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Dokumentenidentifikation DE102006017845A1 25.10.2007
Titel System und Verfahren zur Parkbuchtreservierung für LKWs
Anmelder Siemens AG, 80333 München, DE
Erfinder Scholz, Bernhard, 50939 Köln, DE
DE-Anmeldedatum 18.04.2006
DE-Aktenzeichen 102006017845
Offenlegungstag 25.10.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 25.10.2007
IPC-Hauptklasse G08G 1/14(2006.01)A, F, I, 20060418, B, H, DE
Zusammenfassung Das System und das Verfahren dienen zum Auffinden und Reservieren von reservierbaren Parkbuchten für Lastkraftwagen auf dafür vorgesehenen Parkplätzen. Um die Suche nach einer freien Parkbucht für Lastkraftwagen und Busse zu vereinfachen, z. B. um gesetzliche Ruhezeiten einzuhalten, wird ein System mit einem drahtlosen oder drahtgebundenen Datennetzwerk vorgeschlagen, das einen Zentralserver mit einer Datenbank, in der Verfügbarkeitsdaten der reservierbaren Parkbuchten der vorgesehenen Parkplätze erfasst sind, und für Nutzer verfügbare Terminals aufweist, die jeweils über Eingabemittel und Anzeigemittel verfügen und für einen Datenaustausch wenigstens temporär mit dem Zentralserver verbindbar sind und ein Senden einer Reservierungsanfrage, ein Empfang einer von dem Zentralserver erstellten Buchungsoption und ein Bestätigen der Buchungsoption ermöglichen, wobei nach einer getätigten Buchung eine Aktualisierung der Verfügbarkeitsdaten im Zentralserver erfolgt.

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung befasst sich mit einem System und einem Verfahren zum Auffinden und Reservieren reservierbarer Parkbuchten für einen Lastkraftwagen auf dafür vorgesehenen Parkplätzen.

Im Bereich des Fernverkehrs werden Parkbuchten aus verschiedenen Gründen zu Rastaufenthalten benutzt. Dabei kann es sich sowohl um kürzere Pausen als auch um längere Fahrtunterbrechungen handeln. Da übermüdete Fahrer, beispielsweise von Lastkraftwagen oder Bussen, eine erhebliche Gefahr darstellen, sind für diese Fahrer Mindestruhezeiten vorgeschrieben, wobei die gesetzlich vorgeschriebenen Lenkzeiten nicht überschritten werden dürfen. Die Fahrer von LKWs und Bussen sind aufgrund wirtschaftlichen Drucks andererseits stets bemüht, den gesetzlichen Rahmen voll auszuschöpfen. Aufgrund der steigenden Zahl an LKWs und Bussen kommt es im Bereich von Parkplätzen jedoch oftmals zu Engpässen bei den verfügbaren Parkbuchten. Als Folge dessen ist der Fahrer gezwungen, an dem beabsichtigten, überfüllten Parkplatz vorbeizufahren und den nächsten Parkplatz anzusteuern, in der Hoffnung dort eine freie Parkbucht zu finden. Hierbei wird dann oftmals die Lenkzeit überschritten, da mit der Suche nach einem Parkplatz nicht rechtzeitig begonnen wurde. Besonders erwähnt sei in diesem Zusammenhang die Gefahr durch übermüdete Fahrer von Gefahrguttransportern. Um die Lenkzeit nicht zu überschreiten oder eine bereits überschrittene Lenkzeit nicht noch weiter zu überschreiten, bleibt dem Fahrer dann nur noch übrig, an nicht erlaubter Stelle anzuhalten. Dies stellt jedoch für andere Verkehrsteilnehmer eine Behinderung und große Gefahr dar, beispielsweise wenn LKWs nachts unbeleuchtet in Zufahrten von überfüllten Rastanlagen stehen.

Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht daher darin, die Suche nach einer freien Parkbucht für Lastkraftwagen und Busse zu vereinfachen.

