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Dokumentenidentifikation DE202007008438U1 11.10.2007
Titel Temperaturmessgerät
Anmelder Carl Zeiss AG, 73447 Oberkochen, DE
DE-Aktenzeichen 202007008438
Date of advertisement in the Patentblatt (Patent Gazette) 11.10.2007
Registration date 06.09.2007
Application date from patent application 16.06.2007
IPC-Hauptklasse G01J 5/00(2006.01)A, F, I, 20070616, B, H, DE
IPC-Nebenklasse G01K 1/02(2006.01)A, L, I, 20070616, B, H, DE   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Temperaturmessgerät, das während der Brandbekämpfung und zum Auffinden verletzter Personen bei starker Rauchentwicklung und schlechter Sicht einsetzbar ist, bestehend aus einer mobilen Einrichtung zur Erfassung von Temperaturen und Mitteln zur Übertragung an einen Benutzer.

Bei der Brandbekämpfung in Gebäuden tritt im Allgemeinen das Problem auf, dass in einem brennenden Gebäude starke Rauchentwicklung herrscht. Diese Rauchentwicklung erfordert eine Atemschutzausrüstung für die im Einsatz befindlichen Feuerwehrleute, deren Ziel es unter anderem ist, so schnell wie möglich den Brandherd zu ermitteln, um eine Bekämpfung einzuleiten und verletzte Personen aufzufinden. Auf Grund der starken Sichtbehinderung durch den Rauch ist dies jedoch nur sehr schwer möglich, da die Feuerwehrleute sich dabei meistens in einer ihnen unbekannten Ortsumgebung befinden.

Aus dem Stand der Technik sind Infrarotsichtgeräte bekannt, die dem Feuerwehrmann eine grobe Orientierung ermöglichen. Diese haben aber den Nachteil, dass zur Beobachtung des Displays eine gewisse Restsicht vorhanden sein muss, wobei diese Displays bedingt durch die Atemschutzgeräte nur sehr schwer einsehbar und sehr teuer sind, beispielsweise einfache Pyrometer, die über eine Digitalanzeige verfügen, die bei Rauchentwicklung aber nicht mehr ablesbar ist.

Aus der DE 10 2005 056 796 A1 ist eine mobile Einheit zur Erfassung von Umweltbedingungen, beispielsweise zur Überwachung einer Umgebungstemperatur bekannt, die eine Anzeige zur Visualisierung vorbestimmter Umweltbedingungen, wie der Temperatur oder eines Temperaturbereiches durch eine veränderliche Lichtabstrahlung aufweist. In der DE 100 62 441 C1 wird ein Verfahren zur Überwachung bezüglich Brand und Explosion im Bergbau mittels berührungsloser Temperaturmessfühler beschrieben. Die damit erzielten Temperaturmesswerte werden an entsprechende Prozessrechner übermittelt, um kritische Betriebszustände zur erkennen und entsprechende Maßnahmen einzuleiten, oder bei einem bestimmten vorgegebenen Temperaturgrenzwert Alarm auszulösen. In der EP 0 419 046 A1 wird weiterhin eine Feuermeldersensorik beschrieben, welche unter anderem mehrere spektrale Kanäle überwacht, um die Eindeutigkeit eines echten Feueralarms sicherzustellen. Die Aufgabe des Systems ist es, durch die Mehrfachmessung Fehlalarme zu vermeiden. Auch hier wird beim eindeutigen Überschreiten einer von mehreren Kriterien beschriebenen Temperaturgrenze Alarm ausgelöst. Ein in der EP 1 052 606 A2 beschriebenes System, welches mögliche Brandquellen auf beladenen LKWs detektieren soll, besteht aus einer brückenartigen Konstruktion, unter der der zu untersuchende LKW durchfahren muss. Dazu sind auf der Brücke mehrere Sensoren zur thermischen Beobachtung angebracht, die in Abhängigkeit einer vorher eingestellten Schwelle jeweils Alarm auslösen. In der EP 0 995 088 B1 wird ein akustisches Pyrometer zur Messung der durchschnittlichen Temperatur von Gas auf einer Strecke über einen Raum mit einer bekannten Erstreckung beschrieben, umfassend einen Signalgenerator zur Generierung eines akustischen Signals, einen Detektor zur Erfassung des akustischen Signals und einen Signalprozessor zur Erfassung und Unterscheidung des akustischen Signals in Abhängigkeit von Hintergrundgeräuschen in dem Raum. Eine Einrichtung zur Umschaltung der Anrufsignalisierung zwischen Akustikalarm und Vibrationsalarm ist aus der DE 102 59 576 A1 bekannt, wobei ein Sensor auch auf eine Kombination von Temperatur und Luftfeuchte anspricht.

