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Dokumentenidentifikation DE102006017923A1 31.10.2007
Titel Verfahren zur Pleuelmontage, Pleuel sowie Kurbelwelle mit Pleuel
Anmelder AUDI AG, 85057 Ingolstadt, DE
Erfinder Misala, Andreas, 85110 Kipfenberg, DE
DE-Anmeldedatum 18.04.2006
DE-Aktenzeichen 102006017923
Offenlegungstag 31.10.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 31.10.2007
IPC-Hauptklasse F16C 7/00(2006.01)A, F, I, 20060418, B, H, DE
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Montage von mindestens zwei mit geteilten Pleuelaugen versehenen Pleuel auf einem Hubzapfen einer Kurbelwelle, insbesondere einer Brennkraftmaschine, durch aufeinanderfolgendes Zuführen der Pleuel. Es ist vorgesehen, dass folgende Schritte ausgeführt werden:
- Zuführen des ersten Pleuels in seiner Pleuellängsachsrichtung zum Hubzapfen und
- Zuführen des zweiten Pleuels in seiner Pleuellängsachsrichtung bis gegen das montierte Pleuelauge oder eine Pleuelaugenhälfte des ersten Pleuels. Es ist vorgesehen, dass aufgrund einer am ersten und/oder am zweiten Pleuel ausgebildeten Auflaufschräge zumindest das zweite Pleuel quer zur Pleuelachse verlagert wird.
Ferner betrifft die Erfindung ein entsprechendes Pleuel, das eine Auflaufschräge aufweist und eine entsprechende Kurbelwelle.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Montage von mindestens zwei mit geteilten Pleuelaugen versehenen Pleuel auf einem Hubzapfen einer Kurbelwelle, insbesondere einer Brennkraftmaschine, durch aufeinanderfolgendes Zuführen der Pleuel.

Ein Verfahren der eingangs genannten Art ist bekannt. Zur Montage des ersten Pleuels wird die Brennkraftmaschine so ausgerichtet, dass das Pleuel von oben durch einen zum ersten Pleuel gehörenden ersten Zylinder montiert werden kann. Dazu wird die Kurbelwelle für den entsprechenden Zylinder in den unteren Totpunkt gedreht. Anschließend wird das erste Pleuel von oben durch den entsprechenden Zylinder eingeführt und mit einem eine Pleuelaugenhälfte bildenden Pleuelfuß auf den Hubzapfen der Kurbelwelle aufgesetzt. Dann wird von einer dem Pleuel entgegengesetzten Seite ein eine zweite Pleuelaugenhälfte bildenden Pleueldeckel aufgesetzt und der Pleueldeckel mit dem Pleuelfuß des Pleuels verschraubt. Die Brennkraftmaschine wird zur Montage des Pleueldeckels bevorzugt um 180° gedreht, um den Pleueldeckel von oben montieren zu können. Um das zweite Pleuel von oben auf dem Hubzapfen montieren zu können wird die Brennkraftmaschine so gedreht, dass ein zum zweiten Pleuel gehörender zweiter Zylinder senkrecht ausgerichtet ist. So kann auch das zweite Pleuel von oben durch den zugehörigen zweiten Zylinder dem Hubzapfen zugeführt werden kann. Dabei wird die Kurbelwelle für den zweiten Zylinder in den unteren Totpunkt gedreht. Anschließend wird das zweite Pleuel – zusammen mit dem montierten Kolben – durch den zweiten Zylinder eingeführt, bis das zweite Pleuel mit seinem Pleuelfuß neben dem ersten Pleuel auf dem Hubzapfen aufsetzt. Anschließend wird auch beim zweiten Pleuel das Pleuelauge durch Aufsetzen und Verschrauben eines Pleueldeckels geschlossen. Dazu wird die Brennkraftmaschine bevorzugt so gedreht, dass der Pleueldeckel von oben montiert werden kann. Ein solches Verfahren erfordert eine hohe Präzision beim Zuführen der Pleuels. Es ist nur anwendbar, wenn die Pleuel bei senkrechter Montage zwischen den Wangen der Kurbelwelle hinreichend Platz finden und durch das Zuführen bezüglich der Längsausdehnung des Hubzapfens bereits präzise ausgerichtet sind.

