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Dokumentenidentifikation DE102006016915A1 25.10.2007
Titel Fahrzeugluftreifen mit Seitenwand-Verstärkungsprofil
Anmelder Continental Aktiengesellschaft, 30165 Hannover, DE
Erfinder Recker, Carla, Dr., 30167 Hannover, DE;
Katrakova, Danka, Dr., 30419 Hannover, DE
DE-Anmeldedatum 11.04.2006
DE-Aktenzeichen 102006016915
Offenlegungstag 25.10.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 25.10.2007
IPC-Hauptklasse B60C 1/00(2006.01)A, F, I, 20060411, B, H, DE
IPC-Nebenklasse C08L 9/02(2006.01)A, L, I, 20060411, B, H, DE   C08L 9/00(2006.01)A, L, I, 20060411, B, H, DE   C08L 7/00(2006.01)A, L, I, 20060411, B, H, DE   
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft Fahrzeugluftreifen in radialer Bauart mit einem profilierten Laufstreifen (1), einem mehrlagigen Gürtelverband (2), einer Innenschicht (4), einer zumindest einlagig ausgeführten Karkasse (3), welche um Wulstkerne (6) und Wulstprofile (7) in Wulstbereichen (5) geführt ist, Seitenwänden (8) und mit zumindest je einem im Bereich jeder Seitenwand (8) eingebrachten, im Querschnitt mondsichelförmigen Verstärkungsprofil (9), welches sich jeweils zumindest über einen Großteil der Seitenwandlänge erstreckt und aus zumindest einer vulkanisierten Kautschukmischung gebildet ist.
Für verbessertes Pannenlaufverhalten bei gleichzeitig verbessertem Komfortverhalten im Nichtpannenfall enthält die Kautschukmischung des im Querschnitt mondsichelförmigen Verstärkungsprofils (9) als Kautschuk zumindest einen Acrylnitril-Butadien-Kautschuk mit einem Acrylnitrilgehalt von 15 bis 30%.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft Fahrzeugluftreifen in radialer Bauart mit einem profilierten Laufstreifen, einem mehrlagigen Gürtelverband, einer Innenschicht, einer zumindest einlagig ausgeführten Karkasse, welche um Wulstkerne und Wulstprofile in Wulstbereichen geführt ist, Seitenwänden und mit zumindest je einem im Bereich jeder Seitenwand eingebrachten, im Querschnitt mondsichelförmigen Verstärkungsprofil, welches sich jeweils zumindest über einen Großteil der Seitenwandlänge erstreckt und aus zumindest einer vulkanisierten Kautschukmischung gebildet ist.

Derartige im Pannenfall selbsttragende Fahrzeugluftreifen sind in unterschiedlichen Ausführungen schon seit längerem bekannt. Die im Bereich der Seitenwände des Reifens eingebauten Verstärkungsprofile werden bezüglich ihrer Querschnittsform und bezüglich diverser Eigenschaften ihrer elastomeren Mischung derart ausgeführt, dass sie in der Lage sind, den Reifen bei einem plötzlichen Druckverlust, also im Pannenfall, auf eine gewisse Zeit bzw. über eine gewisse Laufleistung selbsttragend zu erhalten, so dass eine Weiterfahrt möglich ist. Ein selbsttragender Reifen der eingangs genannten Art ist beispielsweise aus der DE 29 43 654 A1 bekannt. Der Reifen ist im Bereich seiner Seitenwände jeweils mit einem ein- oder mehrteiligen, etwa mondsichelförmigen Verstärkungsprofil versehen, welches in der Regel zwischen der Innenschicht und der Karkasslage angeordnet ist und bis unterhalb des Gürtels und bis in die Nähe der Wulstbereiche verläuft.

