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Dokumentenidentifikation DE102006017354A1 18.10.2007
Titel Vorrichtung und Verfahren zur Herstellung von Glasrohren
Anmelder SCHOTT AG, 55122 Mainz, DE
Erfinder Dick, Erhard, 95701 Pechbrunn, DE;
Fischer, Erich, 95666 Mitterteich, DE;
Fuchs, Roland, 95666 Leonberg, DE;
Hummer, Alexander, 95659 Arzberg, DE
Vertreter Patentanwälte Kewitz & Kollegen Partnerschaft, 60325 Frankfurt
DE-Anmeldedatum 11.04.2006
DE-Aktenzeichen 102006017354
Offenlegungstag 18.10.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 18.10.2007
IPC-Hauptklasse C03B 17/04(2006.01)A, F, I, 20060411, B, H, DE
IPC-Nebenklasse C03B 5/435(2006.01)A, L, I, 20060411, B, H, DE   
Zusammenfassung Bei einem Verfahren zur Herstellung eines Glasrohr- oder Glasstabprofils wird das Glasrohr- oder Glasstabprofil (5) ausgebildet und durch eine Heizmuffel (1) gezogen. Durch Wärmeeintrag über eine Isolierverkleidung (2) der Heizmuffel (1) wird das Glasrohr- oder Glasstabprofil kontrolliert abgekühlt. Der Wärmeeintrag erfolgt dabei durch Verbrennung eines Brennstoffluids mittels zumindest eines Brenners (4), der in oder unmittelbar an der Isolierverkleidung (2) vorgesehen ist.
Erfindungsgemäß findet die Verbrennung innerhalb eines porösen Mediums des Brenners statt, das von dem Brennstofffluid durchströmt wird.
Der Abgasstrom in den Innenraum der Muffel kann somit erheblich reduziert werden. Außerdem ermöglicht das poröse Medium eine sehr homogene und stabile Verbrennung.
Das Verfahren ermöglicht somit die Herstellung von sehr eng tolerierten Glasrohr- oder Glasstabprofilen mit sehr geringen Toleranzen.

Beschreibung[de]
Gebiet der Erfindung

Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Herstellung eines Glasrohr- oder Glasstabprofils, insbesondere eines eng tolerierten Glasrohr- oder Glasstabprofils.

Hintergrund der Erfindung

Bei der Herstellung von Glasrohr- oder Glasstabprofilen nach dem Dannerverfahren muss das flüssige Glas, das auf die Außenumfangswand der sich drehenden Dannerpfeife aufgebracht und vergleichmäßigt wird, einen gezielten Abkühlvorgang durchlaufen. Dies geschieht üblicherweise durch Wärmeeintrag mit Hilfe von Düsenbrennern längs der Dannerpfeife. Die Brenner sind oberhalb und unterhalb der Dannerpfeife in den Muffelwänden angeordnet, wie beispielhaft in der 1 gezeigt. Die dazu verwendeten Düsenbrenner erzeugen eine lange, schlanke lanzenförmige Flamme, die relativ weit in das Innere des Muffelofens hinein ragt. Für einen ausreichenden Wärmeeintrag sind hohe vergleichsweise Heizleistungen erforderlich, was hohe Strömungsgeschwindigkeiten in dem strahlförmigen Abgasstrom der Düsenbrenner bedingt. Dies führt zu Störungen auf der Glasoberfläche auf der Dannerpfeife, was unerwünscht ist. Außerdem erfolgt der Wärmeeintrag lokal und nicht gleich verteilt über die gesamte Außenumfangsoberfläche der Dannerpfeife, was weitere Inhomogenitäten des Glasrohr- oder Glasstabprofils hervorruft.

Die vorgenannten Störungen und Inhomogenitäten machen sich besonders deutlich bei der Herstellung von eng tolerierten Glasrohr- oder Glasstabprofilen nachteilig bemerkbar.

