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Dokumentenidentifikation DE102005029985B4 18.10.2007
Titel Strangfilterpresse
Anmelder Reitz, Arnold, Dipl.-Ing., 63628 Bad Soden-Salmünster, DE
Erfinder Reitz, Arnold, Dipl.-Ing., 63628 Bad Soden-Salmünster, DE
DE-Anmeldedatum 28.06.2005
DE-Aktenzeichen 102005029985
Offenlegungstag 11.01.2007
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 18.10.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 18.10.2007
IPC-Hauptklasse C02F 11/12(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, DE
IPC-Nebenklasse B01D 25/00(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, DE   

Beschreibung[de]

Die Erfindung bezieht sich auf die Entwässerung von dünnflüssigen, sehr schlecht transportablen Schlämmen mittels Verdichterkolben und Prallplatte (siehe 1). Das Endprodukt soll ein fester transportfähiger Schlamm sein.

Stand der Technik

Heute wird Schlamm in folgenden Verfahren entwässert:

  • – Kammer- oder Membranfilterpressen. Dabei werden große Mengen Schlamm in relativ langen Zyklen entwässert.
  • – Schlammpressen mit Kolbenverdichtung in kontinuierlichem und Zyklenbetrieb
  • – Schlammentwässerung auf thermischer Basis

Dazu sind folgende Schutzrechtanmeldungen bekannt:

  • DE 299 04 504 U1

DE 299 04 504 U1 betrifft eine mechanische Kolbenpresse, die den Schlamm gegen eine Verengung durch Schieber oder Quetschventil drückt und den Schlamm durch ein Schlamm -Transportrohr nach außen führt. Die Entwässerung erfolgt durch ein Sieb im Kolbenboden. Die Verdichtung des Schlammes ist begrenzt durch die Stellung des Schiebers oder Quetschventils, weil sonst der Abtransport des Filterkuchens nicht mehr gewährleistet ist. Somit ist auch der Grad der Entwässerung begrenzt. Der Verdichtungsdruck der Strangfilterpresse gegen eine Prallplatte entwässert wesentlich stärker.

  • DE 198 12 459 A1

DE 198 12 459 A1 betrifft eine Pressanlage zur Verdichtung von Schlämmen zu Pellets mittels Kolben und feststehender Prallplatte, wobei die Abführung des entwässerten Schlammes durch hydraulisch angetriebene Verschiebung des Verdichtungszylinders erfolgt.

Dadurch sind die Presszyklen ohne kontinuierliche Nassschlammzufuhr, weil sonst der Einlauftrichter überlaufen kann und damit zeitaufwendig. Der Strangfilterpresse kann kontinuierlich Schlamm zugeführt werden.

DE 41 33 642 C1 betrifft eine Vorrichtung zum Trocknen feuchter Substanzen durch Schleudern mittels eines Drehtellers gegen eine beheizte Prallfläche eines geschlossenen Behälters mit hoher Geschwindigkeit unter Vakuum.

Dabei bildet die entzogene Flüssigkeit auf der beheizten Gehäusewand einen Film, der wieder verdampft. Diese Vorrichtung ist für kleine Schlammmengen unter nichtkontinuierlichem Betrieb geeignet, um höchste Entwässerungsgrade von schon vorentwässerten Schlämmen zu erzeugen. Die Strangfilterpresse kann größere Schlammmengen in kontinuierlichem Betrieb in geringerer Zeit entwässern.

Aufgabenstellung

Mittels Verdichterkolben und zu öffnender Prallplatte (1) soll kontinuierlich im Strang Schlamm entwässert werden.

