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Dokumentenidentifikation DE102006018184A1 25.10.2007
Titel Sitz
Anmelder Bayerische Motoren Werke AG, 80809 München, DE
Erfinder Lein, Rudolf, 85221 Dachau, DE;
Durt, Alexander, 82266 Inning, DE;
Franz, Matthias, 83098 Brannenburg, DE
DE-Anmeldedatum 19.04.2006
DE-Aktenzeichen 102006018184
Offenlegungstag 25.10.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 25.10.2007
IPC-Hauptklasse A47C 7/46(2006.01)A, F, I, 20060419, B, H, DE
IPC-Nebenklasse A47C 7/26(2006.01)A, L, I, 20060419, B, H, DE   A61H 15/00(2006.01)A, L, I, 20060419, B, H, DE   
Zusammenfassung Ein Sitz (1) mit einer Rückenlehne (2) und einem Sitzkissen (4) weist zu beiden Seiten der Längsmittenebene (10) des Sitzes (1) eine Reihe von übereinander angeordneten Verstellelementen (A, C, E, G bzw. B, D, F, H) auf. Durch alternierende Zustellung höhenversetzt zueinander angeordneter Verstellelemente (A bis H) in den beiden Hälften des Sitzes (1) kann in aktiver Weise auf den Rücken und ggf. das Becken eines Sitzbenutzers eine Rotationsbewegung aufgebracht werden, die der Rotationsbewegung des Rückens und gegebenenfalls des Beckens beim Gehen entspricht.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft einen Sitz nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1 sowie eine Ansteuerung für einen Sitz nach dem Oberbegriff des Anspruchs 8.

Aus der DE 197 26 409 A1 ist ein Sitz bekannt, an dessen Sitzkissen zwei Verstellelemente vorgesehen sind, die eine Hubbewegung in einer Richtung etwa senkrecht zur Oberfläche des Sitzkissens durchführen. Die Verstellelemente werden alternierend bewegt und erzeugen hierdurch eine Kippbewegung des Beckens eines Insassen, ähnlich der Bewegung des Beckens beim Gehen.

Aufgabe der Erfindung ist es, den bekannten Sitz im Sinn einer verbesserten Mobilisation, insbesondere des Rückens des Sitzbenutzers, weiterzubilden.

Diese Aufgabe wird durch einen Sitz mit den Merkmalen des Anspruchs 1 und/oder durch eine Ansteuerung nach Anspruch 8 gelöst.

Kerngedanke der Erfindung nach Anspruch 1 ist es, in der Rückenlehne des Sitzes Verstellelemente anzuordnen, die so beschaffen sind, dass sie eine Hubbewegung in Richtung etwa senkrecht zur Sitzanlagefläche ausführen können. Die Verstellelemente sind erfindungsgemäß an bestimmten Bereichen der Rückenlehne vorgesehen, um dort durch eine gezielte Zustellung auf den Sitzbenutzer eine aktive Bewegung des Rückens zu erreichen. Die Verstellelemente sind rechts und links der Wirbelsäule des Sitzbenutzers, bevorzugt symmetrisch zur Längsmittenebene der Rückenlehne, angeordnet. In jedem Fall sind zwei Verstellelemente im oberen Bereich der Rückenlehne vorgesehen, also in dem Bereich, der der Schulter eines Sitzbenutzers gegenüberliegt. Diese beiden Verstellelemente im Schulterbereich werden ergänzt durch zwei mittlere Verstellelemente im Brustbereich des Sitzbenutzers und/oder durch zwei Verstellelemente im unteren Bereich der Rückenlehne, der dem Lendenbereich eines Sitzbenutzers gegenüberliegt. Durch die erfindungsgemäße Anordnung der Verstellelemente in den beschriebenen Bereichen der Rückenlehne, die bestimmten Regionen des Rückens des Sitzbenutzers entsprechen, kann durch eine Hubbewegung der Verstellelemente eine gezielte aktive Bewegung des Rückens erreicht werden.