Das Seitenwand-Verstärkungsprofil, auch SSR-Insert (self supporting runflat-insert) genannt, eines im Pannenfall selbsttragenden Reifens ist in der Regel aus einer harten Mischung gebildet, damit der Reifen auch ohne Luft über eine bestimmte Distanz gefahren werden kann und nicht vollständig einfällt, wodurch er auf der Felge läuft und dadurch völlig zerstört wird. Gleichzeitig darf sich die Mischung des Seitenwand-Verstärkungsprofils im Pannenlauf nicht zu stark erwärmen, damit es nicht durch Reversion der Mischung des Verstärkungsprofils zu einer Zerstörung des Verstärkungsprofils kommt. Im Normallauf soll der Reifen mit dem Seitenwand-Verstärkungsprofil sich jedoch möglichst wenig hinsichtlich seiner Fahreigenschaften, insbesondere bezüglich des Komforts, und seines Gewichts von einem üblichen Reifen unterscheiden. Haltbarkeit im Pannenfall und Komfortverhalten stehen dabei üblicherweise im Konflikt zueinander, denn Vulkanisate aus herkömmlichen Kautschukmischungen verhalten sich in der Regel so, dass sie bei Temperaturen oberhalb von ca. 150 °C, wie sie im Pannenfall bei Fahrzeugluftreifen im Seitenwandbereich gemessen werden, im Elastizitätsmodul abfallen, das heißt, weniger steif (hart) sind. Im Pannenfall wird aber gerade eine hohe Steifigkeit gewünscht. Wählt man aber die Mischung so, dass die Vulkanisate bereits bei herkömmlichen Fahrtemperaturen im Nichtpannenfall (ca. 50 bis 70 °C) einen höheren Elastizitätsmodul aufweisen, so erleidet man durch das eingeschränkte Federungsverhalten deutliche Einbußen im Fahrkomfort.

In der EP 1 577 339 A1 werden Kautschukmischungen für das Seitenwand-Verstärkungsprofil von im Pannenfall selbsttragenden Reifen vorgeschlagen, die 10 bis 100 Gewichtsteile Ruß und zumindest 2 Gewichtsteile Vernetzungsagens, bezogen auf 100 Gewichtsteile Kautschuk enthalten, wobei der Kautschuk 10 bis 50 Gew.-% eines speziellen sternförmigen, lösungspolymerisierten Polybutadiens aufweist. In den Beispielen werden Naturkautschuk und Polybutadien im Verschnitt eingesetzt und es wird mit einem herkömmlichen Schwefel-Beschleuniger-System vernetzt.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, im Pannenfall selbsttragende Fahrzeugluftreifen bereitzustellen, die sich durch ein verbessertes Pannenlaufverhalten (Ermöglichung des Fahrens über eine längere Strecke und/oder mit höherer Geschwindigkeit) bei gleichzeitig verbessertem Komfortverhalten im Nichtpannenfall auszeichnen.

Gelöst wird diese Aufgabe erfindungsgemäß dadurch, dass die Kautschukmischung des im Querschnitt mondsichelförmigen Verstärkungsprofils als Kautschuk zumindest einen Acrylnitril-Butadien-Kautschuk mit einem Acrylnitrilgehalt von 15 bis 30 % enthält.

Überraschenderweise wurde gefunden, dass sich Mischungen, die einen Acrylnitril-Butadien-Kautschuk mit einem Acrylnitrilgehalt von 15 bis 30 % enthalten, nach der Vulkanisation ein gutes Dämpfungsverhalten (niedrige Rückprallelastizität bei 70 °C) aufweisen und gleichzeitig ein Abfall des Elastizitätsmoduls beim Übergang zu höheren Temperaturen nicht zu beobachten ist. Außerdem zeigen die Vulkanisate keine ausgeprägte Reversion und die Reißeigenschaften sind gut. Die erfindungsgemäßen Reifen mit einem Verstärkungsprofil auf der Mischung mit Acrylnitril-Butadien-Kautschuk zeichnen sich daher durch ein gutes Pannenlaufverhalten aus und Einbußen im Komfort sind nicht zu verzeichnen.

Acrylnitril-Butadien-Kautschuke werden durch Emulsionspolymerisation hergestellt und sind mit unterschiedlichen Acrylnitrilgehalten erhältlich. Es können ein oder mehrere Typen von Acrylnitril-Butadien-Kautschuken für das Verstärkungsprofil eingesetzt werden, wichtig ist nur, dass der Acrylnitrilgehalt der verwendeten Kautschuke 15 bis 30 % beträgt.

