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Dokumentenidentifikation DE102006015649A1 18.10.2007
Titel Schuh
Anmelder adidas International Marketing B.V., Amsterdam, NL
Erfinder Antonelli, Bruno Jean, 91074 Herzogenaurach, DE;
Scholz, Wolfgang, 91475 Lonnerstadt, DE;
Weidl, Jürgen, 91086 Aurachtal, DE;
Gordon, Josh Robert, 90402 Nürnberg, DE;
Hill, Jan, 91091 Großenseebach, DE;
Manz, Gerd Rainer, 91085 Weisendorf, DE
Vertreter Patent- und Rechtsanwälte Bardehle, Pagenberg, Dost, Altenburg, Geissler, 81679 München
DE-Anmeldedatum 04.04.2006
DE-Aktenzeichen 102006015649
Offenlegungstag 18.10.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 18.10.2007
IPC-Hauptklasse A43B 5/00(2006.01)A, F, I, 20060404, B, H, DE
Zusammenfassung Die vorliegende Erfindung betrifft einen Schuh, insbesondere einen Sportschuh, mit einem einstückig ausgebildeten Sohlenelement (10). Das Sohlenelement (10) umfasst eine Sohlenfläche (20), die sich unterhalb des Fußes erstreckt, und eine Fersenschale (30), die die Ferse des Fußes dreidimensional umgibt, wobei die Fersenschale (30) allein zumindest eine Teilfläche einer Seitenwand des Schuhs bildet.

Beschreibung[de]
1. Technisches Gebiet

Die vorliegende Erfindung betrifft einen Schuh, insbesondere einen Sportschuh.

2. Der Stand der Technik

Schuhe müssen einer Vielzahl von technischen Anforderungen genügen. Zum einen sollen die auf den Körper einwirkenden Bodenreaktionskräfte wirksam gedämpft werden. Zum anderen soll ein korrekter Schrittzyklus unterstützt und Fehlstellungen gegebenenfalls korrigiert werden. Gleichzeitig soll ein Schuh, insbesondere ein Sportschuh, möglichst leicht gebaut sein, da die für den Bewegungsablauf erforderliche Energie direkt proportional zum Gewicht des Schuhs ist. Es ist daher seit langem ein Ziel der Entwicklung moderner Sportschuhe einerseits die erläuterten biomechanischen Anforderungen zu erfüllen und andererseits einen dauerhaften Schuh mit einem möglichst geringen Gewicht zu fertigen.

In der Vergangenheit konzentrierten sich dabei die Verbesserungen auf die Schuhsohle. So hat die Anmelderin in der DE 41 14 551 A1, der EP 0 741 529 A1, der DE 102 34 913 A1, und der DE 102 12 862 C1 verschiedene Sohlenkonstruktionen offenbart, in denen die üblicherweise verwendete, durchgehende EVA-Zwischensohle zumindest teilweise durch einzelne Elemente ersetzt wird. Ferner zeigen diese Druckschriften die Verwendung von Dämpfungselementen, die nicht mehr aus aufgeschäumten Materialien bestehen, sondern fachwerkartige, elastische Strukturen verwenden, mit denen das Gewicht der Schuhsohle erheblich reduziert und gleichzeitig die Lebensdauer des Schuhs gesteigert wird.

Darüber hinaus hat die Anmelderin in der DE 199 19 409 C1 bereits eine Sprintplatte mit einer in das Schuhoberteil integrierten Fersenschale offenbart, mit der die Leistungsfähigkeit eines Läufers gesteigert werden soll.

Im Hinblick auf die Gestaltung des Schuhs im Bereich oberhalb der Sohle verwenden jedoch die in den oben genannten Druckschriften offenbarten Schuhe einen im Wesentlichen herkömmlichen Aufbau, bei dem das Schuhoberteil sich vom Rand der Sohle ausgehend nach oben um den Fuß herum erstreckt. Zur Verstärkung wird im Fersenbereich manchmal eine separate Fersenkappe o.ä. integriert. Dieser bekannte Aufbau des Schuhoberteils und seine Verbindung mit der Sohle bringt jedoch ein erhebliches Gewicht mit sich. Darüber hinaus muss bei der Herstellung eine Vielzahl von Einzelteilen manuell miteinander vernäht oder verklebt werden, was zu hohen Kosten führt.

