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Dokumentenidentifikation DE102006018459A1 25.10.2007
Titel Verbindungselement insbesondere zur Verbindung von Treppenstufen und Treppenwangen
Anmelder Jenniches, Bernhard, 53940 Hellenthal, DE
Erfinder Jenniches, Bernhard, 53940 Hellenthal, DE
Vertreter BAUER WAGNER PRIESMEYER, Patent- und Rechtsanwälte, 52070 Aachen
DE-Anmeldedatum 19.04.2006
DE-Aktenzeichen 102006018459
Offenlegungstag 25.10.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 25.10.2007
IPC-Hauptklasse E04F 11/104(2006.01)A, F, I, 20060419, B, H, DE
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft ein Verbindungselement (1) insbesondere zur Verbindung von Treppenstufen und Treppenwangen. Durch die Ausbildung des Verbindungselementes (1) als zylindrischer Korpus (2) mit einer Oberseite (3), einer Unterseite (4) und einer Mantelfläche (5), wobei innerhalb des Korpus (2) eine Bohrung (10) so angeordnet ist, dass eine Eintrittsöffnung (11) auf der Unterseite (4) und eine Austrittsöffnung (12) in der Mantelfläche (5) liegt, wird eine einfache Handhabung und eine erhebliche Vereinfachung der Einbausituation erreicht.

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verbindungselement insbesondere zur Verbindung von Treppenstufen und Treppenwangen.

Typischer Weise erfolgt die Verbindung von Treppenstufen und Treppenwangen durch Schrauben, die durch die Treppenwangen hindurch in die Stirnseiten der Treppenstufen eingeschraubt werden, wobei die Richtung der Schrauben festgelegt ist durch die Längsrichtung der Treppenstufen. Dabei beeinflusst die Anzahl der Schrauben, die im Großen und Ganzen auf Scherung beansprucht werden, und deren Länge die aufnehmbare Last der Verbindung.

Zwar können aus optischen Gründen die Schraubenköpfe dann mit Abdeckköpfen versehen werden, doch wird eine komplette Kaschierung damit nicht erreicht, so dass entlang der Treppenwangen immer die Verbindungselemente sichtbar sind.

Die Treppe wird auf der Baustelle als gesamtes Element verschraubt, da die Schrauben auch von der Wandseite in die Stufen eingeschraubt werden müssen. Das anschließende Einschieben der kompletten Treppe in das Treppenloch bedeutet einen riesigen Kraftaufwand für mindestens zwei bis drei Personen.

Aus der Offenlegungsschrift DT 27 20 323 A1 geht eine Möbelverbinderanordnung zur Verbindung zweier Paneele im rechten Winkel hervor, die aus einem Bolzen, einem Befestiger und einem Augenring besteht. Diese mehrteilige Anordnung besteht aus Einzelteilen, die jeweils eine komplizierte Geometrie aufweisen und demnach aufwendig herzustellen sind. Nachteilig an dieser Anordnung ist zunächst das Erfordernis eine rechteckige Bohrung in das Paneel einzubringen, die mit standardmäßigen Werkzeugen nicht präzise herstellbar ist. Weiterhin besteht ein Nachteil dieser Anordnung in seiner Mehrteiligkeit und in dem Erfordernis einer genauen Positionierung beim Einbau. Eine Nachrichtung ist nur mit einem unangemessenen Aufwand möglich.

Aufgabe

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verbindungselement zu schaffen, mit dessen Hilfe die Verbindung von Bauteilen auf möglichst einfache Weise erfolgt, so dass eine einfache Handhabung zu einer erheblichen Vereinfachung der Einbausituation führt. Ferner ist es Aufgabe der Erfindung, ein Verbindungselement bereit zu stellen, das im eingebauten Zustand nicht an Sichtflächen sichtbar ist.

Lösung

Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, dass das Verbindungselement aus einem zylindrischen Korpus mit einer Oberseite, einer Unterseite und einer Mantelfläche besteht, wobei innerhalb des Korpus eine Bohrung so angeordnet ist, dass eine Eintrittsöffnung auf der Unterseite und eine Austrittsöffnung in der Mantelfläche liegt.

Ein großer Vorteil dieses erfindungsgemäßen Verbindungselementes ist die deutliche Vereinfachung des Montageablaufs einer Treppe, der wie folgt abläuft:

  • – Vorbereitung der einzelnen Bestandteile der Treppe in der Werkstatt,
  • – Transport der einzelnen Bestandteile zum Einbauort der Treppe,
  • – Montage einer Treppenwange,
  • – Befestigung der einzelnen Treppenstufen an der montierten Treppenwange mit Hilfe einer Vielzahl der erfindungsgemäßen Verbindungselemente und Schrauben,
  • – Montage der zweiten Treppenwange, und schließlich
  • – Fixierung der einzelnen, bereits an der ersten Treppenwange befestigten Treppenstufen an der zweiten Treppenwange mit Hilfe der erfindungsgemäßen Verbindungselemente und Schrauben.

