PatentDe  


Dokumentenidentifikation DE102006017925A1 31.10.2007
Titel Kühlsystem für ein Fahrzeug und Verfahren zum Betreiben eines Kühlsystems
Anmelder AUDI AG, 85057 Ingolstadt, DE
Erfinder Anzenberger, Thomas, 85053 Ingolstadt, DE;
Donnemeyer, Maik, 84048 Mainburg, DE
DE-Anmeldedatum 18.04.2006
DE-Aktenzeichen 102006017925
Offenlegungstag 31.10.2007
Veröffentlichungstag im Patentblatt 31.10.2007
IPC-Hauptklasse F01P 3/20(2006.01)A, F, I, 20060418, B, H, DE
Zusammenfassung Kühlsystem für ein Fahrzeug mit einem Motor (12), einem Motorkühler (13) und einem Motorkühlkreislauf (11), in dem ein Kühlmittel zirkuliert, wobei sich eine Volumenstromverteilung des Kühlmittels auf in dem Motorkühlkreislauf (11) angeordnete Komponenten (12, 16) einstellt. Es wird vorgeschlagen, dass ein durchströmbares Bauelement (21) mit differenzdruckabhängigem Strömungswiderstand im Motorkühlkreislauf (11) vorgesehen ist.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Kühlsystem für ein Fahrzeug gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1, ein differenzdruckabhängiges Bauelement gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruchs 9 und ein Verfahren zum Betreiben eines Kühlsystems gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruchs 12.

Ein Kühlsystem eines Fahrzeugs ist allgemein bekannt. Das Kühlsystem weist einen Motorkühlkreislauf auf, der den Motors und ferner andere Komponenten, z.B. eine Lichtmaschine, einen Motorölkühler, etc. kühlt. Ferner weist der Motorkühlkreislauf einen Heizungswärmetauscher auf. In heutigen Fahrzeug-Kühlsystemen wird das Kühlmittel mittels einer Kühlmittelpumpe gefördert und zirkuliert zwischen dem Motor, den zu kühlenden Komponenten z.B. der Lichtmaschine, dem Motorölkühler, etc., und dem Motorkühler. Auf Grund von unterschiedlichen Strömungswiderständen der Komponenten stellt sich eine Volumenstromverteilung des Kühlmittels über die einzelnen Komponenten ein. Die anteilige Verteilung eines Gesamtvolumenstroms auf die einzelnen Komponenten wird in der Regel mittels temperaturabhängiger Thermostatventile gesteuert. Das Thermostatventil realisiert einen Kurzschlussbetrieb, bei dem der Motorkühlkreislauf lediglich den Motor, den Motorkühler und den Heizungswärmetauscher aufweist und das Kühlmittel nicht durch die anderen Komponenten strömt. Um eine ausreichende Versorgung der einzelnen Komponenten mit Kühlmittel bei niedrigen Drehzahlen des Motors zu gewährleisten, ist in manchen Fahrzeugen zusätzlich eine elektrische Pumpe im Motorkühlkreislauf vorgesehen.

Hierbei ist nachteilig, dass die Leistung der Kühlmittelpumpe von der Drehzahl des Motors abhängt. Somit ist bei gleichbleibender Thermostatstellung die Versorgung der Komponenten mit Kühlmittel nahezu linear von der Drehzahl des Motors anhängig. Das heißt, dass beispielsweise im Leerlauf des Motors sehr wenig Kühlmittel aktiv im Kühlmittelkreislauf gepumpt wird. Die einzelnen Komponenten, beispielsweise der Heizungswärmetauscher, werden mit einem unter Umständen nicht ausreichenden Volumenstrom von Kühlmittel versorgt, und es kommt zu einer Sättigung, wenn der Motor mit hohen Drehzahlen läuft, wobei dieselbe Komponente mit einem hohen Volumenstroms des Kühlmittel versorgt wird. Dies führt beispielsweise bei dem Heizungswärmetauscher zu einer nicht optimalen Heizleistung im Leerlauf. Ferner ist heute bekannt, dass der Motor bei niedrigen Drehzahlen und Kurzschlussbetrieb mittels eines zu hohen Volumenstroms von Kühlmittel durchströmt wird. Dies führt dazu, dass der Motor gekühlt wird, obwohl er kaum Wärme erzeugt, die abgeführt werden müsste, da er noch nicht betriebswarm ist.

