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Dokumentenidentifikation DE102006016715A1 18.10.2007
Titel Mittel zur Vermeidung und Reduzierung des Wachstums von Grünalgen, insbesondere fadenbildenen Algenarten
Anmelder Vattenfall Europe Mining AG, 03050 Cottbus, DE
DE-Anmeldedatum 08.04.2006
DE-Aktenzeichen 102006016715
Offenlegungstag 18.10.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 18.10.2007
IPC-Hauptklasse C02F 1/28(2006.01)A, F, I, 20060408, B, H, DE
IPC-Nebenklasse C02F 1/50(2006.01)A, L, I, 20060408, B, H, DE   C09K 17/40(2006.01)A, L, I, 20060408, B, H, DE   
Zusammenfassung Die Erfindung beschreibt ein Mittel, durch das die im Wasser auftretenden Grünalgen, insbesondere fadenbildende Algenarten, in ihrem Wachstum beseitigt bzw. gemindert werden. Die Wirkung basiert auf der Adsorption und Absorption von im Wasser enthaltenen und zur Algenbildung dienlichen Nährstoffen sowie der Freisetzung von Inhaltsstoffen aus braunkohlestämmigen Faserstoffen (Braunkohlenxylite) bzw. xylithaltiger Produkte. Die mit Nährstoffen angereicherten Mittel sind geeignet als Bodenverbesserungsstoffe, Bodenbedeckungsstoffe sowie als Düngemittel.

Beschreibung[de]

Im Wasser, z.B. stehenden und fließenden Gewässern, wachsen oftmals große Mengen Grünalgen, insbesondere fadenbildende Algenarten.

Dieser Algenaufwuchs führt zu einer Verschiebung des Lebensgleichgewichtes im Wasser, mindert dessen Nutz- und Erholungswert und beeinträchtigt den visuellen Eindruck des Gewässers oftmals in Verbindung mit Fäulnisgeruch.

Diese Algen werden bisher mechanisch entfernt bzw. durch den Einsatz chemischer Mittel und Filteranlagen eingedämmt und bekämpft.

Die Erfindung beschreibt ein Mittel, das die Grünalgen, insbesondere die fadenbildenden Algenarten durch den Entzug der für sie lebensnotwendigen Nährstoffe bzw. durch die Absonderung von Inhaltsstoffen am Wachstum hindert bzw. an sich bindet. Das Mittel soll biologisch unbedenklich sein, keine schädlichen ökologischen Nebeneffekte haben, keine Entsorgungskosten verursachen und gleichzeitig geeignet sein, die Algen an sich zu binden, bzw. zu immobilisieren sowie die aufgenommenen Nährstoffe pflanzenverfügbar zu speichern und gezielt abzugeben (Einsatz als Bodenverbesserungsstoff).

Die Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, dass ein Mittel gefunden wurde, dass die Immobilisierung der Algen gewährt und die im Wasser gelösten Stoffe adsorbiert, pflanzenverfügbar speichert und außerdem durch seine weiteren Eigenschaften die Ansiedlung von Wertpflanzen gestattet und beste Voraussetzungen für ein außergewöhnliches Wurzelwachstum schafft.

Erfindungsgemäß besteht das Mittel aus braunkohlenstämmigen Faserstoffen, im weiteren Braunkohlenxylit benannt, bzw. Produkten die dieses enthalten und aus diesen geformt sind. Diese kurz- bis langfaserigen Bestandteile der Braunkohle besitzen eine hohe Porosität und eine hohe innere Oberfläche. Sie bestehen hauptsächlich aus Huminen, Huminsäuren und Zellulosen.

Der Braunkohlenxylit ist Bestandteil niedrig inkohlter Weichbraunkohlen und kann nach seiner Abtrennung aus der detritischen Braunkohle sowohl als Rohstoff für die Herstellung von Brennstoffen und Faserstoffen, als armierend wirkender Bindestoff, als Bodenverbesserungsstoff sowie als Bodenbedeckungsstoff eingesetzt werden. Braunkohlenxylit ist u. a. ein Bestandteil der jungtertiären Niederlausitzer Braunkohle, der ohne ökologische Beanspruchung der Umwelt aus der Braunkohle abgetrennt werden kann. Er zeichnet sich aus durch eine hohe, zur Depotwirkung geeignete Porosität sowie durch eine hohe Anzahl an Bindungspotentialen in seiner Struktur und eignet sich somit besonders für die Adsorption von Nährstoffen oder Schadstoffen. Insbesondere die bindungsaktiven Hydroxyl- und Carboxylgruppen sind in der Lage, Nährstoffe und Spurenelemente chemisch zu binden.

Eine weitere wesentliche Eigenschaft ist seine hohe Resistenz gegenüber bakteriellem Abbau im Boden und im Wasser.

