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Dokumentenidentifikation DE202007006877U1 18.10.2007
Titel Akustikraum
Anmelder Kettenis, Ralph, Dipl.-Ing., 52070 Aachen, DE;
Bock, Ulrich, 48653 Coesfeld, DE;
Neuhaus, Meinhard, 48147 Münster, DE
Vertreter Habbel & Habbel, 48151 Münster
DE-Aktenzeichen 202007006877
Date of advertisement in the Patentblatt (Patent Gazette) 18.10.2007
Registration date 13.09.2007
Application date from patent application 12.05.2007
IPC-Hauptklasse E04B 1/99(2006.01)A, F, I, 20070512, B, H, DE

Beschreibung[de]

Die Neuerung betrifft einen Akustikraum nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1.

Die im Rahmen des vorliegenden Vorschlags als „Akustikräume" weisen stets einen Schallquellbereich auf – beispielsweise in Form einer Bühne – auf. Sie weisen weiterhin stets einen Hörbereich auf, der für wenigstens einen Hörer vorgesehen ist – beispielsweise in Form eines mehrere Personen umfassenden Publikums. Es kann ein einzelnen Hörer vorgesehen sein, beispielsweise wenn der Akustikraum als Tonstudio dient, überwiegend sind die Akustikräume jedoch als Musikhallen, Vortragsäle, Konzerträume o. dgl. bekannt.

Vielfach besteht der Wunsch, denselben Akustikraum sowohl für musikalische Darbietungen als auch für Sprachaufführungen wie Vorlesungen oder Theater nutzen zu können. Dabei sind jedoch unterschiedliche akustische Anforderungen an den Raum zu stellen, insbesondere was die Nachhallzeit betrifft, mit welcher der Schall das Publikum erreicht. Diese Nachhallzeit betrifft die kürzeste akustische Verbindung zwischen dem Schallquellbereich und dem Publikum auf direktem Wege einerseits und die auf Umwegen verspätet beim Publikum eintreffenden Schallanteile andererseits, die beispielsweise über Wände oder die Raumdecke zum Publikum reflektiert werden.

Um diesen unterschiedlichen akustischen Anforderungen gerecht zu werden, ist es bei den gattungsgemäßen Akustikräumen bekannt, die Reflexionseigenschaften der Wände zu beeinflussen, so dass die Wände den Schall entweder stärker reflektieren mittels schallharter Oberflächen oder den Schall stärker dämpfen mittels Absorptionsflächen. In der Praxis wird dies beispielsweise dadurch umgesetzt, dass die Wände grundsätzlich schallhart ausgestaltet sind, also stark reflektierende Oberflächen aufweisen und dass bei Bedarf beispielsweise Vorhänge oder ähnliche absorbierende Flächenelemente vor die Wände gezogen werden können. Beispielsweise sind für Sprachvorträge kurze Nachhallzeiten erwünscht. Demgegenüber erfordern musikalische Darbietungen einen längeren Nachhall. Zudem ergibt sich eine Geräuschminderung durch die Verkürzung der Nachhallzeiten, also durch die akustische Bedämpfung des Raumes, so dass auch aus diesem Grund eine Verkürzung der Nachhallzeiten erwünscht sein kann.

Bei den vorerwähnten Vorhängen – oder auch textilen Rollos – handelt es sich um poröse Absorber. Die Schallabsorption bei tiefen Frequenzen ist deutlich geringer als bei höheren Frequenzen. Durch die Verkürzung der Nachhallzeit ist eine starke Veränderung des Klangbildes verbunden, denn der Raumklang wird mit kürzerer Nachhallzeit als „stumpfer" und „trockener" empfunden als mit längerer Nachhallzeit. Diese textilen Flächenabsorber dämpfen den Schall aus allen Einfallsrichtungen gleich. Eine gezielte Beeinflussung der Raumakustik kann daher nur dadurch erfolgen, dass diese textilen Flächenabsorber an bestimmten Stellen und in bestimmter Größe im Raum positioniert werden, aber nicht durch das grundsätzliche System dieser textilen Flächenabsorber selbst. Frühe Reflexionen, später Nachhall oder die Beeinflussung des Schalldruckpegels bestimmter Sender im Raum sind daher nur schwierig zu beeinflussen.