Der vorliegenden Erfindung liegt daher das Problem zugrunde, einen dauerhaften Schuh, insbesondere einen Sportschuh, bereitzustellen, der auch oberhalb der Sohle gewichtsoptimiert ist und sich darüber hinaus besonders einfach herstellen lässt.

3. Zusammenfassung der Erfindung

Die vorliegende Erfindung löst dieses Problem durch einen Schuh, insbesondere einen Sportschuh, mit einer Sohle, einem Fersenbereich und einem einstückig ausgebildeten Sohlenelement. Das Sohlenelement umfasst eine Sohlenfläche, die sich unterhalb des Fußes erstreckt und eine Fersenschale, die die Ferse des Fußes dreidimensional umgibt, wobei die Fersenschale allein zumindest eine Teilfläche einer Seitenwand des Fersenbereichs des Schuhs bildet.

Das erfindungsgemäße einstückige Sohlenelement stellt somit nicht nur einen Bestandteil der Sohle dar, sondern ersetzt darüber hinaus im Fersenbereich zumindest Teilbereiche der üblichen Seitenflächen des Schuhs (die üblicherweise aus dem Material des Schuhoberteils hergestellt sind, verstärkt mit einer separaten Fersenschale). Damit wird einerseits ein stabiler und kostengünstig herstellbarer Übergang zwischen dem Sohlenbereich und dem Schuhoberteil bereitgestellt. Zum anderen kann der gesamte Schuh mit geringerem Gewicht aufgebaut werden, da das aus leichten Kunststoffmaterialien herstellbare Sohlenelement das vergleichsweise schwere Material des Schuhobereils, beispielsweise Leder oder ein Gewebe mit den im Fersenbereich üblicherweise eingearbeiteten Verstärkungen ebenso ersetzen kann, wie gegebenenfalls eine separate Innensohle und/oder andere übliche Sohlenbestandteile. Darüber hinaus kann der Fertigungsaufwand für den erfindungsgemäßen Schuh erheblich reduziert werden, da das direkte Vernähen des Schuhoberteils mit der Sohle zumindest teilweise entfallen kann und die Anzahl der insgesamt für die Herstellung des Schuhs erforderlichen Bauteile deutlich verringert wird.

Vorzugsweise wird das einstückige Sohlenelement aus einer Mehrzahl von Materialien gefertigt, insbesondere durch Mehrkomponentenspritzen. Dadurch lassen sich die Materialeigenschaften in unterschiedlichen Bereichen des Sohlenelements optimieren, beispielsweise im Hinblick auf das Gewicht, die Steifigkeit und/oder die äußere Erscheinung, ohne dass es zusätzlicher Fertigungsschritte bedarf, mit denen eine Mehrzahl von Einzelteilen miteinander vernäht, verklebt oder in sonstiger Weise verbunden werden müssen.

Bevorzugt ist das Schuhoberteil des Schuhs im Fersenbereich am oberen Rand der Fersenschale befestigt, wobei der entsprechende Randbereich vorzugsweise mit einer dünneren Wandstärke und/oder aus einem weicheren Material versehen ist als in anderen Bereichen des Sohlenelements. Damit wird ein gleichmäßiger Übergang im Schuh zwischen dem einstückigen Sohlenelement und dem üblicherweise aus einem textilen Material gefertigten Schuhoberteil erreicht. Ferner lässt sich die Verbindung zwischen dem Sohlenelement und dem Material des Schuhoberteils leichter herstellen, beispielsweise durch Vernähen, wenn der Randbereich eine dünnere Wandstärke und/oder ein weicheres Material aufweist.

In einem Ausführungsbeispiel erstreckt sich das Sohlenelement im Bereich des Fußgewölbes seitlich nach oben und umgreift seitlich den Mittelfußbereich vorzugsweise bis zum Spann. Das einstückige Sohlenelement wird damit zum tragenden Element des gesamten Schuhaufbaus und fasst den Fuß von mehreren Seiten ein.