Zur Verbindung der Treppenstufen mit den Treppenwangen wird zunächst das Verbindungselement an der Unterseite und im Randbereich der Treppenstufen in eine vorbereitete runde Bohrung eingesetzt. Die Ausrichtung der Bohrung des Verbindungselementes kann nach dem Einsetzen in die vorbereitete Bohrung erfolgen, da das Verbindungselement aufgrund seiner Geometrie leicht in der Bohrung der Treppenstufe drehbar und somit justierbar ist. Mit der Ausrichtung des Verbindungselementes kann die Richtung der darin eingesetzten Schraube beeinflusst beziehungsweise variiert werden, so dass eine Anpassung der Schraubenrichtung an die jeweilige Belastung erfolgen kann und eine wesentlich bessere Kraftverteilung erreicht wird. Ferner wird die Zugkraft der Schraube durch das Vorhandensein des Verbindungselementes erhöht, da die Schraube sich nicht im Holz versenkt. Durch die Lage des Verbindungselementes auf der Unterseite der Treppenstufen wird weiterhin der Vorteil erzielt, dass dieses nicht sichtbar ist. Eine Kaschierung des Verbindungselementes aus optischen Gründen ist somit nicht unbedingt erforderlich.

Die in dem Korpus verlaufende Bohrung des Verbindungselementes gewährleistet eine gute und sichere Führung der Schraube während des Einschraubvorgangs.

Diese deutliche Vereinfachung der Montage ermöglicht den Aufbau von Treppen direkt an ihrem Einsatzort und nur durch eine einzelne Person, wodurch die Personalkosten erheblich sinken und damit gleichzeitig die Herstellkosten der Treppen. Schließlich führt die vereinfachte Montage zu einer deutlichen körperlichen Schonung der Handwerker.

Vorteilhafter Weise ist die Bohrung zweistufig, wobei der der Unterseite zugewandte Teil der Bohrung einen größeren Bohrdurchmesser aufweist als der der Mantelfläche zugewandte Teil der Bohrung. Dabei wird der der Unterseite zugewandte Bohrdurchmesser, in den die Schraube zuerst gelangt, so groß gewählt, dass der Schraubenkopf mit einem gewissen Spiel durch den Teil der Bohrung hindurch passt. Der der Mantelfläche zugewandte Bohrdurchmesser ist so groß gewählt, dass lediglich der Schaft der Schraube durch den Bereich der Bohrung gelangt. Durch diese zweistufige Bohrung in dem Verbindungselement wird erzielt, dass der Schraubenkopf von dem Verbindungselement aufgenommen wird, so dass dieser innerhalb des Korpus verschwindet und nicht mehr sichtbar ist. Der Übergangsbereich der beiden verschiedenen Bohrdurchmesser dient der Anlage des Schraubenkopfes.

Eine vorteilhafte Weiterbildung des erfindungsgemäßen Verbindungselementes sieht vor, dass die Mittelachse der Bohrung gegenüber der Mittelachse des Korpus um zwischen 35° und 75°, vorzugsweise zwischen 45° und 65° geneigt ist.

Vorteilhafter Weise ist die Mittelachse der Bohrung gegenüber der Mittelachse des Korpus um 54° geneigt.

Die Erfindung weiter ausgestaltend ist der Korpus abgesehen von seiner Unterseite nach Art einer Bodenplatte und von einer die Bohrung umgebenden Wandung hohl. Das heißt, dass das Verbindungselement lediglich aus einem Randbereich zu Bildung eines Zylinders, einer runden Platte zur Bildung der Unterseite und einer innenliegenden, die Bohrung umgebende Wandung besteht. Dadurch wird zum Einen eine Gewichtsreduzierung des Elementes erreicht und zum Anderen eine bessere Griffigkeit und Handhabung.

Besteht das Verbindungselement aus Metall, so zeichnet es sich durch eine besondere Stabilität aus.

Durch die Ausbildung des Verbindungselementes aus Kunststoff, wird eine weitere Gewichtreduzierung des Elementes erreicht. Weiterhin ist das Bauteil so kostengünstiger herstellbar. Ferner kann das Verbindungselement ein Kunststoffspritzgussteil sein.

Schließlich ist es vorteilhaft, wenn das Verbindungselement eine Fase entlang des Umfangs der Oberseite aufweist, wodurch eine gute Anlage des Elementes in der Bohrung gewährleistet werden kann, auch wenn die Randausbildung der vorbereiteten Bohrlöcher in den Treppenstufen unsauber ist.

Ausführungsbeispiel

Die Erfindung wird nachfolgend anhand von einem Ausführungsbeispiel, das in den Zeichnungen dargestellt ist erläutert. Es zeigen

1 einen Schnitt durch ein erfindungsgemäßes Verbindungselement, und

2 eine dreidimensionale, schemenhafte Darstellung des Verbindungselementes aus 1.