Die Kautschukmischung für das im Querschnitt mondsichelförmige Verstärkungsprofil kann neben Acrylnitril-Butadien-Kautschuken noch weitere Kautschuke, insbesondere Dienkautschuke, wie z. B. Naturkautschuk, cis-1,4-Polybutadien, Vinyl-Polybutadien, synthetisches Polyisopren (IR), Chlorprenkautschuk (CR), Styrol-Isopren-Butadien-Terpolymer (SIBR), Styrol-Butadien-Copolymer (SBR), Isopren-Butadien-Kautschuk oder Styrol-Isopren-Kautschuk enthalten. Bevorzugt ist allerdings, wenn die Mischung 100 phr zumindest eines Acrylnitril-Butadien-Kautschuks enthält, da dann Unverträglichkeiten mit anderen Kautschuken vermieden werden.

Die in dieser Schrift verwendete Angabe phr (parts per hundred parts of rubber by weight) ist dabei die in der Kautschukindustrie übliche Mengenangabe für Mischungsrezepturen. Die Dosierung der Gewichtsteile der einzelnen Substanzen wird dabei stets auf 100 Gewichtsteile der gesamten Masse aller in der Mischung vorhandenen Kautschuke bezogen.

Um die Erwärmung des im Querschnitt mondsichelförmigen Verstärkungsprofils im Pannenfall weiter zu verringern (verringerter Heat-build-up), enthält die Mischung für das Verstärkungsprofil 50 bis 90 phr zumindest eines hysteresearmen Rußes mit einer Jodadsorptionszahl von weniger als 100 g/kg. Es können z. B. Ruße des Typs N339, N660, N550 oder Gemische aus diesen Rußen eingesetzt werden.

Alternativ zu hysteresearmem Ruß kann die Kautschukmischung für das Verstärkungsprofil zur Herstellung einer gewissen Grundsteifigkeit als Füllstoff auch 40 bis 80 phr Kieselsäure enthalten.

Die Kautschukmischung für das im Querschnitt mondsichelförmige Verstärkungsprofil kann weitere in der Kautschukindustrie übliche Zuschlagstoffe, wie beispielsweise weitere Füllstoffe (z. B. Aluminiumoxide, Alumosilicate, Aluminiumhydroxid, Schichtsilikate, Kreide, Stärke, Magnesiumoxid, Titandioxid und/oder Kautschukgele), Kupplungsagenzien zur Anbindung der Füllstoffe an den Kautschuk, Weichmacher, Alterungsschutzmittel, Aktivatoren, Wachse, Harze und Mastikationshilfsmittel, enthalten. Die Zuschlagstoffe werden in üblichen Mengen eingesetzt.

Die Vulkanisation wird in Anwesenheit von Schwefel oder Schwefelspendern durchgeführt, wobei einige Schwefelspender zugleich als Vulkanisationsbeschleuniger wirken können. Um die Eigenschaften des im Querschnitt mondsichelförmigen Verstärkungsprofils weiter zu bessern und es preiswerter zu gestalten, wirkt es sich positiv aus, wenn die Kautschukmischung des Verstärkungsprofils mit 2 bis 6 phr Schwefel vernetzt ist.

Des Weiteren kann die Kautschukmischung vulkanisationsbeeinflussende Substanzen wie Vulkanisationsbeschleuniger, Vulkanisationsverzögerer und Vulkanisationsaktivatoren in üblichen Mengen enthalten, um die erforderliche Zeit und/oder die erforderliche Temperatur der Vulkanisation zu kontrollieren und die Vulkanisateigenschaften zu verbessern. Die Vulkanisationsbeschleuniger können dabei zum Beispiel ausgewählt sein aus folgenden Beschleunigergruppen: Thiazolbeschleuniger wie z. B. 2-Mercaptobenzothiazol, Sulfenamidbeschleuniger wie z. B. Benzothiazyl-2-cyclohexylsulfenamid (CBS), Guanidinbeschleuniger wie z. B. N,N'-Diphenylguanidin (DPG), Dithiocarbamatbeschleuniger wie z. B. Zinkdibenzyldithiocarbamat, Disulfide. Die Beschleuniger können auch in Kombination miteinander eingesetzt werden, wobei sich synergistische Effekte ergeben können.

