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Dokumentenidentifikation DE102006048272B3 18.10.2007
Titel Verankerung für ein selbst verholendes mobiles Schiffshebe- und Transfersystem
Anmelder Pek, Metin, Dipl.-Ing., 22457 Hamburg, DE
Erfinder Pek, Metin, Dipl.-Ing., 22457 Hamburg, DE
DE-Anmeldedatum 12.10.2006
DE-Aktenzeichen 102006048272
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 18.10.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 18.10.2007
IPC-Hauptklasse B63B 21/50(2006.01)A, F, I, 20061012, B, H, DE
Zusammenfassung Verankerung für ein selbst verholendes mobiles Schiffshebe- und Transfersystem umfassend ein Schwimmdock (1) mit Verankerungs- und Verholeinrichtungen und eine Schiffsparkfläche, welche das Verschieben eines Schiffes (S) zu mehreren Längsschienen (3) an Land und zurück ermöglicht, wobei die an Land befindlichen parallel angeordneten Längsschienen (3) mit der Längsachse des Schwimmdocks (1) fluchten,
- dass das mobile Schiffshebe- und Transfersystem aus vier voneinander beabstandete, fest mit dem Gewässergrund verbundene Verankerungspunkte aufweist, wobei zwei erste Verankerungspunkte im Bereich der Kaimauer (2a) angeordnet sind,
- dass die zweiten Verankerungspunkte parallel in einem Abstand zu den ersten an der Kaimauer (2a) angeordnet sind, wobei dieser Abstand kleiner als die Länge des Schwimmdocks (1) ist und das Schwimmdock (1) sich innerhalb der steuerbord- und backbordseitigen Verankerungspunkte bewegt,
- dass an den Verankerungspunkten Zugmittel befestigt sind, welche mit den bordeigenen Verholeinrichtungen verbunden sind, um das Schwimmdock (1) von einer Dockgrube (11) zu einer freien Längsschiene (3) quer zu seiner Längsachse entlang der Kaimauer (2a) oder zurück zu verschieben.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Verankerung für ein selbst verholendes mobiles Schiffshebe- und Transfersystem zur Handhabung eines Schwimmdocks mit Einrichtungen zum Eindocken und Heben eines Wasserfahrzeugs und zum Verankern des gehobenen oder abgesenkten Schwimmdocks mittels bordeigener Stützdalben und einer Trägerabstützung in oder an der Kaimauer in einer Höhe, die das Verschieben des Wasserfahrzeugs auf Schienen vom Schwimmdock an Land und zurück ermöglicht.

Bei derartigen Schwimmdocks, die Schiffe zwecks Umbauten oder Reparatur zum Transport zu landfesten Liegeplätzen anheben, bzw. von solchen Liegeplätzen wieder zu Wasser bringen (auch Neubauten), bewirkt die mit Hilfe von Zugmaschinen oder Spillanlagen durchführbare Verschiebung des Schiffes auf dem gehobenen, schwimmenden Dock und von diesem auf die landfesten Schienen, die zu den Liegeplätzen führen.

Eine Verankerung für ein solches Verfahren ist aus der DE 36 11 742 A1 bekannt. Es ist aber sehr aufwendig und teuer und kann diese Forderung nur annähernd erfüllen.

Aus der DE 35 20 368 A1 ist eine Verankerung eines Schwimmdocks mit Hilfe von in den Gewässerboden eindrückbaren Dalbenrohren bekannt. Dazu ist vorgesehen, dass die Dalbenrohre durch Absenken des Schwimmdocks in den Untergrund gedrückt und durch das Auftauchen des Schwimmdocks hochgezogen werden, wodurch das Schwimmdock beim Ein- und Ausdocken von Schiffen am Ort fixiert wird.

Den voran beschrieben Vorrichtungen und Verfahren haftet der Nachteil, dass sie nicht unabhängig von fremder Hilfe beim Verholen in eine neue Position der Schiffsparkfläche sind.

Die GB 1 276 606 A bezieht sich neben der Ausgestaltung eines Schwimmdocks mit aushängbaren Seitenwänden auch ein selbst verholendes Schiffshebe- und Transfersystem, welches darin besteht, dass ein mittels Trossen fixierbares Schwimmdock von einer Dockgrube längsseits zur Kaimauer verholt werden kann. Dazu besteht einerseits eine Trossenverbindung vom Schwimmdock zur Kaimauer andererseits sind auf der von der Kaimauer abgewandten Seite des Schwimmdocks Ankersteine auf dem Gewässergrund angeordnet, die mit Umlenkrollen versehen sind und darüber weitere bordeigene Trossen zu den Verholwinden des Schwimmdocks zurückführen. Als nachteilig wird es bei dieser Vorrichtung angesehen, dass nur eine Position der Schiffsparkfläche angefahren werden kann.

Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, mit möglichst einfachen Mitteln eine Vielzahl von Schiffsparkflächen mit eigenen Mitteln anfahren zu können und das Schwimmdock derart sicher zu Verankern, dass das Verschieben des Wasserfahrzeugs auf Schienen vom Schwimmdock an Land und zurück möglich wird.

Die Lösung der Aufgabe erfolgt mit den Merkmalen des Anspruchs 1. Vorteilhafte Weiterbildungen sind in den Unteransprüchen enthalten.

Ein besonderer Vorteil der Verankerung für ein selbst verholendes mobiles Schiffshebe- und Transfersystem besteht darin, dass jede Schiffsparfläche direkt ohne fremde Hilfe angefahren werden kann. Es entfällt damit die sonst notwendigen Fremdunterstützung zum Bewegen des Schwimmdocks. Weiter können mit der erfindungsgemäßen Verankerung die aufwendige Querverschiebeanlage mit mehreren Umlenkungen zum Weitertransport der Schiffe an Land eingespart werden, um die Schiffsparkfläche zu vergrößern. Mann kann dadurch Neubau bzw. Reparaturkapazität der Schiffswerft verdoppeln.

Zwecks Erläuterung der Erfindung im Einzelnen, werden nachstehend mehrere erfindungsgemäße, beispielhafte zeichnerisch dargestellte Ausführungen der Erfindung näher beschrieben. In der Zeichnung zeigen:

1 Prinzip der erfindungsgemäßen Verankerung mit einem Schiff in Verschiebposition

2 Längsschnitt des vorderen Endes des Schwimmdocks und seine mögliche Verankerung an der Kaimauer

3 Draufsicht auf das vorderen Endes des Schwimmdocks und seine mögliche Verankerung an der Kaimauer

4a erfindungsgemäße Verankerung mittels Dalben in der Draufsicht

4b erfindungsgemäße Verankerung mittels Dalben im Querschnitt

5a erfindungsgemäße Verankerung mittels Ankersteinen in der Draufsicht

5b erfindungsgemäße Verankerung mittels Ankersteinen im Querschnitt

6a selbst verholendes mobiles Schiffshebe- und Transfersystem ohne Querverschiebeanlage in der Draufsicht

6b selbst verholendes mobiles Schiffshebe- und Transfersystem mit Querverschiebeanlage in der Draufsicht

Die 1 zeigt in einem ersten Ausführungsbeispiel das Prinzip der Erfindung, wie aufgrund der Verholung und Verankerung über Dalben 14 mittels bordeigener Verholwinde 13, Verholtrosse 12 und über Umlenkrollen 18 ein sicheres Verschieben des Wasserfahrzeugs S in horizontaler Lage vom Schwimmdock 1 auf den Kai 2 und umgekehrt erreicht wird.

Nach den 2 und 3 verfügt das Schwimmdock 1 über eine Längsverschiebe-Einrichtung für Wasserfahrzeuge S. Das bedeutet, das Schwimmdock 1 kann als selbst verholendes mobiles Schiffshebe- und Verschiebesystem für Wasserfahrzeuge S genutzt (6a) werden, die vom Schwimmdock 1 an Land und zurück auf Längsschienen 3 verschoben werden können, wobei die Kapazität als Schiffshebe- und Verschiebesystem vom Verhältnis der Schiffslänge zu Schwimmdocklänge abhängt.

Auf dem Pontondeck 5 des Schwimmdocks 1 sind zu diesem Zweck losnehmbare Träger 4 für die Schienen vorgesehen. Diese Träger 4 bestehen aus Einheitslängen in einfacher Stahlkonstruktion (z.B. zwei I-Träger übereinander geschweißt). Sie werden auf dem Pontondeck 5 des Schwimmdocks 1 positioniert, an Eckbeschlägen auf dem Pontondeck 5 festgemacht und aneinander gekoppelt.

Die Höhe der Träger 4 sollen den Höhenunterschied zwischen dem Pontondeck 5 des Schwimmdocks 1 und dem Kai 2 ausgleichen.