Erfindungsgemäß wird die Aufgabe durch ein System der eingangs genannten Art mit einem drahtlosen oder drahtgebundenen Datennetzwerk gelöst, das einen Zentralserver mit einer Datenbank, in der Verfügbarkeitsdaten der reservierbaren Parkbuchten der vorgesehenen Parkplätze erfasst sind, und für Nutzer verfügbare Terminals aufweist, die jeweils über Eingabemittel und Anzeigemittel verfügen und für einen Datenaustausch wenigstens temporär mit dem Zentralserver verbindbar sind und ein Senden einer Reservierungsanfrage, ein Empfangen einer von dem Zentralserver erstellten Buchungsoption und ein Bestätigen der Buchungsoption ermöglichen, wobei nach einer getätigten Buchung eine Aktualisierung der Verfügbarkeitsdaten im Zentralserver erfolgt.

Ein Vorteil des erfindungsgemäßen Systems ist, dass die Fahrer von LKWs und Bussen eine Parkbucht auf dafür vorgesehenen Parkplätzen reservieren können und so das zeitaufwändige und für andere Verkehrsteilnehmer behindernde Suchen nach freien Parkbuchten auf Parkplätzen nicht mehr erforderlich ist. Im Rahmen der Erfindung ist vorgesehen, dass reservierbare Parkbuchten beispielsweise dadurch zur Verfügung gestellt werden, dass ein Teil bereits vorhandener, bisher frei verfügbarer Parkbuchten dem erfindungsgemäßen System zugeordnet wird, was z. B. durch Schilder, Absperrungen etc. erfolgen kann. Neben den unmittelbar an den Hauptverkehrsrouten gelegenen Parkplätzen, beispielsweise an Autobahnraststätten, kommen für das System auch andere, weiter abgelegene Parkplätze in Frage, wie zum Beispiel die so genannten Autohöfe. Die reservierbaren Parkbuchten werden mit den Angaben zur Verfügbarkeit an einer zentralen Stelle verwaltet. Über das Datennetzwerk können die Parkbuchten dann von den Nutzern reserviert werden. Die Verfügbarkeitsdaten enthalten in einer einfachen Version nur die Angabe, ob die Parkbucht für eine Reservierung verfügbar ist oder nicht. Die Daten können aber auch Angaben über die Dauer der Reservierung enthalten. Je detaillierter die hinterlegten Informationen sind, desto effizienter kann das System die reservierbaren Parkbucht vergeben. Wird beispielsweise eine Parkbucht auf einem bestimmten Parkplatz zu einer bestimmten Uhrzeit gesucht, zu der jedoch alle Parkbuchten reserviert sind, kann das System ermitteln, wann die nächste Parkbucht wieder verfügbar sein wird und eine entsprechende modifizierte Buchungsoption erstellen, statt den Nutzer nur darüber zu informieren, dass alle Parkbuchten belegt sind. Die Angaben zur Verfügbarkeit einer Parkbucht können in der Datenbank auch manuell eingegeben werden, beispielsweise für die Sperrung einer Parkbucht aufgrund von Bauarbeiten. In der Datenbank können auch weitere Informationen zu den Parkplätzen hinterlegt sein, z. B. die Ausstattung des Parkplatzes, vorhandene Serviceeinrichtungen, Öffnungszeiten und Angebot von Raststätten, Übernachtungsmöglichkeiten etc.. Die Reservierungsdaten können beispielsweise das KFZ-Kennzeichen, eine zuvor vergebene Teilnehmercodierung oder Angaben zur Art des Fahrzeugs enthalten, beispielsweise Art und Gefährlichkeit des Transportguts. Vor allem in den Wintermonaten kommt es vor, dass Gefahrguttransporter den nächsten Rastplatz aufsuchen sollen oder sogar müssen. Statt nach einem Platz zu suchen, kann ein Fahrer eines Gefahrguttransporters bereits im Vorfeld der Raststätte eine Parkbucht reservieren. Durch das System lassen sich in einem solchen Fall Parkbuchten für Gefahrguttransporter bevorzugt vergeben.

In einer bevorzugten Ausführungsform ist mindestens ein Bordcomputer eines Lastkraftwagens als Terminal vorgesehen. Dadurch kann die Reservierungsanfrage auch unabhängig von ortsfesten Einrichtungen bei oder nach Fahrtantritt erstellt werden. Durch die Einbindung des Bordcomputers können grundsätzlich auch Daten mit einbezogen werden, die im Datennetzwerk des LKWs verfügbar sind.