Ausgehend von diesem Stand der Technik liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, ein Temperaturmessgerät insbesondere für Feuerwehrleute zu schaffen, das dem mit einem Atemschutz ausgestatteten Feuerwehrmann zusätzlich ein einfaches Hilfsmittel zur Verfügung stellt, um einen Brandherd in Gebäuden bei starker Rauchentwicklung und schlechter Sicht schnell und sicher zu finden, bzw. sich selbst vor der Annäherung an einen Brandherd bei zu hohen Temperaturen zu schützen sowie Verletzte aufzuspüren, wobei das Temperaturmessgerät einfach aufgebaut und zu handhaben sowie preiswert herstellbar ist.

Zur Lösung dieser Aufgabe schlägt die Erfindung ein Temperaturmessgerät für Feuerwehrleute während der Brandbekämpfung vor, bestehend aus mindestens einem Temperatursensor, der ein der zu messenden Temperatur eines Brandherdes proportionales Ausgangssignal an eine Elektronikeinheit übermittelt, wobei die Elektronikeinheit das Ausgangssignal entweder an einen mit ihr verbundenen Lautsprecher und/oder direkt an angekoppelte Kopfhörer übermittelt, die das Ausgangssignal in ein akustisches Signal für einen Benutzers umwandeln.

Der Temperatursensor ist vorzugsweise als Strahlungspyrometer ausgebildet, um zu gewährleisten, dass die Temperatur berührungslos und aus sicherer Entfernung gemessen wird und verfügt über eine im infraroten Bereich wirkende Abbildungsoptik, so dass dessen Ausgangssignal bei der Ausrichtung auf eine Strahlungsquelle eine Richtungsabhängigkeit aufweist. Der Erfassungskegel des Temperatursensors ist dabei wahlweise je nach Bedarf als breiter oder schmaler Erfassungskegel dimensioniert.

Mit dem Temperaturmessgerät wird damit erfindungsgemäß beim Ausrichten auf eine Brandquelle bei starker Rauchentwicklung und schlechter Sicht ein der Temperatur proportionales akustisches Signal erhalten, das von einem Benutzer wahrgenommen wird und zur Ortung der Temperatur in einer räumlichen Richtung zur Verfügung steht, wobei die räumliche Richtung durch die Eigenschaften des Erfassungskegels des Temperatursensors definiert ist. Damit kann dann im Brandfall trotz nicht vorhandener Sicht mit dem erfindungsgemäßen Temperaturmessgerät die Temperaturquelle mit der höchsten Temperatur und damit der Brandherd aufgespürt werden. Die Erfindung dient dazu, die Temperaturen in den Sinnesbereich des menschlichen Gehöres zu transformieren und parallel dazu auch ein mechanisches Fühlen durch einen zusätzlich an dem Temperaturmessgerät angeordneten Taststock als einen Ersatz für das räumliche Sehen bereitzustellen.

Bevorzugt ist vorgesehen, dass das temperaturproportionale Signal des Temperatursensors in ein äquivalentes frequenzproportionales Signal umgesetzt wird, wobei ein der gemessenen Temperatur in der Tonhöhe entsprechendes akustisches Signal entsteht. Beim Ausrichten des Temperaturmessgerätes auf einen Brandherd mit niedriger Temperatur wird dabei ein tiefer Ton und bei Ausrichtung auf einen Brandherd mit hoher Temperatur ein höherer Ton hörbar. Als Variation ist eine Grundtonhöhe vorgegeben, welche der Zimmertemperatur entspricht, wobei ein Temperaturgradient einstellbar ist, der das Verhältnis von Frequenzänderung zu Temperaturänderung festlegt, um eine gut wahrnehmbare Frequenz mit einer zu erwartenden Höchsttemperatur in Einklang zu bringen.

Besonders vorteilhaft ist vorgesehen, dass in der Nähe des Brandherdes eine Anpassung der Empfindlichkeit vorgenommen wird, indem der Temperaturgradient manuell einstellbar ist, wobei die manuelle Einstellung der Frequenzänderung zur Temperaturänderung insbesondere mittels eines am Temperaturmessgerät vorgesehenen Dreh- oder Schiebereglers vorgesehen ist.