Weiterhin ist es aus dem vorbekannten Stand der Technik bekannt, Nachhallkammern zu schaffen, die an den eigentlichen Hauptraum angekoppelt werden können. Der Hauptraum enthält in diesem Falle den Schallquellbereich und den Hörbereich, stellt also den eigentlichen Akustikraum dar, jedoch wird durch die akustische Ankopplung der Nachhallkammern ein insgesamt größerer Akustikraum geschaffen, bei dem die Nachhallkammern als bewusst hallige Räume ausgestaltet sind. Deren akustische Wirkung tritt ein, wenn trennende Bauteile, wie beispielsweise großflächige Türen, zwischen dem Hauptraum und der Nachhallkammer entfallen, beispielsweise dadurch, dass die entsprechenden Türen geöffnet werden. Somit wird durch akustische Ankopplung der Nachhallkammern an den Hauptraum eine Verlängerung der Nachhallzeit bewirkt. Die Nachhallkammern sind mit einem hohen baulichen und finanziellen Aufwand verbunden, da ein großvolumiger gesamter Baukörper erforderlich ist, denn die Nachhallkammern sind beispielsweise als Foyer, Flure, Korridore o. dgl. ausgestaltet und weisen ein großes Volumen auf. Für die Situationen, in denen die Nachhallkammern nicht benötigt werden und von dem Hauptraum getrennt sind, ist ein hervorragender und üblicherweise aufwendiger Schallschutz erforderlich, so dass diese trennenden Bauteile kostenmäßig und technisch sehr aufwendig sind. Das System der Nachhallkammern wird daher ausschließlich in besonders exklusiven Konzerthäusern verwirklicht, wie beispielsweise im Konzertsaal des Kongresszentrums in Luzern/Schweiz.

Weiterhin ist es aus dem Stand der Technik bekannt, höhenverstellbare Deckenplafonds zu verwenden, um durch die Höhenverstellung eine Veränderung des Klangbildes zu erreichen, da durch die Höhenverstellung das Auftreffen der Schallreflexionen auf das Publikum verkürzt oder verzögert werden kann. Die Nachhallzeit im gesamten Raum kann daher nur verändert werden, wenn nahezu die gesamte Deckenfläche höhenverstellbar ist. Aufgrund des damit verbundenen technischen und ökonomischen Aufwandes wird diese Lösung nur in exklusiven Akustikräumen eingesetzt, wie beispielsweise dem Konzerthaus in Dortmund.

Schließlich sind gattungsgemäße Akustikräume aus der Praxis bekannt, bei denen drehbare Akustikelemente als Wandoberfläche verwendet werden. Diese drehbaren Akustikelemente sind als längliche Paneele ausgestaltet, weisen allerdings einen dreieckigen Querschnitt auf. Die dementsprechenden drei Seiten des Akustikelementes sind mit drei akustisch unterschiedlichen Oberflächen versehen, beispielsweise einer stark reflektierenden, einer stark absorbierenden und einer schwächer reflektierenden bzw. absorbierenden Oberfläche. Diese Akustikelemente können um ihre Längsachse gedreht werden, so dass wahlweise jeweils eine der drei Oberflächen zur Geltung kommt, indem diese Oberfläche die Wandfläche des Akustikraumes ausmacht. Die drehbaren Akustikelemente sind dabei einander so nah benachbart angeordnet, dass in jeder ihrer drei möglichen Drehstellungen eine im Wesentlichen geschlossene Wandoberfläche erzeugt wird, also vergleichbar mit dem Effekt, ob bei dem eingangs genannten Stand der Technik die schallharte Wandoberfläche maßgeblich ist oder die textilen Flächenelemente als Flächenabsorber zum Einsatz kommen.

Der Neuerung liegt die Aufgabe zugrunde, einen gattungsgemäßen Akustikraum dahingehend zu verbessern, dass mit möglichst geringem technischen und finanziellen Aufwand eine möglichst vielseitige Beeinflussung der akustischen Raumcharakteristik möglich ist.