Zwar ist aus der DE 201 08 345 U1 ein Fahrzeugsitz mit einer Rückenlehne bekannt, die sechs Massageelemente, symmetrisch in Rechts-Links-Anordnung aufweist. Die Massageelemente erzeugen eine rotierende Bewegung, ausschließlich zu Massagezwecken, und sind nicht in der Lage, eine Hubbewegung auszuüben, durch die auf festgelegte Körperregionen des Sitzbenutzers eine aktive Bewegung im Sinn einer Mobilisation erfolgt. Eine derartige Mobilisation ist in der DE 201 08 345 U1 auch nicht beschrieben.

In einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung sind die Verstellelemente in den seitlichen Randbereichen der Rückenlehne derart angeordnet, dass sie den Rücken des Sitzbenutzers in einem möglichst weit außen liegenden Bereich aktiv bewegen können, um eine möglichst große Hebelwirkung zu erreichen. Selbstverständlich sind die Verstellelemente so zu platzieren, dass sie auch bei kleineren und schmaleren Sitzbenutzern noch wirkungsvoll arbeiten können.

In einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung werden die Verstellelemente in der Rückenlehne durch Verstellelemente im Sitzkissen ergänzt, wie an sich aus der gattungsbildenden DE 197 26 409 A1 bekannt.

In der oben beschriebenen bevorzugten Ausführung der Erfindung sind also vier bzw. sechs Verstellelemente in der Rückenlehne des Sitzes und gegebenenfalls zwei weitere Verstellelemente im Sitzkissen vorgesehen.

Selbstverständlich kann im Sitz auch eine hiervon abweichende Zahl von Verstellelementen verbaut sein.

Insbesondere können auch Verstellelemente mit unterschiedlicher Größe und/oder mit unterschiedlichem mechanischem Aufbau und/oder mit unterschiedlicher Geometrie eingesetzt werden.

Grundsätzlich sind die Verstellelemente symmetrisch in der rechten und linken Hälfte des Sitzes angeordnet. Davon abweichend ist jedoch auch eine zumindest abschnittsweise asymmetrische Verteilung der Verstellelemente denkbar, je nach Ausgestaltung des Sitzes.

Ergänzend zu den Verstellelementen ist in der Rückenlehne eine Mehrzahl von übereinander angeordneten Massageelementen vorgesehen.

Zur Erzielung der beschriebenen aktiven Beaufschlagung des Rückens und gegebenenfalls des Beckens eines Sitzbenutzers schlägt die Erfindung gemäß Anspruch 8 eine Ansteuerung vor, die die Verstellelemente so aktiviert, dass der Rücken bzw. das Becken eines Sitzbenutzers rotatorisch mobilisiert werden. Durch diese aktive rotatorische Mobilisation wird eine Bewegung des Rückens bzw. zusätzlich auch des Beckens erzeugt, die der Bewegung der Wirbelsäule beim Gehen entspricht, damit also einen natürlichen Bewegungsablauf nachbildet, der von einem Sitzbenutzer in seiner statischen Haltung nicht selbst aktiv ausgeführt werden kann. Durch die auf den Rücken und gegebenenfalls auf das Becken ausgeübte Verdrehbewegung kann Ermüdungserscheinungen und Verspannungen in äußerst wirkungsvoller Weise entgegengewirkt werden.

Die rotatorische Mobilisation wird bevorzugt durch vier oder sechs Verstellelemente in der Rückenlehne erreicht, die den Rücken des Sitzbenutzers verdrehen. Hierbei werden die Verstellelemente im Schulterbereich zusammen mit den Verstellelementen im Thorax- und/oder Lendenbereich in geeigneter Weise angesteuert.

Eine dreidimensionale Rotationsbewegung von Rücken und Becken ergibt sich dann, wenn die Verstellelemente in der Rückenlehne zusammen mit Verstellelementen im Sitzkissen eine gegenläufige Verstellbewegung ausüben.