Vorzugsweise weist der Bordcomputer ein Navigationssystem auf, um die Parkbucht in eine Zielführung zu integrieren. Durch die Zielführung zu der reservierten Parkbucht wird der Fahrer entlastet und kann sich auf das Verkehrsgeschehen konzentrieren.

In einer besonders bevorzugten Ausführungsform ist der Bordcomputer mit einer Vorrichtung zum Erfassen der Lenkzeiten des Lastkraftwagens verknüpft, um die Lenkzeiten bei der Bestimmung eines Rastaufenthaltes voll ausnutzen zu können, was im Zusammenhang mit dem Verfahren noch ausführlich beschrieben wird.

In einer besonders praktischen Ausführungsform ist auf Parkplätzen eine ortsfeste Station als Terminal zur Eingabe von Reservierungsanfragen sowie zur Anzeige und zur Bestätigung von vom Zentralserver erstellten Buchungsoptionen vorgesehen. Dadurch können Fahrer von Lastwagen auch dann Parkbuchten reservieren, wenn sie nicht über einen entsprechend ausgestatteten Bordcomputer verfügen. Besonders geeignet für ortsfeste Terminals sind so genannte Trucker-Treffpunkte, an denen sich die Fahrer von LKWs für den nächsten Rastaufenthalt verabreden und mittels des Terminals gemeinsam die Buchung der Parkbuchten organisieren können. Um die Suche nach einer Anzahl gleichzeitig verfügbarer Parkbuchten zu erleichtern, bietet es sich an, auf einem ortsfesten Terminal auch die Verfügbarkeit anderer Parkplätze anzuzeigen. Selbstverständlich kann ein ortsfestes Terminal auch mit einer Telefonzentrale verknüpft sein, über welche die Parkbuchten auch telefonisch reservierbar sind.

In einer bevorzugten Ausführungsform weist wenigstens einer der vorgesehenen Parkplätze eine mit dem Zentralserver verbundene Informationseinrichtung auf, auf der Angaben zur Verfügbarkeit der Parkbuchten wenigstens dieses Parkplatzes dargestellt sind. Dadurch sind beispielsweise auch diejenigen Fahrer in der Lage, eine freie Parkbucht zu finden, die keine Reservierungsanfrage getätigt haben. Zur besseren Orientierung der Fahrer können auf der Informationseinrichtung auch Angaben zur Verfügbarkeit eines weiteren Parkplatzes angezeigt werden.

Bevorzugt ist eine Weiterbildung dieser Ausführungsform, bei der die Informationseinrichtung mit Wegweiserfunktion im Zufahrtsbereich des betreffenden Parkplatzes angeordnet ist, damit es gar nicht erst zu einem Suchverkehr auf einem Parkplatz kommt. Der Fahrer kann der Informationstafel entnehmen, wo sich ein für ihn reservierter Parkplatz befindet. Auf der Informationseinrichtung kann im Zusammenhang mit der Lage der Parkbucht auch eine Buchungskennung angezeigt werden, die der Nutzer nach Bestätigen der Buchungsoption erhalten hat.

Zweckmäßigerweise ist einzelnen Parkbuchten ein mit dem Zentralserver verbundenes Informationselement zur Anzeige der Reservierungszeiten der jeweiligen Parkbucht zugeordnet. Der Fahrer kann an dem Informationselement ablesen von wann bis wann die Parkbucht reserviert ist. Dadurch kann die Parkbucht auch außerhalb der reservierten Zeiten benutzt werden, um den Parkplatzes optimal auszulasten.

In einer praktischen Ausführung sind an reservierbaren Parkbuchten Mittel zur Erfassung des Belegungszustands vorhanden, die mit der Informationseinrichtung und/oder dem Zentralserver verbunden sind. Dies kann beispielsweise durch Sensoren in Form von in den Boden eingelassenen Schleifen erfolgen. Dadurch lassen sich die Angaben auf der Informationseinrichtung fortwährend aktualisieren. Durch die Verknüpfung der Vorrichtung zur Erfassung mit dem Server kann eine Parkbucht auch dann benutzt werden, wenn sie noch nicht reserviert und auch noch nicht belegt ist, da die Daten zur Verfügbarkeit fortlaufend angepasst werden. Die Erfassung des Belegungszustands kann für einzelne Parkbuchten, parkplatzweise oder für alle im System geführten Parkbuchten erfolgen.

