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Dokumentenidentifikation DE202007008419U1 25.10.2007
Titel Modifizierte Abferkelbucht
Anmelder Willert, Marco, 17153 Ritzerow, DE
Vertreter Voigt, W., Ing. Pat.-Ing., Pat.-Anw., 06108 Halle
DE-Aktenzeichen 202007008419
Date of advertisement in the Patentblatt (Patent Gazette) 25.10.2007
Registration date 20.09.2007
Application date from patent application 13.06.2007
IPC-Hauptklasse A01K 1/02(2006.01)A, F, I, 20070613, B, H, DE

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Weiterentwicklung bisher üblicher Abferkelbuchten, die im wesentlichen allen Anforderungen einer naturgemäßen Tierhaltung entsprechen und Ferkelverluste weitestgehend vermieden werden. Der immer lauter werdenden Forderung der Verbraucher nach artgerechter Ferkelerzeugung wird mit der neuen Lösung Rechnung getragen. Ausgehend von üblichen Haltungsverfahren wird ein neu konzipiertes Haltungssystem für säugende Sauen mit entsprechendem Abferkelbereich vorgeschlagen.

Das Verhalten von Hausschweinen kann man in Funktionskreise gliedern. Nur beispielhaft soll hier genannt sein das Nahrungsaufnahmeverhalten, das Ausscheideverhalten, das Ruheverhalten in Abhängigkeit vom Liegeplatz.

Beim Ausruhverhalten der Jungtiere bis zu zehn Tagen ist festzustellen, dass die Ferkel versuchen, ihren Wärmeverlust einzuschränken. Sie drängen sich dicht an andere Ferkel oder an die Bauchseite der Sau. Wenn ein Neugeborenes einmal auskühlt, ist es nicht mehr zu retten, weil es nicht mehr die Kraft besitzt, auf den Lockruf der Mutter zu reagieren und zum Gesäuge zu gehen. Etwa drei Wochen vor der Geburt zeigt die Sau mütterliche Verhaltensweisen. Es werden z. B. Lockrufe ausgestoßen, wenn Ferkel in der Nähe sind. Vor der Geburt ist die Sau bestrebt ein Nest zu bauen. Stroh und Bewegungsfreiheit fördern dieses Verhalten. Die Sau fängt nach der Geburt des letzten Ferkels an, sich lebhaft um den Wurf zu kümmern. Das Nestgefühl ist deutlich ausgeprägt. Dem Muttertier kommt jede Haltungsform mit Nestcharakter entgegen. Kastenstände unterstreichen das Bedürfnis. Bei den Sauen ist ein bestimmter Ablauf beim Hinlegen zu beobachten. Wo sich die Sauen an diesen Ablauf nicht halten und sich ohne Rücksicht schnell ablegen, steigen die Ferkelverluste durch Erdrücken.

Es ist daher die Aufgabe der Erfindung, Abferkelbuchten vorzuschlagen, bei denen folgende Mindestanforderungen erfüllt werden.

– Dem Nestbauverhalten der Sauen vor der Geburt soll so weit wie möglich entgegen gekommen werden.

  • – Die Sau soll sich frei in der Bucht bewegen können.
  • – Den Ferkeln soll ein beheiztes Ferkelnest zur Verfügung stehen.
  • – Die Jungtiere sind vor Erdrücken zu schützen.
  • – Der Platzbedarf für die neue Bucht soll nicht viel größer sein, als der eines herkömmlichen Abferkelbereiches.
  • – Der Arbeitszeitbedarf soll sich durch den neuen Abferkelstall nicht erhöhen.
  • – Die Entmistung der Abferkelbucht soll möglichst einfach sein.
  • – Die Kosten sollen sich im Rahmen einer herkömmlichen Bucht bewegen.

Erfindungsgemäß wird die Aufgabe wie folgt gelöst, wobei hinsichtlich der grundlegenden erfinderischen Gedanken auf den Schutzanspruch 1 verwiesen wird.

