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Dokumentenidentifikation DE102005022505B4 25.10.2007
Titel Rollobahn
Anmelder Weiß, Albert, 74747 Ravenstein, DE
Erfinder Weiß, Albert, 74747 Ravenstein, DE
Vertreter Canzler & Bergmeier, Patentanwälte, 85055 Ingolstadt
DE-Anmeldedatum 11.05.2005
DE-Aktenzeichen 102005022505
Offenlegungstag 08.12.2005
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 25.10.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 25.10.2007
IPC-Hauptklasse D03D 1/06(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, DE
IPC-Nebenklasse D03D 5/00(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, DE   F25D 23/02(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, DE   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung einer Rollobahn zum Abschließen von Öffnungen bei Fenstern, Kühlmöbeln und dergleichen, bei welcher die parallel zur Bewegungsrichtung liegenden Ränder Borsten aufweisen sowie eine Rollobahn.

Eine derartige Rollobahn ist zum Abdichten einer Fensteröffnung oder auch einer Verkaufsöffnung von Kühlmöbeln und dergleichen bekannt. Es sollen Lichteinfall oder auch Temperaturverluste verhindert werden (DE 87 12 220 U1). Bei dieser bekannten Vorrichtung werden Führungsleisten mit engen Spalten angebracht, in denen die Rollobahn seitlich dichtend geführt ist. Anstelle der engen Spalten der Führungsleisten können auch Bürsten- oder Gummidichtungen an den Führungsleisten angeordnet werden, an denen die Bahnrandbereiche reibend entlangstreichen. Diese Ausrüstung der Ränder, an denen die Rollobahn anschließen soll, ist aufwendig. Außerdem bedingt diese Lösung die Anordnung von Führungsstegen zwischen den einzelnen Rollobahnen, die eine breitere Öffnung bei Kühlmöbeln abdecken sollen. Derartige Stege in der Kühlmöbelöffnung im Abstand der Rollobahnbreite sind störend und bedingen eine vorgegebene Unterteilung des Kühlmöbels.

Es ist deshalb schon vorgeschlagen worden (DE 198 48 395 A1), die parallel zur Bewegungsrichtung liegenden Ränder der Rollobahn mit einer Reihe aus Borsten oder einem Folienstreifen zu besetzen. Diese Lösung hat jedoch den Nachteil, daß die aufgesetzten Borsten- oder Folienstreifen in einem zusätzlichen Arbeitsgang an der Rollobahnkante befestigt werden müssen. Dies kann durch Kleben oder Nähen oder eine ähnliche Befestigungstechnik erfolgen. Dabei besteht die Gefahr, daß Verwerfungen an der Kante durch diese Befestigung auftreten. Ferner wird die Kante durch den Borstenbesatz verstärkt und führt beim Aufrollen zu Wulstbildung. Abgesehen davon, daß der Aufrollraum wegen dieser Wulstbildung erheblich vergrößert werden muss, lässt sieh eine Rollobahn mit diesen Wulsten ohne Faltenbildung und Verzerrung nicht aufwickeln. Diese Lösung hat deshalb keine praktische Anwendung finden können.

Durch die US 2.141.386 werden webtechnische Maßnahmen beschrieben, die erforderlich wären, um eine Rollobahn mit Fransen herzustellen durch überstehende, nicht eingebundene Schußfäden. Dabei kann der Schußfaden auch aus einem schwereren und somit gröberen Faden bestehen. Mit dieser bekannten Maßnahme sollen Kleidungsstücke, insbesondere Halstücher und Schals, hergestellt werden mit Fransen, die flauschig und damit weich sein sollen, um die Schmiegsamkeit des Schals nicht zu beeinträchtigen. Die nach dieser Webtechnik hergestellten Warenstücke sind deshalb nicht geeignet, als Rollo verwendet zu werden, da ihnen jegliche Steifigkeit fehlt. Insbesondere werden hier schmiegsame Fransen und keine Borsten am Rand erzeugt. Diese bekannten webtechnischen Maßnahmen sind deshalb ungeeignet und legen die erfindungsgemäße Lösung der Aufgabe nicht nahe.

Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, die geschilderten Nachteile zu vermeiden und eine Rollobahn zu schaffen, die einfach in der Herstellung ist und dennoch einen dichtenden Abschluß zwischen den Rollobahnen oder auch zum Randbereich der zu verschließenden Öffnung gewährleistet.

Diese Aufgabe wird durch die Merkmale des Anspruchs 1 gelöst. Dadurch, daß die Borsten durch biegeelastische Schußfäden gebildet werden, die über die Kettfadeneinbindung am Rande hervorstehen, erübrigt sich das Anbringen eines Borstenbesatzes und damit auch ein zusätzlicher Arbeitsgang. Die Dicke der Rollobahn ist über die gesamte Breite gleich, so daß keine Wulste beim Aufrollen entstehen. Durch Randkettfäden wird eine Produktionskante gearbeitet, so daß die Stoffbahn in der Ausrüstung in einfacher Weise kontinuierlich gehandhabt werden kann. Die Borsten entstehen durch Entfernen der Produktionskante. Auch hier ist kein besonderer Arbeitsgang oder gar ein Konfektionieren notwendig.

Es können auch mehrere Rollobahnen in der Breite nebeneinander gearbeitet werden, wobei die Borsten beim Vereinzeln der Rollobahnen und gleichzeitigem Abtrennen des Produktionsrandes entstehen. Die Rollobahnen können gewebt oder als Kettengewirke gearbeitet werden. Der so erzeugte Stoff kann als Trägerstoff benutzt und mit verschiedenen Kaschierungen belegt werden. Durch die Wahl eines feinen Kettfadens und eines wesentlich stärkeren Schußfadens mit weniger Filamenten wird nicht nur eine gute Steifigkeit und Verschleißfestigkeit der Borsten erreicht, sondern auch die Rollfähigkeit des Rollos bei gleichzeitiger guter Planlage erheblich verbessert.

Weitere Einzelheiten der Erfindung werden anhand der Zeichnungen erläutert.

Es zeigen

1 eine Rollobahn mit eingearbeiteten Borsten.

2 zeigt eine andere Rollobahn mit verschiedenen Schußdichten.

3 zeigt eine Stoffbahn, in welcher mehrere Rollobahnen nebeneinander fortlaufend gearbeitet werden.

4 und 5 zeigen eine Rollobahn, die als Kettengewirk hergestellt worden ist.

In 1 ist schematisch eine Rollobahn 1 dargestellt, die aus einer von Kett- und Schußfäden gebildeten Rollobahnfläche 11 besteht und in ihrem Randbereich Borsten 12 aufweist. Die Fläche 11 kann durch Weben oder auch Wirken hergestellt werden. Über die von Kett- und Schußfäden gebildete Rollobahnfläche 11 stehen an den beiden Randseiten Schußfäden hinaus, die nicht durch Kettfäden eingebunden und nach dem Rand zu einseitig offen sind. Sie bilden eine flexible Borstenkante 12, die sich durch ihre Elastizität jeweils an den Rand der Öffnung, die die Rollobahn 1 abschließen soll, anpassen kann, so daß ein dichtender Abschluß zum Rand der Öffnung wie auch zum Nachbarrollo gegeben ist.

In 2 ist eine Rollobahn 2 mit Borsten 25 gezeigt. Diese Rollobahn 2 weist von Kettfäden 24 und Schußfäden 23 gebildete Flächen 21 und 22 auf, die sich in der Schußfadendichte unterscheiden. Es kann in manchen Fällen zweckmäßig sein, im oberen Teil des Rollos 2 die Fläche 21 gegenüber dem durch die Fläche 22 gebildeten unteren Teil porös zu gestalten, um eine bestimmte Luftströmung entlang der Rollobahn 2 zu erhalten. Durch eine solche Luftströmung kann insbesondere bei Kühlmöbeln die Ablagerung von Kondenswasser an der Innenseite des Rollos vermieden werden. Wie bei der Rollobahn 1 in 1 sind die Ränder 25 der Rollobahn 2 als Borstenkante ausgebildet.

