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Dokumentenidentifikation DE202007007286U1 18.10.2007
Titel Gerippte vorgefertigte Platte
Anmelder RECTOR LESAGE S.A., Mulhouse, FR
Vertreter Lorenz und Kollegen, 89522 Heidenheim
DE-Aktenzeichen 202007007286
Date of advertisement in the Patentblatt (Patent Gazette) 18.10.2007
Registration date 13.09.2007
Application date from patent application 22.05.2007
IPC-Hauptklasse E04C 2/06(2006.01)A, F, I, 20070522, B, H, DE
IPC-Nebenklasse E04C 2/00(2006.01)A, L, I, 20070522, B, H, DE   

Beschreibung[de]
Technischer Bereich:

Die vorliegende Erfindung betrifft eine gerippte vorgefertigte Platte durch Gießen von Beton oder Ähnlichem in eine zuvor mit einer Metallarmierung ausgestattete Gießform.

Stand der Technik:

In der Bauindustrie ist die Verwendung vorgefertigter Platten weit verbreitet. Die allgemein „Vorplatten" genannten Platten ermöglichen das Gießen von Beton auf der Baustelle, um Endplatten herzustellen. Sie sind im Allgemeinen aus verstärktem und/oder vorgespanntem Beton ausgeführt. Bei ihrer Anwendung auf der Baustelle ist es notwendig, Stützen zu positionieren, um sie zu stützen und die Spannweite und die Biegebelastungen zwischen zwei Stützen zu begrenzen. Diese Stützen können aus jeder Art von Tragkonstruktion wie zum Beispiel aus Trägermauern bestehen. Die Vorbereitung der Baustelle ist folglich komplex und zeitintensiv. Bestimmte Lösungen wurden ausgearbeitet, um die Positionierung dieser Stützen abzuschaffen, um Zeit auf der Baustelle zu gewinnen. Eine erste Lösung besteht darin, in der Platte zum Zeitpunkt der Herstellung Verstärkungsrippen hinzuzufügen, deren Anzahl und Positionierung an die gewünschte Spannweite angepasst ist. Die Spannweite ohne Stütze ist allerdings auf eine zwischen 3 und 4 Meter begrenzt. Sie kann je nach Art der Verstärkungsrippen 5 Meter erreichen, wobei ihre Kosten jedoch unannehmbar sind. Eine zweite Lösung besteht darin, die Dicke der Platte zu erhöhen und ihre Metallarmierung zu verstärken. In diesem Fall wird die Handhabung der Platte sehr schwer und kompliziert, wodurch die Kosten für ihren Transport steigen, und wobei auf der Baustelle bedeutende Hubeinrichtungen benötigt werden. Eine dritte Lösung besteht in der Herstellung gerippter Platten. In diesem Fall ist es notwendig, die Rippen gleichzeitig mit der Platte zu gießen. Dieser Vorgang ist allerdings sehr schwer durchführbar und die Geometrie der Rippen ist ungenau, weshalb das Fertigprodukt technische Daten und Leistungen aufweist, die nicht reproduzierbar und vom Zufall abhängig, bzw. nicht wiederholbar sind. Keine der Lösungen ist zufriedenstellend.

Offenbarung der Erfindung:

Die vorliegende Erfindung bietet eine Lösung für das gestellte Problem an, indem eine gerippte vorgefertigte Platte mit großer Spannweite vorgeschlagen wird, wobei ihr Gewicht und ihre Herstellungskosten begrenzt sind, und indem ihre Leistungen vollkommen beherrscht werden, so dass sie durch ein industrielles Verfahren reproduzierbar sind.

Zu diesem Zweck betrifft die Erfindung eine Platte der im Oberbegriff angegebenen Art, die dadurch gekennzeichnet ist, dass in der Gießform vorgefertigte Träger aus vorgespanntem und/oder verstärktem Beton oder Ähnlichem positioniert werden, wobei die Träger die Verstärkungsrippen der Platte darstellen, die zueinander beabstandet und mit der Platte verbunden angeordnet sind.