Es können auch entsprechende Kennlinien vorgegeben werden, die gezielt auf den Bereich der Körpertemperatur eingestellt sind, wenn vorher bekannt ist, welche Temperaturen bzw. Temperaturgradienten zu erwarten sind. Mit derartigen Kennlinien kann gezielt auf die physiologischen Eigenschaften des menschlichen Gehörs Bezug genommen werden, indem dieser Bereich der Körpertemperatur mit einer überproportional höheren Frequenz oder Lautstärke dargestellt wird, um die höchste bzw. wirksamste Detektierbarkeit zu erreichen, beispielsweise zum Auffinden von verletzten Personen.

Eine weitere vorteilhafte Variante wird darin gesehen, dass das temperaturproportionale Signal des Temperatursensors in eine akustische Amplitude umgesetzt wird und damit die Lautstärke eines definierten Tones oder Geräusches mit höherer Temperatur ebenfalls zunimmt, wobei insbesondere mittels eines Prozessors ein synthetisches Geräusch eines prasselnden Feuers so nachbildbar ist, dass für eine mit dem Temperaturmessgerät gemessene Temperatur ein Temperaturgradient für das Verhältnis von Lautstärkeänderung zur Temperaturänderung einstellbar ist.

Eine weitere Variante besteht darin, dass über den Lautsprecher oder die Kopfhörer eine Sprachausgabe erfolgt, welche die gemessene Temperatur in Worten ausspricht. Das hat den Vorteil, dass sich der Feuerwehrmann schon frühzeitig bei der Brandbekämpfung ein Überblick auf die absolute Lage des Brandherdes und die dort vorherrschenden Temperaturen verschaffen kann.

Vorteilhaft ist, dass sich bei allen Varianten das Geräusch bei Bedarf auch abschalten lässt.

Eine weiteres vorteilhaftes Ausführungsbeispiel besteht darin, dass das Temperaturmessgerät vorzugsweise mit zwei Temperatursensoren ausgestattet ist, welche entweder in einem definierten Abstand zueinander oder insbesondere V-förmig angeordnet sind und damit horizontal unterschiedliche Wirkungsrichtungen besitzen, wobei bei Verwendung der Kopfhörer vorzugsweise der linke Temperatursensor das Signal für das linke Ohr und der rechte Temperatursensor das Signal für das rechte Ohr liefert. Bei nicht bewegtem Kopf kann durch die Laufzeitunterschiede auf die Richtung der Schallquelle geschlossen werden. Somit ist es für den Feuerwehrmann auch bei nicht bewegtem Kopf besonders einfach, die Richtung zum Brandherd ausfindig zu machen.

Alternativ kann das mit zwei Temperatursensoren ausgestattete Temperaturmessgerät auch um 90° gedreht gehalten werden, wobei der links angeordnete Temperatursensor nach unten und der rechts angeordnete Temperatursensor nach oben zeigt, so dass zusätzlich die Höhe des Brandherdes im Raum ermittelt wird.

Weitere Variante bestehen darin, dass die beiden Temperatursensoren direkt an den Kopfhörern oder am Helm eines Benutzers angebracht sind, so dass eine Kopfdrehung ebenfalls direkt die Richtungsdetektion ermöglicht, oder die beiden Temperatursensoren sind an einem tragbaren mobilen Temperaturmessgerät in einem Abstand zueinander angeordnet, wobei durch Drehung des Temperaturmessgerätes richtungsabhängig ein Temperaturgradient erfassbar ist.

Ein weiteres vorteilhaftes Ausführungsbeispiel besteht darin, dass das Temperaturmessgerät zur Abtastung der Umgebung einen mechanischen Taststock aufweist, wobei der mechanische Taststock eine Teleskopverlängerung aufweist, welche sich im ausgezogenen Zustand einrasten lässt. Weiterhin ist an der Tastspitze des Taststockes ein zusätzlicher Temperatursensor für Kontaktmessungen angeordnet. Bei dieser Ausführungsform ist das Temperaturmessgerätes zwischen den beiden Temperatursensor für eine berührungslose Temperaturmessung und dem Temperatursensor für die Kontaktmessung eine Umschaltung vorgesehen ist.