Es ist Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ausgehend vom Stand der Technik ein Kühlsystem zu schaffen, das eine gezielte Versorgung einzelner Komponenten mit Kühlmittel gewährleistet. Weiterhin soll ein entsprechendes Bauelement und ein entsprechendes Verfahren bereitgestellt werden.

Die Aufgabe wird erfindungsgemäß mit den Merkmalen des Patentanspruch 1, des Patentanspruchs 9 und des Patentanspruchs 12 gelöst. Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen angegeben.

Das erfindungsgemäße Kühlsystem für ein Fahrzeug wie auch das erfindungsgemäße Verfahren zum Betreiben eines Kühlsystems sehen neben den gattungsgemäßen Merkmalen vor, dass ein durchströmbares Bauelement mit differenzdruckabhängigem Strömungswiderstand im Motorkühlkreislauf angeordnet ist. Hierdurch wird eine gezielte Drosselung der Volumenströme bestimmter Komponenten, auch als Komponentenvolumenströme bezeichnet, bei niedrigen Drehzahlen des Motors erzielt und gleichzeitig werden andere Komponentenvolumenströme gezielt gesteigert. Ein differenzdruckabhängiges Bauelement wird durch eine vorbestimmte Kraft, beispielsweise durch eine Federkraft, geschlossen, wenn eine bestimmte Druckdifferenz zwischen einer Eingangsseite, in der das Kühlmittel in das Bauelement strömt, und einer Ausgangsseite, an der das Kühlmittel das Bauelement verlässt, anliegt. Sobald der Differenzdruck zwischen dem Eingang und dem Ausgang des Bauelements steigt, öffnet das Bauelement gegen die Federkraft, und es wird ein größerer Querschnitt freigegeben. Dadurch sinkt der Strömungswiderstand des Bauelementes und der Volumenstrom steigt. Hierbei ist vorteilhaft, dass die Volumenstromverteilung über die Komponenten entsprechend deren Anforderungen an Kühlmittelbedarf einstellbar ist. Somit erfolgt eine Leistungsoptimierung der einzelnen Komponenten. Durch Einbau im Kurzschlussast des Kühlmittelsystems wird bei niedrigen Drehzahlen und nicht betriebswarmen Motors die Durchströmung des Motors mit Kühlmittel reduziert, indem der Kurzschlussvolumenstrom reduziert wird. Dies führt zu einer rascheren Erwärmung des Motors. Der Motor verbraucht weniger Kraftstoff. Dadurch wird eine Reduzierung der abgegebenen Abgasmenge bedingt und eine Kostenreduzierung im Betrieb des Fahrzeugs erreicht. Ferner steigt der Heizvolumenstrom bei niedrigen Drehzahlen. Dadurch wird die Heizleistung und somit der Kundennutzen verbessert. Die Kundenzufriedenheit steigt.

In einer günstigen Ausgestaltung des Kühlsystems ist das durchströmbare Bauelement mit differenzdruckabhängigem Strömungswiderstand in einer Kurzschlussleitung des Motorkühlkreislaufes angeordnet, wobei die Kurzschlussleitung eine Motorzulaufleitung, eine Motorrücklaufleitung und einen Heizungsrücklauf verbindet.

In einer günstigen Ausgestaltung der Erfindung ist ein Kühlmittelthermostat mit einem integrierten Ventil in der Kurzschlussleitung angeordnet und das durchströmbare Bauelement mit differenzdruckabhängigem Strömungswiderstand ist nur bei geschlossenem Ventil des Kühlmittelthermostaten von Kühlmittel durchströmt.

In einer günstigen Ausgestaltung der Erfindung weist das durchströmbare Bauelement mit differenzdruckabhängigem Strömungswiderstand bei einer niedrigen Druckdifferenz des Kühlmittels zwischen einem Eingang des Bauelements und einem Ausgang des Bauelements einen hohen Strömungswiderstand auf oder ist geschlossen.

In einer günstigen Ausgestaltung ist das durchströmbare Bauelement mit differenzdruckabhängigem Strömungswiderstand bei einer hohen Druckdifferenzen des Kühlmittels zwischen dem Eingang des Bauelements und dem Ausgang des Bauelements geöffnet und weist einen niedrigen Strömungswiderstand auf.