Zusammenfassende Beschreibung der Zeichnungen:

Die vorliegende Erfindung und ihre Vorteile werden an Hand der nachfolgenden Beschreibung einer Ausführungsform besser verständlich, die beispielhaft und nicht begrenzend unter Bezugnahme auf die dazugehörigen Zeichnungen gegeben ist, wobei:

1A, 1B und 1C perspektivische Ansichten einer Gießform zur Herstellung einer Platte gemäß der Erfindung bei jeder Herstellungsetappe sind,

2A und 2B jeweils eine perspektivische Ansicht und eine Seitenansicht eines Trägers sind, der bei der Herstellung der Platte von 1 eingesetzt wird,

3A und 3B jeweils eine perspektivische Ansicht und eine Teilansicht eines Endes einer Platte gemäß der Erfindung sind,

4A und 4B jeweils eine perspektivische Ansicht und eine Teilansicht einer ersten Plattenvariante gemäß der Erfindung sind, und

5A und 5B jeweils eine perspektivische Ansicht und eine Teilansicht einer zweiten Plattenvariante gemäß der Erfindung sind.

Veranschaulichungen der Erfindung und beste Verwirklichungsart:

Unter Bezugnahme auf 1 bis 3 wird die gerippte vorgefertigte Platte 10 gemäß der Erfindung durch Gießen von Beton oder Ähnlichem in eine Gießform 1 erhalten. Der Herstellungsvorgang wird durch 1A bis 1C in drei Etappen veranschaulicht.

Unter Bezugnahme auf 1A wird die Gießform 1 mit einer Metallarmierung 2 ausgestattet, um eine Platte aus Stahlbeton zu verwirklichen. Diese Armierung 2 umfasst in dem dargestellten Beispiel ein in dem Boden der Gießform 1 angeordnetes Gitterwerk 3, dessen äußerste Enden erhöht sind und hervorstehen, um die Verbindung der Platte mit einer Tragkonstruktion zu ermöglichen. Dieses Gitterwerk 3 umfasst drei hervorstehende durchgehende Armierungen 4, die in Längsrichtung der Platte verlaufen, um die Befestigung des gegossenen Bodens auf der Baustelle zu ermöglichen. Es kann selbstverständlich jede andere Art von Armierung geeignet sein. Die Gießform 1 besteht aus einer traditionellen Gießformbank zum Gießen von „Vorplatten", deren Länge in Abhängigkeit von der Länge der zu verwirklichenden Platte mit jeder bekannten Einrichtung anpassbar ist, die hier nicht detailliert ausgeführt ist.

Bei einer nicht dargestellten Variante kann die Gießform 1 durch Vorspannungskabel vervollständigt werden, die durch jede bekannte Einrichtung in Längsrichtung gespannt sind.

Unter Bezugnahme auf 1B wird der Beton 8 gegossen, um die Platte über eine festgelegte Dicke auszubilden, so dass die hervorstehenden durchgehenden Armierungen 4 und die äußersten Enden des Gitterwerkes 3 sichtbar bleiben.

Unter Bezugnahme auf 1C werden vorgefertigte Träger 20 aus vorgespanntem und/oder verstärktem Beton oder Ähnlichem in dem frischen Beton 8 mittels einer Hubmaschine, Laufkran oder jedem anderen angemessenen Handhabungsgerät positioniert. Die Träger 20 werden in Längsrichtung der Platte in regelmäßigem Abstand und parallel zueinander positioniert. Der Abstand zwischen den Trägern 20 ist nicht notwendigerweise regelmäßig. Vorzugsweise weisen die Träger 20 eine Länge auf, die praktisch gleich derjenigen der Platte ist. Die Anzahl und die Anordnung der Träger 20 werden in Abhängigkeit von den Biegebelastungen festgelegt, die die Platte aushalten muss. Unter ihrem Gewicht drückt sich die Bodenplatte 22 der Träger 20 in den frischen Beton 8 der Platte ein, wobei sie auf diese Weise die automatische Vergießung der Träger 20 in der Platte bei der Trocknung des Betons sicherstellt.