Der erfindungsgemäße Sitz lässt sich besonders vorteilhafter Weise in Kraftfahrzeugen anwenden, da hier in vielen Fällen der Benutzer über einen längeren Zeitraum statisch auf dem Sitz verharrt und aufgrund der Gegebenheiten in einem Fahrzeug, im Fall des Fahrers auch aufgrund des Verkehrsgeschehens, eine eigene aktive Bewegung nicht ermöglicht. Durch die rotatorische Mobilisation wird die Wirbelsäule in einer Weise bewegt, die dem natürlichen Bewegungsablauf beim Gehen entspricht. Diese Bewegung hat zur Folge, dass wechselnde Drücke auf die Bandscheiben entstehen, welche die Nährstoffversorgung für den Bandscheibenknorpel über einen Diffusionsvorgang begünstigen. Unter dieser wechselnden Belastung der Bandscheiben wird also deren Regeneration gefördert. Außerdem wirkt die rotatorische Mobilisation auch auf die Muskulatur, so dass Muskelverspannungen erfolgreich vermieden oder zumindest reduziert.

Die Hubbewegungen der Verstellelemente sind zu begrenzen, um auszuschließen, dass die Hubbewegung über die Arme an das Lenkrad weitergeleitet werden, wodurch eine negative Beeinflussung der Fahraktivitäten entstünde. Neben dieser direkten Bewegungseinleitung über die Arme des Fahrers ist bei der Bemessung der Hubbewegungen auch zu beachten, dass die Bewegungsrezeptoren in den Armen des Fahrers nicht angesprochen werden, um keine Ablenkung beim Fahren hervorzurufen.

In Ergänzung zu den Verstellelementen sind Massageelemente vorgesehen, die, wie an sich aus der DE 38 30 235 C2 bekannt, so angesteuert werden, dass durch eine fortschreitende Beaufschlagung benachbarter Massageelemente eine walzenartige, entlang der Höhenerstreckung der Rückenlehne durchlaufende Wellenbewegung entsteht.

Die auf den Rücken eines Sitzbenutzers aufgebrachte Wellenbewegung bewirkt eine Massage der Muskulatur entlang der Wirbelsäule, vorwiegend der Muskelstränge neben der Wirbelsäule. Durch diese direkte mechanische Einwirkung auf die Muskulatur wird die Durchblutung der Rückenmuskulatur gesteigert, mit der Folge einer Regeneration und einer sich anschließenden Entspannung der Muskulatur, einschließlich der umgebenden Körperstrukturen (Knorpel, Bänder, Sehnen). Außerdem wird durch die aufgebrachte Wellenbewegung die Wirbelsäule leicht bewegt, im Sinn eines periodischen Aufrichtens des Rückens. Diese Bewegung der Wirbelsäule verstärkt die positiven Auswirkungen der rotatorischen Mobilisation, indem auch hier wechselnde Drücke auf die Bandscheiben entstehen, mit der Folge einer verbesserten Versorgung der Bandscheibenknorpel.

Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind Gegenstand der Unteransprüche.

Ein mögliches Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der Zeichnung dargestellt und wird nachfolgend näher erläutert. Es zeigt:

1 ein erstes Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen Sitz in perspektivischer Darstellung, mit einer Mehrzahl von schematisch dargestellten Verstellelementen und Massageelementen,

2 bis 5 der 1 entsprechende Darstellungen, mit alternativen Ausführungsformen und Anordnungen von Verstellelementen,

6 Ablaufschemata zur Erzeugung verschiedener Rotationsbewegungen durch die Verstellelemente,

7 Ablaufschemata zur Erzeugung verschiedener Massageeffekte durch die Massageelemente und

8 ein Diagramm zur Darstellung des zeitlichen Ablaufs der Rotation und der Massage.

