die jeweilige Information geben bzw. abspeichern.

Weitere Vorteile und Einzelheiten lassen sich der nachfolgenden Beschreibung einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung unter Bezugnahme auf die Zeichnung entnehmen. In der Zeichnung zeigt:

1 eine schematische Darstellung der Komponenten der erfindungsgemäßen Vorrichtung.

Die 1 zeigt eine bevorzugte Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung für den Anwendungsfall eines Agenten-Arbeitsplatzes in einem CTI-System. Prinzipiell ist das erfindungsgemäße Konzept für viele Anwendungsfälle geeignet, wobei das Einsatzgebiet von der Leitzentrale bzw. Fernwarte bis hin zur zentralen Auskunftsstelle in Systemen der Daten- und Telekommunikationstechnik reicht.

Der CTI-Arbeitsplatz AP steht mit einer Vermittlungsanlage V zur Steuerung des Telefonverkehrs zum Festnetz oder Funknetz in Verbindung. Weiterhin steht der CTI-Arbeitsplatz AP direkt mit einem Computer PC oder über ein Netzwerk N mit einem CTI-Server S in Verbindung, der wiederum direkt an die Vermittlungsanlage V angeschlossen ist. Beim erfindungsgemäßen Verfahren erfolgt ein Mischbetrieb mit computergestützter Verarbeitung und Steuerung von infolge einer Telekommunikationsverbindung übermittelten Informationen derart, dass sowohl die Sprachnachricht eines Anrufers als auch die anwendungsabhängigen und/oder für den Anrufer relevanten Informationen auf getrennten Sprachkanälen K1, K2 zum CTI-Arbeitsplatz AP übertragbar sind.

Im einzelnen werden zum CTI-Arbeitsplatz AP über beide Sprachkanäle K1, K2 Sprachnachricht und Information fortlaufend übertragen oder die Sprachnachricht des Anrufers wird entweder im Computer PC oder im CTI-Server S mindestens teilweise aufgezeichnet und ist am CTI-Arbeitsplatz AP benutzergesteuert wieder abrufbar. Hierzu ist am CTI-Arbeitsplatz AP ein Kopfhörer KH mit zwei Lautsprechern L1, L2 angeschlossen, wobei der eine Lautsprecher L1 das gesprochene Wort und der andere Lautsprecher L2 die zur Nachricht zugehörigen Informationen wiedergibt.

Das Netzwerk N weist sowohl ein lokales Netz LAN als auch Telekommunikationsleitungen TL auf, wobei das lokale Netz LAN einerseits am Computer PC andererseits am CTI-Server S. angeschlossen ist. Die Telekommunikationsleitungen TL sind einerseits mit einem Telefon-Endgerät TE andererseits mit der Vermittlungsanlage V verbunden. Das Netzwerk N kann als Zwischenstufe zwischen einem rein seriellen und voll parallelen Bussystem mit serieller Datenübertragung und paralleler Übertragung von Steuersignalen ausgestaltet werden. Der Computer PC weist neben Programmier- und CTI-Programmierschnittstellen eine Schnittstellenschaltung SI für Sprachsignale auf. Im CTI-Server S kann eine Schnittstellenschaltung zum Anschluss einer zusätzlichen Informationsquelle Q vorgesehen werden. Weiterhin kann der Kopfhörer KH ein Mikrofon M aufweisen und sowohl Computer PC als auch Telefon-Endgerät TE können drahtlos mit dem Kopfhörer KH in Verbindung stehen. In die erfindungsgemäße Vorrichtung kann jeder Computer PC ab Pentium 266 mit Betriebssystem Windows 95/NT 4.0 eingebunden werden. Es wird lediglich ein freier PCI- bzw. ISA-Slot für eine ISDN-Karte benötigt. Die Schnittstelle zum ISDN bildet das CAPI (Common ISDN Application Interface) eines integrierten ISDN-Controllers. Dabei wird die CAPI-Version 2.0 unterstützt. Die erfindungsgemäße Vorrichtung kann sowohl am S0-Hauptanschluß als auch an einem S0-Nebenanschluß einer ISDN-Telefonanlage betrieben werden und ist in LAN/WAN-Umgebungen integrierbar. Externe Datenbanken werden über ODBC mit SQL angebunden. Die Aufzeichnungskapazität ist nur von den PC-Ressourcen abhängig.