Diese Aufgabe wird durch einen Akustikraum mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst.

Die Neuerung schlägt mit anderen Worten vor, die dämpfenden, also akustisch absorbierenden Flächenanteile der Begrenzungsflächen des Akustikraumes nicht vor den schallharten, reflektierenden Flächenanteilen des Akustikraumes vorzusehen, sondern vielmehr dahinter. Ähnlich wie bei den erwähnten Nachhallkammern werden durch Verstellbarkeit von Flächenanteilen der Begrenzungsflächen zusätzliche Kammern geöffnet, das Raumvolumen also vergrößert.

Allerdings ist genau gegenteilig zum Funktionsprinzip der Nachhallkammern vorgesehen, hierdurch den Nachhall nicht zu verlängern, sondern zu verkürzen, da die Absorptionskammern als den Schall absorbierende Flächenanteile der Begrenzungsflächen ausgestaltet sind. Hierdurch ergibt sich eine drastische Reduzierung des erforderlichen Volumens des gesamten Baukörpers, denn der eigentliche Akustikraum, also dem „Hauptraum" eines mit Nachhallkammern versehenen Akustiksraumes vergleichbar, muss seitlich und in der Höhe um lediglich wenige Dezimeter vergrößert werden. So können die Absorptionskammern an den Wänden des Akustikraumes eine Tiefe von 10 bis 30 cm aufweisen, in der Praxis hat eine Tiefe von lediglich 16 cm hervorragende Ergebnisse erbracht.

Wie bei den gattungsgemäß vorgesehenen drehbaren Akustikelementen sind, wenn die schallreflektierenden Seiten der Lamellen die geschlossene Begrenzungsflächen des Akustikraumes bilden, die absorbierenden Anteile der Begrenzungsflächen hinter dieser geschlossenen, reflektierenden Begrenzungsfläche angeordnet. Anders als bei drehbaren Akustikelementen ist jedoch vorgesehen, dass nicht die absorbierenden Anteile der Begrenzungsflächen nach vorn verschwenkt werden und dann wiederum eine geschlossene Begrenzungsfläche an der ursprünglichen Stelle der – vorher reflektierenden – Begrenzungsfläche bilden, sondern vielmehr wird das Raumvolumen um die Absorptionskammern vergrößert, wenn die Paneele in ihre offene Stellung verschwenkt werden und den Schalleintritt in die Absorptionskammern ermöglichen.

Um das erforderliche Raum- bzw. Bauvolumen möglichst klein zu halten, sind die Paneele vorteilhaft um ihre Längsachse verschwenkbar, so dass sie aus ihrer geschlossenen Stellung mit ihren demgegenüber geringeren Quer-Abmessungen in den von den Begrenzungsflächen umgebenen Raum und/oder in die Absorptionskammer hinein ragen, wenn sie in ihre offene Stellung verschwenkt werden. So können vorteilhaft lange Paneele verwendet werden, die eine große Öffnung zur Absorptionskammer freigeben bzw. verschließen können, und die dennoch einen nur geringen Schwenkraum beanspruchen. Durch die Verwendung langer Paneele kann die Antriebsmechanik zur Verstellung der Paneele möglichst preisgünstig und einfach ausgestaltet werden, da im Vergleich zu kleineren Paneelen weniger Paneele verwendet und verstellt werden müssen, um eine Absorptionskammer vorgegebener Größe öffnen oder verschließen zu können.

Auch an der Decke kann durch Verstellung entsprechender Flächenelemente die gewünschte Raumakustik beeinflusst werden, beispielsweise können liegend angeordnete Paneele vorgesehen sein, deren Längsachse also etwa horizontal verläuft, die in einer ersten Ausrichtung eine im wesentlichen geschlossene Deckenfläche ausbilden, also schallreflektierende Flächenanteile des Akustikraumes darstellen. Dabei können die Paneele eine geradlinige Deckenfläche bilden, sie könne jedoch auch winklig zueinander ausgerichtet sein, so dass sich ein etwa wellenförmiger Verlauf der Deckenfläche ergibt.