Erfindungsgemäß wird die Aufgabe außerdem auch durch ein Verfahren zu dem vorhergehend beschriebenen System gelöst, das die in dem unabhängigen Verfahrensanspruch beschriebenen Schritte aufweist. Dazu ist vorgesehen, dass die Verfügbarkeitsdaten der reservierbaren Parkbuchten in einer Datenbank erfasst werden und der Nutzer eine Reservierungsanfrage in ein für den Nutzer verfügbares Terminal eines drahtlosen oder drahtgebundenen Datennetzwerks eingibt. Durch Vergleichen der Daten der Reservierungsanfrage mit den gespeicherten Verfügbarkeitsdaten wird zunächst eine Buchungsoption erstellt, die vom Nutzer zu bestätigen ist. Für den Fall, dass zur Reservierungsanfrage auf dem gewünschten Parkplatz keine passenden Parkbuchten verfügbar sind und damit auch nicht angeboten werden können, ist das System aufgrund der Verfügbarkeitsdaten der reservierbaren Parkbuchten in der zentralen Datenbank in der Lage, freie Parkbuchten auch auf anderen Parkplätzen zu ermitteln und eine Buchungsoption mit einem Ausweichparkplatz zu erstellen. Der Nutzer kann diese bestätigen oder ablehnen und seine Reservierungsanfrage modifizieren. Sobald eine Buchung bestätigt ist, werden die Verfügbarkeitsdaten im Zentralserver aktualisiert.

In einer bevorzugten Ausführungsform werden die Daten der Reservierungsanfrage durch den Zentralserver mit den Verfügbarkeitsdaten verglichen, die Buchungsoption wird durch den Zentralserver erstellt, an das Terminal gesendet und am Terminal angezeigt und die Buchung wird durch Betätigung des Terminals bestätigt. Dadurch, dass der Datenvergleich und die Erstellung der Buchungsoption durch den Server erfolgen, wird der Datenfluss nicht unnötig vergrößert. Außerdem ist durch die zentrale Datenbank gewährleistet, dass bei jeder Reservierungsanfrage die aktuellen Daten vorliegen und es nicht zu Doppelbuchungen kommen kann.

In einer einfachen Ausführungsform werden der gewünschte Zeitpunkt und die Dauer des Rastaufenthalts und/oder der gewünschte Ort des Rastaufenthalts eingegeben. Durch Eingabe von Zeit und Ort liegen bereits die notwendigen Daten zur Bearbeitung einer Reservierungsanfrage vor. Außerdem können auch Angaben zu Größe und Art der Parkbucht eingegeben werden, beispielsweise für Schwertransporter, für die eine normale LKW-Parkbucht nicht ausreicht.

Bei einer für den Nutzer zweckmäßigen Ausführungsform wird zur Erstellung einer Reservierungsanfrage nur der gewünschte Ort eingegeben, der Standort des Lastkraftwagens zur Verfügung gestellt, die zu erwartende Ankunftszeit für den eingegeben Ort errechnet und die Buchungsoption für den gewünschten Ort mit der errechneten Zeit erstellt. Dieses Verfahren wird der Nutzer vorzugsweise dann anwenden, wenn ihm die Auswahl eines bestimmten Ortes wichtiger ist, als der Zeitpunkt des Rastaufenthalts. Nach der Berechnung einer zu erwartenden Ankunftszeit kann bei der Buchungsoption ein gewisser Zeitpuffer berücksichtigt werden, damit es nicht zu Überschneidungen bei der Belegung der Parkbuchten kommt.

In einer besonders bevorzugten Ausführungsform wird der Standort von einem Navigationssystem des Terminals ermittelt und eine Route vom ermittelten Standort zu dem eingegebenen Ort im Navigationssystem oder im Zentralserver berechnet. Aufgrund der Ermittlung des Standorts durch das Navigationssystem kann die Reservierungsanfrage auch dann durchgeführt werden, wenn der Fahrer nicht genau weiß, wo er sich momentan befindet. Der Fahrer wird insofern entlastet. Durch die Berechnung einer Route kann die zu erwartende Ankunftszeit genauer errechnet werden, was dazu führt, dass die Zeitfenster der einzelnen Buchungen enger vergeben werden können.