In einem Ausführungsbeispiel, das insbesondere für Fußballschuhe geeignet ist, erstreckt sich die Sohlenfläche des Sohlenelements vom Fersenbereich zumindest bis zum Mittelfußbereich und vorzugsweise im Wesentlichen über die gesamte Fläche unterhalb des Fußes. Damit kann das einstückige Sohlenelement weitgehend die Deformationseigenschaften des Schuhs bei Belastung bestimmen.

In weiteren bevorzugten Ausführungsformen weist das Sohlenelement transparente Bereiche und/oder Ventilationsöffnungen und/oder Verstärkungsrippen auf, insbesondere im Bereich der Teilfläche, in der das Sohlenelement allein die Seitenwand des Schuhs bildet. Mit diesen zusätzlichen Merkmalen lassen sich in einfacher Weise das optische Erscheinungsbild des Schuhs, seine Belüftungseigenschaften und die Steifigkeit des Schuhschafts beeinflussen.

In einem insbesondere für Laufschuhe geeigneten Ausführungsbeispiel ist die Sohlenfläche als eine Lastverteilungsplatte ausgebildet, unterhalb derer zumindest ein Dämpfungselement angeordnet ist. Dies erleichtert die bevorzugte Verwendung der eingangs erläuterten Sohlenkonstruktionen der Anmelderin, die zusätzlich das Gewicht des Schuhs verringern und die Lebensdauer des Schuhs erhöhen. Dazu werden vorzugsweise eine Mehrzahl von Dämpfungselementen unterhalb der Sohlenfläche angeordnet, die auf ihrer Unterseite durch eine gemeinsame Außensohle miteinander verbunden sind. Eine direkte Verbindung zwischen der Sohlenfläche und den Dämpfungselementen führt zu einer besonders effektiven Lastverteilung.

In einem weiteren bevorzugten Ausführungsbeispiels weist die Sohlenfläche im Bereich unterhalb des Calcaneus-Knochens eine Öffnung und/oder einen Bereich aus einem weicheren Material auf, als in den umgebenden Bereichen der Sohlenfläche. Insbesondere bei Sohlenelementen mit vergleichsweise starrer Sohlenfläche wird dadurch sowohl der Tragekomfort gesteigert, als auch eine punktuelle Überbelastung des für die Sohlenfläche verwendeten Kunststoffmaterials verhindert. Wird nämlich oberhalb dieser Öffnung und/oder des Bereichs aus einem flexiblen Material eine zusätzliche Dämpfungsschicht angeordnet, beispielsweise in Form einer entsprechend gepolsterten Innensohle, kann das Dämpfungsmaterial bei Belastungsspitzen, wie sie unterhalb des Calcaneus-Knochens beim Aufsetzen mit der Ferse auftreten, in die Öffnung oder den flexibleren Bereich hinein expandieren. Durch eine geeignete Verstärkung der Innensohle in diesem Bereich kann diese Expansion begrenzt werden, um Beschädigungen zu vermeiden. Alternativ oder zusätzlich kann ein weiteres Dämpfungselement im Bereich des Calcaneus-Knochens unterhalb der Sohlenfläche angeordnet werden.

Weitere Fortbildungen des erfindungsgemäßen Schuhs sind in weiteren abhängigen Patentansprüchen definiert.

4. Kurze Beschreibung der begleitenden Figuren

Im Folgenden werden Aspekte der vorliegenden Erfindung unter Bezugnahme auf die begleitenden Figuren genauer erläutert. Diese Figuren zeigen:

1: Eine Seitenansicht eines Ausführungsbeispiels eines erfindungsgemäßen Schuhs;

2: Eine Seitenansicht eines Ausführungsbeispiels eines Sohlenelements für den erfindungsgemäßen Schuh aus 1;

3a–c: Darstellungen eines weiteren Ausführungsbeispiels eines Sohlenelements für einen erfindungsgemäßen Schuh;

4a–d: Darstellungen eines weiteren Ausführungsbeispiels eines Sohlenelements für einen erfindungsgemäßen Schuh mit unterschiedlichen Materialien in verschiedenen Bereichen des Sohlenelements; die 4b4d zeigen Schnitte entlang der Linien b-b, c-c bzw. d-d. in 4a;

5: Eine Gesamtdarstellung eines weiteren Ausführungsbeispiels eines erfindungsgemäßen Schuhs;

6: Eine Detaildarstellung eines Sohlenelements für den Schuh aus 5; und

7: Eine Explosionsdarstellung des Sohlenensembles des Schuhs aus 5.