Die Kautschukmischung für das im Querschnitt mondsichelförmige Verstärkungsprofil wird nach üblichen Verfahren gemischt. Für die Herstellung des erfindungsgemäßen Fahrzeugluftreifens wird die Kautschukmischung für das im Querschnitt mondsichelförmige Verstärkungsprofil extrudiert und im Reifenrohlingsbau in üblicher Weise aufgelegt. Der Rohling wird im Anschluss vulkanisiert.

Als besonders vorteilhaft für die Pannenlaufeigenschaften hat es sich ferner erwiesen, wenn neben dem im Querschnitt mondsichelförmigen Verstärkungsprofil auch die Wulstprofile (Kernprofile, Apex) auf der gleichen Kautschukmischung basieren wie das im Querschnitt mondsichelförmige Verstärkungsprofil. Auch die Wulstprofile werden im Pannenfall extremen thermischen Belastungen ausgesetzt und müssen dynamisch steif sein. Zusätzlich bietet die Verwendung von identischen Mischungen für verschiedene Reifenbauteile Verarbeitungs-, Lagerungs- und Kostenvorteile.

Anhand von Vergleichs- und Ausführungsbeispielen, die in der einzigen Zeichnungsfigur 1 und in der Tabelle 1 dargestellt sind, soll die Erfindung näher erläutert werden. Dabei zeigt 1 einen Teilquerschnitt durch einen Fahrzeugluftreifens radialer Bauart für Personenkraftwagen.

Gemäß des in 1 gezeigten Querschnitts sind beispielhaft die wesentlichen Bestandteile, aus welchen sich der dargestellte Fahrzeugluftreifen zusammensetzt, ein profilierter Laufstreifen 1, ein bei der gezeigten Ausführung aus zwei Lagen bestehender Gürtel 2, eine einlagig ausgeführte Karkasse 3, eine weitgehend luftdicht ausgeführte Innenschicht 4, Wülste 5 mit Wulstkernen 6 und Wulstkernprofilen (Kernprofilen, Apex) 7, sowie Seitenwände 8 und etwa mondsichelförmige Verstärkungsprofile 9. Die beiden Lagen des Gürtels 2 bestehen aus in eine Gummimischung eingebetteten Festigkeitsträgern aus Stahlcord, welche innerhalb jeder Lage parallel zueinander verlaufen, wobei die Stahlcorde der einen Lage in kreuzender Anordnung zu den Stahlcorden der zweiten Lage orientiert sind und mit der Reifenumfangsrichtung jeweils einen Winkel zwischen 15° und 30° einschließen. Auch die Karkasse 3 kann in herkömmlicher und bekannter Weise ausgeführt sein und somit in eine Gummimischung eingebettete, in radialer Richtung verlaufende Verstärkungsfäden aus einem textilen Material oder aus Stahlcord aufweisen. Die Karkasse 3 ist um die Wulstkerne 6 von innen nach außen geführt, ihre Hochschläge verlaufen neben den Wulstkernprofilen 7 in Richtung Gürtel 2.

Die aus der vulkanisierten Kautschukmischung hergestellten Verstärkungsprofile 9 sind während des Aufbaus des Reifens auf der Innenschicht 4 positioniert worden und befinden sich daher zwischen dieser und der Karkasse 3. Die Dicke der Verstärkungsprofile 9 nimmt sowohl Richtung Gürtel 2 als auch Richtung Wulst 5 ab. Richtung Gürtel 2 reicht jedes Verstärkungsprofil 9 bis unter die Randbereiche desselben. Richtung Wulst 5 endet jedes Verstärkungsprofil 9 knapp oberhalb des Wulstkernes 6. Über den überwiegenden Bereich der Länge der Seitenwand ist jedes Verstärkungsprofil 9 nahezu konstant dick ausgeführt, seine Stärke am Punkt der maximalen Dicke ist von der Reifengröße und der Reifenart abhängig und kann 5 bis 12 mm betragen.

In einem Fahrzeugluftreifen können erfindungsgemäß ausgeführte Verstärkungsprofile mit weiteren Verstärkungsprofilen kombiniert werden. Möglich ist auch eine andere Anordnung der Verstärkungsprofile als jene in 1 gezeigte, beispielsweise nicht zwischen Innenschicht 4 und Karkasse 3, sondern zwischen Karkasse 3 und Seitenwand 8.