Das bekannte Verfahren zur Montage der Pleuel soll so vereinfacht werden, dass eine derart hohe Präzision beim Zuführen der Pleuel nicht nötig ist.

Zur Lösung dieser Aufgabe sieht das erfindungsgemäße Verfahren ein Ausführen folgender Schritte vor:

  • – Zuführen des ersten Pleuels in seiner Pleuellängsachsrichtung zum Hubzapfen und
  • – Zuführen des zweiten Pleuels in seiner Pleuellängsachsrichtung bis gegen das montierte Pleuelauge oder eine Pleuelaugenhälfte des ersten Pleuels, derart dass aufgrund einer am ersten und/oder am zweiten Pleuel ausgebildeten Auflaufschräge zumindest das zweite Pleuel quer zur Pleuelachse verlagert wird.

Durch die Verwendung der Auflaufschräge kann der Abstand der beiden Pleuel bezüglich einer Längsachse des Hubzapfens verringert und eine entsprechende Toleranz bei der Montage des zweiten Pleuels vergrößert werden. Kann das zweite Pleuel nicht für die Montage exakt positioniert zugeführt werden – zum Beispiel weil es zwischen zwei Wangen der Kurbelwelle zugeführt wird, die an mindestens einer Stelle auf dem Zuführweg einen Abstand aufweisen, der geringer ist als die Breiten der beiden Pleuelaugen zusammen –, so muss zur Montage an dieser Stelle ein geringerer Pleuelabstand eingehalten werden. Durch die erfindungsgemäße Zuführung des zweiten Pleuels wird dieses anschließend am ersten Pleuel vorbei in Richtung eines freien, zur Montage des zweiten Pleuels vorgesehenen Abschnitts des Hubzapfens verlagert. Der Hubzapfen kann dabei insbesondere mindestens zwei radial gegeneinander verschobene Axialabschnitte aufweisen, die bezüglich einer Längsachse der Kurbelwelle unterschiedliche Winkeleinstellungen einnehmen.

Nach einer Weiterbildung der Erfindung ist vorgesehen, dass die Querverlagerung in Richtung der Längserstreckung des Hubzapfens erfolgt. Durch eine derartige Verlagerung gleitet das zweite Pleuel entlang einer von der Auflaufschräge vorgegebenen Richtung – zum Beispiel entlang einer Außenkante des ersten Pleuelauges – in axialer Richtung des Hubzapfens um neben das erste Pleuel in Richtung des Hubzapfens eingelenkt zu werden. Dabei ergibt sich durch die Auflaufschräge aus der Zuführung längs der Pleuellängsachsrichtung eine Querkraft, die für die Verlagerung sorgt.

Es ist vorteilhaft, wenn das erste Pleuel aufgrund der Auflaufschräge entgegen der Verlagerungsrichtung des zweiten Pleuels ebenfalls verlagert wird. Insbesondere bei einem montierten ersten Pleuel kann diese Verlagerung nur entlang der Längserstreckung des Hubzapfens erfolgen. Während das zweite Pleuel in Axialrichtung des Hubzapfens neben das erste Pleuel geschoben wird, verlagert sich das erste Pleuel in die entgegengesetzte Richtung, sodass für das zweiten Pleuel auf dem Hubzapfen zusätzlicher Platz geschaffen wird.

Es ist vorteilhaft, wenn die Auflaufschräge am Außenbereich des Pleuelauges des ersten Pleuels ausgebildet ist. Eine solche Auflaufschräge lässt sich am besten als den Außenbereich des Pleuelauges umlaufende Anschrägung realisieren, die der Montageverlagerung unabhängig von dem Winkel zwischen den zu den Pleuel gehörigen Zylindern und unabhängig von der Winkelstellung des Hubzapfens dient.