DE 44 40 708 C1 offenbart den Aufbau einer herkömmlichen Dannermuffel für die Herstellung von Glasrohr- oder Glasstabprofilen. Die Dannermuffel weist ein tragendes Stahlgerüst auf, das aus mehreren Stahlträgermodulen aufgebaut ist. Diese Stahlträgermodule halten Feuerfestträgermodule in ihrer Position. Zwischen den Feuerfestträgermodulen sind die Heizmodule mit Zusatzisolierung eingelegt und mit den Stahlträgermodulen durch einfache Klemmhalterungen arretiert. Ein Heizmodul enthält zwei getrennte Heizkörper, die als Heizdrähte ausgebildet sind und in Fließ- und Abzugsrichtung des Glases nebeneinander angeordnet sind. Dieser Aufbau erfordert jedoch eine vergleichsweise aufwendige thermische Isolierung der Heizmodule, da ein erheblicher Teil der Wärmeenergie nicht in das Muffelinnere sondern zur Außenumgebung abgegeben wird.

Zusammenfassung der Erfindung

Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, ein Verfahren und eine Vorrichtung bereit zu stellen, womit sich Glasrohr- oder Glasstabprofile mit homogenen Eigenschaften in wirtschaftlicher Weise herstellen lassen. Gemäß einem bevorzugten Gesichtspunkt der vorliegenden Erfindung soll insbesondere ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Herstellung von eng tolerierten Glasrohr- oder Glasstabprofilen mit geringer Ausschussquote bereitgestellt werden.

Diese und weitere Aufgaben werden gemäß der vorliegenden Erfindung durch ein Verfahren mit den Merkmalen nach Anspruch 1 sowie durch eine Vorrichtung mit den Merkmalen nach 11 gelöst. Weitere vorteilhafte Ausführungsformen sind Gegenstand der rückbezogenen Unteransprüche.

Somit geht die vorliegende Erfindung aus von einem Verfahren zur Herstellung eines Glasrohr- oder Glasstabprofils, bei dem das Profil aus einer Glasschmelze ausgebildet wird, durch eine Heizmuffel gezogen wird und durch Wärmeeintrag, der über eine Isolierverkleidung der Heizmuffel erfolgt, kontrolliert abgekühlt wird. Dabei erfolgt der Wärmeeintrag durch Verbrennung eines Brennstofffluids mittels zumindest eines Brenners, der in oder unmittelbar an der Isolierverkleidung vorgesehen ist, insbesondere in einer Aussparung oder Durchgangsöffnung derselben angeordnet ist. Erfindungsgemäß findet die Verbrennung innerhalb eines porösen Mediums des Brenners statt, das von dem Brennstofffluid durchströmt wird.

Erfindungsgemäß erfolgt die Verbrennung des Brennstofffluids somit nicht mehr in einer freien Flamme, sondern innerhalb eines porösen Mediums, das beispielsweise aus einem porösen Keramikschaum, einer porösen Hochtemperaturkeramik oder anderen hochtemperaturbeständigen Strukturen besteht. Da das Reaktionsvolumen zur Verbrennung ins Innere des porösen Mediums verlagert ist, kann eine erhebliche Homogenisierung und Stabilisierung der herkömmlich strömungskontrollierten Verbrennungsprozesse erzielt werden. Das poröse Medium wirkt quasi als Dämpfungsmittel, um Inhomogenitäten bei der Zufuhr des Brennstofffluids oder bei dessen Verbrennung zu kompensieren. Poröse Medien zeichnen sich üblicherweise auch durch hervorragende Wärmetransporteigenschaften aus, was zu einer weiteren Vergleichmäßigung der Temperaturbedingungen über die gesamte Oberfläche eines Brenners beiträgt. Die Porösität ist mit einer vergleichsweise hohen spezifischen Oberfläche verbunden, was die Temperaturbedingungen weiter vergleichmäßigt. Im Vergleich zu herkömmlichen Lanzen- bzw. Düsenbrennern weist das poröse Medium eine hohe Wärmekapazität sowie eine hohe thermische und mechanische Stabilität auf, was zur Vergleichmäßigung der Temperaturbedingungen beiträgt.

Brenner im Sinne der vorliegenden Anmeldung werden auch als Porenbrenner bezeichnet. Bei solchen Porenbrennern ist die Flamme vor dem Brenner flächig und nur von geringer Länge. Im Vergleich zu herkömmlichen Lanzen- bzw. Düsenbrennern ist die Abgasströmung im Muffelbereich somit gering und ragt nur eine verhältnismäßig kurze Strecke in das Volumen der Muffel hinein. Somit wird das flüssige Glas auf einer Dannerpfeife oder bei anderen Ziehverfahren innerhalb des Muffelbereichs anders als im Stand der Technik durch die Abgasströmung nicht gestört, was insbesondere die Herstellung von eng tolerierten Glasrohr- oder Glasstabprofilen ermöglicht.