In der vorbeschriebenen ersten, geschlossenen Stellung sind die Flächen der Decken-Paneele etwa liegend ausgerichtet. In einer zweiten Stellung können diese Decken-Paneele, immer noch mit liegender Längsachse, mit ihrer Fläche aufrecht gestellt werden, so dass die Raumdecke nun geöffnet ist und an der Raumdecke mehrere im wesentlichen parallele Paneele im Abstand zueinander hängend angeordnet sind. Zwischen diesen Paneelen kann der Schall in eine Absorptionskammer eintreten, die oberhalb dieser Paneele vorgesehen ist. Auch hier kann die Volumenvergrößerung des Akustikraumes gering gehalten werden, so dass der Baukörper klein und preisgünstig ausgeführt werden kann. Die Decken-Absorptionskammer kann beispielsweise eine Tiefe von 30 bis 100 cm aufweisen, in der Praxis hat eine Tiefe von lediglich 60 cm hervorragende Ergebnisse erbracht.

Vorteilhaft kann vorgesehen sein, dass die Paneele nicht nur in einer geschlossenen und einer einzigen offenen Stellung positioniert werden können, sondern wenigstens zwei unterschiedliche offene Stellungen einnehmen können, beispielsweise kann vorgesehen sein, die Paneele stufenlos verschwenken zu können oder es können zugunsten bestimmter akustischer Profile, der der Akustikraum aufweisen soll, unterschiedliche vorgebene Winkelstellungen der Paneele in einer entsprechenden Steuerung abgespeichert sein, so dass die Paneele in eine ausgewählte von diesen mehreren Stellungen verschwenkt werden können. Jedenfalls kann dadurch bewirkt werden, dass nahe dem Schallquellbereich die Paneele entweder eine offene Stellung einnehmen, in der sie zum Schallquellbereich hinweisen und eine zweite, ebenfalls offene Stellung, in welcher sie zum Hörbereich hin ausgerichtet sind.

Dadurch, dass sich die Paneele zur Bühne hin öffnen, wird beispielsweise ein Orchester leiser empfunden. Der Nachhall trifft von hinten auf die Lamellenoberfläche. Eine umgekehrte Schrägstellung der Lamellen, bei denen diese also zum Hörbereich hin geöffnet sind, bewirkt eine akustische Verstärkung des Schallquellbereichs, so dass beispielsweise ein Orchester als lauter empfunden wird, da der Nachhall gedämpft und dementsprechend leiser wird. Zusätzlich dazu, dass grundsätzlich die Absorptionskammern geöffnet oder geschlossen werden können, lassen sich also über die unterschiedlichen Winkelstellungen der Paneele weitere akustische Beeinflussungen des Akustikraumes erzielen.

Die Absorptionskammern können eine den auftreffenden Schall möglichst effizient absorbierende Geometrie aufweisen, beispielsweise in Form von Reflexionsflächen, die den in die Absorptionskammer eintretenden Schall möglichst vollständig innerhalb der Absorptionskammer hin und her reflektieren und nur geringe Schallanteile wieder aus der Absorptionskammer gelangen lassen. Insbesondere kann jedoch vorteilhaft in der Absorptionskammer ein akustisch wirksames Dämmmaterial vorgesehen sein, welches bei kleinen baulichen Abmessungen der Absorptionskammer eine möglichst effiziente Absorption des Schalls bewirkt. Insbesondere wenn die Paneele unterschiedliche Offenstellungen einnehmen können, kann das Dämmmaterial auch für die unterschiedlichen Offenstellungen sehr gute Absorptionsleitungen der Absorptionskammer sicherstellen.