In der folgenden Tabelle 1 sind Vergleichs- und erfindungsgemäße Kautschukmischungen dargestellt, die für das im Querschnitt mondsichelförmige Verstärkungsprofil und ggf. das Wulstprofil eingesetzt werden können. Bei sämtlichen in der Tabelle 1 enthaltenen Mischungsbeispielen sind die angegebenen Mengenangaben Gewichtsteile, die auf 100 Gewichtsteile Gesamtkautschuk bezogen sind (phr). Die Vergleichsmischungen sind mit V gekennzeichnet, die erfindungsgemäßen Mischungen sind mit E gekennzeichnet. Die Mischungen der Tabelle 1 wurden hinsichtlich der verwendeten Kautschuktypen und der Füllstoffe variiert.

Die Mischungsherstellung erfolgte unter üblichen Bedingungen in zwei Stufen in einem Labortangentialmischer. Die Umsatzzeiten bis zum Erreichen der relativen Vernetzungsgrade von 90 % (t90) sowie die Reversionzeiten bis zu 99 % Vernetzungsgrad (tR99) würden über ein rotorloses Vulkameter (MDR = Moving Disc Rheometer) gemäß DIN 53 529 bei 160 °C ermittelt. Aus sämtlichen Mischungen wurden Prüfkörper durch optimale Vulkanisation unter Druck bei 160 °C hergestellt und mit diesen Prüfkörpern für die Kautschukindustrie typische Materialeigenschaften bestimmt, die in der Tabelle 1 aufgelistet sind. Für die Tests an Prüfkörpern wurden folgende Testverfahren angewandt:

  • • Shore-A-Härte bei Raumtemperatur und 70 °C gemäß DIN 53 505
  • • Rückprallelastizität bei Raumtemperatur und 70 °C gemäß DIN 53 512
  • • Zugfestigkeit bei Raumtemperatur und 70 °C gemäß DIN 53 504
  • • Reißdehnung bei Raumtemperatur gemäß DIN 53 504
  • • mittlerer dynamischer Speichermodul E' zwischen 50 und 70 °C sowie zwischen 100 und 250 °C gemäß DIN 53 513 aus Messung mit Variation der Temperatur bei dynamischer Verformungsamplitude von 1 % bei 6 % Vorverformung und 10 Hz
Tabelle 1
  • a High-cis Polybutadien vom Nd-Typ
  • b Acrylnitril-Butadien-Kautschuk mit einem Acrylnitrilgehalt von 18 %
  • c Acrylnitril-Butadien-Kautschuk mit einem Acrylnitrilgehalt von 28 %

Aus der Tabelle 1 wird ersichtlich, dass die erfindungsgemäßen Mischungen keine verstärkte Reversion zeigen, insbesondere die Mischung 7 zeigte eine deutlich verringerte Reversion. Die Vulkanisate aus den Ruß enthaltenden Mischungen 5 und 7 zeigen im Vergleich zu den Vulkanisaten 1 und 2 auf der Basis von Naturkautschuk bzw. cis-Polybutadien eine geringere Härte und eine geringere Rückprallelastizität bei 70 °C Diese beiden Eigenschaften bewirken beim Einsatz als Verstärkungsprofil in Notlaufreifen ein gutes Komfortverhalten im Normalbetrieb. Gleichzeitig zeichnen sich die Vulkanisate der Mischung 5 durch gute und der Mischung 7 sogar durch sehr gute Reißeigenschaften, d. h. hohe Zugfestigkeiten und Reißdehnungen, aus. Besonders bemerkenswert bei den Vulkanisaten aus den Mischungen 5 und 7 ist jedoch, dass sie mit zunehmender Temperatur, entgegen dem üblichen Verhalten wie sie beispielsweise die Vulkanisate der Mischungen 1 und 2 zeigen, nur eine sehr geringe Steifigkeitsabnahme aufweisen; die Differenz zwischen dem Elastizitätsmodul bei 250 °C und dem bei 150 °C beträgt nur –0,7 MPa. D. h., die Vulkanisate werden mit zunehmender Temperatur, wie sie im Pannenfall auftritt, kaum weicher. Es wird somit im Pannenfall das Fahren über eine längere Strecke und/oder mit höherer Geschwindigkeit ermöglicht.