Eine bevorzugte Weiterbildung wird darin gesehen, dass das Temperaturmessgerät eine Kommunikationseinrichtung zum Weiterleiten von gemessenen Temperaturdaten an eine Meldezentrale oder eine direkte Sendeeinrichtung aufweist. Beim Einsatz von mehreren Temperaturmessgeräten weisen diese individuelle Codierungen zur Unterscheidung auf. Dadurch kann beispielsweise beim Einsatz von mehreren Feuerwehrleuten mit je einem individuellen Temperaturmessgerät ermittelt werden, welcher Feuerwehrmann sich in eine jeweils vorgegebene Richtung in einem Gebäude bewegt. Dadurch kann sofort auf die dort vorhandene Temperatur geschlossen werden, beispielsweise wenn sich ein Feuerwehrmann im Gebäude nach oben in Richtung der höheren Stockwerke bewegt und ein anderer in Richtung Keller oder in verschiedene Richtungen. In beiden Fällen kann über den Temperaturunterschied schon auf die Lage des Brandherdes geschlossen werden.

Unter Umständen bevorzugte Varianten werden darin gesehen, dass das Temperaturmessgerät mit einem tragbaren Rechner gekoppelt ist, der über Anbindungsmöglichkeiten zu wireless- oder ad hoc Netzwerken verfügt. Das hat den Vorteil, dass die Temperaturdaten unmittelbar an eine Brandeinsatzzentrale für weitere Maßnahmen zur Verfügung stehen.

Das Temperaturmessgerät kann auch mit einer sogenannten Mikrochipdisplay-Brille (HMD) gekoppelt werden, die innerhalb oder außerhalb in einer Atemschutzmaske untergebracht ist, indem die mit dem Temperaturmessgerät ermittelte Temperatur eingeblendet wird, als Absolutwert in Form einer digitalen Temperaturanzeige oder als Marke auf der Balkenskala und die Überschreitung von vorgegebenen Grenzwerten angezeigt werden.

Die Erfindung wird nachfolgend anhand von schematisch in Zeichnungen dargestellten Ausführungsbeispielen näher erläutert.

Es zeigen:

1 ein erstes Ausführungsbeispiel eines Temperaturmessgerätes mit einem Temperatursensor;

2 ein zweites Ausführungsbeispiel eines Temperaturmessgerätes mit zwei Temperatursensoren;

3 ein weiteres Ausführungsbeispiel eines Temperaturmessgerätes mit einem mechanischen Teleskoptaststock.

Die 1 bis 3 zeigen Ausführungsbeispiele für ein Temperaturmessgerät für Feuerwehrleute während der Brandbekämpfung bei starker Rauchentwicklung und schlechter Sicht. Das Temperaturmessgerät enthält bevorzugt ein Strahlungspyrometer, um zu gewährleisten, dass die Temperatur berührungslos, aus sicherer Entfernung und mit einer im infraroten wirkenden Abbildungsoptik richtungsabhängig detektiert werden kann. Das Temperaturmessgerät besteht aus mindestens einem Temperatursensor 1, der ein der Temperatur proportionales Ausgangssignal zur Verfügung stellt. Eine von einem Feuer an einem Brandherd 2 ausgehende und durch einen je nach Bedarf dimensionierten schmalen oder breiten Erfassungskegel 3 des Temperatursensors 1 erhaltene Strahlung wird von dem Temperatursensor 1 empfangen und ein der Temperatur proportionales Ausgangssignal des Temperatursensors 1 einer Elektronikeinheit 4 zuführt, die einen Lautsprecher 5 oder alternativ über ein Verbindungskabel 6 ein Kopfhörerpaar 7 oder sonstige akustischen Wandler ansteuert, die die gemessene Temperatur in ein akustisches Signal umsetzen, welches direkt proportional zur Temperatur ist.