In einer günstigen Ausgestaltung ist das durchströmbare Bauelement mit differenzdruckabhängigem Strömungswiderstand ein differenzdruckabhängiges Ventil, und bei einer niedrigen Druckdifferenz des Kühlmittels zwischen einem Eingang des Ventils und einem Ausgang des Ventils weist das Ventil eine hohen Strömungswiderstand auf oder ist geschlossen.

In einer günstigen Ausgestaltung ist das differenzdruckabhängige Ventil bei einer hohen Druckdifferenz des Kühlmittels zwischen dem Eingang des Ventils und dem Ausgang des Ventils offen und/oder weist einen niedrigen Strömungswiderstand auf.

In einer günstigen Ausgestaltung ist das differenzdruckabhängige Ventil mittels Federkraft schliessbar.

In einer günstigen Ausgestaltung der Erfindung ist eine Kühlmittelpumpe im Motorkühlkreislauf vorgesehen mittels der das Kühlmittel im Motorkreislauf zirkulierbar ist.

Weitere Ausbildungsformen und Aspekts der Erfindung werden unabhängig von einer Zusammenfassung in den Patentansprüchen ohne Beschränkung der Allgemeinheit im Folgenden anhand einer Zeichnung näher erläutert. Dabei zeigen:

1: eine Prinzipskizze eines Kühlsystem eines Motors für ein Fahrzeug;

2: eine Prinzipskizze eines durchströmbaren Bauelements mit differenzdruckabhängigem Strömungswiderstand im offenen (a) und geschlossenen Zustand (b) und mit konischer Erweiterung des durchströmbaren Querschnitts im geschlossenen (c) und offenen (d) Zustand.

Das in der 1 dargestellte Kühlsystem 10 für ein Fahrzeug umfasst einen Motorkühlkreislauf 11, in dem ein Motor 12, hier mit zwei Zylinderbänken dargestellt, gekühlt wird. Der Motorkühlkreislauf 11 weist einen Motorkühler 13, typischerweise ein Hauptwasserkühler, auf, der den Motor 12 mit Kühlmittel versorgt, wobei das Kühlmittel im Motor 12 erwärmt wird und eine Überschusswärme im Motorkühler 13 abführt wird. Somit wird der Motor 12 auf Betriebstemperatur gehalten. Hierzu sind ein erster Ventilator 14 und ein zweiter Ventilator 15 in unmittelbarer Nähe des Motorkühlers 13 angeordnet.

Der Motorkühlkreislauf 11 weist ferner zu kühlende Komponenten auf. In 1 ist beispielhaft ein Motorölkühler 16 gezeigt. Zum Motorkühlkreislauf 11 zugehörig ist ferner ein Ausgleichbehälter 17 für Kühlmittel.

Der Motorkühlkreislauf 11 weist ferner einen Heizungswärmetauscher 18 auf mittels dem ein Fahrzeuginnenraum heizbar ist. Vorgesehen ist ferner ein Kühlmittelthermostat 19 mit einem integrierten Ventil, der eine Überwachung und Regelung der Kühlmitteltemperatur und/oder Fahrzeuginnenraumtemperatur leistet. Das Kühlmittel wird mittels einer Kühlmittelpumpe 20 im Motorkühlkreislauf 11 zirkuliert.

Der Motorkühlkreislauf 11 weist ferner ein durchströmbares Bauelement 21 mit differenzdruckabhängigem Strömungswiderstand auf, mittels dem ein Volumenstrom des Kühlmittels in dem Kühlkreislauf 11 gezielt beeinflussbar ist, so dass Komponentenvolumenströme gezielt gesteigert werden können. Hierbei erfolgt mittels des Bauelements 21nur bei einer niedrigen Motordrehzahl eine Eindrosselung eines Komponentenvolumenstroms, die bis auf 0 l/min reduzierbar ist.