Durch den Einsatz der erfindungsgemäßen Porenbrenner kann auch eine wesentlich höhere Leistungsdynamik als bei üblichen Düsen- bzw. Lanzenbrennern erzielt werden. Denn der Leistungsbereich der Brenner kann durch Steuerung oder Regelung der Brennstofffluidzufuhr in deutlich größerem Umfang variiert werden. Typischerweise kann die Heizleistung der erfindungsgemäß eingesetzten Porenbrenner bis zu einem Faktor 20 oder darüber hinaus moduliert werden, was bei herkömmlichen Lanzen- bzw. Düsenbrennern nicht möglich ist, da dies zu einem Abreißen der Flamme oder zu turbulenten Abgasströmungen führen würde, was jeweils unerwünscht ist.

Durch das poröse Medium verteilt sich die Abgasströmung erfindungsgemäß auf eine große Fläche, die ihre Wärme hauptsächlich durch Wärmestrahlung an das Glas abgibt. Da durch Verbrennungsparameter des erfindungsgemäß eingesetzten Porenbrenners im Vergleich zu herkömmlichen Düsen- bzw. Lanzenbrennern sehr viel genauer eingestellt werden können, sind Schwankungen der abgegebenen Wärmestrahlung erfindungsgemäß nicht zu befürchten. Schließlich können aufgrund der Dämpfungseigenschaften des porösen Mediums die Prozessparameter erfindungsgemäß sehr viel genauer und reproduzierbar eingestellt werden, was insbesondere eine Umstellung der Produktion auf Glasrohre oder Glasstäbe mit anderen Abmessungen rasch und präzise ermöglicht.

Gemäß einer weiteren Ausführungsform weist das poröse Medium einen feinporigen Bereich und einen diesem in Strömungsrichtung des Brennstofffluids nachgeordneten grobporigen Bereich auf. Während der feinporige Bereich als Vorwärmzone dient und eine Stabilisierung der Brennstofffluidströmung ermöglicht, dient der grobporige Bereich der Verbrennung und Abgabe der Wärme an die Außenumgebung durch Wärmeleitung, Wärmestrahlung und Konvektion, wobei der Strahlungsanteil bei typischen Prozesstemperaturen normalerweise überwiegt. Durch geeignete Gestaltung der Porengrößenverteilung kann nach der Zündung die Oxidationsreaktion in den Poren stabilisiert werden, was zu noch gleichmäßigeren und reproduzierbareren Verbrennungsparametern beiträgt.

Gemäß einer weiteren Ausführungsform sind die Brenner jeweils in Seitenwänden der Heizmuffel, nicht jedoch an deren Stirnseiten angeordnet. Dabei kann eine gleichverteilte Anordnung einer Mehrzahl von Brennern über die gesamte Innenoberfläche der Heizmuffel angestrebt sein. Grundsätzlich können jedoch auch beliebige andere geometrische Anordnungen einer Mehrzahl von Brennern der vorgenannten Art gewählt werden.

Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform ist das Brennstofffluid ein Brenngas-Luft-Gemisch, das mit Hilfe eines Gebläses durch das poröse Medium des jeweiligen Brenners geführt wird. Vorteilhaft ist, dass Eigenschaften eines Brenngas-Luft-Gemisches, insbesondere das Verhältnis von Brenngas zu Luft, ausgedrückt durch die so genannte Luftzahl, sehr präzise eingestellt werden können. Dies ermöglicht eine präzise Kontrolle des Wärmeeintrags und somit der Temperaturbedingungen bei der Herstellung eines Glasrohr- oder Glasstabprofils. Ferner können elektrische Gebläse präzise und reproduzierbar gesteuert oder geregelt werden.