In einer ersten Variante wird das temperaturproportionale Signal des Temperatursensors 1 in ein äquivalentes frequenzproportionales Signal so umgesetzt, dass bei Ausrichtung des Temperaturmessgerätes auf den Brandherd 2 mit niedriger Temperatur ein tiefer Ton und bei Ausrichtung auf den Brandherd 2 mit hoher Temperatur ein höherer Ton hörbar wird. Dabei kann eine Grundtonhöhe vorgegeben werden, welche sich bei Zimmertemperatur einstellt. Ebenso kann ein Temperaturgradient vorgegeben werden, der angibt, welche Frequenzänderung welcher Temperaturänderung entspricht. So lässt sich z.B. festlegen, dass eine höchste noch gut wahrnehmbare Frequenz mit der höchsten zu erwartenden Temperatur in Einklang gebracht wird. Ebenso kann in der Nähe des Brandherdes 2 auch eine Anpassung der Empfindlichkeit vorgenommen werden, indem der Temperaturgradient manuell eingestellt wird. Es können natürlich auch entsprechende Kennlinien eingeprägt werden, wenn vorher bekannt ist, welche Temperaturen bzw. Temperaturgradienten zu erwarten sind. Mit derartigen Kennlinien kann gezielt auf die physiologischen Eigenschaften des menschlichen Gehörs und damit eines typischen Benutzers Bezug genommen werden, um die höchste bzw. wirksamste Detektierbarkeit zu erreichen, indem eine Temperaturkontraststeigerung den Bereich der Körpertemperatur betreffend eingestellt wird. Wenn es um die Aufspürung von verletzten Personen geht, kann beispielsweise eine spezielle Kennlinie eingestellt werden, welche gezielt den Bereich der Körpertemperatur von 37° besonders stark betont. Mit dieser Einstellung kann dann das Temperaturmessgerät gezielt zum Auffinden von verletzten Personen eingesetzt werden. Die manuelle Einstellung der Empfindlichkeit des Temperaturmessgerätes kann durch einen einfachen Drehregler erfolgen. Es besteht damit die Möglichkeit, beliebig auf kleine oder auf große Temperaturgradienten zu reagieren. Da im Brandfall der Feuerwehrmann mit Handschuhen ausgestattet ist, ist zur manuellen Einstellung der Empfindlichkeit des Temperaturmessgerätes auch ein Schieberegler vorgesehen.

In einer weiteren Variante wird das temperaturproportionale Signal des Infrarotsensors 1 in eine akustische Amplitude umgesetzt, so dass die Lautstärke eines definierten Tones oder Geräusches mit höherer Temperatur zunimmt. Dazu kann z.B. mit einem Prozessor ein synthetisches Geräusch eines prasselnden Feuers nachgebildet werden. Die Lautstärke dieses Geräusches nimmt dann zu, wenn das Temperaturmessgerät auf eine Stelle mit entsprechend höherer Temperatur ausgerichtet wird. Vorteilhaft ist dabei die Anwendung einer logarithmische Kennlinie. Außerdem kann angegeben werden, welche Lautstärkeänderung bei vorgegebener Temperaturänderung erfolgen soll.

Eine weitere Variante besteht darin, dass eine Sprachausgabe erfolgt, welche die aktuell gemessene Temperatur in Worten ausspricht. Das hat den Vorteil, dass sich der Feuerwehrmann schon frühzeitig bei der Brandbekämpfung ein Überblick auf die absolute Lage des Brandes also die absolut vorherrschenden Temperaturen verschaffen kann. Bei allen Varianten lässt sich das Geräusch bei Bedarf auch abschalten.

Eine zweites Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in 2 dargestellt. Das Temperaturmessgerät ist mit zwei Temperatursensoren 1, 8 ausgestattet, welche entweder in einem vorgegebenen Abstand zueinander oder in der dargestellten Ausführungsform vorzugsweise V-förmig zueinander angeordnet sind und damit horizontal unterschiedliche Wirkungsrichtungen besitzen. Bei diesem Ausführungsbeispiel kann bei Verwendung des Kopfhörerpaares 7 beispielsweise der linke Temperatursensor 1 das Signal für das linke Ohr und der rechte Temperatursensor 8 das Signal für das rechte Ohr liefern. Bei Verwendung des lautstärkeproportionalen Modus kann damit eine unmittelbare Richtungsbestimmung erfolgen, und so der Ort des heißesten Brandherdes 2 ermittelt werden. Die Ortung kann durch Drehen des Kopfes erfolgen, aber auch bei nicht bewegtem Kopf kann, wie beim Stereohören bekannt, durch die Laufzeitunterschiede auf die Richtung der Schallquelle geschlossen werden. Somit ist es für den Feuerwehrmann auch bei nicht bewegtem Kopf möglich, die Richtung eines Brandherdes ausfindig zu machen.