Die Längsverschiebung von Wasserfahrzeugen S erfolgt mit Hilfe von auf den Schienen rollenden Wagen 6 mit eigener Pallung 7.

Während der Verschiebung von Wasserfahrzeugen 5 an Land und zurück wird das Schwimmdock 1 entsprechend der Verschiebung der Position des Schiffes S und dem Schiffsgewicht beballastet oder entballastet, wobei vor dem Verschiebevorgang das Schwimmdock 1 an Stützdalben 10 und mit Hilfe von Trägern 9 an der Kaimauer 2a festgesetzt wird. der Betrieb des oder der Stützdalben 10 wie auch das Bewegen der Träger 9 kann über mechanische, hydraulische oder elektrische Einrichtungen erfolgen.

Um höchste Sicherheit während des Verschiebevorgangs zu gewährleisten, muss eine Höhenänderung (neue Wasserlinie WL) und eine Vertrimmung des Schwimmdocks 1 vermieden werden. Dazu wird das Schwimmdock 1 vorn an der Kaimauer 2a in zwei Nischen 8 durch verschiebbare Träger 9 und hinten durch zwei Stützdalben 10 vertikal gestützt und die Beballastung bzw. Entballastung des Schwimmdocks 1 überwachen Lastmessdosen. Der Stützdalben 10 befindet sich bei dem Verholvorgang des Schwimmdocks 1 in hochgezogener Stellung und ist außer Betrieb und die Träger 9 sich in einer eingezogenen Stellung befinden.

Das Schwimmdock 1 kann über die in der 1 beschriebene Verankerung an verschiedenen Stellen der Kaimauer (4a) positioniert werden, um mehrere Längsschienen 3 bedienen zu können. In diesem Fall würde der Platz für die Querverschiebeanlage 19 eingespart werden können.

Die 4a und 4b veranschaulichen die Verankerung des Schwimmdocks 1 mittels Dalben 14, welche im Gewässergrund an festen Positionen beabstandet zur Kaimauer 2a eingerammt wurden. An jedem Dalben 14 sind Verholtrossen 12 befestigt, welche über Umlenkrollen 18 zu Verholwinden 13 auf dem Schwimmdock 1 führen. Die Verholwinden 13 werden derart beim Verholen quer zur Kaimauer 2a betrieben, dass synchronisiert auf einer Seite des Schwimmdocks 1 die Verholtrossen 12 dicht geholt und der gegenüberliegenden Seite entsprechend gefiert werden. Auf diese Weise traversiert das Schwimmdock 1 senkrecht zu seiner vorbestimmten Position einer Längsschiene 3 der Schiffsparkfläche.

Alternativ besteht auch die Möglichkeit die an der Kaimauer 2a befindlichen Dalben 14 entfallen zu lassen und dafür die Verholtrossen 12 an der Kaimauer 2a zu befestigen.

Die Verholtrossen 12 können wie bekannt entweder aus Metall oder Kunststoff gefertigt sein.

Die 4b zeigt im Querschnitt andeutungsweise das Ein- und Ausdocken eines Schiffes S (nicht gezeigt) des Schwimmdocks 1, wobei sich dieses im Bereich der Dockgrube 11 befindet und an den dort befindlichen beiden Dalben 14 über Dalbenschlösser gesichert wird, welche jedoch vor dem Verholvorgang des Schwimmdocks 1 gelöst werden.

Ein zweites Ausführungsbeispiel nach der Erfindung zeigen die 5a und 5b, wo die Dalben 14 durch auf dem Gewässerboden fest verlegte Ankersteine 16 ersetzt werden, an denen Ankerketten 17 befestigt sind. Das Verholen des Schwimmdocks 1 erfolgt dann zu der entsprechenden Längsschiene 3 nur über bordeigenen Ankerwinden 15 mit Ankerketten 17. Der Ablauf des Ein- und Ausdockens eines Schiffes S in der Dockgrube 11 sowie sein Verschieben vom Schwimmdock 1 an Land und umgekehrt, verläuft in gleicher Weise wie bei der Ausgestaltung mit Dalben 14.

Ein drittes nicht dargestelltes Ausführungsbeispiel in Analogie zu der in den 5a und 5b gezeigten Ausführung besteht darin, dass statt der Ankerwinden 15 und der Ankerketten 17 an den Ankersteinen 16 Verholtrossen 12 befestigt sind. Sie werden über bordeigene Verholwinden 13 vom Schwimmdock 1 aus bedient, wie es schon im ersten Ausführungsbeispiel beschrieben wurde.