Alternativ oder zusätzlich ist es auch möglich, dass die Auflaufschräge am Innenbereich der ersten Pleuelhälfte des zweiten Pleuels ausgebildet ist. In diesem Fall ist der Innenbereich der ersten Pleuelhälfte angeschrägt und sorgt bei einem Auftreffen auf den Außenbereich des ersten Pleuelauges für das entstehen der Querkraft, die für eine Verlagerung des zweiten Pleuels relativ zum ersten Pleuel sorgt.

Nach einer Weiterbildung der Erfindung ist vorgesehen, dass jedes Pleuel dem Hubzapfen von oben zugeführt wird. Weist der Verbrennungsmotor zum Beispiel mindestens zwei Zylinderbänke auf, wird zur Montage eines jeden Pleuels der entsprechende Zylinder senkrecht ausgerichtet. Durch die senkrechte Ausrichtung des Zylinders hat auch das mit einem Kolben montierte Pleuel beim Einführen durch den Zylinder eine eindeutig definierte senkrechte Ausrichtung seiner Pleuellängsachse.

Es ist vorteilhaft, wenn zur Montage des ersten und/oder des zweiten Pleuels und/oder des ersten und/oder des zweiten Pleueldeckels der Hubzapfen jeweils in einen entsprechenden unteren Totpunkt verlagert wird. Durch die Verlagerung des Hubzapfens in den unteren Totpunkt für dieses Pleuel und/oder diesen Pleueldeckel ist auch der Hubzapfen stabil ausgerichtet, sodass sich das Pleuel und/oder der Pleueldeckel leicht auf dem Hubzapfen montieren lässt.

Nach einer Weiterbildung der Erfindung ist vorgesehen, dass die Längserstreckung des Hubzapfens von Wangen begrenzt wird, von denen mindestens eine Wange eine den Hubzapfen umlaufende Wangenaussparung aufweist, wobei das erste Pleuel und/oder das zweite Pleuel durch die Querverlagerung in die Wangenaussparung beziehungsweise die Wangenaussparungen eingelenkt werden. Weisen die Wangen der Kurbelwelle nur im Bereich der Wangenaussparung beziehungsweise der Wangenaussparungen einen ausreichend großen Abstand auf, um die beiden Pleuel aufzunehmen, so muss die Auflaufschräge derart auf die Wangenaussparung beziehungsweise die Wangenaussparungen abgestimmt sein, dass die beiden Pleuel beim Zuführen des zweiten Pleuels zunächst seitlich versetzt zueinander stehen bis die Auflaufschräge die beiden Pleuels auf dem Hubzapfen im Bereich der Wangenaussparung beziehungsweise der Wangenaussparungen quer zur Zuführrichtung in die mindestens eine Wangenaussparung hineinverlagert.

Es ist vorteilhaft, wenn die Kurbelwelle mehrere Hubzapfen zur Montage von jeweils mindestens zwei Pleuel aufweist. Bei einer Ausbildung der Brennkraftmaschine als Mehrzylindermotor können die Zylinder zum Beispiel auf mehreren Zylinderbänken hintereinander angeordnet sein und an verschiedenen Hubzapfen der Kurbelwelle angreifen.

Schließlich ist es vorteilhaft, wenn die Pleuel mit vormontierten Lagerschalen montiert werden.

Die Erfindung betrifft ferner ein Pleuel mit geteiltem Pleuelauge zur Montage von mindestens zwei mit geteilten Pleuelaugen versehene Pleuels auf einem Hubzapfen einer Kurbelwelle. Es ist vorgesehen, dass das Pleuel eine einer Montageverlagerung dienende Auflaufschräge aufweist. Eine derartige Auflaufschräge sorgt dafür, dass ein entlang seiner Pleuellängsrichtung zugeführtes Pleuel an einem Hindernis wie zum Beispiel einem zweiten, bereits montierten Pleuel auf einem Hubzapfen quer zur Zuführrichtung entlang gleitet um neben dem montierten Pleuel eingelenkt zu werden.