Gemäß einer weiteren Ausführungsform wird das Brenngas-Luft-Gemisch automatisch gemischt. Zu diesem Zweck können automatisierte Mischeinrichtungen, beispielsweise Mischventile mit zugeordneten Stellmotoren, automatisch gesteuerte oder geregelte Mischklappen oder dergleichen verwendet werden. Die automatisierte Einstellung ermöglicht die Bereitstellung von reproduzierbaren und präzise eingestellten Prozessparametern, was insbesondere für die Herstellung von sehr eng tolerierten Glasrohr- oder Glasstabprofilen von weiterem Vorteil ist.

Gemäß einer weiteren Ausführungsform wird die Heizleistung des jeweiligen Brenners geregelt. Zu diesem Zweck werden an geeigneten Orten in und an dem Brenner sowie im Muffelbereich Messgrößen erfasst, beispielsweise Temperatur, Massestrom des Brenngas-Luft-Gemisches, und einer Regelungseinrichtung zugeführt, welche dann die Heizleistung des jeweiligen Brenners durch Regeln der Brennstofffluidzufuhr, insbesondere der Zufuhr eines Brenngas-Luft-Gemisches und dessen Luftzahl, auf einen Sollwert eingestellt werden. Da der erfindungsgemäß eingesetzte Porenbrenner Inhomogenitäten bei der Verbrennung erheblich dämpft, kann die Heizleistung erfindungsgemäß in einem wesentlich größeren Regelbereich variiert werden. So konnte in Versuchsreihen die Heizleistung bis zum einem Faktor von etwa 20 oder mehr moduliert werden, beispielsweise im Bereich zwischen etwa 1 kW bis 20 kW.

Die erfindungsgemäße Beheizung des Muffelbereichs mit Hilfe von Porenbrennern eignet sich grundsätzlich für sämtliche gängigen Verfahren zur Herstellung von Glasrohr- oder Glasstabprofilen. Beispielhaft seien angeführt das Danner-Verfahren, Vello-Verfahren oder ein Down-Draw-Verfahren oder dergleichen.

Weitere Gesichtspunkte der vorliegenden Erfindung betreffen eine entsprechend ausgebildete Vorrichtung zur Herstellung eines Glasrohr- oder Glasstabprofils sowie die Verwendung von Porenbrennern der vorgenannten Art, um in einem Muffelbereich bei der Herstellung eines Glasrohr- oder Glasstabprofils für einen geeigneten Wärmeeintrag in das Profil zu sorgen.

Figurenübersicht

Nachfolgend wird die Erfindung in beispielhafter Weise und unter Bezugnahme auf die beigefügten Zeichnungen beschrieben werden, woraus sich weitere Merkmale, Vorteile und zu lösende Aufgaben ergeben werden und worin:

1 in einer schematischen Seitenansicht einen Heizmuffelbereich gemäß der vorliegenden Erfindung zeigt; und

2 in einer schematischen Darstellung die Steuerung oder Regelung eines Luft-Brenngasgemisches bei einem Porenbrenner des Muffelbereichs gemäß der 1 zeigt.

Ausführliche Beschreibung von bevorzugten Ausführungsbeispielen

Gemäß der 1 ist die Heizmuffel 1 durch eine Isolierverkleidung 2 ausgebildet, in welcher die drehbeweglich gelagerte Dannerpfeife 3 angeordnet ist. Um die Dannerpfeife 3 herum sind mehrere Brenner 4, wie nachfolgend ausführlicher beschrieben, verteilt angeordnet. Zur Herstellung eines Glasrohrs wird flüssiges Glas auf den Außenumfang der sich drehenden Dannerpfeife 3 aufgebracht und zu einem schematisch dargestellten Glasfilm vergleichmäßigt, der schließlich in eine Ziehzwiebel unter Ausbildung eines Glasrohrs übergeht. Parameter des Glasrohrs 5, wie beispielsweise Innendurchmesser, Wandstärke, und Außendurchmesser, werden insbesondere durch die Abzugsgeschwindigkeit des Glasrohrs, durch den Nachschub der Glasschmelze, durch die Abmessungen der Dannerpfeife und die Temperatur- und Prozessparameter insbesondere im Muffelbereich in der bekannten Weise bestimmt, so dass die Beschreibung näherer Einzelheiten aus Vereinfachungsgründen unterbleiben kann. Bei der Herstellung des Glasrohrs 5 wird das noch flüssige Glas auf der Dannerpfeife einem gezielten Abkühlvorgang unterzogen. Dies geschieht in der bekannten Weise durch Energieeintrag mit Hilfe von einem oder mehreren Brennern 4, die längs der Dannerpfeife 3 angeordnet sind. Gemäß der 1 sind die Brenner 4 oberhalb und unterhalb der Dannerpfeife 3 angeordnet. Es sei jedoch darauf hingewiesen, dass erfindungsgemäß jegliche geeignete Anordnung von Brennern eingesetzt werden kann.

