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Dokumentenidentifikation DE102006021390A1 18.10.2007
Titel Verfahren zum Verfestigen von Abschnitten und/oder freien Enden von Spanngurten
Anmelder E. Oppermann, mechanische Gurt- und Bandweberei GmbH, 37574 Einbeck, DE
Erfinder Oppermann, Andreas, 37586 Dassel, DE
Vertreter Meissner, Bolte & Partner GbR, 80538 München
DE-Anmeldedatum 08.05.2006
DE-Aktenzeichen 102006021390
Offenlegungstag 18.10.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 18.10.2007
IPC-Hauptklasse D03D 5/00(2006.01)A, F, I, 20060508, B, H, DE
IPC-Nebenklasse D03D 1/00(2006.01)A, L, I, 20060508, B, H, DE   
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Verfestigen von Abschnitten und/oder freien Enden von Spanngurten aus einem Kunstfaser-, insbesondere Polyestermaterial. Erfindungsgemäß wird ein Fixieren des zu behandelnden Spanngurtabschnitts oder Spanngurtendes in einer Haltevorrichtung vorgenommen. Hiernach erfolgt das einseitige oder beidseitige Aufbringen thermischer Energie, allerdings nur bis zum oberflächigen Aufschmelzen des Kunstfasermaterials, und zwar begleitet oder im Anschluss von einer Druckkrafteinwirkung im Aufschmelzbereich mit dann folgender Abkühlung des Kunstfasermaterials. Erfindungsgemäß kann sowohl ein zusammenhängender, ganzflächiger Breiten- und Längenbereich des Spanngurts thermisch behandelt werden, oder auch eine Behandlung eines Außenrandstreifens sowie eines Streifens entlang der Spanngurttrennstelle erfolgen.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Verfestigen von Abschnitten und/oder freien Enden von Spanngurten aus einem Kunstfaser-, insbesondere Polyestermaterial.

Spanngurte aus Polyestermaterialen werden zum Fixieren von Gegenständen und/oder Lasten in allen Bereichen der Technik umfangreich eingesetzt.

Spanngurte sind in verschiedenen Breiten und Längen und damit Belastungsklassen lieferbar. Derartige Spanngurte werden auf Rolle gefertigt und je nach Anwendungsfall und weiterer Verarbeitung abgelängt und z.B. mit einem Spannschloß oder anderen mechanischen Spannmitteln versehen an den Endkunden ausgeliefert.

Im Bereich des ausgeführten thermischen oder durch Ultraschall erzeugten Schnitts besteht die Gefahr, daß die Fäden des gewebten Materials ausfransen und nachfolgend der Gurt einer Beschädigung unterliegt und somit das Gurtbandende nicht mehr problemlos in einen Zurrgurtspannbeschlag eingeführt werden kann.

Aus dem vorstehend erwähnten Grunde ist es bekannt, die Enden von Spanngurten zu umnähen, mit einer Kleberschicht zu versehen oder eine metallische Kappe anzubringen.

Insbesondere dann, wenn die Endverfestigung oder der Abschluß im Schnitt-Endbereich eines Gurtes sehr starr ausgeführt wird, besteht die Gefahr, daß der Gurt bei Belastungen, z.B. durch Wedeln aufgrund der Fahrtwind-Einflußnahme und im Inkontaktkommen mit Fahrzeugteilen anschlägt. Ein derartiges wiederholtes Anschlagen führt dazu, daß der Gurt im geschützten oder verfestigten Abschnitt in Längsrichtung bricht sowie durch die anhaltende Walkarbeit die Gewebedicke deutlich zunimmt, wodurch das Einfädeln in ein Beschlagteil erschwert ist.

Aus dem Vorgenannten ist es daher Aufgabe der Erfindung, ein weiterentwickeltes Verfahren zur Gurtendenverfestigung von Spanngurten, insbesondere aus Kunstfaser-Polyestermaterial anzugeben, das die Gebrauchseigenschaften des Gurtes verbessert und welches sicherstellt, daß der Gurt auch im Bereich zum verfestigten Abschnitt und in diesem Abschnitt selbst über eine mindestens Restelastizität verfügt.

Die Lösung der Aufgabe der Erfindung erfolgt mit einem Verfahren in seiner Definition gemäß der Lehre nach Patentanspruch 1, wobei die Unteransprüche mindestens zweckmäßige Ausgestaltungen und Weiterbildungen darstellen.

In den Unteransprüchen sind zweckmäßige Ausgestaltungen und Weiterbildungen des Verfahrens erläutert.

Erfindungsgemäß wird bei dem Verfahren zum Verfestigen von Abschnitten und/oder freien Enden von Spanngurten aus einem Kunstfaser-, insbesondere Polyestermaterial zunächst ein Fixieren des zu behandelnden Spanngurtabschnitts oder Spanngurtendes in einer Haltevorrichtung vorgenommen.