Nach einer Weiterbildung der Erfindung ist vorgesehen, dass die Auflaufschräge eine Pleuelmontage-Auflaufschräge ist.

Es ist vorteilhaft, wenn die Auflaufschräge eine Auflauffläche aufweist, die eben ausgebildet ist. Bei einer ebenen Ausbildung der Auflauffläche ergibt sich eine konstante Querkraft über den gesamten Weg, den das Pleuel zum Beispiel entlang des zweiten, montierten Pleuels entlang gleitet.

Alternativ ist vorgesehen, dass die Auflaufschräge eine Auflauffläche aufweist, die mindestens einen Bogenbereich aufweist.

Die Erfindung betrifft weiterhin eine Kurbelwelle einer Brennkraftmaschine mit mindestens einem von Wangen begrenzten Hubzapfen. Es ist vorgesehen, dass die Kurbelwelle einteilig ausgebildet ist und mindestens eine der Wangen eine den Hubzapfen umlaufende Wangenaussparung aufweist. Die Wangenaussparung weist insbesondere über ihre gesamte radiale Erstreckung oder fast ihre gesamte radiale Erstreckung eine konstante Tiefe auf.

Mit Vorteil ist vorgesehen, dass die Breite der auf einem Hubzapfen montierbaren Pleuel zusammen größer als der Abstand der Wangen ist. Der Abstand der Wangen ergibt sich in einem Bereich, in dem die Wangen einen minimalen Abstand besitzen. Die Breite der Pleuel wird insbesondere durch die Breite der Pleuelaugen bestimmt.

Es ist vorteilhaft, wenn ein Rand der Wangenaussparung als Auslauf ausgebildet ist. Durch den Auslauf am äußeren Rand der Wangenaussparung ergibt sich ein Übergangsbereich in dem die Tiefe der Wangenaussparung abnimmt, wobei der Auslauf auch zur Führung der Pleuel bei der Montage dient.

Nach einer Weiterbildung der Erfindung ist vorgesehen, dass der Hubzapfen mindestens zwei radial gegeneinander verschobene Axialabschnitte aufweist, die bezüglich einer Längsachse der Kurbelwelle unterschiedliche Winkeleinstellungen aufweisen. Ein solcher Hubzapfen wird als Split-Pin-Hubzapfen bezeichnet.

Die Erfindung betrifft ferner ein Verfahren zur Herstellung einer Wangenaussparung in mindestens einer Wange einer Kurbelwelle. Es ist vorgesehen, dass die Kurbelwelle eine einteilige Kurbelwelle ist und eine dem Hubzapfen zugewandte Innenseite der Wangen zum Erstellen der den Hubzapfen umlaufenden Wangenaussparung spanend bearbeitet wird. Diese spanende Bearbeitung folgt zum Beispiel auf ein Fräsen oder Drehen der Kurbelwelle. Im Anschluss werden die zugänglichen Teile der Kurbelwelle wie zum Beispiel die Mantelflächen des Hubzapfens, geschliffen.

Nach einer Weiterbildung der Erfindung ist vorgesehen, dass die spanende Bearbeitung eine spanende Drehbearbeitung mit einer Drehung um die Längsachse des Hubzapfens ist. Dazu wird die Kurbelwelle insbesondere in einer entsprechenden Werkzeugmaschine so befestigt, dass sie um die Längsachse des Hubzapfens rotierend bearbeitet wird. Die Drehbearbeitung ist insbesondere eine Drehbearbeitung durch Drehfreiräumen.

Schließlich ist vorgesehen, dass ein Anlaufbund des Hubzapfens in der mindestens einen Wangenaussparung feingedreht und/oder rolliert wird. Der beim Erstellen der Wangenaussparung entstandene Anlaufbund des Hubzapfens wird im Anschluss feingedreht und/oder rolliert, da ein Schleifen des Anlaufbundes in der Wangenaussparung schlecht möglich ist.

