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Dokumentenidentifikation DE102007014269A1 11.10.2007
Titel Obertonsteg für Saiteninstrumente
Anmelder Campling, Timothy, 10405 Berlin, DE
Erfinder Campling, Timothy, 10405 Berlin, DE
DE-Anmeldedatum 21.03.2007
DE-Aktenzeichen 102007014269
Offenlegungstag 11.10.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 11.10.2007
IPC-Hauptklasse G10D 3/04(2006.01)A, F, I, 20070321, B, H, DE
IPC-Nebenklasse G10C 3/08(2006.01)A, L, I, 20070321, B, H, DE   
Zusammenfassung Die bisherigen Stege ergeben einen leiseren, obertonärmeren Klang. Sie ermöglichen keine Veränderung in der Voreinstellung der akustischen Eigenschaften.
Durch eine Erweiterung des Stegs, die knapp unterhalb der Saite in einer spezifischen Schräge (fast parallel) angebracht ist, schlägt die in Schwingung versetzte Saite an einem Punkt auf diesen wiederholt auf, wodurch mehr Energie auf die Schalldecke übertragen wird und ein obertonreicherer Klang entsteht. Durch eine mechanische Vorrichtung kann diese Wirkung wieder aufgehoben werden. Eine dritte Einstellung ermöglicht einen gedämpften Ton.
Dieser Obertonsteg kann für alle Saiteninstrumente, auch Klaviere Anwendung finden.

Beschreibung[de]

Bei den bisherigen Stegen für Saiteninstrumente wie Gitarren und Klaviere, kann der schwingende Teil der Saite nicht in Berührung mit dem Steg kommen. Dadurch wird weniger Energie auf den Klangkörper übertragen und ein relativ obertonarmer, leiser Ton erzielt. Auch waren bisher keine Voreinstellungen am Steg für die Veränderung der akustischen Eigenschaften möglich.

Die vorliegende Neuerung bezieht sich auf einen Steg für Saiteninstrumente, der in Bezug auf den Obertonreichtum, die Klangfarbenvielfalt und die Lautstärke eine Verbesserung darstellt.

Ausgangspunkt für die Neuerung ist der Umstand, dass eine Saite da wo sie fest aufliegt am wenigstens schwingt und in der Mitte der schwingenden Saite am weitesten. Wenn die auf einem Steg fest aufliegende Saite, kurz nach diesem Punkt auf eine fast parallel unterhalb der Saite angebrachte Stegerweiterung auftrifft, nachdem die Saite in Schwingung versetzt wurde, wird viel mehr Energie auf den Klangkörper übertragen. Der auf diese Weise vibrierende Klangkörper bringt dadurch auch den Steg und die Saiten wieder in Schwingung (natürliche Rückkopplung), so dass der Ton nach dem Anschlag sogar noch anschwellen kann. Wenn diese Stegerweiterung auch noch hohl ist, in Form eines zusätzlichen kleinen Klangkörpers, ist sie sogar noch etwas lauter.

Einen Grossteil der Zeit für meine Forschungen habe ich darauf verwendet, eine Verbesserung der akustischen Eigenschaften auf kleinstem Raum am Steg zu erzielen (damit bei der Gitarre keine Bundunreinheit entsteht) bei Erreichung eines schönen Tons. Es kommt auf Bruchteile von Millimetern an, ob ein scheppernder, oder ein schön summender Ton entsteht. Die Stegerweiterung kann beliebig lang unterhalb der Saiten verlaufen. Der direkte Kontakt zur schwingenden Saite sollte aber nur einen Millimeter betragen und nur direkt am Beginn der schwingenden Saite statt finden können.

Eine weitere entscheidende Neuerung besteht in den verschiedenen Einstellungsmöglichkeiten am Steg, denn die Stegerweiterung kann getrennt vom anderen Teil des Stegs sein und mit Hilfe von Schraubgewinden, verschiebbaren Keilen oder Scharnieren, bewegt werden. Dies ermöglicht zwei, bzw. drei verschiedene Einstellungen mit ganz unterschiedlichen akustischen Ergebnissen.

  • Einstellung a.) wie oben beschrieben. Ein lauter, obertonreicher, summender oder leicht sirrender Ton entsteht. (1; 5; 6; 7)
  • Einstellung b.) die Stegerweiterung wurde durch drehen des Schraubgewindes, bzw. durch herunterklappen oder Verschieben, vom Kontakt mit der Saite entfernt, wodurch die gewöhnlichen akustischen Eigenschaften wieder hergestellt sind. (2)
  • Einstellung c.) ein Stück Filz auf der Oberseite der Stegerweiterung wird an die Saite gedrückt, wodurch ein gedämpfter Ton erzielt wird. (3)

Bei Klavieren ist die Einstellungsmöglichkeit c) bereits Stand der Technik. Es gibt sie auch für Gitarren. Aber nicht auf diese Weise und vor allem nicht mit der Kombinationsmöglichkeit mit Einstellung a) die viel wichtiger ist, da sie die akustischen Eigenschaften steigert und nicht wie bei c) reduziert.

Für die in den Ansprüchen gekennzeichnete Neuerung gibt es verschieden Modelle und Anwendungsmöglichkeiten, von denen ich im Folgenden noch einige aufführen werde.