5. Detaillierte Beschreibung bevorzugter Ausführungsbeispiele

Im Folgenden werden Ausführungsbeispiele der vorliegenden Erfindung zunächst anhand von Sohlenelementen für Fußballschuhe und dann anhand eines Ausführungsbeispiels eines Sohlenelements für einen Laufschuh näher erläutert. Es versteht sich jedoch, dass die vorliegende Erfindung nicht auf diese Schuhtypen begrenzt ist, sondern beispielsweise auch in Trainingsschuhen, Basketballschuhen, Langlaufschuhen, Wanderschuhen etc. eingesetzt werden kann.

Die 1 und 2 zeigen Seitenansichten eines ersten Ausführungsbeispiels eines erfindungsgemäßen Schuhs (vgl. 1) und eines erfindungsgemäßen Sohlenelements 10 (vgl. 2), das in dem Schuh aus 1 verwendet wird. Wie man erkennen kann, ist das Sohlenelement 10 als ein einstückiges Bauteil ausgebildet. Ausgehend von einer Sohlenfläche 20 (vgl. 2), die sich unterhalb des Fußes erstreckt, umfasst das Sohlenelement 10 mit einer Fersenschale 30 die Ferse des Fußes (in den 1 und 2 nicht dargestellt). Anders als in herkömmlichen Konstruktionen ist diese Fersenschale 30 jedoch nicht vollständig in das Schuhoberteil integriert. Stattdessen bildet im Fersenbereich ausschließlich die Fersenschale 30 die den Fuß umschließende Seitenwand des Schuhs (vgl. 1).

Das Schuhoberteil 40 ist daher im Fersenbereich nicht bis zur Sohle durchgezogen, sondern an einem oberen Randbereich 31 des Sohlenelements 10 befestigt. Unterschiedliche Techniken kommen dazu in Betracht, beispielsweise ein Verkleben, Verschweißen, aber auch ein Vernähen, um das Schuhoberteil 40 am Randbereich 31 des Sohlenelements 10 zu befestigen. Da das Schuhoberteil 40 des erfindungsgemäßen Ausführungsbeispiels sich verglichen mit üblichen Schuhen nur über einen kleineren Teil der Schuhaußenfläche erstreckt, wird das Gewicht des Schuhs reduziert (da keine Verdopplung der Materiallagen vorliegt) und damit der Energieaufwand für jegliche Bewegung mit dem Schuh verringert.

Das in den 1 und 2 dargestellte Sohlenelement 10 erstreckt sich ausgehend von seiner Sohlenfläche 20 auch in einem lateralen Seitenbereich 35 nach oben. Insbesondere dieser Seitenbereich 35 mit seiner rippenartigen Struktur lässt in 2 erkennen, dass das einstückige Sohlenelement 10 vorzugsweise aus mehreren Materialien gefertigt ist. Während beispielsweise der Randbereich 31 aus einem vergleichsweise flexiblen Kunststoffmaterial, beispielsweise einem weichen thermoplastischen Urethan (TPU) gefertigt ist, wird für die Fersenschale 30, die den Fuß von hinten stützt und damit zur Stabilität des gesamten Schuhs beiträgt, im Ausführungsbeispiel der 1 und 2 ein härter eingestelltes TPU verwendet.