Die Erfindung wird nachfolgend in einem Ausführungsbeispiel anhand der zugehörigen Zeichnungen näher erläutert. Es zeigen:

1 einen Teil einer Kurbelwelle mit einem Hubzapfen und zwei an die Längserstreckung des Hubzapfens angrenzende Wangen und

2 bis 5 das Zuführen eines zweiten Pleuels in Richtung eines Hubzapfens, auf dem ein erstes Pleuel montiert ist.

Die 1 zeigt einen Endbereich 1 einer Kurbelwelle 2, wobei der sichtbare Endbereich 1 an seinem einen Ende 3 und seinem anderen Ende 4 jeweils von einem Wellenzapfen 5, 6 begrenzt ist. Zwischen den Wellenzapfen 5, 6 befinden sich zwei Wangen 7, 8, die die Längsachse 9 eines zwischen den Wangen 7, 8 angeordneten Hubzapfen 10 begrenzen. Die Längsachse 9 des Hubzapfens 10 liegt dabei exzentrisch zur Längsachse 11 der Wellenzapfen 5, 6, beziehungsweise der Kurbelwelle 2. Die Wangen 7, 8 weisen auf ihren, dem Hubzapfen 10 zugewandten Innenseiten 12, 13 jeweils eine, einen Anlaufbund 10' des Hubzapfens 10 umtaufende Wangenaussparung 14, 15 auf, deren äußerer Rand 15' jeweils als ein Auslauf 16, 17 der Wangenaussparungen 14, 15 ausgebildet ist. Die 2 bis 5 zeigen zeitlich aufeinanderfolgend ein Zuführen (Pfeil 19) eines zweiten Pleuels 18 in seiner Pleuellängsausrichtung 19' zum Hubzapfen 10, wobei auf dem Hubzapfen 10 bereits ein erstes Pleuel 20 montiert ist.

Die 2a zeigt den Bereich 1 der Kurbelwelle 2 mit den Wangen 7, 8 und dem Hubzapfen 10. Auf einem der Wange 8 zugewandten Abschnitt 21 des Hubzapfens 10 ist das erste Pleuel 20 montiert, von dem in der 2a lediglich der Pleuelschaft 22 und die erste Pleuelaugenhälfte 23 dargestellt ist. Die erste Pleuelaugenhälfte 23 ist mit einer Schraube 24 zur Verschraubung der ersten Pleuelaugenhälfte 23 mit einer nicht dargestellten weiteren Pleuelaugenhälfte (Pleueldeckel) des ersten Pleuels 20 versehen. Das zugeführte zweite Pleuel ist bezüglich einer Ebene geschnitten dargestellt, wobei die Ebene durch eine Achse 25 eines Pleuelauges 26 des zweiten Pleuels 18 und die Pleuellängsausrichtung 19' gebildet wird, sodass eine hintere Hälfte des zweiten Pleuels 18 sichtbar ist. Die 2b und 2b zeigen die gleiche Montagesituation aus unterschiedlichen Blickwinkeln. Gleiches gilt auch für die 3b, 3c, 4b, 4c und 5b bezüglich der 3a, 4a und 5a.