Gerade bei einer solchen Ausführung zeigt sich der große Vorteil der vorliegenden Erfindung: Die Ränder 25 der Rollobahn 2 müssen in keiner Weise den geschlossenen Flächen 21 und 22 angepaßt oder mit Borsten besetzt werden, da sie in gleicher Weise wie diese entstehen. Ein besonderer Arbeitsgang entfällt somit. Durch Änderung der Schußfadendichte während des textilen Herstellungsvorganges (Weben oder Wirken) entstehen größere oder kleinere Abstände auch zwischen den Borsten, und es wird ohne weiteren Aufwand eine größere oder geringere Durchlässigkeit auch am Rand erreicht.

In der Fläche 21 wird durch die unterschiedliche Schußfadendichte ein durchlässigeres Fadennetz erzeugt, als in der Fläche 22. Wird in der Ausrüstung eine dünnflüssige Beschichtung für die Flächen 21 und 22 gewählt, so kann damit verhindert werden, daß die eingewebten oder eingewirkten Öffnungen in der Fläche 21 zugeschmiert werden. Die Fläche 21 bleibt gegenüber der Fläche 22 porös. Die Borstenränder 25 bleiben unbeschichtet, um ein Verkleben der Borsten zu verhindern. Somit kann nicht nur im Randbereich 25, sondern auch im Flächenbereich 21 des Rollos 2 eine gewünschte Durchlässigkeit erreicht werden, ohne daß ein besonderer Lochvorgang vorgenommen wird. Teure Matritzen und Stanzvorgänge werden vermieden. Die Rollobahn 2 wird fertig aus einer kontinuierlich erzeugten und ausgerüsteten Stoffbahn herausgelöst.

Aus 3 ist die Herstellung der Rollobahnen mit angearbeiteten Borsten zu entnehmen. Es wird zunächst auf einer Web- oder Kettenwirkmaschine eine Stoffbahn 3 hergestellt. 3 zeigt eine solche Stoffbahn 3, in welcher fortlaufend Rollobahnen 31 nebeneinander und hintereinander erzeugt werden. Die Stoffbahn 3 weist zu beiden Seiten eine Produktionskante 33, einen Bereich 32 ohne Kettfäden 24 sowie die eigentliche Rollobahn 31 auf, die an beiden Seiten von einem festen Rand 34 eingesäumt ist. Zwischen den Rollobahnen 31 befindet sich ein Streifen 36, in welchem keine Kettfäden 24 eingezogen sind. In diesen Bereichen 32 und 36 entstehen im weiteren Verlauf der Herstellung die Borsten 12. Dieser Streifen 36 hat etwa die Breite der doppelten Borstenlänge. Der Bereich 32 und der Streifen 36 kann auch dadurch von Kettfäden 24 freigehalten werden, daß die Kettfäden 24 aus diesen Bereichen seitlich abgeleitet und zur Bildung des Produktionsrandes 33 und des festen Randes 34 benutzt werden, um dort eine Verdichtung von Kettfäden zu erreichen.

Die Schußfäden 23 werden über die gesamte Breite der Stoffbahn 3 eingetragen, die sich von einer Randproduktionskante 33 zur anderen erstreckt. In den Bereichen 32 und 36 sind keine Kettfäden 24 vorgesehen, so daß sich die Schußfäden 23 über diesen Bereich uneingebunden erstrecken. Lediglich am Rand zwischen diesen Bereichen 32 und 36 und der eigentlichen Rollobahn 31 wird ein fester Rand 34 gebildet, um die Rollobahn gegen mechanische Beanspruchung widerstandsfähiger zu machen. In der Regel geschieht dies durch Verdichtung der Kettfäden 24. Es kann allerdings auch ein thermoelastischer Kettfaden vorgesehen werden, der in der Ausrüstung schmilzt und zu einer Verklebung führt. Hierfür sind verschiedene Techniken bekannt, so daß diese hier nicht näher erläutert werden müssen.