Nachdem der Spanngurt entsprechend temporär fixiert wurde, erfolgt ein einseitiges oder beidseitiges Aufbringen von thermischer Energie auf die Oberfläche des Kunstfaser-Spanngurts, jedoch nur bis zum oberflächigen Aufschmelzen des Kunstfasermaterials. Ein vollständiges Durchschmelzen ist dabei auszuschließen.

Im nächsten Schritt oder parallel zum Aufbringen thermischer Energie kommt eine Druckkraft im Aufschmelzbereich zur Einwirkung und es erfolgt ein Abkühlen des Kunstfasermaterials.

Mit der erläuterten Abfolge des Verfestigungsverfahrens bleibt die Elastizität des Spanngurtabschnitts, welcher behandelt wurde, erhalten, es sind Beschädigungen des Gewebes ausgeschlossen und der verfestigte Abschnitt läßt sich gut handhaben, beispielsweise um das entsprechende Ende in eine schlitzförmige Öffnung eines Spannschlosses oder dergleichen Mittel einzuführen.

Bei einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung wird ein zusammenhängender, ganzflächiger Breiten- und Längenbereich des Spanngurts thermisch behandelt. Bei dieser Behandlung wird im Regelfall ein Längenbereich von 5 cm bis 10 cm erwärmt und über diesen Abschnitt die gewünschte Gurtverfestigung realisiert.

Bei einer weiteren Ausführungsform der Erfindung erfolgt ergänzend oder alternativ zu den vorstehend erläuterten Schritten das Behandeln eines Außenrandstreifens sowie eines Streifens entlang der Spanngurttrennstelle thermisch derart, daß ein Durch- und Verschmelzen über die gesamte Spanngurtdicke, allerdings nur in diesem Randstreifenbereich, vorgenommen wird.

Durch diese Maßnahme des starken Verschmelzens im Außenrandbereich bzw. entlang der eigentlichen Schnittkante des Gurtes wurde eine besonders hohe Festigkeit realisiert, und zwar ohne daß die gewünschten Eigenschaften hinsichtlich einer notwendigen Restelastizität beeinträchtigt werden.

Bei einer Ausführungsform der Erfindung kann die thermische Energie mit Hilfe eines beheizten Stempels aufgebracht werden, wobei die mit dem Spanngurt in Kontakt kommende Stempeloberfläche eine Strukturierung oder eine Prägung zur individualisierenden Kennzeichnung des Spanngurts aufweist.

Durch diese Maßnahme kann beim thermischen Behandeln der Oberfläche des Spanngurts z.B. eine Firmenkurzbezeichnung, eine Typenangabe oder dergleichen aufgebracht werden, und zwar ohne daß zusätzliche Schritte zur Kennzeichnung wie z.B. ein Aufdruck, ein Besticken oder Ähnliches notwendig sind.

Wie bereits dargelegt, wird die thermische Auf- oder Durchschmelzbehandlung nur insoweit intensiv ausgeführt, wie das behandelte Ende oder der behandelte Abschnitt noch über eine Restelastizität und Restverformbarkeit verfügt. Dies bedeutet, daß ein Schmelzvorgang nicht so tief auszuführen ist, daß es zu einem Durchtrennen von Faserabschnitten oder dem Ausbilden äußerst starrer Abschnitte kommt, wie dies beispielsweise beim bekannten Aufbringen einer Kleberschicht und Eindringen des Klebers in die Faserzwischenräume der Fall ist.

Bevorzugt wird der Übergangsbereich von verfestigtem, aber restelastischem Abschnitt zum unbehandelten Spanngurt unstetig verlaufend ausgeführt.

Diese Unstetigkeit kann durch mäander- oder kurvenförmige Verläufe geprägt werden.

Ergänzend besteht die Möglichkeit, die Unstetigkeiten durch eine variierende oder abnehmende Aufschmelztiefe durch entsprechend veränderte und angepaßte thermische Behandlung zu realisieren.

Bei einer weiteren Ausführungsform der Erfindung besteht die Möglichkeit, die thermische Energie durch einen Infrarotstrahler zu erzeugen, wobei der Aufschmelzvorgang bevorzugt optoelektronisch überwacht und geregelt wird.

Die beim Behandlungsverfahren jeweils erreichte Oberflächentemperatur wird während der Behandlung bestimmt und auf Grenzwertigkeit überprüft, um Farbveränderungen des Spanngurts durch substantielle Veränderung des Fasermaterials auszuschließen, andererseits jedoch einen optimalen Behandlungserfolg mit gewünschter Endenverfestigung zu erreichen.

Zur Überwachung der Oberflächentemperatur kommt bei einer Ausführungsvariante eine Pyrometeranordnung zum Einsatz.

Die eingangs erwähnte Haltevorrichtung für die Behandlung des Bandes kann als Zange mit beheizbaren Backen ausgeführt werden, um auch eine nichtstationäre Verfestigung eines Spanngurts auszuführen, z.B. zum Zweck von Reparaturen in Werkstätten, die nicht über die werksseitigen Voraussetzungen der Endenverfestigung, wie sie z.B. beim Spanngurthersteller vorliegen, verfügen.