Es wurde festgestellt, dass der in das Wasser eingebrachte Braunkohlenxylit Grünalgen immobilisiert, den Algenaufwuchs verhindert, Fäulniserscheinungen und Geruchsemissionen verringert und danach die in seiner Nähe angesiedelten Wasserpflanzen verstärktes Wachstum zeigten. Es wurde weiterhin gefunden, dass der aus dem Wasser entnommene Braunkohlenxylit die Keimung und das Pflanzenwachstum begünstigen.

Die in das Wasser eingebrachte Xylitfaser adsorbiert sofort an seiner Oberfläche die im Wasser enthaltenen Nährstoffe und speichert diese an der inneren und äußeren Oberfläche. Den Grünalgen im Wasser wird damit die Ernährungsgrundlage entzogen; insbesondere fadenbildende Algenarten immobilisieren am Braunkohlenxylit. Das Wachstum der Algen im Wasser wird damit und/oder mit der Absonderung von Huminstoffen reduziert und verhindert. Geruchsemissionen werden spürbar verringert.

Auf dem nährstoffangereicherten Braunkohlenxylit finden Algen und Pflanzen bevorzugte Wachstumsbedingungen.

Auf dem mit Nährstoffen angereicherten Braunkohlenxylit haben ausgewählte Wasserpflanzen bevorzugte Wachstumsbedingungen. Durch den Verbrauch der im Braunkohlenxylit gespeicherten Nährstoffe ist eine Langzeitunterdrückung des Aufwuchses von Grünalgen gewährleistet.

In fließenden Gewässern eingebrachtes Braunkohlenxylit ist zudem in der Lage als mechanischer Filter zu fungieren und so zusätzlich zur Beseitigung fadenbildender Algen beizutragen.

Außerdem zeigte sich, dass durch den Zusatz von Braunkohlenxylit in Wasserkulturen und bei Schnittpflanzen weitaus geringere Fäulnisprozesse und Geruchsemissionen auftraten.

Dabei kann das faserige Braunkohlenxylit sowohl in loser Schüttung, in Form von Gebinden, in Körben und Containern in wasserdurchlässigen Geweben in das Wasser eingebracht, als auch in fließenden Gewässern, insbesondere in Teichanlagen mit Wasserumlauf, auch Fischteichen in den Zulauf oder Ablauf integriert werden und dient so der zusätzlichen mechanischen Filterung losgelöster fadenbildender Algenarten. Nach Anreicherung des Braunkohlenxylites mit Nährstoffen und Algenmaterial wird dieses nach der Entfernung aus dem Wasser als Bodenbedeckungsstoff, als Bodenverbesserungsstoff bzw. zur Kompostierung eingesetzt.

Erfindungssgemäß kann faseriges Braunkohlenxylit und/oder daraus geformten Materialien auch in geeigneten Behältnissen und Formen integriert, z.B. als schwimmende Insel auf das Wasser aufgebracht, und mit ausgewählten Wasserpflanzen bestückt werden.

Die im Wasser enthaltenen und am Braunkohlenxylit adsorbierten pflanzenverfügbaren Nährstoffe dienen der Versorgung der Pflanzen. Somit wird das Nährstoffaufnahmepotential des Braunkohlenxylites über einen langen Zeitraum erhalten. Die am Braunkohlenxylit immobilsierenden Algen dienen der zusätzlichen Humusbildung.

Erfindungsgemäß kann Braunkohlenxylit Boden- und Wasserkulturen, dem Wasser für Schnittblumen und in Aquarien zugesetzt werden. Es unterdrückt die dort auftretenden Fäulniserscheinungen, vermindert wesentlich die damit einhergehenden Geruchsemissionen und verlängert insbesondere die Haltbarkeit der Schnittblumen.


Anspruch[de]
Mittel zur Minderung bzw. Vermeidung des Grünalgenaufwuchses, insbesondere fadenbildender Algenarten, in stehenden und fließenden Gewässern und Behältnissen sowie zur Unterdrückung von Fäulniserschienungen und Geruchsemissionen bei Wasserkulturen und Schnittpflanzen, dadurch gekennzeichnet, dass dafür braunkohlestämmige Faserstoffe (Braunkohlenxylit) und/oder daraus geformte Granalien Verwendung finden. Mittel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass dieses sowohl in loser Schüttung, als Matte und als Gebinde eingebracht und nach der Einsatzzeit als nährstoffbeladener Bodenbedeckungsstoff, als Bodenverbesserungsstoff und zur Kompostierung eingesetzt werden kann. Einsatz nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass dieser Braunkohlenxylit zur Vermeidung des Grünalgenaufwuchses, insbesondere fadenbildender Algenarten, zur gleichzeitigen Verringerung der Nährstofffracht des Gewässern eingesetzt wird, indem dieser in geeigneter Weise, beispielsweise in Form von schwimmenden Inseln, Drahtkörben oder wasserdurchlässigen Geweben auf Gewässer aufgebracht und mit geeigneten standortbezogenen Pflanzen bestückt wird, deren Nährstoffbedarf aus den im Braunkohlenxylit adsorbierten Nährstoffen des Wassers erfolgt. Einsatz nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass Braunkohlenxylit als mechanischer Filter zum Einsatz gelangt.






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