Dem Motor 12 wird das Kühlmittel mittels einer Kühlmittelzufuhrleitung 22 zugeführt und verlässt jeweils über eine Kühlmittelrücklaufleitung 23 und 23' den Motor 12. Das Kühlmittel wird über eine Motorkühlerzufuhrleitung 24 dem Motorkühler zugeführt und verlässt diesen, in der Regel mit einer niedrigeren Temperatur des Kühlmittels wieder über eine Motorkühlerrücklaufleitung 25. In der Motorkühlerrücklaufleitung 25 ist der Kühlmittelthermostat 19 mit dem integrierten Ventil und die Kühlmittelpumpe 20 angeordnet, wobei diese mit der Kühlmittelzufuhrleitung 22 verbunden ist. Der Kühlmittelthermostat 19 und die Kühlmittelpumpe 20 sind zwischen der Motorkühlerrücklaufleitung 25 und der Kühlmittelzufuhrleitung 22 angeordnet. Die Kühlmittelpumpe 20 ist bevorzugt eine Wasserpumpe, die motorangetneben ist und deren Fördermenge daher abhängig von der Drehzahl des Motors 12 ist.

Der Heizungswärmetauscher 18 ist mittels einer Heizungszufuhrleitung 26 und einer Heizungsrücklaufleitung 27 mit dem Motorkühlkreislauf 11 verbunden. Hierbei ist die Heizungszufuhrleitung 26 mit der Kühlmittelrücklaufleitung 23 oder 23' verbunden und die Heizungsrücklaufleitung 27 mit dem Kühlmittelthermostaten 19.

Das durchströmbare Bauelement 21 mit differenzdruckabhängigem Strömungswiderstand ist vorzugsweise ein differenzdruckabhängiges Ventil, insbesondere ein Drosselventil, welches zwischen dem Kühlmittelthermostaten 19 und einem Abzweig 28 zwischen der Kühlmittelrücklaufleitung 23 und 23' angeordnet ist. Dieser Abzweig 28 ist wiederum mit der Motorkühlerzufuhrleitung 24 verbunden.

Der Motorölkühler 16 ist zwischen der Kühlmittelzufuhrleitung 22 und der Motorkühlerzufuhrleitung 24 mittels einer ersten Zufuhrleitung 29 und einer ersten Rücklaufleitung 30 angeschlossen. Der Ausgleichbehälter 17 ist mittels einer zweiten Zufuhrleitung 31 mit dem Abzweig 28 verbunden und eine zweite Rücklaufleitung 32 ist mit dem Motorkühler 13 verbunden, so dass Kühlmittel vom Motorkühlkreislauf 11 in den Ausgleichbehälter 17 fließen kann und Kühlmittel vom Ausgleichbehälter 17 in den Motorkühler 13 gelangen kann. In der zweiten Zufuhrleitung 31 ist vorzugsweise ein Ventil 33 angeordnet.

Das Kühlmittel zirkuliert zwischen dem Motor 12 und über die Kühlmittelrücklaufleitungen 23 und 23' zurück zum Motorkühler 13. Ist das Bauelement 21 geöffnet, kann Kühlmittel direkt aus den Kühlmittelrücklaufleitungen 23 und 23' zu dem Kühlmittelthermostaten 19gelangen. Der Kühlmittelthermostat 19 weist einen Anschluss für eine Kurzschlussleitung zwischen der Kühlmittelzufuhrleitung 22, der Motorkühlerrücklaufleitung 25 und der Heizungsrücklaufleitung 27 des Heizungswärmetauschers 18 auf. In der Kühlmittelrücklaufleitung 23' ist ein Temperatursensor 44 vorgesehen.

Das Bauelement 21 ist in der Kurzschlussleitung angeordnet und tritt nur bei geschlossenem Ventil des Kühlmittelthermostaten 19 in Funktion, so dass bei niedrigen Motordrehzahlen einen Volumenstrom des Kühlmittels im Kreislauf 26, 27 des Heizungswärmetauschers 18 zu erhöhen. Ferner wird durch den Einbau des Bauelementes 21 bei niedrigen Drehzahlen des Motors 12 die Durchströmung des Motors 12 mit Kühlmittel reduziert, welches zu einer schnelleren Erwärmung des Motors und damit zu Kraftstoffeinsparungen führt. Die detaillierte Funktionsweise des 21 wird in Verbindung mit 2 erläutert.