Die Verbrennung eines Luft-Brenngasgemisches erfolgt erfindungsgemäß innerhalb eines porösen Mediums auf der Basis hoch-poröser Strukturen, welche die relevanten physikalischen und chemischen Hochtemperaturprozesse vergleichmäßigen. Die Verbrennung des Brennstoff-Luftgemisches erfolgt dabei nicht mehr in einer freien Flamme sondern innerhalb einer porösen Hochtemperaturkeramik oder anderen hochtemperaturbeständigen Strukturen. Gemäß der 2 umfasst der insgesamt mit 10 bezeichnete Porenbrenner einen feinporigen Bereich 11, der einer Stabilisierung des Luft-Brenngasgemisches und einer Vorerwärmung dient und auch ein Rückschlagen der Flamme unterbinden kann, sowie einen diesem nach geordneten grobporigen Bereich 12, in welchem die eigentliche Verbrennung bzw. Oxidation stattfindet. Ein solcher Porenbrenner 10 ist innerhalb einer Aussparung oder Durchgangsöffnung der Isolierverkleidung einer Heizmuffel angeordnet, so dass die vordere Stirnseite dem Inneren der Heizmuffel zugewandt ist. Über diese vordere Stirnseite erfolgt die Wärmeabgabe an den Innenraum der Heizmuffel durch Wärmeleitung, in erheblich größerem Umfang durch Wärmestrahlung und zu einem geringen Restanteil auch durch Wärmekonvektion. Dem Porenbrenner 10 kann eine Rückschlagsperre 13 zugeordnet sein. Zur Erzeugung des Luft-Brenngasgemisches strömt ein Brenngas über einen Brenngas-Einlass 20 ein, wobei der Massestrom mit Hilfe eines Mischventils 23 eingestellt wird. Zum Verstellen des Mischventils 23 dient bevorzugt ein elektrischen Stellglied, beispielsweise ein Elektromotor 25. Das Brenngas strömt über ein Rohr 24 in eine Mischeinrichtung 22 ein, wo die Vermischung mit der über den Luft-Einlass 21 einströmenden Luft erfolgt. Als Mischeinrichtung wird erfindungsgemäß ein Gebläse 22 eingesetzt, welches das Brenngas aus dem Rohr 24 ansaugt und dem die Luft mit geeignetem Massestrom zugeführt wird. Das Gebläse 22 führt das so ausgebildete Luft-Brenngasgemisch dem Porenbrenner 10 zu.

Die Einstellung der Masseströme von Brenngas und Luft, insbesondere ausgedrückt durch die so genannte Luftzahl, kann automatisch gesteuert werden. Zu diesem Zweck ist eine Steuereinrichtung 14 vorgesehen, beispielsweise eine CPU. Gemäß einem bevorzugten Gesichtspunkt der vorliegenden Erfindung wird die Heizleistung des Porenbrenners 10 weiter auf einen vorbestimmten Sollwert geregelt. Zu diesem Zweck ist die Einrichtung 14 als Regelungseinrichtung ausgelegt, was beispielsweise mittels einer CPU ausgeführt werden kann. Zur Regelung werden an den mit den Bezugszeichen 15a15c bezeichneten Orten geeignete Messgrößen abgegriffen, beispielsweise eine Temperatur im Innenraum der Heizmuffel, auf oder in unmittelbarer Nähe der Innenverkleidung, in dem porösen Medium, oder ein Massestrom des Brenngases und/oder der Luft oder geeignete andere Größen. Diese Messgrößen werden der Regelungseinrichtung 14 eingegeben, welche dann die Heizleistung des Porenbrenners 10 geeignet regelt.