Eine einstückige Herstellung aus zwei oder mehreren Materialien ist heutzutage problemlos durch Mehrkomponentenspritzen des Sohlenelements 10 möglich, wobei die verschiedenen Materialien entweder nacheinander oder gleichzeitig in eine geeignete Form gespritzt werden oder ein zweites Sohlenmaterial um einen Vorformling herumgespritzt wird, der zur Verstärkung dient und bereits in der Form angeordnet ist. Diese Herstellungstechniken an sich sind dem Fachmann bekannt und müssen daher nicht weiter erläutert werden. Das in 4a dargestellte Ausführungsbeispiel zeigt ein Sohlenelement 10 mit aneinander angrenzenden Bereichen aus unterschiedlichen Materialien. Neben einem scharfen Übergang von einem Material zu einem anderen, ist auch ein allmählicher Übergang von einem Material zum nächsten denkbar (nicht dargestellt). Neben TPU sind auch Polyamide oder andere Kunststoffe zur Herstellung des erläuterten Ausführungsbeispiels des Sohlenelements 10 geeignet, die gegebenenfalls durch Glas- und/oder Kohlefasern verstärkt sein können.

Denkbar ist auch die Verwendung eines durchsichtigen Kunststoffs für das Sohlenelement 10. Dann kann zumindest im Fersenbereich 30 das äußere Erscheinungsbild des Schuhs leicht durch innerhalb des Schuhs angeordnete Elemente bestimmt werden, beispielsweise die Farbe eines verwendeten Sockens oder einer zusätzlichen Innensohle.

Im Vorderfußbereich ist eine zusätzliche Sohlenverstärkung 50 angeordnet. Auch dieser Sohlenbestandteil kann einstückig zusammen mit dem gesamten Sohlenelement 10 gefertigt werden. Alternativ ist auch eine separate Fertigung möglich, wobei die Sohlenverstärkung 50 nachträglich mit dem Sohlenelement 10 verbunden wird, beispielsweise durch Verkleben, Verschweißen oder andere dem Fachmann bekannte Techniken.

In dem Ausführungsbeispiel der 1 und 2 sind in der Sohlenfläche 20 eine Mehrzahl von Aufnahmen 11 für Stollen 12 (vgl. 1) angeordnet. Im einfachsten Fall sind diese Aufnahmen 11 lediglich als geeignete Öffnungen des einstückigen Sohlenelements 10 ausgebildet. Denkbar ist jedoch auch die unmittelbare Anformung komplexerer Aufnahmen (nicht dargestellt), beispielsweise mit einem Gewinde oder einem Schnappverschluss zur Befestigung eines Stollens. Dadurch wird die zeitaufwändige Montage einer Vielzahl von Einzelteilen vermieden.

Die 3a–c. zeigen eine Seitenansicht, eine Ansicht von unten und eine Ansicht von hinten eines weiteren bevorzugten Ausführungsbeispiels eines Sohlenelements 10 für einen Fußballschuh. Wie man insbesondere aus der 3c erkennen kann, erstrecken sich der laterale und der mediale Seitenbereich 35 in etwa gleich weit nach oben bis in den Spannbereich des Schuhs. Ferner weist das Sohlenelement 10 der 3a3c eine Mehrzahl von Verstärkungsrippen 32 auf. Diese Rippen 32 führen zu einer größeren Steifigkeit bei geringerer Wandstärke und damit einem geringeren Gewicht des gesamten Sohlenelements 10.

Das Ausführungsbeispiel eines Sohlenelements aus 4a unterscheidet sich, wie bereits oben erwähnt, von den bisher diskutierten Sohlenelementen durch die Verwendung verschiedener Materialien für unterschiedliche Bereiche des Sohlenelements. Im Fersenbereich 14 wird ein härteres TPU verwendet, das vorzugsweise auch im Zentrum des Vorderfußbereiches 16 zum Einsatz kommt. Dazwischen, d.h. im Mittelfußbereich 15, wird ein besonders dehnbares TPU verwendet, um die in diesem Bereich des Schuhs auftretenden Belastungen zu berücksichtigen. Darüber hinaus zeigt die Aufsicht von unten in der 4a die bereits erwähnte zusätzliche Sohlenverstärkung 50 für die vorderen Randbereiche der Sohle, die insbesondere zur Verstärkung der Stollenaufnahmen 11 dient.