In einer anderen, für den Nutzer ebenso zweckmäßigen Ausführungsform werden zur Erstellung einer Reservierungsanfrage für eine gewünschte Zeit der gewünschte Zeitpunkt und die Dauer des Rastaufenthalts eingegeben und der Standort des Lastkraftwagens zur Verfügung gestellt, der zu erwartende Zielort für den eingegebenen Zeitpunkt mit Hilfe einer vorgegebenen Route als mögliches Zwischenziel auf dieser Route errechnet und die Buchungsoption für die gewünschte Zeit mit dem errechneten Ort erstellt. Dieses Verfahren bietet sich beispielsweise für Busse an, bei denen die Reisenden Pausen zu festgelegten Zeiten wünschen, wobei es sich durchaus um unterschiedlich lange Rastaufenthalte handeln kann. Auch bei der Reservierung einer Parkbucht anhand eines eingegebenen Zeitpunkts kann ein Zeitpuffer berücksichtigt werden.

In einer bevorzugten Weiterbildung dieser Ausführungsform ermittelt ein Navigationssystem im Lastkraftwagen, in dem die Route hinterlegt ist, den Standort des Lastkraftwagens in an sich bekannter Weise, errechnet den zu erwartenden Zielort als mögliches Zwischenziel und das Terminal übermittelt diese Ortsangabe zusammen mit der Zeitangabe an den Zentralserver. Die Reservierungsanfrage wird also vom Terminal zusammengestellt und dann in der bereits erwähnten Weise im Zentralserver bearbeitet. Die Route kann auch im Zentralserver zur Berechnung des zu erwartenden Zielortes verarbeitet werden. Für den Fall, dass der Fahrer die nächste verfügbare Parkbucht ansteuern will, kann er als gewünschte Zeitangabe ,sofort' eingeben. Vorzugsweise wird diese Option dem Fahrer als separater Punkt in einer Menüführung des Systems zur Verfügung gestellt, so dass er im System nur noch den Befehl ,nächste verfügbare Parkbucht' aktivieren muss.

In einer besonders bevorzugten Ausführung des Verfahrens sind der Zeitpunkt und/oder die Dauer des Rastaufenthalts durch die Lenkzeit bestimmt, da diese einen wesentlichen Einfluss auf die Fahrtüchtigkeit des Fahrers hat.

Vorzugsweise werden die Lenkzeiten eines oder mehrerer Fahrzeuglenker z. B. von einem Fahrtenschreiber erfasst, die noch verbleibende maximale Restlenkzeit unter Berücksichtigung der zur Verfügung stehenden Fahrzeuglenker und der vorgeschriebenen Mindestruhezeiten errechnet und ein Zeitpunkt für den Rastaufenthalt unter Ausnutzung der Lenkzeit bestimmt. Durch das Einbinden beispielsweise eines Fahrtenschreibers braucht der Fahrer nicht mehr seine persönlichen Daten gesondert einzugeben, was ihn einerseits Zeit kosten und bei einer Eingabe während der Fahrt die Aufmerksamkeit vom Verkehrsgeschehen unnötig ablenken würde. Andererseits bedeutet eine manuelle Eingabe auch immer eine mögliche Fehlerquelle und die Möglichkeit einer Manipulation. Da der Kostendruck und der damit eng verbundene Termindruck im Fernverkehr und hier vor allem im Speditionsgeschäft in der Regel an die Fahrer weitergegeben wird, werden die gesetzlichen Vorschriften von den Fahrern oftmals bis zum äußersten ausgenutzt oder sogar übertreten. Durch die Ermittlung der Rastzeiten unter Ausnutzung der Lenkzeit wird dem Fahrer ein Werkzeug an die Hand gegeben, das ihn bei der Einhaltung der Mindestruhezeiten auch in seinem eigenen Interesse unterstützt und so die Missachtung der erforderlichen Ruhezeitung reduziert.