Da der erfindungsgemäß eingesetzte Porenbrenner keine störende Abgasströmung in den Innenraum der Heizmuffel abgibt, wird die Oberfläche des auszubildenden Glasrohr- oder Glasstabprofils erfindungsgemäß im Wesentlichen nicht gestört. Wie vorstehend ausgeführt, können die Temperaturbedingungen gleichmäßiger und reproduzierbarer unter Verwendung von Porenbrennern eingestellt werden. In aufwendigen Versuchsreihen konnten mit einem üblichen Danner-Verfahren eng tolerierte Glasrohre mit einer sehr geringen Variation der Wandstärke bei Außendurchmessern im Bereich von etwa 3mm bis etwa 60mm oder darüber hinaus mit sehr homogener Qualität hergestellt werden. Dabei wurde im Vergleich zu herkömmlichen Danner-Verfahren eine Reduzierung der Wahrscheinlichkeit für ein Überschreiten der zulässigen Abweichung der Wandstärke von einem vorbestimmten Sollmaß um bis zu etwa 66% (zwei Drittel) beobachtet. Erfindungsgemäß können somit erheblich maßhaltigere Glasrohre oder Glasstabprofile hergestellt werden. Durch Steuer- und Regeleinrichtungen kann eine präzise Leistungsmodulation mit wesentlich höherer Leistungsdynamik erzielt werden. Der Leistungsbereich kann beispielsweise zwischen etwa 2kW und 40kW liegen, was einer Regelbarkeit von 1:20 entspricht. Die erfindungsgemäß eingesetzten Porenbrenner bieten auch einen höheren Wirkungsgrad, weil der Wärmeeintrag hauptsächlich durch Wärmestrahlung erzielt wird. Dies führt zu einer erheblichen Kostenersparnis durch Reduzierung der Energiekosten. Weil die Prozessparameter automatisch und präzise eingestellt werden können, können die zur Herstellung von Glasrohr- oder Glasstabprofilen mit anderen Abmessungen erforderlichen produktspezifischen Grundeinstellungen in der Heizmuffel erfindungsgemäß sehr viel rascher und reproduzierbarer eingestellt werden. Dies ermöglicht erfindungsgemäß erheblich kürzere Umrüstzeiten.

Wie dem Fachmann ohne weiteres ersichtlich sein wird, kann das Prinzip der Erfindung auch bei anderen Ziehverfahren als dem vorgenannten Danner-Verfahren eingesetzt werden, insbesondere bei einem Fello-Verfahren oder Down-Draw-Verfahren. Selbstverständlich kann das Prinzip der Erfindung auch bei der Herstellung von Glasstabprofilen Anwendung finden. Beispielsweise könnte die in der 1 dargestellte Dannerpfeife als Hohlkörper ausgebildet sein und die Glasschmelze durch den Hohlraum unter Ausbildung eines Glasstabs abgezogen werden.

1
Heizmuffel
2
Isolierverkleidung
3
Dannerpfeife
4
Brenner
5
Glasrohr
10
Porenbrenner
11
Feinporiger Bereich
12
Grobporiger Bereich
13
Rückschlagsperre
14
Steuer- oder Regeleinrichtung
15a-c
Messpunkte
20
Brenngas-Einlass
21
Luft-Einlass
22
Gebläse
23
Mischventil
24
Rohr
25
Stellmotor