Die weitere Ausgestaltung der Erfindung ergibt sich aus den Schutzansprüchen 2 bis 8.

Zur Lösung der Aufgabe sollen weitere Ausführungen erfolgen.

Die neue Bucht ist eine Bewegungsbucht, die in drei Bereiche strukturiert ist: Abferkelplatz (gleichzeitig Liegebereich), Ferkelnest und Auslauf.

Das Ferkelnest hat die Form einer Kiste, die sich öffnen lässt. Diese ist mit Styropor, ähnlich einer Abferkelhütte, gedämmt. Zum Abferkelplatz ist ein Schlupf (beispielsweise 0,30 m hoch, 0,20 m breit) gebaut, der den Jungtieren ein Verlassen und Aufsuchen des Liegebereiches ermöglicht. Vom Ferkelnest sind ein Trog und eine Tränke für die Ferkel erreichbar angeordnet.

Das Nest und der Abferkelplatz werden mit einer im Boden installierten Heizung versehen. Eine zusätzliche Wärmelampe kann eingebaut werden.

An den Rändern des Liegebereiches sind zum Schutz der Ferkel vor dem Erdrücken Ferkelabweiser vorgesehen, beispielsweise je drei Ferkelabweiser, die übereinander angeordnet sind, gleichmäßig auf 0,9 m Höhe verteilt.

Der Abferkelplatz, der gleichzeitig den Liegebereich darstellt, ist durch eine Wand mit Tür vom Auslauf getrennt. Im Auslaufbereich befinden sich Trog, Heuraufe und Tränke sowie der Kotbereich.

Die Abferkelbuchten können entsprechend einer modularen Bauweise aneinandergereiht sein und zwar derart, dass alle Abferkelbuchten von einem Versorgungsgang erreicht werden. Nähere Ausführungen finden sich im Ausführungsbeispiel.

Die Außenwände der Abferkelbuchten werden ähnlich wie die Abferkelhütten aus der Freilandhaltung gebaut.

Das Dach wird durch Pfeiler in der Stallmitte abgestützt und liegt auf den Außenwänden auf. Für den Schutz vor den Witterungseinflüssen und zum Vermeiden von Wärmeverlusten ist eine gedämmte Pultdachkonstruktion vorgesehen. Das Pultdach kann im rechten Winkel zur Stallachse (bei modularer Anordnung der Abferkelbuchten) geöffnet werden.

In der Mitte beginnt der Vorgang des Öffnen des Daches. Der Stallinnenraum kann so freigelegt werde. Jede Seite des Daches ist auf kleinen Rädern mit Fahrgestell gelagert, die das Eigengewicht des Daches auf U-Schienen übertragen und diese wiederum auf die Wände des Stalls.

Die Erfindung soll nunmehr anhand von Ausführungsbeispielen erläutert werden.

Die Figuren zeigen in Prinzipdarstellung:

1: Abferkelbucht in der Draufsicht

2: Abferkelbucht in der Seitenansicht

3: Abferkelbucht in modularer Anordnung

1
Auslauf
2
Abferkelplatz/Liegebereich
3
Ferkelnest
4
Ferkelschlupf
5
Strohraufe
6
Buchteingang
7
Schiebetür
8
Ferkelabweiser
9
Ferkeltränke
10
Ferkeltrog
11
Übergang v. Liegeber. zum Auslauf
12
Gittertür im Auslauf
13
Tränke im Auslauf
14
Heuraufe im Auslauf
15
Trog im Auslauf
16
Kotbereich im Auslauf
17
verschiebbares Dach
18
U-Schiene
19
Arbeitsgang
20
Außenwand
21
Pfeiler in Dachmitte
22
Jauchenrohre

Aus den 1 bis 3 ist die Gliederung der Abferkelbucht, bestehend aus den Bereichen Auslauf 1, Abferkelplatz 2 (auch als Liegebereich bezeichnet) und Ferkelnest 3 klar zu erkennen.

Das Ferkelnest 3 sollte mit einer Fußbodenheizung und evtl. mit einer Wärmelampe versehen sein. Der den Jungtieren angepasste Ferkelschlupf ist mit dem Positionszeichen 4 versehen.