Vorteilhaft kann der Akustikraum mehrere Absorptionskammern aufweisen. Beispielsweise können in den Wänden neben dem Schallquellbereich und in den Wänden neben dem Hörbereich jeweils separate Absorptionskammern vorgesehen sein und zudem kann vorteilhaft die bereits erwähnte Absorptionskammer im Deckenbereich vorgesehen sein. Dadurch, dass diese mehreren Absorptionskammern vorgesehen sind, ergibt sich vorteilhaft die Möglichkeit, einzelne Absorptionskammern individuell anzusteuern, d. h. die vor diesen Absorptionskammern befindlichen Paneele unabhängig von der Paneelstellung bei anderen Absorptionskammern anzusteuern, so dass hierdurch die Beeinflussung des Schalls im Akustikraum weiter differenziert werden kann.

Um unerwünschte Schwingungen bzw. Schwebungen des Schalls möglichst zu vermeiden, kann vorteilhaft vorgesehen sein, dass die Wände in einem von 90° abweichenden Winkel zueinander ausgerichtet sind, ebenso kann vorteilhaft vorgesehen sein, dass die Wände möglichst in einem von 90° abweichenden Winkel an die Deckenfläche anschließen.

Die Bauhöhe und damit auch die Baukosten des Akustikraums können dadurch wirtschaftlich vorteilhaft beeinflusst werden, dass die Paneele unterhalb der Decke liegend angeordnet sind, also mit etwa horizontal verlaufenden Schwenkachsen.

Jeweils mehrere Paneele sind vorteilhaft zu einer Paneelgruppe zusammengefasst, die gemeinsam angesteuert wird. Auf diese Weise ist mit einfachen Mitteln sichergestellt, dass sämtliche Paneele einer Paneelgruppe die gewünschte Schwenkstellung einnehmen, ohne dass hierzu jeweils sämtliche Paneele dieser Paneelgruppe einzeln angesteuert und ausgerichtet werden müssten.

Die gemeinsame Winkelverstellung der Paneele innerhalb einer Paneelgruppe kann beispielsweise elektronisch dadurch erfolgen, dass jedem Paneel ein eigner Motor, beispielsweise ein Schrittschaltmotor zugeordnet ist, so dass sämtliche einzeln angesteuerten Paneele um denselben Winkel verstellt werden, wenn sie den entsprechenden Steuerbefehl, beispielsweise von einer elektronischen Steuerung, erhalten. Mechanisch kann die gemeinsame Verstellung mehrerer Paneele dadurch erfolgen, dass diese über beispielsweise ein Parallelogrammgestänge mechanisch miteinander verbunden sind, so dass die Auslenkung eines Hebels die gleichzeitige Verstellung sämtlicher an dieses Parallelogrammgestänge angeschlossenen Paneele bewirkt, wobei in diesem Fall wirtschaftlich vorteilhaft nur ein einziger Antriebsmotor für diese Paneelgruppe erforderlich ist.

Ein Ausführungsbeispiel der Neuerung wird anhand der rein schematischen Darstellungen nachfolgend näher erläutert. Dabei zeigt

1 einen vertikalen Schnitt längs durch einen Akustikraum,

2 und 3 Vertikalschnitte durch Paneele im Wand- und Deckenbereich in ihrer offenen Stellung und die

4 und 5 Schnitte, vergleichbar mit denen der 2 und 3, wobei sich die Paneele in ihrer geschlossenen Stellung befinden.

In 1 ist mit 1 insgesamt ein Akustikraum bezeichnet, der einen Schallquellbereich 2 aufweist und einen Hörbereich 3. Der Akustikraum 1 wird begrenzt durch Begrenzungsflächen, die einerseits den Akustikraum 1 umfangsmäßig als Wände 4 umgeben sowie nach oben als Decke 5 begrenzen.

Neben dem Hörbereich 3 sind mehrere vertikal angeordnete Paneele 6 vorgesehen, die um ihre vertikal verlaufenden Längsachsen schwenkbar sind, während neben dem Hörbereich 3 horizontal ausgerichtete Paneele 6 vorgesehen sind und auch im Bereich der Decke 5 horizontal ausgerichtete Paneele 6 angeordnet sind.