1 zeigt einen in seiner Gesamtheit mit 1 bezeichneten Sitz mit einer Rückenlehne 2, einer Kopfstütze 3 und einem Sitzkissen 4. An mittige Anlageflächen 5 und 6 von Rückenlehne 2 und Sitzkissen 4 schließen sich seitliche Wangen 7 und 8 von Rückenlehne 2 und Sitzkissen 4 an. Im oberen Bereich der Rückenlehne 2 ist ein Schulterabschnitt 9 ohne seitliche Wangen vorgesehen. Die Längsmittenebene des Sitzes 1 ist mit 10 bezeichnet.

Erfindungsgemäß sind in der Rückenlehne 2 sechs Verstellelemente A bis F vorgesehen, wobei die Verstellelemente A, C und E spiegelbildlich zu den Verstellelementen B, D und F angeordnet sind. Damit weist die rechte und die linke Seite des Sitzes 1 jeweils eine Reihe übereinander angeordneter Verstellelemente A, C, E bzw. B, D, F auf. Die Verstellelemente A bis F können individuell angesteuert werden.

Die Verstellelemente A und B sind im Schulterbereich der Rückenlehne 2 angeordnet, relativ weit außen liegend und, bezogen auf die Höhenerstreckung des Schulterabschnittes 9, etwa mittig im Schulterabschnitt 9. Die Verstellelemente C und E bzw. D und F sind jeweils im Übergangsbereich zwischen den mittigen Anlageflächen 5 und den Wangen 7 der Rückenlehne 2 angeordnet. Hierbei befinden sich die Verstellelemente C und D etwa in der Mitte der Höhenerstreckung der Rückenlehne 2, also im Brustbereich eines zugeordneten Benutzers des Sitzes 1. Die Verstellelemente E und F sind im unteren Abschnitt der Rückenlehne 2 angeordnet und damit dem Lendenbereich eines Benutzers zugeordnet.

Das Sitzkissen 4 weist zwei Verstellelemente G und H auf, die etwa symmetrisch zur Längsmittenebene 10 angeordnet sind. Die Verstellelemente G und H sind in demjenigen Bereich des Sitzkissens 4 angeordnet, der den Sitzbeinhöckern eines Sitzbenutzers gegenüberliegt.

Die Verstellelemente A bis H sind verdeckt unterhalb der Anlagefläche des Sitzbenutzers mit dem Sitz 1 angeordnet. Die Verstellelemente A bis H sind als Hubelemente ausgeführt und führen eine Bewegung in etwa senkrecht zur Anlagefläche des Insassen am Sitz 1 aus. Damit wird eine Kraft und in der Folge eine Bewegung auf den Rücken bzw. das Gesäß eines Sitzbenutzers ausgeübt. Mit der Hubbewegung der Verstellelemente A bis H wird nur in geringem Umfang eine Massagewirkung beabsichtigt und erreicht. Vielmehr steht die Mobilisation der Wirbelsäule im Vordergrund.

1 zeigt eine besonders bevorzugte Anordnung der Verstellelemente A bis F, wobei die Darstellung insbesondere hinsichtlich der Form der Verstellelemente A bis F abstrahiert ist. Die 2 bis 5 zeigen alternative Anordnungen und Formgestaltungen von Verstellelementen.

In 2 sind pyramidenförmige Verstellelemente A, B, E und F dargestellt, mit dreieckförmigen Seitenflächen in der Vorderansicht des Sitzes 1. Bei Aktivierung eines der Verstellelemente A, B, E oder F entsteht ein keilförmiges Gebilde, mit maximalem Hub im Bereich der Grundseite der dreieckförmigen Seitenfläche. Der maximale Hub entspricht dem Hub der Verstellelemente A, B, E und F aus 1, wobei jedoch durch das keilförmige Auslaufen der Verstellelemente A, B, E und F in Richtung des vertikal darunter- oder darüberliegenden Verstellelements ein weicher Übergang erfolgt.