Die Querschnitte der 4b4d zeigen neben der Verwendung von anderen, bevorzugt weicheren Materialien in den oberen Randbereichen 31, variierende Wandstärken des Sohlenelements 10. Dies trägt zusätzlich zu Optimierung des Gewichts des gesamten Sohlenelements 10 bei, ohne die Stabilität des Sohlenelements und damit des Schuhs zu gefährden. Dabei weisen die Randbereiche 31 an ihren oberen Enden vorzugsweise eine vergleichsweise geringe Wandstärke auf. Wird auf der Außenseite dieser Randbereiche 31 das Material eines Schuhoberteils befestigt, beispielsweise ein (Kunst-)Leder oder ein textiles Material, ergibt sich ein an der Außenseite glatter Übergang aus dem Teilbereich der Seitenwand des Schuhs, der nur durch das einstückige Sohlenelement 10 gebildet wird zu den Teilbereichen, in denen ein übliches Schuhoberteil (nicht dargestellt) die Seitenwand bildet.

Grundsätzlich kann das Sohlenelement 10 so steif ausgebildet werden, dass es eine Art Rahmen oder Chassis für den gesamten Schuh bildet. In diesem Fall wird im Inneren des Sohlenelements lediglich eine weiche Innensohle angeordnet um den erforderlichen Tragekomfort sicherzustellen. Denkbar ist jedoch auch eine Konstruktion, bei der das Sohlenelement 10, insbesondere im Bereich der Sohlenfläche aus einem vergleichsweise dünnen und weichen Material gefertigt wird. Die Stabilität wird in diesem Fall bevorzugt durch ein inneres Chassis 60 bereitgestellt, wie es im Detail in der DE 10 2004 011 680 A1 der Anmelderin erläutert ist und in den 4b4c schematisch dargestellt ist. Denkbar sind jedoch auch Mischformen, bei der sich die erforderliche Stabilität aus der Kombination eines halbsteifen Sohlenelements 10 und eines halbsteifen inneren Chassis 60 ergibt.

Die 5 bis 7 zeigen ein weiteres Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung anhand eines Laufschuhs. Wie man aus den 5 und 7 erkennen kann, ist in diesem Fall das in 6 im Detail dargestellte Sohlenelement 10 oberhalb einer Vielzahl von Dämpfungselementen 100 angeordnet. Dabei kann es sich sowohl um die in den oben genannten Druckschriften offenbarten schaumlosen Dämpfungselemente handeln oder um herkömmliche EVA-Elemente. Ebenso ist es denkbar, das Sohlenelement der Erfindung oberhalb einer gewöhnlichen, durchgehenden EVA-Mittelsohle (nicht dargestellt) anzuordnen.

Werden einzelne Dämpfungselemente 100 verwendet, dient das Sohlenelement 10 zusätzlich als eine Lastverteilungsplatte, die die von unten einwirkenden Bodenreaktionskräfte und die von oben einwirkende Gewichtskraft auf größere Bereiche der Sohle verteilt, um damit lokale Belastungsspitzen zu vermeiden. Eine direkte Verbindung zwischen der Lastverteilungsplatte und den Dämpfungselementen 100 ist dafür besonders wirkungsvoll.

Während das Sohlenelement 10 aus 6 ebenfalls die Ferse (nicht dargestellt) dreidimensional mit einer Fersenschale 30 umgreift und im Mittelfußbereich sich nach oben erstreckende Seitenbereiche 35 aufweist, ist die Ausdehnung in den Vorderfußbereich in diesem Ausführungsbeispiel begrenzt. Abgesehen von einer lateralen und medialen Randverstärkung 70, die Fehlstellungen wie Pronation und Supination entgegenwirkt, befindet sich in diesem Ausführungsbeispiel im Vorderfußbereich eine große Aussparung 71. Die beiden Randverstärkungen 70 können aufgrund der Elastizität des verwendeten Materials unabhängig voneinander ausgelenkt werden und erlauben damit im Ergebnis eine Torsionsbewegung des Vorderfußbereiches des Schuhs relativ zum Fersenbereich.

Die Aussparung 71 ermöglicht, dass der Fuß (nicht dargestellt) in diesem Bereich auf einem zusätzlichen Dämpfungselement 101 aufliegt, das sich unmittelbar darunter befindet (vgl. die Explosionszeichnung in 7). Für das Dämpfungselement 101 wird vorzugsweise ein passend eingestelltes EVA-Element verwendet, das für die erheblichen Belastungen beim wiederholten Abstoßen vom Boden den höchsten Tragekomfort bereitstellt und insbesondere die empfindlichen Bereiche an den vorderen Enden der Metatarsalen vor Überbelastungen schützt. Gleichzeitig verringert die Aussparung 71 zusätzlich das Gesamtgewicht des Schuhs.

