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Dokumentenidentifikation DE102006015755A1 18.10.2007
Titel Brandlöschsystem mit flüssigen Inertgasen, geeignet für Lagerbehälter, insbesondere für Lagerbehälter mit Umlaufregalen
Anmelder Fuchs, Peter, 76287 Rheinstetten, DE
Erfinder Fuchs, Peter, 76287 Rheinstetten, DE
DE-Anmeldedatum 04.04.2006
DE-Aktenzeichen 102006015755
Offenlegungstag 18.10.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 18.10.2007
IPC-Hauptklasse A62C 2/00(2006.01)A, F, I, 20060404, B, H, DE
IPC-Nebenklasse A62C 3/04(2006.01)A, L, I, 20060404, B, H, DE   A62C 35/58(2006.01)A, L, I, 20060404, B, H, DE   
Zusammenfassung Brandlöschsystem mit flüssigem Inertgas, geeignet für Lagerbehälter, insbesondere für Lagerbehälter mit Umlaufregalen.

Beschreibung[de]
Technisches Gebiet

Bei der Erfindung handelt es sich um ein Brandlöschsystem mit verflüssigten Inertgasen, insoweit entsprechend dem Brandlöschprinzip „Sauerstoffverdrängung".

Aus dem Stand der Technik sowie dem praktischen Einsatz sind Brandlöschsysteme auf gleichartiger Basis sowie prinzipiell vergleichbarer Technik bekannt. Die technische Substanz der konventionellen Problemlösungen bezieht sich auf einschlägige Systemtechnik, geeignet und abgestimmt auf Räume in Gebäuden, bevorzugt EDV-Räume, unterschiedlicher Größenordnung.

Die der Erfindung zugrundeliegende Problemlösung bezieht sich auf den Brandschutz für Lagerbehälter, insbesondere Lagerbehälter mit Umlaufregalen, die vornehmlich in der Industrie, u.a. in Fertigungsbetrieben im praktischen Einsatz sind.

Für diese relativ neuartigen Lagersysteme sind geeignete Brandschutzsysteme nur als individuelle, mit Kompromissen beaufschlagte, Lösungen, vornehmlich auf Löschwasserbasis, bekannt.

Vorgesehen ist ein Inertgas-Brandlöschsystem für aktiven und/oder präventiven Brandschutz in spezifischer auf Lagerbehälter mit komplexer Innenraumgeometrie, insbesondere für Lagerbehälter mit Umlaufregalen, abgestimmter Leistung sowie der hierzu erforderlichen spezifischen Technik.

Darstellung der Erfindung

Aufgabe der Erfindung ist ein gesicherter Brandlöschvorgang im Falle des Bedarfes einerseits, andererseits die Verfügbarkeit der alternativen Brandschutzoption „präventiver Brandschutz" durch permanente Inertgasflutung, d.h. stetige Aufrechterhaltung eines Löschgasgemisches mit einem Sauerstoffanteil < 12 Vol.%.

Um diese Anforderungen zu erfüllen ist vorgesehen, dass der Lagerbehälter über ein Rohrsystem mit spezifischen Armaturen mit einem Löschgasbehälter verbunden ist. Im Rohrsystem ist eine Absperrung mit elektrischem Stellmotor (Motorventil) vorgesehen. Im Brandfall innerhalb eines Lagerbehälters aktiviert wenigsten ein Rauchmelder innerhalb des Lagerbehälters das Motorventil von Stellung „ZU" auf Stellung „AUF". Das unter Vordruck stehende flüssige Inertgas strömt vom Vorratsbehälter durch das Rohrsystem über die Eintrittsöffnungen in den Lagerbehälter. Das flüssige Inertgas mit extrem niedriger Temperatur (–190°C) verdampft durch Erwärmung und verteilt sich gasförmig im gesamten Innenbereich des Lagerbehälters. Der hierbei durch Volumenerhöhung entstehende Überdruck im Lagerbehälter wird über eine Überdrucköffnung an beliebiger Position des Lagerbehälters abgebaut. Durch diesen Vorgang wird Luft durch Inertgas ersetzt. Entsprechend der vorbestimmbaren Menge an flüssigem Inertgas ergibt im Lagerbehälter letztlich ein Gasgemisch mit deutlich reduziertem Sauerstoffgehalt.

Bei auf Löschgasqualität abgestimmter und zugeführter Menge an flüssigem Inertgas ergbit sich ein Gasgemisch mit einem Sauerstoffanteil von < 12% – somit ein Löschgas, das Brände durch Sauerstoffentzug löscht. Die gebotene homogene Verteilung des Löschgases im gesamten Innenbereich des Lagerbehälters ergibt sich dominant durch die Temperaturunterschiede zwischen dem sich entwickelnden Inertgas und der Behälterluft.

1
Lagerbehälter
2
Gasleitung
3
Inertgas – flüssig
4
Inertgas – gasförmig
5
Überdrucköffnung
6
Behälter für Inertgas (flüssig)
7
Motor-Absperrventil
8
Rauchmelder


Anspruch[de]
Brandlöschsystem bevorzugt eingesetzt für Lagerbehälter (1), dadurch gekennzeichnet, dass verflüssigtes Inertgas (3) – beispielsweise Stickstoff (N2) – zur Löschung eines Brandes an spezifischer Position dem Lagerbehälterinnenbereich über ein Rohrsystem (2) zugeführt wird – die, bedingt durch die Umgebungstemperatur eintretende – Änderung des Aggregatzustandes von flüssig (3) auf gasförmig (4) hergestellten Stickstoffgasmengen, die sauerstoffhaltige Luft über spezifisch angeordnete Überdrucköffnungen (5) verdrängen und hierdurch ein Gemisch herstellen, dessen Restsauerstoffgehalt dem eines Brandlöschgases (Sauerstoffanteil < 12%) entspricht. Vorrichtung gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das verflüssigte Inertgas in einem geeigneten Behälter (6) vorzugsweise in unmittelbarer Nähe des Schutzobjektes gelagert wird – bevorzugt auf der Oberseite des Lagerbehälters. Vorrichtung gemäß Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Inertgasbehälter (6) mit einem Rohrsystem (2) mit dem Lagerbehälter (1) verbunden ist und die Positionen der Gasrohreinführungen in den Lagerbehälter – bevorzugt an der Ober- und/oder Unterseite des Lagerbehälters (1) – angeordnet sind. Vorrichtung gemäß Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass im Rohrsystem (2) zwischen Inertgasbehälter (6) und Lagerbehälter (1) ein elektrisch betätigte Absperrvorrichtung (7) angeordnet ist. Vorrichtung gemäß Anspruch 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass im Lagerbehälter wenigstens ein Rauchmelder (8) angeordnet ist, der bei Aktivierung im Brandfall das elektronisch betätigte Absperrventil (7) öffnet – die Inertgasflutung des Lagerbehälters (1) bestimmungsgemäß auslöst. Vorrichtung gemäß Anspruch 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Position der Überdrucköffnungen (5) auf die Innengeometrien der spezifisch unterschiedlichen Lagerbehälter (1) abgestimmt werden – hierdurch Inertgasverluste vermieden bzw. reduziert werden. Vorrichtung gemäß Anspruch 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die gebotene Homogenität der Löschgasflutung durch die Gewichtsunterschiede zwischen extrem kaltem Inertgas (gasförmig) und der relativ warmen Behälterluft hergestellt wird. Vorrichtung gemäß Anspruch 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass das flüssige Inertgas unter Druck über wenigstens eine Mischdüse in den Lagerbehälter (1) eingeführt wird.






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