3 zeigt eine weitere praxisnahe Ausgestaltung von Verstellelementen A bis F, die die Form von Keilen aufweisen. In der deaktivierten Position der Verstellelemente A bis F sind diese im Wesentlichen flache, in der Draufsicht rechteckförmige Gebilde. Bei Aktivierung der Verstellelemente A bis F „klappen" diese entlang ihrer der Längsmittenebene 10 des Sitzes 1 zugewandten Schmalseiten 11 auf. Damit ergibt sich ein maximaler Hub der Verstellelemente A bis F in den seitlich außen liegenden Bereichen der Rückenlehne 2, entsprechend der Darstellung der 1. Die Keilform der Verstellelemente A bis F ist bei vergleichsweise ebenen Rückenlehnen 2 von Vorteil, da bei solchen Rückenlehnen 2 ein keilförmiger Abstand zwischen der ebenen Anlagefläche der Rückenlehne 2 und dem in seinen Randbereichen gewölbten Rücken eines Sitzbenutzers vorliegt. Dieser keilförmige Abstand wird durch die keilförmigen Verstellelemente A bis F in vorteilhafter Weise ausgeglichen. Außerdem wird durch die keilförmigen Verstellelemente A bis F erreicht, dass die Hubbewegung senkrecht zum Rücken des Insassen aufgebracht wird. Zudem sind die Schmalseiten 11 der Verstellelemente C und D gegenüber der Längsmittenebene 10 etwas angestellt, um im Thoraxbereich eine besonders gute Anpassung an den Rücken des Sitzbenutzers zu erreichen.

Bei der Rückenlehne 2 gemäß 4 sind anstelle jedes der Verstellelemente A bzw. B bzw. E bzw. F von 1 jeweils fünf Verstellelemente A1, A2, A3, A4, A5 bzw. B1, B2, B3, B4, B5 bzw. E1, E2, E3, E4, E5 bzw. F1, F2, F3, F4, F5 vorgesehen. Durch diese Untergliederung kann durch abgestufte Hubwege ein ähnlicher Effekt erreicht werden wie bei den pyramidenförmigen Verstellelementen A, B, E und F gemäß 2, nämlich ein fließendes Auslaufen, ausgehend von den Verstellelementen A1, B1, E5 bzw. F5 mit maximalem Hub. Alternativ können auch die Verstellelemente A3, B3, E3 bzw. F3 einen maximalem Hub ausführen.

Analoges gilt gemäß 5 für die Verstellelemente A1 bis F3. Wie anschaulich aus 5 hervorgeht, sind anstelle jedes der Verstellelemente A bis F von 1 jeweils drei oder vier Verstellelemente A1, A2, A3 bis F1, F2, F3 vorgesehen, um durch eine entsprechend abgestufte Ansteuerung weiche Übergänge zu erreichen.

6 zeigt in tabellarischer Übersicht bevorzugte Ansteuerungen der Verstellelemente A bis H, um eine rotatorische Mobilisation des Rückens bzw. des Rückens und des Beckens zu erreichen.

Beim Verstellmuster a) werden die Verstellelemente A und D sowie B und C alternierend aktiviert, so dass jeweils schräg gegenüberliegend, also höhenversetzt in der rechten und der linken Hälfte der Rückenlehne 2, eine Zustellbewegung auf den Rücken des Sitzbenutzers erfolgt. Hierdurch wird eine „einfache Rotation" des Rückens erreicht. Diese durch zwei diagonal gegenüberliegende Verstellelemente erzeugte Rotationsbewegung des Rückens ist relativ stark ausgeprägt.

Anstelle der Verstellelemente C und D können auch die Verstellelemente E und F aktiviert werden, mit dem gleichen Effekt wie oben beschrieben, jedoch mit einem größeren Abstand zwischen den nunmehr im Schulterbereich und im Lendenbereich angeordneten Verstellelementen A, B bzw. E, F. Hierbei ergibt sich das Verstellmuster b).

