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Dokumentenidentifikation DE10149931B4 25.10.2007
Titel Verfahren zur Herstellung eines Rohres
Anmelder SCHOTT AG, 55122 Mainz, DE
Erfinder Wolfrum, Alfons, 95643 Tirschenreuth, DE;
Schmid, Albert, 95666 Mitterteich, DE;
Frahs, Rudolf, 95666 Mitterteich, DE;
Neukirchen, Andrea, 95666 Mitterteich, DE;
Hecht, August, 95676 Wiesau, DE;
Meier, Jürgen, 95666 Mitterteich, DE
DE-Anmeldedatum 10.10.2001
DE-Aktenzeichen 10149931
Offenlegungstag 30.04.2003
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 25.10.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 25.10.2007
IPC-Hauptklasse C03B 23/09(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, DE

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung eines Rohres, das zum Herstellen von Glasrohrfläschchen und Glasampullen sowie Glasspritzen geeignet ist.

Aus EP-111 710 B1 ist ein Verfahren zum Herstellen von Glasrohrfläschchen bekannt, bei dem ein Glasrohr an beiden Enden einer Rohrlänge erweicht wird, die erweichten Enden axial ausgezogen werden, bis das Glasrohr zusammenfällt und geschlossene Rohrenden erhalten werden, und bei dem in unmittelbarer Nähe des einen geschlossenen Rohrendes eine punktförmige Öffnung angebracht wird und die so präparierte Rohrlänge in einem Fertigungsautomaten eingesetzt und dort zu Glasfläschchen verarbeitet wird, wobei die Rohrlänge in vertikaler Anordnung derart in den Fertigungsautomaten eingesetzt wird, dass die punktförmige Öffnung unten liegt, dass an dem oberen Ende die Rohrwandung mäßig erwärmt wird, dass an einer Stelle oberhalb der punktförmigen Öffnung die Rohrlänge thermisch durchgetrennt wird, wobei sich auch an dem restlichen Rohr vorübergehend ein Boden bildet, der jedoch in folge des sich aufbauenden Überdrucks sofort wieder aufplatzt, dass an dieser Stelle die Mündung des ersten Rohrfläschchens geformt wird, dass in einem der Länge des Rohrfläschchens entsprechendem Abstand von dieser Stelle das Rohr erneut thermisch durchtrennt wird, wobei gleichzeitig der Boden des ersten Rohrfläschchens und ein weiterer Boden an dem restlichen Rohr gebildet werden, der jedoch in Folge des sich aufbauenden inneren Überdrucks sofort wieder aufplatzt, und dass die Verfahrensschritte an dem restlichen Rohr wiederholt werden, wodurch Rohrfläschchen entstehen, die eine für pharmazeutische Anwendungen geeignete Sauberkeit aufweisen.

In DE-1114992 B wird ein Verfahren beschrieben, bei dem von einem beidseitig offenen Rohr ausgehend zunächst beide Enden vollständig zugeschmolzen werden. Anschliessend wird in einem zusätzlichen Arbeitsschritt mit Hilfe eines Brenners im Bereich eines Endes ein Loch in die zuvor geschlossenen Oberfläche des Glasrohres gebrannt.

Auch in DE-3341313 C2 wird ein Verfahren eingesetzt, bei dem beide Enden eines Glasrohres vollständig verschlossen werden. Zusätzlich wird in der Rohrwandung mit einem Stichbrenner eine kleine Öffnung angebracht.

Gasfläschchen und Glasampullen werden aus einem längeren Glasrohr gezogen. Das Glasrohr muss zur Vermeidung von Vereinreinigung an beiden Enden verschlossen werden. Üblicherweise wird das Glasrohr an einem Ende ausgezogen, wodurch sich ein Boden ausbildet. Bevor das zweite Ende ausgezogen wird, ist es erforderlich in der Nähe des Bodens eine Öffnung anzubringen. Die Öffnung ist notwendig, da sonst aufgrund des Überdrucks, der beim Abziehen an beiden Enden entsteht, der Boden platzt. Durch Anbringen der Öffnung ergeben sich mehrere Nachteile. Bein Anbringen der Öffnung bildet sich im Innenrohr eine Blase aus, die platzt. Beim Platzen der Blase werden sehr feine Glaspartikel sogenannte Flitter freigesetzt. Die Flitter verteilen sich im Rohr und führen zur Verunreinigung. Beim Erhitzen des Glases dampfen Borate aus, die im Rohr an kälteren Stellen auskristallisieren. Durch die Bildung der seitlichen Öffnung wird eine über die Zylinderfläche hinausragende Wulst gebildet. Durch die Unebenheit entstehen bei verpackten Rohren durch Reibung und Punktbelastung während des Transports Kratzer und Brüche. Der Vorgang der Öffnungsherstellung muss im Prozess kontrolliert werden, da fehlende Öffnungen zu Schwierigkeiten bei der Fläschchenherstellung führen. Ein Rohr mit einer fehlenden Öffnung führt zu einem Verlust in der Produktion.