Zwischen den einzelnen Rollobahnen 31 sind quer zur Längsrichtung der Stoffbahn 3 Trenngassen 35 eingearbeitet, die ein leichtes Trennen und Herauslösen der Rollobahnen 31 aus der Stoffbahn 3 ermöglichen. In der Regel werden diese Trenngassen 35 dadurch erzeugt, daß in diesem Bereich keine Schußfäden 23 eingetragen werden, so daß die Kettfäden 24 ohne Schußeinbindung frei liegen und durch einen Schneidvorgang leicht durchtrennt werden können. Ferner kann eine Schlauchtasche 37 in die Rollobahn 31 eingewebt werden zur Aufnahme eines Rollostabes oder anderer Versteifungselemente. In diesem Zusammenhang wird auf die EP 0942 087 verwiesen. Die dort beschriebenen Techniken können auch bei dieser Rollobahn 31 mit Vorteil angewendet werden.

Um die für die Borsten 12 erforderliche elastische Steifigkeit zu erhalten, wird für die Schußfäden 23 oder 52 eine entsprechende Garnstärke, aber auch entsprechendes Material eingesetzt. Bei dem in 5 gezeigten Ausführungsbeispiel wurden folgende Garne eingesetzt:

Kette Polyester dtex 167f32x1, texturiert endlos Schuß dtex 334x5, texturiert endlos.

Wie aus 5 ersichtlich, ist der Schußfaden 52 sehr dick, während die Kette 4 vergleichsweise sehr dünn ist. Das hat bei dem fertigen Rollo den Effekt, daß sich das Material in Kettrichtung wegen der vergleichsweisen dünnen Fäden 4 sehr gut wickeln läßt, was beim Aufwickeln auf Wellen mit kleinem Durchmesser besonders wichtig ist. Im Schuß ist ein sehr dicker Faden 52 verwendet worden, der eine gute Querstabilität ermöglicht, so daß das Rollo eine gute Planlage hat.

Die Stoffbahn 3 läuft nach ihrer Herstellung durch Weben oder Wirken durch einen Ausrüstungsbereich. Sie wird dabei an den Produktionskanten 33 seitlich gespannt und geführt. Zunächst erfolgt in einem ersten Veredelungsschritt das Waschen und Fixieren der aus rohweißem Garnmaterial hergestellten Stoffbahn 3. Das Fixieren erfolgt bei ca. 180-200 Grad.

Um ein Verdichten der Stoffbahn zu erreichen und die Oberfläche zu glätten, kann zusätzlich jetzt noch ein Glättvorgang auf einem Glättkalander erfolgen. Der Glättkalander hat auf der einen Seite eine Stahlwalze, die auf ca. 200 Grad erhitzt wird, und gegen welche auf der anderen Seite eine Gummiwalze drückt. Durch hohen Druck und durch die Temperatur wird das Material verdichtet und die Oberfläche auf der später zu bedampfenden Seite der Stoffbahn 3 geglättet. Wie aus 5 erkennbar, wird der Multifilamentschußfaden 52 durch einen solchen Glättvorgang plattgedrückt und damit verbreitert, so daß die Rollobahn 5 sichtlich verdichtet ist. Soll die Rollobahn 31 oder 5 zum Abschließen beispielsweise einer Verkaufsöffnung bei Kühlmöbeln dienen, wo es darauf ankommt, durch das Rollo eine Temperaturtrennung zwischen der Innenluft des Kühlmöbels und der das Kühlmöbel umgebenden Luft herbeizuführen, so ist es zweckmäßig, die Stoffbahn 3 bzw. 5 auf der einen Seite im Vakuum mit Aluminium zu bedampfen.