Zum Schutz der Ferkel vor dem Erdrücken sind die Ferkelabweiser 8 im Liegebereich 2 angeordnet.

Im Ferkelnest ist vorsorglich eine Ferkeltränke 9 und ein Ferkeltrog 10 vorgesehen.

Der Ein- und Ausgang zum Abferkelplatz/Liegebereich erfolgt über den Buchteingang 6 bzw. über die Schiebetüren 7. Im Liegebereich 2 wird sich die Sau ihr Abferkelnest bauen.

Der Auslauf 1 mit vorzugsweise 1,7 m Breite und 2,1 m Tiefe gibt der Sau und den Ferkeln die erforderliche Bewegungsfreiheit. Der Auslauf ist für die Tiere vom Liegebereich 2 mittels Übergang 11 zu erreichen. Im Auslauf 1 befindet sich die Tränke 13, die Heuraufe 14 und der Trog 15.

Die Abführung der Jauche erfolgt über die Rohre 22.

Die 2 zeigt u. a. Einzelheiten der Dachkonstruktion. Unter Verwendung von Rollen (Details sind nicht dargestellt) läßt sich das geteilte Dach 17 rechtwinklig zur Längsachse des Stalls öffnen. Die Rollen bewegen sich dabei in den U-Schienen 18.

Die modulare Anordnung der Abferkelbuchten ergibt sich aus 3. In Längsachse des Stalls verläuft der Arbeitsgang 19. Von diesem Arbeitsgang 19 sind alle Abferkelbuchten erreichbar.

Es sei abschließend festgestellt, dass mit der hier vorgestellten neuen Lösung für Abferkelbuchten die vorher formulierte Aufgabenstellung umfassend realisiert wurde.


Anspruch[de]
Modifizierte Abferkelbucht, die den Anforderungen einer naturgemäßen Tierhaltung entspricht, dadurch gekennzeichnet, dass die Abferkelbucht in drei Bereiche gegliedert ist, nämlich dem Ferkelnest (3), dem Abferkelplatz (2) und dem Auslauf (1), wobei das Ferkelnest (3) in Form einer Kiste ausgebildet und wärmegedämmt ausgeführt ist und einen Ferkelschlupf (4) aufweist, das Ferkelnest nahe dem Abferkelplatz angeordnet ist und sich der Auslauf (1) an den Liegebereich (2) anschließt. Modifizierte Abferkelbucht nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das als Kiste ausgebildete Ferkelnest (3) derart ausgeführt ist, dass es sich öffnen lässt. Modifizierte Abferkelbucht nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass unter dem Ferkelnest (3) eine Fußbodenheizung angeordnet ist. Modifizierte Abferkelbucht nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass vor dem Ferkelnest (3) und im Bereich der Wände des Liegebereiches (2) Ferkelabweiser (8) angeordnet sind. Modifizierte Abferkelbucht nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass vom Ferkelnest (3) für die Ferkel erreichbar eine Tränke (9) und ein Trog (10) angeordnet sind. Modifizierte Abferkelbucht nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass im Bereich des Auslaufs (1) eine Tränke (13), eine Heuraufe (14), ein Trog (15) angeordnet sind und sich im Auslauf (1) der Kotbereich (16) befindet. Modifizierte Abferkelbucht nach Anspruch 1 und einem oder mehreren der Ansprüche 2 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass Abferkelbuchten in modularer Bauweise derart angeordnet sind, dass von einem Arbeitsgang (19) alle Abferkelbuchten erreichbar sind. Modifizierte Abferkelbucht nach Anspruch 1 und 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Abferkelbuchten überdacht sind, wobei das Dach verschiebbar angeordnet ist, und das Dach derart ausgeführt ist, dass es aus zwei Hälften besteht, wobei jede Dachhälfte unter Verwendung von U-Schienen und Rollen in Richtung der äußeren Wände der Abferkelbuchten beweglich ist.






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