Das erfindungsgemäße Verfahren kann derart ausgestaltet werden, dass im Falle eines weiteren Anrufs bei bereits zum CTI-Arbeitsplatz AP bestehender Gesprächsverbindung, eine Umschaltung im zweiten Sprachkanal K2 und ein Hinweis darauf erfolgt. Sprachnachrichten und Informationen werden als elektronische Akte abgespeichert, wobei die elektronischen Akten am CTI-Arbeitsplatz AP benutzergesteuert abgehört und aktualisiert werden können. Alle Ereignisse innerhalb der Verbindungen werden in der Akte sekundengenau festgehalten. Durch das Abspeichern von Datum, Uhrzeit und Rufnummer jedes Anrufs lassen sich für frei definierbare Zeiträume Auswertungen erstellen. Integrierte Filter selektieren zusätzlich bestimmte Ereignisse, so dass nur ankommende bzw. abgehende Verbindungen oder einzelne Rufnummern bei der Abfrage bzw. beim Abhören erscheinen. Die Bedienprozeduren und/oder die Verzeichnisse zum Abrufen der elektronischen Akten sind an einer Anzeigevorrichtung des CTI-Arbeitsplatzes AP darstellbar und/oder abhörbar. So können aufgenommene Nachrichten aus Voice-Mailboxen direkt aus der Akte über Soundkarte und Lautsprecher abgehört werden. Weiterhin können auch durch den Benutzer gesteuert oder zu vom Benutzer festgelegten Zeiten (beispielsweise Mittagspause) selbständig Verbindungen aufgebaut werden. So lassen sich beispielsweise automatisch Preise von Lieferanten abfragen (d.h. ergänzend über den zweiten Sprachkanal K2 übertragen) bzw. abspeichern. Ist der gewünschte Anschluss besetzt, wird automatisch zu einem späteren Zeitpunkt erneut die Verbindung hergestellt (falls das Gespräch schon beendet ist, kann die Information dann auch automatisch oder benutzergesteuert der elektronischen Akte zugeführt werden). Das Intervall bis zum nächsten Anruf sowie die Anzahl der Versuche sind dabei individuell konfigurierbar.

Im Vergleich zum bekannten Stand der Technik erfordert die erfindungsgemäße Vorrichtung keinen hohen Kostenaufwand zur Realisierung der verschiedenen Funktionen und erlaubt trotz der Funktionsvielfalt auch ungeübten Benutzern (oder Sehbehinderten bzw. Blinden) eine sichere Bedienung (und umfangreiche Auskunft während des Gesprächs) ggf. auch Sprachsteuerung mit akustischer Bedienerführung. Durch die Möglichkeit einer ständigen Information im zweiten Sprachkanal können benötigte Informationen auch rasch beschafft werden und zudem wird eine verbesserte Anrufverteilung mit überraschend geringem Aufwand ermöglicht. Weiterhin ist die einfache Anpassbarkeit an die verschiedenen Einsatzmöglichkeiten von Vorteil, so dass das erfindungsgemäße Verfahren auch beispielsweise in der Flugsicherung (Fluglotsen) eingesetzt werden kann, wobei z.B. bei einer Notlandung über den zweiten Sprachkanal wichtige Informationen für den Fluglotsen übertragen werden.

Alle dargestellten und beschriebenen Ausführungsmöglichkeiten, sowie alle in der Beschreibung und/oder der Zeichnung offenbarten neuen Einzehmerkmale und ihre Kombination untereinander, sind erfindungswesentlich. Beispielsweise kann die manuelle Abfrage bzw. Verbindung durch Benutzung der vorhandenen Tastatur des Computers bzw. des Telefon-Endgeräts bzw. durch Fußschalter erfolgen; der Zugriff auf die elektronischen Akten kann in Abhängigkeit von der Stimme des Benutzers und/oder einem Passwort erfolgen u.a.