Eine weitere nicht näher dargestellte Variante besteht darin, dass die beiden Temperatursensoren direkt am Helm des Feuerwehrmannes mit den Kopfhörern 7 gekoppelt angebracht sind, so dass eine Kopfdrehung ebenfalls direkt die Richtungsdetektion ermöglicht, oder dass die beiden Temperatursensoren an einem tragbaren mobilen Temperaturmessgerät angeordnet sind und das gesamte Temperaturmessgerät gedreht wird.

Das Temperaturmessgerät mit zwei Temperatursensoren 1, 8 kann auch um 90° gedreht gehalten werden, so dass der links angeordnete Temperatursensor 1 nach unten und der rechts angeordnete Temperatursensor 8 nach oben zeigt. Bei dieser Ausrichtung kann zusätzlich die Höhe des Brandherdes 2 im Raum ermittelt werden.

Weiterhin kann das Temperaturmessgerät zusätzlich mit einem Trackingsystem ausgestattet werden, welches seine Position und die Tastrichtung des Temperaturmessgerätes erfasst und diese per Funk einer Leitstelle zugeführt. Ebenso kann die vom Temperaturmessgerät ermittelte Temperatur per Funk der Leitstelle mitgeteilt werden. Das hat den Vorteil, dass beim Einsatz von mehreren Feuerwehrleuten mit einer derartigen Ausstattung die Position des Brandherdes schneller gefunden werden kann, da eine relative Auswertung der einzelnen Temperatursensoren 1, 8 zueinander und die Ausrichtung und Position der Temperaturmessgeräte einen Rückschluss auf die Richtung zum Brandherd zulassen, bzw. dieser damit leichter ermittelt wird.

Entsprechend 3 ist am Temperaturmessgerät ein mechanischer Taststock 9 angeordnet. Das hat den Vorteil, dass zusätzlich zur Temperaturmessung auch die Umgebung mechanisch abgetastet werden kann, um sich zu orientieren. Der mechanische Taststock 9 weist noch eine Teleskopverlängerung 10 auf, welche sich im ausgezogenen Zustand einrasten lässt. Desweiteren ist an der Tastspitze des Taststockes 9 eine Kugel 11 vorgesehen, welche zusätzlich einen Temperatursensor 12 für Kontaktmessungen aufweist, um z.B. die Temperatur eines Türgriffes gezielt zu messen. Hauptsächlich ist der mechanische Taststock 9 dazu einsetzbar, das Temperaturbild, welches die akustische Ausgabe des Temperaturmessgerätes ermittelt, durch das mit dem mechanischen Taststock ertastbare räumliche Bild der Umgebung zu ergänzen, wobei zwischen den einzelnen Temperatursensoren 1, 8 für eine berührungslose Temperaturmessung und dem Temperatursensor 12 für die Kontaktmessung eine Umschaltung vorgesehen ist.

1
Temperatursensor
2
Brandherd
3
Erfassungskegel des Temperatursensors
4
Elektronikeinheit
5
Lautsprecher
6
Verbindungskabel
7
Kopfhörer
8
zweiter Temperatursensor
9
mechanischer Taststock
10
Teleskopverlängerung
11
Kugel
12
Temperatursensor


