PatentDe  


Dokumentenidentifikation DE102006017869A1 25.10.2007
Titel Neutralisationseinrichtung
Anmelder GIA Gesellschaft für Ingenieur- und Apparatebau m.b.H., 53567 Buchholz, DE
Erfinder Stratmann, Andreas, 53842 Troisdorf, DE
Vertreter Kutzenberger & Wolff, 50668 Köln
DE-Anmeldedatum 13.04.2006
DE-Aktenzeichen 102006017869
Offenlegungstag 25.10.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 25.10.2007
IPC-Hauptklasse C02F 1/66(2006.01)A, F, I, 20060413, B, H, DE
Zusammenfassung Die vorliegende Erfindung betrifft eine Neutralisationseinrichtung für Kondensationswasser aus einem Heizgerät, bestehend aus einem Gehäuse mit mindestens einer Granulatkammer zur Aufnahme einer losen Schüttung aus neutralisationswirksamem Granulat, einer nachgeschalteten Sammelkammer für Kondenswasser, einer Ablaufleitung sowie einer Regeleinrichtung, wobei in der Granulatkammer ein Rührer angeordnet ist, mit dem das Granulat zumindest zeitweise mischbar ist.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Neutralisationseinrichtung für Kondenswasser aus einem Heizgerät nach dem Oberbegriff des Schutzanspruches 1.

Heizgeräte arbeiten häufig als so genannte Brennwertgeräte. Dabei werden die Verbrennungsabgase bis unter den Taupunkt abgekühlt, um die latent enthaltene Kondensationswärme des Wasserdampfes auszunutzen. Es entsteht saures Kondenswasser, das in einer nachgeschalteten Neutralisationseinrichtung behandelt werden muss, bevor es in die Kanalisation gelangt. In der Regel erfolgt daher eine Anhebung der pH-Werte des Kondenswassers durch Zugabe von Laugen oder beim Durchströmen einer Schüttung mit basischem Granulat. Schwebstoffe, insbesondere Korrosionsprodukte aus Wärmetauschern, setzen die Oberfläche des Granulates im Laufe der Zeit zu und führen zu Ablagerungen in der Granulatschüttung. Weil dadurch die Wirksamkeit des Granulates im Laufe der Zeit nachlässt, sind regelmäßige Wartungsintervalle erforderlich. Dabei wird die gesamte Neutralisationseinrichtung gereinigt und das Granulat ausgetauscht.

Eine gattungsgemäße Neutralisationseinrichtung ist zum Beispiel aus der DE 296 08 311 U1 bekannt und besteht im Wesentlichen aus einem Gehäuse mit einer Sammelkammer für behandeltes Kondenswasser, einem Raum zur Aufnahme einer Pumpe mit Regeleinrichtung, einem Zulauf sowie einem Ablauf. Die Pumpe befindet sich in einem von der Sammelkammer abgetrennten Raum des Außengehäuses und fördert das behandelte Kondenswasser aus der Sammelkammer in die Kanalisation. Damit ist die Neutralisationseinrichtung unabhängig von örtlichen Verhältnissen im Aufstellraum einsetzbar. Sie bildet in der Regel eine selbständig arbeitende Einheit, die allerdings auch mit der Regeleinrichtung des Heizkessels verbunden sein kann, um beispielsweise die Funktionsbereitschaft zu überwachen. Dann wird ein überhöhter Flüssigkeitsstand bzw. ein Ausfall der Pumpe am Heizkessel angezeigt oder führt sogar zum Abschalten des Brenners, um den Kondenswasseranfall zu stoppen.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, Aufbau und Funktion einer Neutralisationseinrichtung für Kondenswasser aus einem Heizgerät zu optimieren.

Erfindungsgemäß wird dies mit den Merkmalen des Patentanspruches 1 gelöst. Vorteilhafte Weiterbildungen sind den Unteransprüchen zu entnehmen.

Erfindungsgemäß weist die Neutralisationseinrichtung eine Granulatkammer auf, in der sich eine lose Granulatschüttung befindet. Weiterhin erfindungsgemäß ist in der Granulatkammer ein Rührer angeordnet, der das Granulat zumindest teilweise zumindest zeitweise durchmischt. Die Granulatkammer weist einen Zulauf, durch den das Kondenswasser in diese einströmt und einen Aublauf, durch den das Kondenswasser aus der Granulatkammer abläuft, auf. Der Ablauf weist vorzugsweise einen Filter/Sieb auf, mit dem verhindert wird, dass das Granulat die Granulatkammer verlässt und mit dem sichergestellt wird, dass das Kondenswasser das Granulat hinreichend für dessen Neutralisation durchströmt. Die Granulatkammer ist vorzugsweise so geformt, dass das Granulat beim Mischen von selbst in den Einflussbereich des Rührers nachrutscht. Besonders eine wannenartige oder V-förmige Bodenform hat sich als vorteilhaft erwiesen. Vorzugsweise besitzt die Granulatkammer einen schrägen Boden, wobei sich eine geringe Schütthöhe im Bereich des Ablauflaufs und eine höhere Schütthöhe im Bereich des Zulaufs befindet. Vorzugsweise wird die Neutralisationseinrichtung so betrieben, dass die Granulatschüttung immer von Kondenswasser bedeckt ist. Dadurch wird ein Verklumpen des Granulats vermieden. Das Mischen der Schüttung mit dem Rüher erfolgt mehrmals pro Stunde. Vorzugsweise werden die Rührintervalle in Abhängigkeit von der Kondenswassermenge vorgenommen und betragen 1–20 mal, vorzugsweise 2–5 mal pro Liter Kondenswasser und Stunde. Die Länge des Rührintervalls beträgt vorzugsweise zwischen 10 und 60 Sekunden, besonders bevorzugt zwischen 20–30 Sekunden.