Anspruch[de]
Verfahren zum Aufbau von Sprachverbindungen zu einem CTI-Arbeitsplatz (AP), bei dem

• zur Steuerung des Telefonverkehrs zum Festnetz oder Funknetz der CTI-Arbeitsplatz (AP) mit einer Vermittlungsanlage (V) in Verbindung steht,

• der CTI-Arbeitsplatz (AP) direkt mit einem Computer (PC) oder über ein Netzwerk (N) mit einem CTI-Server (S) in Verbindung steht, der wiederum direkt an die Vermittlungsanlage (V) angeschlossen ist und

• zum CTI-Arbeitsplatz (AP) sowohl die Sprachnachricht eines Anrufers als auch eine aufgrund der Verarbeitung im Computer (PC) oder CTI-Server (S) abgerufene, anwendungsabhängige und/oder für den Anrufer relevante Sprach-Information gleichzeitig und fortlaufend auf zwei getrennten Sprachkanälen (K1, K2) übertragbar sind, so dass ein Mischbetrieb mit computergestützter Verarbeitung und Steuerung von infolge einer Telekommunikationsverbindung übermittelten Sprach-Informationen einschließlich akustischer Bedienerführung erfolgt.
Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Sprachnachricht des Anrufers entweder im Computer (PC) oder im CTI-Server (S) mindestens teilweise aufgezeichnet wird und am CTI-Arbeitsplatz (AP) benutzergesteuert wieder abrufbar ist. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass im Falle eines weiteren Anrufs bei bereits zum CTI-Arbeitsplatz (AP) bestehender Gesprächsverbindung, eine Umschaltung im zweiten Sprachkanal (K2) und ein Hinweis darauf erfolgt. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass Sprachnachricht und Informationen als elektronische Akte abgespeichert werden und dass die elektronischen Akten am CTI-Arbeitsplatz (AP) benutzergesteuert abgehört und aktualisiert werden können, wobei der Zugriff auf die elektronischen Akten in Abhängigkeit von der Stimme des Benutzers erfolgt. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Bedienprozeduren und/oder die Verzeichnisse zum Abrufen der elektronischen Akten an einer Anzeigevorrichtung des CTI-Arbeitsplatzes (AP) darstellbar und/oder abhörbar sind. Vorrichtung zum Aufbau von Sprachverbindungen zu einem CTI-Arbeitsplatz (AP), welche

•über ein Telefon-Endgerät (TE) mit einer Vermittlungsanlage (V) zur Steuerung des Telefonverkehrs zum Festnetz oder Funknetz in Verbindung steht,

• direkt mit einem Computer (PC) oder über ein Netzwerk (N) mit einem CTI-Server (S) in Verbindung steht, der wiederum direkt an die Vermittlungsanlage (V) angeschlossen ist,

• am CTI-Arbeitsplatz (AP) einen Kopfhörer (KH) mit zwei Lautsprechern (L1, L2) aufweist, wobei Computer (PC) und Telefon-Endgerät (TE) drahtlos mit dem Kopfhörer (KH) in Verbindung stehen und

• bei welcher der erste Lautsprecher (L1), das über das Telefon-Endgerät (TE) zugeführte gesprochene Wort des Anrufers und der zweite Lautsprecher (L2) gleichzeitig, die zur Nachricht des Anrufers aufgrund computergestützter Verarbeitung zugehörige anwendungsabhängige und/oder für den Anrufer relevante Sprach-Information wiedergibt.
Vorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass das Netzwerk (N) sowohl ein lokales Netz (LAN) als auch Telekommunikationsleitungen (TL) aufweist, dass das lokale Netz (LAN) einerseits am Computer (PC) andererseits am CTI-Server (S) angeschlossen ist und dass die Telekommunikationsleitungen (TL) einerseits mit einem Telefon-Endgerät (TE) andererseits mit der Vermittlungsanlage (V) verbunden sind. Vorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Computer (PC) neben Programmier- und CTI-Programmierschnittstellen eine Schnittstellenschaltung (SI) für Sprachsignale aufweist. Vorrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche 6 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass der CTI-Server (S) eine Schnittstellenschaltung zum Anschluss einer zusätzlichen Informationsquelle (Q) aufweist. Vorrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 9, gekennzeichnet durch die Ausgestaltung des Netzwerkes (N) als Zwischenstufe zwischen einem rein seriellen und voll parallelen Bussystem mit serieller Datenübertragung und paralleler Übertragung von Steuersignalen. Vorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Kopfhörer (KH) ein Mikrofon (M) aufweist, welches mit dem Telefon-Endgerät (TE) in Verbindung steht.






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