In 2 ist ein Ausführungsbeispiel des durchströmbaren Bauelements 21 mit differenzdrucksabhängigem Strömungswiderstand gezeigt. Gleiche Gegenstände sind mit gleichen Bezugsziffern wie in 1 versehen. Hierbei zeigen die 2a und 2b ein als differenzdruckabhängiges Ventil ausgeführtes Bauelement 21, wobei 2a das Ventil in geschlossenem Zustand und 2b das Ventil in geöffnetem Zustand zeigt.

Das Bauelement 21 weist ein Gehäuse 34 auf, an dem ein Eingang 35, durch den das Kühlmittel in das Bauelement 21 gelangt, und ein Ausgang 36, durch den das Kühlmittel das Bauelement 21 verlässt, angeordnet ist. Das Gehäuse 34 kann rechteckförmig oder zylinderförmig ausgeführt sein. Hierbei sind der Eingang 35 und der Ausgang 36 vorzugsweise einander gegenüberliegend angeordnet. Das Gehäuse 34 weist eine umfänglich an einer Wand 38 angeordnete Querschnittsverbreiterung 37 auf, die vorzugsweise mittig zwischen dem Eingang 35 und dem Ausgang 36 angeordnet ist. Aufgrund der Querschnittsverbreiterung 37 weist das Gehäuse 34 mindestens einen ersten, im Wesentlichen senkrecht zu der Wand 38 ausgebildeten Absatz 39 auf.

Zwischen dem Eingang 35 und dem Ausgang 36 ist ein bewegliches Blendenelement 40 angeordnet. Das Blendenelement 40 steht mittels eines Kraftelementes 43, beispielsweise eines als Druckfeder ausgebildetes Federelementes, unter Spannung und zwar derart, dass das Blendenelement 40 an dem Absatz 39 anliegt. Das Blendenelement 40 weist, vorzugsweise mittig angeordnet, eine Öffnung 41 auf, durch die das Kühlmittel in das Gehäuse 34 des Bauelementes 21 eintreten kann. Die Richtung eines Kühlmittelflusses ist mit einem Pfeil 42 gezeigt.

Die Querschnittsverbreiterung 37' kann zwischen Eingang 35 und Ausgang 36 auch konisch ausgeführt sein, wie in den 2c und 2d im geschlossenen und offenen Zustand des Bauelements 21 erkennbar ist. Dadurch ergibt sich über den Federweg ein stetig steigender freier Querschnitt. Das Blendenelement 40 liegt im geschlossenen Zustand an einem Absatz 39' an.

Ist der Druck des Kühlmittels am Eingang 35 verschieden von dem Druck des Kühlmittels am Ausgang 36 des Bauelementes 21, liegt über das Bauelement 21 eine Druckdifferenz an. Diese Druckdifferenz ist mit &Dgr;p bezeichnet.

Bei gering anliegender Druckdifferenz &Dgr;p liegt das Blendenelement 40 auf Grund des Kraftelementes 43 am Absatz 39 an, das Kühlmittel kann in das Innere des Gehäuses 34 nur über die Öffnung 41 des Blendenelementes 40 gelangen. Somit bildet das Bauelement 21 einen Strömungswiderstand aus, dessen Stärke von der Größe der Öffnung 41 abhängt. Ist die Öffnung 41 klein, ist der Strömungswiderstand groß. Ist hingegen die Öffnung 41 etwas größer, sinkt der Strömungswiderstand, so dass mehr Kühlmittel durch die Öffnung 41 fließen kann.

Alternativ können auch mehrere, jeweils mit einem Kraftelement vorgespannte Blendenelemente, nicht in der 2 dargestellt, im Gehäuse 34 des Bauelementes 21 angeordnet sein. Hierdurch ist es möglich eine feinere Abstufung der Größe des Strömungswiderstandes zu realisieren.

Weist das Blendenelement 40 keine Öffnung 41 auf, ist das Bauelement 21 bei geringer Druckdifferenz &Dgr;p geschlossen. Sobald die Druckdifferenz &Dgr;p einen bestimmten Wert übersteigt, wird das Blendenelement 40 von dem Absatz 39 in Richtung Ausgang 35 bewegt und das Bauelement 21 öffnet gegen die Federkraft. Es wird ein größerer Querschnitt am Eingang freigegeben. Dadurch sinkt der Strömungswiderstand und der Volumenstrom am Bauelement 21 ab.