1 zeigt einen Schnitt durch ein erfindungsgemäßes Verbindungselement 1 aus Spritzgusskunststoff, das sich insbesondere zur Verbindung von Treppenwangen und Treppenstufen eignet. Das Verbindungselement 1 besteht aus einem zylindrischen Korpus 2 mit einer Oberseite 3, einer Unterseite 4 und einer Mantelfläche 5. Der zylindrische Korpus 2 weist einen Außendurchmesser 6 von circa 30 mm, eine Wandstärke 7 von circa 3 mm und eine Höhe 8 von 18 mm auf. Die Unterseite 4 wird durch eine nicht in der Figur dargestellte runde Platte gebildet. Die Oberseite 3 wird lediglich durch die Wand des Korpus 2 gebildet, wobei die Wand des Korpus 2 entlang des Umfangs an der Oberseite 3 eine Fase 9 aufweist. Innerhalb des Korpus 2 verläuft eine Bohrung 10 derart, dass eine Eintrittsöffnung 11 auf der Unterseite 4 und eine Austrittsöffnung 12 in der Mantelfläche 5 liegt. Dabei bildet die Mittelachse 13 der Bohrung 10 mit der Mittelachse 14 des Korpus 2 einen Winkel 15 von 54°. Die Bohrung 10 ist zweistufig ausgebildet, das heißt, dass sie aus zwei Bereichen besteht, die verschiedene Bohrungsdurchmesser aufweisen. Der der Unterseite 4 zugewandte Teil 16 der Bohrung 10 hat einen Durchmesser von 12 mm und der der Mantelfläche 5 zugewandte Teil 17 der Bohrung 10 hat einen Durchmesser von 6,5 mm. Der Übergangsbereich 18 der beiden Bohrdurchmesser ist angeschrägt, so dass ein Schraubenkopf 19 nach Norm daran eine formschlüssige Anlage findet.

2 zeigt eine dreidimensionale, schemenhafte Darstellung des Verbindungselementes 1 aus 1. Aufgrund er gewählten Perspektive ist lediglich eine Öffnung, und zwar die Austrittsöffnung 12 in der Mantelfläche 5 erkennbar. Aus der Darstellung geht deutlich hervor, dass das Verbindungselement 1, dessen zylindrischer Korpus eine Wandstärke 7 von 3 mm aufweist, abgesehen von der die Bohrung 10 umgebenen Wandung und einer auf der Unterseite befindlichen Platte hohl ist.

1
Verbindungselement
2
Korpus
3
Oberseite
4
Unterseite
5
Mantelfläche
6
Außendurchmesser
7
Wandstärke
8
Höhe
9
Fase
10
Bohrung
11
Eintrittsöffnung
12
Austrittsöffnung
13
Mittelachse (der Bohrung)
14
Mittelachse (des Korpus)
15
Winkel
16
Teil (der Unterseite zugewandte)
17
Teil (der Mantelfläche zugewandte)
18
Übergangsbereich
19
Schraubenkopf


Anspruch[de]
Verbindungselement (1) insbesondere zur Verbindung von Treppenstufen und Treppenwangen, gekennzeichnet durch einen zylindrischen Korpus (2) mit einer Oberseite (3), einer Unterseite (4) und einer Mantelfläche (5), wobei innerhalb des Korpus (2) eine Bohrung (10) so angeordnet ist, dass eine Eintrittsöffnung (11) auf der Unterseite (4) und eine Austrittsöffnung (12) in der Mantelfläche (5) liegt. Verbindungselement (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Bohrung (10) zweistufig ist, wobei der der Unterseite (4) zugewandte Teil (16) der Bohrung (10) einen größeren Bohrdurchmesser aufweist als der der Mantelfläche (5) zugewandte Teil (17) der Bohrung (10). Verbindungselement (1) nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Mittelachse (13) der Bohrung (10) mit der Mittelachse (14) des Korpus (2) einen Winkel (15) zwischen 35° und 75° bildet. Verbindungselement (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Mittelachse (13) der Bohrung (10) mit der Mittelachse (14) des Korpus (2) einen Winkel (15) zwischen 45° und 65° bildet. Verbindungselement (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Mittelachse (13) der Bohrung (10) mit der Mittelachse (14) des Korpus (2) einen Winkel (15) von 54° bildet. Verbindungselement (1) nach einem der vorigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Korpus (2) abgesehen von seiner Unterseite (4) nach Art einer Platte und von einer die Bohrung (10) umgebenden Wandung hohl ist. Verbindungselement (1) nach einem der vorigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das es aus Metall besteht. Verbindungselement (1) nach einem der vorigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass es aus Kunststoff besteht. Verbindungselement (1) nach einem der vorigen Ansprüche, gekennzeichnet durch eine Fase (9) entlang des Umfangs der Oberseite (3).






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