In weiterer vorteilhafter Ausgestaltung der Erfindung wird der zur thermischen Behandlung vorgesehene beheizte oder beheizbare Stempel in Schwingungen, insbesondere Ultraschallschwingungen versetzt, was zu einer besonders vorteilhaften Verfestigung des Spanngurts im Oberflächenbereich führt, wie dies im Sinne der Erfindung liegt.

Die Schwingungsvorzugsrichtung ist in diesem Fall parallel zur Spanngurt-Längenausdehnung eingestellt.

Durch die Möglichkeit, im Spanngurt sogenannte Indikatorfäden einzuweben, deren Farb- und/oder Formveränderung überwacht wird, besteht eine sehr einfache Möglichkeit, den Stoppzeitpunkt der thermischen Behandlung zu ermitteln, so daß auch eine Endenverfestigung außerhalb des Herstellerorts oder Herstellerwerks nach entsprechender Anleitung mit einfachen Mitteln erfolgen kann.

Es hat sich aus vielfältigen Untersuchungen gezeigt, daß die thermische Behandlungstemperatur im Bereich zwischen 380°C und 420°C, bevorzugt bei im wesentlichen 400°C, liegen soll, wobei selbstverständlich die Umgebungstemperatur und die jeweilige Ausführungsform des Spanngurts Berücksichtigung zu finden hat.

Der Fachmann kann jedoch unter Beachtung der Grunderkenntnisse der vorliegenden Erfindung durch wenige Versuche die geeignete Temperatur und die notwendige Dauer der Druckkrafteinwirkung ermitteln, ohne selbst erfinderisch tätig sein zu müssen.


Anspruch[de]
Verfahren zum Verfestigen von Abschnitten und/oder freien Enden von Spanngurten aus einem Kunstfaser-, insbesondere Polyestermaterial mit folgenden Schritten:

– Fixieren des zu behandelnden Spanngurtabschnitts oder -endes in einer Haltevorrichtung;

– einseitiges oder beidseitiges Aufbringen thermischer Energie nur bis zum oberflächigen Aufschmelzen des Kunstfasermaterials;

– Einwirken einer Druckkraft im Aufschmelzbereich und anschließendes Abkühlen des Kunstfasermaterials.
Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß ein zusammenhängender, ganzflächiger Breiten- und Längenbereich des Spanngurts thermisch behandelt wird. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß ein Außenrandstreifen sowie ein Streifen entlang der Spanngurttrennstelle thermisch derart behandelt wird, daß ein Durch- und Verschmelzen über die gesamte Spanngurtdicke erfolgt. Verfahren nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch die Kombination der Verfahrensschritte nach Anspruch 2 und 3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die thermische Energie mit Hilfe eines beheizten Stempels aufgebracht wird, wobei die mit dem Spanngurt in Kontakt kommende Stempeloberfläche eine Struktur oder Prägung zur individualisierenden Kennzeichnung des Spanngurts aufweist. Verfahren nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die thermische Auf- oder Durchschmelzbehandlung nur insoweit intensiv ausgeführt wird, wie das behandelte Ende oder der behandelte Abschnitt noch über eine Restelastizität und Restverformbarkeit verfügt. Verfahren nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Übergangsbereich von verfestigtem Abschnitt zum unbehandelten Spanngurt unstetig verläuft. Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Unstetigkeit durch einen mäander- oder kurvenförmigen Verlauf geprägt ist. Verfahren nach Anspruch 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Unstetigkeit durch eine variierende oder abnehmende Aufschmelztiefe durch veränderte thermische Behandlung geprägt ist, wobei die Aufschmelztiefe hin zum unbehandelten, d.h. dem gurtendefernen Bereich reduziert ist. Verfahren nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die thermische Energie durch einen Infrarotstrahler erzeugt wird, wobei der Aufschmelzvorgang optoelektronisch überwacht und geregelt wird. Verfahren nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die jeweils erreichte Oberflächentemperatur während der Behandlung bestimmt und auf Grenzwertigkeit überprüft wird. Verfahren nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß die Oberflächentemperatur mittels eines Pyrometers bestimmt wird. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Haltevorrichtung als Zange mit beheizbaren Backen ausgeführt ist, um auch eine nichtstationäre Verfestigung des Spanngurts auszuführen. Verfahren nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß während der thermischen Behandlung der Spanngurt und/oder die Haltevorrichtung eine oszillierende Bewegung ausführen. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß der beheizte Stempel in Schwingungen, insbesondere Ultraschallschwingungen versetzbar ist. Verfahren nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, daß die Schwingungsvorzugsrichtung parallel zur Spanngurt-Längenausdehnung eingestellt ist. Verfahren nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß im Spanngurt ein Indikatorfaden eingewebt ist, dessen Farb- und/oder Formveränderung überwacht wird, um den Stoppzeitpunkt der thermischen Behandlung zu bestimmen. Verfahren nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Behandlungstemperatur im Bereich zwischen 380°C und 420°C, bevorzugt bei 400°C liegt.






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