Vorzugsweise wird ein für die Berechnung einer zu erwartenden Ankunftszeit und/oder eines zu erwartenden Ortes berechnetes Fortkommen mit dem tatsächlichen Fortkommen verglichen und bei Abweichungen außerhalb eines festgelegten Zeitfensters der Zeitpunkt der Buchung angepasst oder ein neuer Buchungsvorschlag für einen anderen Parkplatz erstellt. Die gebuchte Zeit wird also entsprechend verschoben. Sollte die Parkbucht beispielsweise im Anschluss an die ursprünglich gebuchte Zeit schon reserviert und eine Verschiebung nach hinten deshalb nicht möglich sein, wird eine Ausweichparkbucht ermittelt. Zusätzlich kann aber auch ermittelt werden, ob der im Anschluss vorgesehene LKW oder Bus die Parkbucht überhaupt rechtzeitig erreichen wird. Dazu kann der Zentralserver über das Datennetzwerk eine Anfrage an das Terminal des anderen LKW zur Ermittlung des tatsächlichen Fortkommens senden, denn eventuell wird auch der andere LKW oder Bus aufgehalten, beispielsweise durch ein hohes Verkehrsaufkommen oder eine Baustelle. Zur Berücksichtigung der Lenkzeit ist außerdem vorgesehen, dass eine Buchungsoption für eine näher liegende Parkbucht als Vorschlag für den Nutzer erstellt wird. Dieser braucht die Buchung dann nur noch zu bestätigen oder gegebenenfalls zu modifizieren.

In einer bevorzugten Weiterbildung erfolgt der Vergleich des tatsächlichen Fortkommens mit dem berechneten Fortkommen in festgelegten Zeitintervallen. Durch diese dynamische Anpassung der Buchungen lassen sich beispielsweise Überschreitungen der maximal zulässigen Lenkzeiten vermeiden, wenn der Verlauf der Fahrt durch unvorhersehbare Ereignisse, wie zum Beispiel Unfälle, starkes Verkehrsaufkommen, ungünstige Witterungsbedingungen oder Schwierigkeiten beim Be- und Entladen, verzögert wird. Wenn eine Parkbucht innerhalb der zulässigen Lenkzeit nicht mehr erreichbar ist, kann die Parkbucht durch Anpassung der Verfügbarkeitsdaten in der Datenbank wieder anderen Teilnehmern für eine Reservierung zur Verfügung stehen. Das Verfahren bietet die Möglichkeit, die Buchung einer Parkbucht während der Fahrt unter den sich verändernden Umständen stets dahingehend anzupassen, dass für den Nutzer eine angepasste Lösung zur Verfügung steht, indem Ersatzparkbuchten ermittelt werden.

Um eine möglichst genaue Bestimmung einer zu erwartenden Ankunftszeit, eines zu erwartenden Ortes oder der nächstliegenden verfügbaren Parkbucht für den Routenverlauf zu erhalten, werden in einer bevorzugten Ausgestaltung des Verfahrens aus verfügbaren Verkehrsinformationen relevante Verkehrsdaten ausgewählt und bei der Berechnung berücksichtigt. Mit Hilfe genauerer Vorhersagen können die notwendigen Zeitpolster auf ein Minimum reduziert werden. Zudem können anhand der Verkehrsinformationen in bekannter Weise auch Ausweichrouten ermittelt und dem Fahrer vorgeschlagen werden, wobei das System gleichzeitig auch einen Vorschlag für alternative Rastaufenthalte erstellen kann. Über den Zentralserver können außerdem auch überregionale Verkehrsinformationen abgerufen werden, so dass auch die entfernt liegenden Streckenabschnitte bei der Bestimmung von Ausweichrouten berücksichtigt werden können. Im Zusammenhang mit Gefahrguttransportern lässt sich das Verfahren dahingehend erweitern, dass nach Erhalt einer Nachricht, dass diese Fahrzeuge den nächsten Parkplatz aufsuchen sollen oder müssen, wenigstens ein Teil der noch verfügbaren Parkbuchten zunächst blockiert wird, um auf Anfrage den Fahrern von Gefahrguttransportern bevorzugt vergeben zu werden.