Aufgabe der Erfindung ist es ein wirtschaftliches und umweltschonendes Verfahren zur Herstellung eines Rohres vorzuschlagen, welches insbesondere zur Herstellung von Glasrohrfläschchen und Glasampullen sowie Glasspritzen geeignet ist.

Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung wird durch ein Verfahren zur Herstellung eines Rohres, das zur Herstellung von Glasfläschchen, Glasampullen und Glasspritzen geeignet ist gelöst, wobei

  • a) von einem kontinuierlichen Glasrohrstrang eine Rohrlänge abgetrennt wird,
  • b) das eine der beiden offenen Enden dieser Rohrlänge erweicht wird und mittels einer in axialer Richtung wirkender Kraft ausgezogen wird, bis das Rohr zusammenfällt und ein erster planerer oder leicht nach innen gewölbter Boden entstanden ist,
  • c) das zweite offene Ende so lange kontrolliert erweicht wird und ein zweiter Boden zu läuft, bis eine kleine axiale zentrische Öffnung im Boden erreicht wird.

Beim erfindungsgemäßen Verfahren wird keine Öffnung angebracht, sondern diese entsteht beim vorsichtigen und kontrollierten Erweichen des zweiten Endes. Es bildet sich daher im Innenrohr keine Blase aus, die platzt, wodurch auch keine Flitter freigesetzt werden. Ebenso können auch keine Borate ausgedampft werden und an kälteren Stellen auskristallisieren. Bei den erfindungsgemäßen Rohren wird keine über die Zylinderfläche hinausragende Wulst gebildet. Bei verpackten Rohren entstehen daher keine Kratzer und Brüche, da keine Reibung und Punktbelastung der verpackten Rohre während des Transports erfolgen. Da fehlende Öffnungen vermieden werden, kann dadurch kein Verlust in der Produktion entstehen.

Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren entfällt der Arbeitsgang des Locheinbrennens und damit die wartungsanfällige Vorrichtung zum Einbrennen des Loches.

Eine Ausgestaltung der Erfindung ist ein Verfahren bei dem die Erweichung des zweiten offenen Endes kontrolliert abläuft. Der Vorteil ist, dass durch kontrolliertes Erweichen eine Öffnung mit gewünschtem Durchmesser erreicht wird.

Eine bevorzugte Ausgestaltung der Erfindung ist ein Verfahren bei dem die Herstellung automatisch erfolgt. Der weitere Vorteil ist der automatische Ablauf.

Eine bevorzugte Ausgestaltung der Erfindung ist ein Verfahren bei dem die Herstellung kontinuierlich erfolgt.

Die vorliegende Erfindung wird anhand einer Zeichnung näher erläutert. Die Zeichnung besteht aus 1 und 2. Es zeigen 1 einen Längsschnitt durch ein einfindungsgemäßes Rohr. 2 zeigt einen Querschnitt durch ein erfindungsgemäßes Rohr. Im Längsschnitt ist zu sehen, dass das Rohr (1) einen leicht nach innen gewölbten Boden (2) aufweist. Der andere Boden (4) läuft durch das erfolgte Erweichen zu. Der Boden (4) weist eine axiale zentrische Öffnung (3) im Boden auf. Der Querschnitt zeigt die Wanddicke des Rohres (1), den Boden (4) und die Öffnung (3).


Anspruch[de]
Verfahren zur Herstellung eines Rohres, das zur Herstellung von Glasfläschchen, Glasampullen und Glasspritzen geeignet ist, wobei

a) von einem kontinuierlichen Glasrohrstrang eine Rohrlänge (1) abgetrennt wird,

b) das eine der beiden offenen Enden dieser Rohrlänge (1) erweicht wird und mittels einer in axialer Richtung wirkenden Kraft ausgezogen wird, bis das Rohr (1) zusammenfällt und ein erster planerer oder leicht nach innen gewölbter Boden (2) entstanden ist,

c) das zweite offene Ende so lange kontrolliert erweicht wird und ein zweiter Boden (4) zu läuft, bis eine kleine axiale zentrische Öffnung (3) im Boden (4) erreicht wird.
Verfahren zur Herstellung eines Rohres nach Anspruch 1, wobei die Herstellung automatisch erfolgt. Verfahren zur Herstellung eines Rohres nach Anspruch 1 oder 2, wobei die Herstellung kontinuierlich erfolgt.






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