Im Folgenden wird die Funktion des durchströmbaren Bauelements 21 mit differenzdruckabhängigem Strömungswiderstand im Motorkühlkreislauf 11 erläutert. Dreht der Motor 12 mit niedriger Drehzahl, dreht auch die Kühlmittelpumpe 20 mit niedriger Drehzahl und es liegt eine geringe Differenzdruck &Dgr;p am Bauelement 21 an. Der Volumenstrom über die Kurzschlussstrecke ist gedrosselt. Hierdurch kommt es zu einer raschen Erwärmung des Motors 12, da der Kühlmittel-Volumenstrom über den Motor 12 sehr gering ist. Dadurch steigt der Volumenstrom durch den Heizungswärmetauscher 18.

Bei höherer Drehzahl des Motors 12 und damit der Kühlmittelpumpe 20 steigt der Differenzdruck &Dgr;p am Bauelement 21. Das Blendenelement 40 wird vom Absatz 39 wegbewegt und damit ein größerer Querschnitt am Eingang 35 des Bauelementes 21 für das Kühlmittel freigegeben. Dadurch steigt der Volumenstrom in der Kurzschlussleitung an. Der Motor 12 wird mit erhöhtem Kühlmittel-Volumenstrom durchströmt und somit eine Überhitzung vermieden.

Diese Funktion ist allerdings nur bei geschlossenem Ventil des Kühlmittelthermostats 19 wirksam. Ist das Ventil des Kühlmittelthermostats 19 geöffnet, ist das Bauelement 21 überbrückt und somit eine Drosselung auch bei niedrigem Differenzdruck &Dgr;p unwirksam.

10
Kühlsystem
11
Motorkühlkreislauf
12
Motor
13
Motorkühler
14
erster Ventilator
15
zweiter Ventilator
16
Motorölkühler
17
Ausgleichsbehälter
18
Heizungswärmetausche, kurz Heizung
19
Kühlmittelthermostat mit integriertem Ventil
20
Kühlmittelpumpe
21
durchströmbares Bauelement mit differenzdruckabhängigem Strömungswiderstand, kurz Bauelement
22
Kühlmittelzufuhrleitung
23
Kühlmittelrücklaufleitung
23'
Kühlmittelrücklaufleitung
24
Motorkühlerzufuhrleitung
25
Motorkühlerrücklaufleitung
26
Heizungszufuhrleitung
27
Heizungsrücklaufleitung
28
Abzweig
29
erste Zufuhrleitung
30
erste Rücklaufleitung
31
zweite Zufuhrleitung
32
zweite Rücklaufleitung
33
Ventil in der zweiten Zufuhrleitung
34
Gehäuse
35
Eingang
36
Ausgang
37,37'
Querschnittsverbreiterung
38
Wand des Gehäuses 34
39, 39'
Absatz
40
Blendenelement
41
Öffnung im Blendenelement
42
Pfeil
43
Kraftelement
44
Themperatursensor