In der nächsten Stufe c) der Mobilisation werden die Verstellelemente A, D und E im Wechsel mit den Verstellelementen B, C und F betätigt. Mit anderen Worten wird jeweils ein Schulterhubelement A bzw. B und ein Lendenhubelement E bzw. F in der rechten bzw. der linken Hälfte der Rückenlehne 2 zusammen mit einem Thoraxhubelement D bzw. C in der linken bzw. rechten Hälfte der Rückenlehne 2 aktiviert. Hierdurch wird im Unterschied zur oben beschriebenen „einfachen Rotation" eine „Segmentrotation" erreicht. Bei der „Segmentrotation" sind immer mindestens drei Verstellelemente beteiligt, wobei die Verdrehung des Rückens im Vergleich zur einfachen Rotation reduziert wird, da der Rücken nur eine verringerte Rotationsbewegung zum mittleren Verstellelement C bzw. D im Thoraxbereich ausführt. Hierdurch wird die Bewegung des Schultergürtels erheblich reduziert, mit Vorteilen hinsichtlich der Übertragung der Hubbewegung in die Arme des Fahrers eines Kraftfahrzeugs.

Durch Kombination der vier bzw. sechs Verstellelemente A bis F in der Rückenlehne 2 mit den beiden Verstellelementen G und H im Sitzkissen 4 kann eine dreidimensionale Bewegungsbeaufschlagung des Sitzbenutzers erreicht werden. Hierzu werden die Verstellelemente A, D und E in der Rückenlehne 2 zusammen mit dem Verstellelement H im Sitzkissen 4 bewegt, so dass bei diesem Verstellmuster d) eine "Zickzacklinie" von aktivierten Verstellelementen entsteht. Die Betätigung der Verstellelemente B, C, F und G erfolgt im periodischen Wechsel.

Das Verstellmuster d) bildet den physiologischen Bewegungsablauf von Wirbelsäule und Becken nach, wie er beim Gehen stattfindet.

Gemäß dem Verstellmuster e) kann die Aktivierung der Verstellelemente A, D und E auch mit der Aktivierung des Verstellelementes G kombiniert werden, abwechselnd mit einer Aktivierung der Verstellelemente B, C, F und H.

Durch die oben beschriebenen Aktivierungsmuster wird auf den Rücken und gegebenenfalls das Becken eines Sitzbenutzers eine vornehmlich durch Rotation bestimmte Bewegung aufgebracht, die der natürlichen Bewegung beim Gehen nachempfunden ist. Hierdurch wird ein anatomisch sinnvoller Bewegungsablauf von außen auf den an sich statisch sitzenden Insassen aufgebracht, der die Wirbelsäule und das Becken mobilisiert und Muskelverspannungen entgegenwirkt.

Im Mittenbereich 5 der Rückenlehne sind zusätzlich zwei Reihen von Massageelementen 11 bis 16 angeordnet, jeweils mit gleichem Abstand rechts und links von der Längsmittenebene 10.

7 gibt in tabellarischer Form fünf mögliche Abläufe i) bis v) zur Aktivierung der Massageelemente 11 bis 16 wieder.

Gemäß Ablauf i) wird eine von oben nach unten entlang des Rückens eines Sitzbenutzers durchlaufende Wellenbewegung erzeugt, im Wechsel mit einer von unten nach oben durchlaufenden Wellenbewegung.

Alternativ kann sich gemäß Ablauf ii) bzw. iii) die Wellenbewegung auch nur in der oberen oder in der untern Hälfte der Rückenlehne 2 abspielen.

Beim Ablauf iv) gemäß 7 erfolgt zunächst eine Wellenbewegung von oben bis zur Mitte der Rückenlehne 2 und anschließend eine Wellenbewegung von unten, wiederum bis zur Mitte der Rückenlehne 2. In bevorzugter Ausgestaltung der Erfindung erfolgen diese beiden Wellenbewegungen gleichzeitig, so dass an der Rückenlehne 2 eine von oben und von unten zur Mitte hin laufende Welle entsteht.