Resonanzsaiten, wie in 4, sind mit dem Obertonsteg lauter und obertonreicher als sonst.

Auch Klaviere lassen sich mit diesem Obertonsteg vorteilhaft ausrüsten, der dann mit Hilfe eines vierten Pedals bedient werden kann. Z.B. könnte somit zum ersten Mal die Klangfarbe noch dem Anschlag verändert werden.

Hersteller von Saiteninstrumenten könnten von vorneherein ihre Instrumente mit dem verstellbaren Obertonsteg ausstatten und verbessern. 5 zeigt dies am Beispiel eines solchen Stegs für akustische Gitarren. Dieses Modell hat den Vorteil, das optisch fast kein Unterschied zu herkömmlichen Stegen zu erkennen ist, insbesondere wenn die Einstellungen nicht wie in 5 beschrieben, mit einem Schraubenzieher vorgenommen werden, sondern wenn die Schrauben durch im Holz eingelassene Drehscheiben gehen, die nur wenige Millimeter heraus schauen und mit denen eine Teil des Stegs gehoben und gesenkt werden kann.

Instrumenten wie Gitarren können auch von Laien mit der Obertonstegeinlage (1) und Obertonstegerweiterungen (6 und 7) nachgerüstet werden.

Das in 7 dargestellte Modell besteht aus zwei Brettchen, die durch Schrauben miteinander verbunden sind. Ein leicht keilförmiger Balken, der fast quer zu allen Saiten verläuft und nur an einer Seite mit einem Stift in dem unteren Brettchen verankert ist, drückt die Brettchen auseinander. Der Querbalken ist in dieser Darstellung ein wenig nach links geschoben worden, wodurch das obere Brettchen gehoben wird. Wenn der Balken wieder genau quer zu den Saiten gestellt wird, senkt sich das Brettchen wieder und ein Kontakt mit der Saite wird nicht mehr möglich, es sollte aber in Kontakt mit dem anderen Teil des Stegs bleiben, denn dann wird, wie bei all diesen Modellen, zusätzlich Schwingung vom Steg direkt auf die Schalldecke übertragen, aber weniger wie bei der anderen Einstellung.

Bezugszeichenliste Fig. 1

  • Obertonstegeinlage in einem Stück am Beispiel einer Gitarre
  • 1: Gewöhnlicher Gitarrensteg
  • 2: Obertonstegeinlage
  • 3: Saiteneintrittsseitig nach unten gewölbte Fläche der Stegeinlage
  • 4: Die Obertöne verstärkende, fast parallel zur Saite verlaufende, aber saitenaustrittsseitig leicht nacht unten geneigte Fläche.
  • 5: Parallel zur Saite verlaufende gerade Fläche auf welcher die Saite fest aufliegt.

Fig. 2

  • Spezialobertonstegeinlage mit drei möglichen Einstellungen
  • In dieser Einstellung ist die den Klang verändernde Fläche herunter geklappt um einen gewöhnlichen Gitarrenklang zu erzielen
  • 1: Erstes Paar Scharniere
  • 2: Paar Scharniere

Fig. 3

  • Das selbe Modell wie 2.
  • Einstellung für gedämpften Klang
  • 1: Die mit Filz beklebte Seite ist nach oben geklappt und berührt die Saite

Fig. 4

  • Obertonsteg für Resonanzsaiten (vereinfachte Darstellung mit wenigen Saiten)
  • 1: Stimmwirbel
  • 2: Resonanzsaiten die unter den Spielsaiten verlaufen
  • 3: Obertonsteg

Fig. 5

  • Von oben mit einem Schraubenzieher verstellbarer Obertonsteg. Seitenansicht.
  • 1: Saite
  • 2: Durch eine Schraube ist die Fläche welche die Obertöne verstärkt verstellbar.
  • 3: Schraube

Fig. 6

  • Seitenansicht der von oben mit einem Schraubenzieher verstellbaren Obertonstegerweiterung, mit der jede akustische Gitarre nachgerüstet werden kann.

Fig. 7

  • Seitenansicht eines weiteren wie unter beschriebenen Modells.


Anspruch[de]
Obertonsteg (Stegeinlage bzw. Stegerweiterung) für Gitarren, Klaviere und andere Saiteninstrumente, dadurch gekennzeichnet, dass fast parallel zur Saite, direkt nach dem Teil des Stegs wo die Saite fest aufliegt, eine Erweiterung des Stegs ist, auf welche die Saite wenn sie in Schwingung versetzt wird, leicht auftrifft; insbesondere wenn diese Erweiterung mechanisch verstellbar ist, wodurch die Lautstärke, die Klangfarbe und der Obertonreichtum verändert werden können. Die verschiedenen Einstellungen können in unterschiedlichen Modellen des Obertonstegs wie unter Anspruch 1 realisiert werden: z.B. durch verstellbare Schrauben; durch Scharniere und Klappen; durch verschiebbare Keile.

a) Dadurch kann die Stegerweiterung vom Kontakt mir der Saite entfernt werden, wodurch die normalen akustischen Eigenschaften wieder hergestellt sind,

b) und zusätzlich auch ein gedämpfter Ton erzielt werden, indem eine weiche Oberfläche (z.B. Stoff) an die Saiten drückt
Stegerweiterung wie unter Anspruch 1, bei der diese einen zusätzlichen Klangkörper bildet.






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