Es ist außerdem möglich, die Träger 20 direkt in dem Boden der Gießform 1 vor dem Gießen des Betons 8 bei der ersten Etappe des Herstellungsvorganges unter Bezugnahme auf 1A anzuordnen. In diesem Fall, und bei der zweiten Etappe unter Bezugnahme auf 1B, kommt der gegossene Beton 8 der Platte als Übergussmasse über die Bodenplatte 22 der Träger 20.

Ein Beispiel für einen bei diesem Vorgang verwendeten Träger 20 ist in 2A und 2B veranschaulicht. Dieses Beispiel ist nicht begrenzend, da dieses Verfahren die Verwendung jeder Art von Trägern 20 mit unterschiedlichem Querschnitt und Konstruktion ermöglicht. Bei diesem Beispiel umfasst der Träger 20 einen Mittelsteg 21, der durch eine Bodenplatte 22 getragen ist, die zwei Seitenspoiler 23 begrenzt. Sie kann auch einen rechteckigen Querschnitt, einen I-förmigen Querschnitt oder jede andere Form aufweisen. Dieser Träger 20 umfasst eine Metallarmierung, die aus zwei durchgehenden äußeren Stahlelementen 24 besteht, die unter der Bodenplatte 22 vorgesehen sind, wobei ein durchgehendes Kopfteilstahlelement 25, welches auf dem oberen Teil des Mittelsteges 21 vorgesehen ist, und zwei sinusförmige Stähle 26 vorgesehen sind, die auf jeder Seite vorgesehen sind und das durchgehende Kopfteilstahlelement 25 mit den äußeren durchgehenden Stahlelementen 24 verbinden. Durch die äußeren durchgehenden Stahlelemente wird die Verankerung des Trägers 20 in dem Beton 8 der Platte begünstigt. Die Verankerung kann weiter verbessert werden, indem zusätzliche Transversalstähle 27 in den Armierungsknotenpunkten hinzugefügt werden, wie in den Figuren dargestellt. Selbstverständlich kann jede andere Armierungsform oder Verankerungssystem geeignet sein.

Nach der Trocknung des Betons 8 und unter Bezugnahme auf 3A, wird die gerippte vorgefertigte Platte 10 gemäß der Erfindung aus der Gießform gelöst, und ist gebrauchsfertig. Die Träger 20, die fest in die Platte integriert sind, bilden die Rippen zur Verstärkung bzw. Verstärkungsrippen aus, welche die Widerstandsfähigkeit derselben gegen Biegung ohne höhere Kosten und ohne nachteiliges Übergewicht beträchtlich erhöhen, wodurch ihnen das Erreichen von Spannweiten von mindestens 6 Metern ermöglicht wird, wobei auf diese Weise eine Verwendung auf der Baustelle ohne Stützen ermöglicht wird.

In 3B ist eine vergrößerte Ansicht des Endes der erhaltenen gerippten Platte 10 dargestellt, bei der man sieht, dass die Bodenplatte 22 der Träger 20 leicht in den Beton 8 der Platte versenkt ist, wobei die äußeren durchgehenden Stahlelemente 24 eingegossen sind, und man die hervorstehenden durchgehenden Armierungen 4 des Gitterwerkes 3 sieht.

Ausführungsvarianten der Erfindung:

Durch dieses einfache und kostengünstige Herstellungsverfahren wird die Ausführung jeder Variante gerippter Platten 10 ermöglicht. In 4 und 5 sind zwei Beispiele von gerippten Vorspannhohlplatten 11, 12 dargestellt, die verwendet werden, um den fertiggestellten Boden leichter zu gestalten, indem das notwendige Volumen des auf der Baustelle vergossenen Betons verringert wird.

Unter Bezugnahme auf 4A und 4B weist die gerippte Vorspannhohlplatte 11 ergänzende Elemente 31 auf, die in den Abständen angeordnet sind, die zwischen den Trägern 20 und den hervorstehenden durchgehenden Armierungen 4 vorhanden sind. Die Anzahl und die Anordnung der ergänzenden Elemente 31 werden in Abhängigkeit von dem gewünschten Hohlraumvolumen bestimmt. Die ergänzenden Elemente 31 sind länglich, erstrecken sich über die gesamte Länge der Platte, und sind hohl. Sie sind zum Beispiel aus Rohren aus Kunststoffen oder Ähnlichem ausgebildet, und werden in der Platte 11 im Verlauf ihrer Herstellung wie die Träger 20 positioniert. Auf diese Weise werden die ergänzenden Elemente in dem Beton 8 Platte bei dessen Trocknung automatisch vergossen.