Vorzugsweise werden in einer besonders benutzerfreundlichen Ausführungsform nach Bestätigen der Buchungsoption die Daten zum Standort der gebuchten Parkbucht als Zwischenziel in die Zielführung eines Navigationssystems des Lastkraftwagens übernommen. Dies trägt auch zur Erhöhung der Verkehrssicherheit bei, da der Fahrer nicht unnötig vom Verkehrsgeschehen abgelenkt wird. Für den Fall, dass eine Buchung durch eine neue Buchung ersetzt wird, beispielsweise bei Buchung einer Ausweich- oder Ersatzparkbucht, werden selbstverständlich auch die Daten zum Standort der neuen Parkbucht in die Zielführung übernommen. Für den Fall, dass sich die Parkbucht auf einem Parkplatz befindet, der abseits der eigentlichen Route liegt, führt das Navigationssystem nach dem Rastaufenthalt wieder zur Route zurück. Durch Vergleichen der Standortdaten des Fahrzeugs mit den Standortdaten der Parkbucht besteht auch die Möglichkeit, das Erreichen und/oder das Verlassen der Parkbucht zu erfassen und mittels des Terminals an den Zentralserver zu melden.


Anspruch[de]
System zum Auffinden und Reservieren reservierbarer Parkbuchten für Lastkraftwagen auf dafür vorgesehenen Parkplätzen, mit einem drahtlosen oder drahtgebundenen Datennetzwerk, das einen Zentralserver mit einer Datenbank, in der Verfügbarkeitsdaten der reservierbaren Parkbuchten der vorgesehenen Parkplätze erfasst sind, und für Nutzer verfügbare Terminals aufweist, die jeweils über Eingabemittel und Anzeigemittel verfügen und für einen Datenaustausch wenigstens temporär mit dem Zentralserver verbindbar sind und ein Senden einer Reservierungsanfrage, ein Empfangen einer von dem Zentralserver erstellten Buchungsoption und ein Bestätigen der Buchungsoption ermöglichen, wobei nach einer getätigten Buchung eine Aktualisierung der Verfügbarkeitsdaten im Zentralserver erfolgt. System nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens ein Bordcomputer eines Lastkraftwagens als Terminal vorgesehen ist. System nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Bordcomputer ein Navigationssystem umfasst. System nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Bordcomputer mit einer Vorrichtung zum Erfassen der Lenkzeiten des Lastkraftwagens verknüpft ist. System nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass auf Parkplätzen eine ortsfeste Station als Terminal zur Eingabe von Reservierungsanfragen sowie zur Anzeige und zur Bestätigung von vom Zentralserver erstellten Buchungsoptionen vorgesehen ist. System nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens einer der vorgesehenen Parkplätze eine mit dem Zentralserver verbundene Informationseinrichtung aufweist, auf der Angaben zur Verfügbarkeit der Parkbuchten wenigstens dieses Parkplatzes dargestellt sind. System nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Informationseinrichtung mit Wegweiserfunktion im Zufahrtsbereich dieses Parkplatzes angeordnet ist. System nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass einzelnen Parkbuchten ein mit dem Zentralserver verbundenes Informationselement zur Anzeige der Reservierungszeiten der jeweiligen Parkbucht zugeordnet ist. System nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass an reservierbaren Parkbuchten Mittel zur Erfassung des Belegungszustands vorhanden sind, die mit der Informationseinrichtung und/oder dem Zentralserver verbunden sind. Verfahren zum Auffinden und Reservieren reservierbarer Parkbuchten für Lastkraftwagen auf dafür vorgesehenen Parkplätzen, das folgende Schritte aufweist:

– Erfassen von Verfügbarkeitsdaten der reservierbaren Parkbuchten in einer Datenbank,

– Eingabe einer Reservierungsanfrage in ein für Nutzer verfügbares Terminal, das dauerhaft oder temporär mit einem drahtlosen oder drahtgebundenen Datennetzwerk verknüpft wird, das einen Zentralserver mit der Datenbank aufweist,