Beim Ablauf v) gemäß 7 geht die Wellenbewegung von der Mitte der Rückenlehne 2 aus, nach oben bzw. nach unten. Auch hier verläuft die Bewegung bevorzugt gleichzeitig nach beiden Richtungen.

8 gibt einen möglichen zeitlichen Ablauf der Aktivierung der Verstellelemente A bis H sowie der Massageelemente 1 bis 6 wieder. Die Zeitangaben sind rein beispielhaft.

Die Verstellelemente A, D, E, H erreichen innerhalb einer Aktivierungszeit tA von 5 Sekunden ihren maximalen Hub. Die Haltezeit tH beträgt 10 Sekunden. Daran schließt sich eine Deaktivierungszeit tD von wiederum 5 Sekunden an. Der nächste Zyklus beginnt nach einer Ruhezeit tR von 150 Sekunden.

Nach Beendigung des Hubzyklus der Verstellelemente A, D, E, H und einer Wartezeit tW von 5 Sekunden beginnt der Hubzyklus der Verstellelemente B, C, F, G, bevorzugt mit denselben Parametern tA, tH und tD.

Auf die Zyklen der Verstellelemente A bis H folgen die Massagezyklen der Massageelemente 1 bis 6, mit einer Wartezeit TW von 5 Sekunden. Die Aktivierungszeiten TA, die Haltezeiten TH und die Deaktivierungszeiten TD betragen jeweils 5 Sekunden. An die Deaktivierung des Massageelements 1 schließt sich ohne Wartezeit TW unmittelbar die Aktivierung des Massageelements 2 an und so weiter. Nach dem Durchlauf des letzten Massageelements 6 beginnt nach einer Wartezeit TW wieder die Aktivierung der Verstellelemente A, D, E, H.

Die Ruhezeit tR zwischen zwei Hubzyklen der Verstellelemente A, D, E, H ist im vorliegenden Beispiel aufgrund der zwischengeschalteten Massagezyklen entsprechend lang. Bei einem Sitz 1 ohne Massageelemente 1 bis 6 oder bei deaktivierten Massageelementen 1 bis 6 ist die Ruhezeit tR deutlich kürzer, um dem Sitzbenutzer keine länger andauernde Inaktivität des Sitzes 1 zu vermitteln.

Die beispielhaft angegebenen Zeiten können je nach Ausführung der Ansteuerung deutlich von den oben stehenden Angaben abweichen. Im Unterschied zum oben beschriebenen Ausführungsbeispiel, bei dem ein Massagezyklus 15 Sekunden dauert, kann die Zeitdauer eines Massagezyklus beispielsweise zwischen 5 Sekunden und 120 Sekunden betragen. Selbstverständlich können, abweichend von der „symmetrischen" Gestaltung der Rotationszyklen und der Massagezyklen diese auch „asymmetrisch" ablaufen. Grundsätzlich können alle angegebenen Zeiten individuell bemessen werden. Wartezeiten tW und TW können entfallen oder hinzukommen.

Der Hub der Verstellelemente A bis H beträgt beispielsweise 8 Zentimeter. Dieser Verstellweg ist jedoch nicht gleichzusetzen mit dem Hubweg, der am Rücken des Sitzbenutzers wirksam ist, da die Basisbefederung und die Polsterung des Sitzes 1 naturgemäß einen großen Teil des effektiven Hubweges aufbrauchen.