Weiterhin weist die Neutralisationseinrichtung eine Sammelkammer auf, die das Kondenswasser aufnimmt, das durch die Granulatschüttung geflossen ist. Dies Sammelkammer weist einen Ablauf auf, der mit der Kanalisation verbunden ist. Falls nötig kann das Wasser in die Kanalisation gepumpt werden. Dafür weist die Sammelkammer vorzugsweise eine Füllstandsmessung auf, die eine Pumpe bei einem gewissen Füllstand aktiviert bzw. wieder abschaltet.

Die vorzugsweise vorhandene Pumpe ist vorzugsweise in einem separaten Raum innerhalb der Neutralisationseinrichtung angeordnet. In diesem Raum befindet sich vorzugsweise auch der Antrieb des Rührers.

Mit der Erfindung wird eine Neutralisationseinrichtung für Kondenswasser aus einem Heizgerät im Hinblick auf Aufbau und Funktion optimiert. Die Wirksamkeit des Granulates bleibt durch das regelmäßige Rührens des Granulats in der Granulatkammer und Aufwirbeln der Ablagerungen in der Granulatschüttung über einen längeren Zeitraum als bisher erhalten. Damit vergrößern sich auch die regelmäßigen Wartungsintervalle und es verringern sich dadurch wiederum die Betriebskosten.

Die Zeichnung stellt ein Ausführungsbeispiel der Erfindung dar. Eine Neutralisationseinrichtung für Kondenswasser aus einem Heizgerät zeigt:

1: im Längsschnitt in der Seitenansicht und

2: in der Draufsicht ohne Deckel.

Die Neutralisationseinrichtung besteht aus einem Gehäuse 1 mit einer Granulatkammer 2 zur Aufnahme einer losen Schüttung von neutralisationswirksamem Granulat 9, einer nachgeschalteten Sammelkammer 3 für Kondenswasser sowie einem abgeteilten Raum 4 zur Aufnahme von der Pumpe 5 bzw. des Antriebs 10 des Rührers 14. Die Granulatkammer weist einen Zulauf 7 und einen Ablauf 12, der in der Wand 11 angeordnet ist auf. Im Bereich des Ablaufs 12 ist ein Sieb 8 angeordnet, das verhindert, dass Granulat in die Sammelkammer gelangt und das bewirkt, dass das Kondenswasser die Granulatschüttung durchströmt. Der Rührer 14 durchmischt das Granulat 9 in regelmäßigen Abständen, wodurch dessen Verklumpung vermieden und Ablagerungen darauf aufgewirbelt und ausgeschwämmt werden. Der Rührer wird über die Elektronik 13 gesteuert. Die Pumpe 5 dient zum füllstandsabhängigen Entleeren der Sammelkammer 3 und wird über die Niveausonden 6 und die Elektronik 13 gesteuert.

Über die Zulaufleitung 7 gelangt das Kondenswasser in die Granulatkammer, durchströmt diese, und läuft über den Ablauf zunächst in die Sammelkammer 3. Von dort wird es füllstandsabhängig von der Pumpe 5 via der Rohrleitung 14 in die Kanalisation gepumpt. Die Neutralisationsvorrichtung wird möglichst so betrieben, dass das Granulat 9 immer mit Flüssigkeit bedeckt ist. Dies wird durch die Füllstandshöhe in der Sammelkammer erreicht.


Anspruch[de]
Neutralisationseinrichtung für Kondenswasser aus einem Heizgerät, bestehend aus einem Gehäuse (1) mit mindestens einer Granulatkammer (2) zur Aufnahme einer losen Schüttung aus neutralisationswirksamem Granulat, einer nachgeschalteten Sammelkammer für Kondenswasser, einer Ablaufleitung sowie einer Regeleinrichtung, dadurch gekennzeichnet, dass in der Granulatkammer (2) ein Rührer (14) angeordnet ist, mit dem das Granulat zumindest zeitweise mischbar ist. Neutralisationseinrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass sie mindestens einen Raum (4) zur Aufnahme einer Pumpe zum füllstandsabhängigen Entleeren der Sammelkammer (3) aufweist. Neutralisationseinrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Mischen der Granulatkammer (2) in vorgegebenen Zeitintervallen und vorzugsweise in Abhängigkeit der Kodenswassermenge erfolgt. Neutralisationseinrichtung nach einem der Ansprüche 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Mischen der Granulatkammer (2) vor dem Anlaufen der Pumpe (5) zum füllstandsabhängigen Entleeren der Sammelkammer (3) erfolgt. Neutralisationseinrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Granulatkammer (2) einen schrägen Boden besitzt, wodurch in der Nähe der Überlaufwand (11) zur Sammelkammer (3) eine geringere Granulatschüttung vorliegt als auf der davon entfernten Seite. Neutralisationeinrichtung nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass es ein Sieb aufweist durch dass das Kondenswasser von der Granulatkammer (2) in die Sammelkammer (3) läuft. Neutralisationeinrichtung nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Granulatkammer nach inbetriebnahme immer möglichst weitestgehend mit Kondensat bedeckt ist.






IPC
A Täglicher Lebensbedarf
B Arbeitsverfahren; Transportieren
C Chemie; Hüttenwesen
D Textilien; Papier
E Bauwesen; Erdbohren; Bergbau
F Maschinenbau; Beleuchtung; Heizung; Waffen; Sprengen
G Physik
H Elektrotechnik

Anmelder
Datum

Patentrecherche

Patent Zeichnungen (PDF)

Copyright © 2008 Patent-De Alle Rechte vorbehalten. eMail: info@patent-de.com