– Vergleichen der Daten der Reservierungsanfrage mit den Verfügbarkeitsdaten,

– Erstellen einer Buchungsoption,

– Bestätigen der Buchungsoption,

– Aktualisieren der Verfügbarkeitsdaten in der Datenbank nach getätigter Buchung.
Verfahren nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Daten der Reservierungsanfrage durch den Zentralserver mit den Verfügbarkeitsdaten verglichen werden, die Buchungsoption durch den Zentralserver erstellt wird, die Buchungsoption an das Terminal gesendet wird, die Buchungsoption am Terminal angezeigt wird und die Buchung durch Betätigung des Terminals bestätigt wird. Verfahren nach Anspruch 10 oder 11, dadurch gekennzeichnet, dass der gewünschte Zeitpunkt und die Dauer des Rastaufenthalts und/oder der gewünschte Ort des Rastaufenthalts eingegeben werden. Verfahren nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass zur Erstellung einer Reservierungsanfrage nur der gewünschte Ort eingegeben wird, der Standort des Lastkraftwagens zur Verfügung gestellt wird, die zu erwartende Ankunftszeit für den eingegeben Ort errechnet wird und die Buchungsoption für den gewünschten Ort mit der errechneten Zeit erstellt wird. Verfahren nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass der Standort von einem Navigationssystem des Terminals ermittelt und eine Route vom ermittelten Standort zu dem eingegebenen Ort im Navigationssystem oder im Zentralserver berechnet wird. Verfahren nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass zur Erstellung einer Reservierungsanfrage für eine gewünschte Zeit der gewünschte Zeitpunkt und die Dauer des Rastaufenthalts eingegeben werden, der Standort des Lastkraftwagens zur Verfügung gestellt wird, der zu erwartende Zielort für den eingegebenen Zeitpunkt mit Hilfe einer vorgegebenen Route als mögliches Zwischenziel errechnet wird und die Buchungsoption für die gewünschte Zeit mit dem errechneten Ort erstellt wird. Verfahren nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, dass ein Navigationssystem im Lastkraftwagen, in dem die Route hinterlegt ist, den Standort des Lastkraftwagens ermittelt, den zu erwartenden Zielort als mögliches Zwischenziel errechnet und das Terminal die Ortsangabe zusammen mit der Zeitangabe an den Zentralserver übermittelt. Verfahren nach einem der Ansprüche 12 bis 16, dadurch gekennzeichnet, dass der Zeitpunkt und/oder die Dauer des Rastaufenthalts durch die Lenkzeit bestimmt werden. Verfahren nach Anspruch 17, dadurch gekennzeichnet, dass die Lenkzeiten eines oder mehrerer Fahrzeuglenker erfasst werden, unter Berücksichtigung der zur Verfügung stehenden Fahrzeuglenker und der vorgeschriebenen Mindestruhezeiten die noch verbleibende maximale Restlenkzeit errechnet wird und ein Zeitpunkt für den Rastaufenthalt unter Ausnutzung der Lenkzeit bestimmt wird. Verfahren nach einem der Ansprüche 13 bis 18, dadurch gekennzeichnet, dass ein für die Berechnung einer zu erwartenden Ankunftszeit und/oder eines zu erwartenden Ortes berechnetes Fortkommen mit dem tatsächlichen Fortkommen verglichen wird und bei Abweichungen außerhalb eines festgelegten Zeitfensters der Zeitpunkt der Buchung angepasst oder ein neuer Buchungsvorschlag für einen anderen Parkplatz erstellt wird. Verfahren nach Anspruch 19, dadurch gekennzeichnet, dass der Vergleich des tatsächlichen Fortkommens mit dem berechneten Fortkommen in festgelegten Zeitintervallen erfolgt. Verfahren nach einem der Ansprüche 13 bis 20, dadurch gekennzeichnet, dass für die Bestimmung einer zu erwartenden Ankunftszeit, eines zu erwartenden Ortes oder der nächstliegenden verfügbaren Parkbucht für den Routenverlauf aus verfügbaren Verkehrsinformationen relevante Verkehrsdaten ausgewählt werden und bei der Berechnung berücksichtigt werden. Verfahren nach einem der Ansprüche 10 bis 21, dadurch gekennzeichnet, dass nach Bestätigen der Buchungsoption die Daten zum Standort der gebuchten Parkbucht als Zwischenziel in die Zielführung eines Navigationssystems des Lastkraftwagens übernommen werden.






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