Auch der Vergleich der Kieselsäure enthaltenden Mischungen 2 und 3 mit der Mischung 6 belegt, dass die Verwendung von Acrylnitril-Butadien-Kautschuk im Verstärkungsprofil zu einem besseren Pannenlaufverhalten bei verbessertem Komfort im Nichtpannenfall führt. Auch bei der Mischung 6 ist keine verstärkte Reversionsneigung zu erkennen. Die deutlich verringerte Rückprallelastizität bei 70 °C gilt als Indikator für verbessertes Komfortverhalten und auch die Differenz zwischen dem Elastizitätsmodul bei 250 °C und dem bei 150 °C beträgt nur –0,7 MPa.

Aus der Mischungen 5 und 6 wurden außerdem Reifen der Dimension 245/45 R17 gebaut, die im Querschnitt mondsichelförmige Verstärkungsprofile im Seitenwandbereich einer Dicke von 9,6 mm aufwiesen. Mit den Reifen wurde das Notlaufverhalten im Pannenfall untersucht, wobei die noch fahrbare Kilometerleistung ohne Luft bei einer Geschwindigkeit von 80 km/h auf einer Versuchstrommel ermittelt wurde. Die Fahrleistung des herkömmlichen Serienreifens mit einem im Querschnitt mondsichelförmige Verstärkungsprofile, das auf einem Naturkautschuk/high-cis Polybutadien-Verschnitt mit 60 phr Ruß N 660 basiert, wurde dabei als Vergleich gewählt und gleich 100 % gesetzt. Außerdem wurde das Komfortverhalten der Reifen im üblichen Fahrbetrieb (mit vorgeschriebenem Luftdruck) über subjektive Beurteilung bewertet. Die Reifen mit dem Verstärkungsprofil aus der Mischung 5 zeichneten sich dabei durch eine um 5 % verlängerte Notlaufdistanz und durch ein um 7 % verbessertes Komfortverhalten aus, während die Mischung 6 bei gleich bleibender Notlaufdistanz ein um 5 % verbessertes Komfortverhalten zeigte.


Anspruch[de]
Fahrzeugluftreifen in radialer Bauart mit einem profilierten Laufstreifen (1), einem mehrlagigen Gürtelverband (2), einer Innenschicht (4), einer zumindest einlagig ausgeführten Karkasse (3), welche um Wulstkerne (6) und Wulstprofile (7) in Wulstbereichen (5) geführt ist, Seitenwänden (8) und mit zumindest je einem im Bereich jeder Seitenwand (8) eingebrachten, im Querschnitt mondsichelförmigen Verstärkungsprofil (9), welches sich jeweils zumindest über einen Großteil der Seitenwandlänge erstreckt und aus zumindest einer vulkanisierten Kautschukmischung gebildet ist, dadurch gekennzeichnet, dass die Kautschukmischung des im Querschnitt mondsichelförmigen Verstärkungsprofils (9) als Kautschuk zumindest einen Acrylnitril-Butadien-Kautschuk mit einem Acrylnitrilgehalt von 15 bis 30 % enthält. Fahrzeugluftreifen nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Kautschukmischung des im Querschnitt mondsichelförmigen Verstärkungsprofils (9) 100 phr zumindest eines Acrylnitril-Butadien-Kautschuks enthält. Fahrzeugluftreifen nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Kautschukmischung des im Querschnitt mondsichelförmigen Verstärkungsprofils (9) 50 bis 90 phr hysteresearmen Rußes mit einer Jodadsorptionszahl von weniger als 100 g/kg enthält. Fahrzeugluftreifen nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Kautschukmischung des im Querschnitt mondsichelförmigen Verstärkungsprofils (9) 40 bis 80 phr Kieselsäure enthält. Fahrzeugluftreifen nach zumindest einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Kautschukmischung des im Querschnitt mondsichelförmigen Verstärkungsprofils (9) mit 2 bis 6 phr Schwefel vernetzt ist. Fahrzeugluftreifen nach zumindest einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Wulstprofile (7) auf der gleichen Kautschukmischung basieren wie das im Querschnitt mondsichelförmige Verstärkungsprofil (9).






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