Da die Stoffbahn nach der vorangegangenen Behandlung noch in einem relativ weichen und labilen Zustand ist, muß diese mit einer Steifausrüstung versehen werden, damit sie der gewünschten Rollfunktion genügt, d.h. daß die Rollobahn glatt, planeben und verzugsfest ist. Hierfür wird die Stoffbahn 3 auf dem Spannrahmen weitergeführt und in eine hochviskose Flüssigkeit eingetaucht, abgequetscht und anschließend durch einen Trockenkanal zur Trocknung geführt. In dieser Flüssigkeit sind auf wässriger Basis PU-Anteile und andere Chemikalien gelöst, die beim Eintauchen die Garne komplett durchnetzen. Beim Trocknen entsteht eine Versteifung und gleichzeitig eine Versiegelung, die einen Korrosionsschutz auf der aluminiumbedampften Seite bewirkt. Abschließend wird im Thermodruckverfahren die Seite der Stoffbahn 3, die nicht mit Aluminium bedampft ist, bedruckt.

Anstelle der Imprägnierung der Stoffbahn 3 kann aber auch eine Beschichtung durch Aufkleben eines Vlieses oder einer Folie erfolgen, je nach dem welchem Verwendungszweck die Rollobahnen 31 dienen sollen. Auch eine Rakelbeschichtung ist möglich. Bei diesem Arbeitsgang für das Bekleben oder Beschichten mit einem Vlies oder einer Folie ist darauf zu achten, daß die Bereiche 32 und 36, in denen die Borsten 12 entstehen sollen, von der Beschichtung frei bleiben. Zweckmäßig kann aber auch zur Versteifung der Borsten 12 eine Sonderausrüstung derselben in diesen Bereichen 32 und 36 erfolgen.

Nach Fertigstellung dieser Ausrüstung oder Beschichtung werden durch im Transportweg angeordnete Schneideinrichtungen die Produktionskanten 33 entfernt und die beiden Rollobahnen 31 in der Mitte des Streifens 36 voneinander getrennt. Dadurch werden die überstehenden und nicht eingebundenen Schußfäden 23 einseitig als Borsten freigesetzt. Ebenso werden die Rollobahnen 31 an der Trenngasse 35 in Längsrichtung voneinander getrennt. Die Rollobahn 31 ist fertig, ohne daß eine weitere Handhabung erforderlich ist. Selbst die für Versteifungsstäbe oder Rollostäbe erforderlichen Taschen 37 sind bereits eingearbeitet. Diese Herstellungsart bietet die Möglichkeit, Rollobahnen 31 jeder gewünschten Breite und Länge vollautomatisch und kontinuierlich herzustellen. Durch die Vermeidung manueller Eingriffe und Konfektion werden nicht nur in hohem Maße Arbeitskosten eingespart, sondern gleichzeitig auch eine hohe Qualität und Gleichmäßigkeit der erzeugten Rollobahnen 31 gewährleistet.

Die textile Herstellung der Stoffbahn 3 kann sowohl durch Weben, aber auch mit großem Vorteil durch Wirken hergestellt werden. 4 zeigt das Schema einer gewirkten Rollobahn 5 in Form einer sog. Vollschußware. In Kettrichtung werden die Kettfäden 41 zu Maschenketten 4 (Kettmaschenstäbchen) verarbeitet, die durch Eintragung von Schußfäden 52 miteinander verbunden sind. Die Borsten 51 entstehen, wie bei der 3beschrieben, nach Entfernen des Produktionsrandes 33. Im Übrigen ist die Herstellung einer solchen Rollobahn 5 auf einer Kettenwirkmaschine die gleiche wie oben beschrieben. Der Unterschied besteht lediglich darin, daß die Kettfäden nicht einfach mit Schußfäden durch Fachbildung gekreuzt werden, sondern zu Maschenstäbchen 4 verarbeitet werden, die die Schußfäden 52 einbinden. 5 zeigt einen Ausschnitt aus einer solchen gewirkten Rollobahn 5. Für den Schußfaden 52 ist, wie oben schon erwähnt, ein voluminöser Multifilamentfaden verwendet worden. Die freien Enden 51 der Schußfäden 52 können nach Entfernen der Produktionskante 33 sich pinselartig öffnen. Dennoch sind diese biegeelastisch und bilden eine geschlossene Fläche, die Hindernissen ausweichen kann und sich an die Ränder der zu verschließenden Öffnung gut anschmiegt.