Es ergibt sich folgender Bewegungsablauf der Pleuels 18, 20 bei der Pleuelmontage: Zur Montage des zweiten Pleuels 18 bei montiertem ersten Pleuel 20 wird die Kurbelwelle 2in einer untere Totpunktstellung für einen nicht dargestellten Zylinder – zu dem das Pleuel 2 gehört – ausgerichtet. Wird das zweite Pleuel 18 entlang seiner Pleuellängsausrichtung 19' dem Hubzapfen 10 (Pfeil 19) zugeführt, so bewegt es sich zunächst zwischen den Wangen 7, 8 beziehungsweise bei geringem Winkel zwischen der Pieuellängsausrichtung 19' des zweiten Pleuels 18 und der Pleuellängsausrichtung 28 des ersten Pleuels 20 zwischen der Wange 7 und einem Pleuelschaft 29 des ersten Pleuels 20 (2a2c). Erreicht ein Innenbereich 30 der ersten Pleuelaugenhälfte 32 des zweiten Pleuels 18 mit einer Auflaufschräge 31 einen Außenbereich 33 der Pleuelaugenhälfte 23 des ersten Pleuels 20, so werden aufgrund der Formgebung (zum Beispiel als ebene Auflauffläche oder als eine einen Bogenbereich aufweisende Auflauffläche) der Auflaufschräge 31 das erste Pleuel 20 und das zweite Pleuel 18 durch die Zufuhr (Pfeil 19) des zweiten Pleuels in entgegengesetzten Richtungen parallel zur Längsachse 11 des Hubzapfens 10 nach außen in Richtung der Wangen 7, 8 verlagert. Ein entsprechender Bewegungsablauf ist in den 3 und 4 dargestellt. Haben sich die beiden Pleuel 18, 20 so weit nach außen bewegt, dass die Pleuelaugenhälfte 23 des ersten Pleuels 20 in der Wangenaussparung 15 einliegt, so wird die Pleuelaugenhälfte 32 des zweiten Pleuels 18 entlang der Auslaufschräge 16 in die Wangenaussparung 14 der Wange 7 eingelenkt (5a und 5b). Ist auch das zweite Pleuel 18 dem Hubzapfen 10 im Abschnitt 34 zugeführt, so kann ein nicht dargestellter Pleueldeckel (zweite Pleuelaugenhälfte) des zweiten Pleuels 18 montiert werden, wodurch die Montage der beiden Pleuels des Hubzapfens 10 abgeschlossen ist.

Die Gesamtmontage der Pleuels 18, 20 entspricht sonst der Montage im Stand der Technik, wobei das erste Pleuel 20 wie bisher montiert wird, beziehungsweise die ersten Pleuels 20 von Zylindern einer ersten Zylinderbank wie bisher montiert werden. Für die Montage des zweiten Pleuels 18 (beziehungsweise die Montage der zweiten Pleuels 18 von Zylindern einer zweiten Zylinderbank) wird die Kurbelwelle 2 für den zu montierenden Zylinder in den unteren Totpunkt gedreht und das zweite Pleuel 18 über die Auflaufschräge 31 und die Gestaltung der Wangenaussparungen 14, 15 beziehungsweise deren Auslauf 16, 17 in eine Montageposition eingelenkt.

1
Endbereich
2
Kurbelwelle
3
Ende
4
Ende
5
Wellenzapfen
6
Wellenzapfen
7
Wange
8
Wange
9
Längsachse
10
Hubzapfen
10'
Anlaufbund
11
Längsachse
12
Innenseite
13
Innenseite
14
Wangenaussparung
15
Wangenaussparung
15'
Rand
16
Auslauf
17
Auslauf
18
2. Pleuel
19
Pfeil
19'
Pleuellängsausrichtung
20
1. Pleuel
21
Abschnitt
22
Pleuelschaft (2. Pleuel)
23
Pleuelaugenhälfte
24
Schraube
25
Achse
26
Pleuelauge
27
Hälfte
28
Pleuellängsausrichtung
29
Pleuelschaft (1. Pleuel)
30
Innenbereich
31
Auflaufschräge
32
Pleuelaugenhälfte
33
Außenbereich
34
Abschnitt


Anspruch[de]
Verfahren zur Montage von mindestens zwei mit geteilten Pleuelaugen versehene Pleuel auf einem Hubzapfen einer Kurbelwelle, insbesondere einer Brennkraftmaschine, durch aufeinanderfolgendes Zuführen der Pleuel, dadurch gekennzeichnet, dass folgenden Schritte ausgeführt werden:

– Zuführen des ersten Pleuels in seiner Pleuellängsachsrichtung zum Hubzapfen und