Ein viertes Ausführungsbeispiel nach der Erfindung kann beispielsweise darin bestehen, dass Querverschiebung und Weitertransport an Land durch einen querrollenden Wagen (Querverschiebungsanlage 19) vorgenommen wird. Dennoch kann das Schwimmdock 1 anstatt einer festen Position an der Kaimauer 2a auch an verschiedenen Stellen der Kaimauer 2a positioniert werden um mehrere Längsschienen 3 nacheinander bedienen zu können. Die Querverschiebungsanlage böte zusätzlich die Möglichkeit in kürzerer Zeit mehrere Schiffe S auf der Schiffsparkfläche zu bewegen, ohne dabei die Möglichkeiten des selbst verholenden mobilen Schiffshebe- und Transfersystem zu beeinflussen, wie es die 6a und die 6b darstellen.

1
Schwimmdock
2
Kai
2a
Kaimauer
3
Längsschienen
4
Träger (für Schienen)
5
Pontondeck
6
Wagen
7
Pallung
8
Nische
9
Träger
10
Stützdalben
11
Dockgrube
12
Verholtrosse
13
bordeigene Verholwinde
14
Dalben
15
Ankerwinde
16
Ankersteine
17
Ankerkette
18
Umlenkrollen
19
Querverschiebungsanlage
S
Schiff oder Wasserfahrzeug
WL
Wasserlinie


Anspruch[de]
Verankerung für ein selbst verholendes mobiles Schiffshebe- und Transfersystem umfassend ein Schwimmdock (1) mit Verankerungs- und Verholeinrichtungen und eine Schiffsparkfläche, welche das Verschieben eines Schiffes (S) zu mehreren Längsschienen (3) an Land und zurück ermöglicht, wobei die an Land befindlichen parallel angeordneten Längsschienen (3) mit der Längsachse des Schwimmdocks (1) fluchten,

– dass das mobiles Schiffshebe- und Transfersystem aus vier von einander beabstandete, fest mit dem Gewässergrund verbundene Verankerungspunkte aufweist, wobei zwei erste Verankerungspunkte im Bereich der Kaimauer (2a) angeordnet sind,

– dass die zweiten Verankerungspunkte parallel in einem Abstand zu den ersten an der Kaimauer (2a) angeordnet sind, wobei dieser Abstand kleiner als die Länge des Schwimmdocks (1) ist und das Schwimmdock (1) sich innerhalb der steuerbord- und backbordseitigen Verankerungspunkte bewegt,

– dass an den Verankerungspunkten Zugmittel befestigt sind, welche mit den bordeigenen Verholeinrichtungen verbunden sind, um das Schwimmdock (1) von einer Dockgrube (11) zu einer freien Längsschiene (3) quer zu seiner Längsachse entlang der Kaimauer (2a) oder zurück zu verschieben.
Verankerung nach Anspruch 1, dass die Verankerungspunkte aus im Gewässergrund befestigten Dalben (14) bestehen. Verankerung nach Anspruch 1, dass die Verankerungspunkte aus im Gewässergrund befestigten Ankersteinen (16) bestehen. Verankerung nach den Ansprüchen 1 bis 3, dass die Zugmittel Verholtrossen (12) und die Verholeinrichtungen bordeigene Verholwinden (13) sind. Verankerung nach Anspruch 4, dass die Verholtrossen (12) aus Metall oder Kunststoff bestehen. Verankerung nach Anspruch 3, dass die Zugmittel Ankerketten (17) und die bordeigenen Verholeinrichtungen Ankerwinden (15) sind. Verankerung nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dass das Schwimmdocks (1) einen oder mehrere bordeigene Stützdalben (10), welche in der Höhe verstellbar sind, und eine horizontal ein- und ausfahrbare Trägerabstützung zur Abstützung an oder in der Kaimauer (2a) aufweist, welche nur bei der Verschiebung des Schiffes (S) vom Schwimmdock (1) zum Land und zurück ausfahrbar sind. Verankerung nach Anspruch 7, dass die Trägerabstützung mindestens einen Träger (9) umfasst. Verankerung nach Anspruch 7, dass eine Betätigung der bordeigenen Stützdalben (10) und die Trägerabstützung über mechanische, hydraulische oder elektrische Einrichtungen erfolgen kann.






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