Je nach Einsatz des Materials für die Schußfäden können die Eigenschaften der Borsten variiert werden: Anstelle des beschriebenen voluminösen Schußfadens können auch steife gefachte Endlosfäden verwendet werden. Bei Verwendung eines monofilen Fadens als Schußfaden entsteht eine relativ harte Kante, bei der die einzelnen freistehenden Schußfäden jedoch trotzdem noch flexibel sind. Ferner können grundsätzlich alle Materialien zum Einsatz kommen, die sich web- oder wirktechnisch verarbeiten lassen. Dazu gehören u.a. auch Fäden bzw. Drähte aus Metall oder Holz oder anderen denkbaren Materialien. Wichtig ist in diesem Zusammenhang, daß die gesamte Stoffbahn 3 oder auch 5 vor der Erstellung der Zuschnitte so ausgerüstet bzw. behandelt wird, daß der geschilderte Borsteneffekt entsteht, ohne daß dabei partiell im Kantenbereich Material aufgetragen werden muß. Dadurch werden Rollwulste vermieden. Neben dem Effekt der ansatzlosen verdickungsfreien Borstenränder wird durch das erfindungsgemäße Verfahren ein wesentlicher Kostenvorteil erreicht. Tatsächlich ist der Fertigungsablauf der Stoffbahnen ohne diese Borsten der gleiche wie mit Borsten, so daß die seitlichen Borsten im Prinzip keinerlei Mehrkosten verursachen.

1
Rollobahn
11
Rollobahnfläche
12
Borsten
2
Rollobahn
21
dichte Rollobahnfläche
22
poröse Rollobahnfläche
23
Schußfäden
24
Kettfäden
25
Borstenrand
3
Produktions-Stoffbahn
31
Rollobahn
32
Borstenbereich, kettfreier Streifen
33
Produktionskante
34
fester Rand
35
Schnitt- oder Trenngasse
36
kettfreier Streifen
37
Schlauchtasche
4
Kettmaschenstäbchen
41
Kettfaden
5
gewirkte Rollobahn
51
Borsten
52
Schußfaden


