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Dokumentenidentifikation EP1832153 25.10.2007
EP-Veröffentlichungsnummer 0001832153
Titel Sämaschine
Anmelder Rabe Agrarsysteme GmbH & Co. KG, 49152 Bad Essen, DE
Erfinder Gehrke, Rudolf Dipl.-Ing., 49152 Bad Essen, DE
Vertragsstaaten AT, BE, BG, CH, CY, CZ, DE, DK, EE, ES, FI, FR, GB, GR, HU, IE, IS, IT, LI, LT, LU, LV, MC, MT, NL, PL, PT, RO, SE, SI, SK, TR
Sprache des Dokument DE
EP-Anmeldetag 10.03.2007
EP-Aktenzeichen 070049812
EP-Offenlegungsdatum 12.09.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 25.10.2007
IPC-Hauptklasse A01C 7/10(2006.01)A, F, I, 20070814, B, H, EP
IPC-Nebenklasse A01C 7/20(2006.01)A, L, I, 20070814, B, H, EP   A01C 19/00(2006.01)A, L, I, 20070814, B, H, EP   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Sämaschine gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1.

Aus dem Stand der Technik sind zahlreiche Einstellvorrichtungen an Sämaschinen bekannt. Diese Einstellvorrichtungen, auch Bedienungselemente genannt, sind an verschiedenen Stellen an der Sämaschine angeordnet. So ist in der Regel bei Sämaschinen mit einem quer zur Arbeitsrichtung angeordneten Saatgutbehälter auf der einen Seite die Getriebeeinstellvorrichtung angeordnet und auf der gegenüberliegenden Seite des Saatgutbehälters ist die Bodenklappeneinstellvorrichtung angeordnet. Die Schardruckeinstellvorrichtung wird häufig in der Nähe der Dreipunktkuppelvorrichtung angeordnet.

Eine derartige Sämaschine ist bereits durch DE-OS 2 310 805 bekannt. Bei dieser Sämaschine weist die zentrale Einstellvorrichtung eine quer zur Arbeitsrichtung angeordnete Welle mit starren Belastungsarmen auf. Zwischen den Belastungsarmen und den Schararmen sind Druckfedern angeordnet. Die Verstellung der Federkraft der Druckfedern erfolgt mittels einer Stellschraube, die über einen Belastungsarm mit der quer verlaufenden Welle verbunden ist. Eine weitere Einstellvorrichtung für die Schare ist in DE-GM 78 25 061 beschrieben. Die beschriebene Einstellvorrichtung ist zentral fernbedienbar und mittels Anschläge ist die gewünschte Federkraft für die Säschare vorwählbar.

Eine Einstellvorrichtung für die Bodenklappen ist aus DE-GM 92 14 315 bekannt. Der Bodenklappenstellhebel ist verdrehfest mit der Bodenklappenwelle verbunden. Fixiert wird der Bodenklappenstellhebel mittels eines Raststiftes in einer Lochleiste. Je nach Stellung des Raststiftes in der Lochleiste wird der Abstand zwischen dem Särad und der Bodenklappe festgelegt.

Aus der Gebrauchsmusterschrift DE 299 07 696 U1 ist eine Getriebeeinstellvorrichtung bekannt. Der Einstellhebel ist mittels eines Bolzens im Getriebegehäuse verschwenkbar gelagert und mit der daran angeordneten Einstellvorrichtung wird im Getriebe die Drehzahl der Dosierräder eingestellt.

Da die genannten Einstellvorrichtungen an verschiedenen Stellen der Sämaschine angeordnet sind, ist eine derartige Sämaschine nicht sehr bedienerfreundlich. Nachteilig ist auch, dass die Einstellvorrichtung für den Schardruck im Bereich der Dreipunktkuppelvorrichtung angeordnet ist, besonders dann, wenn die Sämaschine mit einem vorlaufenden Bodenbearbeitungsgerät kombiniert wird. Zur Verstellung der Einstellvorrichtung muss der Bediener dann zwischen das Bodenbearbeitungsgerät und die Sämaschine treten. Möglicherweie ist der Freiraum zwischen beiden Geräten so eng, insbesondere bei einer auf dem Bodenbearbeitungsgerät aufgebauten Sämaschine, dass der Bediener auf das Bodenbearbeitungsgerät steigen muss, wobei die Unfallgefahr durch Abrutschen steigt.