Anspruch[de]
Kühlsystem für ein Fahrzeug mit einem Motor (12), einem Motorkühler (13) und einem Motorkühlkreislauf (11) indem ein Kühlmittel zirkuliert, wobei sich eine Volumenstromverteilung des Kühlmittels auf in dem Motorkühlkreislauf (11) angeordnete Komponenten (12, 16) einstellt, dadurch gekennzeichnet, dass ein durchströmbares Bauelement (21) mit differenzdruckabhängigem Strömungswiderstand im Motorkühlkreislauf (11) vorgesehen ist. Kühlsystem nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das durchströmbare Bauelement (21) mit differenzdruckabhängigem Strömungswiderstand in einer Kurzschlussleitung des Motorkühlkreislaufes (11) angeordnet ist, wobei die Kurzschlussleitung eine Kühlmittelzufuhrleitung (22), eine Kühlmittelrücklaufleitung (23, 23') und eine Heizungsrücklaufleitung (27) verbindet. Kühlsystem nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass ferner ein Kühlmittelthermostat (19) mit integriertem Ventil in der Kurzschlussleitung angeordnet ist und das durchströmbare Bauelement (21) mit differenzdruckabhängigem Strömungswiderstand nur bei geschlossenem oder teilweise offenem Ventil des Kühlmittelthermostats (19) von dem Kühlmittel durchströmbar ist. Kühlsystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das durchströmbare Bauelement (21) mit differenzdruckabhängigem Strömungswiderstand bei einer niedrigen Druckdifferenz (&Dgr;p) des Kühlmittels einen hohen Strömungswiderstand aufweist, wobei die Druckdifferenz (&Dgr;p) zwischen einem Eingang (35) des Bauelements (21) und einem Ausgang (36) des Bauelements (21) anliegt. Kühlsystem nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass das durchströmbare Bauelement (21) mit differenzdruckabhängigem Strömungswiderstand bei einer hohen Druckdifferenzen (&Dgr;p) des Kühlmittels einen niedrigen Strömungswiderstand aufweist, wobei die Druckdifferenz (&Dgr;p) zwischen dem Eingang (35) des Bauelements (21) und dem Ausgang (36) des Bauelements (21) anliegt. Kühlsystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das durchströmbare Bauelement (21) mit differenzdruckabhängigem Strömungswiderstand ein differenzdruckabhängiges Ventil ist und bei einer niedrigen Druckdifferenz (&Dgr;p) des Kühlmittels zwischen einem Eingang (35) des Ventils und einem Ausgang (36) des Ventils einen hohen Strömungswiderstand aufweist oder geschlossen ist. Kühlsystem nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass das differenzdruckabhängige Ventil bei einer hohen Druckdifferenz (&Dgr;p) des Kühlmittels zwischen dem Eingang (35) des Ventils und dem Ausgang (36) des Ventils offen ist und/oder einen niedrigen Strömungswiderstand aufweist. Kühlsystem nach Anspruch 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, dass das differenzdruckabhängige Ventil mittels einer Federkraft schliessbar ist. Kühlsystem nach zumindest einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass eine Kühlmittelpumpe (20) im Motorkühlkreislauf (11) vorgesehen ist, mittels der das Kühlmittel im Motorkühlkreislauf (11) zirkulierbar ist. Durchströmbares Bauelement mit differenzdruckabhängigem Strömungswiderstand zum Einbau in ein Kühlsystem (10) eines Fahrzeuges nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass das Bauelement (21) ein differenzdruckabhängiges Ventil ist, das bei einer niedriger Druckdifferenz (&Dgr;p) des Kühlmittels zwischen einem Eingang (35) und einem Ausgang (36) einen hohen Strömungswiderstand aufweist oder geschlossen ist. Durchströmbares Bauelement mit differenzdruckabhängigem Strömungswiderstand nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass das differenzdruckabhängige Ventil bei großer Druckdifferenz (&Dgr;p) zwischen dem Eingang (35) und dem Ausgang (36) offen ist und/oder einen niedrigen Strömungswiderstand aufweist. Verfahren zum Betreiben eines Kühlsystem (10) für ein Fahrzeug mit einem Motor (12), einem Motorkühler (13) und einem Motorkühlkreislauf (11) indem ein Kühlmittel zirkuliert, wobei sich eine Volumenstromverteilung des Kühlmittels auf in dem Motorkühlkreislauf (11) angeordnete Komponenten (16, 12) einstellt, dadurch gekennzeichnet, dass die Volumenstromverteilung des Kühlmittels gezielt auf die einzelnen Komponenten (12, 16) erfolgt. Verfahren nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass bei niedriger Drehzahl des Motors (12) die Durchströmung des Motors (12) mit dem Kühlmittel reduziert wird. Verfahren nach Anspruch 12 oder 13, dadurch gekennzeichnet, dass bei niedriger Drehzahl des Motors (12) die Volumenstromverteilung überwiegend in einen Volumenstrom des Heizungswärmetauschers (18) erfolgt.






IPC
A Täglicher Lebensbedarf
B Arbeitsverfahren; Transportieren
C Chemie; Hüttenwesen
D Textilien; Papier
E Bauwesen; Erdbohren; Bergbau
F Maschinenbau; Beleuchtung; Heizung; Waffen; Sprengen
G Physik
H Elektrotechnik

Anmelder
Datum

Patentrecherche

Patent Zeichnungen (PDF)

Copyright © 2008 Patent-De Alle Rechte vorbehalten. eMail: info@patent-de.com