Im Hörbereich 3 ist unterhalb der Decke eine Loge 7 vorgesehen, wobei dem Schallquellbereich 2 gegenüberliegend die Loge mit einem abgeschlossenen Raum versehen ist, der als Regiekammer bezeichnet ist und beispielsweise eine Steuerung sowie ein Bedienpult aufweist, so dass aus dieser Regiekammer 8 heraus eine Ton- und Lichtregie erfolgen kann, in dem beispielsweise die Beleuchtungen und die Paneele 6 des Akustikraumes 1 von dieser Regiekammer 8 aus beeinflusst und verstellt werden können.

Wie aus 1 ersichtlich ist, schließen die Wände 4 nicht im rechten Winkel an die Decke 5 des Akustikraumes 1 an.

2 verdeutlicht den Aufbau der horizontalen Paneele 6 neben dem Hörbereich 3: Die einzelnen Paneele 6 sind jeweils schwenkbeweglich gelagert und im Abstand vor einer tragenden Wand angeordnet. Ebenfalls vor dieser tragenden Wand, jedoch im Abstand hinter den Paneelen 6 ist eine akustisch absorbierende Dämmschicht 9 vorgesehen, so dass auf die Wand 4 auftreffender Schall zunächst die Paneele 6 passieren kann, da sich diese gemäß 2 in ihrer Offenstellung befinden. Der Schall gelangt in eine Absorptionskammer 10, die hinter den Paneelen 6 vorgesehen ist und die Dämmschicht 9 enthält.

Aus 3 sind die an der Decke 5 vorgesehenen Paneele 6 in ihrer Offenstellung ersichtlich. Zwischen zwei benachbarten Paneelen 6 befinden sich an der Decke 5 jeweils fest montierte Deckenverkleidungselemente 11, die jeweils ebenfalls als Paneele ausgestaltet sind, jedoch im Gegensatz zu den Paneelen 6 nicht schwenkbar gelagert sind. Durch die Schrägstellung der Deckenverkleidungselemente 11 ergibt sich bei geschlossenen Paneelen 6 an der Decke 5 ein wellenförmiger Verlauf, der für den Schall relevanten Begrenzungsfläche des Akustikraumes 1 während in der aus 3 ersichtlichen Offenstellung der Paneele 6 der Schall hinter die Paneele 6 und dort in einer Absorptionskammer 10 gelangen kann, in welcher eine Dämmschicht 9 oberhalb der Paneele 6 vorgesehen ist.

4 zeigt den Aufbau einer Wand 4, vergleichbar 2, wobei sich die Paneele 6 allerdings in ihrer geschlossenen Stellung befinden. Sie bilden insgesamt eine glattflächige Begrenzungsfläche für den Schall im Inneren des Akustikraumes 1, und die hinter den Paneelen 6 befindliche Absorptionskammer 10 ist geschlossen, so dass der Schall nicht in dieser Absorptionskammer 10 eintreten kann.

5 zeigt die geschlossene Anordnung der Paneele 6 im Bereich der Decke 5: Die Paneele 6 bilden gemeinsam mit den Deckenverkleidungselementen 10 eine geschlossene Begrenzungsfläche für den aus dem Akustikraum 1 aufsteigenden Schall, so dass dieser nicht in die über den Paneelen 6 befindliche Absorptionskammer 10 gelangen kann.

1 lässt erkennen, dass mehrere Paneele 6 jeweils zu geschlossenen Bereichen einer Wand 4 zusammengefasst angeordnet sind. Es kann vorgesehen sein, diese optisch zusammengehörigen Paneele 6 auch technisch zu Paneelgruppen zusammenzufassen, so dass die Paneele 6 jeder solchen Paneelgruppe gemeinsam angesteuert und gleichermaßen verschwenkt werden können.

1 verdeutlicht weiterhin, dass unterhalb der Decke 5 horizontal hängende mit ihrer Fläche vertikal ausgerichtete Lamellen 12 vorgesehen sind, die oberhalb des Hörbereichs 3 in einem insgesamt geschwundenen Verlauf angeordnet sind.

Die Paneele 6 sind an ihren Rändern mit Dichtungen versehen, so dass insgesamt ein luftdichter Abschluss der Absorptionskammern 10 ermöglicht wird.