– Zuführen des zweiten Pleuels in seiner Pleuellängsachsrichtung bis gegen das montierte Pleuelauge oder eine Pleuelaugenhälfte des ersten Pleuels, derart dass aufgrund einer am ersten und/oder am zweiten Pleuel ausgebildeten Auflaufschräge zumindest das zweite Pleuel quer zur Pleuellängsachse verlagert wird.
Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Querverlagerung in Richtung der Längserstreckung des Hubzapfens erfolgt. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das erste Pleuel aufgrund der Auflaufschräge entgegen der Verlagerungsrichtung des zweiten Pleuels ebenfalls verlagert wird. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Auflaufschräge am Außenbereich des Pleuelauges des ersten Pleuels ausgebildet ist. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Auflaufschräge am Innenbereich der ersten Pleuelhälfte des zweiten Pleuels ausgebildet ist. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass jedes Pleuel dem Hubzapfen von oben zugeführt wird. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zur Montage des ersten und des zweiten Pleuels und/oder des ersten und des zweiten Pleueldeckels der Hubzapfen jeweils in einen entsprechenden unteren Totpunkt verlagert wird. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Längserstreckung des Hubzapfens von Wangen begrenzt wird, von denen mindestens eine Wange eine den Hubzapfen umlaufende Wangenaussparungen aufweist, wobei das erste Pleuel und/oder das zweite Pleuel durch die Querverlagerung in die Wangenaussparung beziehungsweise die Wangenaussparungen eingelenkt werden. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Kurbelwelle mehrere Hubzapfen zur Montage von jeweils mindestens zwei Pleuel aufweist. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Pleuel mit vormontierten Lagerschalen montiert werden. Pleuel mit geteiltem Pleuelauge zur Montage von mindestens zwei mit geteilten Pleuelaugen versehene Pleuel auf einem Hubzapfen einer Kurbelwelle, insbesondere nach einem Verfahren zur Montage mindestens eines der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Pleuel (18, 20) eine einer Montageverlagerung dienende Auflaufschräge (31) aufweist. Pleuel nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Auflaufschräge (31) eine Pleuelmontage-Auflaufschräge ist. Pleuel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Auflaufschräge (31) eine Auflauffläche aufweist, die eben ausgebildet ist. Pleuel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Auflaufschräge (31) eine Auflauffläche aufweist, die mindestens einen Bogenbereich aufweist. Kurbelwelle einer Brennkraftmaschine mit mindestens einem von Wangen begrenzten Hubzapfen, insbesondere mit mindestens zwei mit geteilten Pleuelaugen versehenen, mittels des Verfahrens nach einem der Ansprüche 1 bis 10 montierten Pleuel, dadurch gekennzeichnet, dass die Kurbelwelle (2) einteilig ausgebildet ist und mindestens eine der Wangen (7, 8) eine den Hubzapfen (10) umlaufende Wangenaussparung (14, 15) aufweist. Kurbelwelle nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, dass die Breite der auf einem Hubzapfen (10) montierbaren Pleuel (18, 20) zusammen größer ist als der Abstand der Wangen (7, 8). Kurbelwelle nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass ein Rand (15') der Wangenaussparung (14, 15) als Auslauf (16, 17) ausgebildet ist. Kurbelwelle nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Hubzapfen (10) mindestens zwei radial gegeneinander verschobene Axialabschnitte (21, 34) aufweist, die bezüglich einer Längsachse (11) der Kurbelwelle (2) unterschiedliche Winkeleinstellungen aufweisen. Verfahren zur Herstellung einer Wangenaussparung in mindestens einer Wange einer Kurbelwelle, insbesondere zur Herstellung einer Kurbelwelle nach einem der Ansprüche 15 bis 18, dadurch gekennzeichnet, dass die Kurbelwelle eine einteilige Kurbelwelle ist und eine dem Hubzapfen zugewandte Innenseite der Wange zum Erstellen der den Hubzapfen umlaufenden Wangenaussparung spanend bearbeitet wird. Verfahren nach Anspruch 19, dadurch gekennzeichnet, dass die spanende Bearbeitung eine spanende Drehbearbeitung mit einer Drehung um die Längsachse des Hubzapfens ist. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass ein Anlaufbund des Hubzapfens in der Wangenaussparung feingedreht und/oder rolliert wird.






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