Anspruch[de]
Sitz, mit einer Rückenlehne und einem Sitzkissen, mit Verstellelementen, die innerhalb der einem Benutzer zugewandten Anlagefläche des Sitzes angeordnet sind und eine etwa senkrecht zur Anlagefläche gerichtete Hubbewegung durchführen können,

dadurch gekennzeichnet, dass Verstellelemente (A bis F) in folgenden Bereichen der Rückenlehne (2) angeordnet sind:

– im oberen Bereich (Schulterbereich),

– im mittleren Bereich (Thoraxbereich) und/oder

– im unteren Bereich (Lendenbereich),

mit wenigstens je einem Verstellelement (A bis F) in der rechten und in der linken Hälfte der Rückenlehne (2).
Sitz nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Verstellelemente (A bis F) im seitlichen außen liegenden Bereich der Rückenlehne (2) angeordnet sind. Sitz nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass in der rechten und der linken Hälfte des Sitzkissens (4) wenigstens ein Verstellelement (G, H) angeordnet ist. Sitz nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Verstellelemente (G, H) im Anlagebereich der Sitzbeinhöcker eines Benutzers angeordnet sind. Sitz nach einem der vorgenannten Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass entlang der Höhenerstreckung der Rückenlehne (2) eine Mehrzahl von Massageelementen (11 bis 16) angeordnet ist. Sitz nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Massageelemente (11 bis 16) symmetrisch zur Längsmittenebene (10) der Rückenlehne (2) in zwei Reihen, seitlich innerhalb der Verstellelemente (A bis F), angeordnet sind. Sitz nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass jede Reihe sechs Massageelemente (11 bis 16) umfasst. Ansteuerung für einen Sitz, mit einer Rückenlehne und einem Sitzkissen, mit Verstellelementen, die innerhalb der einem Benutzer zugewandten Anlagefläche des Sitzes angeordnet sind und eine etwa senkrecht zur Anlagefläche gerichtete Hubbewegung durchführen können, dadurch gekennzeichnet, dass eine Mehrzahl von Verstellelementen (A bis F) in der Rückenlehne (2) angeordnet ist und die Verstellelemente (A bis F) in der Rückenlehne (2) in zeitlich aufeinander abgestimmter Reihenfolge so aktiviert werden, dass auf den Rücken des Benutzers eine Rotationsbewegung aufgebracht wird, die der Rotationsbewegung des Rückens beim Gehen vergleichbar ist. Ansteuerung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Verstellelemente (G, H) im Sitzkissen (4) in zeitlich aufeinander und in zeitlich auf die Verstellelemente (A bis F) in der Rückenlehne (2) abgestimmter Weise so aktiviert werden, dass auf den Rücken und das Becken des Benutzers eine Rotationsbewegung aufgebracht wird, die der Rotationsbewegung des Rückens und des Beckens beim Gehen vergleichbar ist. Ansteuerung nach Anspruch 8 oder 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Verstellelemente (A bis H) wie folgt angeordnet sind:

– A: rechter Schulterbereich

– B: linker Schulterbereich

– C: rechter Thoraxbereich

– D: linker Thoraxbereich

– E: rechter Lendenbereich

– F: linker Lendenbereich

– G: rechter Beckenbereich

– H: linker Beckenbereich

und wie folgt aktiviert werden:

a) A und D gleichzeitig, im Wechsel mit B und C gleichzeitig, oder

b) A und F gleichzeitig, im Wechsel mit B und E gleichzeitig, oder

c) A und D und E gleichzeitig, im Wechsel mit B und C und F gleichzeitig, oder

d) A und D und E und H gleichzeitig, im Wechsel mit B und C und F und G gleichzeitig, oder

e) A und D und E und G gleichzeitig, im Wechsel mit B und C und F und H gleichzeitig.
Ansteuerung nach einem der Ansprüche 8 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass entlang der Höhenerstreckung der Rückenlehne (2) eine Mehrzahl von Massageelementen (11 bis 16) angeordnet ist, die so angesteuert werden, dass die Massageelemente (11 bis 16) eine walzenartig abrollende Massagebewegung auf den Rücken des Sitzbenutzers ausüben. Ansteuerung nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Aktivierung der Massageelemente (11 bis 16) auf die Aktivierung der Verstellelemente (A bis H) zeitlich abgestimmt ist.






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