Anspruch[de]
Akustikraum,

mit einem innerhalb des Akustikraumes angeordneten, als „Schallquellbereich" bezeichneten Bereich, in welchem Schall erzeugt wird,

und mit einem innerhalb des Akustikraumes angeordneten, als „Hörbereich" bezeichneten Bereich, der zum Aufenthalt von wenigstens einer als „Hörer" bezeichneten Person vorgesehen ist,

und mehreren Begrenzungsflächen in Form von aufrechten, den Raum zirkumferent begrenzenden Wänden und einer den Raum nach oben begrenzenden Decke,

wobei

– die Begrenzungsflächen schallharte, den auftreffenden Schall reflektierende und dämpfende, den auftreffenden Schall absorbierende Anteile aufweisen,

– die reflektierende Anteile an der zum Rauminneren gerichteten Oberfläche der Begrenzungsflächen vorgesehen sind,

die absorbierende Anteile dahinter angeordnet sind,

– die reflektierenden Anteile als um eine Achse schwenkbare Lamellen ausgestaltet sind,

– die Lamellen zwischen einer ersten, so genannten geschlossenen Stellung und wenigstens einer zweiten Stellung schwenkbar sind,

– wobei die Lamellen in ihrer geschlossenen Stellung die absorbierende Anteile verdecken und eine den auftreffenden Schall reflektierende Begrenzungsfläche bilden,

dadurch gekennzeichnet, dass

– die Lamellen als flache Paneele (6) ausgestaltet sind,

– die absorbierenden Anteile als Absorptionskammern (10) ausgestaltet sind, die hinter den reflektierenden Anteilen eine räumliche Tiefe aufweisen,

– und die Paneele (6) in ihrer geschlossenen Stellung die Absorptionskammern (10) verschließen und in einer zweiten, so genannten offenen Stellung den Zutritt des Schalls in die Absorptionskammern (10) ermöglichen.
Akustikraum nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,

dass die Paneele (6) nahe dem Schallquellbereich (2) aufrecht angeordnet sind

und in wenigstens zwei unterschiedlichen offene Winkelstellungen ausrichtbar sind,

wobei sie in einer ersten offenen Winkelstellung zum Schallquellbereich (2) hin weisen und in einer zweiten offenen Winkelstellung zum Hörbereich (3) hin weisen.
Akustikraum nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Absorptionskammern (10) der Wände (4) eine räumliche Tiefe von 10 bis 30 cm aufweisen. Akustikraum nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Absorptionskammern (10) der Wände (4) eine räumliche Tiefe von etwa 16 cm aufweisen. Akustikraum nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Absorptionskammern (10) der Decke (5) eine räumliche Tiefe von 30 bis 100 cm aufweisen. Akustikraum nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Absorptionskammern (10) der Decke (5) eine räumliche Tiefe von etwa 60 cm aufweisen. Akustikraum nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass mehrere Absorptionskammern (10) vorgesehen sind, wobei die Paneele (6) einer Absorptionskammer (10) unabhängig von den Paneelen (6) einer anderen Absorptionskammer (10) verstellbar sind. Akustikraum nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Wände (4) in von 90° abweichenden Winkeln zueinander angeordnet sind. Akustikraum nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Decke (5) in einem von 90° abweichenden Winkel zu den Wänden (4) verläuft. Akustikraum nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Paneele (6) unterhalb der Decke (5) liegend angeordnet sind. Akustikraum nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass mehrere Paneele (6) zu einer Paneelgruppe zusammengefasst sind, die hinsichtlich ihrer Winkelverstellbarkeit gemeinsam angesteuert ist. Akustikraum nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Paneele (6) entlang ihrer Längsseiten Dichtungen aufweisen, derart, dass sie in ihrer geschlossenen Stellung den dahinter liegenden Absorptionskammer (10) im wesentlichen luftdicht verschließen. Akustikraum nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die reflektierenden Anteile der Begrenzungsflächen als Lamellen ausgestaltet sind, die um ihre Längsachse schwenkbar sind. Akustikraum nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass in der Absorptionskammer (10) ein akustisch wirksames Dämmmaterial angeordnet ist.






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