Anspruch[de]
Temperaturmessgerät, das insbesondere während der Brandbekämpfung und zum Auffinden verletzter Personen bei starker Rauchentwicklung und schlechter Sicht einsetzbar ist, bestehend aus einer mobilen Einrichtung zur Erfassung von Temperaturen und Mitteln zur Übertragung an einen Benutzer, dadurch gekennzeichnet, dass ein Temperaturmessgerät mindestens einen Temperatursensor (1) aufweist, der ein der zu messenden Temperatur eines Brandherdes (2) proportionales Ausgangssignal an eine Elektronikeinheit (4) übermittelt, wobei die Elektronikeinheit (4) das Ausgangssignal entweder an einen mit ihr verbundenen Lautsprecher (5) und/oder direkt an angekoppelte Kopfhörer (7) übermittelt, die das Ausgangssignal in ein akustisches Signal für einen Benutzer umwandeln. Temperaturmessgerät nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Temperatursensor (1) insbesondere als Strahlungspyrometer mit einer Abbildungsoptik für Infrarotlicht ausgebildet ist, wobei das über einen Erfassungskegel (3) des Temperatursensors (1) detektierte temperaturproportionale Signal in ein äquivalentes frequenzproportionales Signal umsetzbar ist, und wobei ein der gemessenen Temperatur in der Tonhöhe entsprechendes akustisches Signal entsteht. Temperaturmessgerät nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass insbesondere eine Grundtonhöhe vorgebbar ist, die der Zimmertemperatur entspricht. Temperaturmessgerät nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass ein Temperaturgradient einstellbar ist, der das Verhältnis von Frequenzänderung zu Temperaturänderung festlegt. Temperaturmessgerät nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass in der Nähe des Brandherdes (2) eine Anpassung der Empfindlichkeit des Temperaturmessgerätes vorgenommen wird, wobei das Verhältnis von Frequenzänderung zu Temperaturänderung manuell einstellbar ist. Temperaturmessgerät nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die manuelle Einstellung der Frequenzänderung zur Temperaturänderung insbesondere mittels eines am Temperaturmessgerätes vorgesehenen Dreh- oder Schiebereglers vorgesehen ist. Temperaturmessgerät nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das temperaturproportionale Signal des Temperatursensors (1) in eine akustische Amplitude umsetzbar ist, wobei insbesondere mittels eines Prozessors ein synthetisches Geräusch eines prasselnden Feuers nachbildbar ist und wobei für eine mit dem Temperaturmessgerät gemessene Temperatur ein Temperaturgradient für das Verhältnis von Lautstärkeänderung zu Temperaturänderung einstellbar ist. Temperaturmessgerät nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die gemessene Temperatur als Sprachausgabe über den Lautsprecher (5) und/oder die Kopfhörer (7) vorgesehen ist. Temperaturmessgerät nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Temperaturmessgerät mehrere Temperatursensoren, vorzugsweise zwei Temperatursensoren (1, 8) aufweist, die in einem vorgegebenen Abstand zueinander, insbesondere V-förmig zueinander angeordnet sind, wobei bei Einsatz der Kopfhörer (7) je ein Temperatursensor (1, 8) ein Signal über die einzelnen Kopfhörer (7) an das entsprechende Ohr des Benutzers übermittelt. Temperaturmessgerät nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass das mit zwei Temperatursensoren (1, 8) ausgebildete Temperaturmessgerät um 90° drehbar so vorgesehen ist, dass der links am Temperaturmessgerät angeordnete erste Temperatursensor (1) nach unten und der rechts am Temperaturmessgerät angeordnete zweite Temperatursensor (8) nach oben zeigend die Höhe des Brandherdes (2) in einem Raum ermittelt. Temperaturmessgerät nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die beiden Temperatursensoren (1, 8) des Temperaturmessgerätes direkt an den Kopfhörern (7) oder an einer Kopfbedeckung, insbesondere an einem Helm eines Benutzers befestigbar sind, so dass richtungsabhängig ein Temperaturgradient direkt erfassbar ist. Temperaturmessgerät nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die beiden Temperatursensoren (1, 8) an einem tragbaren mobilen Temperaturmessgerät in einem Abstand zueinander angeordnet sind, wobei durch Drehung des Temperaturmessgerätes richtungsabhängig ein Temperaturgradient erfassbar ist. Temperaturmessgerät nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass das Temperaturmessgerät zur Abtastung der Umgebung einen mechanischen Taststock (9) aufweist, mit einer im ausgezogenen Zustand einrastbaren Teleskopverlängerung (10) und wobei an der Tastspitze des Taststockes (9) ein weiterer Temperatursensor (12) für Kontaktmessungen angeordnet ist. Temperaturmessgerät nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass das Temperaturmessgerät zwischen den Temperatursensor (1, 8) für eine berührungslose Temperaturmessung und dem Temperatursensor (12) für die Kontaktmessung umschaltbar vorgesehen ist. Temperaturmessgerät nach einem der Ansprüche 1 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass das Temperaturmessgerät eine Kommunikationseinrichtung zum Weiterleiten von gemessenen Temperaturdaten an eine Meldezentrale aufweist. Temperaturmessgerät nach einem der Ansprüche 1 bis 15, dadurch gekennzeichnet, dass das Temperaturmessgerät eine direkte Sendeeinrichtung zum Übertragen der erfassten Temperaturdaten über eine größere Distanz aufweist. Temperaturmessgerät nach einem der Ansprüche 1 bis 16, dadurch gekennzeichnet, dass beim Einsatz von mehreren Temperaturmessgeräten diese eine vorzugsweise individuelle Codierung aufweisen.






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