Anspruch[de]
Verfahren zur Herstellung eines Glasrohr- oder Glasstabprofils, bei dem das Glasrohr- oder Glasstabprofil (5) ausgebildet wird, durch eine Heizmuffel (1) gezogen wird und durch Wärmeeintrag über eine Isolierverkleidung (2) der Heizmuffel (1) kontrolliert abgekühlt wird, wobei der Wärmeeintrag durch Verbrennung eines Brennstofffluids mittels zumindest eines Brenners (4), der in oder unmittelbar an der Isolierverkleidung (2) vorgesehen ist, erfolgt, dadurch gekennzeichnet, dass die Verbrennung innerhalb eines porösen Mediums (11, 12) des Brenners stattfindet, das von dem Brennstofffluid durchströmt wird. Verfahren nach Anspruch 1, bei dem das poröse Medium ein poröser Keramikschaum ist. Verfahren nach Anspruch 2, bei dem das Brennstofffluid einen feinporigen Bereich (11) und einen diesem nachgeordneten grobporigen Bereich (12) des porösen Mediums durchströmt. Verfahren nach einem der vorherigen Ansprüche, bei dem der Brenner (4) jeweils in Seitenwänden (2) nicht jedoch an Stirnseiten der Heizmuffel (1) angeordnet ist. Verfahren nach einem der vorherigen Ansprüche, bei dem das Brennstofffluid ein Brenngas-Luft-Gemisch ist, das mit Hilfe eines Gebläses (22) durch das poröse Medium (11, 12) des jeweiligen Brenners geführt wird. Verfahren nach Anspruch 5, bei dem das Brenngas-Luft-Gemisch automatisch gemischt wird. Verfahren nach Anspruch 5 oder 6, bei dem eine Heizleistung des jeweiligen Brenners (4) geregelt wird. Verfahren nach Anspruch 7, bei dem die Heizleistung des jeweiligen Brenners durch Regeln einer Luftzahl des Brenngas-Luft-Gemisches eingestellt wird. Verfahren nach Anspruch 7 oder 8, bei dem die Heizleistung des jeweiligen Brenners im Bereich zwischen 1 kW und 20kW geregelt wird. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei dem das Glasrohr- oder Glasstabprofil durch Ziehen einer Glasschmelze über oder durch eine Dannerpfeife (5) ausgebildet wird. Vorrichtung zur Herstellung eines Glasrohr- oder Glasstabprofils, mit einer Heizmuffel (1), durch die das Glasrohr- oder Glasstabprofil (5) gezogen wird, wobei in oder unmittelbar an einer Isolierverkleidung (2) zumindest ein Brenner (4) zur Verbrennung eines Brennstofffluids vorgesehen ist, um durch einen durch die Verbrennung bewirkten Wärmeeintrag über die Isolierverkleidung (2) das Glasrohr- oder Glasstabprofil (5) kontrolliert abzukühlen, dadurch gekennzeichnet, dass der jeweilige Brenner (4) ein poröses Medium (11, 12) umfasst, das von dem Brennstofffluid durchströmbar ist, sodass die Verbrennung innerhalb des porösen Mediums (11, 12) des Brenners stattfindet. Vorrichtung nach Anspruch 11, wobei das poröse Medium (11, 12) ein poröser Keramikschaum ist. Vorrichtung nach Anspruch 12, wobei das poröse Medium (11, 12) einen feinporigen Bereich (11) und einen diesem nachgeordneten grobporigen Bereich (12) umfasst, die von dem Brennstofffluid durchströmbar sind. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 11 bis 13, wobei der Brenner (4) jeweils in Seitenwänden (2) nicht jedoch an Stirnseiten der Heizmuffel (1) angeordnet ist. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 11 bis 14, weiterhin umfassend eine Mischeinrichtung (23), um als Brennstofffluid ein Brenngas-Luft-Gemisch auszubilden, und ein Gebläse (22), um das Brenngas-Luft-Gemisch durch das poröse Medium (11, 12) des jeweiligen Brenners zu führen. Vorrichtung nach Anspruch 15, wobei der Mischeinrichtung (23) ein Stellmotor (25) zum Verstellen der Mischeinrichtung zugeordnet ist, um das Brenngas-Luft-Gemisch automatisch zu mischen. Vorrichtung nach Anspruch 15 oder 16, weiterhin umfassend eine Regeleinrichtung, um eine Heizleistung des jeweiligen Brenners (4) zu regeln. Verfahren nach Anspruch 17, wobei die Regeleinrichtung (14) ausgelegt ist, um zur Regelung der Heizleistung des jeweiligen Brenners eine Luftzahl des Brenngas-Luft-Gemisches durch Betätigen der Mischeinrichtung einzustellen. Vorrichtung nach Anspruch 17 oder 18, wobei die Mischeinrichtung und das Gebläse ausgelegt sind, sodass die Heizleistung des jeweiligen Brenners im Bereich zwischen 1kW und 20kW regelbar ist. Verfahren nach einem der Ansprüche 11 bis 19, wobei in dem Muffelbereich (1) eine Dannerpfeile (5) vorgesehen ist, um das Glasrohr- oder Glasstabprofil durch Ziehen einer Glasschmelze über oder durch die Dannerpfeife (5) auszubilden.






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