Unter Bezugnahme auf 5A und 5B wird die gerippte Vorspannhohlplatte 12 mithilfe von länglichen ergänzenden Elementen 32 hergestellt, die aus Blöcken von Werkstoff mit geringer Dichte bestehen, wie zum Beispiel aus Polystyrol oder jedem anderen schaumförmigen, wabenförmigen oder ähnlichen Kunststoff.

Diese Beispiele sind nicht begrenzend. Die ergänzenden Elemente 31, 32 sind länglich und weisen eine Länge auf, die praktisch gleich derjenigen der Träger 20 ist, können jedoch durch Elemente kleinerer Größe ersetzt werden, die auf der Oberfläche der Platte verteilt sind.

In gleicher Weise wird durch das Herstellungsverfahren die unterschiedliche Ausführung von gerippten Platten ermöglicht, zum Beispiel schachbrettartig, indem zwischen den Trägern 20 Elemente (nicht dargestellt) positioniert werden, die transversale Rippen ausbilden, oder jede andere vorstellbare Variante.

Möglichkeiten der industriellen Anwendung:

Das beschriebene Herstellungsverfahren ist leicht in der Industrie verwendbar. Es ermöglicht die Herstellung gerippter Platten aus verstärktem und/oder vorgespanntem Beton, die vorgespannt sind oder nicht, für die Bauindustrie, wobei sie angepasste, gesteuerte und reproduzierbare technische Merkmale aufweisen. Die so erhaltenen Platten bieten optimale Leistungen bei kontrollierbarem Gewicht und Produktionskosten. Über die Höhe und den Abstand der Träger 20 kann sich die gerippte Platte 10-12 an jede Spannweite und an jede Dicke des Bodens anpassen. Die zur Versteifung der gerippten Platte 10-12 dienenden Träger 20 können auch zur Positionierung der oberen Armierungen dienen, die vor dem Gießen einer Platte oder eines Bodens auf der Baustelle positioniert wurden.

Aus dieser Beschreibung geht klar hervor, dass die Erfindung das Erreichen der festgelegten Ziele ermöglicht. Die vorliegende Erfindung ist nicht auf die beschriebenen Ausführungsbeispiele begrenzt, sondern erstreckt sich auf jede für Fachleute auf diesem Gebiet offensichtliche Abänderung und Variante, wobei sie in dem durch die beigefügten Ansprüche festgelegten Schutzumfang verbleibt.


Anspruch[de]
Gerippte vorgefertigte Platte (10-12) aus Beton oder Ähnlichem,

dadurch gekennzeichnet, dass

sie vorgefertigte Träger (20) aus vorgespanntem und/oder verstärktem Beton oder Ähnlichem aufweist, die mit einer äußeren Verankerungsarmierung (24, 27) versehen sind, die unter der Bodenplatte (22) vorgesehen ist, wobei die Träger (20), welche die Verstärkungsrippen der Platte (10-12) darstellen, voneinander beabstandet in dem Beton (8) der Platte (10-12) verankert und vergossen angeordnet sind.
Platte nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Träger (20) teilweise durch den Beton (8) der Platte (10-12) übergossen sind. Platte nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Träger (20) parallel voneinander beabstandet sind und sich praktisch über die Länge der Platte (10-12) erstrecken. Platte nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass sie ergänzende Elemente (31, 32) aufweist, die hohl sind und/oder eine geringe Dichte aufweisen, um eine gerippte Vorspannhohlplatte (11, 12) auszubilden. Platte nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die ergänzenden Elemente (31, 32) länglich und mindestens zwischen den Trägern (20) eingeschoben, und in dem Beton (8) der Platte (11, 12) vergossen sind.






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