Unterhalb der Dämpfungselemente 100, 101 befindet sich eine Zwischenschicht 200, die die Unterseiten der individuellen Dämpfungselemente 100, 101 miteinander verbindet und damit stabilisiert. Dadurch wird insbesondere Scherkräften auf die einzelnen Dämpfungselemente entgegengewirkt. Den Abschluss nach unten bildet die Außensohlenschicht 210, die unterhalb der Zwischenschicht 200 angeordnet ist und die das Haftverhalten des Schuhs bestimmt. Es versteht sich, dass der beschriebene Aufbau nur exemplarisch zu verstehen ist, und dass beispielsweise die Zwischenschicht und die Außensohlenschicht als eine einzige gemeinsame Schicht ausgebildet werden können, wodurch die Fertigung des Schuhs weiter vereinfacht wird. Umgekehrt ist es auch möglich zusätzliche Schichten vorzusehen, beispielsweise unmittelbar oberhalb der Außensohlenschicht 210

Im Fersenbereich der Sohlenfläche 20 weist das in 6 gezeigte Ausführungsbeispiel des Sohlenelements 10 ebenfalls eine Aussparung 72 auf. Die Aussparung 72 befindet sich vorzugsweise im Zentrum des Fersenbereichs direkt unterhalb des Calcaneus-Knochens. Damit wird verhindert, dass die extrem hohen Belastungen im Fersenbereich, mit dem die überwiegende Zahl der Läufer bei einem Schritt zuerst den Boden berührt, zu einer Beschädigung des Sohlenelements 10 oder zu einem unangenehmen Tragegefühl führen, beispielsweise, wenn die darüber liegende Innensohlenschicht 90 (vgl. 7) unterhalb des Calcaneus-Knochens vollständig komprimiert wird und keine Dämpfungswirkung mehr bereitstellten kann. Die Aussparung 72 erlaubt daher eine kontrollierte Expansion des dämpfenden Innensohlenmaterials nach unten.

Um jedoch eine Beschädigung der Innensohle 90 durch diesen Vorgang zu verhindern, kann die Innensohle 90 auf ihrer Unterseite eine geeignete Verstärkung (nicht dargestellt) aufweisen oder eine entsprechende Verstärkung ist in die Innensohle 90 integriert. Dabei kann es sich um ein separates Bauteil handeln, beispielsweise aus TPU oder einem EVA einer anderen Dichte, das in die Innensohle eingebettet wird, oder das mit der Innensohle nachträglich verbunden wird, beispielsweise durch Verkleben, Verschweißen, Koinjektion etc..

Denkbar ist auch, ein zusätzliches, besonders weiches Dämpfungselement (nicht dargestellt) wie im Vorderfußbereich unterhalb der Aussparung 72 des Sohlenelements 10 anzuordnen. Unabhängig von den möglichen Dämpfungsalternativen für das Zentrum des Fersenbereichs ermöglicht die Aussparung 72 somit eine im Vergleich zu den Randbereichen des Sohlenelements 10 größere Dämpfungsbewegung. Die Größe und Form der Aussparung 72 kann dabei variieren, beispielsweise in Abhängigkeit vom Gewicht des Läufers und/oder dem bevorzugten Einsatzzweck. Gegenwärtig bevorzugt sind eine Länge von 3–5 cm und eine Breite von 1–3 cm. Ähnliche Effekte wie mit einer Aussparung werden auch erzielt, wenn stattdessen im Bereich 72 die Sohlenfläche 20 aus einem weicheren und flexibleren Material gefertigt ist (nicht dargestellt).