Besonders nachteilig wirkt sich die Anordnung der Einstellvorrichtung aus, wenn sich diese an der rechten Seite der Sämaschine befindet. Der Bediener muss dann entweder um den Schlepper oder um die Sämaschine herumlaufen, weil er bei modernen Schleppern nur noch auf der linken Seite vom Schlepper absteigen kann.

Da die Abdrehkurbel für das manuelle Antreiben des Getriebes vorgesehen ist sowie auch häufig für die Verstellung der Schardruckeinstellvorrichtung, wird die Abdrehkurbel in der Nähe des Getriebes geparkt. Zur Verstellung des Schardruckes muss der Bediener dann die Abdrehkurbel aus der Parkposition holen und zur Schardruckeinstellvorrichtung bringen. Nach dem Einstellvorgang muss die Abdrehkurbel wieder in die Parkposition gebracht werden. Diese Vorgänge sind zeitaufwändig und es besteht dabei eine erhebliche Unfallgefahr.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine verbesserte Sämaschine vorzuschlagen, die die Nachteile des Standes der Technik vermeidet und in vorteilhafter Weise mindestens die Getriebeeinstellvorrichtung, die Bodenklappeneinstellvorrichtung und die Schardruckeinstellvorrichtung auf der linken Seite der Sämaschine als Einstellzentrum aufweist.

Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß nach den Merkmalen des Patentanspruches 1 gelöst, wobei die weiteren Patentansprüche in vorteilhafter Weise ergänzende Lösungen zeigen.

Die erfindungsgemäße Sämaschine weist einen Rahmen mit einem Saatgutbehälter auf, wobei die Säschare am Rahmen angeordnet sind. Abgestützt wird die Sämaschine auf dem Boden entweder von einem Laufrad oder mehreren Laufrädern. Es ist auch möglich, den Rahmen der Sämaschine derart zu gestalten, dass sich die Sämaschine auf einer Bodenwalze und/oder einem Bodenbearbeitungsgerät abstützt.

Die für den Betrieb der Sämaschine wichtigsten Einstellvorrichtungen sind in Arbeitsrichtung auf der linken Seite der Sämaschine angeordnet. Das vom Laufrad angetriebene Getriebe für die Sävorrichtung weist eine Getriebeeinstellvorrichtung auf. Mit dem Getriebestellhebel wird die Drehzahl des Särades eingestellt und somit auch die auszusäende Aussaatmenge pro Flächeneinheit. Die Getriebeeinstellvorrichtung kann auch derart gestaltet werden, dass die Saatmenge fernbedient veränderlich ist und die Getriebeeinstellung oder die Aussaatmenge dem Bediener visuell angezeigt wird.

Die Bodenklappe unter dem Särad der Sävorrichtung dichtet den Saatgutbehälter zum Särad ab. Die Bodenklappe ist mit der Bodenklappenwelle drehfest verbunden und die Bodenklappenwelle wiederum mit dem Bodenklappenstellhebel. Der Bodenklappenstellhebel ist ein Teil der Bodenklappeneinstellvorrichtung. Mit der Bodenklappeneinstellvorrichtung wird je nach Saatgutkörnung der Spalt zwischen dem Särad und der Bodenklappe zentral eingestellt. Zum Entleeren des Saatgutbehälters wird der Spalt zwischen dem Särad und der Bodenklappe so weit vergrößert, dass das Saatgut aus dem Saatgutbehälter ausläuft.

Mit der Schardruckeinstellvorrichtung wird die Bodeneindringtiefe der Säschare eingestellt. Je nach Bodenwiderstand und Saatgutart muss die Eindringtiefe der Säschare eingestellt werden. In der Regel wird der Schardruck mittels einer Verstellspindel eingestellt. Bei unterschiedlichen Böden mit wechselndem Bodenwiderstand wird eine fernverstellbare Schardruckeinstellvorrichtung bevorzugt. Zur Verstellung wird dazu in der Regel ein Linearmotor in Form eines Hydraulikzylinders verwendet. Es ist aber auch möglich, eine andere Bauart von Linearmotor zu verwenden. Zur Überwachung der Eindringtiefe des Säschares bzw. der Stellung des Linearmotors ist eine visuelle Anzeige für den Bediener vorgesehen, so dass der Bediener die Saatablagetiefe gegebenenfalls vom Schlepper aus korrigieren kann.