Der Verfahrensablauf ist dabei wie folgt:

Takt 1

  • – Dünnschlamm fließt durch Schlammzuführung (1) in Einlauftrichter (2)
  • – Der Verdichterkolben (3) ist im hinteren Totpunkt
  • – Die Prallplatte (8) ist im unteren Totpunkt und damit ist der Verdichterkanal (18) geschlossen

Takt 2

  • – Der Verdichterkolben (3) bewegt sich nach vorne
  • – Die Prallplatte (8) ist im unteren Totpunkt und damit ist der Verdichterkanal (18) geschlossen
  • – Der Schlamm wird verdichtet und entwässert
  • – Das Wasser fließt in Filterkasten mit Filter (11) zum Wasserablauf (15)

Takt 3

  • – Der Verdichterkolben (3) bewegt sich weiter nach vorne
  • – Die Prallplatte (8) ist im oberen Totpunkt und damit ist der Verdichterkanal (18) offen
  • – Der Wasserablauf (11 und 15) ist durch den im vorderen Totpunkt befindlichen Verdichterkolben (3) gesperrt
  • – Der entwässerte Dickschlamm wird durch Ausgaberohr (10) in bereitstehendes Fahrzeug (17) gefördert

Takt 4

  • – Der Verdichterkolben (3) bewegt sich zurück zum hinteren Totpunkt
  • – Die Prallplatte (8) bewegt sich zum unteren Totpunkt und schließt den Verdichterkanal (18)
  • – Weiter Takt 1

Um die Verschmutzung des Filters (11) und damit einen schlechteren Abfluss des Wassers zu vermeiden, ist eine Rückspülmöglichkeit des abgeführten Wassers über Rücklaufkanal (12), Pumpe (13) und Klappe (14) zum Filter (11) vorgesehen. Über die Prozesssteuerung können die Intervalle eingestellt werden.

Ein Hydraulikaggregat (7) steuert über die Hydraulikleitungen (16) sowohl den Hydraulikzylinder (5) für den Verdichterkolben (3) als auch den Hydraulikzylinder (6) für die Prallplatte (8). Die Bewegung für Verdichterkolben (3) und Prallplatte (8) kann aber auch elektromechanisch statt hydraulisch erzeugt werden.

1
Zuführung Dünnschlamm
2
Einführtrichter Dünnschlamm
3
Verdichterkolben
4
Maschinengehäuse
5
Hydraulikzylinder für Verdichterkolben
6
Hydraulikzylinder für Prallplatte
7
Hydraulikaggregat
8
Prallplatte
9
Führungsgehäuse für Prallplatte
10
Ausgaberohr für Dickschlamm
11
Schlammfilter mit Filterkasten
12
Rücklaufkanal für Rückspülung Filter
13
Pumpe für Rückspülung Filter
14
Umschaltklappe für Rückspülung Filter
15
Wasserablauf
16
Hydraulikleitungen
17
Fahrzeug für Schlammabfuhr
18
Verdichterkanal


Anspruch[de]
Strangfilterpresse, dadurch gekennzeichnet, dass dünner Schlamm durch einen Verdichtungskolben (3) gegen eine bewegliche Prallplatte (8) entwässert und verdichtet, sowie nach Herunterfahren der Prallplatte (8) durch eine Öffnung in der Prallplatte (8) gepresst wird. Strangfilterpresse nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass Dünnschlamm aus der Zuführung (1) in einen Einführtrichter (2) eingebracht, Wasser (15) und transportfähiger Dickschlamm (10) getrennt hinausgefördert werden. Strangfilterpresse nach Anspruch 1 bis 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Verdichtungskolben (3) und die Prallplatte (8) durch Hydraulikzylinder (5 und 6, mit Hydraulikaggregat 7 und -zuleitungen 16) bewegt werden. Strangfilterpresse nach Anspruch 1 bis 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Antriebe von Verdichtungskolben (3) und Prallplatte (8) auch elektromechanisch ausgeführt werden können. Strangfilterpresse nach Anspruch 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass fester, transportfähiger, entwässerter Schlamm direkt auf ein Fahrzeug (17) gefördert werden kann. Strangfilterpresse nach Anspruch 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Entwässerung beim Verdichten durch eine unter dem Verdichtungskanal (18) liegende Filtereinheit (11) mit Wasserabführung (15) und Rückspülmöglichkeit (12 bis 14) erfolgt. Strangfilterpresse nach Anspruch 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Schlammfilter (11) durch die Pumpe (13) mit Klappe (14) und Wasserrückführung (12) gelegentlich gespült werden kann.






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