Die 57 zeigen darüber hinaus eine Vielzahl kleiner Belüftungsöffnungen 73 in dem Teilbereich des Sohlenelements 10, der die alleinige Seitenwand des Schuhs bildet. Weitere Belüftungsöffnungen 73 befinden sich vorzugsweise im Mittelfußbereich der Sohlenfläche 20. Dadurch können in einfacher Weise die Belüftungseigenschaften des Schuhs verbessert werden. Darüber hinaus erkennt man auch in 6, dass das Sohlenelement 10 eine Vielzahl von Verstärkungsrippen 74 aufweist, um auch bei geringer Materialstärke ein hohes Maß ein Steifigkeit bereitzustellen. Die genaue Ausbildung der Öffnungen 73 und/oder der Rippen 74 kann dabei je nach Größe und Einsatzzweck des Schuhs variieren.


Anspruch[de]
Schuh, insbesondere Sportschuh, mit einem einstückig ausgebildeten Sohlenelement (10), wobei das Sohlenelement (10) umfasst:

a. eine Sohlenfläche (20), die sich unterhalb des Fußes erstreckt; und

b. eine Fersenschale (30), die die Ferse des Fußes dreidimensional umgibt, wobei

c. die Fersenschale (30) allein zumindest eine Teilfläche einer Seitenwand des Schuhs bildet.
Schuh nach Anspruch 1, wobei das einstückige Sohlenelement (10) aus einer Mehrzahl von Materialien gefertigt ist, insbesondere durch Mehrkomponentenspritzen. Schuh nach einem der vorhergehenden Ansprüche ferner aufweisend ein Schuhoberteil (40), wobei zumindest ein Teil des Schuhoberteils (40) am oberen Rand (31) der Fersenschale (30) befestigt ist. Schuh nach dem vorhergehenden Anspruch, wobei der Rand (31) eine dünnere Wandstärke aufweist und/oder aus einem weicheren Material gefertigt ist als andere Bereiche des Sohlenelements (10). Schuh nach einem der vorhergehenden Ansprüche 2–4, wobei das Sohlenelement (10) im Bereich der Fersenschale (30) und/oder in einem vorderen Zentralbereich der Sohlenfläche (20) ein härteres Material als in anderen Bereichen des Sohlenelements (10) aufweist. Schuh nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei sich das Sohlenelement (10) im Bereich des Fußgewölbes seitlich nach oben erstreckt und den Mittelfußbereich seitlich umgreift. Schuh nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei sich die Sohlenfläche (20) des Sohlenelements vom Fersenbereich zumindest bis zum Mittelfußbereich erstreckt. Schuh nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei das Sohlenelement (10) transparente Bereiche aufweist. Schuh nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei das Sohlenelement (10) Ventilationsöffnungen (73) aufweist. Schuh nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei das Sohlenelement (10) eine Mehrzahl von Verstärkungsrippen (74) aufweist. Schuh nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei das Sohlenelement (10) in der Sohlenfläche (20) zumindest eine Aufnahme (11) für ein Profilelement (12) des Schuhs aufweist. Schuh nach dem vorhergehenden Anspruch, wobei die Aufnahme (11) eine Öffnung in der Sohlenfläche (20) umfasst. Schuh nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Sohlenfläche (20) als eine Lastverteilungsplatte ausgebildet ist, unterhalb derer zumindest ein Dämpfungselement (100) angeordnet ist. Schuh nach dem vorhergehenden Anspruch, wobei eine Mehrzahl von Dämpfungselementen (100, 101) unterhalb der Sohlenfläche (20) angeordnet ist, Schuh nach dem vorhergehenden Anspruch, wobei die Dämpfungselemente (100, 101) nach unten durch eine Zwischenschicht (200) und/oder eine gemeinsame Außensohle (210) miteinander verbunden sind. Schuh nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Sohlenfläche (20) im Bereich unterhalb des Calcaneus-Knochens eine Öffnung (72) und/oder einen Bereich aus einem weicheren Material als in den umgebenden Bereichen der Sohlenfläche aufweist. Schuh nach dem vorhergehenden Anspruch, ferner aufweisend eine Einlegesohle (90), die im Bereich des Calcaneus-Knochens eine Verstärkung aufweist. Schuh nach einem der vorhergehenden Ansprüche 16 oder 17 ferner aufweisend ein zusätzliches Dämpfungselement, das im Bereich des Calcaneus-Knochens unterhalb der Sohlenfläche (20) angeordnet ist.






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