Zur vorteilhaften Verbesserung der Sämaschine sind im Einstellzentrum Ablagemöglichkeiten für die Abdrehkurbel, die Einstellwerkzeuge und die Aussaathilfsmittel vorgesehen. Zu den Aussaathilfsmitteln gehören Saatreduziereinsätze für die Säräder zur Aussaat von geringen Aussaatmengen und/oder Wechselräder für den Antrieb sowie ein Saatmengen-Rechner und/oder eine Wiegeeinrichtung für die Abdrehprobe.

Weitere Einzelheiten der Erfindung sind den Unteransprüchen, der Beispielbeschreibung und den Zeichnungen zu entnehmen. Hierzu zeigen die nachfolgenden Zeichnungen:

Fig. 1 eine erfindungsgemäße Sämaschine in einer Teilansicht und in perspektiver Darstellung

Fig. 2 die Sävorrichtung in vergrößerter Darstellung und in perspektiver Ansicht

Fig. 3 eine Sämaschine auf einer Bodenwalze abstützend in der Seitenansicht

Fig. 1 stellt eine auf Laufrädern 20 abgestützte Sämaschine 1 dar. Am Rahmen 3 sind die Säschare 4 nebeneinander beabstandet angeordnet und oberhalb der Säschare 4 ist der Saatgutbehälter 2 mit dem Einstellzentrum 5, dem Getriebe 10 und der Sävorrichtung 6 angeordnet. Das Einstellzentrum 5 und das Getriebe 10 befinden sich dabei in Arbeitsrichtung A auf der linken Seite der Sämaschine 1. Am Getriebe 10 ist die Getriebeeinstellvorrichtung 11 mit dem im Getriebe 10 drehbar gelagerten Getriebestellhebel 12 angeordnet. Zur Änderung der Übersetzung zwischen dem Laufrad 20 und den Särädern 8 wird der Getriebestellhebel 12 verschwenkt und zum Festlegen einer konstanten Ausbringmenge pro Flächeneinheit wird der Getriebestellhebel 12 in der Getriebeeinstellvorrichtung 11 fixiert. Zum Durchführen einer Abdrehprobe wird die Abdrehkurbel 24 auf das Getriebe 10 aufgesteckt. Durch das Drehen der Abdrehkurbel 24 mit einer bestimmten Anzahl an Kurbelumdrehungen und das gleichzeitige Auffangen des Saatgutes unter den Särädern 8 ermittelt der Bediener die Aussaatmenge für eine bestimmte Aussaatfläche.

Zur Verstellung des Druckes an den Säscharen 4 wird mittels der Abdrehkurbel 24 die Verstellspindel 17 der Schardruckeinstellvorrichtung 16 verdreht.

Mit dem Bodenklappenstellhebel 14 der Bodenklappeneinstellvorrichtung 13 wird der Abstand der Bodenklappe 9 zum Särad 8 verändert, wie in Fig. 2 dargestellt. Die mit dem Bodenklappenstellhebel 14 drehfest verbundene Bodenklappenwelle 15 stützt sich im Sägehäuse 7 ab. Zwischen der elastischen Bodenklappe 9 und der Bodenklappenwelle 15 besteht ebenfalls eine verdrehfeste Verbindung. Oberhalb der Bodenklappe 9 weist die Sävorrichtung 6 die Säwelle 29 mit dem Särad 8 auf, wobei die mit dem Getriebe 10 in Verbindung stehende Säwelle 29 im Sägehäuse gelagert ist. Zur Reduzierung der Aussaatmenge beim Ausbringen von Feinsaatgut weist die Sävorrichtung 6 einen Saatreduziereinsatz 26 auf. Es besteht aber auch die Möglichkeit, das Särad 8 durch ein nicht dargestelltes Särad mit einzeln zu schaltbaren Teilsärädern zu ersetzen.

Eine weitere Sämaschine 1 zeigt die Fig. 3. Diese Sämaschine 1 stützt sich auf der Bodenwalze 21 ab. Die Säschare 4 drücken dabei mittels Federelemente 23 in den zu bearbeitenden Boden 22. Zum Spannen der Federelemente 23 fährt der Linearmotor 18 der Schardruckeinstellvorrichtung 16 aus. Es besteht auch die Möglichkeit, den Hydraulikzylinder 19 im Stellbereich zu begrenzen sowie diesen durch eine andere Art von Linearmotor 18 zu ersetzen.