Anspruch[de]
Verfahren zur Herstellung einer Rollobahn zum Abschließen von Öffnungen bei Fenstern, Kühlmöbeln und dergleichen, bei welcher die parallel zur Bewegungsrichtung liegenden Ränder Borsten aufweisen, dadurch gekennzeichnet, daß in die Rollobahn (1, 2, 31, 5) als Schußfäden (23, 52) biegeelastische Garne eingearbeitet werden, die in dem Bereich (32, 36), in dem Borsten (12, 51) entstehen sollen, nicht durch Kettfäden (24, 4) eingebunden werden. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Kettfäden (24, 4) aus dem für die Borsten (12, 51) vorgesehenen Bereich (32, 36) entfernt werden, während die Schußfäden (23, 52) über diesen Bereich durchgehend eingetragen werden. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Schußfäden (23, 52) neben dem kettfadenfreien Bereich (32) mit Randkettfäden eine Produktionskante (33) zur Handhabung der Stoffbahn (3) während ihrer Ausrüstung bilden, die nach erfolgter Ausrüstung entfernt wird. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß mehrere Rollobahnen (31) in der Breite nebeneinander gearbeitet werden, wobei im Bereich (36) zwischen den Rollobahnen (31) in einer Breite, die etwa der doppelten Borstenlänge entspricht, keine Kettfäden (24) vorgesehen werden, und durch die Trennung der Rollobahnen (31) durch Durchtrennen der sich über diesen Bereich erstreckenden Schußfäden Borsten (12) entstehen. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß das Durchtrennen der Schußfäden (23, 52) zugleich mit dem Abtrennen des Produktionsrandes (33) erfolgt. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß im Abstand der gewünschten Rollobahnenlängen Trenngassen (35) eingearbeitet werden. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Trenngassen (35) durch Auslassen von Schußeintragungen gearbeitet werden. Verfahren nach einem der Ansprüche 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, daß parallel zu der Trenngasse (35) eine Schlauchtasche (37) zur Aufnahme eines Stabes oder ähnlichem eingearbeitet wird. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß der Kettfaden (24, 41) feiner als der Schußfaden (23, 52) gewählt wird. Verfahren nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß als Schußfaden (23, 52) ein Multifilamentfaden gewählt wird, der weniger Filamente als der Kettfaden (24, 41) aufweist. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß die Rollobahn (1, 2, 31) auf einer Webmaschine hergestellt wird. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß die Rollobahn (5) als Kettengewirke gearbeitet wird, in welches Schußfäden (52) eingetragen werden zur Bildung der Borsten (51). Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, daß die Dichte der Borsten (22) durch Variation der Dichte der Schußfäden (23) erfolgt. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 13, dadurch gekennzeichnet, daß die Rollobahn (1, 2, 31, 5) durch eine Glättkalanderbehandlung verdichtet wird. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 14, dadurch gekennzeichnet, daß die gewebte oder gewirkte Stoffbahn (1, 2, 31, 5) mit Borsten (12, 21, 32, 51) als Träger dient, auf welche eine Beschichtung aufgebracht wird. Rollobahn, bei welcher die parallel zur Bewegungsrichtung liegenden Ränder Borsten aufweisen, dadurch gekennzeichnet, daß die Borsten (12, 51) am Rand der Rollobahn (1, 2, 31, 5) durch die freien Enden von über die Kettfadeneinbindung hinausragende biegeelastische Schußfäden (23, 52) gebildet sind. Rollobahn nach Anspruch 16, dadurch gekennzeichnet, daß die Rollobahn (1, 2, 31) aus einem Gewebe besteht, bei welchem Schußfäden (23) über den Geweberand hinausstehen und die freien Enden dieser Schußfäden (23) Borsten (12, 32) bilden. Rollobahn nach Anspruch 16, dadurch gekennzeichnet, daß die Rollobahn (5) aus einem Kettengewirke besteht, bei welchem die Borsten (51) durch über den Randbereich des Gewirkes hinausstehende Schußfäden (52) gebildet sind. Rollobahn nach einem oder mehreren der Ansprüche 16 bis 18, dadurch gekennzeichnet, daß die Rollobahn (31) eingearbeitete Durchbrechungen aufweist, die durch die Dichte der Schußfäden (23, 52) bestimmt sind. Rollobahn nach Anspruch 19, dadurch gekennzeichnet, daß die Größe der Durchbrechungen innerhalb einer Rollobahn (31) variiert durch unterschiedliche Schußfadendichte. Rollobahn nach einem oder mehreren der Ansprüche 16 bis 20, dadurch gekennzeichnet, daß die Rollobahn (1, 2, 31, 5) mit einem Vlies beschichtet ist. Rollobahn nach einem oder mehreren der Ansprüche 16 bis 20, dadurch gekennzeichnet, daß die Rollobahn (1, 2, 31, 5) mit einer Folie beschichtet ist. Rollobahn nach einem oder mehreren der Ansprüche 16 bis 20, dadurch gekennzeichnet, daß die Rollobahn (1, 2, 31, 5) rakelbeschichtet ist. Rollobahn nach einem oder mehreren der Ansprüche 16 bis 23, dadurch gekennzeichnet, daß die Rollobahn (1, 2, 31, 5) eine Alluminiumbeschichtung aufweist. Rollobahn nach einem oder mehreren der Ansprüche 16 bis 24, dadurch gekennzeichnet, daß die Rollobahn (31) eingearbeitete Taschen (37) zur Aufnahme von Versteifungsstäben und dergleichen aufweist.






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