Zur Aufbewahrung der Abdrehkurbel 24 befindet sich am Saatgutbehälter 2 eine Halterung. Auch das Einstellelement 27 zum Justieren des Abstandes der Bodenklappe 9 zum Särad 8 ist an der linken Seite des Saatgutbehälters 2 abnehmbar angeordnet. Mit dem vorzugsweise abnehmbaren und gegen Verschmutzen geschützten Saatmengen-Rechner 28 ermittelt der Bediener die Einstellung des Getriebes 10 für die auszubringende Saatmenge pro Flächeineinheit. Zur Vereinfachung der Abdrehprobe besteht die Möglichkeit, eine Zählvorrichtung 30 anzuordnen, welche die Kurbelumdrehungen am Getriebe 10 zählt und dem Bediener die Anzahl der Kurbelumdrehungen anzeigt sowie das Ende des Abdrehvorganges akustisch mitteilt. Die Zählvorrichtung 30 und der Saatmengen-Rechner 28 können auch Bestandteil einer nicht dargestellten abnehmbaren Bedieneinheit sein, die sowohl auf dem Schlepper angeordnet sein kann, als auch an der Sämaschine (1) anbringbar ist.

Bezugszeichenliste

1
Sämaschine
2
Saatgutbehälter
3
Rahmen
4
Säschar
5
Einstellzentrum
6
Sävorrichtung
7
Sägehäuse
8
Särad
9
Bodenklappe
10
Getriebe
11
Getriebeeinstellvorrichtung
12
Getriebestellhebel
13
Bodenklappeneinstellvorrichtung
14
Bodenklappenstellhebel
15
Bodenklappenwelle
16
Schardruckeinstellvorrichtung
17
Verstellspindel
18
Linearmotor
19
Hydraulikzylinder
20
Laufrad
21
Bodenwalze
22
Boden
23
Federelement
24
Abdrehkurbel
25
Halterung
26
Saatreduziereinsatz
27
Einstellelement
28
Saatmengen-Rechner
29
Säwelle
30
Zählvorrichtung
A
Arbeitsrichtung


Anspruch[de]
Sämaschine (1) mit einem Rahmen (3), der über Laufräder (20) oder mittels einer Bodenwalze (21) am Boden (22) abgestützt ist, einem Saatgutbehälter (2) mit einer einstellbaren Sävorrichtung (6), die über ein Getriebe (10) mit Getriebeeinstellvorrichtung (11) und Bodenklappen (9) mit Bodenklappeneinstellvorrichtung (13) einstellbar ist, mit am Rahmen (3) in der Höhe schwenkbar angeordneten Säscharen (4), die jeweils mit dem Rahmen (3) über Federelemente (23) verbunden sind, deren Vorspannung einzeln oder mit Hilfe einer zentralen Schardruckeinstellvorrichtung (16) veränderbar ist, dadurch gekennzeichnet, dass in der Arbeitsrichtung (A) der Sämaschine (1) auf der linken Seite das Einstellzentrum (5) angeordnet ist, das mindestens eine Getriebeeinstellvorrichtung (11), eine Bodenklappeneinstellvorrichtung (13) und eine Schardruckeinstellvorrichtung (16) aufweist. Sämaschine (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Getriebeeinstellvorrichtung (11), die Bodenklappeneinstellvorrichtung (13) und die Schardruckeinstellvorrichtung (16) manuell einstellbar sind. Sämaschine (1) nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Getriebeeinstellvorrichtung (11), die Bodenklappeneinstellvorrichtung (13) und/ oder die Schardruckeinstellvorrichtung (16) fernbedienbar sind. Sämaschine (1) nach einem oder mehreren der vorgenannten Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Getriebeeinstellvorrichtung (11) und die Schardruckeinstellvorrichtung (16) einzeln und / oder gemeinsam fernbedienbar sind. Sämaschine (1) nach einem oder mehreren der vorgenannten Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Abdrehkurbel (24) bei der Nichtbenutzung auf der linken Seite der Sämaschine (1) aufbewahrt wird. Sämaschine (1) nach einem oder mehreren der vorgenannten Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass nichtbenutzte Funktionselemente wie Saatreduziereinsätze (26) und/oder Einstellelemente (27) auf der linken Seite der Sämaschine (1) aufbewahrt werden. Sämaschine (1) nach einem oder mehreren der vorgenannten Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass in der Nähe des Getriebes (10) ein Saatmengen-Rechner (28) angeordnet ist, der vorzugsweise abnehmbar gestaltet ist.






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